Nicht abbaubares Protein in der Wiederkäuer

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Nicht abbaubares Protein in der Wiederkäuer-Ernährung
Der Dünndarm ist der Hauptort der Absorption von Nährstoffen. Wegen der speziellen Physiologie von Wiederkäuern sind die
Proteine, die den Dünndarm erreichen, nicht mehr identisch mit den Proteinen, die im Futter enthalten sind. Pansen-Mikroben
verwenden lösliche Proteine aus dem Futter für die Synthese von mikrobiellen Proteinen. Folglich werden lösliche Proteine von
proteolytischen mikrobiellen Enzymen abgebaut zu Peptiden, Aminosäuren und Ammoniak, wobei außerdem flüchtige
Fettsäuren und Kohlendioxid gebildet werden.
Proteine, die im Pansen nicht abgebaut werden und somit den Dünndarm unmodifiziert erreichen, werden “Pansen Bypass
Protein” genannt oder “Undegradable Protein” (=UDP, siehe Abbildung). Dort werden sie durch enzymatische Hydrolyse und
Mikroben verdaut, die im Verdauungsbrei enthalten sind. Folglich ist das umsetzbare Protein bei Wiederkäuern die Summe des
mikrobiellen Proteins und des UDP’s.
Selbstverständlich benötigen die Pansen-Mikroben eine adäquate Versorgung mit Stickstoff, damit die heikle Balance zwischen
ihnen und dem Wiederkäuer aufrechterhalten werden kann. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erwähnen, dass
Mikroben eine ausreichende Versorgung mit Energie für die Synthese von mikrobiellem Protein brauchen.
Wichtig: Schutz der wertvollen Proteine
Bei der Fütterung teurer Proteinquellen ist es
wünschenswert, diese wertvollen Proteine vor einer
Degradation im Pansen zu schützen. Da jedes Futter einen
unterschiedlichen Anteil von Proteinen hat, die im Pansen
abgebaut werden, variiert der Anteil von UDP im Futter (z.B.
35% in Soja basierten Rationen, 15% in der Grassilage
oder im Weizenprotein). Darüber hinaus sollte Ammoniak,
das vom Abbau des mikrobiellen Proteins herrührt, entgiftet
werden. Es wird zur Leber transportiert, zu Urea
umgewandelt und schließlich ausgeschieden durch den
Harn; oder aber es wird zurück in den Pansen transportiert,
wo es rückgewandelt wird zu Ammoniak und erneut von
den Mikroben genutzt werden kann.
UDP
Dieser Ammoniak-Kreislauf scheint auf den ersten Blick sehr effektiv zu sein. Das ist er auch – wenn schlechte Proteinquellen
genutzt werden. Sobald man hochqualitative Proteinquellen füttert, möchte man nicht, dass die Mikroben das Protein nutzen,
sondern der Wiederkäuer selbst. Außerdem kostet der beschriebene Ammoniak-Kreislauf Energie, und bei einer Fütterung mit
großen Mengen von abbaubarem Protein kommt es zu einer hohen Belastung der Leber.
Folgend werden einige Voraussetzungen beschrieben, unter denen der mikrobielle Abbau der im Futter enthaltene Proteine
minimiert werden kann:
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Zugabe von sekundären Pflanzenmetaboliten. Diese binden die Proteine, und so werden letztere nicht im Pansen
hydrolisiert, sondern können im Dünndarm verdaut werden.
Chemische Behandlungen, wie Formaldehyd.
Hitzebehandlung, welche das durchs Futter aufgenommene Protein im Pansen unlöslich macht.
Um es zusammenzufassen: UDP ist der Teil an nativem Protein, der unverändert am Duodenum ankommt und hier dem Tier
zur Verfügung steht. Es ist wichtig, die Pansenmikroben mit ausreichend Stickstoff zu versorgen und zur selben Zeit zu hohe
Mengen an abbaubarem Protein zu vermeiden. Mehrere Maßnahmen zur Erhöhung des UDP’s können ergriffen werden.
Dr. Alejandro Plascencia Jorquera von der Autonomous University of Baja California
(Mexiko) hat gezeigt, dass eine Versorgung mit SANGROVIT ® bei Stieren in der Mast in
einer Erhöhung des UDP´s von bis zu 9.8% im Dünndarm resultierte.
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