Klausurvorbereitung 3.Teil - sport

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3. Veränderungsprozesse
Welche Veränderungstypen gibt es?
Reifung: endogen (biologisch) bestimmte Verhaltensänderung.
Wachstum: mengenmäßige Zunahme messbarer Merkmale (Körpergröße, -gewicht).
Sozialisation: Soziales Lernen. Persönlichkeitsentwicklung unter den Bedingungen
(gegebene und sich verändernde) der Gesellschaft.
Altern: Prozess des Älterwerdens.
Alter: Zustand, der durch das Altern erreicht wird (chronologisch, kalendarisches;
biologisch; psychologisch, sozial).
Entwicklung: Verhaltensveränderung über die Zeit (orientiert am Lebensalter).
Lernen: Erfahrungsbedingter Vorgang, der aufgrund der Aufnahme und Verarbeitung
von Informationen zu relativ dauerhaften Änderungen im Verhaltenspotenzial führt.
Was ist Entwicklung?
Eine relativ und am Lebensalter orientierte Veränderung des Verhaltens oder der
Verhaltensmöglichkeiten und des Erlebens der Zeit. Das Alter dient als
Orientierungsgröße nicht als Erklärung.
Beispiel: Krafttraining erst mit 16 Jahren (Orientierung), weil dann die Pubertät in der
Regel abgeschlossen ist (Erklärung).
Entwicklung kann sowohl intraindividuell (Unterschiede innerhalb der Persönlichkeit)
oder interindividuell (Unterschiede zwischen den Persönlichkeiten) betrachtet
werden.
Wie ist Entwicklung gekennzeichnet (Baltes)?
Veränderung ist als lebenslanger Prozess, der durch Gewinn und Verlust
gekennzeichnet ist, charakterisiert. Endogene und exogene Faktoren spielen eine
entscheidende Rolle. Entwicklung ist kein gradliniger Prozess, sie ist multidirektional,
entwickelt sich also in verschieden Richtungen (Im Alter nimmt die Schnellkraft ab,
die Intelligenz kann jedoch noch steigen). Entwicklung ist formbar (Plastizität). Weiter
wirken auf die Entwicklung direkte und indirekte, sowie intentionale und nicht
intentionale Einflussfaktoren.
Was ist Lernen?
Lernen ist ein Vorgang, der aufgrund von Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung
von Informationen (also nicht aufgrund von Reifung, Ermüdung) zu relativ stabilen
Veränderungen im Verhaltenspotential einer Person führt.
Lernen basiert auf Erfahrungen, auf Grundlage derer ist eine Veränderung des
Verhaltens möglich, das heißt nicht, dass ein solches Verhalten auch gezeigt wird.
Eine Bewegung (Verhalten) kann zwar erlernt worden sein (Kompetenz), trotzdem
kann sie in (Stress-) Situationen nicht abgerufen werden (Performanz).
Negativer und positiver Transfer wirken sich auf das Lernen aus. Positiv Transfer ist
eine Flugrolle als Vorübung für einen Salto; negativ ist Tennis spielen vor einem
Tischtennisspiel, da sich hier Bewegungsabläufe widersprechen können.
Wie sich Lernen im Einzelnen gliedert hängt entscheidend von der Person und der
Aufgabe ab. Ein steter Prozess ist jedoch sehr selten (Lernkurven , Skript, 8). Im
Ausdauertraining nimmt die Leistung schnell zu, dann kommt es zum Abflachen.
Beim Erlernen einer schwierigen Bewegung (Jonglieren) dauert es lange bis sich
Erfolg einstellt, wenn die Bewegung funktioniert kann sie sich aber schnell
verbessern. Lernzuwachs kann sich auch mit Zwischenplattformen gestalten und
dann wieder stärker zunehmen.
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Welche Erfahrungen werden im Sport gesammelt?
Leiblich: Erfahrungen unseres Körpers (Anstrengung, Ermüdung, Entspannung)
Materiell: Erfahrung der Dinge, Umwelt, Natur (Schneearten [trocken, nass],
Sportgeräte [Fußball, Handball]).
Personal: Selbsterfahrung (Können  Nicht-Können, Grenzen der eigenen
Fähigkeit, Selbständigkeit  Unselbständigkeit).
Sozial: Erfahrung in der Auseinandersetzung mit Anderen (gegeneinander: siegen
und verlieren; miteinander: gemeinsames Ziel erreichen  Berg besteigen).
Welche Formen der Lernens sind im Sport von Relevanz?
Motorisch: Veränderung der motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten (Flick-Flack).
Sozial: Veränderung sozialer Fähigkeiten (Hilfsbereitschaft, Kameradschaft, Regeln).
Kognitiv: Veränderung kognitiver Fähigkeiten (Regeln der Sportart, Taktik kennen
und einsetzen).
Emotional: Veränderung der emotionalen Fähigkeiten (Konzentration, Geduld,
Selbstbeherrschung, Einsatzfreude).
Wie kann Lernen erfolgen? Welche Ansätze gibt es?
Lernen durch Erwerb bedingter Reaktionen (Pawlow: klassisches Konditionieren).
Lernen durch den Erwerb instrumenteller Reaktionen (Thorndike, Hull, Skinner:
operantes Konditionieren).
Lernen durch Einsicht (Köhler).
Lernen durch Beobachtung und Imitation (Bandura).
Wie erfolgt Lernen in der behavioristischen S-R-Theorie (Pawlow, Skinner)?
Stimules-Response-Theorie (S-R): Laut dieser Theorie kann nur eine objektive
Beobachtung wissenschaftlich verarbeitet werden. Objektiv beobachtbar sind die
eingehenden Reize (unabhängige Variabeln) und die ausgehenden Reaktionen
(abhängige Variablen). Der Vorgang, der zu dieser Reaktion führt ist nicht objektiv
untersuchbar und wird in einer black-box dargestellt.
Was ist klassisches Konditionieren (Pawlow)?
Ein zunächst neutraler Reiz (Glockenton) löst, wenn er einmal oder mehrere Male mit
einem biologisch bedeutsamen Reiz (Futter) gepaart wird und dadurch eine
Assoziation zwischen diesen beiden Reizen hergestellt wird, eine Verhaltensreaktion
(Speichelfluss) in Abwesenheit des biologisch relevanten Reizes aus.
Zahlreiche unwillkürliche Lernprozesse (Lidschlag, Emotionen) und Anpassungen an
die Umwelt können mit diesem Modell erklärt werden. Das Lernen neuer
Verhaltensweisen erklärt es jedoch nicht.
Wie funktioniert operantes Konditionieren (Skinner)?
Bringt ein Subjekt in einer bestimmten Situation eine bestimmte Reaktion hervor und
folgt dieser Reaktion ein befriedigender Zustand, so erhöht sich die
Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Reaktion in dieser (und vergleichbaren)
Situationen. Folgt auf diese Reaktion hingegen ein unbefriedigender Zustand, so
verringert sich die Wahrscheinlichkeit ihres erneuten Auftretens.
Lernen wird als Versuch und Irrtum verstanden. Daher steht am Anfang des Lernens
der Zufall. Erfolgt auf das Verhalten eine positive Reaktion wird dieses Verhalten
gestärkt. Eine negative Reaktion schwächt das Verhalten. Verhalten wird immer am
Erfolg gemessen  instrumentelles Verhalten.
Aus diesem Zusammenhang entwickelt sich das Lernmodell nach Skinner:
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Wenn einer Reaktion ein verstärkender Reiz folgt, so resultiert daraus eine Erhöhung
der Wahrscheinlichkeit, dass diese Reaktion später unter ähnlichen Umständen
wieder auftritt.
Lernen durch Verstärkung. Ein Schüler räumt nach dem Sport die Bälle in den
Schrank, wenn der Lehrer ihn dafür lobt wird er dieser Verhalten wahrscheinlich
häufiger zeigen, wenn anderer Schüler ihn dafür auslachen wird er wahrscheinlich
davon abgehalten die Bälle wieder wegzuräumen.
Verstärkungsformen können materieller (Pokal, Preisgeld), sozialer (Anerkennung,
Lob), aktionaler (beliebte Tätigkeit), informativer (Feedback) Art sein.
Welche Unterschiede zwischen dem klassischen und operanten Konditionieren
gibt es?
Beim klassischen Konditionieren wird der Mensch passiv angesehen. Auf einen Reiz
folgt eine Reaktion. Das Verhalten hat jedoch keine Konsequenzen. Der Reiz für ein
Verhalten wird vor der eigentlichen Reaktion gesetzt.
Beim operanten Konditionieren wird der Mensch eher aktiv gesehen. Die Reaktion
(Verhalten) besitzt eine Konsequenz. Der Reiz für ein Verhalten wird nach der
Reaktion gesetzt (durch Verstärkung oder Kritik).
Welche Kritik an der S-R-Theorie des Behaviorismus gibt es?
Internale Prozesse werden nicht berücksichtigt. Menschliches Lernen wird als zu
passiv angesehen. Komplexe Lernvorgänge können nicht erklärt werden. Der
Unterschied zwischen Performanz und Kompetenz kann nicht erklärt werden.
Wie funktioniert Lernen durch Einsicht (Köhler)?
In Problemsituationen versucht der Mensch diese zu strukturieren oder Beziehungen
zwischen den an der Situation beteiligten Elementen herzustellen. Die Lösung dieses
Umstrukturierungsprozesses kann sich als plötzlicher Einfall einstellen. Auch bei
unübersichtlichen Situationen geht der Mensch nicht nach dem Prinzip des Versuchs
und Irrtums vor, sondern versucht immer zuerst die Situation zu strukturieren. Er
stellt zunächst eine Hypothese auf. Führt diese nicht zum Erfolg werden so lange
neue Hypothesen ausprobiert, bis sich Erfolg einstellt.
Lernen durch Einsicht ist ein gestaltpsychologischer Ansatz. Das Ergebnis von
Wahrnehmungs-, Lern- und Denkprozessen ist mehr als die Summe seiner Teile.
Denken entspringt der Wahrnehmung über einen unzureichenden Sollzustand
(defekte Gestalt). Durch Neustrukturierung soll dieser Mangel behoben werden (gute
Gestalt).
Bsp.: Affe sitzt im Käfig und gelangt nicht an eine außerhalb des Käfigs liegende
Banane (defekte Gestalt). Der Affe realisiert das Problem und benutzt einen Stock,
um die Banane zu erreichen (Umstrukturierung, Neustrukturierung). Der Affe erreicht
die Banane und löst damit das Problem (gute Gestalt).
Was bezeichnet Lernen am Modell (Bandura)?
Nicht nur einzelne Reaktionen werden gelernt und miteinander verknüpft, sondern
ganze Verhaltensmuster werden von sogenannten Modellen übernommen. Ob ein
Verhalten übernommen wird hängt auch davon ab, ob die Ausübung dieses
Verhaltens sanktioniert wurde oder nicht (Blutkrätsche  mit Rot bestraft oder nicht).
Das menschliche Lernen ist nicht allein durch eine Reiz-Reaktionsverbindung zu
erklären. Das Modell vereint behavioristische und kognitive Ansätze und ist so in der
Lage komplexe Verhaltensweisen zu erklären.
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Ähnlichkeiten zwischen Modell und Beobachter oder der soziale Status des Modell
begünstigen das Lernen am Modell.
Welche Phasen könne beim Lernen am Modell unterschieden werden?
Es wird in die Phase des Erwerbs der Kompetenzen (Aneignungsphase) und der
Phase des Zeigens (Ausführungsphase) der Kompetenzen unterschieden. Die
Aneignungsphase ist maßgeblich durch kognitive Prozesse geprägt, währende die
Ausführungsphase einen größeren behavioralen Anteil besitz.
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