ZELLULÄRE AKTIVIERUNG UND EFFEKTORMOLEKÜLE

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Vorlesung Immunologie 6. Semester Humanmedizin
ZELLULÄRE AKTIVIERUNG UND EFFEKTORMOLEKÜLE
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ZELLULÄRE AKTIVIERUNG UND EFFEKTORMOLEKÜLE
Vorlesung 4
Stimulation von T-Zellen
1. Triggerung
Korezeptoren CD4 und CD8
¾ CD4 besitzt Affinität für MHC II – Moleküle. Daher erkennt der T-Zellrezeptor von
CD4+-T-Zellen Peptid/MHC Klasse II – Epitope.
¾ CD8 besitzt Affinität für MHC I – Moleküle. Daher erkennt der T-Zellrezeptor von
CD8+-T-Zellen Peptid/MHC Klasse I – Epitope.
¾ Durch die physische Assoziation von CD4 mit MHC II - und CD8 mit MHC I Molekülen gelangt eine Tyrosinkinase (p56Lck) in unmittelbare Nähe des TZellrezeptor-komplexes (Klammereffekt) und phosphoryliert CD3-Polypeptide
(z.B. CD3 zeta). Dies verstärkt das Aktivierungs-Signal für die Zelle beträchtlich.
Akzessorische Moleküle
¾ T-Zellen exprimieren außer den Korezeptoren CD4 und CD8 weitere
Membranmoleküle wie CD2, LFA – 1, CD 28 und CD45, die Hilfsfunktionen bei
der Zell-Triggerung übernehmen. Sie unterscheiden sich teilweise erheblich in
den Bindungskonstanten.
Kopplung an intrazellulär Signalwege
¾ Verschiedenen Tyrosinkinasen (p56 lck, p59fyn, ZAP70 ) phosphorylieren in der
Initialphase der T-Zellaktivierung CD3 – Polypeptide und Adaptermoleküle (LAT),
sowie weitere intrazelluläre Substrate.
¾ Phosphorylierung aktiviert auch die Phospholipase C, die
Phosphatidylinositolbiphosphat (PIP2) in Diacylglycerol (DG) und
Inositoltrisphosphat (IP3) zerlegt. DG stimuliert die Proteinkinase C (PKC), IP3
führt zur Freisetzung von intrazellulärem Ca.
¾ Durch den anschließenden Einstrom von intrazellulärem Ca werden viele Caabhängige Enzyme stimuliert. Es kommt zur Translokation von
Transkriptionsfaktoren in den Zellkern und die Transkription von Zytokin-Genen
(z.B. Il-2) beginnt.
2. Zwei-Signal-Modell
Prinzip der Stimulation
¾ T-Zellen erhalten das erste Signal zur Aktivierung über den TCR und
exprimieren daraufhin den IL-2R.
¾ Das zweite Signal löst IL-2 Sekretion und die vollständige Aktivierung aus und
wird durch Kontakt mit Zelloberflächenmolekülen und/oder bestimmten Zytokinen
gegeben.
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Die gleiche Antigen-präsentierende Zelle, die das 1.Signal gibt,
¾ Beachte:
vermittelt meist durch Zell-Zellinteraktionen und Zytokinsekretion auch das 2.
Signal. Man kann jedoch Antigen-präsentierende Zelle (Signal 1) und
akzessorische Zelle (Signal 2) nicht nur begrifflich, sondern auch experimentell
trennen.
Prinzip der Anergie-Induktion
¾ Wird das 1. Signal (TCR-Stimulation) ohne 2. Signal gegeben, so entsteht klonale
Anergie (Reaktionslosigkeit), dies kann bis zum Zelltod führen (klonale Deletion).
¾ Der geregelte Zelltod wird im Gegensatz zur Nekrose als Apoptose bezeichnet.
¾ Die klonale Anergie kommt einer vorübergehenden „Abschaltung“ der Zelle
gleich, die jedoch erhalten bleibt und prinzipiell wieder aufgeweckt werden
kann.Darüber hinaus kann auch eine generelle Abschaltung und Zerstörung der
Zelle durch Apoptose erfolgen.
3. Deaktivierung
Apoptose und Nekrose
¾ Darüber hinaus kann auch eine generelle Abschaltung und Zerstörung der Zelle
durch Apoptose erfolgen.
¾ Apoptose ist im Gegensatz zur Nekrose ein geregelter Zelltod,
Mechanismus der Apoptose
¾ Im Verlauf der Apoptose werden Endonukleasen aktiviert, die DNA fragmentieren
(internes Selbstmordprogramm).
¾ Apoptose kann über Zelloberflächenmoleküle angeschaltet werden (APO-1, FasGenprodukt).
¾ Histologisch ist Apoptose an Chromatinverklumpungen erkennbar.
¾ Im Agarosegel können in DNA-Präparationen apoptotischer Zellen kleine
Bruckstücke nachgewiesen werden.
¾ Apoptotische Zellen sind auch an Markermolekülen (z.B. Annexin 5) erkennbar
4. Polyklonale Aktivatoren
¾ Polyklonale Aktivatoren stimulieren sehr viele oder gar alle Lymphozyten direkt
oder über gemeinsame Epitope am T-Zell-Rezeptor (Superantigene). Es gibt
exogene und endogene Superantigen.
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5.
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Steuerung durch APC
Dendritische
Zelle
Makrophage
ruhend
aktiv
B-Lymphozyt
ruhend
aktiv
Antigenaufnahme
Endozytose
Phagozytose
(durch
LangerhansZellen)
Phagozytose
Phagozytose
Rezeptormediierte
Endozytose
Rezeptormediierte
Endozytose
MHC Klasse IIExpression
konstitutiv
(+++)
induzierbar
(-)
induzierbar
(++)
konstitutiv
(++)
konstitutiv
(+++)
Kostimulatorische
Aktivität
konstitutiv B7
(+++)
induzierbar
B7
(-)
induzierbar
B7
(++)
induzierbar B7
(-)
induzierbar B7
(++)
T-Zellaktivierung
naive T-Zellen
Effektor-TZellen
Gedächtnis-TZellen
(-)
Effektor-TZellen
GedächtnisZellen
Effektor-TZellen
Gedächtnis-TZellen
Naive T-Zellen
Effektor-T-Zellen
Gedächtnis-TZellen
Stimulation von B-Zellen
1. T-B-Kooperation (TD)
Mechanismus
¾ Auch die B-Zelle benötigt für ihre komplette Aktivierung ein zweites Signal, das
durch Kontakt (CD 40/CD40L) und Zytokine (z.B.IL-4) geliefert wird.
¾ Mitogene (Mitosen auslösend) sind polyklonale Aktivatoren ohne nähere
Definition der beteiligten Rezeptoren.
¾ TD(1) T-Zell (Thymus)-abhängige Antigene benötigen CD4+ -T-Helferzellen für
die Aktivierung.
¾ TI2-1 T-Zell (Thymus)-unabhängige Antigene vom Typ 1 sind polyklonale
Aktivatoren wie z.B. LPS, die keine T-Zellhilfe für die Aktivierung von B-Zellen
benötigen. In geringer Konzentration können sie als TD-Antigene wirken.
¾ TI-2 T-Zell (Thymus)-unabhängige Antigene vom Typ 2 sind oligoklonale
(CD5+ -B-Zellen) Aktivatoren mit repetitiven Determinanten, wie z.B. bakteriellen
Polysacchariden.
1
TD = Thymus (T) depended
TI = Thymus (T) independent
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2. T-unabhängige (TI) Stimulation
TD - Antigen
TI - 1- Antigen
Antikörperproduktion
ja
ja
bei normalen Tieren
Antikörperproduktion
nein
ja
bei Tieren ohne TZellen
aktiviert T-Zellen
nein
ja
Bewirkt polyklonale
nein
ja
B-Zell-Aktivierung
benötigt repetitive
nein
nein
Epitope
Beispiel für Antigene Diphtherietoxin
Bakterielle Lipopolyvirales Hämagglutinin saccharide
Brucella abortus
TI - 2 - Antigen
ja
ja
nein
nein
ja
Pneumokokkenpolysaccharid
Polymerisiertes
Salmonellenflagellin
TD = Thymus (T) depended, TI = Thymus (T) independent
Zelluläre Rezeptorsysteme
1. Übersicht zu Rezeptorfamilien
Antigenrezeptoren und
Korezeptoren
Kostimulatorische Moleküle bei
Antigenerkennung
Adhäsionsmoleküle
Ig-ähnliche Integrine
Selektine
B, T
Spezifische Antigenerkennung
B, T, APC
Kontolle und Unterstützung der
Antigenerkenung
hämatopoiet. Zellen, Adhäsion, Homing
APC
M, DC
Stabilisierung von Zelladhäsion
T, End
Zellselektion am Endothel
Fc-Rezeptoren (FcR)
hämatopoiet. Zellen Bindung Fc-Teile von Ig
Einleitung vieler MPS-Fkt.
Komplement-Rezeptoren (CR)
verbreitet
Signalübermittlung nach Bindung
von C-Komponenten
C-Typ Lektine
M,DC
Erkennung mikrobieller
Kohlenhydrate
TOLL-ähnliche R (TLR)
M,DC
Erkenung mikrobieller Strukturen
Zytokinrezeptoren
verbreitet
Signalübertragung
B = B-Zelle, T = T-Zelle, APC = Antigen-präsentierende Zellen, M = Makrophagen, Monozyten,
DC = Dendritische Zellen, End = Endothelzellen
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2. Adhäsionsmoleküle
Strukturen
¾ Selektine: Zellselektion am Endothel
¾ Integrine: Stabilisierung von Zelladhäsion
¾ Ig-Superfamilie: Adhäsion, Homing
ICAM = intracellular adhesion molecule
PECAM = platelet/endothelial adhesion molecule
VCAM = vascular adhesion molecule
Funktion bei Endotheltransmigration
Die Transmigration von Leukozyten durch Endothel folgt einem Ablauf bei dem zunächst
lockere Bindungen über Selektine zustande kommen (Die Zellen „hüpfen“). Es folgen
stabilere Bindungen über Integrine (Die Zellen „rollen“) und dann die dauerhafte
Anheftung mit Durchtritt ins Gewebe.
3. Fc- und Komplement-Rezeptoren
Fc-Rezeptoren binden den konstanten Teil (Fc-Teil) der schweren Ketten von
Immunglobulinen, sofern diese als Immunkomplexe oder aggregiertes IgG vorliegen.
Dadurch werden wichtige Zell-Funktionen eingeleitet bzw. unterstützt.
Fc-Rezeptoren (FcR) / Funktionen
¾ Vernichtung von Pathogenen - Aktivierung von Phagozyten
- Einleitung der Phagozytose
- Antikörper-vermittelte zelluläre Zytotoxität
(ADCC)
¾ Aktivierung von NK-Zellen. Diese exprimieren den FCγRIII (CD 16) und
erkennen damit Antikörper (IgG1, IgG3)-beladene Zielzellen, die sie durch
ähnliche Mechnismen wie T-Killerzellen eliminieren.
¾ Mastzellaktivierung durch IgE-Bindung
Mastzellen tragen den FcεRI und binden damit freies monomeres IgE. Wird
dieses gebundene IgE auf der Mastzelloberfläche durch Antigenbindung
aggregiert, erfolgt die Freisetzung vasoaktiver Amine (Leukozytenaktivierung,
stärkere Darmbewegung, erhöhte bronchiale Schleimsekretion, bessere
Durchblutung) Gefahr: allergische Reaktionen.
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Strukturen
¾ Für verschiedene Isotypen existieren unterschiedliche Fc-Rezeptoren, die meist
der Ig-Familie angehören.
Rezeptor
wichtige
Funtion
Affinität
FcεRI
Degranulation
Mastzellen
Basophile
hoch
FcγRI (CD64)
Phagozytose
FcγRII (CD32)
Phagozytose
FcγRIII (CD16)
ADCC
hoch
mittel
mittel
Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC)
¾ Über Fc-Rezeptoren und Antikörper-„Zwischenschaltung“ eingeleitete Zytolyse,
hauptsächlich durch NK-Zellen
¾ Natürliche Killerzellen (NK) sind große, granuläre Lymphozyten ohne
charakteristische B - oder T-Zellmarker. Sie können einige Tumorzellen und
virusinfizierte Zellen töten und sind Effektorzellen der antibody-dependent
cellular cytotoxicity (ADCC). Früher wurden sie auch als K-Zellen bezeichnet.
4. C-Typ Lektine
¾ C-Typ Lektine besitzen eine oder mehrere Domänen, die an Carbohydrate in der
mikrobiellen Hülle binden.
¾ DC-SIGN dendritic cell specific ICAM-3 grabbing non integrin
¾ KAR killing activatory receptor
¾ KIR killing inhibitory receptor
¾ CRD carbohydrate recognition domain
5. Toll-like Rezeptoren (TLR)
¾ Makrophagen und DC erkennen Mikroben in Blut und Gewebe durch
Oberflächenrezeptoren, die bestimmte Strukturmuster („pattern recognition“)
aufweisen und als Toll – like (TLR) Rezeptoren bezeichnet werden (TOLL Gen
wurde zuerst bei Fruchtfliegen entdeckt). Z.B. erkennt TLR2 bakterielles
Lipoglycan und TLR4 bakterielles Lipopolysaccharid (LPS). LPS wird durch einen
Proteinkomplex, der aus CD14 und TLR4 besteht, an die Zellmembran von
Makrophagen gebunden, so dass Phagozytose eingeleitet werden kann.
Zytokine
1. Grundlagen
Funktionen und Begriffe
¾
Zytokine sind lösliche Proteine, die in geringsten Konzentrationen bereits
hochaktiv wirken. Als „Gewebshormone“ übermitteln sie vorwiegend lokal
begrenzte Signale zwischen Zellen und regulieren auf diese Weise
Immunreaktionen und Entzündungsprozesse.
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¾
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Einige Zytokine können von verschiedenen Zelltypen produziert werden und
entsprechend der Verteilung ihre Zytokinrezeptoren auch auf unterschiedliche
Zelltypen einwirken. Zytokine können auf die produzierende Zelle zurückwirken
(autokrin) oder auf benachbarte Zellen (parakrin) oder unter Umständen
systemisch auf Zellen in weiter Entfernung (endokrin).
Lymphokine
Interleukine (IL)
Monokine
Interferone (IFN)
Colony-stimulating factors
(CSFs)
von Lymphozyten sezernierte Zytokine
Zytokine, die vorwiegend Signalüberträger zwischen
Leukozyten bewirken
von Monozyten/Makrophagen sezernierte Zytokine
Zytokine, die Resistenz gegen Virusbefall vermitteln (und
weitere Funktionen im Immunsystem haben)
Zytokine, die Koloniebildungen (Wachstum) und
Differenzierung von hämatopoietischen Stammzellen
bewirken
Einteilung
¾ Einteilung nach der Struktur
• Typ-I-Zytokine
4α-Helices, IL-2,4,6,7,12,15,GM-CSF, G-CSF,SCF,
• Typ-II-Zytokine
6α-Helices, IL-10 Familie, Interferone
• IL-8 Familie
IL-8 und andere
• IL-1 Familie
IL-1α, β
• TNFα Familie
TNFα, LTα, β
• TGF-Familie
TGFβ
• CD4-Targetfamilie
IL-14,16,17,25
¾ Funktionelle Einteilung
• Pro-inflammatorische Zytokine
• Zytokine mit anti-viraler Aktivität
• T-Zell-Zytokine
• Zytokine für angeborene Immunität
IL-1,6,8,17, TNFα
IFN α, β, γ, IL-28,29
IL-2,4,5, IFNγ,TGFβ
IL-1,6,8,10,12,15,18,
TNFα, IFNα, β, γ, Chemokine
¾ Die Unterscheidung der funktionell wichtigen Zytokine von Helfer-T-Zellen (Th)
hat zur Identifizierung von zwei Th-Zell-Subtypen geführt, nämlich Th1 und Th2.
2. Wichtige Th-Zell-Zytokine
Th1-Zytokine
¾ Interleukin 2 (IL-2)
Funktion:
T – Zellen: wichtigster autokriner und parakriner Wachstumsfaktor
NK – Zellen: Aktivierung, Proliferation
B-Zellen: Aktivierung, Proliferation
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¾ Interferon γ (IFN γ)
Funktion:
Mo/Ma: Aktivierung MHC Klasse I und II- Moleküle
Membranexpression verstärkt
schwach antiviral und antiproliferativ
IFN γ wird auch als Typ II Interferon bezeichnet. Die Typ I-Interferone IFNα und
IFNβ werden von viral-infizierten Zellen gebildet und wirken in benachbarten
Zellen antiviral, sie verstärken das zytolytische Potential von NK-Zellen
Th2-Zytokine
¾ Interleukin 4 (IL- 4)
Funktion:
B – Zellen: Klassenumschaltung zu IgE
TH2 – Zellen: Differenzierung
¾ Interleukin 5 (IL- 5)
Funktion:
Eosinophile: Aktivierung, Proliferation
3. Monokine
¾ Interleukin (IL-1)
Funktion:
Endothel: Aktivierung, Entzündung
Hypothalamus: Fieber, endogenes Pyrogen
Leber: Akut-Phase-Proteine
T –Zellen: Kostimulation
¾ Interleukin (IL- 6)
Funktion:
Leber: Akut-Phase-Proteine
T-Zellen: Kostimulaton,
B-Zellen: Proliferation, Antikörperbildung
¾ Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNFα)
Funktion:
Endothel: Aktivierung, Entzündung
Neutrophile: Aktivierung
Hypothalamus: Fieber, endogenes Pyrogen
Leber: Akut-Phase-Proteine
Muskel,Fett: Katabolismus (Kachexie)
T –Zellen: Kostimulation
IL-1, IL-6 und TNFα sind für die Akut-Phase-Reaktionen verantwortlich. Sie sind auch
als Kostimulatoren für die T-Zell Aktivierung wirksam.
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4. Kolonie-stimulierende Faktoren (CSFs)
¾ (M) Makrophagen – CSF (colony stimulating factor)
¾ (G) Granulozyten – CSF
¾ (GM) Granulozyte/Makrophage – CSF
Interleukin 3 (IL-3)
Interleukin 7 (IL-7)
¾ (EPO) Erythropoietin
5. Zytokinrezeptoren
Rezeptorfamilien
¾ Zytokinrezeptoren finden sich auf der Zelloberfläche zumeist nur in sehr geringer
Dichte und viele sind mit herkömmlichen diagnostischen Methoden nicht
nachweisbar. Sie werden entsprechend ihrer Struktur fünf Familien zugeordnet.
Zytokinrezeptorfamilie
Immunglobulin-ähnliche -
Beispiele
IL-1R
Hämatopoietin -
IL-2R, IL-4R, IL-5R, IL-6R, IL-12R
Interferon NGF (nerve growth factor) -
IFNγR, IFNα, β, IL-10R
TNFRI, II, Fas, CD40
STS / Chemokin -
IL-8R, CCR, CXCR
nicht zugeordnet
TGFβR
Für die Signalverstärkung und – übertragung werden mitunter zusätzliche
Moleküle (z.B. gp130 für IL-6R) verwendet. Die Mitglieder der HämatopoietinRezeptorfamilie besitzen mehrere Molekülketten.
STS = seven transmembrane spanning, CCR = zwei benachbarte Cysteine im
aminoterminalen Bereich, CXCR = eine variable Position zwischen den Cyteinen.
Strukturprinzipien
Besonderes Prinzip beim IL-2-Rezeptor:
Der IL-2 Rezeptor ist aus drei Ketten aufgebaut, die zwei Rezeptortypen mit
unterschiedlicher Affinität bilden. Die a-Kette ist auf ruhenden T-Zellen gar nicht
exprimiert, kann aber nach Aktivierung auf bis zu 50.000 Kopien hochgefahren werden.
Nach Assoziation der Ketten steigt die Affinität beträchtlich.
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Komplement
1. Grundlagen und Funktion
¾ Das Komplementsystem ist ein wichtiger Bestandteil der angeborenen Immunität.
Defekte des Systems schwächen die immunologische Abwehr.
Klassischer Weg
Antigen-Antikörper-Komplexe, die IgM
oder IgG enthalten (Immunkomplexe)
Alternativer Weg
Pathogenoberflächen
(Bakterien, Hefen, Parasiten, Pilze)
Komplementaktivierung
Opsonierung
von Pathogenen
Zerstörung
von
Pathogenen
Anlocken von
Zellen (Chemotaxis)
Aktivieren
von
Zellen
2. Klassische Aktivierung
¾ Antigen-Antikomplexe (Immunkomplexe) oder aggregiertes Immunglobulin binden
C1q und leiten die Aktivierung ein.
C1q bindet an IgM
C1q bindet an mindestens zwei IgG-Moleküle
die Bindung C1q an Ig aktiviert C1r, das die Serinprotease C1s schneidet und aktiviert
Abfolge:
Aktiviertes C1s
schneidet C4 in C4a und
C4b, das an die
mikrobielle Oberfläche
C4b bindet dann an C2, das
von C1s geschnitten wird
C4b, 2b ist eine aktive C3Konvertase, die C3 in C3b
schneidet, das an die
mikrobielle Oberfläche
bindet
Ein Molekül von C4b,
2b kann bis zu 1000
Moleküle von C3 in C3b
umwandeln; viele C3b
binden an die
mikrobielle Oberfläche
3. Alternative Aktivierung
Abfolge:
C3b von der C3Konvertase des
klassischen Weges auf
Mikroben abgelagert
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C3b bindet
Faktor B
Der gebundene
Faktor B wird von
der Plasmaprotease
Faktor D in Ba und
Bb geschnitten
C3b,Bb ist eine
C3/C5-Konvertase,
die C3-Moleküle in
C3 und C3b
schneidet
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4. Terminale Porenbildung
¾ Als Endphase der Komplementaktivierung fügt sich in der Zellmembran der
Zielzelle der sogenannte „membrane attack complex“ (membran-angreifender
Komplex) zusammen, der Eine Pore bildet und damit das Eindringen aggressiver
Enzyme (z. B. Lysozym) und den Verlust des Protonengradienten bewirkt.
C5b bindet
C6 und C7
C5b,6,7-Komplexe
binden über C7
an die Membran
C8 bindet an
den Komplex
und dringt in
die Zellmembran ein
C9-Moleküle
binden an den
Komplex und
polymerisieren
10 – 15 C9Moleküle
werden
zusammengefügt und
bilden eine Pore
in der Membran
5. Spaltprodukte
Freigesetzte Komplement-Spaltprodukte wie C3a, C4a und C5a werden als
Anaphylatoxine („Entzündungsgifte“) bezeichnet. Sie
¾ bewirken die Freisetzung hochaktiver Mediatoren (z.B. biogener Amine wie
Histamin und Serotonin) aus Körperzellen (z.B. Mastzellen) und die Mobilisierung
membranständiger Arachidonsäure z.B. in Neutrophilen ( Prostaglandine,
Leukotriene) sowie die Freisetzung von Zytokinen (z.B. IL-1 aus Monozyten).
¾ erhöhen die Gefäßpermeabilität und die Kontraktion glatter Muskulatur
¾ wirken chemotaktisch
¾ aktivieren
Phagozyten
(z.B.
stimuliert
C5a
die
Expression
von
Komplementrezeptoren, bessere Anheftung von Phagozyten) und sind damit für
die proinflammatorischen Effekte des Komplementsystems verantwortlich. C5a ist
am wirksamstem und stabilsten.
6. Rezeptoren
Rezeptor
Ligand
Funktionen
CR1
C3b, C4b
CR2
(CD21)
C3d, C3dg,
iC3b
Epstein-Barr-Virus
CR3
(CD11b/CD18)
iC3b
Zellaktivierung,
Phagozytose
Transport von
Immunkomplexen,
Mitwirkung bei ADCC
Teil des B-ZellKorezeptors,
Epstein-Barr-VirusRezeptor
Phagozytose
CR4
(CD11c/CD18)
iC3b
Phagozytose
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Zelltypen
Erytohozyten,
Makrophagen,
Monozyten,
Granulozyten,
B-Zellen
B-Zellen
Makrophagen,
Monozyten,
Granulozyten
Makrophagen,
Monozyten,
Granulozyten
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7. Inhibitoren
Name (Symbol)
Rolle bei der Regulation des klassischen Weges
C1-Inhibitor (C1INH)
bindet an aktiviertes C1r, C1s und trennt es von C1q
*
C4-bindendes Protein
(C4bP)
Komplementrezeptor 1
(CR1)
Faktor H (H)
Faktor I (I)
bindet an C4b und trennt C2b ab;
Cofaktor für C4b-Spaltung durch I
an C3b Membranprotein bindet an C4b und trennt C2b ab,
oder und trennt Bb ab; Cofaktor für I
bindet C3b und trennt Bb ab; Cofaktor für I
Serinprotease, die C3b schneidet, unterstützt von H, MCP
oder CR1
Membranprotein, das Bb von C3b entfernt und C2b von
C4b
Membranprotein, das die C3b- und C4b-Inaktivierung durch
I unterstützt
Membranprotein, verhindert die Bildung von membrane
attack complex
*
decay-accelerating
factor (DAF)
Membran-CofaktorProtein (MCP)
CD59
C1 INH-Mangel = erbliches angioneurotisches Ödem
DAF- und CD59-Mangel = paroxymale nächtliche Hämoglobinurie
_________________________________
* bitte merken
8. Funktionen (siehe auch Übersicht bei Grundlagen)
Opsonierung
Durch die Anlagerung von C3b (CR1) und Antikörpern (FcR) werden Pathogene
„schmackhafter“ für Phagozyten. Bei der Komplementaktivierung entstehen weitere
aktive Fragmente mit gleicher Wirkung.
Zellzerstörung
Pathogene (Bakterien, Hefen) aber auch körpereigene (bei bestimmten Krankheiten)
und fremde Erythrozyten sowie mit bestimmten Einschränkungen kernhaltiger Zellen
werden durch Porenbildung zerstört.
Chemotaxis
Im
Zuge
der
Komplementaktivierung
entstehen
hochaktive
Peptiden
(C5a > C3a > C4a), die Granulozyten und Makrophagen anlocken (Entzündung).
Zellaktivierung
Die löslichen Peptide C5a>C3a>C4a (Anaphylatoxine) aber auch membranfixierte
Komplementkomponenten (C3b, C4b) stimulieren auf verschiedene Weise
Entzündungsmechanismen:
- Entzündungsmediatoren werden abgegeben
- Gefäßpermeabilität wird erhöht
- Kontraktion glatter Muskulatur
-------------------------------------------------------- Zellaktivierung („respiratory burst“)
- Phagozytose stimuliert
- ADCC wird gefördert
Emmrich, 2007
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