Informationen für Eltern übergewichtiger Kinder

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INFORMATIONEN UND
EMPFEHLUNGEN FÜR
ELTERN
KINDER
ÜBERGEWICHTIGER
Mein Kind ist übergewichtig bzw. adipös was bedeutet das?
Ein häufiger Grund für die Entstehung von Übergewicht ist eine
ungünstige Ernährung über einen längeren Zeitraum (zu viel Fett,
zu viel Limonade und andere stark gezuckerte Getränke, zu viele
Naschereien „nebenbei“ und „zwischendurch“) und gleichzeitig
zu wenig Bewegung.
Was kann ich dagegen unternehmen?
Es empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung.
In diesen Prozess sollte die gesamte Familie einbezogen werden.
Hilfreich kann eine Ernährungsberatung sein. Der Kinder- und
Jugendgesundheitsdienst des Gesundheitsamtes Duisburg bietet
Eltern Duisburger Kinder eine kostenlose Erstberatung als Einstieg
in eine gesündere Lebensführung an. Ihnen werden Wege
aufgezeigt, die Ernährungsgewohnheiten gesundheitsförderlich
abzuändern.
Nähere Infos erhalten Sie unter: 0203/2832752.
Tipps rund um das Thema „Ernährung“
Meiden Sie Fast Food, stark gezuckerte Getränke, Fertiggerichte
und das „Essen zwischendurch und nebenbei“. Achten Sie
darauf, dass Ihre Kinder möglichst viel Obst und Gemüse verzehren
(Bananen und Weintrauben sparsam, da stark zuckerhaltig und
somit „Kalorienbomben”).
Mindestens die Hälfte der täglichen Brotportion sollte aus Vollkornprodukten bestehen. Fetthaltige Produkte wie Croissants, Gebäck
und Kuchen sollten eine Ausnahme sein.
Setzen Sie Ihr Kind bitte nicht radikal auf „schmale Kost“, setzen
Sie vor allem Süßigkeiten bitte nicht als „Belohnung“ oder „Trostpflaster“ ein. Streichen Sie die Leckereien jedoch nicht radikal vom
Speiseplan, sondern reduzieren Sie ihre Menge auf ein gesundes
Maß.
1
Achtung: Versteckte Fett- und Zuckerfallen
Zu viel Fett und Zucker verstecken sich vor allem in Fertiglebensmitteln und in zerkleinerten Wurstwaren. Typische Beispiele
sind Salami und Brühwürste (Mortadella, Fleischwurst, Wiener
Würstchen). Stattdessen sollte Puten- und Hähnchenbrust,
gekochter oder roher Schinken ohne Fettrand als Brotbelag ausgewählt werden. Bei „Süßschnäbeln“ findet sicherlich auch
Quark (20 %) mit zuckerreduzierter Konfitüre anstatt der Fettund Zuckerbombe „Nuss-Nougat-Creme” Anklang.
Generell kritisch zu betrachten
sind Lebensmittel, die sowohl einen hohen Fett- als auch einen
hohen Zuckeranteil aufweisen. Bei diesen Lebensmitteln ist ein
äußerst sparsamer Verzehr anzuraten (näheres dazu s. bitte
„Portionenmodell der aid-Ernährungspyramide“). Unter diese
besonders „kritischen“ Lebensmittel fallen Kuchen und jederlei
Art von Gebäck, Eiscremeportionspackungen (mit Eis gefüllte
Waffelhörnchen oder Eiscreme am Stiel mit Schokoladenüberzug) und Schokolade.
Ungeeignet für einen häufigen Verzehr
sind weiterhin gesalzene Knabberartikel wie KartoffelChips, -Sticks oder Flips sowie Erdnüsse im Knabbermantel.
Sie sollten nur höchstens alle 7 bis 14 Tage in kleinen Portionen (1 Handvoll) verzehrt werden. Gesündere und dennoch
durchaus leckere Alternativen sind z.B. selbst geröstetes
Popcorn und Reiswaffeln ohne Überzug. Mittlerweile ist im
Mikrowellengerät zuzubereitendes Popcorn in vielen
Supermärkten erhältlich.
Viele Kinder mögen auch gerne Obst. Dieses kann man
Kindern besonders in attraktiver Form servieren z.B. als
Fruchtspieße, auch in Kombination mit fettarmen, schwach
gezuckerten Milchprodukten.
2
- Ernährungspyramide
Die untenstehende Ernährungspyramide stellt ein anschauliches, auch für Laien leicht verständliches Modell für eine
gesunderhaltende Ernährung dar, welches auf den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Anschauliche bildliche Darstellungen, ein einfach in den Alltag umzusetzendes und altersabhängiges Portionsgrößenmodell geben
Ihnen wertvolle Tipps, welche Lebensmittel bevorzugt auf dem
Speiseplan landen sollten und welche nur sehr maßvoll verzehrt
werden sollten.
Weiterführende, interessante Informationen zum Thema
gesunde Ernährung und zu der untenstehenden Abbildung
finden Sie unter
http://www.aid.de/ernaehrung/ernaehrungspyramide.php
© aid infodienst, Idee: S. Mannhardt
Die Ernährungspyramide bildet eine gesunderhaltende
Ernährung für die gesamte Familie ab und ist keine „Diät“!
Sie eignet sich also für alle Familienmitglieder.
3
Tipps für die Gestaltung eines gesundheitsförderlichen Familienlebens
Allgemeine Tipps zur Ernährung/zum Essverhalten
vor dem Essen Wasser trinken oder die klassische Suppe vor dem
Essen (fördert die Sättigung)!
den Kindern ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der
Mahlzeiten einräumen!
langsam essen, gut kauen (jeden Bissen mindestens 20 mal), keine
Ablenkung durch PC oder Fernsehen!
ein Pausenbrot (Vollkornbrot mit fettarmem Belag) und ein Stück
Obst oder Knabbergemüse als Pausensnack mitgeben anstatt der
von der Werbung als „Frühstück“ ausgelobten Schokoriegel,
Süßigkeiten, Croissants oder belegten Brötchen vom Bäcker!
Essen aus Langeweile vermeiden, wenn das Kind zwischen den
Mahlzeiten Hunger hat, Obst oder Rohkost anbieten!
Ein kleines Süßigkeitenschälchen („kleine Handvoll“ s. Ernährungspyramide) dem Kind anbieten, keine „Selbstbedienung“ erlauben,
dabei bevorzugt fettarme Süßigkeiten anbieten (z.B. Weingummi,
Löffelbiskuit, Popcorn, Reiswaffeln). Die beste Alternative sind fettarme Milchprodukte mit Obst (auch gerne gefroren als „Eis“).
Um „Kummerspeck” zu vermeiden, Süßigkeiten nicht bei Kummer
als Trostpflaster einsetzen!
„Tellerregel“ beachten: Teller in 4/4 teilen, auf 2/4 Gemüse (fettarm
zubereitet, ohne Sauce), auf ¼ Sättigungsbeilage (Kartoffeln/Reis,
keine Pommes, Kroketten o.ä.!!), auf das letzte Viertel Fleisch
(fettarmes Stück, ohne Panade o.ä.) oder Eierspeise (Rührei/
Spiegelei/Omelett) auflegen!
Das übergewichtige Kind beim Esstisch nicht durch spezielle
„Diätmahlzeiten” ausgrenzen, am besten die Ernährung der
ganzen Familie nach den Empfehlungen der Ernährungspyramide
ausrichten!
4
Allgemeine Tipps für mehr Bewegung im Alltag
Lieber lange und langsame Bewegungseinheiten (z.B. lange Radtouren) als kurzfristige Kraftakte, die dem Kind den Spaß an der
Bewegung rauben!
Solange bei Ihrem Kind (extremes) Übergewicht besteht, gelenkschonende Sportarten bevorzugen (Radfahren oder Schwimmen
anstatt „Joggen“)!
Mehr körperliche Aktivität in den Alltag einbauen, bevorzugt in
kleinen Schritten, z.B. Kind zu Fuß zur Schule schicken anstatt es
mit dem Auto hinzufahren!
Passive Freizeitbeschäftigungen (Lesen, PC, Fernsehen) auf maximal
1-1,5 h/Tag beschränken und durch aktive Freizeitbeschäftigungen
(Toben, Spielen auf dem Spielplatz, Ballspiele) ersetzen!
Externe Angebote
Da unsere Beratung nur als Einstieg in eine gesündere Ernährungsweise anzusehen ist, empfehlen wir externe Beratungsangebote
für eine weitergehende und intensive Betreuung. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer
Krankenkasse.
Projekt „Schwer mobil” des Stadtsportbundes Duisburg (Ansprechpartner: Frau Nicole Kons, Fachkraft „NRW bewegt seine Kinder“,
Tel.: 0203/3000- 851, E-Mail: kons@ssb-duisburg.de)
Programme des Adipositaszentrums Oberhausen
Infos unter Tel.: 0208/2053182
Dipl. oec. troph. Miriam Kvesa, Ernährungspraxis intakt,
Tel. 0203/5007169, www.essen-ohne-frust.de
5
Empfehlenswerte Literatur
Broschüren des aid infodienst e.V., zu beziehen über www.aid.de
Broschüren des Forschungsinstitutes für Kinderernährung, zu
beziehen über www.fke-do.de
Mannhardt, S.:„Wie Ihr Kind abnehmen kann - Eine Unterstützung
für Eltern und Kinder“, Herausgeber: Verbraucherzentrale NRW,
ISBN 978-3-933705-92-1
Ratgeber: „Bärenstarke Kinderkost - einfach, schnell und lecker“
mit 100 kinderleichten Rezepten, Herausgeber:
Verbraucherzentrale NRW, ISBN 978-3-940580-13-9
Weitere Broschüren und Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW,
zu beziehen über www.vz-nrw.de
Weblinks:
Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE Dortmund):
www.fke-do.de
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
www.dge.de
aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft e.V.
www.aid.de
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
www.dgkj.de
6
Herausgegeben von:
Stadt Duisburg
Der Oberbürgermeister
Gesundheitsamt
Kinder- und Gesundheitsdienst
www.duisburg.de
Petra Schorsch
staatl. gepr. Lebensmittelchemikerin,
Dipl.-Ökotrophologin
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