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Karl-Kapferer-Straße 5 / III. Floor
6020 Innsbruck
Austria
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[email protected] www.oncotyrolt.at
Presseaussendung
Die richtige Behandlung für jeden Patienten
Oncotyrol-Forschungsbereich Health Technology Assessment hilft bei Entscheidungen
im Gesundheitswesen. Publikation zum Endpunkt klinischer Studien
(Hall, 9.7.09) Was zu tun, ist das Richtige? Diese Frage ist wohl in kaum einem Bereich so
schwer zu beantworten wie im Gesundheitswesen. Ob Vorbeugemaßnahmen, Therapien
oder Alternativbehandlungen: was gestern noch gepriesen wurde, erscheint im Licht neuer
Studien oft als unnötig oder gar gefährlich – bis die nächste Studie kommt, die wieder alles
anders darstellt. Die ungeheure Flut wissenschaftlicher Daten und Erkenntnisse ist selbst für
Experten kaum noch zu überblicken, die Interessen der Mitspieler im Gesundheitsweisen
sind widersprüchlich oder sogar gegensätzlich, die öffentlichen Gelder sind knapp, die
gesetzlichen Vorgaben streng – und die ethischen Fragen sind schwerwiegend. Nicht selten
betreffen sie grundlegende Aspekte des Menschseins selbst und seiner Würde. Immer
wichtiger wird daher die umfassende, wissenschaftlich fundierte, objektive Bewertung
medizinischer Verfahren, das sogenannte Health Technology Assessment (HTA).
Es erscheint daher sinnvoll, HTA bereits von Anfang an bei der Entwicklung neuer Verfahren
mit einzubeziehen, wie dies im Tiroler Krebsforschungszentrum Oncotyrol geschieht –
dennoch ist es bisher in Österreich einmalig. „Die Einbindung von Health Technology
Assessment in die angewandte Krebsforschung ist ein Alleinstellungsmerkmal von
Oncotyrol“, betonte Prof. Lukas Huber, wissenschaftlicher Leiter des Zentrums kürzlich bei
einem Treffen des Oncotyrol Forschungsbereichs 4. Dieser Forschungsbereich umfasst
„Public Health Decision Modelling, Health Technology Assessment and Health Economics“
und wird von Prof. Uwe Siebert geleitet. Siebert hat an der UMIT, der privaten Universität
für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall, einen
Lehrstuhl inne und lehrt auch an der Harvard University in Boston. Oncotyrol ist ein K1Zentrum für angewandte Krebsforschung, an dem die drei Tiroler Universitäten gemeinsam
mit industriellen und wissenschaftlichen Partnern aus dem In- und Ausland neue Therapien
und Diagnoseverfahren der personalisierten Krebsmedizin entwickeln.
Messen klinische Studien das richtige Kriterium für die Wirksamkeit einer Therapie?
Eine vielbeachtete Publikation zu diesem Thema, die unter Mitwirkung von ONCOTYROLBereichsleiter Uwe Siebert fertiggestellt wurde, steht derzeit auf Platz sechs der
meistzitierten Papers des International Journal of Technology Assessment in Health Care,
der renommiertesten Fachzeitschrift dieses Bereichs. [1] In ihr werden von führenden
internationalen Wissenschaftlern aus Europa und den USA grundlegende HTA-Prinzipien
festgelegt. Eine weitere Veröffentlichung unter Beteiligung Sieberts befasst sich mit der
Frage, ob das sogenannte progressionsfreie Überleben ein valider Endpunkt für klinische
Studien ist [2]. Unter progressionsfreiem Überleben versteht man die Zeitspanne zwischen
dem Start einer klinischen Studie und dem Beginn der Progression, also des Fortschreitens,
einer Erkrankung. Das für den Patienten eigentlich entscheidende Kriterium ist aber die
Verlängerung der Lebenszeit. Dennoch wird das progressionsfreie Überleben in klinischen
Studien häufig als Ersatzkriterium (Surrogatmarker) für die Wirksamkeit einer Therapie
verwendet, da es einfacher und schneller zu bestimmen ist. Unklar war bisher, inwiefern
dieser Surrogatmarker tatsächlich mit der Verlängerung der Lebenszeit korreliert. Denn es
ist ja möglich, dass eine Therapie zwar das Wachstum des Tumors eine Zeitlang stoppt, die
Krankheit anschließend aber umso schneller voranschreitet. Daher war es wichtig, die
Korrelation zwischen progressionsfreiem Überleben und Verlängerung der Lebenszeit zu
bestätigen und zu quantifizieren, wie in der jüngsten Publikation für die Behandlung von
Brustkrebs erfolgreich geschehen.
Oncotyrol-Forschungsbereich 4 in vollem Gange
Ziel des Forschungsbereichs 4 in Oncotyrol ist, die Ergebnisse, Strategien und
medizinischen Interventionen, die in den anderen Oncotyrol-Forschungsbereichen
entstehen, zu bewerten: Was bedeuten sie für den einzelnen Patienten und für das
öffentliche Gesundheitswesen? Die wissenschaftlichen Projekte des Forschungsbereichs
tragen dazu bei, klinische und Erstattungsentscheidungen zu unterstützen.
Die Public Health Experten der UMIT verwenden verschiedene mathematische Verfahren
zur quantitativen Nutzen-Risiko-Bewertung, zur qualifizierten Entscheidungsfindung unter
Berücksichtigung gegebener Unsicherheiten bis hin zu informationstechnologischen
Simulationen einzelner Krankheits- und Behandlungsverläufe. Ihre Berechnungen und
Bewertungen betreffen verschiedenen Entwicklungsstadien medizinischer Verfahren. So
helfen sie, bereits die Erforschung neuer Verfahren in eine besonders erfolgversprechende
Richtung zu lenken (frühes HTA). Sie tragen aber auch dazu bei, Routineverfahren mit Hilfe
von Registern zu beobachten und wissenschaftlich auszuwerten. Eine besondere
Herausforderung ist, die sehr unterschiedlichen Daten aus klinischer Forschung, aus
Registern und aus der internationalen Fachliteratur zu integrieren und zu vergleichen, um zu
einer möglichst umfassenden und fundierten Aussage zu kommen.
In einem der größten Einzelprojekte geht es darum, internationale Richtlinien für HTA für
den Bereich der personalisierten Krebsforschung zusammenzutragen und zu
vereinheitlichen.
Drei Forschungsprojekte erstellen Entscheidungsmodelle für die Behandlung von
Prostatakrebs, Brustkrebs und Rheumatoider Arthritis. In zwei Projekten werden Register
erstellt, die die Routinebehandlung zweier Blutkrebserkrankungen erfassen und in einem
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Informatik-Projekt wird eine Software zur technischen Verknüpfung und Integration von
Daten verschiedensten Ursprungs entwickelt.
Nach einem Jahr Laufzeit sind die Forschungsprojekte im Forschungsbereich 4 in vollem
Gange.
Was zu tun ist das Richtige? Die HTA-Forschung im Bereich von Oncotyrol versucht die
Beantwortung dieser Frage - zumindest bezogen auf die personalisierte Krebsmedizin etwas leichter zu machen.
[1] Drummond et al., International Journal of Technology Assessment in Health Care, 24:3
(2008), 244-258.
[2] Miksad et al., International Journal of Technology Assessment in Health Care, 24:4
(2008), 371-383
Foto: Oncotyrol Area 4- Projektleiter (v.l. Dr. Wolfgang Willenbacher, Prof. Uwe Siebert, Dr. Beate Jahn, Dr.
Stefan Schmidt, Dr. Florian Wozak) Quelle. UMIT
Hintergrund ONCOTYROL:
ONCOTYROL ist ein Verbund kompetenter Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zur beschleunigten
Entwicklung und Evaluierung individualisierter Krebstherapien, sowie prognostischer und präventiver
Methoden. Im Bereich der Wissenschaft stehen die drei Tiroler Universitäten, die Medizinische Universität, die
Leopold-Franzens Universität und die Private Health and Life Sciences Universität UMIT im Zentrum. Sie
arbeiten mit internationalen Wissenschaftspartnern wie der Harvard Medical School zusammen. Auf Seiten
der Wirtschaft sind regionale, überregionale und international agierende Firmen beteiligt.
ONCOTYROL wurde im Rahmen des Strukturprogramms COMET der österreichischen Bundesregierung als
K1-Zentrum in Innsbruck gegründet und wird mit nationalen und Landesmitteln zu rund 50% gefördert. Die
Förderung findet über die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die Bundesministerien
BMVIT und BMWFJ und auf Landesebene über die Tiroler Zukunftsstiftung und die steirische
Förderungsgesellschaft statt. Schwerpunkte der Forschung sind Prostata-, Brustkrebs und Leukämie.
Gemanagt wird ONCOTYROL von der Innsbrucker CEMIT GmbH Center of Excellence in Medicine and IT.
CEMIT initiiert und managt Großforschungsprojekte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und
Wirtschaft, z.B. Kompetenzzentren oder EU-Projekte oder –Programme.
Rückfragen
CEMIT – Center of Excellence in Medicine and IT GmbH
Carola Hanisch
6020 Innsbruck, Karl-Kapferer-Straße 5 / III. Floor
Tel. +43.512.576523-221, Fax. +43.512.576523-301
Email: [email protected]
www.oncotyrol.at
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