SPERRFRIST: Montag, 21. November, 11 Uhr Wohnen und

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SPERRFRIST: Montag, 21. November, 11 Uhr
Wohnen und Integration als regionale Herausforderung
Tagung an der Donau-Universität Krems präsentiert Maßnahmen und
Praxisbeispiele
Krems (kpr). Im Rahmen der Fachtagung „Wohnen und Integration“ am Montag
und Dienstag dieser Woche an der Donau-Universität Krems präsentiert
Staatssekretär Sebastian Kurz seine Pläne zur Integration. Das
Staatssekretariat für Integration wird im Jahr 2012 insgesamt 37 Millionen Euro
für die Durchführung von Integrationsprojekten aufwenden. Über 20 Projekte
widmen sich der Förderung des Zusammenlebens in Regionen, Städten und
Wohnanlagen. Dabei zeigt sich, dass gerade Fragen der Wohnsituation von
Menschen mit Migrationshintergrund auch Ausdruck anderer
integrationspolitischer Problemstellungen (z.B. berufliche Situation,
Sprachkenntnisse) sind. Gerade auch durch eine Verbesserung bei Bildung und
beruflicher Stellung von Migrantinnen und Migranten können bei der
Wohnsituation nachhaltige Verbesserung bei der Integration erzielt werden.
„Die Förderung des interkulturellen Austausches und des wertschätzenden
Aufeinanderzugehens stellen einen wesentlichen Aspekt im
Integrationsprozess dar“, betont Gudrun Biffl von der Donau-Universität Krems
als Mitglied des Expertenrats des Bundesministeriums für Inneres.
Welchen Herausforderungen sich Städte und Gemeinden für ein gelungenes
interkulturelles Miteinander stellen müssen, wird bei der zweitägigen Fachtagung im
Auftrag des Bundesministeriums für Inneres, unter dem Ehrenschutz des
Staatssekretariats für Integration, in Krems diskutiert. Durch den Anstieg der Zahl der
MigrantInnen in Österreich steigen die Anforderungen an ein sensibles
Besiedlungsmanagement. Die Bevölkerung in den Ballungsräumen, wo 80 Prozent
der MigrantInnen leben, wächst überdurchschnittlich: allein im Wiener Umland um 21
Prozent bis 2030, in peripheren Abwanderungsgebieten wie zum Beispiel der
Obersteiermark, Ober- und Unter-Kärnten, sowie Osttirol und Teilen des nördlichen
Waldvierteles schrumpft sie um 4 bis 5 Prozent. Insgesamt wird die Bevölkerung in
Österreich von 8,3 Millionen Personen (2010) auf 9 Millionen (2030) zunehmen, die
Zahl der Haushalte wird um 12,5 Prozent in diesem Zeitraum wachsen. „Der Druck
auf die Gemeinden und gemeinnützigen Bauträger steigt. Der Handlungsbedarf in
Richtung Verbesserung des sozialen und räumlichen Umfelds und gezieltes
Besiedlungsmanagement wächst, um das friedliche Zusammenleben einer ethnischkulturell durchmischten Gesellschaft zu sichern“, betont Univ.-Prof. Dr. Gudrun Biffl
von der Donau-Universität Krems bei der Tagung.
Dr. Margarete Czerny, Fachtagungsleiterin der Donau-Universität Krems stellt fest,
dass es auch die Verantwortung der Wohnungspolitik ist, für eine erfolgreiche WohnIntegration von MigrantInnen zu sorgen, Rahmenbedingungen für leistbare
Wohnungen sicherzustellen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der
Wohninfrastruktur und des Wohnumfeldes zu schaffen.
Die gemeinnützige Wohnungswirtschaft und die Gemeinden würden eine zentrale
Rolle bei der Vergabe von Wohnraum für mittlere und besonders für niedrige
Einkommensschichten und Menschen mit Migrationshintergrund spielen, betonten die
ReferentInnen unisono in Krems. 17 Prozent, das sind rund 118.000 Haushalte mit
Migrationshintergrund, wohnen in Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen. In
den vergangenen Jahren ist diese BewohnerInnengruppe stark gewachsen, stellt
Mag. Karl Wurm, Obmann des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen fest.
Prof. Dr. Klaus Lugger von der gemeinnützigen Bauvereinigung Neue Heimat Tirol
fordert, dass die „wohnungsvergebenden Stellen wie Gemeinden, Bauträger und
Hausverwalter ein intelligentes, integrationsförderndes und konfliktminimierendes
Besiedlungsmanagement beziehungsweise Wohnungszugangsmanagement
entwickeln sollen. Referent Mag. Andreas Oberhuber von der FGWForschungsgesellschaft für Wohnen Bauen und Planen sieht die Herausforderung für
die Wohnungs- und Förderungspolitik vor allem in großstädtischen Ballungsräumen.
Eine enge Kooperation zwischen Politik und österreichischer Wohnungswirtschaft sei
Voraussetzung für eine Verhinderung von sozialer und kultureller Segregation und
Integration im Wohnungswesen und Wohnumfeld, erklärt Oberhuber.
MinR Mag. Georg Schadt vom Bundeskanzleramt stellt bei der Tagung in Krems das
neue „Österreichische Raumentwicklungskonzept 2011 (ÖREK 2011) vor, das sich
erstmals mit den Herausforderungen einer zunehmend vielfältiger und ethnisch
heterogener werdenden Bevölkerung in der Raumpolitik auseinandersetzt.
Zuwanderung und Integration sollen künftig nicht mehr zufälligen Lern- und
Anpassungsprozessen in der Gesellschaft überlassen werden, sondern
vorausschauend politisch gestaltet werden.
Univ.-Prof. Jens Dangschat von der Technischen Universität Wien verweist darauf,
dass eine ethnisch-kulturelle, soziale und Generationen übergreifende
Durchmischung des Wohngebietes zwar hilfreich und dem Zusammenleben förderlich
sei, dass das aber per se noch kein Ruhekissen sein müsse. Wichtig sei auch die
Berücksichtigung von Werten, insbesondere die Förderung der Toleranz, die oft
maßgeschneiderte Strategien notwendig mache, die auf lokale Bedürfnisse und
Rahmenbedingungen eingehen. Zudem müssten laut Dangschat die sozialen
Netzwerke der Personen berücksichtigt und genutzt werden, was eine Erweiterung
der Spielräume für die Integration darstelle.
Zahlreiche Best Practice Beispiele wie etwa von den Städten Wien, Linz, Salzburg,
Innsbruck, Integrationsservice NÖ und Integrationshaus KIM, vom Verein
Menschenrechte Österreich oder der Gemeinnützigen Bau- und
Siedlungsgesellschaft MIGRA in Wien und in anderen Bundesländer werden bei der
Konferenz in Krems vorgestellt.
Weitere Information unter: www.donau-uni.ac.at/mig/fachtagung-wohnen
(21.11.2011)
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Bild: v.l.n.r.: Staatssekretär Sebastian Kurz, Tagungsleiterin Margarete Czerny
(Donau-Universität Krems), Gudrun Biffl, Dekanin der Fakultät für Kommunikation und
Globalisierung und Mitglied des Expertenrats (Donau-Universität Krems) und Klaus
Lugger, Neue Heimat Tirol (Foto: Donau-Universität Krems/Reischer)
Das Bild darf ausschließlich in redaktionellen Medienberichten über die Donau-Universität Krems
verwendet werden. Die Veröffentlichung ist unter Angabe des Fotonachweises honorarfrei.
Rückfragen und Kontakt
Dr. Gerhard Gensch
Pressesprecher
Tel.: 02732 893 2575
Mobil: 0664 54 05 167
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www.donau-uni.ac.at/presse
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