Embryologische / entwicklungsphysiologische Definitionen:

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Embryologische / entwicklungsphysiologische Definitionen:
Embryonalperiode (Embryo) 1 – 8 Woche:
Bis zur 4. Woche werden in der Primitiventwicklung wichtige Primitivorgane angelegt
(Primitivstreifen, Primitivknoten, Chordafortsätze, Allantois), die Voraussetzung für den
geregelten Ablauf der sich anschließenden Entwicklung sind.
Zwischen 4. und 8. Woche der Entwicklung bilden sich weitere Primitivorgane (Neuralrohr,
Somiten, Seitenplatten, primitives Darmrohr), aber es entstehen auch die Anlagen aller
bleibender Organe und Organsysteme.
Letztlich werden alle Primitivorgane zurückgebildet, während sich die Anlagen der
bleibenden Organe weiterentwickeln.
Fetalperiode (Fetus) ab 9. Woche:
Entwicklungspotenz:
Omnipotenz ist die Fähigkeit von Zellen, einen ganzen Organismus aus sich hervorgehen zu
lassen. Beim Menschen sind die frühen Blastomeren (bis zum 8-Zellen-Stadium) dazu
befähigt.
Werden die Zellen weiterer Entwicklungsstadien (Morula) in ihrer Leistung eingeschränkt,
ergibt sich die Pluripotenz, die Fähigkeit, nur noch eine begrenzte Anzahl von Entwicklungsrichtungen einzuschlagen.
Prospektive Potenz ist die Bezeichnung für die Möglichkeit, was aus einer Anlage oder
Zellgruppe entstehen kann, also die mögliche Manifestationsleistung. Sie ist nur experimentell
zu ermitteln.
Unter normalen Entwicklungsbedingungen ergibt sich die prospektive Bedeutung – ihr
natürliches Schicksal. Analog zur prospektiven Bedeutung wird das Adjektiv präsumptiv
verwandt.
Somit ist die prospektive Potenz größer als die prospektive Bedeutung.
Unter Induktion versteht man die Auslösung eines Differenzierungsvorganges durch meist
gegenseitige Beeinflussung zweier Gewebe. Diese Einflußnahme wird auch als Interaktion
bezeichnet. Das induzierende Gewebe ist der primäre Induktor oder Organisator, welches
Induktionsstoffe (Proteine) bildet, die entweder durch Zellkontakte oder Diffusion an das
reagierende Gewebe gelangen.
Dieser Prozeß kann nur innerhalb der Determinierungsperiode (sensible Phase) ablaufen.
An einen Induktionsvorgang schließen sich weitere an, so daß man die Morphogenese als eine
Kettenreaktion aufeinanderfolgender Induktionsschritte verstehen kann.
Determination ist der Vorgang, durch den eine Zelle / Zellgruppe durch Induktion
irreversibel in ihrer prospektiven Bedeutung festgelegt werden. Sie werden in ihrer
Pluripotenz eingeschränkt und sind nunmehr zur Selbstdifferenzierung befähigt.
Die Differenzierung ist die Folge der Determination. Sie besteht in einer Spezialisierung
durch Auftreten struktureller und funktionell-biochemischer Merkmale.
Bestimmender Faktor für die Differenzierung ist die Fähigkeit zur Bildung spezifischer
Proteine.
Extraembryonales Mesenchym:
gebildet vom Zytotrophoblast
-
Extraembryonales Splanchnopleuramesenchym (viscerales Mesenchym):
Mesenchym, das den primären (und später den sekundären) Dottersack überzieht
-
Extraembryonales Somatopleuramesenchym (parietales Mesenchym):
Mesenchym, das dem Zytotrophoblast von innen anliegt und das Amnion umhüllt
[splanchnisch ≈ visceral ≈ die Eingeweide betreffend]
[somatisch
≈ parietal ≈ den Körper betreffend / wandständig]
Blasteme:
Verdichtungen von Mesenchymzellen, die als erste Anlage von Organen entstehen
Plakoden:
Verdickungen des Ektoderms
Zellmigration:
Wanderung von Zellen nach Lösen aus dem Zellverband und anschließender Pseudopodienbildung, dann Kontaktinhibition über Glykokalix (Chemoaffinitäts-Theorie). Ein Verband
gleichartig differenzierter Zellen (Gewebe) ist entstanden.
Entwicklungsphysiologischer Hinweis zur Organbildung:
Organanlagen entstehen generell aus 2 Komponenten, einer epithelialen und einer mesenchymalen. Interaktionen zwischen den beiden Anteilen sind unbedingte Voraussetzung für das
weitere Wachstum; die Anteile induzieren sich gegenseitig.
Ferner greift auch die Hormonbildung steuernd in die Organogenese ein.
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