Qi Gong - ChinaMed

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Qi Gong
Eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Abschlussarbeit
Im Rahmen der Diplomprüfung
Zum Dipl. Shiatsu Praktiker
An der Internationalen Shiatsu Schule Österreich
Von
Stemer Wolfgang
19.06.2006-04-24
Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
INHALT
Vorwort .....................................................................................................................
3
Kapitel 1
Was ist Qi Gong? .......................................................................................................
4
Kapitel 2
Die Ursprünge des Qi Gong .......................................................................................
6
Kapitel 3
Die Grundlagen des Qi Gong ....................................................................................
3.1 Entspannung
3.2 Atmung
3.3 Haltung
7
Kapitel 4
Qi Gong als Ergänzung der Shiatsu Arbeit .................................................................
12
Kapitel 5
Die Methoden des „Aktiven Qi Gong“ ......................................................................
5.1 Stehmeditation .......................................................................................
5.2 Meditation im Gehen .................................................................................
5.3 Ba Duan Jin – Die Acht Brokate ...............................................................
5.4 Knochenmarks-Reinigung ..........................................................................
14
14
15
17
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Kapitel 6
Die Methoden des „Meditativen Qi Gong“
6.1 Reinigung des Gehirns ...............................................................................
6.2 Kleiner Himmlischer Kreislauf .................................................................
6.3 Großer Himmlischer Kreislauf .................................................................
6.4 Die 6 heilenden Laute ....................................................................................
16
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19
20
Anhang
Nachwort ......................................................................................................................
Literaturverzeichnis ......................................................................................................
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Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
VORWORT
Als ich im Jahre 1995 in einer Bibliothek herumschmöckerte, bekam ich das erste mal ein
Buch über Qi Gong in meine Hände. Obwohl ich mir zum damaligen Zeitpunkt nicht im
geringsten erklären konnte was diese 2 seltsamen Silben (Qi Gong – sprich Tschi Gung)
bedeuten, überkam mich beim Überfliegen des Buches ein seltsames Gefühl. Ich war auf eine
eigenartige Weise sofort fasziniert von dem Inhalt und wollte mich sofort in das Buch
vertiefen. Das Vertiefen in dieses Thema hat sich bis heute fortgesetzt.
Heute 10 Jahre danach fasziniert mich die Chinesische Bewegungskunst des Qi Gong mehr
denn je und es ist zu einem festen Bestandteil meines Lebens geworden. Ich praktiziere Qi
Gong mit großer Leidenschaft – phasenweise sehr regelmäßig dann wieder in
unregelmäßigeren Abständen.
Ich durfte in den letzten Jahren die verschiedensten Qi Gong-Methoden kennen lernen und
habe bei vielen Lehrern mein Interesse an diesem Thema vertiefen können.
Aus diesem Grunde habe ich dieses Chinesische Heilsystem als Thema meiner ShiatsuDiplomarbeit ausgewählt. Ich möchte damit meiner Qi Gong-Praxis die sich vorwiegend in
der Inneren Welt meines Körpers abspielt auch in der Äußeren Welt Ausdruck verleihen. Es
war immer schon mein Wunsch über dieses Thema zu schreiben und damit meine
Erfahrungen in einer verdichteten Form auf Papier zu bringen.
Als ich dann vor 3 Jahren mit meiner Ausbildung in Shiatsu begann spürte ich wieder diese
sofortige Begeisterung und Faszination, die ich damals beim ersten Kontakt mit Qi Gong
verspürte. Allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht dass diese beiden Systeme
sich sehr gut verbinden lassen und auf wundervolle Art und Weise ergänzen.
Heute genieße ich es aus einem „reichen“ Erfahrungsschatz an Übungen auswählen zu
können und Sie meinen Klienten mitzugeben auf Ihrem Weg zu mehr Wohlbefinden und
Gesundheit. Ich bin dankbar für all die Erfahrungen die ich in den letzten 2 Jahren gemeinsam
mit meinen Klienten machen durfte.
Ich hoffe dass diese Diplomarbeit dem Einen oder Anderen Shiatsu-Praktizierenden als
Inspiration und kleines Nachschlagewerk dient, die er als Ergänzung zu seinen bereits
bekannten „Do-In Übungen“ einsetzen kann. In diesem Sinne habe ich versucht möglichst
viel praktisch anwendbares Wissen hineinzupacken, welches auch immer einen direkten
Bezug zum Shiatsu - dass über allem wie ein leuchtender Stern steht – hat. Die von mir
ausgewählten Übungen sind solche die in China sehr beliebt sind und von Millionen
Menschen zur täglichen Gesundheitspflege geübt werden. D.h. jeder kann sie gefahrlos für
sich nutzen. Aber auch all jene die nicht mit Shiatsu arbeiten, können aus dieser „kleinen
Arbeit“ positiven Nutzen für Ihre eigene geistige und körperliche Gesundheit und das Ihrer
Lieben ziehen.
Die Übungen des Aktiven wie auch des Meditativen Qi Gong sind für mich eine Quelle aus
der heraus ich sehr viel Energie für die tägliche Shiatsu-Praxis schöpfe. Qi Gong hilft dem
Geber genauso wie dem Empfänger und das hat mich von Beginn an fasziniert.
Ich wünsche Dir dass du die wohltuende Wirkung von Qi Gong nicht nur an deine Empfänger
weitergibst, sondern sie auch in deinem Leben zu spüren bekommst.
Viel Spaß, Freude und Erkenntnis beim Lesen dieser Arbeit.
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Wolfgang Stemer
Kapitel 1
Was ist Qi Gong ?
Der Chinesische Begriff „Qi“ lässt sich für uns am ehesten durch „Lebensenergie“ übersetzen.
Er beinhaltet aber noch mehr als dies. So meint er auch Atem und Luft. In der chinesische
Medizin gilt Qi als die belebende Kraft, die alle Lebewesen durchströmt. Das Qi befindet sich
allerdings nicht nur im Körper eines Lebewesen sondern auch außerhalb. Qi zeigt sich uns
auch in der Natur. So werden Tiere, Blumen und Bäume von Qi durchströmt. Qi ist die
lebendige Kraft die allem innewohnt und die Leben erst möglich macht.
Die Japaner nennen diese Kraft als „Ki“. In Indien wird sie „Prana“ genannt. Gemeint ist
immer dasselbe - die allem innewohnende und uns am Leben erhaltende Kraft und Energie.
In der Chinesischen Medizin, wie auch im Shiatsu, ist Gesundheit nur dann möglich wenn das
Qi in unserem Körper rein, nicht verschmutzt und trübe ist, ungehindert fließen kann und
nicht blockiert wird oder stagniert.
Durch schlechte Lebensgewohnheiten kann es im Laufe der Zeit zu Energieblockaden im
Körper kommen und es kann sich eine Krankheit manifestieren, die physisch oder psychischer
Natur sein kann.
Ganz allgemein können wir sagen dass ein lebender Mensch Qi im ganzen Körper besitzt,
während bei einem Toten das Qi entwichen ist – die Wärme, die Lebensenergie ist aus seinem
Körper gewichen.
Das Wort „Gong“ bedeutet in etwa „Körperarbeit“ oder „Erfolg durch Ausdauer und Übung“.
Daher heißt Qi Gong „Arbeit mit der Lebensenergie“. Wir lernen, den Fluss und die
Verteilung des Qi in unserm Körper durch Bewegungen zu verbessern, um unsere Gesundheit
zu stärken und Körper und Geist in Einklang zu bringen.
Qi Gong versteht sich als ein ganzheitliches Heilsystem mit langer Tradition, welches sich bis
heute kontinuierlich weiterentwickelt hat. Es umfasst gesundheitsfördernde Körperhaltungen,
Bewegung, Selbstmassage, Atemtechniken und Meditation. Durch diese verschiedenen
Übungsmethoden soll Qi im Körper gesammelt und gespeichert werden wie in einem
Reservoir. Ziel ist es das unreine Qi auszuscheiden und frisches reines Qi zu absorbieren.
Qi Gong wird „Übung“ oder „Training“ genannt, weil es nicht wie ein Arzneimittel für eine
begrenzte Zeit „verordnet“ wird, sonder vielmehr täglich praktiziert werden soll. Dabei
genügen 20 – 40 Minuten täglichen Übens um die Gesundheit und das eigene Wohlbefinden
in hohem Masse zu verbessern.
Jeder kann Qi Gong üben. Es gibt Übungen für jedes Alter und jeden Gesundheitszustand.
Die Übungen können im Stehen, Sitzen, Liegen oder Gehen praktiziert werden. So können
auch körperlich angeschlagene Menschen leicht Qi Gong praktizieren und Ihre Gesundheit
auf nachhaltige Weise verbessern.
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Qi Gong – Methoden
Die Qi Gong Techniken lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen. Zum einen in das
„Aktive Qi Gong“ (donggong) und zum anderen in das „Meditative Qi Gong“ (jinggong)
oder auch Stilles Qi Gong genannt. Aktives Qi Gong besteht aus sichtbaren Bewegungen bei
dem der Körper sich von einer Position in die andere bewegt wie bei einem Tanz, oder er
verharrt in einer Position. Bei uns und in China sind diese „Übungen-in-Bewegung“ am
populärsten.
Donggong gilt als aktiv (yang), doch das Passive (yin) ist ebenfalls darin enthalten. Der
Körper bewegt sich zwar, der Geist jedoch ist entspannt und ausgeglichen, er ist zur Ruhe
gekommen.
Beim Jinggong (meditatives Qi Gong) ist der ganze Körper reglos. Das Qi wird durch geistige
Konzentration, Visualisierung und bestimmte Atemtechniken bewegt und kontrolliert.
„Übungen-in-Ruhe“ gelten äußerlich als yin (passiv), innerlich jedoch als yang (aktiv). Der
Körper verharrt regungslos. Der Geist ist wach und konzentriert sich aktiv auf das Qi.
Diese beiden Kategorien lassen sich allerdings nicht streng voneinander trennen. Ruhe und
Bewegung sind relative, keine absoluten Prinzipien. Es geht darum, die richtige Balance zu
finden zwischen Yin und Yang, nicht nur im Qi Gong, sondern auch im täglichen Leben.
Ein wichtiger Grundsatz im Qi Gong lautet: „Suche Ruhe und Ausgeglichenheit in der
Bewegung; sei bedacht und aufmerksam in der Ruhe.“
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Kapitel 2
Die Ursprünge des Qi-Gong
Als bäuerliches Volk lernten die alten Chinesen die Qi Gong-Prinzipien auf natürliche Art
und Weise, indem sie die Vorgänge in der Natur beobachteten. So hielten sie sich z.B. einfach
an die naturgegebenen Zyklen von Pflanzen und Ernten, Leben und Tod.
Der Bauer arbeitet fleißig auf seinem Feld indem er den Boden bereitstellt und bearbeitet und
sein Feld jätet, um schädliche und krankhafte Einflüsse abzuhalten und dafür zu sorgen, dass
die Pflanze ausreichend Sonnenlicht bekommt. Auch für Qi Gong muss man täglich arbeiten
und die schädlichen Einflüsse eliminieren. Der frühe Morgen ist nicht nur für den Bauern die
wichtigste Zeit sondern auch für einen Qi Gong Übenden. Zu beginn des Tages geht die
„Saat“ des Qi am besten auf und bildet starke, gesunde Wurzeln.
Im Laufe der Geschichte gab es für Qi Gong die verschiedensten Bezeichnungen. In alter Zeit
nannte man es tugu naxin, „Altes ausstoßen, Neues aufnehmen“. xingqi „das Qi strömen
lassen“; yangsheng „Leben nähren“; neigong „Innere Übung“ oder meist daoyin „Leiten und
Führen des Qi und Dehnen der Glieder“ was in unserem Do-In im Shiatsu entspricht.
Obwohl schon vor 3000 Jahren nachweislich Qi Gong ähnliche Übungen in China bekannt
waren ist die Bezeichnung „Qi Gong“ hingegen noch relativ jung. Sie wurde zum ersten Mal
in einem Text erwähnt, der in der Ming-Dynastie (1368-1644) entstand. Bis ins 20.
Jahrhundert verwendetet man die Bezeichnung Qi Gong nicht in seiner heutigen Art – „die
Kunst der Qi-Kultivierung“. Die Daoismus-Forscherin Catherine Despeux hat festgestellt,
dass das Wort Qi Gong im Titel zweier 1915 und 1929 erschienener Werke erstmals
auftaucht. Die therapeutische Verwendung datiert erst aus dem Jahre 1936. Ein gewisser
Dong Hao publizierte seinerzeit ein Werk mit dem Titel „Spezialtherapie für Tuberkulose“.
Trotz dieser verschiedenartigen Bezeichnungen sind „Qi Gong–Übungen“ in China seit
Jahrtausenden bekannt. Möglicherweise waren die Tiertänze der alten chinesischen
Schamanen die frühesten Qi Gong ähnelnden Übungen. Dies könnte erklären warum einzelne
Qi Gong Körperhaltungen und ganze Stilrichtungen Tiere zum Vorbild haben. „Badende
Ente“, „Springender Affe“, Schreiende Eule“ und „ Sich drehender Tiger“ um nur einige zu
nennen. Auch jüngere Qi Gong-Systeme bedienen sich des Tierreiches, wie „Löwengebrüll“,
„Alter Bär im Wald“ und „Fliegender Kranich“ . Der Qi Gong Schüler entwickelt hierbei
Fähigkeiten der jeweiligen Tiere: Balance, Geschmeidigkeit, Schnelligkeit und Stärke.
Insbesondere werden während der Übung die den Tieren eigene Gesundheit, Ausdauer und
Vitalität auf den Übenden übertragen.
1973 fanden Archäologen in der Nähe von Changsha, der Hauptstadt der Provinz Hunan, ein
Textrelikt, das inzwischen zur wichtigsten Informationsquelle über das Qi Gong des
Altertums geworden ist. Es handelt sich hierbei um ein Seidentuch das dem verstorbenen
König Ma (168 v. Chr.) als Grabbeigabe mitgegeben wurde. Darauf sind die ältesten DaoyinÜbungen abgebildet – insgesamt 44 Stück. Dieses Seidentuch zeigt die wichtigsten
Atemübungen, Körperhaltungen, Bewegungen und Selbstmassagetechniken wie sie auch
heute noch praktiziert werden. Interessant ist dass in der Beschreibung der Übungen spezielle
Gesundheitsprobleme wie z.B. Nierenkrankheit, Blähungen, Knieschmerzen,
Ischiasschmerzen, Rheuma, Gastritis und Angstzustände angesprochen werden. Die Übungen
wurden wie „Hausmittelchen“ gezielt zur Heilung eingesetzt.
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Kapitel 3
Die Grundlagen des Qi Gong
3.1 Fangsonggong – Die Kunst der Entspannung
Das chinesische Wort „Song“ (sprich: sung) hat eine ganz andere Bedeutung als unser Wort
Entspannung. Reden wir von Entspannung so meinen wir meist alle Spannung abbauen und
beinahe schlaff werden. Song bedeutet hingegen größere Lebendigkeit. Song heißt nicht
Eliminierung von Spannung, sondern Eliminierung von unnötiger Spannung. Song versteht
sich als Kunst die gewohnheitsmäßigen Muskelverspannungen aufgrund emotionaler
Belastung, schlechter Haltung-, Atmungs- und Bewegungsgewohnheiten bewusst zu werden
und diese dann abzubauen.
„Fang“ bedeutet machen oder zulassen. „Song“ bedeutet Entspannung. „Gong“ ist die
Körperarbeit. Somit bedeutet der Terminus Fangsonggong soviel wie „Aktive Entspannung“.
Fansonggong stellt eine eigenständige Qi Gong-Methode dar. Zu dieser gehören:
Aufmerksamkeit und Ruhe, Mühelosigkeit, Sensibilität, Wärme und Verwurzelung.
Aufmerksamkeit und Ruhe
Aktive Entspannung bedeutet dass man aufmerksam und offen sich selbst und der Umwelt
gegenüber ist. Man verschwendet keine Vitalität durch unnötige Anspannung. Die goldene Qi
Gong Regel lautet: „Sei aufmerksam“. Wir können Spannungen nicht abbauen wenn wir uns
nicht bewusst sind wo Spannung ist und wie wir diese aufbauen. Allein durch dieses
Wahrnehmen unserer Spannungsregionen kann sich der Spannungszustand verändern. In der
physikalische Unschärferelation von Heisenberg heißt es, dass das Beobachtete sich durch die
Beobachtung verändert. Dies gilt offensichtlich in besonderem Maße für den menschlichen
Körper. Verspannte Körperteile neigen dazu ins Unterbewusstsein abzutauchen wo sie nicht
mehr wahrgenommen werden, aber trotzdem Stress und Energieverlust im Körper bewirken.
Bin ich mir meiner verspannten Schultern bewusst so entspannen sich diese allmählich ganz
von selbst. Wenn ich bewusst atme, verlangsamt sich meine Atmung. Aufmerksamkeit ist
somit der erste Schritt auf dem Weg zu tiefer Entspannung und Vitalität.
Mühelosigkeit
Das Ziel von Aktiver Entspannung ist es für jede Aufgabe nur soviel Kraft und Energie wie
nötig aufzuwenden. Warum eine Kraftanstrengung von 5 Kilo, wenn nur 4 benötigt werden?
Das zusätzliche Kilo ist Energieverschwendung, und tägliche Energieverschwendung bedeutet
einen kontinuierlichen Verlust von Lebensenergie. Im Qi Gong heißt das, dass die Knie des
Übenden sich beugen sollen, wenn sich eine Fliege auf seine Schultern setzen würde. Er
verwendet zum Stehen gerade soviel Energie wie nötig ist, um nicht zusammen zusinken.
Dadurch entsteht Mühelosigkeit und Leichtigkeit in den Bewegungen.
Wir leben in einer Welt in der genau das Gegenteil gemacht wird. Je mehr wir arbeiten und
uns anstrengen umso erfolgreicher gelten wir in den Augen der Gesellschaft. Es gilt für uns zu
lernen etwas ohne Mühe und Anspannung zu erledigen. Folgende taoistische Geschichte soll
dies verdeutlichen. Ein Mann wird beim Schwimmen in eine gefährliche Stromschnelle
hineingetrieben. Konfuzius läuft aufgeregt am Ufer entlang, da er fürchtet der Mann könnte
ertrinken. Als dieser später unversehrt wieder ans Ufer gelangt, fragt Konfuzius ihn, wie er
sich vor dem Ertrinken retten konnte. Der Mann antwortete: “Ich passe mich dem Hoch und
Tief der Wellen an. Ich folge dem Tao des Wassers ohne nachzudenken“.
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Nur soviel Kraft wie nötig zu verwenden ist eine effiziente Methode zur Verbesserung der
Gesundheit und Vitalität und zum Abbau von stressbedingter Müdigkeit aufgrund geistiger
Überanstrengung. Sobald sich der Körper entspannt, wird der Geist ruhig, bewusst und
aufmerksam.
Sensibilität
Durch Aktive Entspannung wird der Mensch sensibler für die Vorgänge in seinem Körper und
für seine Umwelt. Ein angespanntes Körper-Geist-System kann Dinge nur eingeschränkt
wahrnehmen. Ein einfacher Test kann dies beweisen. Nimm eine kleine Schüssel mit heißem
Wasser und eine zweite mit kaltem Wasser. Halte deine Hand in das heiße und anschließend
in das kalte Wasser. Nun mach eine Faust und spanne deine Armmuskeln fest an und tauche
die Hände abermals in die Schüsseln. Du wirst nun den Temperaturunterschied nicht mehr so
klar feststellen können wie vorher.
Anspannung vermindert auch die Sensibilität andern Menschen gegenüber. Versuch einmal
einem Menschen mit angespannten Arm die Hand zu schütteln.
Wärme und Verwurzelung
Entspannung führt zu tiefer und effizienter Bauchatmung. Dies führt zu einer besseren
Sauerstoffversorgung des Blutes. Entspannung fördert auch die Weitung der Blutgefäße und
bewirkt ein Absinken des Blutdrucks. Außerdem verändert sich die Chemie im Blut zum
Positiven und das Säure-Basen-Verhältnis normalisiert sich. Die bessere Durchblutung macht
sich oft während Qi Gong Übungen durch warme Hände und Füße bemerkbar.
In der chinesischen Medizin gilt entspannte Bauchatmung als Energiepumpe, die das Qi durch
die Leitbahnen schickt.. In einem chinesischen Leitfaden heißt es: „Das Qi ist tief in die Füße
eingepflanzt, wird vom Bauch kontrolliert und manifestiert sich in den Händen“.
Durch Bauchatmung wird also das Dantian (Mittelpunkt des Hara – 4 Querfinger unterhalb de
Bauchnabels) mit Qi aufgefüllt. Ist das Dantian einmal gefüllt beginnt das überschüssige Qi in
die Meridiane, Knochen und das Gewebe einzufließen, sodass sich insgesamt ein Gefühl der
Wärme einstellt.
Klinikärzte haben festgestellt dass mit der Erwärmung der Hände im allgemeinen eine
Erwärmung des gesamten Körpers einhergeht. Möglicherweise bedingt durch die Reflexzonen
die sich an den Händen genauso wie an den Füßen befinden.
Ein weiterer Nebeneffekt der Aktiven Entspannung ist ein Gefühl des „Sinkens“ oder der
Verwurzelung. Dies geht einher mit Spannungsabbau und Reduzierung von Sorgen und
Geistigem Ballast. Das Motto lautet: „Entspanne dich durch deine Füße in den Boden hinein.
Steh nicht auf deinen eigenen Füßen sondern auf dem Boden!“ Dies schafft ein Gefühl der
Balance, des Halts und des Wohlgefühls. Jemand der Verwurzelt ist und in sich ruht kann
schwer aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Verliert er dieses trotzdem so kehrt er aber
schnell und mühelos wieder dorthin zurück.
Die 3 Methoden des Fangsonggong:
1. Fortlaufende Entspannung und fortlaufendes Sinkenlassen
Den gesamten Körper auf einmal zu entspannen ist meist sehr schwierig und führt oft
zu noch mehr Anspannung. Es ist einfacher in den Körper hineinzuspüren und zu
entdecken wo sich Anspannung spüren lässt. Dabei kannst du beim Kopf beginnen
und dich langsam Richtung Füße vorarbeiten. Richte deine Aufmerksamkeit auf den
Kopf. Entspanne Scheitel, Stirn, Augenbrauen, Augen, Backen, Kiefermuskulatur,
Zahnfleisch und Ohren. Geh dann über zur Nacken- und Halsmuskulatur. Lass alle
Muskeln vorn, hinten und an der Seite los. Öffne mental den Nackenwirbel sodass die
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
obere Wirbelsäule weich und offen werden kann. Der Kopf schwebt wie ein Korken
auf der Wirbelsäule.
Die Schultern können zum Boden sinken und die Arme und Hände sich entspannen.
Entspanne auf diese Art und Weise Brust, Bauch, Becken, Arme, Hände,
Oberschenkel, Unterschenkel und Füße. Lass auch speziell die Anspannung aus deinen
inneren Organen los.
2. Über dem Boden schweben
Lege dich auf eine bequeme Unterlage. Konzentriere dich nun auf die einzelnen
Körperteile, indem du sie zuerst anspannst und dann entspannt an den Boden abgibst.
Beginne wieder oben am Kopf. Spann nacheinander dein Gesicht, die Schultern,
Nacken , Arme, Hände, Bauch, Beine und Füße an und lass sie dann wieder los. Ein
leichtes Anspannen genügt hierbei völlig. Zum Schluss stell dir vor, der Boden wäre
ein wundervoller See der deinen Körper trägt. Genieß das Erlebnis des Schwebens.
3. Entspannen der 3 Körperlinien
Stell dir vor dein Körper hätte 3 Linien. Entspanne zuerst die Linie vom Scheitel bis
zum Steißbein und schließ die Wirbelsäule mit ein. Als nächstes lass die Linie von den
Schultern bis zu den Fingerspitzen los. Schließlich lass auch noch die 3. Linie von den
Hüften bis zu den Zehen los. Spür wie jede Linie sich entspannt und öffnet.
Wiederhole dies sooft wie du möchtest bis du mit dem Ergebnis zufrieden bist.
Dies ist eine einfache und effiziente Methode um den gesamten Körper mit Qi und
Blut zu versorgen.
3.2 Atmung
Qi Gong wird auch oft mit Atemübungen übersetzt. Dies kommt daher dass Qi auch die
Bedeutung von Luft oder Atem hat. Bewusstes Atmen ist ein ganz wichtiger Punkt bei allen
Qi Gong Übungen. Dabei geht es darum eine mühelose, leichte und effiziente Atmung zu
entwickeln die den ganzen Körper mit Sauerstoff und Qi versorgt.
Für alle folgenden Übungen gilt dass es am besten ist durch die Nase zu atmen weil dadurch
die Luft gereinigt, befeuchtet und in kalten Jahreszeiten erwärmt wird.
Atemmethoden
1.
„Natürliche Atmung“
Dies stellt die Grundlage der Qi Gong Atmung dar. Shunhuxi bedeutet
„Natürliche Atmung“. Shun heißt eigentlich „ungehindert fließen, mit dem
Strom schwimmen“. Man nennt dies auch Bauch- oder Zwerchfellatmung.
Beim Einatmen wird der Bauch nach außen gedrückt da das Zwerchfell sich
senkt und beim Ausatmen senkt sich der Bauch wieder nach innen, sodass
sich das Zwerchfell entspannt. Dies stellt die natürlichste und effektivste
Atemtechnik dar, da auf diese Art die Lungenlappen bis nach unten hin mit
Sauerstoff durchflutet werden. Die Atemfrequenz beträgt hierbei in Ruhe ca.
5-8 Atemzüge pro Minute.
2.
„Umgekehrte Atmung“
Diese Technik wird nihuxi genannt und stellt das genaue Gegenteil der
Natürlichen Atmung dar. Sie soll auch nur zu „Trainingszwecken“ für kurze
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Zeit angewendet werden . Auf keinen Fall darf sie als normale Atmung
während des Alltags verwendet werden. Die Technik ist genau entgegengesetzt
zur natürlichen Atmung. Beim Einatmen wird der Bauch nach innen gezogen
und beim Ausatmen wölbt er sich entspannt nach vorne. Der Atem geht tief,
sanft und unhörbar. Die Konzentration ist dabei stets auf das Dantian gerichtet.
Diese Übung stimuliert das Qi und trainiert die Atemmuskeln auf sehr effektive
Weise.
3.
„Dantian Atmung“
Dies stellt eine sehr heilsame Variante der natürlichen Atmung dar. Das
Dantian stellt das wichtigste Energiezentrum des Menschen dar. Beim
Einatmen dehnt sich der Unterbauch und der untere Rücken nach außen. Beim
Ausatmen ziehen sich beide entspannt wieder zusammen.
Du kannst es dir leichter machen wenn du dir vorstellst dass sich ein Ballon in
deinem Unterbauch befindet der sich beim Einatmen ausdehnt und beim
Ausatmen wieder zusammenzieht. Diese Atemmethode stimuliert den
wichtigen Mingmen-Punkt (Tor des Lebens) am untern Rücken.
3.3 Haltung
Aus der richtigen Körperhaltung gewinnt man gesundes Qi. Dies ist ein wichtiger Grundsatz
im Qi Gong. Eine korrekte Körperhaltung fördert Entspannung, Gleichgewicht, richtiges
Atmen und Energiefluss. Es ist wichtig zuerst die elementaren Regeln der Körperhaltung zu
beherrschen bevor man die subtileren Techniken der Qi-Regulierung praktiziert. Wie soll das
Qi auch fließen können wenn der Körper krumm und schief ist?
Durch die richtige Körperhaltung kann man leichter die schwachen und blockierten Zonen des
Körpers entdecken um an ihnen zu arbeiten. Wie sieht nun diese Grundhaltung im Qi Gong
aus?
Qi Gong Grundhaltung
Der Rücken sollte sich lang und offen anfühlen so als wäre er ein Seil das leicht nach oben
und unten gedehnt wird. Die Vorstellung dass der höchste Punkt des Scheitels mit einem
Faden zum Himmel hinauf gestreckt wird hilft diese Dehnung zu spüren. Der Kopf schwimmt
wie ein Korken auf der Wirbelsäule. Die Kiefermuskulatur ist entspannt und die Zungenspitze
berührt leicht den oberen Gaumen – um den kleinen Kreislauf (siehe Kapitel 6) zu schließen
und Speichel zu bilden. Speichel gilt als die „Flüssigkeit des Lebens“. Die Augen schauen
entspannt und weich geradeaus ohne etwas zu fokussieren.
Die Schultern sinken mit der Schwerkraft nach unten und genauso bewegt sich auch das
Brustbein ganz leicht nach unten. Der Nacken kann sich zur Seite und nach unten entlang der
Wirbelsäule entspannen. Die Arme hängen entspannt an den Körperseiten. Generell sollen
alle Gelenke wie Ellbogen oder Knie immer leicht gebeugt sein. Sie sollen sich offen anfühlen
damit das Qi durch diese „Energietore“ hindurchfließen kann. Das Becken wird leicht nach
vorne bewegt sodass das Schambein sich einwenig nach oben zum Bauchnabel bewegt und
das Steißbein nach vorne „eingerollt“ wird. Dadurch wird die Wirbelsäule im Lendenbereich
gerade. Im oberen wird Sie durch die Streckung zum Himmel begradigt.
Die Knie werden leicht gebeugt sodass ein federndes Gefühl entstehen kann. Die Füße haben
ungefähr Schulterbreiten Abstand voneinander und die Fußkanten sind parallel. In der
Vorstellung wachsen aus den Fußsohlen Wurzeln tief in die Erde hinein.
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Diese Körperhaltung soll den Menschen mit der Energie der Erde und des Himmels
verbinden. Eine Exakte Haltung bewirkt dass die Energie des Universums ohne Widerstand
durch uns hindurch fließen kann und so mit neuer Lebensenergie auf lädt.
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Kapitel 3
Qi Gong als Bereicherung der Shiatsu Arbeit
Alle Therapierichtungen die langfristig von Erfolg gekrönt sind haben meiner Meinung nach
eine große Gemeinsamkeit. Sie beziehen den Klienten in die Therapie mitein, indem sie ihm
die Eigenverantwortung für seine Gesundheit klarmachen. Der gute Therapeut zeigt dem
Klienten wie er selbst auf seine Gesundheit achten kann. Das entscheidet oft darüber ob eine
Therapie auf lange Sicht wirksam ist oder nicht.
Aus diesem Grunde bedienen wir uns im Shiatsu der verschiedensten Do-In Übungen und der
makrobiotischen Ernährung. Sie sollen uns als Werkzeuge dienen dass wir den Klienten
bereitwillig mit nach Hause geben können. Dabei gibt es Übungen die der Harmonisierung
der 5 Elemente dienen. Andere wiederum regulieren die 14 Meridianen des Körpers. Auch
die Ernährung soll als „Medizin“ gesehen werden die Yin und Yang in ein harmonisches
Gleichgewicht bringt.
Bedingt durch meinen Beruf als Wellnesstrainer war mir schon zu Beginn meiner Ausbildung
klar dass die „Eigeninitiative“ des Klienten ein ganz wichtiger Faktor ist und aus diesem
heraus eine noch erfolgreichere Shiatsuarbeit entstehen kann. Qi Gong stellt meiner Meinung
nach eine wundervolle Möglichkeit dar wie jeder selbst auf seine Gesundheit und sein
Wohlbefinden achten kann. Mit täglich 20 – 40 Minuten Training ist es möglich seine
Lebensenergie in unglaublichen Maße zu steigern.
Mit den folgenden Qi Gong Übungen habe ich in meiner Shiatsupraxis positive Erfahrungen
gemacht. Da ich mit vielen Klienten nur wenige male Kontakt hatte war eine langfristige
„Forschung“ über die Wirksamkeit von Qi Gong Übungen für mich noch nicht möglich.
Allerdings habe ich doch von vielen Klienten positive Rückmeldungen zum Qi Gong Training
erhalten.
Gemeinsamkeiten von Shiatsu und Qi Gong
Als ich begonnen habe Qi Gong in meine Shiatsu-Arbeit zu integrieren war es für mich
wichtig herauszufinden ob es Gemeinsamkeiten zwischen der Chinesischen Bewegungslehre
und der Japanischen Heilamassage gibt. Im Laufe der Zeit hat sich für mich immer mehr
herauskristallisiert dass beide Systeme gemeinsame Wurzeln in der Vergangenheit haben
müssen, da es so viele Übereinstimmungen gibt.
Obwohl Qi Gong eine der Säulen der TCM (Traditionell Chinesische Medizin) ist, lässt sie
sich dennoch wunderbar in das aus Japan stammende Zen Shiatsu einfügen. Beide Methoden
arbeiten mit einer vitalen Lebensenergie. Im Qi Gong als „Qi“ und im Shiatsu als „Ki“
bezeichnet. Qi und Ki bewegen sich auf Leitbahnen durch den Körper – den sogenannten
Meridianen. Dabei bedient sich das Shiatsu dem Wissen der TCM über die klassischen
Meridiane die in der Akupunktur verwendet werden. Zusätzlich hat der Begründer des ZenShiatsu, Masunaga, noch 12 weitere Meridiane am Körper entdeckt, welche eine Erweiterung
des klassischen Meridiansystems darstellen.
Betrachten wir die Grundlagen des Qi Gong so entdecken wir weitere Gemeinsamkeiten
zwischen Qi Gong und Shiatsu. Aufmerksamkeit und Ruhe sind nicht nur im Qi Gong
wichtig, sondern bilden auch die unabdingbare Grundlage für jede erfolgreiche ShiatsuBehandlung. Das eigene Hara zu spüren und darin zur Ruhe finden ist die
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Ausgangsbedingung für jede Behandlung. Nur aus der Mitte heraus können wir ohne
Einmischung unseres konditionierten Verstandes unseren Empfänger spüren und
wahrnehmen. Die Aufmerksamkeit in den Unterbauch zu lenken verlangsamt die
Verstandesaktivität und bewirkt eine geistige „Leere“. Aus dieser Leere heraus entsteht
Wachsamkeit und Aufmerksamkeit. Erst mit dieser urteilsfreien Aufmerksamkeit können wir
den Empfänger in seiner Ganzheit wahrnehmen und seine wahren Bedürfnisse erkennen.
Mühelosigkeit wie sie im Qi Gong erwünscht ist, ist ebenfalls für unser Shiatsu
kennzeichnend. Wir verwenden keine Kraft um die Tsubos (Punkte auf dem Meridian) zu
drücken, sondern wir lassen uns aus unserem Hara heraus mühelos in den Tsubo einsinken.
Durch dieses mühelose und entspannte Einsinken können wir die Reaktion des Körpers
deutlich wahrnehmen. Aufmerksam nehmen wir das Ki des Empfängers und seine Qualität
wahr. Mühelosigkeit verlangt auch dass wir als Geber uns natürlich aus unserer Mitte heraus
bewegen und somit dem natürlichen Fluss der Energie folgen können.
Das nächste Prinzip der Sensibilität finden wir auch im Shiatsu als ganz wichtigen Faktor
wieder. Regelmäßiges Qi Gong Training erhöht die Sensibilität für den eigenen Körper aber
auch für die Umwelt. Dies wieder um kommt der Shiatsu-Arbeit zugute. Die Sensibilität des
Gebers bestimmt in hohem Maße die Qualität der Berührung. Ist der Geber sensibel so
vermag er eine korrekte Diagnose zu erstellen und genau zu erspüren wo das Ki von seinem
natürliche Verlauf abweicht und korrigiert werden will. Nur durch eine gesteigerte Sensibilität
kann es dem Geber möglich sein die Energie des Empfängers klar zu fühlen und somit
energetische Ungleichgewichte auszugleichen.
Klienten berichten oft über ein Gefühl der Wärme und der Schwere nach einer Behandlung.
Dieses Gefühl ist vergleichbar mit der „Wärme und Verwurzelung“ aus dem Qi Gong. Durch
den verbesserten Ki- und Blutfluss werden die einzelnen Körperteile besser versorgt und auch
energetisch miteinander verbunden. Dies führt oft zu einem Gefühl der Wärme – besonders in
Händen und Füßen. Das Nachlassen des Muskeltonus während der Behandlung führt zu einer
angenehmen und entspannten Schwere wie sie auch aus dem Autogenen Training bekannt ist.
Im Qi Gong führt dieses Nachlassen des Muskeltonus zum Gefühl der Verwurzelung oder
Verbindung mit der Erde.
Nachdem ich diese Gemeinsamkeiten für mich entdeckt hatte, habe ich mich auf eine
spannende Reise begeben.
Ich habe im Laufe der Jahre verschiedene Qi Gong Übungen kennengelernt. In den folgenden
Kapiteln habe ich die für mich wichtigsten Übungen – sowohl Aktive als auch Meditativezusammengefasst und jeweils ergänzend ihre Anwendung im Shiatsu erwähnt. Natürlich sind
das längst nicht alle Möglichkeiten und es obliegt dem Interessierten Leser selbst zu
experimentieren und herauszufinden was für seine Arbeit wirksam ist.
Wie könnte das bei der Vielschichtigkeit von Shiatsu und der Vielfalt des Qi Gong auch
anders sein?!
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Kapitel 4
Die Methoden des „Aktiven Qi Gong“
4.1 „Stehen wie ein Baum“
Meditation im Stehen ist die wichtigste und am häufigsten praktizierte Form des Qi Gong.
Obwohl sie Meditation genannt wird gehört sie zum aktiven Qi Gong. Es handelt sich um eine
Methode, bessere Körperhaltung und Ausgewogenheit zu erlangen, kräftigere Beine und
Hüften zu entwickeln und zu tieferem Atmen zu kommen. Ich verwende diese Übung bei
Empfängern bei denen ich erkenne dass ihre Beschwerden aus einer unbewussten, schlechten
Körerhaltung resultieren. Meiner Erfahrung nach schafft das regelmäßige üben des „Stehen
wie ein Baum“ beim Empfänger ein deutlicheres Körperbewusstsein aus diesem heraus erst
erkannt werden kann dass im Alltag oft eine schlechte Haltung eingenommen wird, z.B. beim
Sitzen im Auto, bei der Arbeit oder beim Stehen auf einem Bein oder mit durchgedrückten
Knien.
Auch bei Menschen denen es an „Erdung“ im weitesten Sinne fehlt gebe ich dies Übung
gerne als tägliche „Hausaufgabe“ mit. Generell vermittelt Qi Gong über das bewusste
„Verwurzeln“ ein Gefühl der Verbindung mit Mutter Erde. Die meisten genießen die
Vorstellung fest verwurzelt zu sein wie ein Baum und spüren schon nach kurzem Üben eine
innere Ruhe und eine deutlich vertiefte Atmung welche aus der befreiten Haltung des Beckens
und dem generellen Loslassen von Spannungen nach unten resultiert.
Die Technik
Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide Füße verteilt. Der Körper soll weder nach vorne noch
nach hinten geneigt sein, weder nach links noch nach rechts gebeugt sein. Das Gewicht ist
gleichmäßig auf die gesamte Fußsohle, also Ferse, Ballen und die Seiten verteilt. Die Knie
sind leicht gebeugt und das Becken ist ein wenig nach vorne geschoben – so als wollte man
das Steißbein nach vorne einrollen. Die Wirbelsäule aufgerichtet und gerade. Am höchsten
Punkt des Scheitel stell dir einen golden Faden vor der den Kopf ein wenig in den Himmel
zieht und dadurch die Wirbelsäule dehnt und aufrichtet. Das Kinn sinkt ein bisschen zur
Brust.
Die Arme sind zu Halbkreisen gebogen, entweder auf Höhe des Bauches, der Brust oder des
Gesichtes, wie wenn ein großer Energieball locker umfasst wird.
Die Handflächen sind zum Körper hingerichtet. Hebe die Arme nicht höher als bis zu den
Augenbrauen, und lasse sie nicht tiefer als bis zum Nabel sinken. Der rechte Arm soll nicht
zur linken Körperhälfte und der linke Arm nicht zur rechten Körperhälfte hinüberreichen.
Die Augen sollten offen und entspannt sein, locker fokussiert und geradeaus in die Ferne
blicken. Am besten übt man an einem Fenster mit freiem Ausblick. Eine andere Möglichkeit
ist „diffus“ zu blicken um die Aufmerksamkeit im Körper Inneren zu behalten..
Der Atem geht vollkommen natürlich, entspannt, aus dem Zwerchfell heraus. Bei jedem
Einatmen spürst du bewusst, dass sich der Bauch langsam ausdehnt, bei jedem Ausatmen
zieht er sich wieder zusammen.
Achte gelassen auf alles, was sich dem Bewusstsein präsentiert. Das können angenehme oder
unangenehme Gefühle sein, Muskelverspannungen können auftreten oder du bemerkst einen
endlosen Gedankenstrom der dich ablenkt. Gestatte dir diese Wahrnehmungen und beobachte
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sie einfach. Das Ziel ist, einen Zustand klarer Wahrnehmung zu erzeugen, ohne dich auf ein
besonderes Ereignis zu konzentrieren.
Am Ende der Meditationsübung im Stehen ist es wichtig dass man in die Ruhestellung
(xiuxishi) geht. Die Hände hängen zu beiden Seiten des Körpers herab und bleiben einen
Augenblick dort. Dann lege die Hände auf den unteren Rücken und beginn das Gewicht
langsam nach vorne, hinten und dann nach links und rechts zu verlagern. Dann beginn damit
mit dem Becken in die eine und dann in die andere Richtung zu kreisen, wobei du dir
vorstellst dass deine Fußsohlen massiert werden. Dann beende die Übung und mach ein paar
Schritte.
Anwendung in der Shiatsu-Praxis:








Vermittelt dem Empfänger ein besseres Körper-Bewusstsein
Gibt dem Empfänger die Möglichkeit den Energiefluss spüren zu lernen
Verbesserung der Körperhaltung - auch im Alltag
Regulation eines zu hohen oder zu niedrigen Blutdrucks
Vermittelt ein Gefühl der Erdung, Stabilität und des Selbstbewußtseins
Bei allgemeinem Energiemangel oder Antriebsschwäche – kurze Stehzeiten
Bei Verdauungsbeschwerden (Stärkung der ERDE)
Als Geber: feineres Gespür für die verschiedenen „Ki-Qualitäten“ und
Meridianverläufe entwickeln
4.2 „Meditation im Gehen“
Ziel dieser Methode ist es so langsam und meditativ zu gehen, dass jeder Schritt „fest wie ein
Berg“ ist. Mit jedem Schritt der Meditation-im-Gehen wird Meditation-im-Stehen praktiziert.
Ruhe und Bewegung werden in Harmonie vereint. Dies führt dazu dass auch in einem
geschäftigen Leben wieder Harmonie zwischen Aktivität und Ruhe entstehen kann. Während
des Gehens kann das Qi wie ein mächtiger Strom durch den Körper fließen und dadurch
„Abfälle“ wegschwemmen und verstopfte Kanäle öffnen.
Die Technik:
Die Handflächen sind zum Boden gerichtet. Es soll sich ein Gefühl des „Schwimmens“
einstellen, so wie wenn die Hände auf der stillen Oberfläche eines Sees ruhten.
Setze dann das linke Bein langsam nach vor, die Ferse berührt als erstes den Boden, dann der
übrige Fuß. Verlagere dann das Gesicht von hinten (rechts) nach vorn (links), wobei deutlich
zu spüren ist wie das hintere Bein „leer“ wird, während das vordere sich „füllt“. Das Gewicht
fließt durch den Fuß in die Erde. Jetzt wird der hintere Fuß in Seitstellung gebracht, d.h. er
wird zunächst neben den vorderen Fuß geführt und berührt flüchtig mit dem Zeh die Erde.
Das Gewicht ist jedoch immer noch auf dem linken Bein. Darauf wird der „in Stellung
gebrachte“ rechte Fuß einen Schritt nach vorne gesetzt – mit der Ferse zuerst. Wieder wird
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der Fuß flach und sanft auf den Boden gebracht und das Geicht allmählich von hinten nach
vorne verlagert. Dieser Vorgang wiederholt sich nun Schritt für Schritt über eine beliebig
lange Zeitspanne.
Vorsetzten, nachziehen, danebenstellen, vorsetzten, nachziehen, danebenstellen......
Auf dem rechten Bild ist eine weitere Möglichkeit dargestellt bei der immer der
gegenüberliegende Arm mit dem Bein hochgehoben wird. Linkes Bein und gleichzeitig den
rechten Arm heben. Dann einen sanften Schritt nach vorne machen. Dasselbe auf die andere
Seite.
Anwendung in der Shiatsu-Praxis:
 Nach Struktureller Arbeit ist dies eine wunderbare Möglichkeit der Integration
 Für Empfänger welche nicht im Stehen, Sitzen oder Liegen entspannen können oder
wollen ist dies eine „aktivere Form“ der Entspannung
 Schafft ein Bewusstsein wie Entspannung und bewusstes Tun in den Alltag einfließen
können, indem alltägliche Dinge aufmerksam und langsam gemacht werden.
 Erlernen der „Kunst der Langsamkeit“ und der Achtsamkeit im Alltag
 Bei Konzentrationsstörungen und innerer Unruhe
 Bei Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsproblemen
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4.3 Ba Duan Jin – Die Acht Brokate
Ba Duan Jin heißt wörtlich übersetzt „Acht Stücke Silberbrokat“, Es handelt sich um 8
elegante, geschmeidige und sehr wichtige Methoden zur Qi-Entwicklung. Die taoistische
Tradition schreibt diese Übung Chong Liquan, einem der acht Unsterblichen der chinesischen
Sage, zu.
Von einem anderen Taoisten soll er in den Bergen Daoyin-Rezepte zur Herstellung eines
Lebenselexiers bekommen haben. Die „Acht Brokate“ gehörten zu diesen Methoden.
Die Acht Brokate eignen sich gut zum Beginn eines Übungsablaufes. Sie bestehen aus
leichten Streckübungen, die Muskeln und Bänder dehnen und die Meridiane und inneren
Organe stimulieren. Die Bewegungen sollten fließend, aber kurz sein. Nicht zu schnell, nicht
zu langsam. Ich wiederhole die Übungen am liebsten 8 mal.
Die Technik:
1.
„Zwei Hände strecken sich himmelwärts, um die Drei Erwärmer ins Gleichgewicht zu
bringen“
Stell dich in Qi Gong-Haltung auf. Lege die Hände mit verschränkten Fingern auf den Kopf.
Strecke nun die Hände während du einatmest nach oben. Die Handflächen weißen nach unten
in Richtung Baihui. Gleichzeitig stell dich auf die Zehen. Beim Ausatmen zurück in die
Grundstellung und die Hände ruhen einen Augenblick lang auf dem Scheitel. Beim nächste
Einatmen wiederhol die Bewegung diesmal allerdings mit den Handflächen nach oben zum
Himmel gerichtet. Die Handflächen wechseln nun jedes Mal die Richtung.
Wirkung: Harmonisiert die 3 Brennkammern
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2.
„Den Bogen spannen wie beim Bussard-Schießen“
Nimm eine weite, niedrige „Reitstellung“ ein, aber nicht die Knie überanstrengen. Überkreuze
dann die Arme mit Fäusten vor der Brust. Zieh beim Einatmen die rechte Faust zur rechten
Schulter zurück und zugleich streck den linken Arm nach links zur Seite weg. Die linke
Handfläche weißt nach außen und die letzten 3 Finger sind gekrümmt. Schau nach links auf
deine Finger. Atme dann aus und balle beide Hände wieder vor der Brust zu Fäusten. Dann
wiederhol das Ganze zur anderen Seite. Immer wenn du dich zur Seite öffnest dreht sich der
Kopf mit und die Augen blicken auf den ausgestreckten Arm.
Wirkung: Diese Übung aktiviert Lunge und Dickdarm.
3.
„Nacheinander die Arme heben, um die Milz zu regulieren“
Aus der Grundstellung heraus die Hände mit dem Einatmen auf Magenhöhe heben mit den
Handflächen nach oben. Beim Ausatmen bewegt sich die linke Hand nach oben und die
Handfläche weißt zum Himmel. Die Finger sind genau über dem Scheitel. Währenddessen
sinkt die rechte Hand nach unten und zeigt mit der Handfläche in Richtung Erde. Die Finger
zeigen nach vorne. Himmel und Erde verbinden sich auf diese Weise. Beim Einatmen die
Hände zueinander drehen und die Energie von oben und unten zusammenführen in dem die
Hände wieder vor den Magen gebracht werden. Dann die Übung auf die andere Seite
wiederholen.
Wirkung: Äußerlich verbessert sie die Beweglichkeit der Rippen. Innerlich massiert sie sanft
Magen und Milz und verbessert dadurch deren Funktion.
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
4.
„Rückwärtsschauen: gegen Müdigkeit und Verspannung“
Die Arme ruhen entspannt an den Seiten, die Handflächen weisen zur Erde und sind leicht
gehoben. Beim Ausatmen den Kopf soweit wie möglich nach links hinten drehen. Beim
Einatmen gleitet der Kopf entspannt in die Mitte zurück. Beim nächsten Ausatmen den Kopf
nach rechts drehen.
Wirkung: Löst Verspannungen der Nackenmuskulatur und stärkt den Hals. Stimuliert die
Blutzirkulation im Gehirn und verbessert das Sehvermögen.
4.
„Mit dem Schwanz wedeln um das Herzfeuer zu beruhigen“
Nimm eine weite und tiefe Reiterstellung ein . Die Hände ruhen auf den Schenkeln, die
Daumen weisen nach hinten. Dann beug dich nach links hinüber und dann nach unten. Der
Oberkörper beschreibt jetzt eine Kreis von links unten nach rechts hinüber und dann komm
über die rechte Seite nach oben und bleib einen Augenblick in der Mitte. Wiederhole das
Ganze dann zur anderen Seite. Mach diese Übung 4 oder 8 mal auf jede Seite.
5.
„Sich nach unten strecken und Krankheit ausscheiden“
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Stell dich einfach hin, die Handflächen auf dem Hintern. Beim Ausatmen bück dich nach
unten und lass dabei langsam deine Hände über die Rückseite der Beine hinuntergleiten
soweit wie leicht möglich. Beginn dann einzuatmen. Die Handflächen gleiten nun wieder an
der Rückseite der Beine hinauf bis der Körper wieder aufgerichtet ist. Dann auf die
Zehenspitzen gehen und den Atem einen Augenblick lang anhalten. In der Vorstellung ist der
Körper jetzt mit heilendem Qi aufgefüllt. Dann lass die Füße wieder flach auf dem Boden
ruhen und amte in Richtung der Zehenspitzen aus.
Wirkung: bringt heilendes Qi in den ganzen Oberkörper und macht die Wirbelsäule elastisch.
Die Nieren werden stimuliert und verspannte Kniesehnen und Waden werden massiert
7.
„Boxen um Qi und Stärke zu vermehren“
Stell dich hin, die Füße etwas mehr als Schulterbreit auseinander. Etwas tief gehen. Die
Augen blicken konzentriert auf einen Punkt. Die Hände sind zu Fäusten geballt und befinden
sich an den Seiten des Körpers – die Handflächen nach oben gedreht . Boxe jetzt beim
Ausatmen langsam und konzentriert nach vorne. Während der Arm sich streckt rotiert die
Faust nach unten. Beim Einatmen die Faust wieder zum Körper heranziehen. Dann das ganze
in die andere Richtung.
Wirkung: Mit intensiven Blick zu boxen stimuliert über die Augen die Leber, trägt zur
Reinigung des Körpers von Giften bei und verbreitet heilsames Qi. Als Shiatsupraktiker stärkt
sie die Fähigkeit mit klarem Focus zu arbeiten.
8.
„Berühren der Zehen zur Stärkung von Nieren und Hüfte“
Stell dich locker hin. Beim Ausatmen bück dich langsam zu den Zehenspitzen hinunter wobei
du jeden Wirbel an der Bück-bewegung teilnehmen lässt. Mach die Bewegung so langsam
dass du die „aneinanderhängenden“ und steifen Bereiche deiner Wirbelsäule bewusst spürst.
Bleibe ein paar Atemzüge lang in dieser Stellung. Spür wie sich der Rücken mit dem Atem
dehnt und bewegt. Richte dann beim Einatmen die Wirbelsäule langsam Wirbel für Wirbel
wieder auf. Dann beuge dich nach indem du das Becken nach vorne schiebst und inein
Hohlkreuz gehst. Bleib ein wenig in dieser Stellung und spür wie dein Brustkorb gedehnt
wird. Dann geh zurück in die Ausgangsstellung.
Wirkung: Aktiverung des Lenker- und Konzeptionsgefäßes. Wirbelsäule beweglich machen.
Fallbeispiel:
Eine 45 jährige Frau die regelmäßig bei mir Shiatsu macht leidet an einer leichten Form der
Multiple Sklerose. Als sie vor 2 Jahren zu mir kommt ist sie oft erschöpft und müde. Sie klagt
über Blähungen und ein allgemeines Kältegefühl im Unterleib. Verbunden damit sind kalte
Hände und Füße. Nachts muss sie manchmal auf die Toilette. Die Haradiagnose zeigt ein
deutliches Kyo in der Niere an. Auch die Gesichtsdiagnose bestätigt dies. Die Leber ist Jitsu
(möglicherweise aufgrund der vielen Medikamente die sie einnimmt).
Ich beschließe Ihr die „Ba Duan Jin“ – Übungen beizubringen, nachdem ich ihr erklärt habe
wie wichtig eine tägliche Aktivierung der „Selbstheilungskräfte“ ist. Sie ist auf Anhieb
begeistert von den Übungen und spürt wie die Hände und der Bauch schon beim ersten mal
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
angenehm warm werden, obwohl ihr die Bauchatmung noch etwas schwer fällt. Die Füße sind
noch kalt. Sie macht die Übungen die nächsten Monate weiter und berichtet mir nach einigen
Wochen dass ihre Müdigkeit völlig verschwunden ist. Blähungen treten nur noch auf bei
gewissen Nahrungsmitteln. Bauch, Hände und Füße sind nach den Übungen angenehm warm
und dieses Wärmgefühl hält auch immer länger an . Sie muss auch seit sie die Übungen
regelmäßig macht keine Schlaftabletten mehr nehmen. Insgesamt spürt sie ihren Körper
wieder besser und sie fühlt sich ausgeglichen.
Die Anwendung in der Shiatsu-Praxis:
 Als Ergänzung oder Alternative zu den Makko Ho Übungen, wenn z.B. die
Bewegungen auf dem Boden nicht ausführbar sind (in der freien Natur)
 Wenn der Empfänger steif und unbeweglich ist und dadurch der Ki-Fluss blockiert ist
 Einzelne Übungen herausnehmen um sie dem Empfänger mit nach Hause zu geben
(siehe Wirkung jeder einzelnen Übung)
 Zur allgemeinen Kräftigung der Rumpf-, Bein-, und Armmuskulatur
 Als 10 minütige Vorbereitung für eine nachfolgende Shiatsubehandlung
 Zur Aktivierung und Harmonisierung aller Meridiane und der 5 Elemente
4.4 Knochenmark-Reinigung
Die Reinigung des Knochenmarks (xisuijing)besteht aus heilsamen Stellungen, sanften
Bewegungen und Konzentrationstechniken, um das Knochenmark von Giften zu reinigen.
Die Version die ich hier vorstellen wirkt auf mehr als nur die Knochen ein. Sie stärkt das
Immunsystem und fördert Stärke und Dichte der Knochen selbst, speichert Qi im Dantian und
stimuliert den Qi-Fluß durch die Haut und verschiedene Akupunkturpunkte.
Die Methode:
1.
Der meditierende Buddha
Nimm eine natürliche Qi Gong Haltung ein. Die Hände sind vor dem Dantian. Halte
die Hände so als ob du einen 30 cm großen Ball halten würdest. Hebe jetzt den Ball
langsam auf Brusthöhe und leg dann die Handflächen in Gebetshaltung vor dem
Brustbein aneinander. Konzentrier dich auf die Dantian-Atmung und werde innerlich
still. Bleib in 2-3 Minuten in dieser Position und lass dann die Hände allmählich an der
Körperseite nach unten sinken.
2.
Das kosmische Wesen
Hebe die Arme langsam an den Seiten hoch, die Ellbogen leicht angewinkelt und die
Handflächen zeigen auf Schulterhöhe nach außen. Stell dir nun vor dein Körper füllt
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
das ganze Weltall aus. Dein Kopf berührt den Himmel, und deine Füße reichen gis
zum Erdmittelpunkt. Der rechte Arm ist unendlich weit nach rechts gestreckt. Der
linke Arm reicht unendlich weit nach links. Du bist ein kosmisches Wesen. Stell dir
weiter vor dass deine Hautporen sich öffnen. Das universelle Qi kann dich ungehindert
durchfließen. Lass den Atem kommen und gehen wie er will.
Halte diese Position 2-3 Minuten und richte dann dein Bewusstsein wieder auf das
Dantian. Spür wie der Atem sich im Inneren deines Körpers bewegt und dann lass die
Arme langsam sinken.
3.
Waschen des Knochenmarks mit einer Hand
Lege deine linke Hand mit dem Handrücken auf den unteren Teil des Rückens (auf
Mingmen-Tor des Lebens) gegenüber dem Nabel. Dies aktiviert die Nierenenergie.
Währenddessen hebt sich die rechte Hand an der Körperseite bis über den Kopf wo sie
15 cm über dem Scheitel (Baihui – Himmelspass) mit der Handfläche nach unten ruht.
Spür die Verbindung von der Mitte der Handfläche (Laogong-Punkt) zum
Scheitelpunkt. Es ist als ob du dein eigenes Energiefeld spürst. Behalte diese Stellung
ein paar Sekunden bei bis du eine Verbindung spürst. Dann lass langsam die obere
Hand vor dem Körper nach unten sinken und stell dir dabei vor das heilendes Qi durch
das Knochenmark fließt. Das Qi bewegt sich durch die Knochen des Schädels, des
Gesichts, des Brustkorbs, der Wirbelsäule, des Beckens und der Beine hindurch.
Betrachte jetzt wie das unreine Qi aus deinen Füßen einen Meter tief in die Erde
abfließt. Diese alte Qi verwandelt sich wiederum in neuen Erde.
Dann mache das selbe auf der anderen Seite. Lege die rechte Hand auf deinen unteren
Rücken und die linke Hand bewegt sich nach oben über deinen Scheitel.
4.
Waschen des Knochenmarks mit beiden Händen
Hebe beide Hände vor dem Körper mit den Handflächen nach oben. Sobald die Hände
das Brustbein erreichen dreh die Hände nach oben und stoß sie über den Kopf. Behalte
diese Stellung etwa 10 Sekunden bei und stell dir vor du bist ein Baum mit tiefen
Wurzeln und hohen Zweigen, der Himmel und Erde verbindet. Dreh dann die Hände
sodass sie zum Scheitel zeigen und lass sie sich bis 15 cm über den Scheitel senken.
Die Finger brühren sich dabei nicht. Während du diese Stellung für ein paar Sekunden
beibehälst spüre die Energie deiner Aura. Die Laogong-Punkte deiner Hand verbinden
sich mit dem Baihui des Scheitels. Lass hierauf deine Hände ganz langsam vor dem
Körper nach unten sinken und stell dir wie zuvor vor das heilendes Qi durch deine
Knochen und das Mark nach unten fließt und das unreine unten durch die Füße tief in
die Erde abfließen kann.
Diese Übung wird nur einmal durchgeführt und schließt diese Übung ab.
Fallbeispiel:
Ein 40 jähriger Mann der sich im Rollstuhl befindet klagt über ständige Schmerzen in der
linken Schulter. Diese begleiten ihn schon seit 15 Jahren – seit er im Rollstuhl sitzt. Ich
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
mache wöchentlich Shiatsu. Die Diagnose zeigt dass sich im Bereich wo die Wirbelsäule
gebrochen ist harte Verspannungen befinden. Sein größeres Problem sind allerdings immer
wieder kehrende Harnwegsinfekte (Aufgrund des Katheders) und ständige Erkältungen im
Winter. Auch mit 2-3 Grippalen Infekten muss er jeden Winter rechnen.
Durch das regelmäßige Shiatsu lösen sich die Verspannungen wunderbar.
Das Problem der Infekte allerdings verbessert sich nur unwesentlich. Im darauffolgenden
Sommer beschließe ich im die Übung der Knochenmarksreinigung zu zeigen – obwohl ich
nicht überzeugt bin dass sie wirksam sind. Aber irgendwie habe ich das Gefühl seine Knochen
und sein Mark müssten gereinigt werden.
Ihm gefallen die Übungen weil er spürt wie sie Ihn beruhigen und nicht zuletzt weil sie nicht
zuviel Zeit beanspruchen. Er beschließt die Übungen 5 mal pro Woche zu machen.
In der nächsten Wintersaison erleidet er nur noch 1 Harnwegsinfekt und bleibt von grippalen
Infekten und auch weitestgehend von Erkältungen verschont. Auch seine Verspannungen sind
viel weniger geworden. Insgesamt fühlt er sich auch dem beruflichen Stress viel besser
gewachsen und er kann besser mit schwierigeren Kunden umgehen.
Anwendung in der Shiatsu-Praxis:




Bei Ostheoporose oder anderen Knochenerkrankungen
Bei Anzeichen eines schwachen Immunsystems wie z.B. häufigen Infekten
Bei Problemen mit dem Blut oder der Blutqualität
Bei Menschen die sich zuviel Abgrenzen und die Verbindung mit
Mitmenschen und Natur nicht mehr spüren
Kapitel 5
Die Methoden des „Meditativen Qi Gong“
5.1 Reinigung des Gehirns
Setz dich bequem auf einen Stuhl. Verwende ein paar Minuten, um den Atem zu beobachten
und bewusst und tief auszuatmen. Wenn der Atem ruhig geworden ist dann atme tief durch
die Nase ein und stell dir vor, das heilende Qi sei ein weißer Dunst. Der Dunst zieht sich in
den Bauch hinab und zur Basis der Wirbelsäule. Während du vorsichtig den Atem anhälst,
dringt der Dunst durch das Steißbein in die Wirbelsäule ein. Stell dir nun das Rückgrat wäre
eine leere Röhre für das Qi. Immer noch vorsichtig den Atem anhaltend, lass jetzt den Dunst
die Wirbelsäule hinaufsteigen. Spür wie er durch die einzelnen Segmente der Wirbelsäule
nach oben steigt bis er den Kopf erreicht. Hier tritt er aus dem Rückgrat aus und wirbelt um
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
das Gehirn herum. Das Qi bewegt sich wie eine windzerzauste Wolke. Schick es durch alle
Lappen, Höhlen und Gewebe des Gehirns. Vor allem dorthin wo es vor deinem inneren Auge
schwer fällt oder blockiert ist. Wenn du ausatmest lass den Atem einfach durch deinen Mund
ausströmen. Jetzt ist der Dunst dunkel gefärbt, schwärzlich oder grau. Nach dem Ausatmen
kehre zurück zu einer natürlichen Atmung . Atme einige male ein und aus bevor du die Übung
wiederholst.
Wiederhole diese Übung insgesamt 3 mal und stell dir beim letzten mal vor wenn du
ausatmest blässt du alle Wolken weg, die den klaren Himmel verdunkelt haben. Konzentrier
dich dann auf den Scheitel und halt in deiner Vorstellung das Bild eines strahlend blauen
Himmels fest.
Anwendung in der Praxis:








Bei Kopfschmerzen oder Migräne
Bei Augendruck
Bei neurologischen Problemen
Zur Reinigung des Bewusstseins und der Gedanken
Bei übermäßiger Sorge – „Sorgen wegblasen“
Als Tipp wenn jemand viel vor dem Computer sitzt zur Entspannung zwischendurch
Zur Beruhigung vor Prüfungen
Bei Einschlafproblemen
5.3 Kleiner Himmlischer Kreislauf
Bei dieser Meditation wird das Qi entlang des wichtigsten Yang-Meridians, dem Dumai
(Lenkergefäß) und dem wichtigsten Yin-Meridian, dem Renmai (Dienergefäß) geführt. Diese
beiden Meridiane dienen dazu , den Fluß der Yang- und Yinenergie in den zwölf
organbezogenen Meridianen zu regulieren. Ein wichtiges Ziel des Qi Gong ist es, einen
starken Qi-Strom durch diese beiden Kanäle zu erzeugen, sodass mehr Qi in die Nebenkanäle
(Organmeridiane) fließt. Weiters bewirkt diese Meditation eine bessere Kommunikation der
beiden Meridiane.
Technik:
Stell dir vor das Lenkergefäß beginnt am Steißbein, folgt der Wirbelsäule, läuft jüber den
Kopf weiter und endet am oberen Gaumen. Das Dienergefäß dagegen beginnt an der
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Zungenspitze und endet an einem Punkt in der Mitte des Dammes (huiyin, Zusammenkunft
mit dem Yin). Somit ist der Stromkreis an zwei Stellen geöffnet: zwischen Damm und
Steißbein und zwischen dem obern Gaumen und der Zungenspitze. Diese Lücken werden
durch die Meditationsübung geschlossen.
Lasse während des Einatmens die Zungenspitze den oberen Gaumen berühren und sie
während des Ausatmens wieder fallen und im Unterkiefer ruhen. Atme vom Steißbein die
Wirbelsäule hinauf ein, über den Kopf bis zum oberen Gaumen. Währenddessen zieh die
Muskeln am Steißbein zusammen – so wie wenn du die Öffnung schließen würdest. Am
Gaumen angekommen lass die Zunge fallen und atme leicht durch den Mund aus, wobei du
das Qi von der Zungenspitze an der Vorderseite des Körpers zum Dammpunkt hinunterleitest.
Sobald du wieder mit dem Einatmen beginnst berührt die Zungenspitze wieder den oberen
Gaumen. Somit ist ein Kreislauf beendet. Mache insgesamt 9 solcher Kreisläufe durch .
Anwendung in der Shiatsu-Praxis:




Wenn Speicher- und Hohlorgane im Ungleichgewicht sind
Zum Ausgleich von Yin und Yang
Alls „Alltagsübung“ um zwischendurch Energie zu tanken und Stress zu reduzieren
Wenn der Fluß im Zentralkanal blockiert ist, kann diese Übung täglich ausgeführt eine
Besserung bewirken.
 Allgemein wenn es um die energetische Stabilisierung der Wirbelsäule geht
5.3 Großer Himmlischer Kreislauf
Diese Übung wird auch oft als „Makrokosmischer Umlauf“ bezeichnet. Hierbei zirkuliert das
Qi durch den ganzen Körper, d.h. durch Beine, Arme, Lenkergefäß und Dienergefäß.
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Die Technik:
Die Position ist gleich wie beim Kleinen Kreislauf. Auf einem Stuhl sitzend oder liegend, die
Beine nicht übereinander lege die Hände aufs Hara und die Zungenspitze berührt den oberen
Gaumen. Atme entspannt durch die Nase ein und aus. Dann richte ein paar Minuten lang die
Konzentration auf das Dantian. Lenke dann das Qi Vom Dantian hinunter zu den Genitalien
und über den Damm das Lenkergefäß nach oben. Es läuft dann weiter and er Vorderseite
hinunter und erreicht wieder das Dantian.. Damit ist eine Runde des Kleinen Himmelsumlaufs
gemacht, die Grundlage für den Großen Himmelsumlauf.
Als nächstes fließt das Qi nun die Außenseite der Beine hinab bis zu den Füßen und wird
dann an der Innenseite der Beine hinaufgezogen. Lenke dann das Qi weiter den Rücken
hinauf bis zwischen die Schulterblätter. Dort spaltet sich der Strom und fließt an der
Innenseite der Arme zu den Händen und dann wieder an der Außenseite der Arme zurück
zumRücken. Jetzt bewegt das Qi sich über den Kopf an der Vorderseite des Körpers hinunter
zum Dantian. Somit ist ein Umlauf beendet. Das Qi fließt nun wieder die Außenseite der
Beine hinab., die Innenseite der Beine herauf, den Rücken hinauf....
Lass auf diese Weise das Qi strömen solange du dich wohlfühlst.
Es ist nicht notwendig den Atem irgendwie auf die Meditation abzustimmen. Das Qi wird
allein durch das Bewusstsein gelenkt.
Anwendung in der Shiatsu-Praxis:
 Bei Durchblutungsstörungen der Extremitäten (kalte Hände und Füße)
 Bei Einschlafproblemen wegen zu vieler Gedanken
5.4 Die 6 Qi- Methode – die heilenden Laute
Diese Übung wird auch oft als „Sechs-Worte-Geheimnis“ bezeichnet. Sie wird einem
buddhistischen Einsiedler des sechsten Jahrhunderts zugeschrieben. Bei dieser Methode
werden die inneren Organe mit Hilfe des Atems und des Klangs von schädlichen und
stagnierendem Qi gereinigt. In China ist diese Methode sehr populär geworden durch den
berühmten Qi gong Meister Dr. Ma Litang.
Die Übung kann in sitzender Position durchgeführt werde. Bei jeder einzelnen Übung wird
frisches Qi durch die Nase eingeatmet und verbrauchtes durch den Mund ausgeatmet,
während laut gesungen wird.
Die Technik:
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Qi Gong – eine Bereicherung der Shiatsu-Praxis
Richte deine Aufmerksamkeit auf das jeweilige Organ und versuch es mit deinem
Bewusstsein zu fühlen. Atem dann frisches Qi in das Organ ein . Wenn du nun ausatmest lass
in deiner Vorstellung das alte, verbrauchte Qi mit einem Klang durch deinen Mund
entweichen. Machte jede Übung 2-3 mal oder so oft wie du dich dabei wohl fühlst.
Lunge: Richte deine Aufmerksamkeit auf das Organ Lunge. Atme ein und stelle dir dabei vor,
dass heilendes Qi die Lunge völlig auffüllt. Wenn du nun durch den Mund ausatmest, singe
fast unhörbar folgenden langgedehnten Laut: Sii-ahh.
Nieren: Richte nun deine Aufmerksamkeit auf die Nieren und empfinde sie in deinem
Bewusstsein. Atme frisches Qi in die Nieren ein und atme verbrauchtes Qi mit folgenden Laut
aus: Chrruuu.
Leber: Lokalisiere die Leber innerlich und spüre sie. Atme dann heilendes Qi in die Leber ein.
Atme dann Gifte mit dem Laut Schuuu aus.
Der Laut klingt so wie wenn du „Sch, ruhig!“ sagst.
Herz: Mach dir dein Herz bewusst. Atme frisches Qi in alle Gewebe, Muskeln, Kammern und
Ventile des Herzens ein. Atme aus mit dem Laut Hu.
Milz: Empfinde die Milz – ein schwammartiges Organ unter dem linken Rippenbogen. Atme
heilendes Qi in das Organ ein und atme unreines Qi mit folgendem Laut aus: Huuu
Drei Erwärmer: Hierbei handelt es sich um eine Körperfunktion, kein Organ. Es ist der
Aspekt des Qi, der das Wärme- und Feuchtigkeitsgleichgewicht in drei Körperbereichen
regelt: Kopf und Brust, Solarplexus und Unterleib. Atme reines Qi in den ganzen Rumpf ein
und atme aus mit dem Laut Siii. Während du diesen Laut erzeugst bring den Mund in die
Stellung, die er beim lächeln hat und stell dir vor dass ein Glücksgefühl den ganzen Körper
durchströmt.
Anwendung in der Shaitsu-Praxis:
 Zur Reinigung und Entgiftung der Organe; wenn z.B. die BO-Punkte empfindlich sind
und auf eine Störung des betreffenden Organs hinweisen
 Zur Allgemeinen Harmonisierung der Organe
 Um ein geschwächtes Organ im speziellen zu stärken
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Nachwort
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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Literaturverzeichnis
Cohen Kenneth: Qigong –Grundlagen, Methoden, Anwendung. Weltbild 1997
Tjoeng Lie Foen: Chinesische Naturheilverfahren. Falken Verlag 1986 Niedernhausen
Beresford-Cooke: Shiatsu – Grundlagen und Praxis. Urban&Fischer 2003 München
Kumar Frantzis Bruce: Die Energie-Tore des Körpers öffnen. Windpferd 2002 Hamburg
Olvedi Ulli: Das Stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li. Heyne Verlag 2002
Diplomarbeit: Stemer Wolfgang. 2006
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