2003-03-01_Miller

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WOLFGANG MILLER
TECHNIKEN NARRATIVER MEDIATION
Geschichten stehen im Mittelpunkt des narrativen Mediationsansatzes, der von John Winslade (Neuseeland)
und Gerald Monk (derzeit San Diego) maßgeblich entwickelt und in ihrem Buch "Breaking the shackles of
conflict" ausführlich dargestellt wurde.
Geschichten prägen und gestalten unser Leben. Schon vor unserer Geburt werden wir ein Teil von Geschichten,
von Träumen, Hoffnungen und Befürchtungen. Wir leben unser Leben, indem wir ständig neue Geschichten in
unser persönliches Lebensgeschichtenbuch schreiben und ständig werden wir ein Bestandteil der Geschichten,
die andere schreiben. So füllt sich im Laufe unseres Lebens unser persönliches Lebensgeschichtenbuch.
Geschichten können aber auch ihr Eigenleben entwickeln und Geschichten von Problemen und Konflikten
können uns übel mitspielen.
Konflikte bringen es mit sich, dass sie sich immer mehr in der Lebenswelt der Parteien ausbreiten und anderes,
das auch noch vorhanden ist, an den Rand drängen, sodass es nicht nur aus dem Blickfeld der Parteien, die im
Konflikt verfangen sind, geraten kann, sondern auch in der Mediation leicht übersehen werden kann. Aus diesen
Ausnahmen vom Konfliktgeschehen (unique outcomes genannt) versucht der narrative Mediator - nachdem
durch Dekonstruktion der Diskurse, die die Konfliktgeschichte stützen, Raum für neue Geschichten geschaffen
wurde - gemeinsam mit den Konfliktparteien eine alternative Geschichte für die Zukunft hervorzubringen.
Mediation wird häufig von Parteien aus dem Motiv heraus in Anspruch genommen, dass sie auch in Zukunft
noch miteinander zu tun haben werden. Damit muss sie sich immer entscheiden, ob es hilfreicher ist, zunächst
an den anstehenden Sachfragen zu arbeiten und zu hoffen, dass sich dann das Klima, die Stimmung, die Art
des Miteinander-Umgehens, die Fähigkeit, Probleme gemeinsam zu lösen, also in einem gewissen Sinne die
Beziehung zwischen den Parteien verbessert oder ob nicht der entgegengesetzte Weg zu beschreiten ist.
In den Konstellationen, in denen es dem Mediator angezeigt erscheint, den zweiten Weg zu gehen, also
zunächst zu versuchen, ein gutes Klima, eine gute Stimmung, eine bessere Art und Weise, gemeinsam an
Probleme heranzugehen zu schaffen, also an der Kooperationsfähigkeit, in einem gewissen Sinne damit an
der Beziehung zwischen den Parteien, zu arbeiten, vermag die narrative Herangehensweise an Konflikte ein
weiteres wertvolles Werkzeug im Werkzeugkasten des Mediators darzustellen.
Sachfragen und Fakten stehen damit vorerst noch nicht im Zentrum des Blickfeldes, gilt es doch zunächst den
Boden für die Suche nach Sachlösungen aufzubereiten. Wenn dies gut geschehen ist, sind Sachlösungen oft
viel leichter möglich, ja manchmal können sie geradezu „wie reife Früchte vom Baum fallen“.
Theoretischer Hintergrund
Poststrukturalistische (Focault, Derrida) Philosophien und der soziale Konstruktionismus, sowie die
Schriften Wittgensteins und Gregory Batesons haben, unter anderem, den narrativen Ansatz geprägt. Dieser
versucht, den Menschen in seiner Vielfalt zu sehen und der Tendenz entgegenzuwirken, dass in
Problemkonstellationen der Mensch immer mehr mit dem Problem verwoben, also totalisierend gesehen wird
und sich selbst auch so wahrnimmt.
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Die Dinge bekommen ihre Bedeutung nicht von selbst, sondern indem wir ihnen eine Bedeutung geben. Diese
Bedeutung ist unterschiedlich, je nach unserer Lebensumwelt, unserer Kultur, unserem familiären und
gesellschaftlichen Umfeld.
Bedürfnisse und Interessen werden weniger als unveränderlich und von der Natur vorgegeben betrachtet,
sondern als durch die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen geformt angesehen. Dadurch, dass
diese kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (Diskurse) vorsichtig externalisierend hinterfragt
werden, können die Dinge flüssiger werden. Bedürfnisse und Interessen werden damit nämlich stärker zu einem
Verhandlungsgegenstand, indem die jeweiligen Diskurse einbezogen werden, aus denen die Parteien jeweils
Ansprüche, wie ihre Bedürfnisse und Interessen befriedigt werden sollten, ableiten.
Wenn wir also scheinbar vom selben sprechen, dann kann es sein, dass wir jeweils von Verschiedenem
sprechen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Missverständnisse und Konflikte sind damit vorprogrammiert. In
der Mediation gilt es daher, stets die Begriffe zu klären. Welche Bedeutung haben etwa Sicherheit,
Verlässlichkeit, Vertrauen für Parteien, je nach ihrer persönlicher Lebensgeschichte, ihren Erfahrungen in
Familie, Beruf und kulturellem und sozialen Umfeld. Für den Mediator gilt es daher darauf zu achten, dass
einerseits in der Mediation Klarheit darüber geschaffen wird, worüber wirklich gesprochen wird und andererseits
den Parteien beim Versuch, dies zu klären, nicht näher gekommen wird als es der Situation angemessen und
den Parteien angenehm ist.
Oft beeinflusst Unausgesprochenes unser Denken und Handeln. Diskurse sagen uns - obwohl es nie
ausgesprochen wird und nirgends geschrieben steht - "was sich in bestimmten Situationen gehört und was
nicht." Unter der Oberfläche bestehen also - unsichtbar - Strukturen, die unser Verhalten beeinflussen. Man
weiß einfach, was von einem in bestimmten Kontexten erwartet wird und was "man" besser bleiben lässt.
Diese Diskurse versucht die narrative Mediation sichtbar zu machen, zu dekonstruieren. Dies soll so
geschehen, dass neue, andere Betrachtungsweisen und damit Geschichten möglich werden, ohne den Parteien
„auf die Zehen zu steigen“ oder ungefragt oder unpassender Weise zu tief in ihre Lebenswelt einzudringen.
Einzelgespräche werden daher als ein wichtiger Ort für diese Arbeit gesehen (und nicht als „Zufluchtsstätte,
wenn die gemeinsamen Sitzungen zu schwierig und mühsam werden).
Narrative Mediation versucht damit auch sensibel für Fragen der Kultur und Macht zu sein. Neutralität wird
nach ihren Grenzen hinterfragt, die jedenfalls dort gesehen werden, wo Werte der Gleichheit, der Toleranz
und des Respekts in Gefahr sind.
Interventionstechniken
„Nicht die Person ist das Problem, das Problem ist das Problem“ (Michel White). Die innovativen
narrativen Therapeuten Michel White und David Epston haben, von diesem, auf den ersten Blick banal
erscheinenden Satz ausgehend, eine für narrative Konzepte essentielle Interventionstechnik, die
externalisierende Konversation entwickelt.
Für die Mediation bedeutet diese Erkenntnis, dass nicht die Parteien sondern der Konflikt das Problem ist.
Damit wird den dem Konflikt eigenen Eskalationsmechanismen und Eskalationsdynamiken auch durch die
Interventionen des Mediators Rechnung getragen.
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Durch die externalisierende Konversation werden die Parteien sprachlich und gedanklich vom Konflikt
getrennt. Durch diese Trennung gewinnen die Parteien Abstand zum Konflikt, erleben sich nicht mehr mit dem
Problem, also dem Konflikt, verwoben und verstrickt sondern können durch die erfolgte Trennung nun eine
Beziehung zum Konflikt entwickeln. Der Vorteil dieser Vorgansweise ist, dass Beziehungen veränderlich sind
und damit auch das Konfliktgeschehen veränderlich wird.
Beispiele für eine externalisierende Konversation:
„Welche Streiche hat Ihr Konflikt bisher versucht, Ihnen zu spielen?“
„Wie haben Sie dazu beigetragen, Ihren Konflikt dazu einzuladen, sich immer mehr auszubreiten?“
„Wenn Sie einen Spitznamen für Ihren Konflikt finden müssten, welcher könnte dies sein?“
"“Welche Effekte hat Ihr Konflikt bisher auf Ihr Leben gehabt?“
Sind die Parteien erst einmal vom Konflikt getrennt, kann die dadurch entstandene Distanz dazu verwendet
werden, um die geschaffene Beziehung in dem Sinne zu verändern, dass die Parteien zu Verbündeten gegen
den Konflikt werden. Die Parteien werden - auch im grammatikalischen Sinne – zu Subjekten, die die Handlung
der Geschichte bestimmen. Sie lösen sich also von ihrer Rolle als bloße Opfer des Konfliktes und gewinnen
Gestaltungsmöglichkeiten und damit die Macht, sich vom Konflikt zu lösen, ihm gemeinsam entgegenzutreten,
seine Macht zu brechen und so die Möglichkeit zu schaffen, eine Zukunft ohne den Einfluss des Konfliktes
zu gestalten.
Das kann etwa durch folgende Fragen zum Ausdruck gebracht werden:
„Wie ist es Ihnen gelungen, Ihren Konflikt daran zu hindern, Sie abermals in seine Klauen zu bekommen?"
„Was hat Ihnen dabei geholfen?"
„Welche Perspektiven für die Zukunft ergeben sich daraus?"
Raum schaffen für die neue Geschichte und diese vorantreiben
Wenn es - mit Hilfe externalisierender Konversation - gelingt, die Diskurse, die die Konfliktgeschichte stützen,
zu dekonstruieren, sie also sichtbar und besprechbar zu machen, sodass sie hinterfragt werden können, zu
ihnen auch andere Diskurse hinzugefügt werden können, und aus dieser gewonnenen Vielfalt
Entwicklungsmöglichkeiten für alternative Gedanken und Geschichten entstehen, dann wird Raum geschaffen
für eine neue Beziehung zwischen den Parteien, die mit dem Konflikt inkompatibel ist.
Die alternative Geschichte entwickeln und stärken
Der neu gewonnene Raum wird genützt, um nach allem zu suchen, was zum Konflikt in Widerspruch steht, also
eine Ausnahme (unique outcome) davon darstellt, was üblicherweise in Konflikten auftritt und geschieht.
Diese unique outcomes können einerseits Handlungen, die man in einem Konflikt nicht erwarten würde,
andererseits Einstellungen, Ansichten und Gedanken, die üblicherweise nicht in einem Konflikt auftreten,
sein. In diesem Sinne kann auch die Tatsache, dass die Parteien dem Konflikt nicht weiter freien Lauf lassen
sondern sich zu einer Mediation entschlossen haben, als unique outcome betrachtet werden.
Durch spezielle Fragetechniken gilt es, diese unique outcomes aus dem Schatten ans Licht zu bringen und aus
ihnen eine alternative Geschichte für eine bessere Zukunft zu schaffen. Diese neue, alternative Geschichte wird
auf der Handlungsebene und der Gedankenebene (landscape of action and landscape of mind nach Jerome
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Bruner) weiterentwickelt, die beiden Ebenen werden zu einem konsistenten, immer stärker werdenden
Geschichtsstrang verwoben.
John Winslade und Gerald Monk haben zur Arbeit mit unique outcomes eigene Fragetechniken entwickelt.
Unique Outcome Questions:
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Helfen, Handlungen und Absichten zu identifizieren, wo persönliche Handlungsfähigkeit wieder
gewonnen wird (und die damit unique outcomes darstellen).
Unique outcomes können sowohl Handlungen und Absichten, die vor der Mediation liegen oder in
der Mediation passieren, als auch Vorstellungen, Wünsche und Absichten für die Zukunft sein.
Beispiele:
● „Wie kommt es, dass der Konflikt es nicht komplett geschafft hat, zu verhindern, dass Sie gemeinsam
einen Weg durch die gegenwärtigen Schwierigkeiten finden wollen?“
● „Hat es in der letzten Zeit irgendwelche Beispiele gegeben, wo sich Anzeichen dafür gezeigt haben,
nicht komplett von verletzten Gefühlen, Kränkungen und Vorwürfen besiegt zu werden?“.
Unique Account Questions:
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Sie helfen, den unique outcomes Bedeutung zu geben.
Der Kontrast zur Konfliktgeschichte wird betont (die Konfliktgeschichte wird von den Parteien
vorrangig gesehen).
Beispiele:
● „Wie erklären Sie sich, dass Sie in der Lage waren, Vorwürfen, Herabsetzungen und Kränkungen mehr
zu widerstehen, als Sie ursprünglich dachten?“
● „Was könnte es bedeuten, dass Sie beide über diesen Punkt übereinstimmende Ansichten haben?“
Unique Redescription Questions:
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Helfen zu reflektieren, wie die Beziehung sein sollte (wie sie gewünscht wird)
Beispiele:
● „Was sagt Ihnen diese Ausnahme vom Konflikt über Ihre Fähigkeiten, schmerzvolle Schwierigkeiten zu
lösen?“
● „Wenn Sie beide die meiste Zeit so kooperativ und respektvoll über die Dinge sprechen könnten, so wie
Sie es heute getan haben, wie würde Ihre Beziehung aussehen?“
Unique Possibility Questions:
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Helfen den Focus in die Zukunft zu richten und die Möglichkeiten zu reflektieren, die sich auf
Grundlage des in der Mediation Besprochenen ergeben.
Es geht eher um Gedanken, um das Hervorrufen von Erstaunen, weniger um konkrete Lösungen.
Der Konjunktiv wird eingesetzt, um Raum für neue Möglichkeiten zu schaffen.
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Beispiele:
● „Wenn Sie die Kooperation vergrößern könnten, was könnte ein möglicher Schritt für die nächste Woche
sein?“
● „Nun, da Sie bemerkt haben, dass es Chancen gibt, größeren Respekt in Ihrem Umgang miteinander zu
schaffen, welchen Unterschied könnte dies bedeuten?“
Unique Circulation Questions:
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Helfen ein Publikum für die neue Geschichte zu schaffen.
Der Zweck dieser Fragen ist, die durch die Mediation hervorgerufenen Änderungen und neuen
Möglichkeiten in die soziale, kulturelle und sprachliche Gemeinschaft, in der die Parteien leben,
zu integrieren.
Konflikte betreffen meist nicht nur die Parteien sondern auch deren Umfeld (Kinder, Verwandte,
Nachbarn, Kollegen, Freunde, Kunden, Angestellte, Lehrer, ....)
Wenn dieses Umfeld verfügbar ist, kann es gebeten werden, die alternative Geschichte zu
kommentieren und eine Meinung dazu zu äußern.
Wenn die Kinder, Eltern, Nachbarn, Kollegen, Freunde, .... nicht in der Mediation verfügbar sind, können
die Parteien gebeten werden, sich deren Anwesenheit vorzustellen und laut auszusprechen, was diese
Personen dazu sagen würden.
Beispiele:
● „Welchen Unterschied würde die Einführung von mehr Kooperation, wie Sie sie beabsichtigen, für die
Belegschaft Ihres Unternehmens oder für den Service, den Sie Ihren Kunden bieten, bedeuten?“
● „Wer könnte am wahrscheinlichsten die Fortsetzung dieser neuen Entwicklung unterstützen?“
Schließlich ist die alternative Geschichte vor zu großem Enthusiasmus der Parteien und der Gefahr eines
Rückfalls zu schützen. Im Umfeld der Parteien kann nach Verbündeten gesucht werden, die mithelfen können,
das zarte Pflänzchen der alternativen Geschichte so zu stärken, dass es lebensfähig bleibt.
Die narrativen Therapeuten Michael White und David Epston haben sich intensiv mit dem Einsatz von
schriftlichen Dokumenten in der Therapie beschäftigt. Dieser Interventionstechnik liegt die Erkenntnis
zugrunde, dass das schriftliche Dokument in unserem Kulturkreis eine besondere Bedeutung besitzt. Ein
schriftliches Dokument kann so wie ein Foto immer wieder betrachtet und dabei Neues entdeckt werden. John
Winslade und Gerald Monk haben diese Technik auch für die Mediation nutzbar gemacht.
Zwischen den Mediationssitzungen können den Parteien Briefe geschrieben werden, die in der Mediation
erzielte kleine Fortschritte sichern, Rückschläge zu verhindern versuchen und Möglichkeiten für
Veränderungen schaffen können. Dabei geht es ausschließlich darum, neue Sichtweisen des Konfliktes zu
ermöglichen und Wertschätzung für in der Mediation erzielte Fortschritte auszudrücken, sodass keine
Interessenskollision mit der Verschwiegenheitsverpflichtung des Mediators entsteht.
Die Haltung des Mediators (Neugierde und Nicht - Wissen)
Der Begriff "curiosity" bezeichnet im narrativen Konzept die vom Mediator anzustrebende Haltung, die dadurch
charakterisiert wird, dass der Mediator, der natürlich seine Hypothesen braucht, um überhaupt im Prozess
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handlungsfähig zu sein, auch bereit ist, diese Hypothesen zu vergessen anstatt nur zu trachten, seine
Diagnosen durch entsprechende Fragen bestätigt zu bekommen.
Curiosity bedeutet, sich auf die Abenteuerreise in die Gedankenwelt der Parteien einzulassen, bereit dafür zu
sein, das, was dabei auftaucht, unvoreingenommen zu betrachten und nicht der Versuchung zu unterliegen, es
sogleich in eine vorsorglich geöffnete Schublade zu stecken. Die Parteien werden dabei als Experten ihres
Konfliktes, der Mediator als Experte des Prozesses betrachtet.
Zusammenfassend lässt sich daher sagen, dass narrative Mediation eine interessante Bereicherung des
Repertoires für den Mediator darstellen kann, um totalisierenden (und damit negative Eigenschaften
fortschreibenden) Tendenzen in der Mediation entgegenzuwirken und durch die Förderung der
Kooperationsfähigkeit den Parteien „Hilfe zur Selbsthilfe“ anzubieten.
LITERATUR:
White M. (1993) Die Zähmung der Monster. Carl Auer, Heidelberg
Winslade J., Monk G. (1999) Narrative Mediation – Breaking the Shackles of Conflict. W.W. Norton, New York
DR. WOLFGANG MILLER ist selbständiger Rechtsanwalt in Wien mit Schwerpunkten Arbeitsrecht, Vertragsrecht,
Schadenersatzrecht, Versicherungsrecht, Familienrecht. Langjährige Vortragstätigkeit in der Erwachsenenbildung,
Mediationspraxis in verschiedenen Anwendungsbereichen – sowohl in Einzel- als auch Co-Mediation: Trainertätigkeit in
verschiedenen Mediationslehrgängen, Mitarbeit in Organisation und Leitung von Mediationsausbildungen.
Interessenschwerpunkt: Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten von Mediationskonzepten, Narrative
Interventionstechniken, Grundlagen narrativer Mediation.
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