Elementares Musizieren mit Kindern

Werbung
RHYTHMIK UND MUSIKERZIEHUNG
IM ANFANGSUNTERRICHT
Elementare Musik, Wort und Bewegung, Spiel,
alles, was Seelenkräfte weckt und entwickelt,
bildet den Humus der Seele,
den Humus, ohne den wir einer
seelischen Versteppung entgegengehen.
Carl Orff
INHALTSVERZEICHNIS:
1.Elementare Spielformen mit der Stimme; Singen mit Kindern
1.1.
1.2.
1.3.
1.4.
Atem- und Einsingübungen
Textteile ausdrucksstark wiedergeben
Stimmliche Gestaltung einzelner Bilder des Buches
Lied: „Trat ich heute vor die Türe“ singen
2.Elementares Musizieren mit Kindern
2.1.
2.2.
2.3.
2.4.
„Mein Körper macht Musik“
„Wassergläser-Konzert“
Orchester Marke „Eigenbau“
„Gefühle kann man hören!“
3.Musik und Bewegung, unzertrennliches Paar kindlicher Musikerfahrung
3.1.
3.2.
3.3.
3.4.
„Gänsetanz“
Malen nach Musik – „Die Moldau“
Bewegungsspiel: „Die süßesten Früchte“
Tanzspiel: „Ein Riesentier wird gezähmt“
QUELLENNACHWEIS
NAMEN: Zauner Karin, Haas Maria und Isabella Gruber
SEM.GR.: V6-D1
ABGABE: 10. Mai 2007
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
1. Elementare Spielformen mit Stimme;
Singen mit Kindern
1.1. ATEM- UND EINSINGÜBUNGEN:
 Atem sichtbar und hörbar machen: Das Kind blubbert mit einem Strohhalm in ein Wasserglas, bis ihm die Puste ausgeht. Es spielt oder singt einen Atemzug lang: „Noemi“, „Gänsekind“, „Schwimmstunde“, „Schmetterling“, …
Es atmet so lange und so tief ein, bis der Bauch dick und prall ist. Dabei versucht es, eine
locker um den Bauch geschlungene Schnur anzuspannen.1 Das hat spielerische aber keine
stimmbildende Funktion, könnte zu Verkrampfungen führen
 Experimente mit Stimme und Sprache: Mit der Stimme ahmt das Kind Geräusche der
Umwelt, Natur und Tierwelt nach. Es drückt dabei Kontraste aus und erlebt sie dadurch bewusst: zum Beispiel Schmetterling und Gans oder flüstern und schreien.2
Ich bin die kleine Gans Noemi,
und schwimme überhaupt nicht gern.
Am liebsten mag ich Schmetterlinge,
watschel’ lieber in die Fern.
Solche Verse und Abzählverse, Rätselverse oder Zungenbrecher lassen sich flüstern, murmeln, brüllen; stockend, lustig, traurig oder feierlich aussprechen. Im Spiel mit dem Text sind
der Phantasie des Erwachsenen keine Grenzen gesetzt:3 Kinder fallen gern ins Brüllen oder
in die Komik. Den Vers singen, in verschiedenen Rhythmen sprechen fände ich anregender.
 Die Namen der Kinder singen, auch den Gänsen Namen geben und diese singen, (Lautstärke: laut-leise, Tondauer: schnell-langsam, …), Silben klatschen:
Ja, das ist fein.
Beispiele:
E-va, San-dra
Mar-ri-a,
I-sa-bel-la, Ka-tha-ri-na
Mar-kus, Ja-kob
Jo-han-nes, Va-len-tin, ...
Die Silben werden geklatscht und in Terzen gesungen. Schwieriger wird es, wenn einzelne
Namen im Kanon gesungen werden: zwei Gruppen: die erste Gruppe beginnt die zweite
setzt z. B. nach Isa ein.
Wichtig: Die betonte Silbe trägt den höheren Ton!
1
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 80
2
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 80
3
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 80
Seite 2 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
1.2. TEXTTEILE AUSDRUCKSSTARK WIEDERGEBEN:
Einzelne Wörter (zwei-, drei-, viersilbig) und Textpassagen (Sätze) aus dem Buch nehmen
und diese in verschiedenen Stimmlagen sprechen und singen:
Einzelne Textteile werden als Echospiel gesprochen, laut und leise. Man spricht lauter, leiser
oder gar tonlos, wobei die Mundbewegungen sehr deutlich sein müssen. Beim Flüstern erraten die anderen Kinder um welches Wort es sich handelt. Das Kind kann einen Vers oder
eine Verszeile mit zum Schalltrichter geformten Händen ausrufen oder einem anderen leise
ins Ohr telefonieren. Während der Vers gesprochen wird, kann das Kind den Rhythmus dazuklatschen oder -patschen.
Textpassagen:
Noemi
Schmetterling
Flapp-flapp-flapp
Flatsch!
Frau Gunilla
Seerosenblatt
„Welches Bein soll ich zuerst heben?“
Die Gänsekinder nicken und schnattern.
„Wir haben gleich Flugstunde!“
„Ach, Noemi, wo hast du denn jetzt wieder hingeguckt?“
„Was möchtest du eigentlich werden, wenn du groß bist?“
„Ich werde Laufen und Fliegen üben!“
„Brrrrrr, ist das kalt!“
„Also Kinder – ab ins Wasser!“
„Sehen Sie mal, was Noemi macht!“
„Kannst du uns das zeigen?“
So lustig wie heute war die Schule noch nie!
Wörter werden ausgelassen, zum Beispiel: „Mein Hut, der hat drei Ecken“ oder „Auf der
Mauer, auf der Lauer“. Dasselbe kann man natürlich auch mit anderen kurzen Liedern machen.
Beispiel:
Welches Bein soll ich zuerst heben?
Welches Bein soll ich zuerst
Welches Bein soll ich
Welches Bein soll
Welches Bein
Welches
Seite 3 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
1.3. STIMMLICHE GESTALTUNG EINZELNER BILDER DES BUCHES:
Ich habe zwei Seiten des Buches ausgewählt. Die erste Seite wird in die Mitte gelegt und
jedes Kind überlegt sich ein Geräusch (nur mit der Stimme) zu diesem Bild.
Bild 1: auf dem ersten Bild sind insgesamt sieben Gänse (5 Gänsekinder, Noemi und die
Lehrerin Frau Gunilla) zu sehen, im Hintergrund ein Schloss, der See, Bäume und Sträucher.
Bild 2: Es sind 12 Gänse ganz oder zumindest teilweise zu sehen, außerdem ein Strauch
und der See. Die Gänse und Seerosenblätter spiegeln sich im Wasser.
Jedes Kind sucht sich einen Teil des Bildes aus und überlegt sich ein Geräusch dazu. Wie
könnte der See oder ein Strauch klingen? Welches Gans klingt wie (fröhlich, ängstlich, …)?
Zunächst dürfen alle Kinder ihr stimmliches Geräusch machen. Beim nächsten Versuch wird
das Bild nach und nach aufgedeckt und die Geräusche erklingen einzeln. Am Schluss werden die Kinder gefragt welches Geräusch zu welchem Teil des Bildes passt.
1.4. LIED: „TRAT ICH HEUTE VOR DIE TÜRE“ SINGEN
Das Lied ist in D-Dur. Die ersten beiden Zeilen (=Systeme) sind fast ganz identisch. Nur vierter und achter Takt unterscheiden sich. Beim vierten Takt wird die fünfte Stufe gespielt, wobei beim achten Takt die erste Stufe erklingt.
Bei der Strophe gibt es ebenfalls ein Motiv, das in der dritten Zeile am Anfang steht und zwei
Takte umfasst. In der vierten Zeile wiederholt sich dieses Motiv auch am Beginn. Das zweite
Motiv in der Strophe erfährt in der vierten Zeile einige Abwandlungen. Vor allem das „gis“ ist
zu beachten, da es in D-Dur nur zwei Vorzeichen gibt und diese fis und cis sind. Es kommen
im Lied keine Pausen vor. Sehr gut als Atempausen eignen sich aber die Sinnschritte nach
jedem zweiten Takt („Trat ich heute vor die Türe“, sapperlot, was sah ich da? , …)
Da die Kinder noch nicht lesen können, wird der Text mit Bewegungen dargestellt, damit sie
sich den Text leichter merken.
Ein Wort des Textes wird umgeändert. Die Gans Agathe heißt nicht mehr Agathe, sondern
Noemi. Schwieriger als die Melodie ist auf jeden Fall der Text. Es ist ziemlich viel Text, der
aber durch die Bewegungen leichter merkbar wird. Wir würden bei diesem Lied nur die erste
Strophe singen, da die Kinder sonst überfordert sind.
Bewegungen:
Trat ich heute = eine Schritt nach vorne
vor die Türe = mit den Händen eine Tür andeuten
sapperlot = erhobener Zeigefinger
sah ich da = Fernrohr mit den Händen machen oder Augen besonders weit öffnen
tanzte doch die Gans Noemi = Hände in Tanzhaltung und im Kreis drehen
cha-cha-cha = dreimal in die Hände klatschen
und die Hühner = Hühnerschnabel machen
und die Tauben = kleine Flugbewegungen mit den Armen
schrieen „Muh“ = „Muh“ wird wirklich geschrien
Pferd mit seinen Hufen= sechsmal am Platz scharren
klapperte den Takt dazu = siebenmal auf die Oberschenkel klopfen
Seite 4 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
Dieses Lied hat zwar ziemlich viel Text, es wird aber durch die Bewegungen lustiger und
einfacher zu merken.
 Aus diesem Lied wird außerdem ein Spaßlied: Spaßlieder werden auf einen einzigen
Vokal gesungen, zum Beispiel: „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ - „Dro Chonoson mot
dom Kontroboss“. Dafür eignet sich fast jedes Lied.
Abwandlung:
Trit ich hite vir die Tire, sippirlitt wis sieh ich di?
Tinzti dich die Gins Igithi mit dim Trithhihn Chi-chi-chi.
Ind die Hihner ind die Tiben michten „Mick“ ind schriein „Mih“,
ind dis Pfird mit sienin Hifen klippirti din Tikt dizi.
Wenn viele Kinder Schwierigkeiten mit dieser Art des Liedes haben, wird es natürlich nicht
gemacht.4 … was ich schon annehme.
 Zublinzeln: Mehrere Kinder singen gemeinsam das Lied „Trat ich heute vor die Türe“.
Sobald zwei Kinder jeweils einem anderen Kind zublinzeln, sind alle anderen still und lassen
die vier allein weiter singen. Für dieses Spiel müssen die Kinder das Lied bereits sehr gut
und sicher singen können.
Variante: Während das Lied vorgesungen oder –gespielt wird, machen die Kinder die Bewegungen dazu. Sobald die Musik abbricht, stehen sie still und singen die Melodie leise weiter.5
Lustig aber ziemlich anspruchsvoll für Anfangsunterricht. Eindeutig anwendbar in
GST II
4
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 81
5
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 159
Seite 5 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
6
6
Maierhofer, L. (1999). Sim Sala Sing. Helbling Verlag; S. 108
Seite 6 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
2. Elementares Musizieren mit Kindern
2.1. „MEIN KÖRPER MACHT MUSIK“
Die Kinder entdecken, welche Töne und Geräusche sie mit ihrem Körper machen können:
mit den Fingern schnipsen, trommeln, mit den Händen klatschen, mit den Füßen stampfen,
stapfen, trippeln, auf die Brust klopfen, mit der Stimme schnalzen, schmatzen…
Didaktisch-methodische Vorgehensweise:
1. Übung:
Die Geschichte „Noemi, kleine Gans – ganz groß“ wird von der Lehrerin vorgelesen.
Die Kinder erfinden frei und passend zur Geschichte Geräusche mit dem Körper.
Dies wird mit dem Kassettenrecorder aufgenommen (Hörspiel).
Erkennen die Kinder später noch, wie die Geräusche erzeugt wurden?
2. Übung:
Körpergespräch zu zweit. Nachdem die Kinder unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten ihrer
Körperinstrumente kennen lernten, kann nun folgendes Spiel gemacht werden.
Ein Kind beginnt mit einer Geräuschfolge, das zweite antwortet darauf (Frage-Antwort-Spiel).
Es kann auch ein Geräuschegespräch zwischen der Lehrerin und Noemi oder Noemi und
ihrer Mutter mit Körperinstrumenten dargestellt werden.
3. Übung:
Erfahrungen mit Klangerzeugung regen Kinder oft an, nach klingenden Gegenständen in
ihrer Umwelt zu suchen. Man könnte mit den Kindern eine „Klangralley“ durch das Schulgebäude veranstalten.
Welche Klänge können wir im Klassenzimmer, auf dem Flur, im Schulgarten,… erzeugen?7
4. Übung:
KLANGGESCHICHTE MIT KÖRPERINSTRUMENTEN PASSEND ZUM BILDERBUCH8
BUCHSEITE
Seite 1/2
Seite 3/4
Seite 5/6
Seite 7/8
TEXT
„So jetzt gehen wir schöööön im Gänsemarsch!“, ruft Frau Gunilla. „Linkes
Bein zuerst!
Links-zwei-drei-vier,
links-zweidrei-vier…“ …
… Die Gänsekinder nicken und
schnattern…
EINSATZ VON KÖRPERINSTRUMENTEN
„Links“  mit dem linken Bein
stampfen
„zwei-drei-vier“  mit den Fingern
beider Hände schnipsen, wer’s kann
Die beiden Handflächen werden
zusammengegeben. Nun wird nur
mit den Fingern beider Hände geklatscht (wie ein Gänseschnabel, der
auf und zu geht  schnattern).
„Schlagt gleichmäßig mit den Flü- „Flapp, flapp, flapp…“  abwechgeln“ … Auch Noemi flattert los: selnd mit den Händen gleichmäßig
Flapp, flapp, flapp….
auf die Brust klopfen (Arme können
dabei wie Flügel bewegt werden).
…. Flatsch! Noemi landet mit einem Flatsch!  Gleichzeitig mit beiden
Purzelbaum im Gras…
Händen fest (laut) auf die Oberschenkel patschen.
7
Vgl. Hatlappa, U. (2005). Schulvorbereitungsspiele. Freiburg im Breisgau: Christophorus im Verlag Herder; S.
43
8
Vgl. Tharlet, E. (2005). Noemi, kleine Gans – ganz groß. Kiel: Michael Neugebauer Edition GmbH
Seite 7 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Seite 9/10
Seite 11/12
Seite 13/14
Seite 15/16
Seite 17/18
Seite 19/20
Seite 21/22
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
…“Ich kann nicht watscheln und nicht „watscheln“  siehe oben („Linksfliegen. Und schwimmen schon gar zwei-drei-vier,…“)
nicht!“ …
„fliegen“  abwechselnd mit den
Händen gleichmäßig auf die Brust
klopfen (Arme können dabei wie
Flügel bewegt werden).
„schwimmen“  die beiden Handflächen gleichmäßig und schwungvoll aneinander reiben.
…„Ich werde Laufen und Fliegen „laufen“  siehe oben („Links-zweiüben“, nimmt sie sich vor. „Wenn bloß drei-vier,…“)
das dumme Schwimmen nicht wä- „fliegen“  siehe oben (mit beiden
re!“…
Händen auf die Brust klopfen)
„schwimmen“  siehe oben (beide
Handflächen aneinander reiben)
… Noemi streckt vorsichtig einen Zeh „Brrr, ist das kalt!“  mit den Zähins Wasser und schüttelt sich: Brrrr, nen gleichmäßig und schnell klapist das kalt! Und so nass! …
pern ODER „Brrr…“ mit der Stimme
(rollendes r).
…“Immer schööön hintereinander.“ „hüpfen“  regelmäßig (in gleichen
Ein Gänsekind nach dem anderen Abständen) mit den Händen klathüpft in den Teich. …
schen und mit einer Hand über die
Handfläche der anderen Hand hinweg reiben.
… Gleich darauf flitzt die kleine Gans „flitzt übers Wasser“  gleichmäübers Wasser…. (mit einem Seero- ßiges „sch“-Geräusch mit der Stimsenblatt)
me (Luft gleichmäßig ausströmen
lassen > langsam und ruhig)
… Sie beobachten, wie Noemi auf die „bremst sanft ab … zieht eine eleWasserlilien zusteuert. Kurz davor gante Kurve“  „sch“-Geräusch mit
bremst sie sanft ab und zieht eine der Stimme (Geräusch ausklingen
lassen; mit einem „scht“ das Geelegante Kurve. …
räusch beenden > abspannen)
… Als der Schmetterling davonflat- „davonflattert“  mit einer Hand
tert,…
leise und gleichmäßig auf den Handrücken der zweiten Hand schlagen.
Die Körperinstrumente können, nachdem die Orff-Instrumente eingeführt wurden, durch diese ersetzt werden. Dabei kann wiederum die Kreativität der Kinder gefördert werden, indem
sie selbstständig ein passendes Instrument (leise – laut, hoch – tief,…) für die jeweilige Textstelle wählen.
Eine ganz tolle Auswahl!
2.2. „WASSERGLÄSER-KONZERT“
Didaktisch-methodische Vorgehensweise:
Laute und leise Wasserspiele:
Mit Strohhalmen, Trichtern, Bechern, Sieben und Schläuchen lässt sich im Freien ein lustiges, wenn auch nasses Wasserkonzert inszenieren. Dabei sollen die Kinder vorerst ausreichend Gelegenheit haben, mit den verschiedenen Materialien zu experimentieren. Welche
Geräusche entstehen dabei?
Nun heißt es „Ohren spitzen“! Nur dann nimmt man die leisen Klänge eines Wassertropfens
wahr. Je nachdem wie schnell und wohin er fällt, klingt es immer wieder anders.
Seite 8 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
Wasser-Glas Spiele:
MATERIAL: verschiedene Flaschen und Gläser, Kochlöffel, Holzstäbe, Besteckteile, …
Die Flaschen und Gläser werden mit unterschiedlich viel Wasser gefüllt. Zunächst testen die
Kinder aus, welche verschiedenen Töne und Klänge sie mit den Materialien (Holz, Metall, …)
erzeugen können.
Werden nun die unterschiedlichen Gefäße angeschlagen, nimmt das Kind, je nach Füllung –
leer, halbvoll, voll – verschieden hohe und tiefe Töne wahr.
Mit dem feuchten Finger fährt es am Rand eines mit Wasser gefüllten Stielglases entlang.
Dabei entsteht ein lang gezogener Orgelton.
Was passiert, wenn man ein Glas Wasser langsam ausleert und dabei mit einem „Schlägel“
durchgehend auf das Glas schlägt?
Flötentöne aus der Flasche:
Das Kind versucht, über den Rand einer Flasche hinweg zu blasen. Wieder kann es, je nach
Füllung, die verschiedenen Tonhöhen wahrnehmen.9
Einsatzmöglichkeiten:
Haben die Kinder ausreichend Zeit zum Experimentieren gehabt, können sie z.B.
 zu zweit ein „Flaschenkonzert“ komponieren,
 einen Ton anschlagen und alle anderen versuchen, ihn auf ihren „Instrumenten“ nachzuspielen („Frau Gunilla“ = Lehrerin macht etwas vor, die Gänsekinder machen es nach)
 Tonfolgen finden, die wie Piratengesang, Hexenmusik oder Geisterstunde klingen,
 zu zweit ein „Gläsergespräch“ zwischen Noemi und der Lehrerin/der Mutter führen,
 das „Martinshorn“ herausfinden,
 den eigenen Namen zum Klingen bringen (die Namen der Bilderbuchfiguren zum Klingen
bringen).10
Wassergläser ordnen
Nachdem das Kind begriffen hat, dass ein leeres Glas tiefer als ein volles klingt, kann es sich
selbst ein Gläserglockenspiel bauen. Es füllt die Gläser so, dass schließlich eine nach Tonhöhen abgestufte Reihe entsteht (vom tiefsten bis zum höchsten Ton > ACHTUNG Leserichtung!).
Spielen mehrere Kinder dabei mit, so übernimmt jedes Kind einen anderen Ton und versucht, sich mit seinem Glas in die Reihe einzuordnen.
VARIATION: das Flaschenglockenspiel. Verschieden voll gefüllte Flaschen werden an einer
Schnur aufgehängt und mit einem Stab oder Klöppel angeschlagen.
ELEMENTARE ÜBUNGEN ZUM PARTITURLESEN
Einsatz von Bildkarten11
BUCHSEITE
Seite 1/2
ÜBUNGSVORSCHLAG
a) „Gänsemarsch“: Eine Gruppe von Kindern spielt mit dem Gläserglockenspiel den regelmäßigen Gänsemarsch der fünf Gänsekinder und der
Lehrerin (Frau Gunilla).
„Links-zwei-drei-vier“: Bei „links“ wird ein hoher Ton angeschlagen; bei
„zwei-drei-vier“ jeweils ein tiefer Ton. Die Lehrerin sollte darauf achten,
dass dies in regelmäßigen Abständen geschieht (Metrum).
b) Ein Kind spielt die kleine Gans „Noemi“, der es schwer fällt, mit dem
linken Bein zu beginnen. Außerdem schafft sie es nicht im Takt zu watscheln. Dieses Kind kann frei experimentieren (hoch-tief, laut-leise, unregelmäßig,…). Super!
9
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 74f
10
Vgl. Hatlappa, U. (2005) Schulvorbereitungsspiele. Freiburg im Breisgau: Christophorus im Verlag Herder; S.
42
11
Vgl. Tharlet, E. (2005). Noemi, kleine Gans – ganz groß. Kiel: Michael Neugebauer Edition GmbH
Seite 9 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
Seite 5/6
a) Flugspur von Noemi: Ein Kind versucht die Flugspur von Noemi (siehe
Bildkarte) mit dem Gläserglockenspiel zu spielen. Der Lehrer kann durch
Mitzeigen auf der Bildkarte (ev. auch auf Overheadfolie) das Tempo bestimmen.
b) Flugspur des Schmetterlings: Auch die Flugspur des Schmetterlings
kann mit dem Gläserglockenspiel gespielt werden. Wiederum kann der
Lehrer das Tempo durch Mitzeigen bestimmen.
Seite 15/16
Ein Gänsekind nach dem anderen hüpft in den Teich: Auf dem Bild ist
zu erkennen, dass die Gänsekinder in unregelmäßigen Abständen ins Wasser hüpfen. Die Kinder wählen einen Ton, der am besten zum „ins-Wasserhüpfen“ passt. Die Lehrerin zeigt wieder auf der Bildkarte mit. Der Ton wird
erst dann auf dem Glas angeschlagen, wenn sich der Finger der Lehrerin
bei einem Gänseschüler befindet. Dazwischen entstehen unterschiedlich
lange Pausen. Auch hier kann das Tempo wieder von der Lehrerin vorgegeben werden. Natürlich kann auch jederzeit von einem Kind mitgezeigt
werden (es darf in die Rolle der Lehrerin schlüpfen).
Seite 17/18
Gänse am Ufer des Teichs: Je nach Position der Gänse am Ufer wird die
Tonhöhe auf dem Gläserglockenspiel gewählt. Zuerst können die beiden
Gänsekinder im Wasser abgedeckt werden. Es werden nur die Gänsekinder
am Ufer in einer mittleren Lage gespielt (z.B. g’, g’ h’, g’, g’, g’). Anschließend kann auch die untere „Notenzeile“ mit den Gänsekindern im Wasser
gespielt werden (z.B. g’, g’, e’, g’, e’, g’, g’). Es ergeben sich sehr unterschiedliche Variationsmöglichkeiten. Derjenige der mitzeigt, gibt wiederum
das Tempo vor.
Buchumschlag „Gänsemarsch“: siehe Übungsvorschlag Seite 1/2 (oben). Eine Gruppe
(Rückseite)
von Kindern spielt den „Gänsemarsch“ auf dem Gläserglockenspiel (tiefe
Töne, regelmäßig = Metrum und mittlere Lautstärke). Ein Kind spielt die
„fliegende“ Noemi (höchster Ton, regelmäßig = Metrum und ganz leise).
Wasser einfärben
Es besteht die Möglichkeit, das Wasser in den geordneten Wassergläsern mit Lebensmittelfarbe zu färben.
Beispiel:
Anschließend erhalten die Kinder kleine Farbkärtchen in den Farben des gefärbten Wassers.
Nun dürfen die Kinder ihrer Phantasie/Kreativität freien Lauf lassen und ihr erstes „Lied“
komponieren. Die Kinder werden so zu kleinen „Komponisten“.
Es entsteht z.B. folgendes Lied:
Die Farbkärtchen dieses Liedes können auf ein Notenblatt geklebt werden, welches mit dem
Namen des „Komponisten“ versehen wird. Es entsteht eine „Liederkartei“ die von allen Kindern genützt werden kann und jeder hat seinen Beitrag dazu geleistet.
Die Liederkartei kann natürlich auch nach der Einführung der Orff-Instrumente (z.B. Glockenspiel, Xylophon,…) wieder verwendet werden.
Seite 10 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
2.3. ORCHESTER MARKE „EIGENBAU“
Mit den Kindern werden unterschiedliche Instrumente hergestellt. Damit diese auch schön
aussehen, können sie von den Kindern bemalt oder beklebt werden. Die Kinder sollen im
Umgang mit ihren Instrumenten lernen, dass ein Instrument etwas Wertvolles ist. Dies gelingt den Kindern sicherlich leichter, wenn sie einmal erfahren durften, wie viel Zeit für den
Bau eines Instrumentes investiert werden muss.
BEISPIELE FÜR SELBST GEMACHTE INSTRUMENTE:12
Rasseln:
Dosen, Schachteln, (leere) Tablettenröhrchen oder Plastikflaschen
kann das Kind selbst mit kleinen harten Dingen wie Kieselsteine,
Murmeln, Glasperlen, Reis, … füllen.
Schüttelringe,
Das Kind fädelt Glöckchen, durchlöcherte Kronkorken oder Knöpfe
Glöckchenbänder:
auf einer Schnur auf.
Blumentopfglocken: Verschieden große Tonblumentöpfe werden frei aufgehängt und mit
einem Stock angeschlagen. Das Kind wird je nach Größe der Blumentöpfe verschiedene Klanghöhen wahrnehmen.
Bongos, Trommeln: Waschmitteltonnen, Pappröhren oder –kartons kann das Kind mit
Kochlöffeln oder Holzstäben betrommeln. Anschließend wird es ihm
Spaß machen, diese großflächigen Gegenstände mit Fingerfarben
oder breitem Pinsel anzumalen.
Reiben, Ratschen:
Zwei Streichholzschachteln können mit der Reibefläche aneinander
gerieben werden. Dasselbe Geräusch, nur etwas verstärkt, ergibt
sich mit zwei Bauklötzen, die mit Sandpapier überzogen wurden.
Ratschengeräusche entstehen, indem das Kind mit einem Stöckchen
ein Stück Wellpappe, einen gerillten Plastikschlauch oder ein gekerbtes Brett abfährt, langsam und schnell, laut und leise!
Zupfschachtel:
Über eine Plastik- oder Pappschachtel (auch Joghurtbecher) spann
sich das Kind eines oder mehrere Gummibänder und zupft daran.
Hier kann es den Ton gleichzeitig hören und fühlen.
Es braucht nur ganz vorsichtig den schwingenden Gummi auf der
Rückseite der Schachtel zu berühren.
Sicher wird es auch den Gummi auf der Rückseite der Schachtel
schnipsen und über das scharfe, kurze Geräusch erstaunt sein!
JoghurtbecherJoghurtbecher werden mit Nagel und Hammer durchlöchert und an
Klangspiel:
Gummifäden aufgehängt. Herunterziehen und loslassen!
Fingerkastagnetten: Zwei Plastikverschlüsse einer Flasche oder zwei halbe Walnussschalen werden an zwei Schlaufen befestigt, mit Daumen und Zeigefinder aneinandergeschlagen.
Didaktisch-methodische Vorgehensweise:
Experimentierphase
Sind alle Instrumente fertig, experimentiert das zukünftige Orchester mit den unterschiedlichen Arten der Klangerzeugung. Dazu sitzen alle Kinder im Kreis.
In der Mitte liegen die Instrumente. Jedes Kind nimmt sich ein Instrument und probiert die
Klangmöglichkeiten aus. Nach einiger Zeit führen die Kinder vor, welche Spiele sie entdeckt
haben. Sind alle Instrumente vorgestellt, formiert sich das Orchester zu einem Spielmannszug und marschiert musizierend durch das Klassenzimmer.
Variation: Die Kinder ordnen für das Orchester Instrumente, die zusammenpassen, z.B. nach
dem Material, nach den Möglichkeiten, Klänge zu erzeugen, danach, ob nur ein Ton oder
mehrere Töne gespielt werden können … und musizieren dann in Gruppen.13
12
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 34
Seite 11 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
SPIELE MIT SELBST GEMACHTEN INSTRUMENTEN:14
Klangtunnel:
Ein Kollektivinstrument wird gebaut. Alle Kinder machen mit. Sie bauen aus Kisten und
Waschmitteltonnen einen Tunnel, der innen mit klingenden Hindernissen behängt wird. Eine
Kugel oder ein Ball bringt den Tunnel zum Klingen. Die Kinder können auch durchkriechen!
Wer schafft es am leisesten?
Geräuschewelle:
Jedes Kind baut sich eine eigene Rassel und gestaltet diese farblich. Ein Kind beginnt zu
rasseln, eines nach dem anderen setzt ein. So entsteht ein im Kreis laufendes, immer lauter
werdendes Geräusch.
Beim zweiten Durchgang reduziert sich die Lautstärke wieder von Kind zu Kind.
Eines spielt im Wechsel mit allen. Es gibt durch eine entsprechende Bewegung das Zeichen
zum allgemeinen Einsatz.
Ein einzelnes Kind gibt durch Zublinzeln sein Motiv an ein anderes weiter, das dies leise
wiederholt (Echo). Jeder darf einmal blinzeln.
Klangraum:
Ein ganzer Raum voller Klangspiele und anderer geräuschvoller Hindernisse!
Alles ist knapp über den Köpfen der Kinder an Schnüren aufgehängt. Auf ein Zeichen, das
die Kinder unter sich verabreden, schwärmen sie aus.
Mit ausgestreckten Händen verursachen und erleben sie immer neue Klänge und Geräusche
und hören genau, wie sie sich bewegen.
Auf ein zweites Zeichen stehen alle Kinder still. Sie lauschen den Tönen nach und warten,
bis auch der allerletzte Ton verklungen ist.
Ein Kind möchte einmal ganz alleine seinen „Klangweg“ gehen. Die anderen sollen mit geschlossenen Augen zuhören und danach versuchen, denselben Weg zu finden.
Geräusch-Labyrinth:
Haben sich das Baufieber und das anschließende geräuschvolle Ausprobieren etwas gelegt,
ist wieder eine gewisse Bereitschaft für die Stille da.
Gemeinsam versuchen die Kinder, einen leisen Weg durch das Geräuschlabyrinth zu finden.
Das kann sehr schwierig sein, wenn knirschende Erbsen, Papier und knisternde Folie, wackelnde Büchsentürme und herunterhängende Klangstäbe den Weg versperren!
Laute und leise Aktionen wechseln auf ein bestimmtes Zeichen ab.
Gespräch zwischen zwei Instrumenten:
Zwei im Klang sehr verschiedene Instrumente (dumpf und dunkel gegen hell, scharf klingend) führen ein Gespräch. Etwa so: vorsichtig – stockend. Oder: albern – übermütig. Oder:
zornig – heftig,…
Dirigentenspiel:
Große auffällige Handbewegungen eines Dirigenten zeigen den Kindern, wie das Spiel verlaufen soll. Finger-, Hand- und Armbewegungen, Gleit-, Schlag-, Klopf- oder Schüttelbewegungen sowie Pausen erschweren dieses Reaktionsspiel. Die Rolle des Dirigenten wechselt
reihum ab. Für dieses Spiel lassen sich viele verschiedene selbst gemachte Instrumente
verwenden.
Klanggeschichte mit selbst gemachten Instrumenten:
Die zu Beginn beschriebene Klanggeschichte (mit Körperinstrumenten), kann nun mit den
selbst gemachten Instrumenten gespielt werden.
13
Vgl. Hatlappa, U. (2005) Schulvorbereitungsspiele. Freiburg im Breisgau: Christophorus im Verlag Herder; S.
42
14
Vgl. Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Ravensburg: Otto
Maier Verlag; S. 78 und S. 258
Seite 12 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
Die Kinder sollen dabei frei entscheiden können, welches Instrument am besten zur jeweiligen Textstelle passen würde (Förderung der Kreativität).
BEISPIEL:
BUCHSEITE
Seite 1/2
Seite 3/4
Seite 5/6
Seite 7/8
……
EINSATZ VON SELBST GEMACHTEN INSTRUMENTEN
„Links“  helles Trommelgeräusch
„zwei-drei-vier“  dumpfes Trommelgeräusch
schnattern  mit Fingerkastagnetten
„Flapp, flapp, flapp…“  mit einer Reibe oder Zupfschachtel
Flatsch!  lautes Trommel-/Rasselgeräusch
……
2.4. „GEFÜHLE KANN MAN HÖREN!“
Gefühle kann man nicht nur fühlen und durch Mimik und Gestik zum Ausdruck bringen, sondern auch hören. Es ist wichtig, dass Kinder auch gewisse Gefühle vertonen können.
Vorübung:
Gemeinsam werden die Gefühle besprochen und es wird versucht gleich ein passendes Instrument (vorerst selbst gemachte Instrumente) zu finden.
Die Kinder lernen verschiedene Gefühle kennen (Verzweiflung, Ärger, Freude, Hoffnung,
Traurigkeit,…). Diese können auf Bildkarten (verschiedene Gesichtsausdrücke) dargestellt
werden. Die Kinder sollen die Stimmungen vorerst nur bewusst fühlen und diese im Anschluss daran anhand von klanglich adäquaten Instrumenten (hoch – tief, dumpf – hell, laut –
leise), zum Ausdruck zu bringen.
Im Anschluss an diese Auseinandersetzung lässt sich leicht ein Gespräch anbahnen, aus
dem hervorgehen könnte, aus welcher Intuition welche Musikinstrumente gewählt worden
sind.
Gefühle „einfangen“:
Die Geschichte der kleinen Noemi beinhaltet mehr oder weniger ein Wechselbad der Gefühle. Während die Geschichte von der Lehrerin vorgelesen wird, versuchen die Kinder Gefühle
einzufangen. Dabei ist es wichtig, dass die Bilder aus dem Buch für die Kinder gut ersichtlich
sind. Anschließend wird versucht diese Gefühle anhand der Instrumente auszudrücken.
Diese Übung sollte eine Weiterführung sein, bei der die gewonnen Erfahrungen nun an Szenen des Buches umgesetzt werden.
Gefühle hörbar machen:
Weiters beinhaltet diese Übung zusätzlich eine Höraufgabe, indem die Zuhörer die gespielte
Szene erraten sollen. Hat jedes Kind ein Gefühl einem Instrument/Instrumenten zugeordnet,
so wird die Geschichte noch einmal vorgelesen und die Kinder versuchen nun die Instrumente zu spielen, die zu jener Situation passen. Am Ende werden die Kinder in verschiedene
Gruppen eingeteilt, die jeweils eine Szene aus der Geschichte spielen und die „Zuhörer“ versuchen das Gefühl der Szene zuzuordnen.
Auch bei diesen Übungen, ist die Kreativität und Phantasie der Kinder wieder vorrangig. Sie
sollen selbstständig ein passendes Instrument wählen und begründen können, aus welcher
Intuition, welches Musikinstrument gewählt wurde.
BEISPIEL:
BUCHSEITE GEFÜHL
Seite 1/2
MUSIKINSTRUMENT (SELBST GEMACHT)
Noemi ist verzweifelt! Sie weiß Blumentopfglocken (tiefer Ton, langsam,
nicht mit welchem Bein sie zu leise)
watscheln beginnen muss.
Seite 13 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Seite 3/4
Seite 5/6
Seite 7/8
….
Rhythmik und Musikerziehung
Noemi entdeckt einen Schmetterling! Sie freut sich sehr darüber.
Noemi landet mit einem Purzelbaum im Gras. Das war peinlich!
….
Zauner, Haas, Gruber
Glöckchenbänder (hohe Töne, schnell,
laut)
Fingerkastagnetten (tiefer Ton, leise)
….
ZIELE DER GENANNTEN SPIELFORMEN:15
 Das musikalische Handeln und die Kreativität (Experimentierfreude) der Kinder sollen im
Mittelpunkt stehen!
 Die Schüler sollen mit Instrumenten richtig umgehen können. (Vgl. ÖLP, S. 318)
 Sie sollen den Takt und das Metrum mitvollziehen, sowie einfache Tonfolgen und Rhythmen erfassen und spielen können. (Vgl. ÖLP, S. 318)
 Die Schüler sollen dem Text entsprechende Rhythmen und Klänge erfinden und dazupassende Instrumente auswählen (Vgl. ÖLP, S. 320)
 Sie sollen die Klangmöglichkeiten von Körperinstrumenten und selbst gebauten Instrumenten erforschen und erleben > Klangexperimente (Vgl. ÖLP, S. 320)
 Die Schüler sollen lernen einfache Handlungsabläufe, wie z.B. watscheln, hüpfen, fliegen,… klanglich darzustellen, auf Tonband aufzuzeichnen, abzuhören und darüber zu
sprechen. (Vgl. ÖLP, S. 320)
 Sie sollen grafische Zeichen auf verschiedenen Instrumenten in Klang umsetzen, nach
einfachen Notationen (z.B. Farbkärtchen) einzeln und gemeinsam musizieren. (Vgl. ÖLP,
S. 320)
 Die Erfahrungen beim Musizieren sollen die Kinder zum Erlernen von Musikinstrumenten
anregen. (Vgl. ÖLP, S. 325)
15
Vgl. Dr. Wolf, W. (2003). Lehrplan der Volksschule (10. Aufl.). Wien: öbv&hpt
Seite 14 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
3. Musik und Bewegung
3.1. GÄNSETANZ (ENTENTANZ NAMENTLICH ABGEWANDELT)
Auch Vogeltanz, Chicken Dance, Tchiep-Tchiep, Dance Little Bird etc. genannt.
Der Ententanz hat zwei Teile, die sich musikalisch unterscheiden, ich nenne diese mal
Quacken und Watscheln. Wenn man die Musik hört, wird einem der Unterschied klar.
Aufstellung im Kreis.
Quacken
1. Die Hände wie Entenschnäbel auf und zu klappen. (im Rhythmus "quacka quacka
quacka quack")
2. Dann die Ellbogen wie Flügel auf und ab bewegen - "flattern". ("quacka quacka quacka
quack")
3. In die Knie gehen und mit den Hüften wackeln. (quack quack quack quack)
4. Viermal in die Hände klatschen. (quack quack quack quack)
Das ganze solange wiederholen, wie der Quack-Teil gespielt wird.
Watscheln
In Watschelbewegungen im Kreis herumgehen und dabei ab und zu mal die Laufrichtung
ändern. Wann ist Vereinbarungssache, aber dabei auf die Phrasierung achten.
Musik:
Die Musik wurde von Werner Thomas Ende der 70er in Davos, Schweiz komponiert. Es gibt
mehr als 150 Versionen des Stücks. Die populärste Aufnahmen stammt aus dem Jahr 1980
von Electronica und trägt den Title "Dance Little Bird".16
3.2. MALEN NACH MUSIK – WASSERMUSIK – DIE MOLDAU –
MALEN MIT WASSERFARBEN
Als Stück haben wir uns für „die Moldau“ entschieden, da wir eine Musik wählen wollten in
der das Wasser eine große Rolle spielt. – Wir wollten eine Verbindung zur Gans im Wasser
herstellen.
Den Schülern wird zur Musik nichts erklärt, damit sie die Musik, ohne vorher beeinflusst worden zu sein, wahrnehmen können - nur das Thema Wasser wird erwähnt.
Gemalt wird mit WASSER-Farben auf A-3-Blättern. (Grobmotorik) Der Tisch wird vorher mit
Zeitungsbögen ausgelegt.
Der Kreativität der Schüler soll freier Lauf gelassen werden und das Zuhören soll trainiert
werden. Die Schüler sollen sich von der Musik inspirieren lassen.
Die Lehrperson soll darauf achten, dass alle Zeichnungen so akzeptiert werden, wie sie sind.
… wobei es in „Die Moldau“ nicht nur um Wasser geht. Wie lösen Sie das?
16
Vgl.: http://www.tanzmusik-online.de/partytaenze/ententanz.html
Seite 15 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
3.3. „DIE SÜßESTEN FRÜCHTE“ – DER TEXT WIRD VON DEN SCHÜLERN SPIELERISCH „UNTERMALT“
Frau Enterich weihte am grünenden Rain
Ihr jüngstes in alle Geheimnisse ein,
Sie sagte, das Schönste zu fressen, das unsereins hat,
Das ist der Salat.
Das Entelein lauschte und staunte gar sehr,
Es blinzelte frech in der Gegend umher,
Da sah es die süßesten und herrlichsten Kirschen am Baum.
"Mama, pflück' sie für mich", so bat es kläglich
"Mein Kind", sagt die Mama, "das ist unmöglich".
Refrain
Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere,
Nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind,
Die süßesten Früchte schmecken Dir und mir genauso,
Doch weil wir beide klein sind, erreichen wir sie nie.
Das Entelein weinte und klagte gar sehr,
Es trug sein gegebenes Schicksal nur schwer.
Doch als es dann groß war, da ging es mit einem Bericht
Vors hohe Gericht.
"Die Großen", sagte es, "fressen ganz keck
Die Kirschen und sonstiges weg.
Sie alle beanspruchten darin das nämliche Recht."
"Was sind das", sprach die Maus, "für dumme Faxen?
Die Kleinen müssten dann doch erst mal wachsen!"
Refrain
Die Welt ist rund und wie scheint, so gelenkt,
Dass Enten und Mäusen das Leben nichts schenkt,
Sie tragen ihr Schicksal nach altem und tierischen Brauch, wie andere auch.
Die Großen, die sind ja am Anfang auch klein,
Und wenn sie dann wachsen, dann ist es gemein,
Doch wenn es auch ärgert die Kleinen, die ändern es nicht.
Solang die hohen Bäume Früchte bringen,
Solange werden alle Kleinen singen:
Refrain
Den Refrain des Liedes mit Bewegungen spielerisch untermalen. Außerdem die 2 Zeilen vor
dem letzten Refrain:
Solang die hohen Bäume Früchte bringen,
Solange werden alle Kleinen singen:
Die Bewegungen werden vorher mit dem Text alleine geübt, da das Lied sehr schnell ist. Der
restliche Text wird bezüglich des Textes durch besprochen, da dieser nicht unbedingt alles
aus dem Wortschatz der Kinder einer ersten Klasse entstammt. Da der Refrain allerdings
verständlich ist und sehr gut zum Thema passt, würden wir dieses Lied in einer ersten Klasse einsetzen. Außerdem können die Schüler bald mit dem Refrain mitsingen und die Bewegungen bereiten (auch den großen) großen Spaß. Ist der Text für Anf.Unt. evt. doch zu
komplex?
Seite 16 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Liedtext
Zauner, Haas, Gruber
Bewegungen
Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere,
Nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind,
Hand nach oben zeigen
bei „großen“
Die süßesten Früchte schmecken Dir und mir genauso,
Doch weil wir beide klein sind, erreichen wir sie nie.
2 mal Hand nach oben –
bei „hoch“ und bei „groß“
auf jem. anderen und auf
einen selbst zeigen und
nicken
Solang die hohen Bäume Früchte bringen,
sich „nieder hocken“ –
den Kopf schütteln
Hand nach oben – bei
„hohen“
Solange werden alle Kleinen singen:
bei „Kleinen“ in die Hocke
gehen
3.4. EIN RIESENTIER WIRD GEZÄHMT! - TANZSPIEL MIT EINEM GROßEN TUCH
Hier sei das freie Tanzen nach Musik von Radio oder CD-Player erwähnt. Mit anderen Kindern als Riesentier unter einem Tuch macht dies allen Kindern, ob groß oder klein, sehr viel
Spaß.
Die Lehrperson versucht das Riesentier zu zähmen. Sobald die Musik ausgedreht ist, muss
es stillstehen. Wenn die Musik leise gedreht wird, schleicht das Riesentier leise daher und
trampelt schließlich bei großer Lautstärke wild durch den Raum. Da es scharfe Ohren hat,
fällt es ihm leicht seine Glieder zu ordnen und die Bewegung auf die Musik einzustellen.
(Nachher kann das Tier gefüttert werden! )
Andere Varianten: Die Kinder sind maskiert, verkleidet oder sie „stecken“ in großen Papiertüten und bewegen sich ebenfalls als Tier im Raum. - Dies dient als selbstständige „Arbeit“.
Die Gruppendynamik ist hier nicht vorhanden.17
Quelle: ??
Da hatten wir m.E. einige Anregungen gesammelt, die Sie ergänzen könnten.
17
Vgl.: Jeitner, B. (Hrsg.) (1967). Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen. Otto Maier Verlag
Ravensburg. S. 161
Seite 17 von 18
DINS – Anfangsunterricht
Rhythmik und Musikerziehung
Zauner, Haas, Gruber
QUELLENNACHWEIS:
 Tharlet, E. (2005). Noemi, kleine Gans – ganz groß. Kiel: Michael Neugebauer Edition
GmbH
 Jeitner, B. (Hrsg.) (1967) Das große Ravensburger Buch der Kinderbeschäftigungen.
Ravensburg: Otto Maier Verlag
 Hatlappa, U. (2005) Schulvorbereitungsspiele. Freiburg im Breisgau: Christophorus im
Verlag Herder
 Wolf, W. (2003). Lehrplan der Volksschule (10. Aufl.). Wien: öbv&hpt
 Maierhofer, L. (1999). Sim Sala Sing. Helbling Verlag; S. 108
Verblüffend in Umfang, Qualität und eigener Kreativität. Best Practice.
Seite 18 von 18
Herunterladen
Explore flashcards