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Schulverpflegung
Fachmagazin für die professionelle Verpflegung
von Kindern und Jugendlichen
6. Jahrgang
Ausgabe 3/2011
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Ignoranz stoppt Bio
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auf den Geschmack von Jugendlichen zugeschnitten sind, sondern
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der Schule nicht übermäßig ansteigt:
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Mit der Unterstützung von Meyer Menü kann sich die Schule auf
das konzentrieren, was sie am besten kann: vorzüglich verpflegte
Schüler unterrichten.
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der 30.09.2011. Maximale Teilnehmerzahl 30 Personen.
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Schulverpflegung
Fachmagazin für die professionelle Verpflegung
von Kindern und Jugendlichen
6. Jahrgang
Ausgabe 3/2011
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Elternsache:
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Inhalt 3/2011
Aktuelles
15
Schulgärten bieten
eine (außer)schulische
Lernmöglichkeit. Die
Wissenschaftler
Dorothee Benkowitz,
Karlheinz Köhler und
Hans-Joachim Lehnert
zeigen, dass sie auch
erheblich zur Persönlichkeitsbildung der
Schüler beitragen.
Kurz notiert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Aus den Ländern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Schulen brauchen individuelle Beratung . . . . . . . . . . 10
Muss die Ausschreibung immer bei Billiganbietern
enden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Elternsache
Beatrice Brocadello: Ignoranz stoppt Bio . . . . . . . . . . 6
Aus der Praxis
Kurfürst-Maximilian-Gymnasium, Burghausen
Cool – kulinarisch – Culimax . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
24
Das Schulzentrum
Marienhöhe in Darmstadt zeigt, wie man
mit einem vegetarischen Angebot auch
passionierte Fleischliebhaber überzeugen
kann.
Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt
Genießen ohne Fleisch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Christian-Wirth-Schule, Usingen
Mensa statt Stadthalle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
DNSV
Prof. Dr. Volker Peinelt:
Sind wir auf dem falschen Weg? . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Diskussion – was sagen Experten dazu? . . . . . . . . . . . 21
Fördermitglieder des DNSV . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Der Gesamtauflage
dieser Ausgabe liegt
ein Fragebogen des
DNSV e.V. bei.
Wir bitten um freundliche Beachtung.
Fachthemen
Schulgarten: Ein unterschätzter Lernort . . . . . . . . . 15
Vegetarische Küche: Futter für Gemüse-Tiger . . . . 27
Dessert: Süßes erlaubt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Wohlfühlatmosphäre:
Eine Mensa zum Wohlfühlen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Kühltechnik:
Coole Lösungen für sichere Lebensmittel . . . . . . . . . . 36
Konzepte: Pilotprojekt als Vorbild für alle? . . . . . . . 38
Management: Die Küche als Aushängeschild . . . . . 40
Buntes Gemüse bringt Abwechslung in
die Küche und macht auch Schülern Lust
auf vegetarische Kost. Das Sortiment von
Bauernland aus dem Hause Frisch & Frost
bietet hierzu u. a. Gemüseschnitzelchen
an, mit denen sich z. B. attraktive und
gesunde Burger gestalten lassen.
Der Titel wurde uns freundlicher Weise
zur Verfügung gestellt von:
Frisch und Frost Nahrungsmittel
2020 Hollabrunn/ A
www.frisch-frost.at
Hygiene: H1N1-Virus noch immer akut . . . . . . . . . . 46
Zwischenzeugnis
Viele Köche verderben den Brei . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Rubriken
Tipps und Trends . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Titelbild: © Claudius Holzmann, Düsseldorf.
Impressum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Der Umwelt zuliebe: Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.
Infos aus dem Netz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
3/2011 Schulverpflegung
3
Kommentar
Schulessen:
Dr. Michael Polster,
1. Vorsitzender
des Deutschen Netzwerks
Schulverpflegung e.V. (DNSV)
Was soll ich wissen?
Was kann ich tun?
rotz aller Anstrengungen der Fachkräfte ist ein nachhaltiger Erfolg der deutschen Schulverpflegung nicht
absehbar. Ein komplett anderes Herangehen an das
Thema erscheint daher dringend geboten. Das Hauptziel
eines neuen Ansatzes muss darin bestehen, konsequent
die Professionalisierung zu fördern.“ Dies ist die Forderung von Prof. Dr. Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein, der damit eine Diskussion losgetreten hat, in
dem er den aktuellen Ansatz zur Schulverpflegung in
Deutschland kritisiert. Wie reagieren Experten und Praktiker darauf (vgl. S. 20ff.)? „Ne Prima-Idee“, sagen die
einen, denn eine gute Schulverpflegung für alle gelinge
immer dort, wo in allen betroffenen Handlungsfeldern
professionell agiert wird. Andere verweisen aber darauf,
dass dies kaum einheitlich machbar sei, da „jedes Bundesland sein eigenes Süppchen“ koche und es ein perfektes
Verpflegungskonzept, das auf alle Einrichtungen passe,
nicht gebe. Alle Verpflegungsmodelle hätten unter
bestimmten Bedingungen ihre Berechtigung. Die Liste
der Argumente Pro & Kontra ist lang und reduziert sich
aber letztlich immer wieder auf das leidige Thema Kosten.
Das hat schon dazu geführt, dass in Berlin FriedrichshainKreuzberg Caterer künftig jede Mahlzeit für höchstens nur
noch 2 € anbieten sollen. Das Ergebnis: Die ersten Unternehmen springen ab, das berichtete jüngst die Berliner
Zeitung.
Die Verpflegung von Kindern und Jugendlichen in Kitas
und Schulen hat in Deutschland leider noch keine große
Lobby. Zu oft höre ich noch in den Schulen, dass die Direktion für den „Kopf“ und nicht den „Bauch“ zuständig
T
Bereits zum fünften Mal wird im Rahmen der Messe
Leipzig am 5.9.2011 der Kongress für Kita- und
Schulverpflegung stattfinden. Premiere feiert in diesem Jahr das Netzwerktreffen des Deutschen Netzwerks Schulverpflegung e.V. DNSV.
4
sei. So wird das wichtige Thema Ernährung einzelnen
Unterrichtsfächern oder engagierten Eltern bzw. Lehrern
überlassen. Manche meinen sogar, dass ein SchulOecotrophologe das Problem lösen könnte. Leider kommt
man dabei aber über sogenannte Modellschulen nicht
hinaus. Natürlich gibt es in der Zwischenzeit schon viele
gute Beispiele und zahlreiche Projekte und Initiativen,
doch diese finden leider nur in einem Bruchteil aller Schulen in Deutschland statt. Auch den Fokus nur auf die Ganztagsschulen zu legen, verkürzt den Ansatz. Es lebe die
„Projektitis“, oder wie immer: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis!“ Es gereicht dieser
Republik nicht zur Ehre, wie sie mit diesem Thema umgeht. Der Bund verlagert es auf die Länder, diese geben es
wiederum an die Kommunen weiter und lassen sie damit
vollkommen allein.
Ja, Professionalität ist gefragt, aber als ganzheitlicher Ansatz, und nicht nur bei der Speisenproduktion und -verteilung – da hat Prof. Dr. Volker Peinelt vollkommen Recht.
Professionalität beginnt im Kopf aller Beteiligten, fängt
bei der Politik an und hört im Klassenzimmer nicht auf.
Was kann ich denn tun? Die machen doch sowieso, was
sie wollen, ist die resignierende Antwort vieler. Und dann
bleibt die Diskussion um den Preis übrig. Aber aktuelle
Beispiele – wie Stuttgart 21 – haben gezeigt, dass Bürger
etwas bewegen können.
In diesem Sinne: Netzwerken Sie fleißig und kommen Sie
zum 5. Kongress für Kita- & Schulverpflegung und zum
1. Netzwerktreffen des DNSV nach Leipzig, denn jede
Stimme zählt und hat Gewicht.
Ihr Michael Polster
1. Vorsitzender des DNSV
([email protected])
Schulverpflegung 3/2011
Kurz notiert
Heinrich Nölke
Rewe-Foodservice
Gesundes Pausenbrot
Attraktives Schulfrühstück
Die Abteilung EAT (economic, attractive, tasty) von
Rewe-Foodservice berät Schulen und informiert u. a.
über den Wareneinkauf und geeignete Arbeitsabläufe.
Die besondere Dienstleistung des gleichnamigen Verpflegungskonzepts EAT besteht darin, dass die Schulen eine individuelle Lösung aus einer Hand bekommen. Zusätzlich bietet das Unternehmen ein breites
Sortiment an Frühstücksprodukten wie frisches Obst
und Gemüse, fettreduzierte Quarkspeisen und Käse,
mageren Aufschnitt sowie eine große Getränkeauswahl an. www.rewe-foodservice.de
„Gut drauf Pausenbrot“ heißt die
Ernährungsinitiative der Marke Gutfried aus dem Hause Heinrich Nölke.
Zum 40-jährigen Markenjubiläum
stellt das Unternehmen Material für
Lehreinheiten zur Verfügung und ruft
zum Wettbewerb „Kreatives Pausenbrot“ auf. Schüler von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II können sich bis zum 31. Juli 2011 lustige
Konzepte einfallen lassen, mit denen sie ihre Mitschüler vom gesunden
Pausenbrot überzeugen. Die zehn besten Klassen gewinnen unter anderem je 1.000 €. www.gut-drauf-pausenbrot.de
Umweltministerium NRW
Schulen ans Wasser
Frischdienst Union
Fotos: apetito, Frischdienst Union, Heinrich Nölke
Kunden feiern mit
Die Frischdienst Union feiert ihr
20-jähriges Bestehen und lässt ihre
Kunden daran teilhaben. Unter dem Slogan „Happy20! – Wir haben Geburtstag,
Sie bekommen die Geschenke!“ können
sich Kunden unter anderem über die
„HappyPackages“ freuen – Produktpakete mit kleinen Geschenken. Zusätzlich
locken unter dem Titel „HappyPreis“
Rabatte zu ausgewählten Produkten sowie die Happy20!-Verlosungen. Mit dem
„HappyMenue“ wird zudem monatlich
das Lieblingsgericht eines Kunden vorgestellt – zubereitet aus dem Sortiment
der Frischdienst Union.
www.frischdienst-union.de
apetito
Welcher Mensa-Typ bist du?
Welche Wünsche und Erwartungen Schüler an ihre
Schulmensa haben, möchte apetito in einer breit angelegten Erhebung herausfinden. Zehn Fragen zu einer
attraktiven Schulverpflegung lassen sich durch einfache
Klicks beantworten. Wie sehen die Geschmacksvorlieben
aus, welche Atmosphäre wird bevorzugt, wie sollte die
Ausstattung sein? Lieber eine große Auswahl an Buffets
oder vorportionierte Tellergerichte? Ein Gewinnspiel begleitet die Aktion. www.mensa-check.de
Der Schülerwettbewerb „Schulen
ans Wasser“ des nordrheinwestfälischen Umweltministeriums geht
in die zweite Halbzeit. Noch bis
30.5.2011 sind Kinder und Jugendliche eingeladen, sich mit dem
Thema „Lebendige Gewässer“
auseinanderzusetzen und Projekte
rund um den Lebensraum Bach
und Fluss zu entwickeln. Beteiligen können sich Schüler der Klassen 5 bis 10, die Aktionen und
Projekte zu diesem Thema durchführen und in Form von z. B. Filmen, Zeichnungen oder Collagen
dokumentieren. Zu gewinnen gibt
es ein Preisgeld von 1.000 €,
Sachpreise oder einen Tagesausflug. www.schulen-ans-wasser.de
CONVENIENCE
NACH MASS
Komplett gegart – Hoch veredelt – Tiefgekühlt
Vossko ist der Spezialist für Convenienceprodukte
aus Geflügel, Schweine- und Rindfleisch. Sie sind
komplett gegart, fettarm oder fettfrei und eignen sich
für eine wellnessbewusste Ernährung.
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3/2011 Schulverpflegung
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5
Elternsache
Ignoranz stoppt Bio
Die Schützingers legen Wert auf gesunde Bio-Kost.
Damit Mutter Beatrice auch mit zwei Kindern wieder arbeiten
gehen kann, muss sie das Mittagsangebot in der Grundschule
ihres Sohnes annehmen, auch wenn die Qualität des Essens
nicht ganz ihren Vorstellungen entspricht.
S
Abfinden
„Heute konnte ich nur die Sauce essen,
sonst lag bloß Fleisch auf dem Teller“,
antwortet der Achtjährige, als Beatrice
Brocadello ihn fragt, was er denn heute
gegessen habe. „Wenn Bio-Qualität ange-
„Gegen Schuljahresende erfahren die Eltern,
ob ihr Kind im nächsten Jahr einen Platz zum
Essen bekommt. Bei zuviel Nachfrage
entscheidet dann das Los.“
Beatrice Brocadello
boten würde, hätten wir mit einem Fleischgericht pro Woche kein Problem. Wir essen
zu Hause auch ab und zu Fleisch – aber
solches, von dem wir wissen wo es herkommt“, betont sie. Ein bleibender
Eindruck der Familie Schützinger zur Schulverpflegung ist die unter den Eltern verbreitete Ignoranz bezüglich der Qualität des
Essens. Es gehe den meisten in erster Linie
darum, überhaupt einen der derzeit rund
15 Plätze pro Jahrgangsstufe zu ergattern.
Was in der Mittagsverpflegung auf den
6
Tisch kommt, sei kein Thema – Hauptsache
die Kinder sind untergebracht. Die höheren
Kosten von Bio-Produkten sind auch hier
ein verbreitetes Totschlagargument. Doch
es gebe auch Eltern in der Runde, die Bio
mit vegetarischer Kost gleichsetzten. Und
solche, die sich unter Bio einfach nur fades
und langweiliges Essen vorstellen: Körnerfutter und Kohlauflauf. „Ich mag auch gar
nicht mehr den Mund aufmachen, denn
gesundes Essen für die Kinder ist anscheinend für kaum jemanden ein wichtiges
Thema“, klagt Beatrice Brocadello resigniert. Sie hat aus der Situation persönliche
Konsequenzen gezogen: „Ich bin froh, dass
mein Sohn auf das Fleisch im Schulessen
verzichtet. Anfangs hat er es probiert und
zeigte negative körperliche Reaktionen. Ich
achte sehr auf die Wertigkeit der Ernährung
meiner Familie. Daher sind meine Kinder
herkömmliche, also industriell verarbeitete
Schulverpflegung, nicht gewöhnt.“
Abstriche
Im ersten Schuljahr befand sich Sebastian
in der Essensgruppe, die ins angeschlossene Mädchengymnasium zum Mittagessen geht. Hier gibt es gegen Aufpreis BioKost sowie vegetarische Speisen. Trotz des
besseren Essensangebots der Mensa entschied Beatrice Brocadello sich dafür, den
Jungen in eine der beiden Gruppen zu geben, die in der Grundschule essen, denn
dort kümmert sich eine ausgebildete Erzieherin um die Kinder. „In der vorherigen
Gruppe hat Sebastian sich gelangweilt und
nur Quatsch gemacht. Jetzt macht er seine
Aufgaben besser und hat auch noch Zeit
zum Rausgehen und Spielen. Deshalb verzichte ich schweren Herzens auf das gesündere Essen“, erzählt die Mutter. Jetzt
bekommt ihr Sohn mittags ein Menü angeboten, das von einem externen Caterer,
dem Münchner Augustinum, angeliefert
und in der Schule erwärmt wird.
Wer gewinnt?
Gegen Ende des Schuljahres erfahren die
Eltern, ob ihr Kind im nächsten Schuljahr
einen Platz in der Mittagsbetreuung
bekommt. Bei zuviel Nachfrage entscheidet
das Los. Geschwisterkinder werden bevorzugt. Manche Kinder teilen sich einen Platz:
zwei Tage das eine, drei das andere.
Wie es in Zukunft mit der Schulspeisung
weitergeht, steht in den Sternen. Bis jetzt
signalisierte die Schulleitung wenig Interesse an einer dauerhaften Lösung. „Schade,
denn Bewegung und gesunde Ernährung
müssen gerade bei Kindern gefördert werden. Es ist wichtig, dass auch Erzieher und
Eltern an der Peslmüllerschule die Tatsache
erkennen, dass für eine optimale kindliche
Entwicklung eine gute Ernährung eine
wichtige Voraussetzung ist“, sagt Beatrice
Brocadello. „Der kindliche bzw. jugendliche
Körper hat besondere Ansprüche an die
Ernährung. Wir stehen hier in einer großen
Verantwortung.“
F. König
Seien Sie ehrlich!
Läuft auch in der Mensa Ihrer Kinder
etwas nicht so ganz zu Ihrer Zufriedenheit? Dann schreiben Sie uns:
[email protected]
Schulverpflegung 3/2011
Foto: privat
ebastian Schützinger ist ein ganz normaler Zweitklässler: Schule findet er
so mittel, für Hausaufgaben und
strenge Erzieherinnen kann er sich nicht
sehr begeistern. Stillsitzen ist langweilig,
außer vor dem Computer. Doch zwei
Dinge unterscheiden ihn von vielen seiner
Altersgenossen, die mit ihm die Münchner
Grundschule an der Peslmüllerstraße besuchen: Er legt Wert auf gesunde Ernährung
und dank seiner italienischen Mama weiß
er, was Esskultur bedeutet.
LandesschülerInnenvertretung Bayern e.V.
„Macht gutes
Essen schlau?“
Budget für Schüler gekürzt
Der Doppelhaushalt 2011/2012 sieht eine Kürzung des Budgets des
bayerischen Landesschülerrats von 25 % vor. Die dadurch entstehenden Einbußen erschweren die Arbeit der jugendlichen Schülervertreter erheblich. Sie fordern daher die Rücknahme der finanziellen Kürzungen und sprechen sich für eine Budgeterhöhung aus, um eine
sinngerechte Schülervertretung zu ermöglichen. www.lsv-bay.de
In Form – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung
Küchen für Deutschlands Schulen
Um Kinder für gesunde Ernährung zu
begeistern und bereits in der Schule
die Grundlage für die Zubereitung
von Lebensmitteln zu vermitteln,
wurde im vergangenen Jahr der
Wettbewerb „Küchen für Deutschlands Schulen“ ausgerufen. Ende
März wurden nun die zehn Schulen
ermittelt, die sich über eine neue
Übungsküche freuen durften. Ab sofort geht der Wettbewerb in die zweite Runde. Interessierte Schulen können sich bis zum 14.10.2011 um eine
neue Schulküche bewerben: www.kuechenfuerdeutschlandsschulen.de
Aramark
Geld für „Slow Mobil Frankfurt“
Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie unter
dem Motto „Zukunft fairantworten“ setzt sich
Aramark für soziale Projekte ein. Mit einer Spende unterstützt das Catering-Unternehmen in
diesem Jahr das „Slow
Mobil Frankfurt“, eine
Kinderküche auf Rädern,
die sich für eine gesunde
Ernährung bei Kindern stark macht. Peter Amon, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Aramark, übergab 7.200 € in Form eines symbolischen
Schecks an Ralph Pflock, Gründungsmitglied von Junior Slow Frankfurt.
Mit dem Beitrag soll die Instandsetzung eines Traktors für den rollenden
Küchenwagen finanziert werden. www.aramark.de
Natürlich
ist eine ausgewogene
Ernährung mit wertvollen Vitaminen und Nährstoffen das Beste für eine gesunde Entwicklung.
Deshalb kochen wir von apetito leidenschaftlich
gern für junge Menschen, die noch viel vorhaben –
mit „trendigen“ Rezepten. Sprechen Sie
mit uns! Wir sind Ihr Partner in allen
Fragen rund um gesunde Ernährung
und erstklassige Dienstleistungen.
Frische Verpflegungslösungen
für Schulen.
Fotos: Aramark, BLE/Gottfried-Röhl-Schule
Plattform Ernährung und Bewegung e.V.
Onlineangebot für Übergewichtsprävention
Die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) hat ihr neues Internetportal www.regionen-mit-peb.de online vorgestellt und bietet damit noch mehr Unterstützung für lokale Netzwerke, die die Übergewichtsprävention für Kinder und Jugendliche im Fokus haben. Neben
Beratung, Informationen zur Ernährung, Bewegung, Gesundheitsförderung und Prävention, dient das Portal dem Wissenstransfer für
Fachkräfte und der Verbreitung von Good-Practice-Beispielen. Das
Onlineportal beinhaltet eine Datenbank für Fachveranstaltungen und
einen Referentenpool mit Recherchemöglichkeit sowie Literatur- und
Linktipps zur Ernährung, Bewegungs-, Netzwerk- und Projektarbeiten.
www.regionen-mit-peb.de
3/2011 Schulverpflegung
Rheine · Tel: 0 59 71 / 7 99 - 0 · [email protected] · www.apetito.de
Aus den Ländern
BADEN-WÜRTTEMBERG
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Baden-Württemberg
Auf den Geschmack gekommen
or gut zweieinhalb Jahren wurde die
Vernetzungsstelle Schulverpflegung
Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Seit 2008 hat sich viel getan, wie sich
auf der Sondertagung Schulverpflegung
unter dem Motto „Auf den Geschmack
gekommen? Schulmensen in Baden-Württemberg“ zeigte. „Wir haben mittlerweile
eine große Vielfalt an zum Teil exzellenten
Informations- und Kommunikationsmitteln“, sagte Prof. Dr. Ulrike Arens-Azevedo
von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. „Dennoch“, so führte sie weiter aus, „ist eine flächendeckende
Ernährungsbildung noch nicht vorhanden.“ Es werde z. B. noch zu viel Fleisch
und zu wenig Obst und Gemüse an Schulen angeboten, und das Getränkeangebot
ließe oft zu wünschen übrig. „Wirkungsvoll
wäre, die Verpflichtung in die Ausschreibungen aufzunehmen, die Qualitätsstandards der DGE umzusetzen“, schlug sie vor
und machte auf ein weiteres Problem aufmerksam: „Dass so wenige Schüler zum
Essen gehen, liegt nicht nur an der Qualität, auch das Marketing ist mitverantwortlich – Schulverpflegung muss zum Trend
werden.“ So gab sie den Tipp, die Speisenpläne farbig und ansprechend zu gestalten
und öffentlich zugänglich zu machen.
V
8
Noch viel zu tun
Auch wenn sich die Experten einig waren,
auf dem richtigen Weg zu sein, so gibt es
noch viel zu tun. Sabine Böhringer von der
Vernetzungsstelle Schulverpflegung BadenWürttemberg führt derzeit z. B. eine zweijährige Studie durch, die zeigen soll, dass
und wie es möglich ist – unter anderem
durch das Unterstützungsinstrument Vernetzungsstelle Schulverpflegung, dem Essen in Schulen einen größeren Stellenwert
zu verschaffen und somit das Essverhalten
der Schüler zu verbessern. Die Studie wird
Mitte 2012 abgeschlossen sein. Prof. Dr.
Ulrike Arens-Azevedo zog ein passendes
Fazit: „Wir müssen die Ressourcen bündeln
und den Landesegoismus überwinden“,
sagte sie. „Es ist ein langer, mühsamer
Weg – aber er ist alternativlos.“
lan
Erfolgskonzepte
Auf die zahlreichen positiven Erfolgskonzepte in Baden-Württemberg machten
Dr. Susanne Nowitzki-Grimm sowie
M. Sc. Britta Selig von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung aufmerksam. Sie zeigten auf, auf welchen Ebenen die Vernetzungsstelle ihre praxisorientierte Hilfe anbietet und ließen Verantwortliche aus begleiteten Praxisschulen zu Wort kommen.
Ganz nach dem Motto „Auf den Geschmack gekommen?“ wurden den Teilnehmern am Nachmittag vielseitige Workshops angeboten, in denen sie praxisorientiert Themen vertiefen und mit Experten ins
Gespräch kommen konnten. Dr. Elke Liesen
referierte z. B. über die Qualitätsstandards
der DGE und Küchenleiter Stefan Wiele
In Workshops konnten die Teilnehmer ihr
Wissen praxisorientiert vertiefen.
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: 5amtag, Böhringer
Vertreter von Schulen und
Kommunen trafen sich
im März mit Experten
der Vernetzungsstelle
Schulverpflegung BadenWürttemberg sowie der
Deutschen Gesellschaft
für Ernährung e.V. (DGE)
in Stuttgart zu einer
Sondertagung, um aktuelle
Probleme zu thematisieren
und Lösungsansätze
auszutauschen.
zeigte, wie die Essensausgabe optimiert
werden kann. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Teilnehmer zudem
mit Unternehmen in Kontakt treten und
z. B. Lärmschutzsysteme, Großküchenausstattungen oder Trinkwassersysteme vor
Ort testen. Beratungsinseln mit Praxisbegleitern der Vernetzungsstelle und Beispielschulen luden zum Gespräch ein.
Aus den Ländern
BAYERN
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Jahrestagung Schulverpflegung Bayern
Experten stellten sich in einer Diskussionsrunde den Fragen des Publikums.
Gesund, schmackhaft und bezahlbar – die
Anforderungen an ein optimales Essensangebot an Schulen sind laut Ernährungsminister Helmut Brunner schnell formuliert.
Aber sie seien schwierig in die Tat umzusetzen, wie der Minister im Mai bei der Jahrestagung der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern in München sagte. Er
appellierte an die Verantwortlichen an den
bayerischen Schulen, die vielfältigen Angebote seines Hauses zu nutzen, um ihre Spei-
senpläne zu optimieren. Ein breites Spektrum an Informationen und Service-Angeboten steht den Schulen auf der Homepage
unter www.schulverpflegung.bayern.de zur
Verfügung. Das neueste Angebot ist hier
der Leistungsverzeichnis-Generator, eine
onlinebasierte Ausschreibungshilfe, die den
Verantwortlichen Schritt für Schritt bei der
Entscheidungsfindung hilft. Dem Minister
zufolge werden allein in den bayerischen
Schulen täglich rund 200.000 Mittagessen
ausgegeben. Gerade hier müsse man deshalb ansetzen, um die Kinder für gesundheitsförderliche Ernährung zu sensibilisieren. „Wir brauchen eine gesunde Verpflegung von klein auf“, sagte Helmut Brunner.
Denn im Schulalter seien die Chancen
groß, die Wertschätzung etwa für Obst und
Gemüse zu wecken und so den Grundstein
für ein dauerhaft gesundheitsförderndes
Essverhalten zu legen. Im Anschluss an die
Ansprache des Ministers folgten Fachvorträge. Dr. Thomas Ellrott von der Universität Göttingen referierte über die Ernährungserziehung von Schülern und Dr. Cornelia Rauscher von der Vernetzungsstelle
Bayern gab einen Einblick in die Arbeit und
die aktuellen Projekte der Vernetzungsstelle. Im Anschluss daran hatten die gut 140
Teilnehmer die Möglichkeit, sich bei den
Experten aus Bayern über die unterschiedlichen Projekte zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Eine rege Diskussionsrunde schloss den Nachmittag ab. lan
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Fotos: Archiv, Nubert
Obst für 1.200 Schulen
Rund ein Jahr nach dem Start des Bayerischen Schulfruchtprogramms erhalten
fast 230.000 Schüler an 1.200 Grundschulen einmal pro Woche kostenlos frisches
Obst und Gemüse. Dafür stehen in diesem
Jahr 2,4 Mio. € EU-Mittel sowie entsprechende Landesmittel zur Kofinanzierung
bereit. Der Vertragsschluss mit einem zugelassenen Lieferanten sowie die Teilnahme
am Fitnessprogramm „Voll in Form" wird
vorausgesetzt. Entsprechende Landesmittel
zur Kofinanzierung stehen zur Verfügung.
Weitere Informationen gibt es unter:
www.schulfruchtprogramm.bayern.de
Das wird ein
Schmecktakel.
011
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Aus den Ländern
NIEDERSACHSEN
Schulen brauchen individuelle Beratung
Auf einen Blick
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen
Lüneburg (Zentrale)
Auf der Hude 2, 21339 Lüneburg
Tel. (04131) 15 27 68, Fax (04131) 15 29 91
Braunschweig
Bohlweg 38, 38100 Braunschweig
Tel. (0531) 484 33 81, Fax (0531) 484 30 40
Osnabrück
Mühleneschweg 5, 49090 Osnabrück
Tel. (0541) 31 44 95, Fax (0541) 31 44 00
Kontakt:
[email protected] • www.dgevesch-ni.de
Träger:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)
Struktur:
Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen
befindet sich in der Trägerschaft der DGE (Hauptgeschäftsstelle in Bonn). Die drei Beratungsstellen Niedersachsens befinden sich in den Räumlichkeiten der Niedersächsischen Landesschulbehörde an den Standorten
Lüneburg, Braunschweig und Osnabrück. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen wird im
Rahmen des Nationalen Aktionsplanes „In Form“ vom
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz
und Landesentwicklung gefördert.
Anzahl der Mitarbeiter:
Je eine Beratungskraft pro Standort, insgesamt
drei Mitarbeiter (Vollzeit)
Schwerpunkte der Arbeit:
◗ Bekanntmachung der Qualitätsstandards für
die Schulverpflegung der DGE sowie Hilfestellung
und Unterstützung bei deren Umsetzung
◗ Zentrale Anlaufstelle für alle Fragestellungen rund
um die Schulverpflegung an den ca. 3.300 allgemeinund berufsbildenden Schulen des Landes
◗ Identifizierung und Beratung von Modellschulen für
die gute Praxis im Bereich Verpflegung
◗ Organisation und Durchführung von Infoveranstaltungen
◗ Aufbau, Pflege und Qualifikation eines landesweiten
Netzwerks freiberuflicher Ernährungsfachkräfte zur
prozessbegleitenden Beratung an Schulen
◗ Aufbau und Pflege regionaler Netzwerke zur
Schulverpflegung
◗ Organisation und Durchführungen landesweiter
Kampagnen und Förderaktionen
Termin 2011:
7.9.2011: Fachtagung „Niedersachsen lernt lecker!
Mittagessen an Schulen nachhaltig managen“, Leuphana
Universität Lüneburg
10
“
In allen 3.300 Schulen in Niedersachsen liegt
mittlerweile die DGE-Broschüre Qualitätsstandards für
die Schulverpflegung vor, sodass die einheitliche
Zielorientierung für ein qualitativ hochwertiges
Verpflegungsangebot gegeben ist. Die Umsetzung
gelingt jedoch nicht immer.
s finden sich immer noch sehr unterschiedliche Voraussetzungen zur Umsetzung der Verpflegungsangebote in
den einzelnen Schulen“, äußert sich Till
Hulbert, Leiter der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen. „Jede Schule
muss daher ihren eigenen Weg finden, was
die Beratung und Umsetzung sehr zeit- und
personalintensiv macht. Zwar gibt es mittlerweile gute Beispiele, diese lassen sich
jedoch nicht oder nur teilweise auf andere
Schulen übertragen.“ Die Schulverpflegung
sprach mit Till Hulbert über Erfolge und
Probleme bei der Umsetzung.
E
Herr Hulbert, wie stellt sich die Situation an den Schulen dar?
In den vergangenen Jahren haben sich sehr
viele Schulen auf den Weg zur Ganztags-
schule gemacht und bieten ihren Schülern
nun ein Mittagessen an. Dies stellt die
Schulen nach wie vor vor eine große Herausforderung, z. B. in puncto Organisation, Speisenqualität und Akzeptanz der
Verpflegung bei den Schülern. Allerdings
wollen viele Schulen ihre Verpflegungssituation verbessern. Dazu sind engagierte
Leute nötig, die die Sache in die Hand
nehmen und koordinieren. Leider gibt es
keine einheitliche Regelung darüber, wer
an der Schule das unbedingt nötige
„Schnittstellenmanagement“ der Schulverpflegung übernimmt. So stellt sich zunehmend die Frage, ob die Schulverpflegung als Chance für die Schulgemeinschaft
wahrgenommen wird oder als notwendiges Übel gesehen und dementsprechend
umgesetzt wird.
Schulverpflegung 3/2011
Foto: privat
„
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Niedersachsen
Aus den Ländern
Welche Probleme gibt es bei der Umsetzung der Ziele
der Vernetzungsstelle in Ihrem Bundesland?
Unser übergeordnetes Ziel ist die nachhaltige Optimierung der Verpflegungsangebote auf der Grundlage der „Qualitätsstandards für
die Schulverpflegung“ an den Schulen. Das Problem ist, dass die
Mittagsverpflegung an Schulen in Niedersachsen nicht traditionell
verankert ist, sodass die Akzeptanz und das Bewusstsein für die Notwendigkeit schulischer Verpflegungsangebote in der Gesellschaft
noch nicht ausreichend vorhanden sind. Hier muss, auch bei den
Verantwortlichen aus Politik und Bildung, noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. So gesehen stehen wir zwar noch relativ am
Anfang, was die Umsetzung einer qualitativ hochwertigen Schulverpflegung, besonders im Bereich der Mittagsverpflegung angeht.
Jedoch haben wir uns auf den Weg gemacht, und „jeder Erfolg
beginnt mit dem ersten Schritt“. Ich denke, wir haben in Niedersachsen gute Vorraussetzungen, um diesen Prozess weiter voranzutreiben und unseren Zielen Schritt für Schritt näher zu kommen.
Welche Erfolge gab es im vergangenen Jahr?
Der Höhepunkt 2010 war sicherlich die Förderaktion „Wir mögen’s
frisch! Mehr Obst und Gemüse für Niedersachsens Schulen“, die in
Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
durchgeführt wurde. Das Ziel der Aktion war es, den Obst- und
Gemüseverzehr an Schulen zu steigern. Durch die Förderaktionen
konnten sehr viele gute Praxisbeispiele ausfindig gemacht werden,
die im Rahmen unserer Vernetzungsarbeit nun auch anderen Schulen zugänglich sind und als Anregung dienen. Zudem haben wir im
letzten Jahr bereits flächendeckende Schulungen angeboten, unter
anderem zum Thema Hygienemanagement und den Qualitätsstandards. Der aus diesen Veranstaltungen resultierende Austausch und
die Vernetzung erwiesen sich als sehr positiv und werden ausgebaut.
Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?
Mit drei Beratungskräften fehlt der Vernetzungsstelle leider die
zeitliche und perso„Ich denke, wir haben in Niedersachsen gute
nelle Kapazität, um die
Schulen individuell auf
Voraussetzungen, um unseren Zielen Schritt
ihrem Lösungsweg zu
für Schritt näher zu kommen.“
begleiten. Allerdings
Till Hulbert, Leiter Vernetzungsstelle Niedersachsen
zeigt unsere Erfahrung,
dass sich Schulen besonders diese individuelle prozessbegleitende
Beratung wünschen und auch benötigen. Aus diesem Grund haben
wir Ende 2010 damit begonnen, freiberufliche Ernährungsfachkräfte für die individuelle Beratung zur Schulverpflegung zu qualifizieren. Dieser Expertenpool steht in Zukunft den Schulen für ihre
spezifischen Bedürfnisse zur Verfügung.
Herr Hulbert, herzlichen Dank für das Gespräch!
dmp
Verbraucherzentrale Niedersachsen
Mittagsverpflegung verbessern
Die aktuellen Bewerbungsunterlagen sowie die Beteiligungskriterien sind auf der Homepage der Verbraucherzentrale unter
www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de abrufbar. Die Bewerbungsfrist endet am 15.7.2011.
3/2011 Schulverpflegung
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Bewerbung noch möglich
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Die Verbraucherzentrale Niedersachsen setzt ihre Maßnahme
„Schule auf EssKurs“ fort und startet damit bereits in die fünfte
Runde. Alle niedersächsischen Schulen – sowohl Neueinsteiger als
auch bereits beteiligte Schulen, die ihre Mittagsverpflegung verbessern möchten, können sich bei der Verbraucherzentrale bewerben. Die Voraussetzung ist, dass die individuell geplanten Ziele
und Maßnahmen in einem Zeitraum von neun Monaten umsetzbar sind. Dazu empfiehlt es sich, im (Mensa-)Gremium zu überlegen, wo Optimierungsbedarf besteht und was angegangen werden soll. Mögliche Ansätze für die Optimierungsstrategie liefern
z. B. die Essensqualität der Mahlzeiten, vereinfachte Bestellsysteme
oder erweiterte Mittagspausenzeiten. Wichtig für den Antrag ist
die Einbindung verschiedener Akteure in die Schule und die
Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsaspekts. Am Ende der Sommerferien bekommen die Schulen eine Mitteilung, ob sie einen
Platz in dem Programm erhalten. Begleitet von Ernährungsberaterinnen startet die konkrete Umsetzung der Maßnahme zum Eintritt
in das Schuljahr 2011/2012.
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11
Aus den Ländern
RHEINLAND-PFALZ
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Rheinland-Pfalz, Hochschule Anhalt
Muss die Ausschreibung immer bei
Billiganbietern enden?
Viele greifen bei der Wahl
des Caterers zum billigsten
Anbieter, ohne das PreisLeistungs-Verhältnis zu
überprüfen. Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung
Rheinland-Pfalz hat mit
Prof. Dr. Margot Steinel
eine Online-Anwendung
entwickelt, die eine
wirtschaftliche Entscheidung
erleichtert.
„Man muss das wirtschaftlichste vom billigsten
Angebot unterscheiden. Neben dem Preis spielt
auch die Qualität der Leistung einer Rolle.“
Prof. Dr. Margot Steinel
Bieter den Zuschlag bekommen müsse.
Mäßiges Preis-Leistungs-Verhältnis in vielen Einrichtungen wird damit begründet.
§18 VOL/A besagt dazu: „Der Zuschlag ist
auf das unter Berücksichtigung aller Um-
12
stände wirtschaftlichste Angebot zu erteilen. Der niedrigste Angebotspreis allein ist
nicht entscheidend.“ Wie aber ist das wirtschaftlichste vom billigsten Angebot zu unterscheiden? Neben dem Preis spielt auch
die Qualität der erbrachten Leistung eine
Rolle. Wie aber soll die Qualität der durch
die Bieter angebotenen Leistung bewertet
werden? Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erarbeiteten
Qualitätsstandards für die Schulverpflegung (2009) nennen eine Reihe von Qualitätskriterien. Diese eignen sich jedoch in
der vorliegenden Form nicht, um sie 1:1 als
Leistungsbeschreibung zu verwenden.
Vielmehr muss die ausschreibende Stelle
auf Grundlage der Qualitätsstandards Leistungsbeschreibungen erarbeiten. Manche
Vernetzungsstellen für Schulverpflegung
bieten den ausschreibenden Stellen
Arbeitshilfen für die Erarbeitung des Leistungsverzeichnisses in Form von „LV-Generatoren“ an. Wenn damit im Leistungsver-
zeichnis alle geforderten Qualitätskriterien
aufgelistet sind, kann man den Zuschlag
ausschließlich auf Grundlage des Preises
geben, sofern dieser nach §16 (6) VOL/A
nicht in einem offenbaren Missverhältnis
zu der Leistung steht. Dies ist relativ leicht
durchzuführen, da nach Eingang der Angebote keine umfangreiche Qualitätsprüfung
erfolgen muss.
Wirtschaftlichkeit prüfen
Allerdings werden bei diesem Verfahren Angebote, deren Qualität weit über die geforderte Mindestqualität hinausreicht (z. B.
Schulverpflegung aus einer Frischküche),
nicht bevorzugt gegenüber Angeboten, die
nur die geforderte Standardqualität zu einem etwas niedrigeren Preis anbieten.
Dazu ein Beispiel: Im Leistungsverzeichnis
wird festgelegt, dass die Warmhaltezeit
eine Dauer von 120 Min. nicht überschreiten darf. Ein Bieter, der eine Warmhaltezeit
von 15 Min. anbietet, wird bei diesem Ver-
Schulverpflegung 3/2011
Foto: Archiv
W
enn öffentliche Auftraggeber
Aufträge vergeben, sind sie an
das Vergaberecht gebunden.
Die Leistungen müssen öffentlich (häufig
europaweit) ausgeschrieben werden. Bei
der Auswahl des Bieters ist der öffentliche
Auftraggeber an die Vorschriften der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen
Teil A (frühere Bezeichnung: Verdingungsordnung für Leistungen) VOL/A gebunden.
Ein weitverbreitetes Vorurteil besagt, dass
bei Ausschreibungen immer der billigste
Aus den LändernAus den Ländern
fahren einem anderen Bieter, der 120 Min.
Warmhaltezeit anbietet, nicht vorgezogen.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, für die
Bestimmung des wirtschaftlichsten Angebots die Methode der Nutzwertanalyse
anzuwenden. In dem Leistungsverzeichnis
wird mit einigen Mindest-Qualitätsmerkmalen (auf der Basis der Qualitätsmerkmale für Schulverpflegung der DGE) beschrieben, welche Qualitätsmerkmale auf
jeden Fall erfüllt sein müssen, damit ein
Angebot akzeptabel ist. Darüber hinaus
werden weitere Zuschlags-Qualitätsmerkmale festgelegt, nach denen die akzeptablen Angebote bewertet werden. Dadurch
können Qualitätsunterschiede unter den
Angeboten bei der Erteilung des Zuschlags berücksichtigt werden, ohne dass
dies willkürlich ist.
Schritt 5: Bewertung der Angebote
Zuletzt werden die vorliegenden Angebote bewertet und unter Berücksichtigung
der Gewichtung ein Punktwert für jedes
Angebot errechnet (s. Tabelle unten). Das
Angebot mit dem höchsten gewichteten
Punktwert ist das wirtschaftlichste Angebot. Demnach erhält das Angebot A (s. u.)
den Zuschlag, weil es den anderen Angeboten qualitätsmäßig überlegen ist und
dies den etwas höheren Preis unter
Berücksichtigung der Gewichtung wieder
aufhebt.
Schritt 4: Bewertungsraster
Im vierten Schritt wird für jedes ZuschlagsQualitätskriterium ein Bewertungsraster entwickelt, nach dem für bestimmte Merkmalsausprägungen verschiedene Punkte vergeben werden, z. B. folgendermaßen:
„Die Online-Anwendung führt schrittweise
eine Nutzwertanalyse durch. So wird der
wirtschaftlichste (nicht der billigste)
Bieter gefunden.“
Warmhaltezeit
Prof. Dr. Margot Steinel
Schritt 1: Qualitätskriterien
111 Min. oder länger
2 Punkte
Im ersten Schritt werden Qualitätskriterien
festgelegt, deren Nichterfüllung zu einem
Ausschluss des Angebots führen. Beispiele
für Mindest-Qualitätskriterien sind: maximal 120 Min. Warmhaltezeit und ein Speisenplan-Wiederholrhythmus von mindestens vier Wochen.
81 bis 110 Min.
4 Punkte
Online-Anwendung
51 bis 80 Min.
6 Punkte
21 bis 50 Min.
8 Punkte
bis 20 Min.
10 Punkte
Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung
Rheinland-Pfalz hat mit Prof. Dr. Margot
Steinel von der Hochschule Anhalt eine
Online-Anwendung entwickelt, die die
Durchführung einer Nutzwertanalyse erleichtert. Eine PDF-Datei dokumentiert
den Entscheidungsprozess, sodass der
wirtschaftlichste Bieter (nicht der billigste)
für alle kontrollierenden Behörden nachvollziehbar ist. Die Anwendung ist auf
www.schulverpflegung.rlp.de unter dem
Menüpunkt Leistungsverzeichnisse, Unterpunkt Angebotsvergleich, unentgeltlich
aufzurufen. Es ist zu hoffen, dass damit das
Vorurteil, der billigste Anbieter müsse den
Zuschlag erhalten, endgültig aus dem
Weg geräumt ist. Prof. Dr. Margot Steinel
Schritt 2: Zuschlagskriterien
In einem zweiten Schritt wird festgelegt,
nach welchen Qualitätskriterien der Zuschlag erteilt werden soll. Hierbei können
auch die Mindest-Qualitätskriterien aus
dem ersten Schritt aufgegriffen werden. Es
kann sich aber auch um völlig neue Qualitätskriterien handeln. Dazu gehören z. B.
die Warmhaltezeit, die Anzahl der Menülinien und der Preis.
Tabellen: eigene Darstellung nach Steinel
Schritt 3: Gewichtung
Im dritten Schritt wird entschieden, mit
welchem Gewicht die einzelnen ZuschlagsQualitätskriterien in die Gesamtbewertung
eingehen. Sie Summe der Gewichte sollte
100 % ergeben. Es wird empfohlen, eine
Gleichgewichtung zu vermeiden, damit
die Bestimmung des wirtschaftlichsten Angebots eindeutig erfolgen kann – z. B. die
Warmhaltezeit (30 %), die Anzahl der
Menülinien (20 %) und der Preis (50 %).
Anzahl der Menülinien
1 Menülinie
2 Punkte
2 Menülinien
6 Punkte
3 oder mehr Menülinien
10 Punkte
Preis
3,70 € oder teurer
2 Punkte
3,20 € bis 3,69 €
4 Punkte
2,70 € bis 3,19 €
6 Punkte
2,20 € bis 2,69 €
8 Punkte
günstiger als 2,20 €
10 Punkte
Laut Nutzwertanalyse ist das Angebot mit dem höchsten
Punktwert das wirtschaftlichste. In diesem Fall: Angebot A.
Schritt 5:
Angebot A
Kriterium
Gewicht
Angebot B
Angebot C
Inhalt des
Angebots
Punkte
Gewichteter
Punktwert
Inhalt des
Angebots
Punkte
Gewichteter
Punktwert
Inhalt des
Angebots
Punkte
Gewichteter
Punktwert
Warmhaltezeit
30 %
30 Min.
8
2,4
120 Min.
2
0,6
60 Min.
6
1,8
Anzahl
Menülinien
20 %
3
10
2
2
6
1,2
2
6
1,2
Preis
50 %
2,50 €
8
4
2,20 €
8
4
2,70 €
6
3
Gesamtbewertung
3/2011 Schulverpflegung
8,4
5,8
6
13
Aus den Ländern
NORDRHEIN-WESTFALEN
Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen
Schulobst online bestellen
Anfang März wurde der neue Internetauftritt des NRW-Verbraucherschutzministeriums zum nordrhein-westfälischen Schulobstprogramm www.schulobst.nrw.de freigeschaltet. Das Programm, das seit einem
Jahr in NRW durchgeführt wird, bietet
Grundschulen und Primarstufen von Förderschulen die Möglichkeit einer kostenlosen Versorgung mit Obst und Gemüse
sowie die Bereitstellung von begleitenden
Unterrichtsmaterialien. Aktuell beteiligen
sich 453 Schulen mit rund 85.000 Kindern
daran. Die Internetseite stellt das Kernstück
der Zusammenarbeit zwischen Schulen
und Lieferanten dar und dient der Unterstützung von Abwicklung und Organisation
des Programms. Hier können Anträge und
Unterrichtsmaterialien heruntergeladen werden, im Forum können sich Schulen zudem
austauschen. www.schulobst.nrw.de
Verbraucherschutzministerium/ Schulministerium Nordrhein-Westfalen
Landesweite Befragung mit guten Ergebnissen
Die Qualität der Mittagsverpflegung wird
von nordrhein-westfälischen Schulen insgesamt als befriedigend bis gut eingestuft.
Das hat eine gemeinsame landesweite Befragung von 840 Ganztagsschulen durch
das Verbraucherschutzministerium und das
Schulministerium ergeben.
Um das Beratungs- und Unterstützungsangebot besser auf die Bedürfnisse der Schulen und der Essensanbieter auszurichten,
analysierte das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) im Schuljahr
2009/2010 die Situation der Schulverpflegung in NRW. Mittels eines Fragebogens
wurden die vorrangigen Probleme und gewünschten Unterstützungsmaßnahmen abgefragt. „Das Ergebnis beweist, dass wir mit
unserer Unterstützung wie Fortbildungen
und Vor-Ort-Beratungen richtig liegen. Immer mehr Schulen sind bemüht, eine gesunde Verpflegung anzubieten. Aber wir
sind noch lange nicht am Ziel angekommen“, sagte Verbraucherschutzminister
Johannes Remmel. Die Zufriedenheit mit
dem Verpflegungssystem wurde von den
Befragten im Schnitt mit der Note 2,2 bewertet. Die häufigsten Probleme bei der
Mittagsverpflegung waren knappe Personal-
ausstattung (45,1 %), knappe Finanzen
(36,4 %) und problematische Essensgeldeinholung (37 %). Als Unterstützungsmaßnahmen wurden verbindliche Richtlinien
(35,7 %), Fortbildungen (30 %), schriftliche
Empfehlungen (28,9 %) und eine Beratung
vor Ort (27,1%) am häufigsten gewünscht.
Den höchsten Bekanntheitsgrad als Standards in der Mittagsverpflegung haben die
Qualitätsstandards für die Schulverpflegung
der DGE (36 %), gefolgt von den Empfehlungen des FKE (16,3 %) und der Hochschule Niederrhein (11,2 %). Der Bericht ist
einsehbar unter: www.fke-do.de
DEUTSCHLAND
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Das Bundesernährungsministerium hat im
April das bundesweite Projekt „Ess-KultTour“ gestartet, um die Konsumkompetenzen der Jugendlichen im Lebensmittelbereich zu verbessern. Unter dem Motto „Entdecke die Welt der Lebensmittel!“ wird den
Jugendlichen eine gesunde Esskultur fernab
von Pizza & Co. vermittelt. „Durch interaktives Lernen erhalten die Jugendlichen
Zugang zu einer anderen Esskultur. Sie
bekommen Anregungen, um ihr Einkaufsund Essverhalten zu reflektieren und zu
verändern“, erläutert Bernhard Kühnle, zu-
14
ständiger Abteilungsleiter im Bundesernährungsministerium bei der Auftaktveranstaltung. Die Ess-Kult-Tour wird vom
Bundesministerium im Rahmen von „In
Form“ finanziert. Konzipiert wurde das
Projekt von der Verbraucherzentrale NRW,
durchgeführt wird es von den Verbraucherzentralen der Länder. „Die Ess-Kult-Tour
wendet sich vor allem an Schulen und Bildungsträger mit einem hohen Anteil an
lern- und sozial benachteiligten Jugendlichen“, sagt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Das interaktive Lern-
angebot besteht aus
einem Parcours mit bis
zu fünf Stationen, an
dem die Schüler Wissenswertes rund um gesundes Genießen und
nachhaltigen Konsum
erfahren, und steht den
Schulen kostenlos zur Verfügung. Die Anmeldung erfolgt bei der Verbraucherzentrale NRW per Telefon oder E-Mail. Interessierte Schulen können sich zudem informieren unter: www.vz-nrw.de/esskulttour.
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: Archiv, BMELV
Ess-Kult-Tour startet
Ein unterschätzter Lernort
Schulgärten bieten eine (außer)schulische Lernmöglichkeit und können nicht nur fächerübergreifend in den
Unterricht eingebunden werden, sondern tragen auch erheblich zur Persönlichkeitsbildung der Lernenden
bei. Dorothee Benkowitz, Karlheinz Köhler und Hans-Joachim Lehnert von der Pädagogischen Hochschule
in Karlsruhe haben dieses Thema wissenschaftlich untersucht.
it dem Begriff „Schule“ assoziieren die meisten Menschen den
Unterricht in geschlossenen Räumen. Dabei bietet auch das Schulgelände
außerhalb des Gebäudes, insbesondere der
Schulgarten, eine Fülle an Lernmöglichkeiten. Es kann fächerübergreifend in den
Unterricht integriert werden – und das
ohne organisatorische Hürden. Die Schüler
können z. B. die Pausen nutzen, um ihre
Pflanzen zu versorgen. Die unmittelbare Erreichbarkeit ermöglicht zudem ein kontinuierliches Beobachten des Wachstums
der Pflanzen und das Artenspektrum
ist überschaubar, d. h. die Schüler
lernen zunächst eine ausgewählte
Zahl an Pflanzen und Tieren kennen.
Fotos: Benkowitz, privat
M
Studien zu Schulgärten
Seit 1989 gibt es eine Reihe von Studien in verschiedenen Bundesländern zur Erhebung der Zahl, der
Struktur und der Nutzung von Schul-
3/2011 Schulverpflegung
In den Jahren nach der Jahrtausendwende
gab es – angestoßen durch PISA und TIMSS
– eine gewisse Verunsicherung in allen Bildungsebenen und der Fokus verlagerte sich
auf die Messbarkeit von Kompetenzen
sowie die formalen Bildungsinhalte. 2008
folgte dann eine flächendeckende Erhebung1 zur Schulgartenarbeit in BadenWürttemberg, die von den beiden Pädagogischen Hochschulen Schwäbisch Gmünd
und Karlsruhe ausging. 4.000 Schulen wurden angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Das Ergebnis
zeigt, dass knapp 40 % der allgemein bildenden Schulen einen
Schulgarten hatten oder das Schulgelände mit Biotopelementen gestalteten. Sicher haben Lehrer, die
Schulgartenarbeit betreuen, das
Potenzial erkannt und leisten im
Stillen hervorragende pädagogische
Arbeit. Offensichtlich dringt von
K. Köhler
dieser Arbeit wenig nach außen
gärten. Studien zur Lernwirksamkeit fehlten
bisher weitgehend. Dorothee Benkowitz
untersuchte schließlich den Kompetenzerwerb durch Schulgartenarbeit in Hinblick
auf die Entwicklung von Formenkenntnissen sowie die Wahrnehmung und Wertschätzung von Biodiversität an der Hochschule in Karlsruhe. Die Ergebnisse der Studien belegen die besonderen Möglichkeiten des Lernorts Schulgarten nicht nur im
fachlichen Bereich, sondern auch für die
Persönlichkeitsbildung der Lernenden.
D. Benkowitz
H.-J. Lehnert
15
Schulgarten
bzw. wird sie nicht öffentlich wertgeschätzt. Von den Kultusbehörden wird die
Schulgartenarbeit quasi ignoriert. Für die
Realschule gibt es im aktuellen Bildungsplan einen einzigen Hinweis; bei allen anderen Schulformen wird das Wort „Schulgarten“ nicht ein einziges Mal in ministeriellen
Vorgaben erwähnt2.
Studium Schulgarten
Anders als z. B. in Thüringen gibt es in Baden-Württemberg keinen Studiengang für
das Fach „Schulgartenarbeit“. Nur vereinzelt erwerben Lehrer im Rahmen ihres Studiums entsprechende Kenntnisse. Die
meisten Lehrer haben ihre Kenntnisse
„Es bedarf abgestimmter und konzeptionell
ausgereifter Aktionen. Isolierte und begrenzte
Ansätze können auch nur regional und zeitlich
begrenzt wirken.“
durch das Eigenstudium erworben, gefolgt
von Fortbildungen, wie eine Erhebung von
Jeanette Maria Alisch ergab3. Die Vorteile
von Schulgärten sehen Lehrkräfte darin, so
die Ergebnisse einer Studie, dass die
Schüler sich mit der biologischen Vielfalt
auseinandersetzen und Verantwortung
übernehmen. Auch die Themen Umwelt-,
Natur- und Artenschutz sowie soziale Ziele
wurden als wichtig erachtet. Erfahrungen
mit Aussaat, Wachstum und Ernte von
Nahrungspflanzen können sich positiv auf
die Wertschätzung naturgemäß produzier-
16
ter Nahrungsmittel auswirken und das
Bewusstsein für die Herkunft unserer Nahrung fördern.
Auswirkungen auf die Schüler
Die bisherigen Studien zu Schulgärten
analysierten die Sicht der Lehrer. Inwiefern
Schulgartenarbeit eine nachweisbare Wirkung auf die Kinder hat, zeigt die Studie
von Dorothee Benkowitz4. Für diese wurden 136 Erstklässler in einer vergleichenden Pretest-Posttest-Studie untersucht und
zeitgleich auch deren Eltern schriftlich befragt. Im Mittelpunkt stand die Auswirkung von einem Jahr Schulgartenarbeit auf
die Wahrnehmung und Wertschätzung
pflanzlicher Artenvielfalt durch die Kinder.
Als Messinstrument wurde das Schätzen
von Artenvielfalt in Testwiesen mit steigender Diversität (2, 4, 8 und 16 Arten pro
Testfläche) verwendet.
Die Ergebnisse zeigen, dass alle Kinder
einen Anstieg der Artenzahl in den Testwiesen wahrnahmen, artenärmere Wiesen
jedoch überschätzten und artenreichere
unterschätzten. Die Streuung der Standardabweichung in den Schätzungen der
Testgruppe war nicht so groß wie die der
Kontrollgruppe. Zudem verfügten die Kinder nach einem Jahr Schulgartenarbeit
über eine signifikant höhere Artenkenntnis: Während die Schulgartenkinder im
Mittel 4,5 Arten hinzugelernt hatten, waren
es in der Kontrollgruppe nur 2,7 Arten. Die
Elternbefragung ergab – bei einem Frage-
bogenrücklauf von 93 % – dass 50 %
überzeugt waren, dass ihre Kinder im
Schulunterricht neue Pflanzenkenntnisse
erworben hätten, während in der Schulgartengruppe 68 % der Eltern überzeugt
waren, dass die Kinder im Schulgarten
neue Pflanzenarten kennengelernt hätten.
Die Artenkenntnis der Kinder war signifikant mit der Wahrnehmung der Pflanzenarten korreliert: Je mehr Arten Kinder benennen konnten, desto besser konnten sie
den Artenreichtum in den Testwiesen einschätzen.
Bei der ästhetischen Bewertung der Testwiesen bevorzugten viele Kinder die artenreichste Wiese: 60 % der Testgruppe und
50 % der Kontrollgruppe wählten die
16-Arten-Wiese zu ihrer bevorzugten Wiese und begründeten dies mit der Artenvielfalt. Nur innerhalb der Testgruppe zeigte sich ein signifikanter Wechsel in der Präferenz von artenärmeren zu artenreicheren
Wiesen: Der Schulgarten hat offensichtlich
die Kinder für Vielfalt sensibilisiert. Einen
positiven Einfluss auf die Wertschätzung
hatte neben dem Schulgarten auch die
dort verbrachte Zeit sowie die vorgefundene Artenvielfalt: Je häufiger die Kinder
im Schulgarten waren und je größer die
pflanzliche Vielfalt des Gartens war, desto
besser gefielen den Kindern artenreiche
Wiesen. Die Schulgartenarbeit beeinflusst
somit nicht nur die ästhetische Bewertung
von Wiesen positiv, Schulgartenkinder begründen ihre Präferenz auch häufiger mit
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: Benkowitz
Studien haben
gezeigt, dass die
Schulgartenarbeit
ein geeigneter
Weg ist, den
Kindern das
Wahrnehmen und
Wertschätzen der
Pflanzenvielfalt
näherzubringen.
PALUX –
IMMER EINE GUTE
ENTSCHEIDUNG!
Vorbild Großbritannien
der vorgefundenen Vielfalt als Kinder ohne
diese Erfahrungen. Schulgartenarbeit ist somit
ein geeigneter Weg zum Wahrnehmen und
Wertschätzen von pflanzlicher Artenvielfalt.
Förderung der Schulgartenarbeit
Obwohl es empirisch belegbare positive
Wirkungen der Schulgartenarbeit gibt und zahlreiche Schulen in Baden-Württemberg über
Schulgärten verfügen, stellt ihre weitere Förderung und Etablierung im schulischen Regelbetrieb nach wie vor eine sehr schwierige Aufgabe dar. So fehlen an den meisten Schulen
Deputatsstunden für diesen in hohem Maß bildungswirksamen Bereich. Sachmittel stehen
nur gering zur Verfügung, weshalb die Möglichkeit und Bereitschaft der Lehrkräfte zur Mitarbeit nicht in dem Maß gegeben ist, wie es
wünschenswert wäre. Wer einen Schulgarten
neu anlegt, hat häufig den Eindruck, mit der
Mehrarbeit allein gelassen zu sein. Um diesem
Problem entgegenzuwirken, gibt es seit einigen
Jahren Initiativen und Angebote zur Förderung
der Schulgartenarbeit, z. B. regionale Arbeitskreise (www.schulgarten-bw.de).
Foto: Benkowitz
➘
Um in der Zukunft erfolgreich zu sein, bedarf es
zusätzlicher Anstrengungen. Hier könnte die britische Kampagne der Royal Horticultural Society
in Großbritannien (RHS) beispielgebend sein,
die 2007 gestartet wurde5. In dieser Schulgartenkampagne werden konsequent Elemente der
Fortbildung, des Wettbewerbsgedankens (Auszeichnungen, Urkunden) und der gezielten Förderung von Schulgartenarbeit miteinander
kombiniert. Auf der Grundlage einer landesweiten Ausschreibung, einer ansprechenden Homepage mit Arbeitshilfen, einem umfassenden
Fortbildungsprogramm und einem klaren Orientierungsrahmen sowie dank finanzieller Anreize werden die Schulen motiviert teilzunehmen.
Der Erfolg wird anhand eines „5-Level-Benchmarksystems“ sichergestellt. Schulen, die die
ersten vier Levels erreicht haben, erhalten eine
Förderung von 250 £. So wurden in den ersten
drei Jahren 11.500 Schulen erfolgreich zu Schulgartenaktivitäten ermuntert. Das Ziel der Kampagne ist die Aktivierung von 80 % aller britischen Primarschulen, aber auch weiterführender Schulen. Die bisherigen Erfolge lassen dieses
Ziel durchaus realistisch erscheinen.
Ausblick
Zur Förderung der Schulgartenarbeit bedarf es
konzeptionell ausgereifter Aktionen. Isolierte
und regional begrenzte Ansätze können auch
nur regional und zeitlich begrenzt wirken. Das
Beispiel Großbritanniens zeigt, wie flächendeckend Schulgartenarbeit in die Bildung integriert werden kann. In der Forschung bedarf
es daher einer systematischen Erhebung der
bestehenden Strukturen im internationalen Vergleich und einer konzeptionellen Abstimmung
mit den europäischen Nachbarländern. Dies
würde eine konsequente Einbindung in den
Rahmen der Biodiversitätskonvention und die
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in
Deutschland erleichtern.
D. Benkowitz, K. Köhler, H.-J. Lehnert
Sie wollen mehr dazu wissen?
Lesen Sie den ausführlichen Artikel „Ein unterschätzter Allrounder mit hohem Entwicklungspotenzial: Der Schulgarten als Lernort“ unter www.gastroinfoportal.de
(1) Alisch, J. (2008): Schulgärten in Baden-Württemberg unter Berücksichtigung struktureller, organisatorischer und personeller Einflussfaktoren. Eine landesweite empirische Untersuchung. Pro Business, Berlin.
(2) Lehnert, H.-J. (2005): Schulgartenthemen im Bildungsplan Baden-Württemberg 2004. In: Lehnert, H.-J. & K. Köhler (ed): Schulgelände zum
Leben und Lernen. BOD, Nordstedt: S. 95-111.
(3) Alisch, J. (2008): Schulgärten in Baden-Württemberg unter Berücksichtigung struktureller, organisatorischer und personeller Einflussfaktoren. Eine landesweite empirische Untersuchung. Pro Business, Berlin.
(4) Benkowitz, D. (2010): Authentische Lernumgebungen als Zugang zu Biodiversität – Kompetenzerwerb durch Schulgartenarbeit. In: Feit, U.
& H. Korn (Bearb.): Treffpunkt Biologische Vielfalt IX. BfN-Skripten 265: 155-260.
(5) White, K. & K. Pyle (2009): Gardening as an Activity in Schools. Royal Horticultural Society. NFER Teacher Voice Omnibus November 2009
Survey. NFER, London. http://www.nfer.ac.uk/what-we-offer/teacher-voice/PDFs/RHS.pdf, [27.04.2010]
3/2011 Schulverpflegung
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97980 Bad Mergentheim
Tel. 0 79 31 / 55-0
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Cool – kulinarisch – Culimax
ür die Schulverpflegung gibt es kein
Pauschalkonzept, man braucht eine
individuelle Lösung“, berichtet Josef
Huber, Oberstudiendirektor des KurfürstMaximilian-Gymnasiums in Burghausen.
Um erfolgreich zu sein, brauche man Zeit
und müsse sich intensiv mit der Thematik
beschäftigen. In der Mensa „Culimax“ des
Gymnasiums essen heute ca. 120 der 590
Schüler. Es wird täglich frisch vor Ort gekocht, mit regionalen und saisonalen Pro-
F
dukten, ohne Geschmacksverstärker und
Zusatzstoffe. Mittags um 12.30 Uhr ist die
Mensa gut gefüllt. Fünftklässler sitzen neben Kollegstufenschülern und auch die
Lehrer, inklusive Direktor, sind mittendrin.
Es herrscht eine angenehme, fast familiäre
Stimmung. „Die Schüler kommen nicht nur
her, um satt zu werden, bei uns herrscht
eine richtige Tischkultur“, erzählt Susanne
Wessely, die Mensabeauftragte, stolz. „Die
Schüler genießen ihre einstündige Mittags-
Fotos: Nubert
Mehr als 20 % der Schüler des
Kurfürst-Maximilian-Gymnasiums
in Burghausen verbringen ihre
Mittagspause in der Mensa.
Verantwortlich für diesen Erfolg
sind unter anderem ein neues
Ernährungskonzept und eigene
Qualitätsstandards.
18
Schulverpflegung 3/2011
St e c k b
pause, sie bleiben nach dem Essen oft sitzen, um sich zu unterhalten.“ Dass die
Mensa einen so guten Anklang findet, war
vor vier Jahren noch undenkbar – damals
aßen nur etwa 20 Schüler mittags in der
Schule und es gab vor allem Currywurst
und Leberkäse. Ende 2009 wurde die Verpflegung komplett umgekrempelt, inklusive eines neuen Ernährungskonzepts. Unterstützung bekam die Schule durch Coach
Dr. Claudia Osterkamp-Baerens von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern.
Wie alles begann
Durch das G8 und den vermehrten Nachmittagsunterricht gibt es seit rund fünf Jahren eine Mittagsverpflegung im Gymnasium. Das damalige Angebot der Ausgabeküche überzeugte weder Schüler noch
Eltern. Ein neues Konzept musste her. „Durch
den Elternbeirat initiiert haben wir einen
Arbeitskreis Mensa gegründet“, erinnert
sich der Schuldirektor an die Anfänge. „Wir
haben gut ein Jahr Anforderungen und
Wünsche miteinander ausgetauscht, um genau zu wissen, was wir wollen.“ Das Ziel
des Gymnasiums war, die Ausgabeküche in
eine reine Kochküche zu verwandeln. Hierfür hat der Arbeitskreis z. B. eigene Qualitätsstandards entwickelt – dazu gehört unter anderem, dass jeden Tag frisch und gesund gekocht wird, ein Salatbuffet besteht,
die Schüler sich einen Nachschlag holen
können und es keine Vorbestellung gibt.
Erfolgreiches Sozialprojekt
Einen geeigneten Betreiber für die Mensa
zu finden, der die Forderungen des Arbeits-
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Schulkantine“, sagt Dirk Hentrich
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von der Diakonie. „Wir haben hier 15
bis 18 Arbeitsplätze für psychisch kranke
Menschen geschaffen – teilweise auch mit
„Die Finanzierung durch das Landratsder Möglichkeit zum Wiedereinstieg in die
amt war ein langer Kampf, da viele dachArbeitswelt. Die Zusammenarbeit mit der
ten, unser Konzept ginge nicht auf – aber
Küchenchefin Christine Mayrhuber klappt
der Erfolg spricht für uns“, erinnert sich der
bestens und wir erleben einen sehr respektDirektor. Seit Ostern ist die Küche technisch
vollen Umgang zwischen den Schülern und
nach den Vorgaben der Hauswirtschaftslehden Küchenmitarbeitern.“
rerin ausgestattet, unter anderem mit einem
Angebot & Ausgabe
Täglich werden zwei Gerichte, davon eines
vegetarisch, inklusive Beilagensalat angeboten (2,90 €). „Meistens wollen die
Schüler einen Löffel von dem und einen
Löffel von dem – aber das ist kein Problem“, weiß Susanne Wessely aus Erfahrung. „Wir nehmen die Schüler ernst und
das schätzen sie.“ Dazu gehöre auch, dass
es keine Vorbestellung gibt. „Das ist für
mich natürlich schwieriger mit der Kalkulation“, äußert sich die Küchenchefin. „Ich
verlasse mich hier auf meine Erfahrungswerte.“ Durch die Umstellung von der Ausgabe- zur Kochküche musste das technische Equipment aufgestockt werden.
„Die Schüler kommen nicht nur in die Mensa,
um satt zu werden, bei uns herrscht hier eine
richtige Tischkultur.“
Susanne Wessely, Mensabeauftragte
Induktionsherd, einem Kombidämpfer und
einer Spülanlage. Nur noch eine Kippbratpfanne fehlt – „die kommt hoffentlich
bald“, sagt Christine Mayrhuber.
Lebensraum Mensa
„Wir führen jährlich eine Evaluation durch,
um die Resonanz zu testen“, sagt Susanne
Wessely. „Die Mensa wird insgesamt sehr
gut angenommen – vor allem auch von
den älteren Schülern.“ Durch den großen
Ansturm wurden die ca. 60 Sitzplätze in der
Mensa knapp. Heute wird in zwei Schichten, um 12 und um 13 Uhr, gegessen –
weitere Sitzmöglichkeiten gibt es im Foyer
sowie auf der Sonnenterrasse.
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Ausgewählte Ausstatter
Foto: Nubert
◗ Spültechnik: Winterhalter, Hobart
◗ Kaffeemaschine: Jura
◗ Kühltechnik: K+T, Liebherr
◗ Kombidämpfer: Rational
Küchenchefin Christine Mayrhuber (r.) und ihr
Team kochen täglich frisch vor Ort. Sie kalkuliert
mit Erfahrungswerten – eine Vorbestellung
durch die Schüler gibt es nicht.
3/2011 Schulverpflegung
19
Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V.
Sind wir auf dem falschen Weg?
rotz aller Anstrengungen der Fachkräfte ist ein nachhaltiger
Erfolg der deutschen Schulverpflegung nicht absehbar. Ein
komplett anderes Herangehen an das Thema erscheint daher
dringend geboten“ – diese Worte stammen aus der Stellungnahme
von Prof. Dr. Volker Peinelt von der AG-Schulverpflegung der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach zur aktuellen Situation der
Schulverpflegung. Er fordert eine konsequente Professionalisierung
in allen Bereichen, nicht nur in Bezug auf die Speisenzubereitung
oder das Handling in den Schulen. Des Weiteren fordert er, dass
sich die Dienstleister einer Überprüfung unterziehen sollten, um
ihre Qualifikation zu beweisen, z. B. durch eine Zertifizierung der
AG-Schulverpflegung (www.ag-schulverpflegung.de).
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Alle in einem Boot
„In der Praxis sind im Grunde nur die temperaturentkoppelten Systeme wie Cook & Chill zu empfehlen, weil sie am ehesten hohe
Qualitätsansprüche mit geringem personellen und technischen
Prof. Dr. V. Peinelt Aufwand sowie einem moderaten Preis vereinen“, äußert sich Prof.
20
Dr. Volker Peinelt. Andere Systeme, insbesondere das Warmhaltesystem und das Kochen vor Ort, würden zu viele Probleme aufweisen,
die nur in Ausnahmefällen gemeistert werden könnten oder sie seien zu teuer. „Daher sollten alle Beratungsaktivitäten so ausgerichtet
werden, dass die temperaturentkoppelten Systeme überall empfohlen und sukzessive eingeführt werden.“ Zudem fordert er, dass sich
die Politik zum Gelingen eingliedern solle, z. B. in Form von Förderprogrammen für die richtigen Systeme. Auf Einzelberatungen in
Schulen würde Prof. Dr. Volker Peinelt weitgehend verzichten, weil
diese die Beratungskapazität überstiegen und nicht nachhaltig sein
könnten. So wäre Professionalisierung nicht zu leisten – stattdessen
gehe es um eine flächendeckende Umsetzung einer Professionalisierung der Schulverpflegung. Um Erfolg zu haben, müssten alle
Aktiven an einem Strick ziehen, hierfür könnten z. B. die Mitarbeiter
der Vernetzungsstellen oder freiberufliche Beratungskräfte auf die
gleichen Ziele eingeschworen werden. Trotz allem: „Man muss sich
auf einen längeren Zeitraum einstellen, bis befriedigende Verhältnisse zu erreichen sind.“
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: © Dieter Kreikemeier/Pixelio, privat
An dieser Stelle berichten wir ab sofort regelmäßig von den Neuigkeiten des Deutschen Netzwerks
Schulverpflegung e.V. (DNSV). Aktuell hat Prof. Dr. Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein eine
Diskussion auf der Homepage des DNSV zur „Professionalisierung“ der Schulverpflegung losgetreten.
Wie reagieren Experten und Praktiker darauf? – Wir haben nachgefragt.
Diskussion:
Was sagen Sie dazu?
Michael Thun
Vernetzungsstelle Bremen:
„Eine gute Schulverpflegung
für alle gelingt nach unserer
Erfahrung immer dort, wo in
allen betroffenen Handlungsfeldern professionell agiert
wird. Konkret bedeutet dies,
dass wir Angebote für alle
realisieren müssen, also
welche, die gerecht und
bildungsaffin sind und zugleich für individuelle
Entwicklungen Raum lassen. Wir im Norden setzen daher auf kleine Teams, die die Speisen
handwerklich vor Ort fertigstellen. Dies funktioniert ökonomisch sinnvoll ab ca. 100 Portionen
und ermöglicht eine gute Identifikation mit den
schulischen Standorten. Allerdings – jetzt stimme
ich Herrn Peinelt sehr zu! – diese Teams sollten
vernünftig aus-, fort- und weitergebildet sein –
und zwar in pädagogischen, küchenfachlichen,
betriebswirtschaftlichen und kommunikativen Belangen. Um eine maximale Zufriedenheit aller Beteiligten zu erreichen, plädieren wir für nur so viel
Zentralisierung wie unbedingt nötig, aber für eine
so hohe Fertigungstiefe vor Ort wie möglich. Wir
wollen also die Wertschöpfung am Standort maximieren, gerade um im konsumtiven Bereich betriebswirtschaftlich nachhaltig arbeiten zu können. So entstehen neben qualitativ guten Speisenangeboten vielseitige und sichere lokale Arbeitsplätze und damit attraktive SchulverpflegungsStandorte mit einer guten Kundenbindung.“
Fotos: privat
Dr. Elke Liesen
Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e.V., Projekt
Schule + Essen = Note 1
„Die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung e. V. (DGE)
betreibt seit Jahren die Professionalisierung der Schulverpflegung und damit die
Verbesserung des Verpflegungsangebots an den
Schulen. In Zusammenarbeit mit Experten aus
Wissenschaft, Praxis, Schule und Politik sowie in
Abstimmung mit den Referenten aller Bundesländer wurden im Auftrag des Bundesministeriums
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Qualitätsstandards für die Schulverpflegung entwickelt und 2009 bereits in der zweiten Auflage veröffentlicht. Die Qualitätsstandards
geben als bundesweit einheitliche Richtlinie für
Umsetzer der Schulverpflegung vor, wie eine optimale Mittags- und Zwischenverpflegung zu gestalten ist. Um Professionalität in der Schulverpflegung nach außen signalisieren zu können,
bietet die DGE die Zertifizierung auf Basis der
3/2011 Schulverpflegung
Qualitätsstandards für die Schulverpflegung für
Caterer und Schulen an. In der Schulverpflegung
findet sich ein heterogener Personenkreis mit sehr
unterschiedlichen Ansprüchen und Wünschen.
Deshalb sind in der Planungsphase möglichst früh
alle Beteiligten einzubeziehen. Bewährt hat sich
die Gründung von sogenannten Runden Tischen,
die durch externen Rat von Fachkräften unterstützt werden. Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Planung sind Entscheidungen aus dem
Bereich der Technik zu fällen. Dazu gehören die
Festlegung des Verpflegungssystems ebenso wie
die Auswahl des Bestell- und Abrechnungssystems. Grundsätzlich kann, sofern die Rahmenbedingungen des jeweiligen Systems eingehalten
werden und das Personal im Umgang mit den
Küchengeräten geschult wurde, mit jedem der vier
Verpflegungssysteme eine gute Schulverpflegung
realisiert werden. Individuelle Unterstützungsangebote für die Schulen sind notwendig und hilfreich. Deswegen stehen bundesweit Honorarkräfte
der Vernetzungsstellen Schulverpflegung als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen bei der
Umsetzung eines gesundheitsfördernden Verpflegungsangebots.“
Christoph Bier
Vernetzungsstelle
Saarland
„Es ist wichtig und richtig,
dass aus Expertenkreisen
immer wieder darauf hingewiesen wird, dass eine Professionalisierung der Schulverpflegung notwendig ist.
Das heißt u. a., die Speisenanbieter, das Ausgabepersonal und die pädagogischen Fachkräfte müssen
entsprechend qualifiziert sein. Darauf weist auch
die Vernetzungsstelle Saarland unermüdlich hin
und bietet entsprechende Fortbildungsveranstaltungen an. Wie Herr Peinelt richtig bemerkt, muss
man sich bei der Realisierung allerdings auf einen
längeren Zeitraum einstellen. Es muss aber auch
erwähnt werden, dass die temperaturentkoppelten
Systeme nicht die derzeitigen Probleme in der
Schulverpflegung (im Saarland) lösen. Des Weiteren ist zu erwarten, dass ausgerechnet die temperaturentkoppelten Systeme, die am einfachsten
einen hohen ernährungsphysiologischen Wert
sicherstellen, unter ökologischen Aspekten am
schlechtesten abschneiden. Sicherlich sind auch
hier Skaleneffekte zu erwarten, die den höheren
Einsatz von Ressourcen zumindest teilweise kompensieren können. Aber davon könnten nur große,
überregional agierende Anbieter profitieren, womit
die Wertschöpfung eben doch nicht mehr in der
Region bliebe. Im Saarland essen derzeit nur
etwas mehr als 10.000 Schüler pro Tag, die von
etwa 80 Anbietern versorgt werden. Sechs dieser
Ob Groß oder Klein, Kindergarten oder
Ganztagsschule – bei BLANCO finden
Sie für jedes Alter eine vorbildliche
Lösung:
Zum Beispiel BLANCO BASIC LINE, das
vielseitige Ausgabesystem mit Bestnoten
in Gestaltung und Wirtschaftlichkeit. Es
passt sich allen Anforderungen spielend an
– für eine frische und appetitliche SpeisenPräsentation.
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BLANCO BASIC LINE:
Speisenausgabe für gesunde
Ernährung, die Spaß macht.
Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V.
Torsten von Borstel
meineschulmensa:
„Ich kann Prof. Volker Peinelt nur zustimmen.
Der Aufbau einer Schulmensa besteht aus vielen unterschiedlichen Komponenten, die alle
professionell harmonieren müssen – vom Lieferservice und der Zubereitung über die
Küchenlogistik und Hygiene bis zum Bezahlsystem. Dabei spielt der ganzheitliche Ansatz
eine wichtige Rolle. Selbst bei bestehenden
Schulmensen kann man die Professionalität in
vielerlei Hinsicht optimieren und verbessern, bis hin zu einer Zertifizierung. Schüler, Lehrer und Eltern haben jeweils eigene Vorstellungen und Wünsche, die bei der Planung einer Mensa berücksichtigt
werden wollen. Noch dazu ist jede Schule anders. Es gibt also kein
Patentrezept, wie eine Schulküche auszusehen hat. Professionelle
Beratung ist daher Gold wert – und zwar möglichst frühzeitig – und
man sollte auch einen Praktiker mit einbinden, denn schließlich
möchten Schulen mit ihrer neuen Mensa später so wenig Aufwand
wie möglich haben. Ein gesunder Mix aus Theorie, Wissenschaft und
Praxis ist der Garant für eine professionelle Schulverpflegung. Das
Kompetenz-Netzwerk meineschulmensa bietet z. B. Unterstützung
für die ganzheitliche Großküchenkonzeption. Also vernetzt Euch!“
Hans-Peter Nollmann
VdF-Fachplaner und stellvertretender
Vorsitzender des VdF:
„Mangelnde Qualität beim Schulessen kann,
muss aber nicht auf ein falsch gewähltes
Verpflegungssystem zurückgehen. Bezogen
auf meine berufliche Tätigkeit: In unseren
Beratungen favorisieren wir zwar das System
der Warmverpflegung nicht. Aber wir können
auch nicht pauschalisieren, dass warm angeliefertes Essen grundsätzlich von mangelnder Qualität ist. Stimmen
Produktion, Transportzeiten und -temperaturen sowie das Handling,
kann auch die Qualität der Warmverpflegung in Ordnung sein. In der
Praxis lassen sich aber die qualitativen Anforderungen an eine
Warmverpflegung ungleich schwieriger gewährleisten als bei temperaturentkoppelten Systemen. Das sollte man in der Beratung offen ansprechen und abklopfen. Auch das Kochen vor Ort mit einer
Vollküche ist in der Regel erheblich aufwendiger. Insofern spricht
sehr viel für den Einsatz von temperaturentkoppelten Systemen.
Was Qualität in Sachen Schulverpflegung bedeutet, darüber besteht
kein Konsens, sicher auch, weil eine verbindliche Vorgabe fehlt. Das
erschwert uns die notwendige Überzeugungsarbeit für gute Konzepte. Wir brauchen bessere politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. So sind die finanziellen Mittel für den Umbau bzw. die
Einrichtung der Ganztagsschulen, was die Schulmensen anbelangt,
leider oft grundlegend falsch investiert worden – ohne Berücksichtigung künftiger Anforderungen. Ein Ansatzpunkt für eine Verbesserung könnte in der Subventionierung der Bewirtschaftung liegen.
Viele Pächter oder Caterer können aufgrund der vielfältigen Interessen keine Wirtschaftlichkeit erzielen. Es existieren zwar gute Konzepte mit sehr engagierten Initiatoren – doch oft scheitern sie am
betriebswirtschaftlichen Ergebnis. Die Folge sind ständige CatererWechsel unter dem Deckmantel, dass die Qualität nicht gepasst
22
hätte, während die wahre Ursache meist wirtschaftlich zu sehen ist.
Die unzureichende finanzielle Ausstattung mündet im schlimmsten
Fall in abenteuerliche, selbstgestrickte Lösungen. Die dafür Eingespannten kennen oft weder die hygienischen gesetzlichen Vorgaben
noch die haftungsrechtlichen Spielregeln, denen sie unterliegen.
Wir müssen alle gemeinsam ein Bewusstsein dafür schaffen, mit
welchen finanziellen Aufwendungen eine qualitativ hochwertige
Schulverpflegung einhergeht. Und, dass das ausschließlich von Profis – gleich ob für die Planung, die Beratung oder die Umsetzung vor
Ort – fachlich zu gewährleisten ist.“
Manuela Sorg
Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Sachsen
„Die Gegebenheiten in den einzelnen Bundesländern in Bezug auf die Schulverpflegung
sind sehr verschieden. Während in vielen alten
Bundesländern erst mit der Einführung von
Ganztagsschulen zunehmend eine Mittagsverpflegung in Schulen angeboten wird, besteht
z. B. in Sachsen bereits ein flächendeckendes
Verpflegungsangebot. Wie eine kürzlich veröffentlichte Erhebung zur Schulverpflegung des Freistaates Sachsen
ergab, ist das vorherrschende Verpflegungssystem an 86 % der
sächsischen Schulen die Warmverpflegung. Diese Tatsache kann in
der Beratung von Schulen nicht unberücksichtigt bleiben. Wir plädieren zwar dafür, sich unter Berücksichtigung der Bedingungen in den
einzelnen Schulen für andere Verpflegungssysteme zu öffnen, allerdings halten wir eine ,Verteufelung’ der Warmverpflegung nicht für
sinnvoll und ergebnisorientiert. Denn der Problematik zu langer
Warmhaltezeiten stehen z. B. hohe Investitionskosten, ökologische
Aspekte wie ein hoher prozessbedingter Energieverbrauch bei Cook
& Chill-Verfahren, das Risiko einer systemischen Vereinheitlichung
sowie des Verlusts regionaler Besonderheiten entgegen.“
Susanne Nowitzki-Grimm
Sektion Baden-Württemberg DGE, Vernetzungsstelle Baden-Württemberg:
„Prinzipiell ist die Professionalisierung in der
Schulverpflegung gerechtfertigt. Dies ist nicht
neu und wird von uns seit langem so vertreten, ist aber nicht überall kurzfristig realisierbar. Dies muss stets im Rahmen der Möglichkeiten vor Ort betrachtet werden. Jede
Kommune, jede Schule hat ihre eigenen Gegebenheiten, d. h. individuelle Lösungen sind
notwendig. Entsprechend den Gegebenheiten muss auch das Verpflegungsmodell individuell gewählt werden. Alle Verpflegungsmodelle haben unter bestimmten Bedingungen ihre Berechtigung. Mit
den Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der DGE gibt es eine
sinnvolle Basis. Finden sie Anwendung, ist eine Professionalisierung
erreicht. Grundsätzlich sind alle Vernetzungsstellen in Deutschland
sehr gut untereinander vernetzt, um den Caterern, Kommunen, Schulen effiziente Hilfestellungen zu geben. Regelmäßige Netzwerktreffen, gemeinsame Arbeitsgruppen, gemeinsame Veröffentlichungen,
z. B. Handlungsleitfaden, gemeinsame Aktionen wie der ,Tag der
Schulverpflegung’ zeigen, dass nicht jeder sein eigenes Süppchen
kocht. Gleichwohl leben wir in einem föderalistischen Staat, der Unterschiede in den Gegebenheiten der Bundesländer mit sich bringt.“
➘
Was halten Sie davon? Ergänzen Sie die Diskussion auf
der Homepage des DNSV. Hier finden Sie auch den
Diskussionsanstoß von Prof. Peinelt und die Statements
in voller Länge: www.schulverpflegungev.net
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: privat
Anbieter stellen ein Viertel der Speisen her. Der Rest verteilt sich auf
die verbleibenden Anbieter, die häufig weniger als 50 Essen pro Tag
herstellen und eine starke Bindung zu der belieferten Einrichtung
haben. Will man eine hohe Akzeptanz des Verpflegungsangebots,
müssen diese Strukturen behutsam geändert werden. Bei einer
umfassenden Betrachtung gibt es nicht das eine, perfekte Verpflegungskonzept, das auf alle Einrichtungen passt.“
Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V.
Kompetenz besser vernetzen
Das Deutsche Netzwerk Schulverpflegung e.V. (DNSV) hat sich das Ziel gesetzt, die Qualität und Organisation
des Schulessens zu verbessern. Durch Verknüpfung von Theorie und Praxis bringt das Netzwerk die Beteiligten
an einen Tisch. Unterstützt wird der Verein durch viele Fördermitglieder. Einige davon haben wir befragt:
Wieso sind Sie Fördermitglied beim Deutschen Netzwerk für Schulverpflegung e.V.?
Hotel- und Gastronomie-Kauf eG (HGK)
Rowina Schymiczek, Marketing:
„Da eine gesunde und ausgewogene Ernährung von zu Hause aus
heutzutage nicht immer gewünscht ist, ist es wichtig, den Schülern
durch die Schulverpflegung einen gesunden Ausgleich zu ermöglichen. Damit die Ideen des Deutschen Netzwerks Schulverpflegung
bestmöglich umgesetzt werden können, ist die HGK Fördermitglied
des Vereins.“
Über die HGK: Die HGK, Hotel- und Gastronomie-Kauf eG, ist
Deutschlands marktführende Einkaufsgenossenschaft für die Hotellerie und Gastronomie und bietet ihren rund 2.600 Mitgliedsbetrieben als Full-Service-Dienstleister durch die Bündelung von Einkaufsmengen besonders günstige Konditionen in den Bereichen Food,
Non-Food, Investitionen und Dienstleistungen. Durch die Einkaufsberatung vor Ort und die Verwaltungserleichterung im Bereich Rechnungswesen und Finanzen werden Zeit- und Kostenvorteile geschaffen. Darüber hinaus hält die HGK ein umfassendes Dienstleistungsangebot bereit, z. B. für die Bereiche Marketing, Neue Medien,
Objekteinrichtung und Event-Management. www.h-g-k.de
Sarah Wiener Stiftung (SWS)
Dr. Georg Eysel-Zahl, Geschäftsführender Vorstand:
„Die Sarah Wiener Stiftung ist Mitglied des DNSV, um
mehr Einblick und Einfluss in den Bereich Mittagsverpflegung in Schulen zu bekommen, um den die Stiftung sich bisher selbst nicht kümmert. Wir bekommen
regelmäßig die Rückmeldung unserer Partnerschulen,
dass unsere Ernährungsbildung der Lehrer und Erzieher sowie der
Schüler auch Auswirkungen auf die Mittagsverpflegung, Schulkiosk,
-bäcker etc. hat: Sie werden kritischer unter die Lupe genommen. Zudem können wir unsere Inhalte umgekehrt einfließen lassen.“
Über die Sarah Wiener Stiftung: Die Sarah Wiener Stiftung (SWS) –
„Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“ setzt sich
für eine gesunde Ernährung von Kindern ein. Ende 2007 von
Sarah Wiener, Alfred Biolek und Freunden gegründet, hat sie bis
heute an rund 350 Schulen und Kitas in 35 deutschen Städten
rund 500 Lehrer und Erzieher als Multiplikatoren weitergebildet.
Über die wöchentlichen Koch- und Ernährungskurse wurden bisher
ca. 5.000 Kinder erreicht, ca. 7.000 kommen pro Jahr hinzu.
www.sarah-wiener-stiftung.org
Bundesschülerkonferenz (BSK)
Arne Fillies, Vorsitzender:
„Schule ist nicht nur Unterricht, der von Pausen
unterbrochen wird. Schule ist ein Lebensraum, in
dem man sich wohlfühlen sollte, um konzentriert
arbeiten zu können. Gerade durch die steigende
Zahl von Ganztagsschulen ist eine ausgewogene
Ernährung notwendig. Die Bundesschülerkonferenz ist daher besonders an einer guten und produktiven Zusammenarbeit mit dem
Deutschen Netzwerk Schulverpflegung interessiert.“
Über die Bundesschülerkonferenz: Die Bundesschülerkonferenz
ist die Ständige Konferenz der Landesschülervertretungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Sie behandelt Angelegenheiten der Bildungspolitik von überregionaler Bedeutung mit dem
Ziel einer gemeinsamen Meinungs- und Willensbildung und der
Vertretung gemeinsamer Anliegen. Sie sorgt für die gegenseitige
Unterrichtung und den Erfahrungsaustausch zwischen ihren Mitgliedsländern und tritt fördernd für die Mitbestimmung der Schüler
im Schulwesen ein. Sie hält enge Kontakte zu Behörden, Institutionen und Verbänden. www.bundesschuelerkonferenz.de
Fördermitglieder des DNSV sind bereits:
Fotos: privat
Werden auch Sie
Mitglied: www.
schulverpflegungev.net
3/2011 Schulverpflegung
23
Vegetarische Küche
Genießen
ohne Fleisch
ie Vegetarier von heute sind gebildet, ökologisch denkend, aber keineswegs „uncool“ – und sie werden
immer mehr. Laut Vegetarierbund verzichten 6 Mio. Menschen konsequent auf
Fleisch. Ist die fleischlose Küche die Trendküche von morgen? Einiges spricht dafür:
In der ersten deutschen vegetarischen Studenten-Mensa „Veggie N° 1“ in Berlin
gehen täglich 1.000 fleischlose Gerichte
über die Ausgabe. Die Bremer Bürgerstiftung startete Anfang 2010 den deutschlandweit ersten vegetarischen Wochentag,
D
24
den „Veggieday“: Nicht nur in immer mehr
Bremer Privathaushalten und Restaurants,
sondern auch in Schulmensen wird donnerstags ohne Fleisch gekocht. Weitere
Städte zogen nach.
Aus Prinzip fleischlos
Das Schulzentrum Marienhöhe im hessischen Darmstadt geht noch einen Schritt
weiter. In der Mensa der privat geführten
Bildungseinrichtung, die unter ihrem Dach
Gymnasium, Realschule, Grundschule, Kolleg und Internat vereint, gibt es aus Prinzip
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: Schulzentrum Marienhöhe
Das Schulzentrum Marienhöhe in Darmstadt zeigt,
wie man mit einem kreativen vegetarischen Angebot
auch passionierte Fleischliebhaber überzeugen kann.
St e c k b r i e f
Schulzentrum
Das Mittagsangebot, das von
Küchenchef Steffen Breitfeld
und seinem Team im Cook &
Hold-Verfahren produziert wird,
enthält neben vegetarischen Produkten einen geringfügigen Teil
Fisch. Derzeit nutzen rund 120
auch externe Gäste die Mensa. Täglich gibt es ein oder zwei Menüs zum
Preis von 2,30 € bis 3,50 €. Eine Free
Flow-Theke offeriert dazu etwa sieben
Salate. Eine Tagessuppe sowie attraktiv
dekorierte Desserts runden das Angebot ab. Wem das noch nicht genügt,
der darf sich Beilagen nachholen, zum
Aufpreis von 80 ct. Neben den sieben
Fruchtsäften, das Glas à 40 ct gibt es
kostenlos schuleigenes Quellwasser aus
dem Dispenser. Im Herbst wird selbst
gekeltert, dann gibt es frischen Apfelmost. Externe Gäste zahlen auf alles
einen Aufpreis von rund 30 %.
Bis vor einem Jahr gab es das Mittagsangebot noch zum All-you-can-eatPauschalpreis von 4,50 €. Das System
bewährte sich jedoch nicht. „Die
Schüler luden sich die Tabletts voll,
und am Ende wanderte vieles in den
Abfall“, berichtet Steffen Breitfeld. Früher
kein Fleisch. Das Schulzentrum folgt damit
füllte die Küche 40 l Säfte auf, heute 15 l –
dem Gesundheitskonzept seines Trägers, der
zugunsten von Quellwasser. „Die neue LöFreikirche der Siebenten-Tags-Adventisten,
sung erleichtert die Warenkalkulation, verdas seit über 140 Jahren erfolgreich umgemeidet Abfall und hat eine Erziehungsfunksetzt wird. „Die grundsätzliche Akzeptanz für
tion: Nahrungsmittel werden wieder als
unser Verpflegungskonzept ist vorhanden“,
wertvoll erkannt“, so J. Achim Ulrich.
berichtet Geschäftsführer J. Achim Ulrich.
An der Speisenausgabe zeigt das Team den
Auch die vielen Eltern, die nicht der advenSchülern, wie ihr Menü aussehen könnte,
tistischen Glaubensgemeinschaft angehören,
z. B. in Form eines Schautellers. Vielen
begrüßen das fleischlose Angebot. „In sechs
Schülern erscheinen anfangs manche ZutaJahren gab es nur eine einzige Anfrage, in der
ten der vegetarischen Küche ungewohnt,
Zweifel an der Vollwertigkeit des vegetarischen
z. B. Schwarzwurzeln, Hirse oder neue
„In sechs Jahren wurde nur ein einziges
Kartoffeln mit Schale, deshalb sind
die Präsentation und das aktive AnMal an der Vollwertigkeit unseres
bieten besonders wichtig. Ob Wheatvegetarischen Angebots gezweifelt.“
burger mit Hüttenkäse, SchwarzwurJ. Achim Ulrich, Geschäftsführer
zelgemüse, Blauer Wittling im Backteig oder Kartoffelsalat „Bavarian style“ – alle
Angebots geäußert wurden.“ Neben dem GeGerichte bieten einen hohen Frischewert. Für
sundheitsaspekt zählt auch die Schärfung des
die hausgemachte Weizenbolognese wird soBewusstseins für nachhaltige und ökologische
gar die Getreidemühle in Gang gesetzt. Der
Zusammenhänge zu den pädagogischen
Convenience-Anteil beträgt nur ca. 15 %.
Strategien des Schulzentrums. „Unsere vege„Wir versuchen, einen gesunden Mittelweg
tarische Kostform hat darüber hinaus den Vorzu finden zwischen 100-prozentiger Vollteil, dass sie über religiöse Grenzen und Verwertkost und dem, was unseren Schülern
haltensnormen hinaus interkulturelle Akzepschmeckt“, sagt Steffen Breitfeld. So gehören
tanz genießt“, betont J. Achim Ulrich.
Marienhöhe
Schulträger: Si
ebenten-Tags Ad
ventisten
(Körperschaft de
s öffentlichen Re
chts in
Deutschland)
Geschäftsführer
: J. Achim Ulrich
Schüler: 671
Verpflegung: Vo
llverpflegung fü
r 48 Internatsschüler, 12
0 Mittagessen fü
r Grundund Realschüle
r sowie Gymnasia
sten,
Lehrer und exte
rne Gäste
Verpflegungss
yste
Produktion ab 10 m: Cook & Hold,
.30 Uhr
Speisenausgabe
: 12.15 bis 14 Uh
Schöpfsystem,
r,
kombiniert mit
Free FlowSalatbar
Mittagsangebot
: 1Salate, Tagessup 2 vegetarische Menüs,
pe, Dessert, Snac
ks,
Kaffeestückchen
, Eis und Joghur
t
Leiter Schulmen
sa: Steffen Brei
tfeld
Mensamitarbei
ter: Küchenchef
, je 2 Vollzeit- und Teilzei
tkräfte, 3 Aushilf
en an der
Kasse, Schüler
auf Honorarbas
is in der
Spülküche und
Reinigung
Preise: 2,30 bis
3,50 € pro Men
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Saftgetränk à 40 Dessert à 80 ct,
ct
3/2011 Schulverpflegung
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Qualität
serviert!“
Toni Kaiser steht für beste Mehlspeisküche. Die Liebe zu Mehlspeisen, die sorgfältige Verwendung natürlicher Zutaten
und bester Geschmack für Ihre Gäste
liegen uns am
Herzen. Toni
Kaisers Mehlspeisen verbinden höchsten
Genuss mit
rascher Zubereitung und
Gelingsicherheit.
Beste Wienerr
Mehlspeistradition!
Vegetarische Küche
Wir haben Caterer befragt, wie die
Nachfrage nach vegetarischer Kost
in der Schulverpflegung aussieht:
Stephan
Dürholt
Ulrike
Mößner
Michael
Tschech
Stephan Dürholt, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation, Sodexo:
„Die Nachfrage nach vegetarischen Gerichten
steigt kontinuierlich. Sodexo bietet täglich mindestens ein vegetarisches Gericht, das von rund
einem Drittel der Schüler gewählt wird. Auch aus
vegetarischen Beilagen kann man sich ein komplettes Menü zusammenstellen. Besondere
Renner sind Gemüseaufläufe. Kinder sind keine
Gemüsemuffel! Wichtig ist jedoch der Respekt vor
der Individualität: Wahlmöglichkeiten fördern den
Griff nach Gemüse spürbar.“
Ulrike Mößner, Dipl.oec.troph. und
Projektleiterin Marketing, Aramark:
„In den Schulen, in denen Aramark mehrere
Menüs pro Tag anbietet, ist immer ein vegetarisches dabei. Die Zusammenstellung orientiert
sich an den Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der DGE. Dass gesunde Ernährung Spaß
macht und vegetarische Gerichte lecker sind,
vermitteln wir den Schülern durch verschiedene
Konzepte, z. B. durch Projekttage.“
Michael Tschech, Leiter Marketing, apetito:
„Zunehmend wünschen sich Schulen bereits bei
den Ausschreibungen eine vegetarische Menü-
linie. Sie möchten dem Anspruch einer ausgewogenen Ernährung, auch für muslimische Kinder,
gerecht werden. Doch es reicht nicht aus, bei
traditionellen Gerichten einfach das Fleisch wegzulassen. Es bedarf eigener Rezepturen. Die vegetarischen Menüs müssen modern, bunt und abwechslungsreich sein. Rösti-Spezialitäten, WokGerichte, Nudel- und Pfannengerichte sind beliebt.
Junge Menschen stehen der fleischlosen Variante
sehr positiv gegenüber. Ein Veggie-Tag pro Woche
wäre wünschenswert!“
Thorsten Dammert, Leiter Fachbereich,
Catering Dussmann Service:
„Vegetarisch zu essen ist schon lange bei den
Kindern angekommen. Zu unseren Speisenplänen
für die Schulverpflegung gehören täglich vegetarische Menüs. Die Dussmann Standards zur Gestaltung von Schulverpflegung sind im Konzept
CoolCooking festgeschrieben. Wichtig ist, den
Kindern zu vermitteln, dass z. B. die geliebten
Nudeln mit Tomatensauce kein vollwertiges vegetarisches Menü darstellen. Hier ergänzen wir mit
Salatbeilagen. Besonders der Einsatz von Vollkornprodukten ist ein Lernprozess. Wir führen die Kinder an diese meist unbekannten Lebensmittel
heran, indem wir sie regelmäßig anbieten.“
auch Pommes und Pizza auf den Speisenplan. Der Nährwert wird deshalb nicht
außer Acht gelassen: Die Teigfladen sind
mit geschrotetem Vollkorn selbst gebacken. „Wir wollen niemanden zum
„Wir versuchen, einen gesunden Mittelweg zu
finden zwischen 100-prozentiger Vollwertkost
und dem, was unseren Schülern schmeckt.“
Steffen Breitfeld, Küchenleiter
Vegetarier bekehren“, betont J. Achim
Ulrich. „Was die Schüler privat essen, ist
deren Sache.“ In erster Linie sollen die
Schüler gerne in ihrer Mensa essen.
Vorbildfunktion
Das Schulzentrum Marienhöhe belegt,
dass eine fleischlose Schulverpflegung
26
Thorsten
Dammert
machbar ist und auch andere dazu ermutigen könnte – vor allem aus gesundheitlichen Gründen, denn die Deutschen essen
zu viel Fleisch. Noch vor 60 Jahren kam der
Durchschnittsdeutsche
laut Statistik mit 26,2 kg
Fleisch pro Jahr aus.
Heute sind es bereits
60,5 kg – eine Entwicklung, die Mediziner mit
Sorge sehen. Fleischskandale haben eine
vorsichtige Trendwende eingeläutet. Immer
mehr Menschen – gerade der jüngeren Generation – möchten anders essen. Auch in der
Schulverpflegung tätige
Caterer sprechen von einer steigenden Nachfrage nach vegetarischer Kost, vor allem
unter den Mädchen (vgl. Kasten). Auf der
anderen Seite gibt es nach wie vor viele
Kinder und Jugendliche, deren Schnitzel
nicht groß genug sein kann. Die Mensabetreiber stehen damit vor einer besonderen
Herausforderung: Sie müssen die Bedürfnisse einer wachsenden Anzahl vegetarisch
orientierter, anspruchsvoller Schüler erfüllen. Und sie sollten Ernährungserziehung
leisten bei jenen, die bisher zu fleischlastig
und damit ungesund essen. Wie erfolgreich eine vegetarische Linie in der Schulmensa letztlich ist, hängt von der Kreativität der Küche ab. Oberste Regel: Es darf
nie auffallen, dass das Fleisch fehlt. „Teilweise herrscht noch die Meinung in den
Köpfen vor, ein vegetarisches Gericht sei
nicht vollständig“, berichtet Michael
Tschech, Leiter Marketing bei apetito. Oft
gelte das Veggie-Menü nur als Alternative.
„Es steht nicht im Vordergrund und wird
nur als zweite Menülinie angeboten. Das
wirkt sich auch auf die Zahlungsbereitschaft aus.“ Nur vegetarische und vegane
Gerichte mit „Pfiff“ seien Umsatzbringer,
berichtet Stefan Zeuner, Küchenchef von
„Veggie N° 1 – Die grüne Mensa“. Farbenfrohes Gemüse, frische Kräuter und Gewürze, orientalische und mediterrane
Rezepturen, Soja-Produkte und Tofu sind
unverzichtbare Zutaten seiner abwechslungsreichen Küche. „Vegetarisch kochen
bedeutet anders kochen“, sagt er. Die Gerichte müssen als vollwertig empfunden
werden, lecker sein und attraktiv aussehen.
Nur so können Kinder und Jugendliche
gewonnen werden, die sonst ungern auf
Fleisch verzichten. Cornelia Liederbach
Fotos: privat, Schulzentrum Marienhöhe
Fleischlos –
der Trend von morgen?
Schulverpflegung 3/2011
Vegetarische Küche
REZEPT
Fingerfood-Spieße mit Gemüseschnitzelchen, gegrillten Kirschtomaten und Kresse-Schmant
Zutaten (für 10 Portionen): 10 Gemüseschnitzel, 10 Kirschtomaten, 50 ml Olivenöl,
je 1 Zweig Rosmarin und Thymian, 1 Zehe
Knoblauch, 1 EL Honig, 4 EL Kresse,
180 g Schmant, 40 g feine Zwiebelwürfel,
Öl zum Braten, Pfeffer, Salz
Zubereitung: Die Gemüseschnitzel, wie auf
der Verpackung beschrieben, in der Pfanne
oder im Ofen knusprig braten bzw. backen. In
der Zwischenzeit die Kirschtomaten mit dem
Rosmarin, Thymian, Olivenöl, Honig, den
Gewürzen und dem zuvor zerdrückten Knoblauch, in einer Pfanne etwas anschwenken,
sodass die Tomaten etwas Farbe annehmen,
aber die übrigen Zutaten nicht verbrennen.
Den Schmant mit etwas Pfeffer und Salz,
der Kresse und den Zwiebelwürfeln zu einem
Dip verrühren.
Anrichten: Die Gemüseschnitzel erst auf
etwas Küchenpapier abtupfen, mit einem
Ringausstecher zwei kleinere Schnitzelchen
daraus ausstechen und dann auf die Spieße
stecken. Zwischen den beiden Schnitzelchen
kommt pro Spieß eine gegrillte Kirschtomate.
Die Spieße auf das Anrichtegeschirr setzen
und mit dem Kresse-Dip servieren.
untes Gemüse bringt Abwechslung in
die Küche und macht auch Schülern
Lust auf gesunde Kost. Als Snack für
zwischendurch eignen sich z. B. in Streifen
geschnittenes Obst oder Gemüse. Attraktiv
auf einem Teller angerichtet, als Fingerfood
auf Spießen oder mit einem Dip gereicht,
greifen auch Kinder gerne zu und probieren
z. B. eine Gurke oder einen unbekannten
Kohlrabi. Beim gekochten Gemüse zur Mittagsverpflegung sieht es schon anders aus.
Konsistenz, Farbe und Geschmack verändern sich beim Garen und sind für viele Kinder gewöhnungsbedürftig. Der klassische
Gemüseeintopf ist z. B. alles andere, als ein
optischer Gewinn, und auch Kinder achten
auf die Optik. Viel ansprechender für Kinder
sind oft vegetarische Kreationen, in denen
das Gemüse „versteckt“ ist, z. B. in Nuggetoder Schnitzelform.
Fotos: Frisch & Frost, Christian Verlag
B
3/2011 Schulverpflegung
Futter für Gemüse-Tiger
Gesund & gelingsicher – das sind die wichtigen Schlagworte in der
Schulküche. Wer Schülern Gemüse anbieten möchte, sollte vor allem
auf eine kreative Optik achten, z. B. in Form von Fingerfood.
Gemüse im Versteck
Im Sortiment von Bauernland aus dem
Hause Frisch & Frost gibt es Gemüsespezialitäten in den verschiedensten Formen, von
Strudel über Rösti-Kreationen bis Nuggets
ist alles dabei. „Wir paaren natürliche Zutaten und traditionelle Rezepte mit moderner
Convenience und sorgen damit für ein
sicheres Gelingen und höchste Qualität“,
sagt Hans Böttcher, Deutschland-Chef von
Frisch & Frost. Als vegetarische Alternative
kann man z. B. den Gemüsestrudel mediterran anbieten. Für Asia-Fans gibt es den
Strudel auch mit Hühnerfleisch und WokGemüse gefüllt. Kleine Genießer dürfen
sich über die Gemüsenuggets freuen. Sie
sind unter anderem mit Erbsen, Mais und
Karotten gefüllt und von einer knusprigen
Hülle umgeben. Die handlichen Nuggets
sind rasch servierbereit. Als Beilage, Haupt-
mahlzeit oder Snack für zwischendurch
eignen sich Kartoffel-Kreationen, z. B. die
Kräuterrösti. Noch mehr Abwechslung in
die vegetarische Auswahl bringt das Gemüseschnitzel mit rund 70 % Gemüseanteil. Es
lässt sich auch zu kreativen FingerfoodSpießen zusammensetzen (vgl. Rezept).
BUCHTIPP
Christl Kurz
Die vegetarische
Kochschule
Die Autorin, Ernährungsberaterin und Betreiberin
eines Biohotels mit vegetarischem Restaurant verrät
250 vegetarische Rezepte für
jeden Tag, darunter Desserts,
Rohkost und Salate sowie
Gerichte aus dem Ofen. München: Christian Verlag,
400 Seiten, 39,90 €
27
Tipps zur Speisenplanung
Laut dem sogenannten Viertelansatz der
Qualitätsstandards der DGE soll das Mittagessen von Jugendlichen der Sekundarstufe maximal 613 kcal enthalten,
also 25 % des täglichen Gesamtenergiebedarfs von 2.450 kcal. Idealerweise
sollten bei einer ausgewogenen Speisenplanung auch weitere Nährstoffempfehlungen eingehalten werden. So soll die
tägliche Mittagsverpflegung im 20-Tages-Schnitt je 300 mg Calcium liefern,
wiederum ein Viertel des gesamten Tagesbedarfs. Für die praktische Umsetzung empfiehlt die DGE daher, Milchprodukte zur Speisenproduktion als fettarme Varianten aufzunehmen. Joghurt und
Milch sollen maximal 1,5 % Fett haben,
Quark maximal 20 % Fett i. Tr. Der Calciumwert kann erreicht werden, indem
den Schülern täglich Milchprodukte zur
Verfügung gestellt werden.
Weitere Infos zu den Qualitätsstandards:
www.schuleplusessen.de
se Anforderungen von Obst, dass von Kindern jedoch ungern als Stückware verzehrt
wird. Geschnitten oder verarbeitet – als
Obstsalat, Fruchtsauce, Kompott oder
Mus – werden Früchte für die Zielgruppe
attraktiv. Obstrationen liefern ihnen wertvolle Vitamine wie Vitamin A und C oder Mineralstoffe, z. B. Kalium und Magnesium.
Süßes erlaubt?
Kinder und Jugendliche sind dafür, gesundheitsbewusste Eltern dagegen –
ein schwieriger Ausgangspunkt für die Schulmensa. Müssen Süßspeisen bei
einer ausgewogenen Ernährung zwingend gemieden werden oder können
sie auch Teil der Schulverpflegung sein, zumindest als Dessert?
u süß, zu fett, zu viele Kalorien – dennoch sind Desserts sehr beliebt. Der
Spagat zwischen Geschmacksvorlieben von Schülern und den Eckpfeilern einer
„gesunden“ Ernährung scheint auf den ersten Blick schwer zu meistern – ist es aber
nicht. Wir verraten im Folgenden Tipps dazu.
Wird ein Dessert fester Bestandteil der Mittagsverpflegung, sollten die empfohlenen
Z
28
Nährstoff- und Energiegehalte erreicht bzw.
nicht überschritten werden. Empfehlungen
dazu gibt die DGE in Form der Qualitätsstandards für die Schulverpflegung (s. Kasten Tipps zur Speisenplanung). Niedergebrochen auf die Praxis bedeutet das, dass
die Süßspeisen weder zu viel Zucker noch
zu viele Kalorien aufgrund ihrer Portionsgröße enthalten. Bestens erfüllt werden die-
Schulverpflegung 3/2011
Foto: Steinhaus
Fruchtige Vielfalt
Doch welches Schulmensateam hat schon
Zeit, stundenlang zu schnippeln? Convenience-Produkte, die zudem einfach im Handling sind, schaffen hier Abhilfe. Gartenfrisch
Jung bietet z. B. verschiedene, mundgerecht portionierte Früchte im Großgebinde
an: Ananas und den Melonen Mix aus Honig-, Galia- und Cantaloupemelone in Würfeln, Orangen und Grapefruits in Scheiben.
Neben den sortenreinen Obstschalen gibt
es auch die Obstsalate Multi, Premium und
Standard. Die Basis bilden jeweils Stücke
von Äpfeln, Trauben, Ananas und Melonen,
die mit Nektar, z. T. auch mit Zucker und
Süßstoff, versehen sind.
Ideal für die Schulverpflegung geeignet
sind auch die Fruchtpürees der FruchtWucht-Serie von Steinhaus, die es in den
Geschmacksrichtungen Pfirsich-Maracuja,
Himbeere, Cassis, Limette, Erdbeere, Aprikose und Apfel gibt. Genauso wie die
„heißen“ Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren
Pudding ist eine gute Calciumquelle und lässt sich z. T. auch fett- und zuckerarm zubereiten. Manche ConvenienceProdukte sind bereits auf die Verpflegung von Schülern ausgelegt, wie ein Produkt von frischli Milchwerke (r.).
Folglich ist hier der Zuckergehalt noch steuerbar, geund Heidelbeeren sind diese flexibel einsetzbar. Sie
nauso wie beim Pudding zum Kochen oder kalt Ankönnen z. B. zu Joghurt, Quark, Grießbrei oder
rühren von Dr. Oetker Food-Service. Dessen Angebot
Milchreis gereicht und als Beilage zu Reibe- und Pfannumfasst auch servierfertige Pudkuchen verwendet werden. Das
Aprikosen- und das PfirsichdesSie suchen Rezepte für Desserts? dinge. Pro 80-g-Portion enthalwww.gastroinfoportal.de/rezepte
ten der Vanille-, Schokoladen-,
sert gibt es auch als brennwertToffee-, Erdbeer-Vanille-, Haselverminderte Variante mit Sünuss- und Sahnepudding rund 100 kcal. Das entspricht
ßungsmitteln – mit rund 50 kcal pro 100-g-Portion. Als
einem Sechstel des empfohlenen Energiegehalts des
Leser der Schulverpflegung können Sie kostenlos und ungesamten Mittagessens und liegt damit in einem guten
verbindlich ein Probiersortiment von Steinhaus unter
Rahmen.
probieren@fruchtkonserven anfordern.
Auch Allergikern bleibt der Genuss von Süßspeisen
Die Fruchtpürees von Valensina Professional in der
nicht vorenthalten: Unter der Marke MinusL vertreibt
1-l-Flasche können dank praktischem Dosierdeckel präfrischli Milchwerke laktosefreien Schoko- und Vanillezise portioniert werden. Erhältlich sind die Produkte,
pudding im 5-kg-Eimer, der ungekühlt mehrere Wodie aus 90 % frischem Fruchtpüree und 10 % Zucker
chen haltbar ist. Laktose- und glutenfreies Vanille-,
bestehen, in den Sorten Waldfrucht, Kiwi, Mango, BaSchokoladen- und Erdbeereis bietet Bruno Gelato an.
nane, Maracuja, Erd- und Himbeere.
Süßspeisen müssen also nicht vollständig aus der
Schulverpflegung verbannt werden, da sie – gezielt
Calciumlieferanten
ausgewählt – einen Beitrag zur präventiven GesundMilchbasierte Süßspeisen eignen sich besonders für die
heitserziehung leisten können. Aber auch kleine SünSchulverpflegung aufgrund ihres Calciumgehalts (vgl.
den sind mal erlaubt, schließlich soll das Schulessen
Kasten r.). Laut Qualitätsstandards der DGE soll das
auch ein wenig Genuss bringen.
sar
Mittagessen in Schulen im Durchschnitt von 20 Verpflegungstagen je 300 mg Calcium enthalten (vgl. Kasten S. 28). Da innerhalb des 20-tägigen Verpflegungszyklus maximal zweimal süße Hauptgerichte wie
Milchreis oder Grießbrei eingeplant werden sollen,
Der Mineralstoff Calcium beugt Knochenbrüchigkeit
und -abbau vor und fördert die Zahnstabilität. Den
können alternativ tägliche Milchdesserts zur Deckung
Bedarf von Kindern und Jugendlichen decken tägdes Calciumbedarfs beitragen.
lich 900-1.200 mg, was dem D-A-CH-Referenzwert
Mit 100 mg Calcium auf 100 g Dessert punktet z. B.
entspricht. Die Referenzwerte sind Empfehlungen
der servierfertige Milchpudding Vanilla und Schoko
zur Nährstoffzufuhr, unterteilt nach Altersgruppe und
Geschlecht, und geben an, welche Mengen an Enervon frischli Milchwerke, der speziell für die Kita- und
gie, Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß, VitamiSchulverpflegung entwickelt wurde. Abgestimmt auf
ne, Mineralstoffe) und Ballaststoffen die Verpflegung
die Anforderungen der Qualitätsstandards enthält er
pro Tag durchschnittlich, betrachtet über eine Wokeine Zusatzstoffe und ist mit 1,5 % Fett und wenig
che, liefern soll. Sie gelten für Deutschland, ÖsterZucker hinsichtlich des Brennwerts optimiert.
reich und die Schweiz. 1 l fettarmer Milch kann den
Bedarf von Jugendlichen decken. Gleiche CalciumEinen ähnlichen Calciumgehalt weisen auch andere
mengen sind z. B. in 10 kg Rindfleisch oder 17 kg
Puddinge auf, wie die Kochpuddinge von Nestlé ProÄpfeln enthalten. Ein Zuviel an Calcium schadet dem
fessional in den Sorten Schokolade, Vanille, Karamell
Körper nicht, da es ausgeschieden wird.
und Nougat, die selbst angerührt werden müssen.
➘
Fotos: Dr. Oetker Food-Service, frischli Milchwerke
Calcium
3/2011 Schulverpflegung
Eine Mensa zum Wohlfühlen
in heller Raum mit viel Platz, eine moderne Einrichtung mit gemütlichen
Sitzmöglichkeiten, eine ruhige Stimmung und als Gast ernstgenommen zu
werden – so stellen sich die Schüler ihre
Wunschmensa vor. Die Realität sieht anders
aus. „Oft ist es einen ,kleine Luke’, an der
E
„Die Zufriedenheit der Schüler ist eine Voraussetzung dafür, ob und wie häufig die Schüler
an dem Schulessen teilnehmen und somit mit
einem gesunden Essen versorgt werden.“
Frederike Lülfs-Baden, Achim Spiller
man mittags für sein Essen anstehen muss –
und dahinter befindet sich eine noch kleinere Küche“, weiß Prof. Ulrike Arens-Azevedo
von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg aus Erfahrung. Da-
30
bei ist die Gestaltung der Mensa – nach dem
Geschmack und der Qualität des Essens –
der zweitwichtigste Punkt, den Schüler als
Grund gegen den gang in die Mensa nannten, so die Studienergebnisse von Frederike
Lülfs-Baden und Achim Spiller von der Universität Göttingen, die 1.991 Schüler aus
den Klassen 5 bis 13 befragten. „Die Zufriedenheit der Schüler ist
unter anderem eine
Voraussetzung dafür,
ob und wie häufig die
Schüler an dem Schulessen teilnehmen und somit mit einem gesunden
Essen versorgt werden“,
wissen die beiden Wissenschaftler. Schulverpflegung kann nur
Stabile Stühle für die Mensa:
z. B. von Schnieder Stuhlfabrik
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: Org-Delta, Schnieder Stuhlfabrik
Eine erfolgreiche Schulverpflegung benötigt mehr als ein schmackhaftes Essen: Damit Schüler gerne in
die Mensa gehen, müssen auch die Umfeldfaktoren, das Ambiente und die Atmosphäre stimmen.
Wohlfühlatmosphäre
Bunt und gesund: der Hocker Hokki von VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken
dann erfolgreich sein, wenn die Mensa integrierter Bestandteil der
Schule ist und nicht als lästiges Anhängsel gesehen wird. Damit aus
der Schulmensa eine Wohlfühlzone wird, spielen u. a. die Räumlichkeiten, die Einrichtung und die Dekoration eine Rolle.
Ausreichend Platz
Die Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der DGE empfehlen pro Verpflegungsteilnehmer in der Mensa 1,4 bis 1,7 m² einzuplanen. Wichtig ist, für die Ausgabe und den Verzehr der Speisen
einen gesonderten Raum zu nutzen. Ausreichend Platz sollte auch
zwischen den Tischen eingeplant werden, damit die Schüler gefahrlos ihr Tablett balancieren können. Zudem sollte bei der Einrichtung die Zielgruppe im Auge behalten werden. Jüngere und
ältere Schüler wünschen sich verschiedene Dinge: Während die
Jüngeren lieber in festen Tischgemeinschaften essen, wollen ältere
Schüler eine moderne Mensa, z. B. in Form eines Bistros, so die
Erkenntnisse von Frederike Lülfs-Baden und Achim Spiller. Vor allem
die mittlere Jahrgangsstufe ist eine problematische Zielgruppe, da
sie die Mensa oft als „uncool“ empfindet – diesem schlechten
Image gilt es mit den richtigen Mitteln entgegenzuwirken.
Fotos: VS Vereinigte Sitzmöbelfabriken, Org-Delta
Ruhe!
Lärm ist ein unterschätzter Wohlfühl-Killer. Geräuscharme Bodenbeläge, lärmmindernde Materialien sowie Pflanzen sorgen für mehr
Ruhe. „Um die Lautstärke in unserer Mensa zu regulieren haben wir
z. B. nachträglich Schallplatten eingebaut“, sagt Katharina Heinen,
Schulleiterin der Henry Harnischfeger Schule in Bad Soden. Zur
Schalldämmung können verschiedene Elemente eingesetzt werden,
z. B. Absorber-Zylinder, Platten für Wand und Decke, Würfel oder
Sitzkissen, die die Schallausbreitung und -reflexion reduzieren. „Oft
sind es auch Kleinigkeiten, wie der Austausch von defekten Filzgleitern und den Stuhlbeinen etc.“, weiß Anja Winter, die Geschäftsführerin von Org-Delta. Funktionalität und Optik lassen sich dabei gut
vereinbaren: „Die Materialien gibt es unauffällig in Weiß oder Grau
oder auch als gestalterisches Element in Form von absorbierenden
Bildern oder unifarbenen Stoffelementen.“
Zur Schalldämmung können z. B. die farbigen Absorber-Platten von Org-Delta für
die Wand eingesetzt werden – diese peppen die Mensa zudem als Dekoration auf.
Hocker Hokki von VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken. Um die
Raumakustik zu verbessern und eine platzsparende Sitzmöglichkeit
zu haben, bietet Org-Delta schallabsorbierende Sitzwürfel für drinnen und draußen an. Wer
eine separate Lounge-Ecke „Auch eine Sommerterrasse ist ein gutes
für ältere Schüler einrichten Aufwertungsinstrument für eine Mensa.“
möchte, ist z. B. bei Go in Sabine Chilla, Pro Schulverpflegung
richtig. Das Unternehmen
bietet viele Möglichkeiten für den In- und Outdoor-Bereich, von
Loungemöbeln über Bistrotische bis zu Barhockern. Eine gemütliche
Alternative zu Stühlen sind z. B. die Sitzkissen Schuki von CBS, die
für alle Altersklassen konzipiert sind. „Ebenfalls noch weitgehend
unerschlossen ist das Potenzial, das eine Sommerterrasse als Aufwertungsinstrument für eine Mensa bringt“, lautet der Tipp von
Sabine Chilla Dipl.-Oecotrophologin von Pro Schulverpflegung.
Katharina Heinen bestätigt das: „Unsere Schule liegt inmitten von
Grün – d. h. das Ambiente auf der Terrasse ist an sich schon schön
und wir müssen wenig mit Dekoration nachhelfen.“
Passgenaue Möbel
Hinsichtlich des Mobiliars ist es wichtig, Tische und Stühle in der
richtigen (Schüler-)Größe auszuwählen. Für mehrfachgenutzte
Mensen oder Cafeterien eignen sich Tisch-Sitzkombinationen, die
sich zusammenklappen lassen. Von CBS Schulausstattung + Möbel
gibt es z. B. Modelle in runder und rechteckiger Ausführung für
acht bis 16 Personen. Da die Sitzoberfläche fest mit den Tischen
verbunden ist, kann es in Notfallsituationen nicht zu Blockaden
durch herumstehende Stühle kommen. Wegen ihrer Robustheit
und der puristischen Form eignen sich auch die Stühle Hannes &
Paul von Schnieder Stuhlfabrik. Für ein gesundes Sitzen sorgt der
3/2011 Schulverpflegung
31
Wohlfühlatmosphäre
Für die Kleinen: Besteck
von Amefa Stahlwaren
Funktionales Geschirr
Einen Beitrag zum Wohlfühlfaktor in
der Mensa leistet auch das Geschirr. Für
Schüler eignet sich Melamin-Geschirr, das
bruchsicher, langlebig, spülmaschinengeeignet, leicht und „leise“ ist. Speziell für die
Schule ist z. B. die Campus-Service von
Ornamin gedacht. Die Schalen und Teller
sind gut aufeinander abgestimmt, zudem
ermöglicht die Form der Serie eine platzsparende Aufbewahrung und effiziente Reinigung. Das Geschirr steht in Weiß oder
„Wenn die Lehrer und der Direktor mit in der
Mensa essen, dann hat das durchaus einen
positiven Vorbildeffekt auf die Schüler.“
Josef Huber, Schulleiter
anderen Farbtönen zur Auswahl. Auch das
Sortiment von Primeware verfügt über eine
Vielzahl an Formen und Schüsseln, von
rechteckigen Tabletts über Teller in zehn
Größen und Mini-Schüsseln, z. B. für portionierten Ketchup, bis hin zu ovalen oder
eckigen Schalen mit Deckel. Neben klassischem Weiß sind die Produkte auch in
Schwarz erhältlich.
Tipp
So wird die Mensa zum Wohlfühlraum:
◗ eigener Raum mit entsprechendem Platzangebot
◗ ggf. separater Bereich für Ältere
◗ zielgruppengerechte Dekoration
◗ Lärm durch entsprechendes Material vermindern
◗ passende Möbel
◗ bruchsicheres Geschirr
◗ Warteschlangen durch gute Organisation vermeiden
◗ freundliches Personal
◗ Kommunikationsraum, den Schülern Mitspracherecht
einräumen
32
Um Kindern bis zum dritten Schuljahr den
Umgang mit Messer und Gabel zu erleichtern, gibt es z. B. die Besteck-Serie 1824
Atlantic von Amefa Stahlwaren. Das Sortiment aus 18/10 Chrom-Nickel-Stahl ist in
seinen Proportionen speziell auf die kleinen
Anwender zugeschnitten und gleicht in
seiner Form sowie Funktion dem Erwachsenen-Besteck.
Mit Freundlichkeit punkten
Einen großen Einfluss auf die Stimmung in
der Mensa hat zudem das Ausgabepersonal. Ein freundliches Erscheinungsbild und
angemessene, hygienische Arbeitskleidung
sind hier ein Muss. Wenn das Personal zudem Gesichtern Namen zuordnen kann
oder auf den ein oder anderen Sonderwunsch eingeht, hinterlässt das einen sympathischen, nachhaltigen Eindruck. Hier
fühlt man sich als Gast wohl und kommt
gerne wieder. Zu einem professionellen
Auftreten gehört auch die passende Arbeitskleidung. Wer sich diese nicht kaufen
möchte, kann auf Mietdienste wie DBL,
Deutsche Berufskleidung Leasing, zurückgreifen. Der Dienstleister bietet ein großes
Produktsortiment an Schutzkleidung an
und gewährleistet von der Beratung bis zur
professionellen Reinigung den ganzen Ablauf – dadurch wird das Küchenteam von
allen organisatorisch anfallenden Aufgaben
entlastet.
der Mensa kümmert – das kommt bei den
Schülern gut an und trägt dazu bei, dass sie
sich wohlfühlen“, weiß Katharina Heinen,
Schulleiterin, aus Erfahrung. Generell ist ein
stufenspezifisches Ambiente umzusetzen.
Eine einfache und dabei schülerbindende
Maßnahme sind wechselnde Ausstellungen
mit Schülerkunstwerken in der Mensa.
Damit die Schüler sich ernstgenommen
fühlen, ist die Kommunikation ein wichtiges Thema. Den Schülern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich in die Raumund Speisenplangestaltung einzubringen
und gegebenenfalls Lob oder auch Kritik
äußern zu können, z. B. in Form von regelmäßigen Schülerbefragungen.
Für die Image-Aufwertung der Mensa ist es
auch von Vorteil, wenn die Lehrer und die
Schulleitung in der Mensa essen. Dadurch
kann eine vertrauensvolle Beziehung zu
den Schülern aufgebaut werden, Verhaltens- und Kommunikationsregeln sowie
Kulturtechniken vermittelt werden. „Das
hat durchaus einen positiven Vorbildeffekt
auf die Schüler“, erzählt Josef Huber, Direktor des Kurfürst-Maximilian-Gymnasiums
in Burghausen aus der Praxis.
lan
Schüler integrieren
Zur Steigerung der Identifikation mit der
Mensa sollten die Schüler bei der Gestaltung des Speisenraums sowie der Mahlzeiten-Atmosphäre einbezogen werden. „Wir
haben z. B. eine eigene Mensa-Gruppe gebildet, die sich um die saisonale Dekoration
Spaß bei der Arbeit ist gut für’s Klima.
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: Ornamin, Amefa Stahlwaren, DBL Deutsche Berufskleidung Leasing
Melamin-Geschirr, z. B. von Ornamin
Auf dem Gelände der Christian-WirthSchule (CWS) in Usingen wurde im
März 2010 eine neue Mensa eröffnet,
die zugleich als Veranstaltungsgebäude
und Bühne genutzt werden kann.
Das Multifunktions-Konzept ist so
überzeugend, dass die Schulmensa nun
die geplante Stadthalle ersetzen soll.
Mensa statt Stadthalle
uf den ersten Blick sieht es aus wie
ein ganz normales, modernes
Schulmensa-Neubauprojekt, doch
die 2.400 m2 große neue Mensa der
Christian-Wirth-Schule in Usingen hat viel
mehr zu bieten, als nur eine warme Mahlzeit für hungrige Schüler. Das Gebäude
kann auch für Bühnenveranstaltungen, Sitzungen oder Konferenzen genutzt werden –
sogar parallel zum normalen Mensabetrieb.
Die Christian-Wirth-Schule befindet sich auf
historischem Gelände, umgeben von einem
terrassenförmig angelegten Barockgarten,
der unter Denkmalschutz steht. Mit den
Schlossterrassen, neu gebauten Unterrichtstrakten, zwei Sporthallen und der neuen
großzügigen Multifunktionsmensa hat sich
Fotos: BLFP Frielinghaus Architekten
A
3/2011 Schulverpflegung
das Schulgelände im Laufe der letzten Jahre
zu einem kleinen Campus entwickelt. Die
Christian-Wirth-Schule folgt in Aspekten
wie Stundentafel, Lehrplänen, Ganztagsprogramm mit Mensabetrieb und pädagogischer Mittagsbetreuung dem verkürzten
gymnasialen Bildungsgang (G8). Mit der
Einführung von G8 ergab sich die Notwendigkeit der neuen Schulmensa, die nach 22
Monaten Bauzeit im März 2010 offiziell an
die 1.400 Schüler und 102 Lehrkräfte übergeben wurde. Träger der Schule ist der
Hochtaunuskreis, der die Gesamtinvestition
in Höhe von 7,83 Mio. € bereitgestellt hat.
Das Gymnasium wird von der kreiseigenen
Taunus Menü Service GmbH mit Cook &
Chill-Menüs beliefert.
Auf einen Blick
Schulmensa der Christian-Wirth-Schule Usingen
Baubeginn: Januar 2008
Einweihung: März 2010
Träger: Kreis Usingen
Schülerzahl: 1.400, davon im Schnitt 100 Essensteilnehmer
Caterer: Taunus-Menü-Service
Investitionskosten: 7,83 Mio. €
Architekt: BLFP Frielinghaus Architekten, Friedberg
Brutto-Grundfläche (BGF): 2.410 m²
Hauptnutzfläche (HNF): 2.120 m²
Sitzplatzangebot bei Veranstaltungen:
360 bis 850 Sitzplätze
Sitzplatzangebot bei Mensabetrieb: 350
33
Medientechnik
In der Zentralküche des Taunus Menü Service werden die Speisen für die Christian-Wirth-Schule per Cook & Chill-Verfahren produziert.
Glaswand trennt Ausgabe ab
Heute kann die Küche mit der Essensausgabe mittels einer mobilen
Glaswand vom Mehrzwecksaal abgetrennt werden. Darüber hinaus
ermöglicht eine bewegliche hölzerne Trennwandanlage, diesen
Saal in einen Essbereich und einen separaten Bühnenbereich zu teilen, sodass man unabhängig vom laufenden Mensabetrieb Veranstaltungen abhalten kann. Der große Saal kann wiederum in drei
Nutzungsbereiche, das heißt in eine Erschließungszone und zwei
kleinere Säle unterteilt werden. Die Bühne steht hierbei als ein
separater Raum zur Verfügung, der von außen zugänglich ist. Die
Toiletten, die im Untergeschoss liegen, sind ebenfalls separat zugänglich und können während
des Schulbetriebs aufgesucht
werden, ohne die Mensa betreten zu müssen. Bei Veranstaltungen wird der Bau durch ein
Schall schluckende Akustikdecken:
Foyer betreten. Spricht man
Lahnau Akustik
den stellvertretenden SchulleiSaal-Lichtsteuerung:
ter Peter Fischer auf die VerpfleSeebacher
gungssituation vor dem NeuTische/Stühle:
bau an, wird deutlich, dass dieVS Vereinigte Spezialmöbelfabriken
se alles andere als rosig war.
Ausgewählte Ausstatter
34
Angesichts eines massiven Schülerzuwachses und der Umwandlung
in eine Ganztagsschule speisten die Schüler zunächst in einem Provisorium aus zwei Klassenräumen, die durch eine Trennwand geteilt
waren. Später wurde die Schulmensa in den bisher als Sporthalle
genutzten, ehemaligen fürstlichen Reitstall ausgelagert. „Es wurde
ein provisorischer Boden ausgelegt, doch es herrschte WartesaalAtmosphäre. Das ging eine Weile so weiter, bis schließlich die neue
Mensa eingeweiht wurde“, ergänzt Peter Fischer.
Bühne als Mensa-Element
Weil das Gymnasium eine Schule mit sogenannter „besonderer
musikalischer Förderung“ ist, bestand ein besonderer Bedarf an
einem geeigneten Raum für Bühnenveranstaltungen. Deswegen
kam die neue, 13 m lange Bühne des Mehrzwecksaals, der bei Veranstaltungen 360 Plätze an Tischen oder 850 Plätze in Stuhlreihen
bietet, sehr gelegen. Der Saal ist auch mit moderner Bühnentechnik wie einer computergesteuerten Saal-Lichtsteuerung mit DMXPult und diversen Scheinwerfern und einer ausfahrbaren Leinwand
im Bereich der Bühne, ausgestattet, was dazu beitrage, dass der
Bühnenraum durchaus mit kleineren Bühnen in der Umgebung
mithalten kann, wie Peter Fischer betont. Natürlich hängt vor allem
die parallele Nutzung der Räume von einer guten LärmschutzDämmung ab. Diese liegt bei der CWS-Mensa bei ca. 47 Dezibel,
was mit dem Lärmpegel auf dem Flur einer Schule aus einem Klassenzimmer vergleichbar sei, ergänzt Architekt Andreas Schmitt.
Externe Nutzung
Das Interesse auswärtiger Veranstalter, den Bühnenraum der Schule kommerziell zu nutzen, sei da, sagt Peter Fischer. Nur habe man
im vergangenen Jahr viele Anfragen ablehnen müssen, weil die Frage der Betreuung der Veranstaltungen durch den Hausmeister noch
völlig ungeklärt sei. „Unsere Hausmeister sind die Woche über voll
beschäftigt, die können nicht auch noch am Wochenende bis tief in
die Nacht Dienst tun“, sagt er. Außerdem seien Auflagen nötig,
welche die Bedienung der computergesteuerten Beleuchtungsanlage regeln, was nicht so einfach sei: „Die ist hochkompliziert.
Damit muss sich jemand auskennen. Im Moment trainieren wir das
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: Kirchner
Multifunktional ausgerichtet
„Die entscheidende Aufgabe war letztlich die multifunktionale Ausrichtung dieses Gebäudes. Wir haben das so gelöst, dass mithilfe
mobiler Trennwände auch unterschiedlich große Räume entstehen“, erzählt der projektleitende Architekt Andreas Schmitt des Büros
BLFP Frielinghaus Ar„Eine bewegliche hölzerne Trennwandanlage chitekten aus Friedkann den Saal in einen Ess- und einen separaten berg, der auch für
Bühnenbereich teilen, was Veranstaltungen die energieeffiziente
während des Mensabetriebs ermöglicht.“ Planung des MensaGebäudes zuständig
Andreas Schmitt, Architekt
ist und beim Ausbau
des Innenbereichs großen Wert auf die Verwendung umweltverträglicher und hochwertiger Materialien gelegt hat.
mit Schülern von uns für unsere eigenen Termine. Wenn aber ein
Verein das Bühnenlicht nutzen will, muss er jemanden bereitstellen,
der die Anlage bedienen kann.“ Inzwischen gibt es eine Verwaltungsvereinbarung mit der Stadt, die den Personaleinsatz regelt.
Da der Kreis als Schulträger die Räume vermietet, ist angestrebt,
einen Jahresterminkalender mit der Stadt festzulegen, wobei die
Schule ein Vorrecht hat. Inzwischen hat sich für den Bau jedoch
eine neue, noch umfassendere Perspektive eröffnet. Denn angesichts der guten Ausstattung der Multifunktionsmensa kam seitens
der Stadt Usingen der Vorschlag einer Nutzung über Schulveranstaltungen hinaus auf. Usingen war bereits seit einigen Jahren auf
der Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Stadthalle, deren Bau aus finanziellen Gründen und mangels überzeugender Konzepte bislang nicht realisiert werden konnte. Der Usinger
Bürgermeister verzichtet nun aus Kostengründen auf das diskutierte Projekt und will stattdessen die neue Mensa für Veranstaltungen
der städtischen Vereine und andere Gelegenheiten nutzen. Dafür
reicht das derzeitige räumliche Angebot nicht aus, weshalb ein
Anbau an der Rückseite der Mensa geplant ist. Die Pläne hat Andreas Schmitt bereits dem Kreis und der Stadt zur Diskussion gestellt.
Auch der oberhalb gelegene Sportplatz soll im Zuge der Erweiterung umgestaltet werden. Als Gegenleistung für die Nutzung durch
Vereine will die Stadt die Hälfte der Betriebskosten und den Anbau
finanzieren. Im Gespräch ist eine Summe von 4,8 Mio. € für das
Gesamtkonzept und ein Fertigstellungstermin im Jahr 2012.
„Die Ausstattung mit moderner Bühnentechnik, z. B.
einer ausfahrbaren Leinwand trägt dazu bei, dass
der Bühnenraum mit kleineren Bühnen in der
Umgebung mithält.“
Peter Fischer, stellv. Schulleiter
Interessen vereinen
Natürlich meldet jede der beteiligten Interessensgruppen ihre eigenen Begehrlichkeiten bezüglich des geplanten Anbaus an. Zur Diskussion steht zum einen die Frage, inwiefern der Anbau mit Umkleiden und Lagerräumen ausgestattet werden kann. Zum anderen
sorgt man sich um den Schallschutz bei einer gleichzeitigen Nutzung von Mensa und Anbau. Offen ist auch, ob als Caterer ausschließlich der Taunus-Menü-Service zum Zuge kommt oder auch
andere Lieferanten mit berücksichtigt werden können.
Zukunftstrend?
Sind Multifunktionskonzepte wie die CWS-Mensa duplizierbar und
ein Zukunftsmodell? Andreas Schmitt sieht dies so: Das Mischkonzept sei zwar neu, aber auch gut wegen der Synergieeffekte.
Wenn man bedenke, dass eine Mensa zwölf Wochen im Jahr wegen
der Ferien keine Nutzung habe, biete sich dieses Modell förmlich
an. „Wenn man sich die demographische Entwicklung anschaut,
und die sinkenden Schülerzahlen, werden viele Schulgebäude gar
nicht mehr den bisherigen Nutzungsbedarf haben. Umso wichtiger
wird die öffentliche Nutzung, die man dort integrieren kann“, resümiert Andreas Schmitt. Und vielleicht wird die CWS-Mensa dann
auch keine Ausnahme bleiben.
Nathalie Kopsa
3/2011 Schulverpflegung
35
Coole Lösungen
für sichere Lebensmittel
Jede Schulküche geht mit kühlpflichtigen und damit hygienisch sensiblen Speisen um. Moderne
Kühltechniken tragen entscheidend dazu bei, die Lebensmittelqualität länger zu bewahren. Die Experten
von meineschulmensa zeigen, welche Ausstattungsdetails bei Küchengeräten hilfreich sind und welche
Spielregeln für die Hygienesicherheit der empfindlichen Lebensmittel gelten.
J
Ein Kühlschrank für Rückstellproben als Nachweis.
36
mitteln“, erklärt Torsten von Borstel von
meineschulmensa.
Komfort für hygienisches Kühlen
Das A und O für hygienisches Lagern von
Speisen ist die durchgehende Kühlkette.
Daher verfügen die meisten Gewerbekühlmöbel über diverse Details, die Temperaturkontrolle und -sicherheit ins Visier nehmen. Dazu zählen z. B. integrierte Protokollsysteme, die die höchste und die tiefste
Temperatur anzeigen und sie über eine bei
den meisten Anbietern serienmäßige
Schnittstelle auf den PC des Küchenchefs
spielen lassen. Gleiches gilt für integrierte
Alarmsysteme: Weicht die Temperatur vom
Sollwert ab, ertönt je nach Modell eine
Warnhupe, oder es erscheint ein optisches
Signal an der Digitalanzeige bzw. die Warn-
Schulverpflegung 3/2011
Foto: Kirchner, © Simon Hainz/Pixelio
oghurt, Gemüsesalate, Fleischerzeugnisse oder Fisch: Sie alle zählen zur
Gruppe der leicht verderblichen Lebensmittel, die vollständig in der jüngst
aktualisierten DIN 10508 „Lebensmittelhygiene – Temperaturen für Lebensmittel“
aufgelistet sind. Ihnen gemeinsam ist: Eine
produktangepasste Lagertemperatur ist ein
wesentliches Kriterium für ihren Qualitätserhalt. Cook & Chill-Speisen benötigen
Temperaturen von unter 3°C, Geflügel und
rohes Hackfleisch dürfen nur bis maximal
4°C, Gemüsesalate, Milchprodukte oder
Fleischwaren dürfen bis zu 7°C gelagert
werden. „Um die mikrobiologische Sicherheit zu gewährleisten, braucht es neben der
geeigneten Kühltechnik auch hygienisch
korrekte Abläufe und einen sorgfältigen
Umgang mit den kühlpflichtigen Lebens-
Checkliste
Einfahrrampe sind sie zudem mit speziellen Transportwagen der
Gastronorm-Größe GN 1/1 zu beschicken. Auch Multifunktionsgeräte, in denen die bis zu sechs Funktionen Kühlen, Gefrieren,
Schnellkühlen, Schnellgefrieren, Auftauen und Trockenkühlen
stecken, können Platz sparen. Elektronische Steuerungen ermöglichen, dass das Gerät automatisch z. B. nach dem Schnellkühlen
warmer Speisen in die Lagerphase wechselt.
CONVENIENCE-SPEZIALITÄTEN
Profi-Artikel für
die Schülerspeisung
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3/2011 Schulverpflegung
zeichnun
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flicht
gsp
Fotos: privat, K+T
Lösungen für knappen Raum
Die Hersteller bieten unterschiedliche Lösungen für verschiedene
Arbeitsbereiche in der Küche an: Kühltische, -schränke und begehbare
Kühlzellen dienen der Lagerung. In Vitrinen, Saladetten oder Buffettischen können die fertigen, kühlpflichtigen Lebensmitteln präsentiert
oder ausgegeben werden. „Welche Techniken mit welchem Fassungsvolumen geeignet sind, ist abhängig vom Verpflegungssystem, von
der Anzahl der Tischgäste und den Lieferintervallen“, sagt Torsten von
Borstel. „Prinzipiell empfehlen wir, das Fassungsvermögen auf die
Maximalanforderungen auszulegen, um die hygienische Lagerung zu
gewährleisten. Welche Kapazitäten an welchen Stellen sinnvoll sind,
ermitteln unsere Experten im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts,
das unter anderem rationelle Arbeitsabläufe sichert.“ So zählen
gerade die Kühlbereiche zu den häufig frequentierten Lagern einer
Großküche. Durch eine Analyse der Arbeitsprozesse lässt sich z. B.
ermitteln, inwieweit zusätzliche Handlager nahe der Zubereitungszone bzw. Kühltische direkt am Kocharbeitsplatz vernünftig sind.
Bei begrenzter Fläche können Minikühlzellen eine Alternative sein.
Sie sind variabel nutzbar für Gehänge, Regale und Kisten. Über eine
n
meldung läuft dann per SMS auf das Handy oder auf den Computer des Verantwortlichen.
Weitere Ausstattungsdetails bei Kühlschränken sichern ein Plus an
Hygiene, Energieeffizienz, Sicherheit und Bedienkomfort. Nützlich
sind z. B. höhenverstellbare Gerätefüße und Auflageschienen,
gerundete Ecken und eine Feuchteregelung im Innenraum, Ventilatorabschaltung bei geöffneter Tür, Magnetrahmendichtung,
automatische Fehleranzeige, digitale Temperaturregelung oder eine automatische Temperaturdokumentation nach HACCP.
Doch sichere Technik hin, Alarmsysteme her: „Die beste Kühltechnik hilft nicht, wenn Lebensmittel aus dem Kühllager geholt und
nicht zügig weiterverarbeitet werden, sondern im Zubereitungsbereich erst einige Stunden parken“, weist Torsten von Borstel auf
einen hygienischen Stolperstein hin. „Längere Standzeiten erhöhen
das mikrobielle Risiko.“ Kühlpflichtige Lebensmittel sollten daher
maximal 15 Minuten vor der Verarbeitung aus dem Kühllager entnommen werden.
Gut gekühlt in der Schulküche
◗ Eine optimale Kälteplanung orientiert sich an mehreren Faktoren:
an der Menge und Art der einzulagernden Lebensmittel (rein, unrein,
Rohwaren, Cook & Chill-Speisen etc.),
an der Häufigkeit der Entnahmen pro Tag,
am verfügbaren Platz sowie
an der Liefer- und Produktionslogistik.
◗ Grobe Faustregel: Beträgt das Kühlvolumen für eine Speisengruppe (z. B. für
nach dem Hygienerecht unreine Lebensmittel wie Gemüse, rohes Fleisch)
deutlich über 100 m3, sind begehbare Kühl- oder Tiefkühlzellen im Vergleich
zu Schränken die kostengünstigere Alternative.
◗ Achten Sie bei Neuanschaffung von Kühlgeräten auf die Kompatibilität der
Einfahrgestelle mit den Kombidämpfern im Betrieb.
◗ Die Qualität der gekühlten Lebensmittel wird wesentlich von der Art der
Luftführung in einem Gerät bestimmt. Ungünstig ist die Verteilung per Ventilator ohne weiteres Luftleitsystem, welches erst zu einem gleichmäßig
temperierten Luftstrom über den Lebensmitteln führt.
◗ Bevorzugen Sie Geräte mit außenliegendem Verdampfer – das erhöht den
effektiven Lagerraum und mindert die Korrosionsgefahr am Bauteil.
◗ Stichwort Rückstellproben: Für die nach DIN 10526 vorgeschriebenen Rückstellproben bieten sich spezielle Kühlmöbel mit dazu passenden Behältern
(meist für 150-ml-Proben) an.
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37
Konzepte
Pilotprojekt als Vorbild für alle?
Statt Hausmeister und Hausfrauen einzuspannen, soll die Schulverpflegung im Landkreis MarburgBiedenkopf auf ein professionelles Niveau gehoben werden. Das Pilotprojekt in Kooperation mit
der AG-Schulverpflegung der Hochschule Niederrhein setzt dabei auf ein temperaturentkoppeltes
System, Umschulungsmaßnahmen und kontinuierliche Prozessüberwachung.
Pilotprojekt der Schulverpflegung
Beteiligte: Landkreis Marburg-Biedenkopf,
AG-Schulverpflegung der Hochschule Niederrhein,
Sodexo, Integral
Projektzeitraum: 8/2011 bis 7/2013
Pilotschule: Gesamtschule Niederwalgern im Landkreis
Marburg-Biedenkopf
Verpflegungssystem: Cook & Chill
Hypothesen:
Bei temperaturentkoppelten Systemen...
◗ können auch Nichtfachkräfte zu einer optimalen
Schulverpflegung beitragen.
◗ liegen die Vollkosten deutlich unter den wahren
Kosten.
◗ kann eine einwandfreie Hygiene gesichert werden.
◗ können die Qualitätsstandards der DGE eingehalten
werden.
◗ kann eine hohe sensorische Qualität erzielt werden.
◗ kann auf der Basis eines einheitlichen QM-Konzepts
eine größere Zahl von Schulen für relativ wenig Geld
zertifiziert werden.
38
tatt für jede der 40 Schulen des Landkreises Marburg-Biedenkopf ein eigenes Süppchen zu kochen, will dieser
zusammen mit der AG-Schulverpflegung
der Hochschule Niederrhein (AGS) ein professionelles und zentralisiertes Modellsystem entwickeln und evaluieren. Der AGS
kommt die Aufgabe zu, alle Prozesse mit
den Instrumenten der Zertifizierungsmodule zu überwachen und kritisch zu begleiten
– von der Speisenproduktion, über den
Transport bis hin zur ordnungsgemäßen Behandlung in der Schule. Mit der Einhaltung
der Zertifizierungsstandards der AGS werden automatisch die Qualitätsstandards der
DGE umgesetzt.
Das Pilotprojekt, das am Beispiel des Verpflegungssystems Cook & Chill die Eignung
temperaturentkoppelter Systeme prüft,
wird sich zunächst auf eine Schule konzentrieren und erste Ergebnisse in einem Jahr
hervorbringen.
S
Die Redaktion hat Prof. Dr. Volker Peinelt
von der Hochschule Niederrhein, der das
Projekt initiiert hat, dazu befragt:
Herr Peinelt, was will die AGS mit diesem Projekt primär beweisen?
Es soll gezeigt werden, dass die Arbeiten
in Schulmensen, die
als reine Ausgabeküchen mit temperaturentkoppelten Systemen ausgelegt sind,
auch von Nichtfachkräften zur vollsten
Zufriedenheit erlernt werden können. Diese
Anforderung gilt als erfüllt, wenn die verschiedenen Prozesse bei der Behandlung
der Speisen in der Schule einwandfrei beherrscht werden. Dadurch kann sowohl die
Vollwertigkeit der Speisen als auch deren
hygienische Unbedenklichkeit sichergestellt
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: privat, Sodexo/Trendmeal
Auf einen Blick
Konzepte
werden. Es soll auch gezeigt werden, dass die Kosten eines solchen
Systems günstiger einzustufen sind als beim Selbstkochen. Hierbei
werden die Vollkosten betrachtet, was sonst meist nicht der Fall ist.
Wichtig ist der letztliche Ansatz, dass auf der Basis derartiger Mitarbeiter und mithilfe eines einheitlichen QM-Systems und gut umsetzbarer Arbeitsunterlagen eine Gruppen-Zertifizierung realisiert
werden kann – mit geringerem Überprüfungsaufwand und Kosten.
Wie werden Sie die Qualifizierung des ungelernten Personals organisieren und prüfen?
Die berufsfachliche Qualifizierung der Nichtfachkräfte übernimmt
unser Projektpartner Integral, ein Spezialist für Ausbildungen und
Umschulungen unter anderem in der Großgastronomie. Unterstützt wird Integral von überregionalen Stellen wie der Bundesagentur für Arbeit. Das Personal hat nichts mit der Speisenproduktion zu tun, muss aber sämtliche Aufgaben in der Schulmensa erledigen – von der fachgerechten Speisenannahme bis zur Ausgabe.
Die Qualifikation bezieht sich also auf die richtige Handhabung der
Speisen in sogenannten Aufbereitungsküchen.
Diese Prozesse werden von der AGS durch regelmäßige und wesentlich ausführlichere Audits als sonst überwacht. Etwaige
Schwachstellen und entsprechende Verbesserungsvorschläge können die Fachkräfte von Integral dann aufgreifen und nachschulen.
Warum wird das Personal nicht zu Fachkräften umgeschult?
Die Umschulung von Arbeitslosen ohne gastronomische Ausbildung zu Fachkräften wie Köchen wäre viel aufwendiger und teurer.
Ein temperaturentkoppeltes System benötigt außerdem weniger
Köche als eine Zubereitungsküche. Erfahrungen weisen darauf hin,
dass die erforderlichen Arbeiten von gut geschulten, ungelernten
Kräften einwandfrei ausgeführt werden können. Das macht das
Konzept ja so interessant.
Eingeweihte wissen, dass Köche ohnehin kaum motiviert sind, in einer reinen Aufbereitungsküche zu arbeiten. Im Übrigen ist davon
auszugehen, dass temperaturentkoppelte Systeme zunehmen werden, nicht nur in der Schulverpflegung. Mit gut geschulten Mitarbeitern ließe sich der Bedarf wohl decken. Hier sehen die Arbeitsagenturen ein interessantes Betätigungsfeld. Das Projekt hat insofern auch einen wichtigen arbeitsmarktpolitischen Hintergrund.
Sie verfolgen den Anspruch, ein professionelles Schulverpflegungskonzept zu realisieren. Kommen dann zumindest
in der Zentralküche Profis zum Einsatz?
Für die Speisenproduktion und den Transport haben wir das Hochheimer Cateringunternehmen Sodexo gewonnen. Es ist schon lange
in der Schulverpflegung tätig und verfügt bei Cook & Chill über viel
Erfahrung. Einzelne Produktionsstätten wurden von der AGS zertifiziert und mit dem höchsten Gütesiegel ausgezeichnet. Ein professionelles Konzept darf übrigens durchaus angelernte Kräfte einschließen.
Selbst in den besten Küchen gibt es einige ungelernte Kräfte.
tungsküchen in Schulen wird von der AGS zur Verfügung gestellt.
Wir gewährleisten die Professionalität zudem durch die umfangreiche Prüfung und kritische Begleitung. Außerdem: Wer von uns
zertifiziert wurde, hat nicht nur seine Professionalität bewiesen,
sondern sich verpflichtet, diese beizubehalten.
Was ist, wenn den Schülern das Konzept nicht „schmeckt“?
Mit temperaturentkoppelten Systemen kann eine sehr hohe sensorische Qualität erreicht werden. Um das zu belegen, werden Akzeptanzbefragungen
„Wir hoffen, dass sich die hochgesteckten Ziele
durchgeführt. Wir gehen davon aus, dass erreichen lassen und der Ansatz als Vorbild für
die Qualität weit über andere dienen kann.“
dem Durchschnitt liegt Prof. Dr. Volker Peinelt
und mindestens mit der Note „gut“ abschneidet. Im Reklamationsmanagementsystem, einer weiteren Zertifizierungsvoraussetzung, muss dargelegt werden, dass die Kritik von Schülern auch
weiterverfolgt wird. Dann ist eine hohe Akzeptanz die logische Folge.
Wann ist mit ersten Ergebnissen zu rechnen?
Die Hauptphase dauert ein Jahr. Ein Erfolg ist erreicht, wenn Zentralküche und Schule die Zertifizierung bestehen. Doch die Aussichten hierfür sind sehr gut. Die zweite, einjährige Phase besteht in
Nachkontrollen und Feinjustierungen.
Herr Peinelt, herzlichen Dank für das Gespräch!
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Was macht ein professionelles System im Wesentlichen aus?
Entscheidend ist, dass ein gutes QM-System besteht sowie jeder für
seine spezifische Aufgabe qualifiziert ist und regelmäßig geschult
und kontrolliert wird. Ein vereinfachtes QM-System für Aufberei3/2011 Schulverpflegung
39
Management
Die Küche als Aushängeschild
Wer nicht wirbt, der stirbt – das gilt auch für eine Schulmensa. Schmackhaftes Essen
genügt nicht, um Schüler als Gäste zu gewinnen. Das Verpflegungskonzept muss aktiv
und ganzheitlich vermarktet werden.
ie Morgenlektüre der Lokalzeitung
verhagelte der Schulleitung eines
Dreieicher Gymnasiums gründlich
den Tag: Was Nachbarn der Schule seit geraumer Zeit regelmäßig zur Mittagsstunde
bemerkten, war nun auch einem Journalisten aufgefallen, der postwendend eine
reißerische Story daraus gestrickt hatte.
Von hungrigen Schülern war darin die Rede, die sich täglich vor den Toren der Schule von diversen Lieferdiensten mit Pizza,
Döner & Co. versorgen ließen, weil das
Essen in der Schulmensa „nicht schmecke“,
„zu wenig“ und „zu teuer“ sei. Schulleitung
Fotos: Palux, © Elke Sawistowski/Pixelio, Ornamin
D
Weg von der „Schülerspeisung“ – die Schüler wollen Gäste
sein, sich ihr Essen auswählen können und mitsprechen.
40
Schulverpflegung 3/2011
Management
und Mensabetreiber kamen in der einseitigen Story leider nicht zu Wort. Das ansonsten tadellose Image des Gymnasiums erlitt
einen Kratzer. Daran änderte auch ein zweiter Artikel nichts, mit dem die Schule den
ramponierten Ruf ihrer Mittagsverpflegung
wieder gerade zu rücken versuchte.
Welche Schlagkraft negative Mundpropaganda hat, ist in allen Bereichen der Gastronomie bekannt und gefürchtet. Sie schürt
Stimmungen und kann letztlich zum Boykott führen – das gilt auch für eine Mensa.
„Es genügt nicht, einfach nur ein warmes
Essen anzubieten“, warnt Sabine Chilla,
Inhaberin des Beratungsunternehmens Pro
Schulverpflegung. „Das Mensaangebot
muss in ein Vermarktungskonzept eingebunden sein. Nur so können Qualität und
Schülerzufriedenheit dauerhaft bewahrt
werden.“ Immer wieder fällt auf, dass
ehrenamtlich betriebene Mensen, in denen
Mütter hinter den Ausgabetheken stehen,
selten unter Akzeptanzproblemen leiden.
Das bestätigt auch Margret Löhr, Vorsitzende von Mensanet, einem Netzwerk von
inzwischen 45 ehrenamtlich betriebenen
Mensen in Baden-Württemberg. „Die
Identifikation mit der Mensa ist umso stärker, je intensiver Eltern und Schüler ihre
Interessen einbringen können.“ Dagegen
gibt es meist überall dort Probleme, wo es
Schnittstellen, aber kein Schnittstellenmanagement gibt. Typische Situation: Der
Caterer bringt das Essen, bildet aber mit
dem Ausgabepersonal keine Einheit. Der
Verzicht auf einen gemeinsamen Auftritt
und auf ganzheitliche Vermarktungsstrategien führt häufig dazu, dass bei aufkeimender Unzufriedenheit nicht einmal das Ausgabepersonal hinter dem Caterer steht.
„Das würde ich auch nicht essen wollen“,
sagte z. B. eine Ausgabekraft einer 11-jährigen Schülerin, als diese ihre überbackene
Zucchini in der Schulmensa reklamierte.
Dass eine solche Äußerung fatale Auswirkungen auf die Stimmung in einer Mensa
hat, ist verständlich.
Foto: Theimer
So wird die Mensa zum Erfolg
Der erste Baustein eines erfolgreichen
Marketingkonzepts ist die Einbindung aller
Beteiligten ins Mensageschehen. Kein
Mensaverein, kein Caterer sollte es versäumen, seine Dienstleistung in regelmäßigen
Abständen den Eltern vorzustellen. „Neue“
3/2011 Schulverpflegung
Mensabetreiber müssen das Angebot auf ihre Zielgruppe abstimmen. Mädchen essen z. B. gerne Salate. Für die
Mittagsverpflegung eignet sich z. B. eine Salatbar, für die Zwischenverpflegung bereits abgepackte Salate.
Eltern müssen das Produktionssystem, AusVariables Speisenkonzept
gabekonzept und die Speisenqualität ken„Die Schüler von heute kennen die Angenenlernen, damit sie ihren Sprösslingen verbote der Außer-Haus-Verpflegung und von
mitteln können: „Es ist wichtig und gut,
ihren Urlauben die üppig bestückten Hoteldass du dort isst.“ Informierte Eltern sind
buffets“, weiß Sabine Chilla. „Das macht
meist eher bereit, für Qualität einen angesie entsprechend anspruchsvoll. Sie wollen
messenen Preis zu zahlen. Schüler können
selbst entscheiden, was sie essen möchten.
in vielen Bereichen aktiv werden, von der
Und sie verlangen nach Auswahl.“ Caterer
Dekoration bis zur Mitarbeit am wöchentwie apetito haben das längst erkannt und
lichen Speiseplan. Wichtig ist, die gesamte
statten „ihre“ Mensen zunehmend mit Free
Einstellung zur Schülerverpflegung zu prüFlow-Konzepten aus. Wo ein reines Free
fen. Im Klartext heißt das:
Weg vom Muff der
„Schülerspeisung“, hin zu
einer Philosophie, die
Schüler als Gäste versteht.
„Es gibt tolle Mensen, die
Ihr Partner in Sachen:
aber schlecht genutzt
Wir schreiben SERVICE groß!
sind“, berichtet Sabine
Chilla aus der Praxis. „Die
legen einen furiosen Start
hin, doch schnell bröckeln
die Teilnehmerzahlen.“
Die Folge: Der Caterer
kompensiert den schwindenden Umsatz, indem er
an den Waren spart. Damit
sinkt die Qualität und die
Bereitschaft der Eltern, fürs
Mittagsmenü 3 bis 3,50 €
zu zahlen. „Der Knackpunkt ist die Akzeptanz“,
sagt die Beraterin, die
auch Praxisbegleiterin der
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Baden-Württemberg ist. Die Beraterin
macht die wichtigsten
Marketingkriterien fest, die
für Top oder Flop einer
Mensa entscheidend sind:
Betreiben von Schulshops
Rundum-Service bei der
Speisenausgabe
Reinigung der Speiseräume
Küchenhilfsarbeiten
Automatenservice
Unterstützung bei Veranstaltungen
Vor-Ort-Zubereitung der
Speisen
Gastronomische Dienstleistungsund Service GmbH
Hauptverwaltung
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41
Management
„Es genügt nicht, einfach nur ein warmes
Essen anzubieten, das Angebot muss in ein
Vermarktungskonzept eingebunden sein.“
Ansprechendes Ambiente
Sabine Chilla, Pro Schulverpflegung
Schüler wollen ihre
kurze Mittagspause
optimal nutzen. Auf
kurze Wartezeiten
bei der Speisenausgabe ist daher
sehr zu achten.
Flow-Konzept aus Platzgründen oder aufgrund der Gästestruktur nicht möglich ist,
könnte eine freie Komponentenwahl an der
Speisenausgabe eine Alternative sein, um
die Zufriedenheit zu verbessern. Schüler
sollten die Zusammenstellung ihres Menüs
weitgehend mitbestimmen können.
„Deshalb ist auch von Aufläufen abzuraten“, empfiehlt Sabine Chilla von Pro
Schulverpflegung. „Denn irgendetwas ist
immer dabei, was der Schüler nicht isst.“
Die Folge: Das ganze Gericht wird abgelehnt. Auch wenn es schnell gehen muss –
eine Abfertigung mit der Schöpfkelle Marke
„Feldküche“ verprellt auch den anspruchslosesten Gast. Vollbeladene Teller mit undefinierbaren Saucen sind tabu! Das Auge isst
bekanntlich mit – und auch Schüler legen
besonderen Wert auf die Optik der Gerichte. Schon mit wenigen Mitteln (z. B. frischen
Kräuter, Sprossen) können attraktive Akzente gesetzt werden.
Kurze Wartezeit
Schüler haben wenig Zeit. Und wer lange
in der Warteschlange vor der Speisenausgabe vertrödelt, der wird seinen Hunger
Sabine Chilla, Pro Schulverpflegung
vielleicht demnächst im Fastfood-Lokal um
die Ecke stillen. Die Einführung von Essensschichten kann eine Lösung sein. Je freier
das Verpflegungssystem, desto mehr muss
darauf geachtet werden, dass die Schüler
sich schnell und einfach orientieren können. Ein Schaukasten mit den angebotenen
Menüs, der bereits am Eingang der Mensa
steht, ist eine Entscheidungshilfe für den
unschlüssigen Gast. An Speisenausgaben
und Free Flow-Countern sollten die Angebote übersichtlich arrangiert und ausgeschildert sein – bei Bedarf personell unterstützt. Die Schüler sollten möglichst zügig
durch die Angebotszone geführt werden.
Ein bargeldloses Zahlungssystem sorgt für
reibungslose Abläufe.
Dass die Filialen von z. B. McDonald’s beliebte Treffs sind, hängt nicht nur mit der
Qualität von Burgern und Pommes zusammen. Die Systemgastronomie hat ihr Ohr
eng an der Zielgruppe, reagiert auf Trends
und setzt Trends. Statt die Fastfood-Tempel
als unerwünschte Konkurrenz zu verteufeln, sollten Mensabetreiber lieber von
deren Marketingstrategien in Sachen Ambiente lernen. Ein Beispiel für Schulen, die
genau dies getan haben, sind die weiterführenden Schulen in Recklinghausen (vgl.
Ausgabe 2/2011): Ihre Mensen wurden mit
abgetrennten, poppigen Lounge-Bereichen, Stehtischen mit Barhockern, InternetCountern und großen Flatscreens ausgestattet. Hier isst man nicht nur – hier trifft
man sich.
Nettes Ausgabepersonal
Wem macht es schon Freude, sich von
einem muffigen Kellner bedienen zu lassen? Auch Kinder und Jugendliche schätzen
ein Lächeln hinter der Ausgabetheke. „Die
Freundlichkeit des Personals ist ein wirksames Verkaufsinstrument“, betont Sabine
Chilla. Es kann sogar mit einem Essen
versöhnen, das vielleicht nicht ganz den
Erwartungen entspricht. Je persönlicher die
Atmosphäre, desto wohler fühlt sich der
Mensch. Schüler achten, genau wie Erwachsene, auf Sauberkeit. Ein ungepflegtes
Erscheinungsbild, ein fleckiger Kittel – all
dies wirft einen Schatten selbst auf das
tadelloseste Speisenangebot. Ein einheitliches, sauberes Outfit, sollte auch in der
Schulküche selbstverständlich sein, ebenso
wie eine Kopfbedeckung, um das – nicht
nur sprichwörtliche – „Haar in der Suppe“
zu vermeiden. Es lohnt sich deshalb für
Mensabetreiber, in die Professionalisierung
des Ausgabepersonals zu investieren, denn
dieses übernimmt eine wichtige Schlüsselfunktion in der Mensa – auch was Reklamationen angeht.
42
Schulverpflegung 3/2011
Fotos: privat, Nubert
Offensive Werbung
Manche Mensen machen aus ihrem Speisenangebot ein regelrechtes Geheimnis.
Man muss lange suchen, bis man überhaupt einen Speisenplan entdeckt. Damit
wird auf ein wichtiges Mittel der Verkaufsförderung verzichtet. „Viele Schüler wissen
erst an der Speisenausgabe, was es zu essen
Management
gibt“, sagt Sabine Chilla. Das sorgt nicht
nur für eine Verzögerung der Abläufe, sondern verschenkt auch Umsatzchancen. Die
Beraterin berichtet von einer Schule, die
bereits im Foyer auf einer großen Tafel über
das Tagesangebot informiert. „Da laufen
täglich Hunderte von Schülern vorbei, die
diese Werbung sehen. Viele lassen sich als
Gäste gewinnen.“ Ein Speisenplan muss die
Lust am Essen wecken. Hier kann man sich
z. B. Tipps von der traditionellen Gastronomie holen: Eine Suppe von Toskanischen
Tomaten mit Basilikumschaum und Bruschetta lässt sich dort erfolgreicher verkaufen, als eine simple Tomatensuppe mit
Croutons. Warum sollte man diesen Effekt
nicht auch für die Schulmensa nutzen?
Kinder und Jugendliche entscheiden stärker
mit den Augen. Deshalb kann es sinnvoll
sein, die Tagesmenüs mit guten (!) Fotos zu
bebildern. Zudem sollten die Mensabetreiber und Caterer jede Möglichkeit nutzen,
um die eigene Qualitätsphilosophie in das
rechte Licht zu rücken. Werden Bio-Produkte angeboten oder regionale Waren verwendet? Dann klären Sie über die Einkaufsquellen und Vorzüge auf! Sie wollen ungewöhnliche Beilagen, z. B. Hirse, Bulgur,
oder ähnliches, oder unbekannte Rezepte
einführen? Das ist auch in der Schule kein
Problem. Informieren und werben Sie für
Ihre Produkte oder bieten Sie kleine Kostproben an.
Noch mehr Tipps für ein erfolgreiches Self-Marketing!
◗ Zeigen Sie Profil! Nur wer sich von der Masse abhebt, bleibt im Gedächtnis.
◗ Pflegen Sie die Kommunikation mit Schülern, Eltern und Mitarbeitern! Transparenz ist die Voraussetzung für das Verständnis.
◗ Lernen Sie, von Kritik zu profitieren!
◗ Denken Sie sich in Ihre Gäste hinein. Wie möchten Sie und Ihre Leistungen von Ihren Gästen gesehen werden? Arbeiten Sie daran, genau dies zu erfüllen.
◗ Interessieren Sie die Medien für Ihr Tun! Ein Artikel, der über Ihre Konzepte, Aktionen oder Events
berichtet, ist die beste Werbung.
◗ Schaffen Sie Erlebnisse und Zusatzwerte für Ihre Gäste! Ob der Asia-Tag mit Wok-Station, das im
Schülerwettbewerb entwickelte „Dessert des Monats“ oder die Rabattaktion für treue Mensa-Esser
– was Restaurants und Betriebskasinos schon lange vormachen, können auch Schulverpfleger!
◗ Nutzen Sie Kooperationen für Ihre Aktionen! Viele Initiativen und Vereine könnten Ihre Tischgastaktion zum Event erheben. Vielleicht können der Landfrauenverein oder der lokale Apfelbauer einmal heimische Produkte vorstellen?
Zielgruppenorientierung
Kinder essen anders als Jugendliche,
Mädchen haben andere Vorlieben als Jungen. Dennoch wird in der Praxis kaum darauf Rücksicht genommen. Mensabetreiber
müssen wissen, welche Zielgruppe sie verpflegen und ihr Angebot darauf abstimmen. Mädchen essen gerne Salate, deshalb
sollte die Platzierung einer attraktiven Salatbar geprüft werden. Die Offerte für Schüler
mit Migrationshintergrund ist meist besonders dürftig. Die Ausklammerung von
Schweinefleisch genügt nicht. Sabine Chilla
berichtet von einer Schule mit 300
Schülern, 80 % davon mit Migrationshintergrund. „Diese Mensa gibt täglich nur
zehn bis 15 Essen aus.“ Ein plakativeres
Beispiel, wie man an einer Zielgruppe vorbeiwirtschaften kann, gibt es wohl selten.
Aktionen sind in der Gemeinschaftsverpflegung unverzichtbar geworden. Auch in der
Schulmensa können Aktionstage mit besonderen Angeboten als Gästemagnet wirken. Ob der Fußball-Burger zur FIFA-WM,
der Fitness-Joghurt-Drink zum Fun & FitAktionstag oder die schönsten Urlaubsmenüs nach den Sommerferien – Möglichkeiten, auch mit kleinen Mitteln ein Motto
umzusetzen, gibt es zuhauf. Wichtig dabei
immer: Peppige Dekoration nicht vergessen und die Speisenpläne entsprechend
gestalten!
Cornelia Liederbach
Hygienesicherheit neu erfunden: MTF
Die Bandtransportspülmaschine MTF sorgt in Großküchen für maximale Hygiene. Mit ihrem einmaligen Hygienekonzept erzielt sie perfekte Spülergebnisse bei höchster Wirtschaftlichkeit und ist dabei äußerst einfach über den Touchscreen zu bedienen. Eine vielfältige Auswahl an Transportbändern und der modulare Maschinenaufbau ermöglichen die individuelle Konfiguration der MTF nach Ihren spezifischen Anforderungen.
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3/2011 Schulverpflegung
43
Zwischenzeugnis
Viele Köche
verderben den Brei
ie Erstklässlerin piekst ihre Gabel in
eine Kartoffel, schiebt sie durch die
gelbgrüne Soße und führt den Bissen zum Mund. „Die Soße ist sehr scharf,
und die Kartoffeln schmecken mir nicht“,
sagt sie. Das hartgekochte Ei hat sie gar
nicht erst angerührt. Ihre Klassenkameradin
schüttet gerade die Nudelsuppe weg: „Sie
schmeckt viel zu salzig.“ Ähnliche Szenen
kann man an der Bernhard-GrzimekGrundschule in Lichtenberg fast täglich beobachten: Eltern, Schüler und die Pädagogen sind dort schon seit Jahren unzufrieden
mit ihrem Caterer. „Viele Kinder essen hier
überhaupt nicht mehr“, sagt die Elternsprecherin Manuela Schiller. Dabei sind die
Tage sehr lang an Berlins Ganztagsgrund-
D
„Die Entscheidung, in welchem Umfang
die Qualitätsstandards integriert werden,
liegt bei den Schulträgern.“
Michael Jäger, Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin
schulen. Viele Kinder bleiben bis 18 Uhr.
Damit die Kinder das durchhalten, steht
laut Senatsbildungsverwaltung an allen
Grundschulen „eine Essensversorgung für
außerunterrichtlich betreute Schüler zur
Verfügung“.
Trotzdem gehören Probleme mit der Essensqualität an vielen Berliner Grundschulen zum Alltag. Dabei gibt es für das Schulessen längst Qualitätskriterien – die in Berlin entwickelt und inzwischen von der
44
Deutschen Gesellschaft für Ernährung übernommen wurden1. Die Kriterien sehen unter anderem vor, dass mindestens zehn Prozent der Lebensmittel aus ökologischer
Landwirtschaft stammen müssen, und keine Light-Produkte, Geschmacksverstärker,
künstliche Farb- sowie synthetische Konservierungsstoffe verwendet werden sollen.
Verpflichtend sind die Kriterien allerdings
nicht. „In Berlin obliegt die Verantwortung
für das Mittagsangebot an den Grundschulen den Schulträgern“, sagt Michael Jäger
von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung – einem Verein, der Schulen bei der
Essensqualität berät. Die DGE-Kriterien seien ein Empfehlungs- und Orientierungsrahmen. „Die letztliche Entscheidung darüber,
in welchem Umfang oder mit welchen Ergänzungen diese Standards integriert werden, liegt bei den Schulträgern.“
Das Essen an Berlins Grundschulen wird
subventioniert. Während die Eltern an den
Schulen mit verpflichtendem Ganztagsbetrieb privatrechtliche Verträge mit den
Caterern schließen, werden an den Grundschulen mit freiwilligem Nachmittagsprogramm die Verträge zwischen den Caterern
und den Schulträgern – also meist den Bezirksämtern – geschlossen. Die Schulen sind
also formal gesehen gar keine Vertragspartner. Laut Schulgesetz soll die Schulkonferenz „zur Ausgestaltung des Essenangebots“ zwar angehört werden, die
tatsächliche Beteiligung wird in den Bezir-
Schulverpflegung 3/2011
Foto: Teamdress Stein
Bezirke, Eltern, Rektoren:
Alle reden mit beim Schulessen. Der Qualität
kommt das nicht unbedingt zugute.
Zwischenzeugnis
ken allerdings unterschiedlich gestaltet. So
kritisiert der Schulverpflegungsexperte
Michael Polster vom Deutschen Netzwerk
Schulverpflegung zum Beispiel, dass Lichtenberger Grundschulen nur durch eine
Blindverkostung auf die Auswahl des Caterers Einfluss nehmen können. Bei dieser
Blindverkostung erfahren die Teilnehmer
am Probeessen nicht, welcher Anbieter das
jeweilige Essen gekocht hat. „Dadurch können individuelle Wünsche einzelner Schulen nicht berücksichtigt werden“, sagt
Michael Polster. Schulen, die gute Erfahrungen mit einem Caterer machen, können
diesen nicht einfach weiter engagieren.
Oder, wie die Grzimek-Schule, nicht einfach den Caterer wechseln.
„Bei diesen Probeessen ist die Qualität eine
andere als in der täglichen Praxis“, sagt
Manuela Schiller. Das Bezirksamt hat für die
Grzimek-Schule inzwischen einen neuen
Vertrag mit dem kritisierten Caterer Sodexo
geschlossen – nach einer vorgeschriebenen
europaweiten Ausschreibung. Aus dem Bezirksamt heißt es, man habe das Schulessen
an der Grzimek-Schule auch in unangekündigten Qualitätskontrollen überprüft und
dabei keine Mängel entdeckt. „Aber wenn
die Kinder die Mahlzeiten nicht essen, ist
das doch auch eine Verschwendung von
Steuergeldern“, findet Manuela Schiller.
1,97 € kostet das Essen am Tag. Sodexo hat
gegenüber dem Tagesspiegel angekündigt,
„der Angelegenheit vor Ort noch mal nachzugehen, um eventuelle Unzufriedenheiten
zu klären und eine Lösung zu finden“.
In Pankow haben sich Eltern vor zwei Jahren gegen eine Neuausschreibung der
Caterer-Verträge gewehrt, bei der im Unterschied zu früheren Jahren „aus verwaltungstechnischen Gründen“ das Schulvotum nicht mehr berücksichtigt werden
sollte. Daraufhin befürchtete zum Beispiel
die Schule im Blumenviertel, erneut jenen
Caterer zu bekommen, mit dem sie bereits
Probleme hatte. „Engagierte Eltern haben
deshalb das Schulessen an mehreren
Standorten verkostet“, sagt Erika TakanoForck von der AG Schulessen des BEA Pankow. Die Eltern bemerkten bei ähnlichen
Preisen große Qualitätsunterschiede. Die
Bezirksverordnetenversammlung beschloss
deshalb, dass die Eltern auch weiterhin vom
Schulamt zum Thema gehört werden sollten. In der Folge setzten alle Schulen
Verkostungsjurys für die Auswahl ein. „Man
muss immer dranbleiben“, bilanziert Erika
Takano-Forck.
So hat etwa die Rixdorfer Grundschule in
Neukölln ihren Caterer nach Ablauf des Ver-
1 Anm. d. Red.: Berliner Qualitätsstandards:
http://www.vernetzungsstelle-berlin.de/fileadmin/downloadDateien/Berliner_Qualitaetskriterien_2005.pdf,
Qualitätsstandards der DGE:
http://www.vernetzungsstelle-berlin.de/fileadmin/downloadDateien/Neuauflage_Qualittsstandards_Schule_DGE.pdf
trags gewechselt, ebenso die Erika-MannGrundschule in Wedding. „Das Essen mag
nahrhaft gewesen sein, aber es hat den Kinder nicht geschmeckt“, sagt Rektorin Karin
Babbe. Heute essen ihre Schüler gerne – für
1,90 €. Der Caterer Sunshine bietet frisches
Essen, das schmeckt und appetitlich aussieht.
„Bei Probeessen ist die Qualität eine andere
als in der täglichen Praxis.“
Manuela Schiller, Elternsprecherin
Doch auch jenseits der Essensqualität gibt
es an vielen Berliner Grundschulen Probleme mit dem Mensabetrieb: Denn trotz der
Millionen Euro, die inzwischen in Schulmensen und Küchen geflossen sind, ist
längst nicht jeder Raum für einen effizienten Ganztagsbetrieb geeignet: An der
Mark-Twain-Grundschule in Reinickendorf
etwa bräuchten die Schüler eigentlich mehr
Platz. Damit alle Schüler zwischen 11.30
und 14.30 Uhr essen können, hat jede
Gruppe nur eine halbe Stunde Zeit. Zu wenig Raum hat auch die Mensa der Zehlendorfer Nordgrundschule. Und in der Mensa
der Bornholmer Grundschule in Prenzlauer
Berg hat Schulleiter Jochen Fuchs die große
Pause in zwei 25-minütige Pausen geteilt:
damit die Kinder nicht mehr so lange auf
ihr Essen warten müssen.
Rita Nikolow
(aus: Der Tagesspiegel, 28.3.2011)
M
A
D
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3/2011 Schulverpflegung
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… immer eine glänzende Qualität
Hygiene
H1N1-Virus
noch immer akut
Eine Analyse der aktuellen Todesfälle zeigt,
dass es zwar keinen Grund zur Panik gibt,
aber die vorhandene Gefahr, die vom
H1N1-Virus ausgeht, anhält. Nach einer
europäischen Studie hat sich das
Bewusstsein für Handhygiene verbessert,
aber nicht immer waschen sich alle die
Hände mit Seife oder warmem Wasser.
O
Fehler vorbeugen
Eine Handwaschung sollte grundsätzlich vor Arbeits-/Schulbeginn,
vor dem Essen, nach Pausen, nach dem Gang zur Toilette, dem Niesen oder Rauchen erfolgen. Zwei gängige Fehler beim Waschen der
Hände sind: sich
Durch Händetrocknen mit Papierhandtüchern, nicht genügend
werden 91 % der Bakterien beseitigt – und Zeit zu nehmen
dadurch Erkrankungen entscheidend reduziert. oder das Trocknen
Katrin Waschraum Studie, 2010 der Hände zu vernachlässigen. Die
richtige Handwäsche dauert ca. 20 Sekunden, einschließlich
Waschen der Finger, Fingerspitzen, Nägel, Handinnenflächen und
46
Handrücken. Eine gute Handhygiene endet dann mit einem
schonenden Trocknen, da feuchte Haut extrem zu Hautirritationen
neigt und dadurch das Risiko von Infektionen erhöht wird. Richtig
abgetrocknete Hände „beherbergen“ 50 % weniger Bakterien als
nachlässig getrocknete.
Warum Papiertücher?
Zahlreiche Studien belegen, dass es die beste Vorgehensweise ist,
die Hände mit einem Papierhandtuch abzutrocknen. Bei textilen
Handtüchern können Kreuzkontaminationen beim Anfassen eines
bereits von jemand anderem verwendeten Handtuch auftreten.
Warm-Luft-Trockner hinterlassen häufig feuchte Hände. Darüber
hinaus tragen sie zu einer erhöhten Keim- und Bakterienbildung
sowohl im Raumumfeld und besonders auch auf den Händen bei.
Warmlufttrockner wirbeln Bakterien auf bis zu 2 m Entfernung von
den Händen in die Luft. Dabei gilt: Je intensiver der Luftstrom,
desto weiter die Kontaminations-Verbreitung. Dem gegenüber
trocknen hochwertige Papierhandtücher die Hände schonender
und entfernen die allermeisten, unerwünschten Mikroorganismen.
Deshalb favorisieren 63 % der Nutzer, den Gebrauch von Papierhandtüchern, z. B. der Marke Katrin von Metsä Tissue.
www.metsatissue.com
Schulverpflegung 3/2011
Foto: Metsä Tissue
ftmals ist dieses Fehlverhalten nicht eine Frage der
Bereitschaft, sondern der Verfügbarkeit des Sanitärraumangebots. Korrekte Handhygiene ist die wirkungsvollste
Vorgehensweise, um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie
H1N1, Grippe und Durchfall vorzubeugen – ein gut funktionierendes
Hygienesystem reduziert die Anzahl der Erkrankungen – auch in
Schulen – entscheidend. Verdeutlicht wird es dadurch, dass 91 %
der Bakterien durch Handtrocknung mit Papiertüchern beseitigt werden, so die Ergebnisse der europäischen Katrin Waschraum-Studie.
Fotos: aid infodienst, Maggi Kochstudio, FrieslandCampina Professional,
Vossko, All Corporate Products, Milram, MKN Maschinenbau Kurt Neubauer
Tipps & Trends
aid infodienst
Verpflegungssysteme in der GV
Das neue aid-Heft ist eine fachliche
Hilfestellung bei der Entscheidung für
das passende Verpflegungssystem.
Es liefert einen Überblick über die
verschiedenen Systeme und zeigt
zielgruppentypische Ansprüche und
Besonderheiten auf. Außerdem stellt
es alle Systeme und praxisrelevanten
Aspekte wie Kosten, Flächen- und
Personalbedarf sowie ernährungsphysiologische Anforderungen,
Nährstoffveränderungen und
die hygienische
Qualität gegenüber. Eine
Checkliste und
der Vorschlag
einer Entscheidungsmatrix helfen
bei der Auswahl.
Daneben gibt es eine Übersicht der
gängigen Ausgabesysteme. Bonn: aid
infodienst: 56 Seiten, 6,50 €
Maggi Kochstudio (Hrsg.)
Kochspaß mit Kindern
Das neue Kochbuch aus dem Maggi
Kochstudio „Kochspaß mit Kindern“
zeigt auf 160 Seiten, wie Kinder beim
gemeinsamen Kochen spielerisch und
altersgerecht
einbezogen
werden können. Vom
Einkaufen und
der Zubereitung über tolle
Rezepte bis
hin zum Tischdecken und
gemeinsamen
Genießen werden
in dem Kochbuch hilfreiche Informationen für ein gelungenes Kochvergnügen
mit Kindern vermittelt. Wiesbaden: Tre
Torri Verlag, 160 Seiten, 9,95 €
Calciumquelle für Schüler
Das EU Schulmilch-Programm fördert die Abgabe von Milch, um häufig
bestehende Calciumdefizite bei Schülern auszugleichen. Die Landliebe
Schulmilch mit 1,5 % Fett gibt es als reine Milch oder in den Sorten
Erdbeer, Karamell, Schokolade oder Vanille. Eine 250-ml-Portion liefert
mindestens 271 mg Calcium (Erdbeer) und deckt den Tagesbedarf damit
mindestens zu 34 %. www.landliebe-schulmilch.de
Rasch regeneriert
Vorgegarte, tiefgekühlte Produkte aus Geflügel, Schweine- und Rindfleisch, die nur noch regeneriert werden
müssen, bietet Vossko als Voll- und Semi-ConvenienceProdukte an. Tiefgekühltes Geflügel hat zusätzlich einen
Hygienevorteil: Krankheitserreger werden bereits
während des Garprozesses beim Hersteller eliminiert.
Bleibt danach die Tiefkühltheke geschlossen, besteht
nahezu kein Risiko mehr www.vossko.de
Bekleidung für Schüler
All Corporate Products hält neben der großen Auswahl
an Berufsbekleidung in allen Größen nun auch eine
spezielle Kollektion an Schulbekleidung bereit. Grundlegend besteht sie aus Blusen, Poloshirts und Hosen.
Die individuellen Designs entstehen in Zusammenarbeit mit den Schulen und Internaten, sodass diese je
nach Bedarf und Image ausgestattet werden. Zusätzlich umfasst das Angebot auch Lorrybags oder
Rucksäcke. www.allcorporateproducts.de
Schnell und ergiebig
Mit nur 7 % Fett ist die Milram MultiCrème leicht, besonders gut bekömmlich
und deklarationsfrei auf der Speisekarte. Als Basis für süße und herzhafte
Kaltspeisen ist sie in drei Minuten zubereitet und bietet viel Ertrag bei wenig
Wareneinsatz. Die MultiCrème lässt sich zusammen mit den gewünschten Zutaten aufschlagen und verdoppelt dabei ihr Volumen bei einer einzigartigen moussigen Konsistenz. Direkt portioniert und dekoriert ist sie sofort servierfertig. Das
Produkt ist in der 1-kg-Packung erhältlich. www.milram.de
Effizienter Alleskönner
Mit dem HansDampf®Compact von MKN
findet professionelle Combikochtechnik
auch in der kleinsten Küche Platz. Trotz
seiner geringen Maße mit einer Breite
von nur 55 cm bietet der Kombidämpfer volle 6x1/1-GN-Kapazität und alle
Features der großen Modelle, das heißt
zuverlässige Garergebnisse und Multifunktionalität. Auf Wunsch kann er mit
WaveClean®, dem automatischen Reinigungssystem mit der patentierten
two-in-one-Kartusche ausgestattet
werden. www.mkn.de
3/2011 Schulverpflegung
47
Tipps & Trends
Gut versorgt
Hart im Nehmen
Besonders gut für die Schulverpflegung
geeignet ist das bruchsichere Geschirr
von Primeware Ceramics, das aus dem
Kunststoff Melamin gefertigt, aber optisch nicht von Porzellan zu unterscheiden ist. Die Tabletts, Mini-Schüsseln,
ovalen oder eckigen Schalen mit Deckeln
oder die Teller in zehn verschiedenen
Größen gibt es in Weiß und Schwarz. Die
Melaminprodukte sind lebensmittelecht,
spülmaschinen- und tiefkühlfest. Mit
rund einem Drittel weniger Gewicht als
Porzellan und einem Preis, der im Durchschnitt unter dem für deutsches Markenporzellan liegt, bieten sie zudem hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Handling Vorteile. www.primeware-ceramics.de
Meyer Menü beliefert Schulen täglich mit frisch gekochten, auch vegetarischen, Mittagsmenüs. Die Menüs sind
direkt nach der Anlieferung verzehrfertig und können
gegen einen geringen Aufpreis um einen Salat oder ein
Dessert ergänzt werden. Die Zubereitung der Menüs
erfolgt ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern und
Konservierungsstoffen. Um den Aufwand für Bestellund Zahlungsabwicklungen gering zu halten, stehen die
drei Servicepakete Basis, Comfort und All-Inclusive
zur Auswahl. www.meyer-menue.de
Berührend einfach
Mit seiner neuen Touch 'n' Steam-Serie hat Palux nun
eine Touchscreen-Bedienoberfläche bei allen Größen
im Programm. Je nach Anforderung und Bedarf kann
der Anwender zwischen zwei Bedienversionen wählen: Palux Touch 'n' Steam Basic, ausgestattet mit
Zubereitungsfunktionen wie Dämpfen, Heißluft und Vitalisieren, oder Touch 'n' Steam Comfort – vom manuellen bis zum automatischen SmartCooking-Betrieb.
Anwenderspezifische Garprogramme können gespeichert und wieder aufgerufen werden. www.palux.de
Ab Mai gibt es eine neue Tortelloni-Variante im Sortiment
von La Pastica aus dem Hause Dr. Oetker Food-Service.
Die Tortelloni Kresse-Meerrettich ist mit Ricotta gefüllt
und besitzt eine feinherbe Kresse-Meerrettich-Note. Wie
alle La Pastica-Produkte sind die Tortelloni lose rollend
gefrostet, einzeln entnehmbar und damit gut zu kalkulieren. Die Tortelloni sind laut Hersteller garantiert gelingsicher, Cook & Chill-geeignet und regenerierfähig.
www.oetker-food-service.de
Impressum
Schulverpflegung
6. Jahrgang
◗ vereint mit KiSchuMe
◗ Offizielles Organ des DNSV
◗ Redaktioneller Partner
des VDOE
Verlag:
B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG
Verlagsniederlassung München
Postadresse: Postf. 34 01 33,
D-80098 München
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D-80333 München
Telefon:
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Telefax:
(089) 370 60-111
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Verlagsleitung und Chefredakteurin
(verantwortlich i.S.d.P.):
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Redaktion:
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-256 Michael Kohler -255
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Erscheint 5 x im Jahr, 28 Euro jährlich inkl. MwSt.,
Ausland 36 Euro inkl. Versandkosten. Einzelheft:
Inland 8 Euro. Der Abopreis für Verbandsangehörige des DNSV und des VDOE ist im Mitgliedsbeitrag
enthalten. Bestellungen direkt an den Verlag.
Kündigungsfrist: Nur schriftlich drei Monate vor
Ende des berechneten Bezugsjahres.
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83714 Miesbach
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Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte
übernimmt der Verlag keine Gewähr. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben
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besteht kein Ersatzanspruch. Für den Inhalt
der Werbeanzeigen ist das jeweilige Unternehmen verantwortlich.
Geschäftsführer der
B&L MedienGesellschaft mbH &
Co. KG, 40724 Hilden:
Harry Lietzenmayer
Gerichtsstand: Hilden
ISSN: 1863-0375
Der Informationsgemeinschaft zur
Feststellung der Verbreitung von
Werbeträgern angeschlossen.
Gemüse in Bestform
Bisher nur in 2,5-kg-Beuteln erhältlich, bietet Schne-frost die Avita
Gemüse-Frikadelle seit April auch
im 1.200-g-Motivbeutel an. Die
panadefreie und für Cook & Chill
geeignete Frikadelle, die es als
120-g- oder 75-g-Variante gibt,
kann schnell z. B. im Kombidämpfer, der Fritteuse oder der Pfanne
zubereitet werden. Bestehend aus
Möhren, Pastinaken, Erbsen, Romanesco, Mais, Zwiebeln und Kartoffeln bietet die Frikadelle vielfältige
Einsatzmöglichkeiten, z. B. als Beilage zu Salat, Fisch oder Nudeln.
Auf den Zusatz von künstlichen und
natürlichen Farbstoffen wird verzichtet. www.schne-frost.de
Fotos: Primeware Ceramics, Meyer Menü, Palux, Dr. Oetker Food-Service, Schne-frost
Pasta mit Pep
Tipps & Trends
Leichte Brotzeit
Fotos: Molkerei Weihenstephan, FrieslandCampina, iSi, Handelsgesellschaft Kümmel & Co.
Von erfrischend-mild bis würzig-pikant – die „Brotzeit“
aus der Molkerei Weihenstephan passt zu jedem Geschmack. Wahlweise ist der herzhafte Brotaufstrich z. B.
in den Varianten Tomate-Basilikum, Gurke-Dill, feine
Kräuter oder neu in der Sorte Paprika-Chili erhältlich und
eignet sich z. B. als Aufstrich, Dip oder zum Verfeinern von
Gerichten. Die „Brotzeit“ besteht aus 100 % Joghurt, ist
nicht wärmebehandelt und frei von Geschmacksverstärkern
und Konservierungsstoffen. www.molkerei-weihenstephan.de
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Dieses Dessert von iSi
und weitere Rezepte finden Sie
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rezepte.
Kleines Gerät, große Wirkung
Schnitzel ohne Fleisch
Valess heißt das neue vegetarische
Produkt von FrieslandCampina. Frische
Milch bildet die Grundlage für alle ValessProdukte – für 1 kg Valess werden 6 l
Milch verarbeitet. Je nach Geschmacksvorlieben gibt es die Filets auch mit Kräutern oder Käse. Für Schüler eignen sich
vor allem die Valess Schnitzel mit knuspriger Panade oder die kleinen Minis. Alle
Produkte sind reich an Milcheiweiß, Calcium und enthalten Ballaststoffe und können in der Pfanne, im Konvektomaten
oder in der Fritteuse zubereitet werden.
www.valess-professional.de
Bauernhof-Urlaub
Wander-Urlaub
Desserts, Suppen, Saucen, Joghurtvavariationen oder Toppings – die kleinen
Geräte von iSi sind vielseitig einsetzbar.
Egal, ob der iSi Gourmet WhipPlus, der
Thermo WhipPlus oder der Thermo
Xpress Whip, alle Geräte verfügen über
ein
hohes Aufschlagvolumen, sind einfach zu bedienen und kommen ohne
Strom aus. Beim Einsatz der iSi-Geräte kann auf Zusatzstoffe verzichtet werden, d. h. die aufgeschäumten Speisen bleiben pur im Geschmack und enthalten alle
wertvollen Inhaltsstoffe, z. B. Vitamine. Rezeptideen gibt es auf www.isideutschland.de.
Schule als Marke
Um sich nach außen hin prägnant zu präsentieren und
den inneren Zusammenhalt zu stärken, bietet Schulbekleidung eine gute Möglichkeit. Die bundesweite Initiative
Dress for School der Handelsgesellschaft Kümmel & Co.
liefert hier kompetente Unterstützung, von der Beratung
und den Textilien bis zum Vertrieb, z. B. im Rahmen eines
Schulshops. Die Kollektionen umfassen Oberbekleidungsstücke in verschiedenen Farben, Schnitten und Größen.
Auf Wunsch können die Textilien auch mit dem Schullogo
individualisiert werden. www.dress-for-school.de
Wellness-Urlaub
Kostenlose Info-Pakete
Mit je bis zu 10 verschiedenen Katalogen
+ Urlaubsführer mit 300 Anbietern weltweit
Bitte Info-Paket(e) senden für:
Fahrrad-Urlaub
Städte
Familien-Urlaub
Einfach Coupon ausfüllen, ausschneiden und senden an:
oder faxen an: 089/370
Absender:
Vorname, Name:
Straße, Hausnummer:
PLZ, Ort:
Telefon:
60 111
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B&L MedienGesellschaft mbH & Co. KG
Augustenstraße 10
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Schulverpflegung
Wichtige Internetadressen
Informationen im Netz
Planloses Herumsuchen im Internet kostet Zeit und Nerven. Ein Wegweiser sind die folgenden Internet-Links
zu weiterführenden Internetseiten rund um die Themen Ernährung, Bewegung und Ganztagsschulen.
Ernährung
www.was-wir-essen.de
Informationen über Lebensmittel,
u. a. Erzeugung, Verarbeitung und
Kontrolle.
www.powerbreak.de
Der aus Ernährunswissenschaftlern,
Köchen, Pädagogen und Psychologen
bestehende Verein „Powerbreak“ fördert das Ernährungsverhalten von (besonders auch sozial benachteiligten)
Kindern und Jugendlichen, engagiert
sich für eine verbesserte Schulverpflegung und den Einsatz von Bio-Produkten.
www.bzga-kinderuebergewicht.de
Das Internetportal der Zentrale für
gesundheitliche Aufklärung zum
Thema übergewichtige Kinder und
Jugendliche richtet sich an betroffene
Eltern und Fachkräfte.
www.essprobleme.de
Informative Seite einer Selbsthilfegruppe für Jugendliche mit
Essstörungen.
Gentechnik
www.transgen.de
Datenbank mit Informationen über
gentechnische Veränderungen bei
Pflanzen, Lebensmitteln, Zutaten
und Zusatzstoffen.
www.greenpeace.de
Greenpeace-Ratgeber mit Produkten
und Herstellern, die mit oder ohne
Gentechnik arbeiten.
www.verbraucherfenster.de
Wissenschaftliche Hintergrundinf
ormationen und Datenbanken der
Hessischen Landesregierung zum
Verbraucherschutz.
www.rki.de
Das Robert Koch-Institut eine Datenbank zugelassener Freisetzungsversuche sowie Links zum Gentechnikgesetz.
www.5amtag.de
Deutschlandweite Gesundheitskampagne von Ernährπsenschaftlern, Medizinern, Gesundheitsorganisationen
und Wirtschaftspartnern.
www.bll.de
Der Bund für Lebensmittelrecht und
Lebensmittelkunde e.V. bietet eine
Vielzahl von Informationen über
Lebensmittel, präsentiert aktuelle
Entwicklungen und Broschüren in
digitaler Form.
www.zusatzstoffe-online.de
Umfangreiche Informationen, Links
und eine Datenbank der VerbraucherInitiative zum Thema Zusatzstoffe.
www.bfa-ernaehrung.de
/bestrahlung
Aktuelle Mitteilungen über die Forschungsaktivitäten der Bundesforschungsanstalt für Ernährung.
www.fke-do.de
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund untersucht
die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Wachstum und Stoffwechsel
von Kindern und Jugendlichen mit
dem Ziel, wesentliche Beiträge zur
Förderung von Gesundheit und Entwicklung im Wachstumsalter durch
eine verbesserte Ernährung zu leisten.
Ess-Störungen
www.essstoerungen-frankfurt.de
Das Frankfurter Zentrum für Ess-Störungen bietet auf der Internetplattform Informationen zur Prävention,
Beratung und Behandlung von Essstörungen. Zudem wird eine Internetberatung angeboten.
50
www.magersucht.de
Informationsdienst zur Magersucht
und Essstörungen, mit präventiven
Maßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit,
Beratung und interaktiver Plattform
zum Erfahrungsaustausch.
Gesundheit
www.schuleundgesundheit.hessen.de
Das Internetportal des Hessischen
Kultusministeriums bündelt die Maßnahmen aller mit Gesundheit befassten Arbeitsbereiche und betrachtet
die Gesundheitsförderung als Prozess
der Schulentwicklung.
www.hage.de
Netzwerk für Gesundheitserziehung
Hessen – Wissenswertes und Aktuelles
zu den Themen Gesundheitsförderung und Prävention.
www.bzga.de
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist der themenübergreifende
Schwerpunkt der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung. Zielgruppe: Lehrer.
www.ugb.de
Fachinformationen, Weiterbildungen
und praktische Tipps von den Vereinen für Unabhängige Gesundheitsberatung für zeitgemäße Ernährung und
gesunde Lebensweise.
Ökologischer Landbau
www.biofoodproject.de
Informationsportal für Jugendliche.
Schwerpunkte sind die Grundlagen
des Ökolandbaus und die wichtigsten
Regeln für gesunde Ernährung.
www.biokannjeder.de
Bundesweite praxisorientierte Informationskampagne für Ganztagsschulen, Kitas und Kliniken zum Thema
Bio-Verpflegung.
www.bio-find-ich-kuhl.de
Ökologischer Landbau und Ernährung
für Kinder und Jugendliche.
www.allesoeko.net
Informationen der Verbraucherzentralen zu Fragen rund um Öko-Landbau.
Schule
www.ganztagsschulverband.de
Ziel ist die Förderung und Entwicklung von Ganztagsschulen in allen
Bundesländern. Die Homepage informiert ausführlich über Aktuelles,
Veröffentlichungen, Tagungen und
Kongresse.
www.ganztagsschulen.org
Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung bietet Informationen
zum Thema Ganztagsschulen mit
Adressen, Links und Veranstaltungshinweisen.
www.bundeselternrat.de
Der Bundeselternrat berichtet auf
seiner Homepage ausführlich über
Aktuelles, Stellungnahmen, Vorträge,
Tagungen und Termine.
www.gesund-macht-schule.de
Die AOK Rheinland/Hamburg und
die Ärztekammern Nordrhein und
Hamburg unterstützen mit dem
Projekt „Gesundheitsförderung und
Gesundheitserziehung in der Primarstufe“ die Zusammenarbeit von Schule, Schülern, Ärzten und Eltern im
Bereich der Kindergesundheit.
Schulverpflegung
www.ag-schulverpflegung.de
Die Hochschule Niederrhein bietet eine
bundesweite Überprüfung der Schulverpflegung an, differenziert
u. a. nach Produktion, Ausgabe und
Pausenverpflegung. Im Erfolgsfall kann
ein Zertifikat erworben werden. Relevante Informationen zur Zertifizierung
sowie Informationen zum Thema
Schulverpflegung stehen zum Download zur Verfügung.
www.schuleplusessen.de
„Schule + Essen = Note 1“ ist ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e.V. (DGE) zur Schulverpflegung.
www.kuschu.de
Das Kuratorium Schulverpflegung versteht sich als Diskussionsforum und
Informationsbörse zum Thema Schulfrühstück, Pausenverkauf, Schulcafeteria und Ernährung im Unterricht.
www.in-form.de
In Form, die Initiative für gesunde
Ernährung und mehr Bewegung des
Bundesministeriums für gesunde
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz listet unter dem Link
Kita und Schule die bundesweiten
Vernetzungsstellen Schulverpflegung
auf. Jedes Bundesland verfügt über
eine eigene Vernetzungsstelle, die Interessierten mit Rat und Tat zur Seite
steht, z. B. Informationen zur Schulverpflegung liefert, Veranstaltungen
ausrichtet oder Kontakte vermittelt.
www.aid.de
Informationsplattform zum Thema
Außer-Haus-Verpflegung mit Tipps
zur Schulverpflegung, z. B. zu Hygiene, Lebensmittelrecht, Speisenplanung sowie Küche und Technik.
Seiten für/ mit Schüler/n
www.talkingfood.de
Anlaufstelle und Portal für Fragen
zum Thema Lebensmittelsicherheit.
Hauptzielgruppe sind Jugendliche
im Alter von 12 bis 18 Jahren sowie
Lehrer, Eltern und Medien.
Verbraucherinformationen
www.verbraucherministerium.de
Viele Informationen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
www.verbraucher.de/ernaehrung
Unter der Rubrik „Angebot für Lehrer/Schulen“ finden sich praxisorientierte Informationen und Hinweise,
unter anderem ein Leitfaden für das
Essen in Ganztagsschulen und Tipps
zur gesunden Pausen- und Zwischenverpflegung.
www.vz-nrw.de
Die Verbraucherzentrale NRW veröffentlicht unter der Rubrik Ernährung
Informationen z. B. zu den Themen
Lebensmittelrecht, Nahrungsergänzung und Schulverpflegung. Auch
Ernährungsempfehlungen und Beratungsangebote werden gegeben.
Schulverpflegung 3/2011
GESUCHT & GEFUNDEN
TERMINE
Bestell- und
Abrechnungssysteme
Kaffeemaschinen
8. Juni 2011
Brackenheim
Mehr Bio-Produkte in der Schulverpflegung
Thema: Mehr Bio-Produkte in der
Schulverpflegung
Die Veranstaltung zeigt Strategien
zur Einführung von Bio-Produkten
in der Schulverpflegung auf und
lässt Experten aus der Praxis zu
Wort kommen, z. B. Bertold Kohm
von der Servicegesellschaft Nordbaden, der mit einem Bio-Anteil von
10 % Schulen beliefert. Andreas
Greiner von Ökonsult gibt zudem
praktische Tipps bei der Suche nach
Bio-Lieferanten. Die Veranstaltung
ist kostenlos, die Teilnehmerzahl
begrenzt – eine schriftliche
Anmeldung ist erforderlich.
Zielgruppe: Verantwortliche aus
Schulmensen und Verwaltung
Termin: 8.6.2011, 14-18 Uhr
Ort: Spielberger Mühle,
Brackenheim bei Heilbronn
Anmeldung: Andreas Greiner,
Tel. (0711) 67 44 74 67,
[email protected]
2 Tage Praxisschulung Schulverpflegung
Melitta SystemService
Ihr Systempartner für die Kaffeeversorgung
Zechenstr. 60 ‡ 32429 Minden
www.melittasystemservice.de
Tel.: 0571 50 49 0 ‡ [email protected]
Gesunde Ernährung
EUROTOQUES
STIFTUNG
7./8. Juli 2011
Rotenburg an der Fulda
Wollen auch Sie nicht länger nur reden, sondern handeln?
Thema: 2 Tage Praxisschulung
„Schulverpflegung – aber wie?“
Die zweitägige Praxisschulung
liefert Entscheidungshilfe bei der
Schulverpflegung – insbesondere
geht es um die Frage selber kochen
oder einen externen Caterer
beliefern lassen? Zudem werden
die Küchen- bzw. Regenerierausrüstung sowie die Anforderungen
an die Speisen und das Ausgabepersonal behandelt. Für eine
realistische Einschätzung werden
mit den Teilnehmern die einzelnen
Prozessschritte live durchgespielt,
vom gemeinsamen Kochen über
den Transport bis hin zur Präsentation und der Ausgabe der Speisen.
Zielgruppe: Führungs- und Fachkräfte aus Großküchen, Entscheider
aus Schulen
Termine: 7./8.7.2011 oder
13./14.10.2011
Ort: Herz- und Kreislaufzentrum,
Heinz-Meise-Str. 100, Rotenburg
an der Fulda
Infos und Anmeldung unter der
Homepage www.teamgast.de/
Schulverpflegung/SchulverpflegungStart.html
7.9.2011
Lüneburg
Durch Ihre Spende unterstützen Sie den Geschmacksunterricht an Schulen
– der Weg zur körpergerechten Ernährung.
Geschäftsstelle Eurotoques-Stiftung,
Winnender Straße 12, 73667 Kaisersbach-Ebni
Tel: 07184/2918-112 Fax: 07184/2918-114
E-Mail: [email protected] • www.Eurotoques.de
Spendenkonto: 7883500421, Baden-Württembergische Bank Stuttgart 60050101
Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, Mitglied im Initiativkreis
Stuttgarter Stiftungen, Mitglied im Bundesverband der Verbraucherverbände e.V.
Sie wollen
bekannter werden?
Niedersachsen lernt lecker
Thema: Niedersachsen lernt lecker!
Mittagessen an Schulen nachhaltig
gestalten
Ziel der Fachtagung ist es, praxisnahe Lösungsansätze zum Gelingen einer erfolgreichen und nachhaltigen Mittagsverpflegung
vorzustellen, gemeinsam zu
erarbeiten und weiter zu geben.
Neben Fachvorträgen werden
verschieden bewährte Modelle aus
der Praxis vorgestellt und im
Rahmen von Workshops die unter-
Das Resultat von Fastfood und falscher Ernährung
sind übergewichtige Kinder und Jugendliche.
schiedlichen Herausforderungen,
Problemstellungen und Umsatzstrategien für die einzelnen Akteure
der Schulverpflegung diskutiert.
Zielgruppe: Schulen, verantwortliche Entscheidungsträger, Interessierte an der Schulverpflegung
Termin: 7.9.2011
Ort: Campus der Leuphana
Universität Lüneburg
Anmeldung: ab Juni unter
www.dgevesch-ni.de und
www.leuphana.de/zag
Kein Problem,
hier ist Platz für Ihre Adresse und
das Produkt-Portfolio.
Erfragen Sie unsere Sonderkonditionen
unter
Tel. (089) 370 60-200
24.8.2011
Koblenz
Kita Fit mach mit
Thema: Kita Fit mach mit!
Durch das Tagesseminar, das im
Gastronomischen Bildungszentrum
Koblenz e. V. stattfindet, führt die
Dipl.-Oecotrophologin Maren
Berdel. Die Ernährungsberaterin
der DGE klärt Fragen zur Verpflegung von Kindern. Um die Sicherheit im Umgang mit Lebensmittelauswahl, -zubereitung und Hygiene
zu steigern, werden die Informationen praxisnah vermittelt. Im Fokus
stehen u. a. der Umgang mit Refe-
renzwerten, Nährstoffempfehlungen sowie rechtliche Grundlagen.
Zielgruppe: Verantwortliche für
die Planung und Zubereitung von
Mahlzeiten in Kitas, Erzieher und
Hauswirtschafter; maximal 15 Teilnehmer
Termin: 24.8.2011
Ort: GBZ Koblenz
Infos und Anmeldung: auf der
Homepage www.forum-diaetetik.de
unter der Rubrik Tagesseminare
oder unter [email protected]
Die beliebten fröhlichen, bunten Figuren von
Rudi Diessner, einem Künstler mit DownSyndrom, schmücken die Produkte der
Lebenshilfe. Diese und weitere Geschenkideen sowie exklusive Produkte aus
Behinderten-Werkstätten finden Sie unter:
www.lebenshilfe-shop.de
DNSV – Wer oder was ist das?
Der Verein Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e. V. (DNSV)
will sich der Verbesserung der Qualität in der Schulverpflegung
widmen. Ziel ist die qualitative sowie organisatorische Verbesserung des Schulessens. In enger Verknüpfung zwischen Praxis
und Theorie macht es sich das Netzwerk zur Aufgabe, alle Beteiligten wie Schulträger, Lehrer, Eltern- und Schülerinitiativen,
Interessenverbände, Industrie und Politik unter einem Dach und
Netzwerk zu vereinen.
Vorträge
Referate
Messen
Roadshow
Veranstaltungen
Das Netzwerk, in welchem sich alle Interessierten, die die
Zielstellung des Vereins anerkennen, zu regelmäßigen Veranstaltungen treffen, dient der Förderung des Themas „Gesunde
und schmackhafte Ernährung von Kindern und Jugendlichen“
im Rahmen der Schulverpflegung.
Erfahrungsaustausch
innerhalb der
Europäischen
Union
Wer kann Mitglied werden?
Die Teilnahme an diesem Netzwerk ist für alle offen, die die
Ziele des Vereins anerkennen. Das Netzwerk bildet eine nicht
kommerzielle Organisationsform, in der die Teilnehmer strategische und/oder aktive Initiativen zur Förderung der definierten
Zwecke entwickeln.
Der Mix zwischen Beratung und aktiver Mitarbeit in Form von
Seminaren und gemeinsamen Veranstaltungen ist ein wichtiger
Bestandteil zur Förderung des Netzwerks und seiner Wirkung
in der Öffentlichkeit.
Schulverwaltung
Kommune
Stadt
Praxis
Pressearbeit
Politik
Ministerien
Bund/Land
Bundesweite
Integration
Vernetzungsstellen
Schulverpflegung
Wie gelingt das Netzwerken?
✔ Gemeinsame Messeauftritte unter dem Dach des DNSV
✔ Jährliche Netzwerktreffen
✔ Regelmäßiger Newsletter mit Brancheninformationen
✔ Direkte Kontakte zur Wissenschaft und deren neuesten
Erkenntnissen
✔
✔
✔
Persönliche Kontakte zu Entscheidern vor Ort
Zusammenschluss kompetenter Partner aus
verschiedenen Bereichen
und und und...
Netzwerken Sie mit –
ein Netzwerk lebt durch die Ideen
und Anregungen seiner Mitglieder!
Kontakt:
Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V.
Köpenicker Allee 38
10318 Berlin
www.schulverpflegungev.net
[email protected]
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