Ralph Vaughan Williams: Konzert für Basstuba und Orchester in F

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Ralph Vaughan Williams: Konzert für Basstuba und
Orchester in F-moll, in drei Sätzen: Prelude (Allegro
moderato); Romanza (Andante sostenuto); Rondo alla
Tedesca (Allegretto)
Künstlerische Masterarbeit
Zur Erlangung des akademischen Grades
eines Masters der Künste
(Master.art)
Im Rahmen des Instrumentalstudiums
Basstuba
Vorgelegt von:
Christian Posch
Am Institut Oberschützen der
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Betreuung: O. Univ. Prof. Dr. phil. Mag. art. Josef Maierhofer
Dr. Bernhard Habla
1
INHALTSVERZEICHNIS
1. Biographie mit Werkübersicht S. 1
2. Werkentstehung und Rezeption S. 4
3. Werkbeschreibung S. 8
4. Alternative Fassungen (Sinfonieorchester, Wind
Ensemble) S. 12
5. Solowerke für Tuba S. 14
6. Literaturverzeichnis S. 17
7. Liste der Aufnahmen S. 18
2
1.Biographie mit Werkübersicht
Biographie1 2
Ralph Vaughan Williams wurde am 12. Oktober 1872 in Down Ampney, Gloucestershire in
England geboren und ist am 26. August 1958 in London verstorben. Vaughan Williams,
dessen Vorname immer "Rafe" ausgesprochen wurde, war der Sohn eines Geistlichen der
bereits 1875 starb. Williams war Engländer und wuchs in Leith Hill Place in Surrey auf und
erhielt von seiner Tante seinen ersten Musikunterricht. Nach seiner Schulzeit an einer der
ältesten öffentlichen Schulen Londons, der Charterhouse School, studierte er ab 1890 an der
Royal Academy of Music in London bei Sir Hubert Parry und Charles Villiers Stanford. Von
1892 bis 1895 studierte Vaughan Williams bei Charles Wood am Trinity College der
Universität Cambridge und 1896 nochmals in London, wo seine enge Freundschaft mit
Gustav Holst begann. Zusätzlich nahm er 1897 Unterricht bei Max Bruch in Berlin und im
selben Jahr heiratete er Adeline Fisher.
Von 1896 bis 1899 wirkte Vaughan Williams in London als Organist. Bald schon beschäftigte
er sich intensiv mit dem Sammeln und Veröffentlichen englischer Volkslieder und entdeckte
auch die englische Musik der Renaissance für sich. Beides beeinflusste seinen
Kompositionsstil erheblich. 1905 wurde er musikalischer Leiter des Leith Hill Musical
Festival (bis 1953), 1906 gab er ein neues Kirchengesangbuch, The English Hymnal, heraus.
1908 hielt er sich in Paris auf, um bei Maurice Ravel Unterricht zu nehmen.
1910 erschien dann sein erstes großes Werk, A Sea Symphony, eine gewaltige Kantate für
Soli, Chor und Orchester nach Worten Walt Whitmans. Im selben Jahr wurde eines seiner
beliebtesten Werke veröffentlicht, die Fantasia on a Theme by Thomas Tallis. 1911 folgte der
Liederzyklus On Wenlock Edge, 1913 dann seine zweite Sinfonie, A London Symphony. Die
deutsche Uraufführung am Deutschen Opernhaus in Berlin dirigierte Ignatz Waghalter.
Im Ersten Weltkrieg diente Vaughan Williams in Frankreich als Soldat. Seine tief
empfundenen Eindrücke dieser Jahre finden ihren Niederschlag vor allem in der dritten
Sinfonie, der Pastoral Symphony für Sopran und Orchester, die bereits 1916 skizziert, aber
erst 1922 aufgeführt wurde. 1919 wurde er Kompositionslehrer am Royal College of Music in
1
2
Norman E. Smith, Program Notes for Band,, Chicago, 2000, S.604.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Vaughan_Williams, (14.4.2008, 15:30)
3
London (bis 1938), von 1920 bis 1928 leitete er den Londoner Bach-Chor. Immer häufiger
trat er auch als Dirigent seiner eigenen Werke auf.3
Vaughan Williams erhielt in den folgenden Jahren zahlreiche Auszeichnungen. Seinen Ruhm
mehrten das Ballett Job (1930) nach der biblischen Hjob-Geschichte, die vierte Sinfonie
(1935) sowie die in den Jahren des Zweiten Weltkriegs entstandenen Sinfonien Nr. 5 (1943)
und 6 (1947). 1940 schrieb Vaughan Williams mit The 49th Parallel auch seine erste
Filmmusik.
1944 komponierte Vaughan Williams A Song of Thanksgiving als Auftragskomposition für
die BBC. Unter dem ursprünglichen Titel Thanksgiving for Victor, wurde das Stück in den
letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges aufgenommen und anlässlich eines RadioDankgottesdienstes am 13. Mai 1945 gesendet.
Zur Krönung von Queen Elizabeth II. schrieb Vaughan Williams ein Arrangement des
Chorals All People That On Earth Do Dwell, einer Version des Psalms 100 mit der Melodie
The Old 100th als Offertorium (Gesang zur Gabenbringung). Der Komponist hatte
vorgesehen, dass erstmals seit Jahrhunderten nicht nur ein Chor, sondern auch die Gemeinde
bei der Krönung mitsingen sollte, indem in der abschließenden Doxologie To Father, Son,
and Holy Ghost die Versammlung der Peers unisono in den Gesang einstimmt. Die Lords
konnten den ungewohnten Ansprüchen zwar nicht genügen, dennoch gelang Vaughan
Williams ein wunderbares Stück zeremonieller Musik, das seine Wirkung auf den Hörer nicht
verfehlt.
Weniger erfolgreich waren jedoch seine Opern. Weder der 1924 uraufgeführte, aber bereits
1910 begonnene Hugh the Drover, noch Sir John in Love (1929), eine weitere Vertonung von
Shakespeares Falstaff-Stoff, hielten sich im Repertoire.4
Die größte Enttäuschung seiner Komponistenlaufbahn war für Vaughan Williams jedoch die
schlechte Aufnahme der oratorischen Oper The Pilgrim's Progress (1951) nach John Bunyan,
an der er über vierzig Jahre gearbeitet hatte. Im selben Jahr starb seine Frau Adeline nach
3
4
Norman E. Smith, Program Notes for Band,, Chicago, 2000, S.605.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Vaughan_Williams, (14.4.2008, 15:30)
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langer, schwerer Krankheit. 1953 heiratete er Ursula Wood (1911–2007). Unter den Werken
der letzten Jahre ragen die siebte Sinfonie Sinfonia Antartica (1952), die nach der Filmmusik
Scott of the Antarctic entstand, und die späte neunte Sinfonie (1957) heraus. Im gleichen
Zeitraum schrieb Vaughan Williams dann eben auch zwei Werke für Solisten und Orchester,
die Romanze für Mundharmonika und das Tubakonzert. Beide Werke zeigen, dass Vaughan
Williams in seinen späteren Lebensjahren noch voller Ideen war.
Nach dem Tod Vaughan Williams' wurde seine Asche im "Poet's Corner" in der Westminster
Abbey in London beigesetzt.5
Werkübersicht
Vaughan Williams hat in seinem Leben mehr als 100 Werke komponiert und veröffentlicht.
Er hat in seinem weit reichenden kompositorischen Schaffen, Opern, Ballette, Sinfonien,
Konzerte und konzertante Werke, kammermusikalische Werke, Klaviermusik, Orgelmusik,
Liederzyklen, Chorwerke, Filmmusik, Werke für Blasmusik als auch Kirchenlieder
geschrieben. Seine wohl bekanntesten Werke sind: Fantasia on a Theme by Thomas Tallis für
doppeltes Streichorchester; A Sea Symphony (Sinfonie Nr.1) für Sopran, Bariton, Chor und
Orchester; Sinfonie Nr.4 in f-moll; Sinfonie Nr.5 in D-Dur; Sinfonie Nr. 9 in e-moll;
Tubakonzert in f-moll; Konzert für Oboe und Streicher in a-moll
Vaughan Williams hat sich, wie schon erwähnt, Zeit seines Lebens stets intensiv mit
Volksmusik auseinandergesetzt und war stets auf der Suche nach noch unbekannten Werken
dieser Stilrichtung welche er dann nach und nach in seine Kompositionen hat einfließen
lassen. Um einige zu erwähnen, bspw.: Orchesterwerk- Norfolk Rhapsodie Nr.1- Prelude on
an Old Carol Tune; Klavierwerk- The Lake in the Mountains; Liederzyklus- Songs of
Travel- Three Songs from Shakespeare- Along the Field für Gesang und Violine;
Kammermusik- Household Music. 3 Preludes on Welsh Hymn Tunes für Streichquartett;
Klaviermusik- Hymn Tune Prelude on Gibbons' Song 13; Orgelmusik- Three Preludes on
Welsh Hymn Tunes; Chorwerk - Willow-Wood. Kantate für Bariton.6
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http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Vaughan_Williams, (14.4.2008, 15:30)
6
Norman E. Smith, Program Notes for Band,, Chicago, 2000.
5
2.Werkentstehung und Rezeption7
Das Tubakonzert von Ralph Vaughan Williams ist im Jahr 1954 komponiert worden.
Ebenfalls hat Ralph Vaughan Williams zugleich das Solowerk für „Tuba und Klavier“
arrangiert. Im Jahr 1955 wurde das Werk von der „Oxford University Press“ veröffentlicht.
Das von Ralph Vaughan Williams komponierte Instrumentalwerk zählt wohl zu einem der
Wichtigsten dieser musikalischen Form. Denn er war es, der durch sein musikalisches Knowhow, welches zum Teil auch von Max Bruch und von Maurice Ravel unterstützt und geprägt
worden ist, der Basstuba nun endlich das Ansehen verschafft hat, das ihr letztendlich schon
sehr lange gebührt hat. Das Tubakonzert von Williams spielt musikgeschichtlich betrachtet
eine sehr große Rolle, wenn es um moderne Sololiteratur für Blechblasinstrumente geht. Nur
wenige Werke dieser Kategorie verdienen so viel Aufmerksamkeit für ihre Einzigartigkeit,
historische Position und ihren musikalischen Wert. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass es
bei seiner Uraufführung vorwiegend Anti- enthusiastisch aufgenommen worden ist. Bei der
Uraufführung 1954 ist das Tubakonzert bloß als ein schlechtes Werk, bei dem der Komponist
früheres bereits da gewesenes musikalisches Material verwendet hätte, betrachtet worden. Ein
Musikkritiker der damaligen Zeit bezeichnete das Solowerk sogar als ``hässlich`` und
``unmusikalisch``. Manche gingen sogar soweit, es als joviales Werk in der sonst so großen
Liste von wichtigen Kompositionen von Vaughan Williams an zu sehen. Anfangs hat das
Publikum dieses Tubakonzert nicht wirklich ernst genommen. Oftmals ist das Werk mit dem
Herumtollen eines Elefanten gleichgestellt worden. Für viele war es einfach ein ungewöhnlich
neuartiges Klangerlebnis. Dies hat schließlich zur Folge gehabt, dass sich einige Zuhörer
sogar lächerlich darüber gemacht haben. In einer Ausgabe des T.U.B.A JOURNALS aus dem
Jahr 1979 hat David Reed einen Artikel verfasst, indem er eine rückwirkende Betrachtung
anlässlich des 25.jährigen Jubiläums des Tubakonzertes von Ralph Vaughan Williams
verfasst hat. In dieser Ausgabe des Journals zitiert David Reed einige kritische Meinungen
und Aussagen über das Tuba Concerto von Vaughan Williams. Das Tubakonzert sei bloß ein
wertloses Stück Musik, mit speziellem Bezug auf dessen Sonorität, dies ging beispielsweise
aus einer Ausgabe der Zeitschrift The Music Review hervor. Als wäre das nicht genug, fuhr
der Journalist dieses Artikels wie folgt fort: Nicht einmal die kompositorische Reife eines
Vaughan Williams könne diese unmissverständlichen musikalischen Fehler entschuldigen.
7
David Reed, T.U.B.A. Journal 7-Nr.2, 1979, S.13-15.
6
Sein Gehör und sein musikalisches Verständnis müssen während des Schaffens dieses Werkes
auf Urlaub gewesen sein. In der Zeitschrift The Canon ist das Werk wie folgt kritisiert
worden: Die Solotuba höre sich an wie ein herumtollendes Nilpferd. Eine Tuba sei nicht
imstande den geforderten Phrasierungen und Nuancierungen gerecht zu werden.. Ein
Journalist der Zeitschrift The Musical Times schrieb: Die Musik und der Fleiß von Williams
würden zwar geschätzt werden, dennoch hoffe man das dieser sich nicht weiterhin auf
Kompositionen für Soloinstrumente, wie die Tuba eines ist, konzentrieren werde. Wird doch
diese im Orchester nicht willkommen geheißen sondern eher toleriert, da sie oftmals als
brutales Monster mit unklarer Artikulation und dubioser Intonation betrachtet werden würde.
The Musical Times schlug einst sogar vor, dass sich Williams für die nächste Solokomposition
ein Instrument mit lieblicherem und agilerem Charakter aussuchen solle. The Canon ging
noch einen Schritt weiter und schrieb, dass man Williams nun auch ein Solokonzert für
Kohlkopfblätter (cabbage leaves) verzeihen würde. Obwohl, wie schon erwähnt, Vaughan
Williams´ Komposition anfänglich wenig positiven Anklang fand und dem konservativen
Publikum missfiel, schlug die Meinung von Musikkritikern und Publikum nach genauerer
Betrachtung dessen oftmals um. Die prestigeträchtige Musical Times die das Konzert einige
Zeit vorher verrissen hatte, schrieb später: Die Möglichkeit der Basstuba als ein
Soloinstrument bieten eine hervorragende Basis für Solokompositionen. Dieses Konzert muss
als Standardwerk angesehen werden. In den Zeiten als das Concerto For Bass Tuba and
Orchestra, bei dessen erstmaligen Aufführungen noch belächelt wurde, war das Solostück in
der Version für Tuba mit Klavierbegleitung schon sehr erfolgreich und gern gehört worden.
Im amerikanischen Raum erhielt es von Anfang an gute Kritiken. Der weltbekannte Tubist,
William Bell, führte das Werk am 7.November 1955 mit der ``Little Orchestra Society`` auf
und die Zeitschrift Musical America schrieb zu dieser Aufführung: In weniger geschickten
Händen als diesen von Vaughan Williams wäre ein Tubakonzert nur ein grausames Stück
Musik. Der Komponist schaffe es jedoch mit all den Schwierigkeiten und technischen
Einschränkungen der Tuba umzugehen. Das Orchester verstärke das Soloinstrument mit einer
Vielzahl an Klangfarben. William Bell musterte seinen Part mit Leichtigkeit und erstaunlicher
Virtuosität.8
Vaughan Williams schien vom Klang der Basstuba sehr beeindruckt gewesen zu sein, da das
Instrument auch oftmals in seinen Orchesterwerken rege Verwendung findet. Dies zeigt
wiederum Vaughan Williams` Begeisterung für dieses Instrument und hat schlussendlich
8
David Reed, T.U.B.A. Journal 7-Nr.2, 1979, S.13-15.
7
dann so weit geführt, dass er auch dieses Solowerk dafür komponiert hat. Das Werk hat sich
im Laufe der Jahre als ein kleines Meisterwerk erwiesen und ist bis heute auf jeden Fall eines
der überzeugendsten Kompositionen für diese Besetzung, denn Ralph Vaughan Williams hat
die Funktion der Basstuba durchaus ernst genommen und hat gleichfalls ihr solistisches
Potential zu nutzen gesucht. Für den Komponisten war es wichtig und gleichfalls eine
Herausforderung ein Instrument welches bis zu diesem Zeitpunkt lediglich eine musikalische
Begleitfunktion inne hatte, nun in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Schließlich
kann man sagen, dass auch Vaughan Williams mit seiner Komposition das Ansehen des
Instrumentes selbst zu fördern vermocht hat. Hierbei hat Williams keinerlei Mühen gescheut
um die Möglichkeiten des Instrumentes voll und ganz aus zu loten. Dieses Werk hat zur
Popularität der Basstuba ganz wesentlich beigetragen. Das Solokonzert für Basstuba und
Orchester hat Ralph Vaughan Williams dem London Symphony Orchester anlässlich des
goldenen Orchesterjubiläums gewidmet. Es ist von Philip Catelinet dem damaligen Tubisten
des London Symphony Orchesters uraufgeführt worden.
Für viele bekannte und angesehene Komponisten der heutigen Zeit war dies bestimmt auch
ein Grund dafür, dass sie ebenso Tubakonzerte komponiert haben. Daher sind Solowerke für
Basstuba und Orchester nun auch schon lange Zeit zu einem wichtigen Bestandteil der
Instrumentalmusik geworden.
Das Tubakonzert von Ralph Vaughan Williams war für die Entstehungszeit des Werkes eines
von nur wenigen Werken mit Orchester beziehungsweise Klavierbegleitung welches von
einem namhaften und sehr bekannten Komponisten komponiert worden ist. Das zweite
nahrhafte Werk für Solotuba und Klavierbegleitung ist von Paul Hindemith im Jahr 1955
komponiert worden. Hindemith hat seine so genannte Tuba-Sonate im Zuge seiner
Kompositionsphase für Instrumentalmusik komponiert. Bis ins Jahr 1967 sind nur sechs
Originalkompositionen für Solo-Tuba und Begleitorchester komponiert worden, dies geht aus
der so genannten Encyclopedia Of Literature For The Tuba von William J. Bell and R.
Winston Morris hervor, welche im Jahr 1967 veröffentlicht wurde.9 Das zeigt wiederum
welchen Status das Solowerk von Ralph Vaughan Williams bereits damals gehabt haben
muss, da jenes als einziges dieser sechs in der Gegenwart vergleichsweise oftmals aufgeführt
bzw. von namhaften Tubisten aufgenommen worden ist. Vor allem die Qualität der
Kompositionen der Solowerke für Basstuba von Vaughan Williams und Hindemith lassen
darauf schließen, dass dies der Grund für deren Status damals sowie heute sein muss.
9
R. Winston Morris und Edward R.Goldstein, Tuba Source Book ,Indiana University Press, Bloomington,1996.
8
Vergleicht man nun die beiden Kompositionen von Williams und Hindemith, wird so manche
kompositorische Eigenheit der beiden Komponisten unmittelbar hörbar. Der eher konsonante,
traditionelle Kompositionsstil Vaughan Williams` hebt sich doch deutlich von der dissonanten
Kompositionsweise Hindemiths ab. Aus für Musiker in der Gegenwart noch unbekannter
Ursache, sind die beiden Werke am Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts selten für
Probespiele und / oder Wettbewerbe verwendet worden. Das für diesen Zweck verwendete
war meist das Hornkonzert von Richard Strauss op.11 in Es-Dur welches dafür von Harvey G.
Phillips arrangiert worden ist. Letztendlich haben sich im Laufe der Zeit trotzdem die
Originalkompositionen für Basstuba durchgesetzt und werden heutzutage bei allen
Probespielen und Wettbewerben bevorzugt verwendet. In den darauf folgenden Jahren hat
sich im Bereich Sololiteratur für Basstuba vieles weiterentwickelt. So wurden in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr Solowerke für Basstuba und sinfonisches
Blasorchester, Wind Ensemble oder Brass Band als für Basstuba und Sinfonieorchester
komponiert. Das 1976 für Tuba & Brass Band und 1984 für Tuba & Blasorchester
komponierte Tubakonzert von Edward Gregson zeigt, dass das Werk von Vaughan Williams
auch auf spätere Werke im Bereich Sololiteratur für Basstuba, Einfluss genommen hat. So hat
Gregson in sein Tubakonzert Motive aus dem von Vaughan Williams komponierten Werk
einfließen lassen und dort werkspezifisch verarbeitet. Der erste Satz im Werk von Edward
Gregson ist in Sonatenform gehalten und präsentiert zwei Themen: das eine von eher
rhythmischem, das andere von eher lyrischem Charakter. Eine verschmitzte Anspielung auf
das Konzert Vaughan Williams’ klingt an, die dann im Material des Hauptthemas aufgeht.10
10
http://piz.nmz.de/naxos/N_Texte/b557754gr.htm , (3.5.2008, 15:54)
9
3.Werkbeschreibung
Das Werk umfasst drei Sätze: Prelude- Romanza- Rondo alla Tedesca, von denen der
lyrische, tief empfundene zweite Satz den Zuhörer am unmittelbarsten anspricht. Ferner muss
das Solowerk auch im Rahmen der Komposition betrachtet werden, in welcher Ralph
Vaughan Williams nach zeitgenössischer kompositorischer Ansicht in seiner Komposition
nicht die Moderne, sondern eher die Vergangenheit wiedergespiegelt. Vergangenheit insofern,
dass seine beiden Lehrer, Maurice Ravel und Max Bruch für Vaughan Williams auch für
seine Kompositionsweise ausschlaggebend waren.11Der Kompositionsstil des Tubakonzertes
von Vaughan Williams scheint jedoch von einem viel früher lebenden und wirkenden
Komponisten beeinflusst gewesen zu sein. So sagte Vaughan Williams einst selbst: Das
Tubakonzert hätte mehr Ähnlichkeit mit dem Kompositionsstil Bachs als mit diesem von
Mozart oder Beethoven.12
a.) Im ersten Satz des Werkes dem so genannten Prelude, wechselt Williams innerhalb der
Komposition insgesamt vier Mal das Metrum (Taktart). Das Metrum im ersten Teil ist ein 2/4
Takt, in dem die Holzbläser sowie Pauken und Percussion als auch die Streicher den ersten
Satz voluminös und wuchtig, musikalisch charakterisierend einleiten. Im vierten Takt kommt
dann das Soloinstrument erstmals hinzu und lässt förmlich die Solomelodie, welche im Piano
steht, in das Werk gesanglich einfließen. Das Soloinstrument als auch das Orchester
durchlaufen im ersten Teil des ersten Satzes fast alle dynamischen Parameter, angefangen
vom Piano bis hin zum Fortissimo.
Nach dieser Einleitung beginnt ein völlig neuer Abschnitt des ersten Satzes. In diesem
Abschnitt ändert sich das Metrum und dazu auch der musikalische Charakter des Preludes.
Dieser Teil welcher im 6/8 Takt steht gibt dem Prelude einen durchaus tänzerischen Charakter
und auf diese Weise wird die Leichtigkeit des 2. Teiles des ersten Satzes spürbar und
letztendlich auch hörbar. Im Gegensatz zu dem Teil welcher den 2/4 Takt als Metrum hat in
dem die Tuba ihren voluminösen obertonreichen Klang in Lautstärke und große
Intervallbewegungen ausdrückt, hat Ralph Vaughan Williams durch die Verwendung dieser
6/8 Takteinheit einen grundlegenden musikalisch charakteristischen Wechsel herbeigeführt.
11
R. Winston Morris und Edward R.Goldstein, Tuba Source Book ,Indiana University Press, Bloomington, 1996,
S.137.
12
Michael Kennedy, The Works of Ralph Vaughan Williams, Oxford University Press London, 1980.
10
Ab diesem Zeitpunkt spielt die Tuba nämlich eine durch Achtelbewegungen herbeigeführte
locker und leichte leggiero Melodie. Durch die dynamische Bezeichnung piano und die
Notation von ganz kurzen Achtelnoten wird das ``Klischee`` als wäre die Tuba in der
Handhabung als auch in der Ausführung ein schwerfälliges Instrument, nun endgültig
widerlegt. Der Spieler als auch der Zuhörer empfindet in diesem Teil ständig das Gefühl einer
Vorwärtsbewegung, dieser bewegte heitere Charakter wird ebenso durch die Verwendung des
6/8 Triolenrhythmus` erzielt. Schließlich endet der heitere zweite Teil wiederum indem dieser
in den dritten und letzten Teil, welcher ebenfalls im 2/4 Takt steht, übergeht. In diesem Teil
sind die motivischen Ähnlichkeiten mit dem ersten Teil deutlich erkennbar. Die Tonart bzw.
die Artikulationsmerkmale sind gänzlich ident und man kann daher sagen , dass der erste und
zweite Teil eine musikalische Einheit bilden, welche durch den zweiten tänzerischen Teil
unterbrochen wird. Schließlich steht am Ende des ersten Satzes eine große Kaden, welche
ebenfalls die von vorher
schon oft gehörten `` Sechzehntel Bewegungen`` motivisch
widerspiegelt. Hierbei wird dem Tubisten die Möglichkeit gegeben, den weiten Tonumfang
des Instrumentes bis hin zu den Extremlagen aus zu loten. Ebenso tragen an dieser Stelle
gewisse dynamische Anforderungen dazu bei, diese Kadenz möglichst attraktiv zu gestalten,
um somit zum Höhepunkt des ersten Satzes beitragen zu können. Am gänzlichen Schluss
dieses Satzes lässt Ralph Vaughan Williams die Kadenz durch die Begleitung des Orchesters
largamente ausklingen.
b.) Der zweite Satz die so genannte Romanza, die einen ¾ Takt als Metrum hat, beinhaltet
wunderschöne ausdrucksstarke Musik und gibt dem Solisten die Möglichkeit die wohltuenden
Szenen dieser einzigartigen Formschönheit durch Ergriffenheit und eingebrachter Musikalität
zu gestalten. Es ist deutlich zu sehen und vor allem zu hören, wie bedacht Ralph Vaughan
Williams hierbei die Tuba im 2.Satz, dolce musizieren lässt. Deshalb ist auch am Anfang des
zweiten Satzes, am Beginn des Soloinstrumentes, die Vortragsbezeichnung cantabile notiert
um diese Stelle möglichst gesanglich beziehungsweise liedhaft zu gestalten. Williams nützt
hierbei die Eigenschaften des Instrumentes vollkommen aus und bedient sich ganz bewusst
der Basstuba da durch diesen obertonreichen Klang dieses Instrumentes die Einleitung welche
eine äußerst lyrische Phrase beinhaltet die noch dazu im piano steht, einen wohltuenden
musikalischen Charakter erhält. Es ist diese Frische und Formschönheit des 2. Satzes welche
der Basstuba die seltene Möglichkeit bietet, lyrische Phrasen pathetisch vorzutragen. Bis zum
Zeitpunkt des Schaffens dieser Komposition war es weder vertraut, noch war es üblich der
11
Basstuba solch eine Aufgabe zuzuteilen. Gleich wie schon im ersten Satz dieses Werkes, lässt
Williams ähnliche melodische Motive ständig wiederkehren. Williams komponiert diesen
Satz fast zur Gänze in D- Dur und erhält somit eine einzigartige Klangfarbe, welche die im
Tempo eher langsame Melodie, erstrahlen lässt. Im Gegensatz zum Prelude bleibt das
Metrum in der Romanza vom Anfang bis zum Schluss dasselbe. Das Orchester hat in diesem
Satz die Aufgabe die Solostimme äußerst dolce zu untermalen um den liedhaften Charakter
der Solomelodie hörbar zu machen. Für den Solisten ist dieser 2. Satz in jeder Hinsicht eine
Herausforderung. Williams verwendet für die Solostimme wiederum einen großen
Intervallraum und fordert gleichfalls durch seine dynamischen Anforderungen äußerste
Musikalität.
Die Romanza ist wahrscheinlich der populärste Teil des Tubakonzertes überhaupt und ist
ebenfalls in der Version für Euphonium, Fagott und Violoncello erhältlich Im Falle der
Verwendung der jeweiligen Instrumente sei zu beachten, dass die gekennzeichneten Passagen
um eine Oktave höher zu spielen sind, da dies wiederum mit dem Tonumfang der genannten
Obligatinstrumente zu tun hat.13 Gleichfalls seien einige Anpassungen in der Phrasierung der
einzelnen Teile für das musikalische Verständnis des Solisten von wesentlicher Bedeutung.
Beispielsweise soll der Fagottist/istin öfter versuchen „legato“ zu spielen, als das in der
Notierung für Basstuba einzusehen ist.
Hierbei muss ebenfalls noch erwähnt werden, dass das Tubakonzert von Vaughan Williams in
den letzten Jahren immer öfters auch in der Sololiteratur für Bassposaune mit
Klavierbegleitung zu finden war und auch in der Gegenwart bereits zum Standardreportoire
für Bassposaune mit Klavierbegleitung zählt. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen,
dass die Bassposaune in B über einen ähnlichen Tonumfang wie die Basstuba in F verfügt,
wobei Töne in der Schlusskadenz des ersten Satzes Prelude von Posaunisten meist eine
Oktave höher als notiert gespielt werden, da diese wiederum im Grenzbereich des
Tonumfanges der Bassposaune liegen. Obwohl ebenfalls die Möglichkeit besteht, die
Bassposaune ebenso wie die Basstuba durch ein sinfonisches Orchester zu begleiten, wird von
Posaunisten dennoch meist das Arrangement für Soloinstrument mit Klavierbegleitung
vorgezogen da die Instrumentation des Orchesters mit dem Originalen Soloinstrument, der
Basstuba, sehr genau abgestimmt worden ist und daher kein anderes Soloinstrument
13
Ralph Vaughan Williams, Concerto for Bass Tuba and Orchestra, Oxford University Press, 1955.
12
stattdessen zulässt. Gleichfalls würde dies auch keineswegs im Sinne des Komponisten und
dessen Komposition sein. Dennoch kann nicht gesagt werden dass das Tubakonzert zu den
Hauptwerken für Bassposaune zählt, da letztendlich Originalkompositionen meist dennoch
bevorzugt verwendet werden.
c.) Der dritte Satz Rondo alla Tedesca welcher übersetzt deutscher Tanz heisst, hat ebenso
wie die Romanza vorhin einen ¾ als Metrum, ist jedoch im Tempo, der Form und im
Charakter absolut gegensätzlich. Wie die Satzbezeichnung bereits andeutet, beinhaltet dieser
technisch sehr anspruchsvolle Satz charakteristisch tänzerische Musik welche oftmals durch
die Verwendung von Achtelnoten im Triolenrhythmus zur Wirkung kommt. Das schnelle
Tempo (Allegro), welches Vaughan Williams dafür verwendet, macht diesen Finalsatz
spektakulär und einzigartig. Es ist hierfür absolut notwendig die diffizilen und schnellen
Achtelbewegungen durch sowohl gewisse Lockerheit als auch Leichtigkeit vorzutragen, um
die unterschiedlichen Intervallabstände hörbar zu machen und differenzieren zu können. In
diesem Finalsatz, hat Ralph Vaughan Williams in den Begleitinstrumenten Motive aus der
Oper Falstaff von Giuseppe Verdi einfließen lassen. Obwohl nicht auszuschließen ist, dass
aus der Partitur der Oper Falstaff harmonische Motive als Vorbild für die Komposition von
Williams herangezogen worden sind, so sind doch ganz deutlich vor allem rhythmische
Anlehnungen beziehungsweise Ähnlichkeiten zu erkennen. Diese, auch in Falstaff oftmalige
Wiederkehr des Triolenrhythmuses mit Achtelnoten, wird auch in der Komposition von
Williams vor allem im ersten und dritten Satz bevorzugt verwendet.
ad. a/c) Ebenso sind die beiden Kadenzen im ersten und dritten Satz aus musikalischer Sicht
sehr bemerkenswert, da diese stets den vorangegangenen musikalischen Verlauf des
jeweiligen Satzes motivisch widerspiegeln.
13
4. Alternative Fassungen (Sinfonieorchester, Wind Ensemble)
Ralph Vaughan Williams hat für das Orchester folgende Instrumente verwendet:
2 Flöten, wobei die 2. Stimme durch eine Piccoloflöte verdoppelt wird
1 Oboe
2 Klarinetten
Fagott
2 Hörner
2 Trompeten
2 Posaunen
1 Pauke
Schlagwerk (2 Spieler) und
Streicher.14
Aus dem Werk von Ewald Preinsberger ist zu entnehmen, dass unmittelbar nach der
Veröffentlichung der Origialkomposition für Basstuba und Sinfonieorchester, ein
Arrangement desgleichen für Basstuba und Wind Ensemble herausgegeben worden ist.
Herausgegeben und arrangiert wurde dieses von Robert Hare. Er hat für diese so genannte
Wind Band, im deutschsprachigen Raum als Wind Ensemble bekannt, folgende Instrumente
verwendet:
1 Piccoloflöte
2 Flöten
1 Oboe
2 Fagotte
5 Klarinetten
4 Saxophone
2 Trompeten
2 Hörner
2 Posaunen
1 Kontrabass1 Pauke
1 Schlagwerk .15
14
Ralph Vaughan Williams, Concerto for Bass Tuba and Orchestra, Oxford University Press,1954.
Ewald Preinsberger, Soli für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung Sammlung und Analyse von Solowerken
für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung, Magisterarbeit, Pannonische Forschungsstelle/Oberschützen des
Instituts für Musikethnologie der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz,1992.
15
14
Vergleicht man nun die Besetzungsvarianten der Originalkomposition von Ralph Vaughan
Williams mit der des Arrangements von Robert Hare so kann man sehen, dass dieser sowohl
durch die Aufstockung der drei Klarinetten und eines weiteren Fagotts, als auch durch das
Hinzufügen der vier Saxophone und des Kontrabasses versucht hat, das fehlende
Streichinstrumentarium durch Blasinstrumente zu ersetzen.
Als Wegbereiter für dieses so genannte ``Wind Ensemble`` muss an dieser Stelle `` Frederick
Fennell`` genannt werden: Denn er war es der erstmals die Bezeichnung ``Wind Ensemble``
verwendet hat und diese Besetzungsform revolutioniert und zu einen wichtigen Bestandteil
der Musik in der Gegenwart gemacht hat. So sind dem Buch The Wind Ensemble von
Frederick Fennell einige interessante Aspekte was die Verwendung dieses Ensembles
anbelangt zu entnehmen. Er sagt, dass der Komponist in der Partitur seines Werkes für Wind
Ensemble
die genaue Besetzung des Orchesters festlegen könne während ansonsten in
Blasmusikkappelen die Stücke welche dafür komponiert worden sind, nach Verfügbarkeit des
Instrumentariums gespielt werden und deshalb oftmals variieren können. Ebenso sagt
Frederick Fennell, dass man dem Komponisten insofern entgegenkommen müsse, indem man
ihm die Möglichkeit gebe, dass dieser die Besetzung sprich den Klang und Instrumentation
ins Werk einbeziehen könne.``16
16
Frederick Fennell, The Wind Ensemble, Delta Publications Arkadelphia, Arkansas, 1988.
15
5.Solowerke für Tuba
Vor nicht vielen Jahren hat die Basstuba noch sehr wenig Auswahl an Sololiteratur mit
Orchesterbegleitung aufweisen können. Jedoch hat sich im Laufe der Zeit im Bereich der
Literatur für Solo- Basstuba und Orchesterbegleitung sowie in vielen anderen musikalischen
Sparten, kompositorisch einiges wesentlich weiterentwickelt. So tragen viele der Solowerke
für Basstuba und Orchesterbegleitung welche ab ca. 1970 komponiert worden sind, oftmals
ganz deutlich die Handschrift moderner zeitgenössischer Komponisten. Ebenfalls sind im
Laufe der Zeit viel mehr Solowerke für Basstuba und sinfonisches Blasorchester als für
Basstuba und Sinfonieorchester komponiert worden. An dieser Stelle muss deshalb das Buch,
Sololiteratur für Tuba mit Blasorchesterbegleitung von Ewald Preinsberger17 erwähnt
werden. Dieses Werk verschafft einen weit reichenden Überblick über bereits komponierte
Werke im Bereich Sololiteratur für Tuba mit Blasorchesterbegleitung. Vor nicht all zu langer
Zeit ist ebenso wie in fast allen musikalischen Bereichen natürlich auch im Bereich der
Sololiteratur für Basstuba zu experimentieren begonnen worden, was den Kompositionsstil
der Solomelodie als auch den des begleitenden Instrumentariums betroffen hat. So sind
beispielsweise auch Werke entstanden welche nicht einmal mehr der herkömmlichen uns
geläufigen Notation entsprechen, sondern vom Komponisten selbst werkspezifisch ausgedacht
und vom Solisten individuell umgesetzt worden sind. Um dem Solisten den musikalischen
Inhalt des Werkes und eine gewisse Klangvorstellung der Komposition verschaffen zu
können, sind meist Erläuterungen zu Beginn oder im Anhang der Komposition notiert
worden. Ein besonderes Beispiel dafür, ist das 1977 bei Edition Modern München
erschienene Werk. Diesem Stück ist eine `` Zeichenerklärung`` beigelegt, um die graphischen
Notationen dazu überhaupt erst verstehen und letztendlich spielen zu können. Weiters sind in
diesem Zusammenhang auch Werke für Tuba und Schlaginstrumente zu erwähnen wie
beispielsweise das Duett op.79 für Tuba und Percussion von Andreas Aigmüller. Dieses Werk
besteht aus sehr vielen verschiedenen rhythmischen Motiven und Figuren welche dem
Tubisten als auch dem Schlagwerker unglaubliche Konzentration und gegenseitige
Kooperation abverlangen. Dieses so genannte `` Zusammenhören `` ist für jeden Musiker,
also auch für einen Instrumentalsolisten von wesentlicher Bedeutung oder besser gesagt
gehört dies zur Grundvoraussetzung um Musik überhaupt erst machen zu können. Deshalb
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Ewald Preinsberger, Soli für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung Sammlung und Analyse von Solowerken
für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung, Magisterarbeit, Pannonische Forschungsstelle/Oberschützen des
Instituts für Musikethnologie der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz,1992.
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erscheint es mir als wichtig so ein Solowerk anzuführen, da so ein Werk das rhythmische
Verständnis eines Musikers wesentlich fördern und optimieren kann.
Die folgende Liste beinhaltet jene Tubakonzerte welche nach dem Werk von Vaughan
Williams in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts komponiert bzw. arrangiert worden sind
und das Tubaspiel bis in die Gegenwart wesentlich beeinflussen. Diese Auflistung beschränkt
sich auf Beispiele einiger namhafter Werke für Basstuba, welche während eines
Musikstudiums an einer Musikuniversität erarbeitet werden und schließt Bravourstücke wie
bspw.: Polkas etc. für Basstuba aus.
Solowerke für Tuba und Blasorchester
Gregson, Edward, Tuba Concerto, Tubakonzert in drei Sätzen. Verlag: Novello & Company
Ltd, London, c.-1986,Verlags-Nr.: 09.0581.01.
Jacobsen, Julius, Tuba Buffo, Konzert für Tuba (Tuba Ballet) und Blasorchester. Verlag:
Swedish Music Information Center, Stockholm, um / vor 1977.
Presser, William, Capriccio for tuba and band. Verlag: Presser, Theodore, Bryn Mawr,c.1970.
Strauss op.11, Richard, Concerto No.1, Tuba Solo, Arrangeur: Phillips, Harvey G. Verlag:
Ludwig Music Publishing Co., Cleveland, Ohio. Verlags-Nr.: S-14C29.
Walters, Harold L., Concertante, B-Tuba Solo. Verlag: Rubank Inc., Miami, Florida.18
Wilhelm, Rolf, Concertino for Tuba and Wind Instrument, Ein Concertino in 3 Sätzen: 1. Satz
Moderato deciso, 2. Satz Andante lirico, 3. Satz Allegro comodo. Verlag: Strube Verlag
GmbH, München, c.-1990, Verlags-Nr.:2081/o1.
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Ewald Preinsberger, Soli für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung Sammlung und Analyse von Solowerken
für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung, Magisterarbeit, Pannonische Forschungsstelle/Oberschützen des
Instituts für Musikethnologie der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz,1992.
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Solowerke für Alternative Solo- Besetzung (Tuba) und kombinierte Solo- Besetzung19
Curnow, James, Symphonic Variants for Euphonium and Band, Arr. für Tuba and Band.
Jenson Publications, Inc. 1984.
Hässler, L., Konzert für Tuba, (oder Fagott oder Tenorhorn). Verlag: Oertel, Louis,
Hannover.
Mozart, Wolfgang Amadeus, Horn Concert No.1, Solo für Horn, Euphonium oder Tuba,
Arrangeur: Zurmühle, Otto. Verlag: Burger, Alfred, Bad Schussenried.
Lebedjew, Alexej, Concerto in One Movement, Konzert Nr.1 für Tuba / Bassposaune und
Orchester, New York: Edition Musicus, 1960.
Koetsier, Jan, Galgenlieder, Sopran (Tenor) Stimme & Tuba, Editions- Marc Reift, CH 3963 Crans-Montana.
Koetsier, Jan, Falstaffiade, Solo Tuba & 4 Horns, Editions- Marc Reift, CH - 3963 CransMontana.
William, Ernest S., Concerto Nr.2; for Cornet, trumpet or. Tuba and piano, New York:
Charles Colin, 1937.
Uber, David, Duo Concertante op. 97; tuba duet or bariton horn / tuba duet, bass trombone /
tuba duet, or bass trombone duet, New York: Kendor Music, 1978.
Ewazen, Eric, Concerto For Tuba or Bass Trombone and Orchestra, San Antonio, Texas.:
Southern Music Company, c 1998.
Crespo, Enrique, Escenas Catinas para Tuba o Trombone bajo y Piano, Bomberg: Lydke,
1992.
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Ewald Preinsberger, Soli für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung Sammlung und Analyse von Solowerken
für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung, Magisterarbeit, Pannonische Forschungsstelle/Oberschützen des
Instituts für Musikethnologie der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz,1992.
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Solowerke für Tuba mit Orchester bzw. Streichorchesterbegleitung und / oder
Klavierbegleitung20
Schumann, Gerhard, Concerto breve, für Tuba und Orchester, s.l. 1957.
Koetsier, Jan, Concertino op.77, für Tuba und Streichorchester, Bulle: Editions Bim, 1978/82.
Koetsier, Jan, Sonatina op. 57, per tuba e pianoforte, Tuba Music, 1991.
Anderson, Eugene D.,Tuba Concerto No.1, for tuba and orchestra or tuba and piano, Dallas,
Texas.: Cimarron Music & Productions, c 1996.
Albinoni, Tomaso, Concerto in d-moll op. 9, Nr.2; für Tuba und Klavier, Bearb.: Hilgers,
Walter, Edition- Marc Reift, 1995.
Beversdorf, Thomas, Sonata
for tuba and piano, San Antonio, Texas: Southern Music
Company, 1967.
Eccles, Henry, Sonate pour tuba basse et piano, Bearb.: Lelong, Ferdinand, Paris: Billaudet,
1993.
Händel, Georg Friedrich, Concerto Nr.1 in g-moll für Oboe und Streichorchester, Bearb.: für
Tuba und Klavier, Hilgers, Walter, Edition-Marc Reift, 1995.
Händel, Georg Friedrich, Sarabande, from concerto in f minor for Violine, Bearb.: for tuba
and piano, Barr , Robert M., Cleveland: Ludwig Music Publ., 1968.
Uber, David, A Delaware Rhapsody, tuba solo with piano, New York: Almitra Music, 1981.
Uber, David, Danza Espagnola, solo tuba and piano, Long Eaten, Virgo Music Publ., 1987.
20
http://opac.kug.ac.at/index.asp?DB=w_biblio (26.5.2008, 14:36)
19
6.Literaturverzeichnis
Frederick Fennell, The Wind Ensemble, Delta Publications, Texas, 1988.
Michael Kennedy, The Works of Ralph Vaughan Williams, Oxford University Press London,
1980.
R. Winston Morris and Edward R.Goldstein, Tuba Source Book , Indiana University Press,
Bloomington, 1996.
Ewald Preinsberger, Soli für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung Sammlung und Analyse
von Solowerken für Bass-Tuba mit Blasorchesterbegleitung, Magisterarbeit, Pannonische
Forschungsstelle/Oberschützen des Instituts für Musikethnologie der Hochschule für Musik
und darstellende Kunst in Graz,1992.
Ewald Preinsberger, Solo-Tuba und Blasorchester, ( Werke für Soloinstrumente und
Blasorchester Band 2), Kliment, Wien, 1993.
David Reed, T.U.B.A. Journal 7-Nr.2, S.13-15, 1979.
Norman E. Smith, Program Notes For Band, Chicago, 2000.
Ralph Vaughan Williams, Concerto For Bass Tuba and Orchestra, Oxford University Press,
1955.
http://piz.nmz.de/naxos/N_Texte/b557754gr.htm , (3.5.2008, 15:54)
http://de.wikipedia.org/wiki/Ralph_Vaughan_Williams, (14.4.2008, 15:30)
http://www.walterhilgers.com,(13.5.2008, 20:22)
http://opac.kug.ac.at/index.asp?DB=w_biblio (26.5.2008, 14:36)
20
7.Liste der Aufnahmen
Auflistung der bekanntesten Aufnahmen des Tubakonzertes von Ralph
Vaughan Williams:
Solist: Catelinet, Philip / Orchester: London Symphony Orchestra / Dirigent: John
Barbirolli/ Label: Barbirolli Society, 1955 LP: Concerto for Bass Tuba and Orchestra
Solist: Downing, Eugene / Titel des Albums: The English Tuba / Orchester: London
Symphony Orchestra / Dirigent: Edward Norman
Solist: Fletcher, John / Titel des Albums: Vaughan Williams: Pastoral Symphony /
Tuba Concerto / Orchester: London Symphony Orchestra / Dirigent: Andre Previn /
Label: RCA Red Seal, 1972 LP : LSC-3281; CD: 60586-2-RG; CS: AGKI-5872
Vaughan Williams, Ralph: Concerto for Bass Tuba and Orchestra
Solist: Harrild, Patrick / Titel des Albums: Vaughan Williams / Orchester: London
Symphony Orchestra / Dirigent: Bridon Thomson/ Label: Chandos, 1989 LP: ABTD
1379; CD: CHAN-8740 / Vaughan Williams; Ralph: Concerto for Bass Tuba and
Orchestra
Solist: Jacobs, Arnold / Titel des Albums: Concerto for Tuba / Orchester: Chicago
Symphony Orchestra / Label: Deutsche Grammophone LP:CL 2530 906 / Vaughan
Williams, Ralph: Concerto for Bass Tuba and Orchestra
Solist: King, Ian / Orchester: SFW Orchester/ Label SFW, 1962 LP: 11652 / Vaughan
Williams, Ralph: Concerto for Bass Tuba and Orchestra
Solist: Lind, Michael / Titel des Albums: Michael Lind – Tuba / Orchester: Stockholm
Philharmonic Orchestra / Label: Caprice Records, 1979 LP: CAP 1143
Solist: Nahatzki, Richard / Label: Rundfunk Sinfonieorchester Saarbrücken /
Vaughan Williams, Ralph: Concerto for Bass Tuba and Orchestra
Solist: Perantoni, Daniel / Titel des Albums: In Concert with the University of Illinois
Symphonic Band / Orchester: University of Illinois Symphonic Band/ Dirigent: Harry
Begian / Label: College Presentation Series LP: 106 / Vaughan Williams, Ralph/
Robert Hare: Concerto for Bass Tuba and Band
Solist: Harvey, Philips / Titel des Albums: Music for the Underdogs of the Orchestra /
Orchester: New England Conservatory Orchestra / Director: Gunther Schuller / Label:
GM Recordings, 1984 LP. GM 2004 / Vaughan Williams, Ralph: Concerto for Bass
Tuba and Orchestra21
21
R. Winston Morris und Edward R.Goldstein, Tuba Source Book ,Indiana University Press, Bloomington, 1996.
21
Solist: Donald, Strand / Titel des Albums: 1979 Music Teachers National Association
Collegiate Artists Winners/ Peggy Randolph, piano/ Label: Silver Crest, 1979 LP:
MTNA- 79-2B/ Vaughan Williams, Ralph: Concerto for Bass Tuba and Orchestra
Solist: Perantoni, Daniel / Concerto for Bass Tuba and Band, Vaughan Williams,
Ralph/ Robert Hare: Arwood, Jeffrey
Solist: Hilgers, Walter/ Titel des Albums: Werke von Ralph Vaughan Williams/
Orchester: Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt an der Oder/ Dirigent:
Michael Luig/ Label: 2006 erschienen bei Genuin/ Vaughan Williams, Ralph:
Concerto for Bass Tuba and Orchestra22
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http://www.walterhilgers.com,(13.5.2008, 20:22)
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