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EUROPÄISCHE KOMMISSION
PRESSEMITTEILUNG
Brüssel, 10. Juni 2014
Kommission, Rat und Parlament debattieren mit
Religionsführern über die Zukunft der Europäischen
Union
Heute kamen hochrangige Vertreter der Religionsgemeinschaften der Christen, Muslime,
Juden, Hindu, Sikh und Mormonen mit den Spitzenvertretern der Europäischen Union zu
einem Gedankenaustausch zusammen. Themen waren unter anderem die aktuellen
gesellschaftlichen Entwicklungen innerhalb und außerhalb der EU, Europas Rolle in der
Welt und in seiner unmittelbaren Nachbarschaft sowie die Rolle, die die
Religionsgemeinschaften in diesem Kontext spielen können. In einer Schweigeminute
wurde der Opfer des tragischen Anschlags vom 24. Mai im Jüdischen Museum in Brüssel
gedacht. Außerdem wurde eine gemeinsame Erklärung zum Fall der wegen Abwendung
vom Islam zum Tode verurteilten sudanesischen Christin Meriam Ibrahim abgegeben.
Gastgeber des hochrangigen Treffens – des zehnten seiner Art – waren José Manuel
Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, Herman Van Rompuy, Präsident des
Europäischen Rates, und László Surján, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, in
Vertretung von Präsident Martin Schulz.
Präsident Barroso sagte: „In ganz Europa wird auf allen Ebenen ein Dialog über die
Zukunft Europas geführt. Integration und Legitimation müssen parallel voranschreiten.
Damit die Europäische Union den aktuellen globalen Herausforderungen begegnen kann,
bedarf es einer fortschreitenden institutionellen Integration, die mit einem Mehr an
Demokratie einhergeht. Vor diesem Hintergrund ist es dringend erforderlich, die
Bürgerinnen und Bürger der EU stärker in den demokratischen Prozess der Union
einzubinden. Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Überlegungen durch eine aktive
Einbeziehung der Kirchen und Religionsgemeinschaften entscheidend vorangebracht
werden können.“
Ratspräsident Van Rompuy erklärte: „Kürzlich habe ich an der Technischen Hochschule
Aachen eine Rede gehalten, in deren Mittelpunkt die Werte Frieden, Wohlstand und Stärke
– Stärke im Sinne der nötigen wirtschaftlichen und politischen Kraft – standen. Diese
Werte haben unsere Union geprägt und bilden in gewisser Weise das Gerüst unseres
'gemeinsamen Zuhauses'. Um unser gemeinsames Zuhause herum tobte in den letzten
Jahren ein heftiger Sturm, dem es im Großen und Ganzen aber gut standgehalten hat,
was sowohl dem Wertegerüst als auch der Seele des Hauses zu verdanken ist. Diese Seele
ist die uns in der Union eigene Vorstellung vom Menschen und seiner Beziehung zu seinen
Mitmenschen.“
Und
Vizepräsident
Surján
äußerte
sich
wie
folgt:
„Die
Kirchen
und
Religionsgemeinschaften waren in der Krise eine Bastion gegen die Verschlechterung des
sozialen Gefüges, das Europa ausmacht: Sie haben nicht nur zur wirtschaftlichen, sondern
auch zur sozialen und moralischen Erholung des Kontinents beigetragen. Ihre Stimmen
werden gehört und die Europäische Union muss diese Beziehung weiter festigen – zu
ihrem eigenen Nutzen und zum Nutzen ihrer Bürgerinnen und Bürger.“
IP/14/650
Das hochrangige Treffen mit den Religionsführern findet in diesem Jahr zum zehnten Mal
statt. Das diesjährige Treffen, zu dem Präsident Barroso eingeladen hat, steht unter dem
Motto „Die Zukunft der Europäischen Union“ und ist Teil des derzeit auf allen Ebenen
geführten politischen Dialogs über die Zukunft Europas. In diesen Rahmen fügen sich auch
die zahlreichen „Bürgerdialoge“ zwischen europäischen und nationalen Politikerinnen und
Politikern einerseits und Bürgerinnen und Bürgern anderseits ein, die im Rahmen des
Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger 2013 ins Leben gerufen wurden und im
Jahr 2014 fortgeführt werden, ebenso wie der Aufruf von Präsident Barroso und dem
Europäischen Parlament an Künstler, Intellektuelle und Wissenschaftler, ein neues
Leitmotiv für ein Europa für alle Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.
Der offene, transparente und regelmäßige Dialog zwischen der Europäischen Kommission
und den Kirchen, religiösen Vereinigungen oder Gemeinschaften sowie weltanschaulichen
Gemeinschaften wurde mit dem Vertrag von Lissabon (Artikel 17 AEUV) im Primärrecht
verankert. Neben regelmäßigen Seminaren mit verschiedenen Gesprächspartnern finden
jährlich ein hochrangiges Treffen mit führenden Vertretern der religiösen Gemeinschaften
sowie ein hochrangiges Treffen mit Vertretern weltanschaulicher Gemeinschaften statt.
Weitere Informationen
Teilnehmerliste: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-14-407_en.htm
Erklärung zum Fall der wegen Abwendung
sudanesischen Christin Meriam Yahya Ibrahim:
vom
Islam
zum
Tode
verurteilten
http://europa.eu/rapid/press-release_STATEMENT-14-186_en.htm
EU-Leitlinien zur Religions- und Glaubensfreiheit:
https://www.consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/EN/foraff/137585.pdf
Informationen über den Dialog der Europäischen Kommission mit Kirchen, religiösen
Gemeinschaften und weltanschaulichen Gemeinschaften:
http://ec.europa.eu/bepa/activities/outreach-team/dialogue/index_en.htm.
Debatte über die Zukunft Europas:
http://ec.europa.eu/debate-future-europe/index_de.htm
Website von José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission:
http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/president/index_de.htm
Kontakt:
Pia Ahrenkilde Hansen (+32 229-53070)
Jens Mester (+32 229-63973)
Dirk Volckaerts (+32 229-93944)
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