Rotatorenmanschetten-Operation - Praxisgemeinschaft Rüegsegger

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Patienteninformation Rotatorenmanschetten-­‐Operation (Schultersehnenoperation) Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient Diese Information dient dazu, sich auf eine geplante Schulter-­‐Operation vorbereiten zu können. Eine Rotatorenmanschetten-­‐Operation (Schultersehnenoperation) wird durchgeführt, wenn auf Grund einer relevanten Sehnenschädigung eine Einschränkung des Bewegungsumfanges, Kraft sowie Schmerzen im Schultergelenk vorhanden sind. Dabei wird entweder über Schlüsselloch-­‐Technik (arthroskopisch) oder offen die kranken Sehnen angefrischt, mobilisiert und neu im Knochen refixiert, damit diese wieder anheilen können. Begleitverletzungen oder –Erkrankungen können problemlos gleichzeitig behandelt werden („Bicepsstabilisation, AC-­‐Resektion, subacromiale Dekompression, Acromioplastik...). Damit die angenähten Sehnen am Knochen anwachsen können, darf die Spannung anfänglich nicht zu hoch sein. Deswegen werden je nach Zustand und Lokalisation der reparieren Sehne Schienen, Schlingen oder Kissen für die ersten 6 Wochen verwendet, welche Tag und Nacht getragen werden müssen. Selbständig dürfen Sie zu Hause das Gelenk nicht mobilisieren. Mittels vorgegebener vorsichtiger Physiotherapie wird die Schulterbeweglichkeit und –kraft langsam aufgebaut. Nach ca. 6-­‐8 Wochen kann die Schulterfunktion langsam selbständig übernommen werden. Sprechstunde: Bevor eine Operation geplant wird, wird in der Sprechstunde beim Chirurgen Ihr Krankheitsbild angeschaut, untersucht und festgelegt, welcher Behandlungsplan gewählt wird. Sobald der Entschluss zum Operieren gefasst ist, werden Sie vom Operateur über den Ablauf und mögliche Gefahren informiert. Das Patienten-­‐
Aufklärungsprotokoll wird unterschrieben. Die Praxisassistentinnen organisieren in Absprache mit dem Spital einen Operationstermin und geben Ihnen bei Notwendigkeit Unterlagen für einen Check-­‐Up bei Ihrem Hausarzt mit. Blutverdünnung: Sämtliche längerfristigen Blutverdünnungsmittel müssen mit einem ausreichenden Abstand zur Operation abgesetzt werden (Quick >70%). Falls bei Ihnen eine dringende Indikation vorhanden ist, die Blutverdünnung anderweitig zu überbrücken, muss dies mit Ihrem Hausarzt vorgängig besprochen werden. Falls Sie Aspirin cardio dringend zum Schutz des Herzes benötigen, kann die Operation trotzdem stattfinden, ohne das Aspirin abzusetzen. Bitte informieren Sie Ihren Operateur vorgängig.
Spitaleintritt: Sie treten meistens nüchtern am Operationstag im Spital ein. Offene Wunden am Körper, Ausschläge oder Fieber am Eintrittstag sollten dem Operateur gemeldet werden, allenfalls ist zu Ihrer Sicherheit eine Verschiebung der Operation notwendig. Allfällige Allergien sind dem Pflegepersonal nochmals mitzuteilen. Zur Verhinderung von Verwechslungen wird die zu operierende Schulter auf der Abteilung mit einem wasserfesten Stift markiert. Operationstag: Die Operation dauert in der Regel 1-­‐2 Stunde und wird mit gewebeschonende Techniken (Schlüssellochtechnik oder offen) durchgeführt. Nach der Operation werden Sie auf die Aufwachstation verlegt, nach einigen Stunden werden Sie in ihr Spitalzimmer gebracht. Allfällige Schienen/Kissen/Schlingen entlasten die angenähten Sehnen, was zur Heilung notwendig ist. Sie müssen Tag und Nacht getragen werden. Sie werden genügend Schmerzmittel bekommen, sodass die Schmerzen jederzeit erträglich sind. Nachbehandlung: Am ersten Tag nach der Operation werden Sie bereits aufstehen können. Durch die Physiotherapie werden Sie umfassend instruiert, die Infusionen und Blutdrainagen werden allmählich entfernt. Sie dürfen das reparierte Schultergelenk (6 Wochen) noch nicht selbständig mobilisieren, regelmässige Physiotherapiebesuche sollen jedoch die Beweglichkeit und Kraft im Verlauf aufbauen. Nach 2-­‐3 Nächten können Sie nach Hause gehen, Sie sollten jedoch nicht selbständig Auto fahren. Schmerzmittel werden je nach Beschwerden normalerweise während 2-­‐6 Wochen nach der Operation regelmässig eingenommen. Eine Blutverdünnung muss nur während der Hospitalisation durchgeführt werden, zu Hause kann sie abgesetzt werden. Mögliche Komplikationen: Insgesamt gibt es sehr selten gravierende Komplikationen. Ein normaler Verlauf beinhaltet Bluterguss und Schmerzen am Anfang, welche mittels Schmerzmedikamente reduziert werden können. Ganz selten gibt es nässende Wunden, welche unter sorgfältiger Behandlung problemlos ausheilen. Eine Hautsensibilitätsstörung tritt selten im Narbengebiet und Operationsgebiet auf. Weitere Komplikationen (selten): Infektion (<1%), Schultersteife, grosses Hämatom, Nervenschädigung (N. axillaris, suprascapularis), Rezidiv (Re-­‐Ruptur). Selbstverständlich können unabhängig der Operation ebenfalls internistische Komplikationen (Herzinfarkt, Hirnschlag, Thrombosen, Lungenembolie, Lungenentzündung) auftreten, welche es rasch zu entdecken und behandeln gilt. Nachkontrollen: Zu Hause sollten Sie das reparierte Schultergelenk weiterhin in der Schiene/Schlinge/im Kissen schonen und nicht selbständig mobilisieren. Es ist dringend empfohlen während 3-­‐4 Monaten ambulant 2-­‐3x/Woche zur Physiotherapie zu gehen. Mit den Therapeuten werden die Beweglichkeit und die Kraft wieder sorgfältig („aktiv assistiert“) in den vorgeschriebenen Grenzen aufgebaut. Die genähten Sehnen kommen allmählich zur Ausheilung. Wenn Sie den Operationstermin bereits wissen, können Sie Behandlungstermine beim Physiotherapeuten in Ihrer Nähe vorgängig reservieren. Falls nicht selbstauflösende Fäden verwendet wurden, können Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt zirka 2 Wochen nach Operation zur Fadenentfernung vereinbaren. Ihr Operateur wird Ihnen dies mitteilen. Bei Unsicherheiten, nässenden Wunden, Fieber, starken Schmerzen und oder andere Fragen zögern Sie nicht, die Praxis des Operateurs anzurufen. Nach 6 Wochen werden Sie in der Sprechstunde des Operateurs erwartet. Ein Termin wird Ihnen bereits bei der Operationsanmeldung mitgegeben. Ob weitere Kontrollen notwendig sind, wird mit dem behandelnden Arzt besprochen. Die Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach der Geschwindigkeit der Erholung und nach Beruf und dauert zwischen 3-­‐16 Wochen. Die gesamte Erholung braucht jedoch länger Zeit und dauert zirka 6-­‐10 Monate. Falls Probleme auftreten, dürfen Sie sich jederzeit vorzeitig zur Kontrolle melden. Eine gute, konstante und direkte Betreuung durch den Operateur als Ansprechpartner von A-­‐Z ist uns wichtig! März 2016 Dr. med. Martin Rüegsegger Dr. med. Stefan Joss 
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