Kompoststall

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Der Kompoststall bietet den Kühen eine grosszügige und weiche Liegefläche.
Kompoststall:
Mehr Freiheit für die Kühe
W
Der Kompoststall für
Kühe wird bereits in
mehreren Nachbarländern erprobt. Der
LANDfreund hat
nachgefragt, wie gut
er in der Praxis
funktioniert.
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LANDfreund . 212012
ir haben uns in Deutschland
einen Be trieb mit Kompoststall anges chaut und schon
bei der Rückfah r t stand fest: So einen bauen wir auch». berichten .10sef und Carmen Brandacher. Der Betrieb bewirtschaftet einen vo n zwö lf
Kompostställen in Österreich. Einige
weitere Betriebe befinden sich gerade in Bau .
Vom Stallbaudesign ist ein Kompoststall vergleichbar mit einom herkömmlichen Zweiraumlaufstall. Entwickelt wurde das Korn postslallkonzept in Is rael und in den USA. Es
ber uht auf einer aeroben ZerseLzw1g
von organischem Material. Anstatt
von Stroh we rden Sägespäne, Sch leifstaub , Sägemehl. lI ackschnitzol. MJscanthus (Elefantengras) bis zu ein em
Drittel beigemischt und Maisspindeln
als Einstreu verwendet.
Als Basis dient eine etwa 20 bis
25 cm hohe Einslreuschicht, die in
don Stall eingobracht wird. In dieser
Schicht läuft unter optimalen Bedin~
gun gen der Ko mpostierungs prozess
ab, zur Prozesssicherheit kann entweder fertiger Kompost oder Pferdemist beigemengt werden oder als
«Beschleunigen> wirken.
Betrieb Brandacher:
Anbau in offener Bauweise
Im Jahr 2008 trar die Familie Brandacher aus Hochburg-Ach die Entscheid ung, ihren Betrieb aufzustocken
und
im
Vollerwerb
weiterzuführen. Nach der Besichtigung des
Betriebes in Hessen entschi eden s ie
sich für den Bau eines Kompoststalles.
Baulich wurde die Süd-Ostwand
des bestehenden Stallgebäudes ent-
BETRIEBSLEITUNG
fernt und der neue Stall angebaut. Die
Längswand des nouen Stallteiles ist in
offener Bauweise mit herabrollbaren
Curtains ausgeführt. Am Dach befindet sich eine First- Entlüftung.
Über einen Vorplatz gelangen die
Kühe in den Melkraum. Jeder Kuh
steht eine freie Liegcnäche von etwa
10m ~ zur Verfügung. Der Neubau
liegt etwa 85 cm unter dem Altbauniveau. Aus heutigen Erk enntnissen
reicht eine Absenkung von 40 bis
50 cm. Um zum Fressgang zu gelangen, müssen die Tiere einen Höhen unterschied von maximal 35 cm
überwinden. Der Fressgang selbst
ist als Spaltenbodell mit Gummiauflage ausgeführt. Die Fütterung erfolgt automatisch mit e inem «Butlef». Gemolken wird in einem
2 x 3erTandemmelkstand.
Um Abhi lfe bei sehr hohen Temperaturen im Sommer zu schaffen, wurde ein Radialventilator sowie eine
Sprinkleranlage zwn Benetzen mit
Wasser installiert. Ei n Auslauf ist vorhanden, doch den benutzen die Tiere
erst seit dem Einbau einer Heuraufe
und dem Aufstellen der Kraftfutterstation. Die Bauzeit betrug etwa sechs
Monate mit angefallenen Baukosten
von ca. 220'OOO€ (ink!. lIoftrac). Der
Zu- und Umbau wurde auch vom
Land Oberösterreich gefördert.
38 Kühe stehen momentan im Kompoststall. Für Trockensteher wurde ein
kleiner Bereich abgetrennt un d mit
Stroh aufgefüllt. Abkalbeboxen wären
Übersicht 1: Schnitt durch einen Kompoststall
FUTTERTISCH
±0,25
LAUFGANG
±o,oo
EINSTREU
KOMPOST
max. +0,35
rr======·===]~~~~.~ ~----~·------ -050
-11
..
_+_0,,5
Rechts die eingestreute Liegefläche (Kompost-Matratze). Links am Futterti«h der
betonierte Laufgang oder ein Spaltenboden.
vorhanden, aber die Kühe kalben im
Kompoststall ab. Das ßetriebsleiterpaar hat den Eindruck, dass die Geburt so einfacher ve rläuft, wie auf der
Weide. Die kalbenden Küh e kö nnen
sich so positionieren, wie es für sie am
bequemsten ist. Auch die Kälber profitieren davon, sie stehen sehr schnell.
Nach der Gebw·t werden die Kälber
von der Herde getrennt.
20
cm Einstreu
Bei der Erstinbetriebnahme wurde
auf eine Höhe von etwa 20-25 cm eingestreut. Zweimal täglich wird der
Die Einstreu-Matratze wird täglich mit einem Grubber aufgelockert. Der Zeitaufwa nd ist
mit weniger als fünf Minuten pro Fahrt minimal.
Kompost mit dem Grubber oder
Ackerfräse bearbeitet. Die Ackerfräse, macht die Ei nstreu noch lockerer
und «f1ummiger», was di e Betriebsleiter und die Ti ere erfreut. Alle zwei
bis drei Wochen wird nachgestreut.
Bei feuchten Wetter kann sich das Intervall auch verkürzen.
Ein sicheres Anzeichen für Nach streubedarf ist das Klebenbleiben der
Einstreu an den Kühen. Zwei bis drei
Tage nach dem Einstreuen treten
beim Grubbern wieder die typischen
Dampfschwaden auf, ein Zeichen für
die erneut einsetzende Aktivität im
Boden .
~
Josef und (armen Brandacher halten ihre die 3B Milchkühe
seit vier Jahren in einem Kompoststall.
LANDfreund . 2/ 2012
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BETRIEBSLEITUNG
Übersicht 2: Grundriss des Stalles
der Familie Brandacher
BORO
.------1 ..
FGM2x3
Christi ne und Robert Kasinger aus Treubach betreiben seit vier Jahren einen
Kompoststall für ihre Milchkühe im Nebenerwerb.
Im Allgemeinen werden sägefrische
Späne eingestreut. Auch Hobelspäne
sind dabei. Für einmal Nachstreuen
reicht ein Kipper. Mit diesem fahren
sie direkt in den StalL entladen ihn
und verteilen das Material ein wenig
mit dem Il oftrac. Den Rest erledigen
die Kühe.
Familie ßrandacher bezieht die Sä·
gespäne bevorzugt von kleineren Sägewerken. Sie sind dort günstiger.
Dank einem besseren Kompostmanagements konnte der Verbrauch
2011 auf 12,8 n1"lKuhia gesenkt werden , im ersten Jahr war der Verbrauch noch bei 18m 3 /Kuh.
Zweimal jährlich wird die gesamte
KomposLc;chicht ausgeräumt und mit
dom Miststreuer als Dünger ausge·
bracht. Nicht benötigte Mengen kom·
men zum Stro h· Mist . Der pl-l·Wort
des Kompostes liegt im Schnitt zwi·
schen 8,0 wld 9,6.
Positiv ausgewirkt hat sich der
KompoststalJ auch auf die Tierge·
sundheit. Zu Zeiten des Anb indostal·
les musste der Klauenschneider re·
gelmässig zur Klauenpflege kommen.
Durch die Einstallung im Kompost·
stall veränderten sich die Klauen. Sie
sind n icht mehr so hart wie im Anbin·
destall, sondern viel elastischer. Das
Längenwachstum ist in etwa gleich
geblieben.
Die Besamung führt Josef Bernegger, der Vater von Carmen Brandach-
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LANDfreund . 2/2012
WARTERAUM
Alter und neuer Stallteil wurden kombiniert. Vom Altbau
gehen die Tiere in den Kompostbereich.
er, selbst durch. Durch die fehlende
Aufstallung im Kompoststall ist es viel
einfacher geworden, die Br unst zu erkennen. Nachbesamungen müssen
viel seltener durchgefü hrt werden.
Seit dem Zu- und Umb au sind auch
keine neuen Mastitisfälle mehr aufgetreten. Zwar stiegen die Zellzahlen
beim Einzug, Grund dafür war aber
die nicht optimal e ingestellte Melktechnik. Bei der Milchleistung selbst
gab os keine grossen Veränderungen. Familie Brandacher ist sehr zufrieden mit dem neuen System. Und
auch der Senior Josef Bernegger ist
von der Sauberkeit der Kühe bege istert: «Man geht hier gern in den
Stall! »
Neubau bei Familie Kasinger
Christine und Robert Kasinger aus
Treubach betreibe n ihren Betrieb im
Nebenerwerb. Vor vier Jahren ontschlossen sie sich rür bauliche Veränderungen und damit auch zur Errichtung eines Kompoststalls. «Die
einfache rflego der Liegefläche war
der Hauptgrund für diese Entscheidung», erzäh lt Christine Kasinger.
Im März 2009 wurde der erste Spatenstich gesetzt. Ende Juni konnte der
Stallbau abgeschlossen werden. Für
alle Um- und Neubauarbeiten, inklusive Melkstand, fielen Kosten von ca.
180'000€ an.
Der Kompoststall wurde an zwei
Seiten mit Curtains ausgestattet. Diese garantieren, gemeinsam mit der
Firstentlüfung, eine Mindest-Querstromlurtmenge im Sommer. Eine mechanische Lüftung wurde nicht eingebaut. An den heissen Sommertagen
dieses Jahres gab es auch keine
merklichen Prob leme mit der llitze.
Die Tem peratur stieg nicht höher als
im Altbauteil.
Etwa 7 m2 stehen jeder Kuh als freie
Liegefläche zur Verfügung. Auch ein
Auslauf ist vorhanden. Im Altbau wurden 32 Frcssstände vorgesehen, dazu
mussten die alten Anbindestände herausgestemmt werden. Der Fressgangboden ist aus rauem Beton gegossen.
Ein paar Anbindestände hat Familie
Kasinger belassen und die Kälber sind
wie bisher in einer eige nen Bucht. Insgesamt sind 18 Kühe eingestallt. Gemolken wird in einem Doppcl-4erFischgrätmelkstand, den die Familie
Kasinger gebraucht erworben hat.
Seit Apri l 2010 ist der Kompoststall
nun in Betrieb. Die Inbetriebnahme
war aber begleitet von einem ersten
Schrecken. Als Familie Kasinger beim
ortsansässigen Sägewerk die benötigte Sägospänemenge bestellen wollte,
wurden sie enttäuscht. Die benötigten
50 m] waren nicht verfügbar. Schlussendlich mussten sie die Menge von
drei unterschiedlichen Sägereien beziehen.
BETRIEBSLEITUNG
Einen zweiten Schrecken erlebte
die Familie, als Anfang August bedingt dw:ch starke Regenfalle. innerhalb kürzester Zeit Wasser in die Ställe eintrat. Wenn ein Kompost dw'eh
Wasser «absäufu>, wird er nicht mehr
warm. Er bricht zusammen wld funk~
tionicrt nicht mehr richtig. Das passierte auch bei Familie Kasinger. Die
Temperatur im Kompost beträgt derzeit etwa 25 oe, was eindeutig zu
niedrig ist. Familie Kasinger wird
deshalb die Einstreu noch im Herbst,
bevor die Lufttcmperatw-en zu tief
sinken, austauschen.
Trotz aller Turbulenzen ist Familie
Kasingcr sehr begeistert vom System
Kompoststall. Etwa monatlich streuen
sie einen Kipper voll Sägespäne nach
(6m'), Auch in Hinblick auf die Tim'gesundheit ist die Familie sehr zufrie-
den. Innerhalb von wenigen Wochen
stieg die Milchmenge von durchschnittlich 400 I auf 6001, also um
25 %. Ein weiterer Grund dafLi.r war
aber sicher auch die FutterwnsteUlU1g.
Bis jetzt sind noch kein e Zitzenverletzungen aufgetreten. Die Ze llzahl
hat sich deutlich verbessert, es wurden sogar einmal Tankmessungen mit
19'000 w1d 24'000 Zellzahlen abgeliefert. Was auch die abnehmende
Molkerei zw' Rückfrage veranlasste,
denn so etwas hatten sie noch nie.
Tierverluste sind bisher keine zu verzeichnen gewesen. Vereinfacht hat
sich auch die Klauenpflege.
Obwohl Vater Engelbert Kasinger
gegenüber Laufställen immer eher
skeptisch eingestellt war, hatte er keine Einwände gegen das KompoststalIsystem. Die zweimal tägliche Kul-
tivierung führt er sel bst mit dem
Grubber durch. Er braucht dafür jeweils etwa fÜllf Minuten. Auch um die
Beschaffung der Sägespäne kümmert
er sich.
Kühe sehen glücklich au s
Beide f'amilien sind sich darin einig. dass die Kühe sich im Kompoststall sehr wohl fühlen. Christi ne Kasinger beschrieb das so: «Die Kühe
fühlen sich vie l wohler als vorher.
Und sie schauen glücklicher aus! »
Auch bei den Besichtigungen wirkten
die Küh e sehr zufrieden und waren
sehr zutraulich. Nicht zu vergessen:
Wohlbefinden ist immer ein Indikator
für di e I'ruchtbarkeit!
In heiden Betrieben konnten erhebliche ArbeiL~zciteinsparungen im Ver-
Notfalls liegeboxen einbauen
Der Biomilchbetrieb Hofmanninger aus
Aistersheim bewirtschaftet seit 2008 einen Laufstall mit 25 Kühen inklusive
weiblicher Nachzucht im Nebenerwerb.
Um die Haltungsbedingungen für die
Bioproduktion zu erfüllen, wu.rde beim
Stallneubau ein grosszügiger I.aufbereich
vorgesehen. Die Liegefläche wurde so
bemessen, dass bei Nicht-Funktionieren
des Kompoststalls ein Umbau in einen
Tretmiststall möglich wäre.
Darum ist der Lauf- und f'ressbcre ich
(6,5 m) zweigeteilt in eine betonierte Fläche, die mit dem Schieber abgeschoben
wird , und einem Spaltengang direkt am
Fressgitter. Entgegen den amerikanischen Empfehlungen ist der Liegeberoich
nicht mit einer Mauer zum Laulbereich
abgetrennt, sondern wW'de 85 cm unter
dem Laufgangniveau geplant.
Die Tiere können auf der gesamten
StalUänge auf den Liegeberoich wechseln, oder sie nutzen die Rampe am Eingang zum Warte bereich. um zum Liegebereich auf Kompost zu gelangen. Die
Liegefläche wird zwe imal täglich mit eincm Grubber durchgezogen.
«Der Kuhkomfort ist optimal, die leichte Verschmutzung der Ti ere nehmen wir
bewusst in Kauf, weil die Einstreuintervalle sehr weit auseinander gezogen wcrdem> , erklärt August Hofmann.inger. Pro
Jahr werden nur knapp 9 m 3/GVE eingestreut, z.T. wird mit Stroheinstreu ergänzt. Die sehr offene Stallkonstruktion
hat im Sommer und Winter gleicherma-
Vorne der eingestreute liegebereich, rechts hint en der l aufgang,
August Hofmanninger hält seine Kühe
extensiv im Kompoststall.
ssen gut «fWlktioniert» (zweihäusig, mit
Curtain an der Seite). «Bei sehr hohen
Aussentemperaturen liegen die Kühe
nicht so gern auf dem Kompost, weil die
Wärme aus dem Liegebereich spürbar
ist,» berichtet der Betriebsleiter.
Der Bezug des Einstreumaterials ist
eine betriebliche Besonderheit, denn die
Sägespäne sind industrieller SortierabfaU, der sehr günstig bezogen wird. Würde sich das Einstreumaterial verteuern,
schliesst der Betriebsleiter einen Systemwechscl zum Tretmiststall nicht aus, da
ausreichend Stroh zur Verfügung steht.
Hofmanningers sind überzeugt vom
neuen Stallsystem, vor allem, weil sich
der Anteil lahmer Kühe deutlich verrin gert hat und sich die Ze llzahlen im Vergleich zum Tiefstrohstall verbessert haben. Neben den Kühen steht auch die
weibliche Nachzucht auf Kompost.
LANDfreund . 2/2012
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BETRIEBSLE ITUNG
Berater Siegfried Holzeder testet, wie tief er in die Kompostschicht greifen kann ..ldeal sind 20 bis
25 cm Einstreu.
gleich zum Anbindesystem verzeichnet werden. Aber auch beim Vergleich
mit einem Boxenlaufstall benötigt
man im Kompoststall wen iger Ze it für
Einstreu, Entmistung und LiegcllächenpOege. Anstatt der täglichen
Handarbeit, kultiviert man mit dem
Grubber.
Hätte sich Familie Brandachcr für
einen Liegeboxenlaufstall entschieden,
wären täglich zweimalIG bis 15 Minuten für die Li egeboxenpflege angefallen. Mit dem Kompoststall sparen sie
ungcrahr 20 Minuten Arbeitszeit pro
Tag im Vergleich Zlun Liegeboxen laufstall (bei ca. 50 Kühen). Aufgerechnet
auf das gesamte Jahr, ergibt das eine
Arbeitszeiteinsparung von 120 Stunden pro Jahr.
Grenzfaktor Einstreu
Einsparungen sind also bei der Arbeitszeit möglich. Durch eine gute Eu~
torgesundheit und die weiche Liege~
fläche (Verformungen 10 bis 15 cm)
Das meint der Tierarzt
Auch Tierarzt Dr. Josef Plasser
sieht VorteUe beim Kompoststall.
Die Tiere können ihr Herdenverbalten optimal ausleben. Das ist in
anderen Stallhaltungsformen mit
starren Strukturen und Sackgas~
sen nicht möglich.
Im Freilaurstall können die Tiere
selbst entscheiden, wo und zu
wem sie sich hinlegen. Rangniedere Tiere haben die Möglichkeit
ranghöheren auszuweichen und
leben so nicht in ständiger Angst.
«Diese Stallhaltungsform kommt
der Natur recht nahe», so Plasser.
Zu Beginn hatte Dr. Plasser Be~
denken hinsichtlich der I-Iygi ene~
bedingungen bei einer Einstreu
mit Sägespänen. Durch die trocke~
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LANDfreund . 212012
ne Obm'fläche und das regclmässi ~
ge Grubbern ist der Inrektionsdruck jedoch viel niedriger als in
anderen Haltungsformen.
Hinsichtlich Mortellaro sieht der
Tierarzt keine grosse Gefahr, wenn
die Fläche trocken bleibt. Diese
Erkrankung tritt immer im Zusam ~
menhang mit Feuchtigkei t auf,
wenn Eintrittspforten an den Tie~
ren vorhanden sind. Mikroverlet~
zungen im Kompoststall treten
aber eher selten auf. Bei gutem
Management sind auch die Ober~
flächen immer trocken.
Auch das Risiko für Lungener~
krankungen ist durch die offene
Bauweise und di e Querdurchlüf~
tung gering.
werden höhere Milchleistungen erzielt. Auch die Fruchtbarkeit ist auf~
grund der besseren Brunsterkennung
höher. Demgegenüber liegen aber die
Ei nstreukosten pro Kuh und Jahr
doppelt so hoch, als beim Li egebo~
xensystem.
Auch wenn ein Kompoststall viele
Vorteile bietet: Die Bezugsmöglichkeiten und Einkaufspreise der Einstreu
müssen eher kritisch gesehen werden. Entscheidend ist hier der Stand~
ort des Betriebes. Vorteilhaft ist,
wenn er in einem waldreichen Gebiet
liegt, mit mehreren kleinen Sägewer~
ken in der Umgebung. Günstigere
Preise erzielt man üblicherweise bei
kleineren Sägereien.
Zukünftige
Kornpoststallbesitzer
sollten sich jedenfalls im Vorfeld über
Bezugsmöglichkeiten erkundigen und
nicht nur auf einen Lieferanten set~
zen. Es zahlt sich auf jeden rall aus,
mehrere Angebote einzuholen.
Zu beachten ist auch, dass es jah~
reszeitli ch bedingte Schwankungen
bei der Angebotsmenge gibt. Die
Hauptsaison für kleinere Sägewerke
ist Frühjahr bis Herbst. Manche
schneiden jedoch nicht ganzjährig.
Auf ausreichenden Vorrat für den
Winter ist dah er zu achten. Die Gefahr, dass di e Sägespänepreise explo ~
dieren, bleibt. Schon allein aus diesem Grund sollte immer ein Plan B
(Umbau zwn Liegeboxenlaufstall)
verfügbar sein.
Fazit
Hinsichtlich Kuhkomfort gibt es
derzeit keine bessere Stallhaltungs~
form als den Kompoststall. Dies zeigt
sich durch ein ausgeglichenes Verhal~
ten der Kühe und in der Milch1eis~
tung.
Das Stallmanagement vereinfacht
sich wesentlich im Vergleich zu einem
Anbindestall. Auch gegenüber Boxen~
laufställen können einige Arbeits~
stunden eingespart werden.
Der Flächenbedarf pro Kuh ist
deutlich höher als beim ßoxenlaufstall (Baukosten). Ein Problem ist auf
jeden Fall die Verfügbarkeit von kostengÜTIstigen Sägespänen und fehlende Alternativen dazu.
Nässeprobleme wie bei Grüngut~
Kompostställen in Holland gibt es bei
uns bisher nicht. Auch Verschmutzungen sind bei trockenem Sägespä~
ne~Kompost zu vernachlässigen. Mit
dem Trockenhalton der Liegeflächen
steht oder fallt der Kompoststall.
Marlina Sonja Offenzeller.
Sieg/ried Ifolzeder LK 00.
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