Warnung vor Zecken - Landratsamt rät zur - Landkreis Neu-Ulm

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Warnung vor Zecken - Landratsamt rät zur Vorsicht
Im Gras, auf Sträuchern und im Unterholz lauern die Zecken. Sie lassen sich nicht, wie oft
behauptet wird, von Bäumen fallen, sondern werden im Vorbeigehen abgestreift. Tätigkeiten
wie Campieren, Angeln, Beerensuchen, Joggen, Wandern durch Strauchwerk und hohes
Gras oder schon ein Aufenthalt im Garten bergen daher die Gefahr, Opfer der kleinen Blutsauger zu werden.
Zecken sind nicht nur lästig, sondern können auch Krankheitserreger beherbergen, die sie
bei ihrem Stich auf den Menschen übertragen. Vor allem zwei Arten von Krankheitserregern
sind in Europa von besonderer Bedeutung: die Borreliose und die FSME (d.h. FrühsommerMeningoenzephalitis). Die FSME wird durch ein Virus, die Borreliose durch ein Bakterium
verursacht.
Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des
Rückenmarks führen. Diese Entzündungen wiederum können Lähmungen verursachen, die
unter Umständen nie wieder abheilen. Bei der Borreliose können zusätzlich Schädigungen
der Gelenke, der Haut und des Herzens auftreten. Ein bis zwei Prozent der Patienten können an einer FSME-Erkrankung sterben.
Das erste Anzeichen einer Borreliose, die nach einem Zeckenstich wesentlich häufiger auftritt als eine FSME, kann - nach einer mittleren Wartezeit von fünf Wochen (!) - in etwa
50 Prozent der Fälle eine sich ringförmig vergrößernde Rötung der Haut sein. Wer nach einem Zeckenstich eine solche "Wanderröte" beobachtet, sollte unbedingt sofort zum Arzt gehen. Eine Borrelieninfektion ist als bakterielle Erkrankung prinzipiell gut mit Antibiotika behandelbar, wenn dies frühzeitig erfolgt. Die Möglichkeit einer Impfung gegen Borreliose gibt
es bisher nicht.
Die FSME beginnt meist schon nach ein bis zwei Wochen mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und kann daher leicht für eine Grippe gehalten werden. Nach einer fieberfreien
Pause von ein bis zwei Wochen können jedoch schwere neurologische Krankheitserscheinungen (z.B. eine Meningitis) folgen. Die FSME ist - anders als die Borreliose - nicht mit Antibiotika behandelbar. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich durch eine vorbeugende Impfung zuverlässig vor der Infektion zu schützen!
Die Impfung gegen FSME beinhaltet zwei Teilimpfungen im Abstand von mindestens 14 Tagen. Bereits kurze Zeit danach besteht eine Schutzrate von über 95 Prozent. Um einen drei
Jahre anhaltenden Schutz zu erzielen, muss nach etwa neun bis zwölf Monaten eine dritte
Impfung folgen. Später genügt dann eine Impfung zur Auffrischung. Die FSME -Impfung ist
öffentlich empfohlen und die Impfkosten werden von den meisten Krankenkassen übernommen.
In Deutschland gehören vor allem Baden-Württemberg und Bayern zu den FSME - gefährdeten Regionen. Jeder, der sich hier in der Natur aufhält, ist prinzipiell dem Risiko
eines Zeckenstiches ausgesetzt und sollte daher gegen FSME geimpft werden.
Vorsichtsmaßnahmen wie schützende Kleidung, Verwendung von zeckenabweisenden Mitteln, genaues Absuchen des Körpers nach Aufenthalt in der Natur und möglichst rasche Entfernung der Zecken sind immer wichtig und können das Infektionsrisiko verringern. Denn die
Gefahr einer Borrelieninfektion bleibt bestehen: Die "Zeckenimpfung" schützt nicht gegen
Borreliose!
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