Trends bei Fleischkonsum und -produktion

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Arbeitsmaterial (Sekundarstufe)
Arbeitsblatt 1
Wer isst was und wie viel? Trends bei Fleischkonsum und produktion
Für viele Menschen ist Fleisch fester Bestandteil des Speiseplans – in Deutschland und
weltweit. Ein hoher Fleischkonsum wirkt sich auch auf Umwelt und Klima aus. In welchen
Ländern wird viel Fleisch konsumiert? Wie hat sich der Fleischkonsum entwickelt, und wie
wird er sich wahrscheinlich künftig entwickeln?
Betrachtet in eurer Gruppe die Infografiken und lest die Textausschnitte durch. Klärt
gemeinsam, ob ihr alles verstanden habt. Überlegt anschließend, was die wichtigsten Aussagen
sind und macht euch Notizen. Folgende Fragen können euch helfen:
 Wie hat sich der Fleischkonsum in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland und
weltweit entwickelt? Wie sehen aktuelle Prognosen aus?
 Welche Tiere landen vor allem auf dem Teller?
 Was ist problematisch am hohen Fleischkonsum?
 Was hat der Fleischkonsum mit globaler Gerechtigkeit zu tun?
Danach geht ihr in die Gruppen zurück, die zu Beginn des Unterrichts gebildet wurden. Als
Experten/Expertinnen eures Themas erzählt eurer Gruppe, was ihr herausgefunden habt.
Nachdem ihr euch untereinander ausgetauscht habt, überlegt gemeinsam: Wie können die
Probleme, die ihr herausgearbeitet habt, gelöst werden? Was kann die Politik tun, was können
Verbraucherinnen und Verbraucher tun?
Textausschnitt 1: Für umweltfreundlichere Lebensmittel
Fleischproduktion und -konsum
Der Fleischhunger der Deutschen hat in den vergangenen 60 Jahren drastisch zugenommen: Lag
der Fleischverzehr 1950 noch bei 26,2 Kilogramm pro Person und Jahr, waren es 2012 bereits
59,5 Kilogramm.
Quelle: Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale Bundesverband (PDF)
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/dokumente/fuer_umweltfreundlichere_lebensmittel_
handlungsempfehlungen_uba_vzbv_0.pdf
Textausschnitt 2: Der Wahnsinn mit den Rindern
Die wirkliche Frage ist, ob wir mit dem vorhandenen Getreide Menschen oder Tiere versorgen
wollen - und darüber möchte allem Anschein nach kein führender Politiker sprechen. […]Die
Welternährungsorganisation (FAO) hat sich vor zwei Jahren in einer Studie mit dem Thema
befasst. Das Ergebnis: Im Jahr 2002 wurden insgesamt 670 Millionen Tonnen Getreide, also etwa
ein Drittel der weltweiten Getreideernte, an Vieh verfüttert.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
http://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-und-hunger-der-wahnsinn-mit-den-rindern-1.582442
Textausschnitt 3: Der Speiseplan der Mittelschicht
Der globale Trend zeigt eine Zweiteilung: In den meisten Industrieländern stagniert der
Fleischverbrauch auf extrem hohem Niveau. Gleichzeitig nimmt er in Schwellen- und
Entwicklungsländern sehr stark zu, teilweise sogar mit zweistelligen Wachstumsraten. [...] Aus
dem weltweiten Fleischtopf fischt sich China immer größere Brocken; der Fleischkonsum des
Landes hat sich binnen drei Jahrzehnten vervierfacht. Auch dort decken inzwischen
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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amerikanische Fast-Food-Ketten den Tisch. Es gehört zum neuen Lebensstil, üppige
Fleischportionen zu essen. China steht nicht allein: In den Entwicklungsländern Asiens und
Afrikas ist der Fleischverbrauch in den vergangenen fünfzig Jahren um mehr als das Dreifache
gestiegen. Gleichzeitig liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in den ärmsten Ländern noch immer unter
zehn Kilogramm jährlich.
[...] Und viele Menschen essen überhaupt kein Fleisch – nicht nur aus religiösen Gründen,
sondern auch weil sie es sich nicht leisten können.
Quelle: Fleischatlas 2013 (PDF)
http://www.bund.net/index.php?id=19132
Textausschnitt 4: Brot oder Trog
Von den 1,2 Milliarden Tonnen Kraftfutter, die 2005 verfüttert wurden, entfielen über die Hälfte
auf Industrieländer, obgleich sie nur 18 Prozent der Weltbevölkerung stellen.
[...]
Große Anteile der Getreideernten, sei es Weizen, Gerste, Hafer, Roggen oder Mais, landen heute
in den Futtertrögen. Weltweit wurden 2010 über 34 Prozent der Getreideernten verfüttert und
48 Prozent direkt zu Lebensmitteln verarbeitet. In Industriestaaten aber mit ihrem
überproportional hohen Verbrauch an Fleisch- und Milchprodukten liegt der verfütterte Anteil
weit höher. In der Europäischen Union dient rund 62 Prozent der Getreideernte als Tierfutter
und nur 24 Prozent der menschlichen Ernährung. Auch Deutschland verfüttert über 61 Prozent
seines verfügbaren Getreides an Nutztiere.
Quelle: Brot für die Welt (PDF)
https://www.brot-fuer-diewelt.de/fileadmin/mediapool/2_Downloads/Fachinformationen/Analyse/analyse_34_futtermittelstudie.pdf
Infografik 1
Quelle: Fleischatlas 2014 (CC BY-SA 2.0)
http://www.bund.net/index.php?id=18744
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Infografik 2
(Brics steht für die Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika: Alle sind
Schwellenländer mit aufstrebenden Volkswirtschaften.)
Quelle: Fleischatlas 2014 (CC BY-SA 2.0)
http://www.bund.net/index.php?id=18744
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Infografik 3
Quelle: Fleischatlas 2013 (CC BY-SA 2.0)
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Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Arbeitsblatt 2
Futter braucht Ackerland – die Fleischproduktion
verbraucht große Flächen
Für viele Menschen ist Fleisch fester Bestandteil des Speiseplans – in Deutschland und weltweit. Ein
hoher Fleischkonsum wirkt sich auch auf Umwelt und Klima aus. Zum Beispiel geht mit der
Fleischproduktion ein hoher Flächenverbrauch einher. Welche Zusammenhänge gibt es hier? Wo
werden diese Flächen verbraucht?
Betrachtet in eurer Gruppe die Infografiken und lest die Textausschnitte durch. Klärt
gemeinsam, ob ihr alles verstanden habt. Überlegt anschließend, was die wichtigsten Aussagen
sind, und macht euch Notizen. Folgende Fragen können euch helfen:
 Wie hängen Fleischkonsum und Flächenverbrauch zusammen? Wofür werden die
Flächen gebraucht?
 Wieso brauchen zum Beispiel Rinder heute mehr Fläche als früher?
 Welche Auswirkungen hat der Flächenverbrauch auf Umwelt und Klima?
 Was ist mit dem Begriff „virtueller Landhandel“ gemeint?
 Wieso ist ein hoher Flächenverbrauch problematisch?
Danach geht ihr in die Gruppen zurück, die zu Beginn des Unterrichts gebildet wurden. Als
Experten/Expertinnen eures Themas erzählt eurer Gruppe, was ihr herausgefunden habt.
Nachdem ihr euch untereinander ausgetauscht habt, überlegt gemeinsam: Wie könnten die
Probleme, die ihr herausgearbeitet habt, gelöst werden? Was kann die Politik tun, was können
Verbraucherinnen und Verbraucher tun?
Textausschnitt 1: Essen und Klimaschutz
60% unserer [in Deutschland] landwirtschaftlichen Nutzfläche [werden]als Weide oder zum
Anbau von Viehfutter genutzt.
[...]
Durch eine bewusste Ernährung kann auch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet
werden: Ein geringerer Fleischkonsum, viel Teigwaren und Kartoffeln, ein hoher Anteil an Obst
und Gemüse und nicht so viele bzw. fettarme Milchprodukte tragen zu mehr Umwelt- und
Klimaschutz bei. Weniger, dafür hochwertigeres Fleisch muss keinen Verzicht bedeuten, zumal
eine solche Ernährungsweise auch gesünder ist und Erkrankungen vorbeugen kann.
Quelle: Bundesumweltministerium
http://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen/produkte-und-umwelt/produktbereiche/lebensmittel/
Textausschnitt 2: Tierfutter vergeudet Ackerland
70 Prozent aller agrarischen Nutzflächen werden heute in irgendeiner Weise für die
Tierfütterung beansprucht. Dabei wären sie effizienter für die Produktion menschlicher
Nahrungsmittel zu verwenden.
Rind, Schaf und Ziege sind ideale Grasfresser. Als Wiederkäuer können sie auch noch solche
Kohlenhydrate ausbeuten, die für andere Tierarten und den Menschen unverdaulich sind –
Zellulose zum Beispiel. Theoretisch konkurrieren Menschen und wiederkäuende Nutztiere nicht
um ihre Nahrung – hier das Korn fürs Brot, dort Gras und Klee für die Kuh und ihre Milch. Doch
so funktioniert das schon lange nicht mehr. Um aus den Tieren mehr herauszuholen als mit der
vergleichsweise energiearmen Gras-, Silage- und Heufütterung möglich wäre, enthält die
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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tägliche Ration einen hohen Anteil an eiweißhaltigem Kraftfutter [zum Beispiel durch Soja, Mais
und Weizen].
Quelle: Fleischatlas 2014 (PDF)
http://www.bund.net/index.php?id=18744
Textausschnitt 3: Der Regenwald hat viele Feinde
In Brasilien leben 194 Millionen Menschen. Aber noch mehr Rinder: 212,8 Millionen Tiere zählte
das offizielle Statistikinstitut IBGE im Jahre 2011, eine Zunahme von 1,6 Prozent gegenüber
2010. Die Flächen, die dafür verbraucht werden, sind riesig: Die Rinder können sich auf mehr als
172 Millionen Hektar verteilen, das sind 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, über
die die Agrargroßmacht Brasilien verfügt.
Dort trifft die zweitgrößte Rinderherde der Welt – mehr Rinder finden sich nur in Indien – auf
den größten Regenwald der Welt. Zwar fressen Rinder keine Bäume, trotzdem ist die Viehzucht
fatal für den Regenwald: Nach einer aktuellen Erhebung des brasilianischen Regierungsinstituts
für Fernbeobachtung (Inpe), das mit Satellitenaufnahmen arbeitet, sind 62,2 Prozent der
entwaldeten Flächen Viehweiden. Nur 4,9 Prozent wurden landwirtschaftlich genutzt.
Quelle: Fleischatlas 2013 (PDF)
http://www.bund.net/index.php?id=19132
Textausschnitt 4: Schweinemast in Deutschland auf Kosten der Tropenwälder
Ein wichtiger Rohstoff dafür [für Futtermittel für Tiere] ist eiweißreiches Soja, das meist aus
Argentinien und Brasilien importiert wird. Dort aber verursacht die steigende Nachfrage
ökologische Probleme, kritisieren Umweltschützer. [...][Der] WWF Deutschland [dazu]:
„Für den Anbau dieses Sojas werden Lebensräume wie Trockensavannen oder auch tropischer
Regenwald umgebrochen, gerodet. Dadurch haben wir einen großen Verlust an Artenvielfalt.
Aber auch entstehen dadurch große Treibhausgasemissionen aus dem Bodenumbruch.“
Quelle: Deutschlandfunk
http://www.deutschlandfunk.de/schweinemast-in-deutschland-auf-kosten-dertropenwaelder.697.de.html?dram:article_id=262177
Textausschnitt 5: Für umweltfreundlichere Lebensmittel
Anzahl der Tiere an die landwirtschaftlich genutzte Fläche binden
Zugunsten der Umwelt ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Zahl der Tiere und der
Ackerfläche nötig. Das Ziel sollten [in Deutschland] maximal zwei Großvieheinheiten – das
entspricht etwa zwei Milchkühen, 13 Mastschweinen oder 600 Legehennen – pro Hektar
landwirtschaftlich genutzter Fläche sein. Bund und Länder haben eine Reihe von Möglichkeiten,
steuernd einzugreifen.
Quelle: Umweltbundesamt und Verbraucherzentrale Bundesverband (PDF)
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/dokumente/fuer_umweltfreundlichere_lebensmittel_
handlungsempfehlungen_uba_vzbv_0.pdf
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Infografik 1
[Die EU importiert zum Teil Soja, das auch als Kraftfutter für Tiere benutzt wird, vor allem aus
Südamerika. Berechnet man jene Flächen, die zum Anbau der Sojapflanzen benutzt werden,
ergibt sich Folgendes: Die EU „verbrauchte“ im Durchschnitt der Jahre 2008–2010 eine Fläche
von nahezu 13 Millionen Hektar in Südamerika – 5,4 Millionen Hektar in Argentinien und 6,4 in
Brasilien. Die EU kauft quasi mit dem Soja die Anbaufläche vor Ort – man spricht auch von
virtuellem Landhandel. Durch den Sojaexport geht für die Länder Südamerikas die Anbaufläche
verloren, deshalb wird der Wert als negativer Wert dargestellt.]
Quelle Infografik: Fleischatlas 2014 (CC BY-SA 2.0)
http://www.bund.net/index.php?id=18744
Quelle: siehe auch WWF (PDF)
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_Fleischkonsum_web.pdf
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Arbeitsblatt 3
Wasser und Emissionen – ausgewählte Aspekte der Klimaund Umweltbilanz bei der Fleischproduktion
Für viele Menschen ist Fleisch fester Bestandteil des Speiseplans – in Deutschland und
weltweit. Ein hoher Fleischkonsum wirkt sich auch auf Umwelt und Klima aus. Zum Beispiel
sind mit der Fleischproduktion ein hoher Wasserverbrauch und hohe CO2-Emissionen
verbunden. Welche Zusammenhänge gibt es hier?
Betrachtet in eurer Gruppe die Infografiken und lest die Textausschnitte durch. Klärt
gemeinsam, ob ihr alles verstanden habt. Überlegt anschließend, was die wichtigsten Aussagen
sind, und macht euch Notizen. Folgende Fragen können euch helfen:
 Wie wasserintensiv ist die Fleischproduktion? Und was könnte problematisch sein?
 Was hat der Wasserverbrauch mit globaler Gerechtigkeit zu tun?
 Welche Auswirkungen hat unser Fleischverzehr auf das Klima? Wie kommt es dazu?
 Die Kuh gilt manchem als Klimakiller. Warum? Und stimmt das so?
 Bringt der Verzehr von Ökofleisch statt konventionell erzeugtem Fleisch Vorteile für
Umwelt und Klima?
Danach geht ihr in die Gruppen zurück, die zu Beginn des Unterrichts gebildet wurden. Als
Experten/Expertinnen eures Themas erzählt eurer Gruppe, was ihr herausgefunden habt.
Nachdem ihr euch untereinander ausgetauscht habt, überlegt gemeinsam: Wie könnten die
Probleme, die ihr herausgearbeitet habt, gelöst werden? Was kann die Politik tun, was können
Verbraucherinnen und Verbraucher tun?
Textausschnitt 1: Ein Schlag ins Wasser
Es verstecken sich, wie eine Untersuchung des WWF ermittelt, hinter einem Kilogramm
Rindfleisch sage und schreibe 15.500 Liter Wasser. Ein kleiner Swimmingpool voll Wasser für
vier saftige Steaks? Die Rechnung ist verblüffend, aber nachvollziehbar: Denn bis das Rind
geschlachtet wird, hat es, so die Studie, im Schnitt 1.300 Kilo Getreide und 7.200 Kilo Raufutter
gefressen. Dieses Futter braucht viel Wasser, um zu wachsen. Und dazu zählen noch 24
Kubikmeter Trinkwasser für die Tiere und 7 Kubikmeter für die Stallreinigung.
[...]
Sollte der Fleischkonsum weiter so rasant wachsen, dann würde sich, wie das Worldwatch
Institute feststellt, der Wasserbedarf für Viehfutter bis zur Jahrhundertmitte glatt verdoppeln.
Schon allein das anhaltende Wachstum der Weltbevölkerung erfordert aber in den nächsten
Jahren und Jahrzehnten einen deutlich sparsameren Verbrauch, weil das Wasser auf mehr Köpfe
verteilt werden muss.
Quelle: Fleischatlas 2013 (PDF)
http://www.bund.net/index.php?id=19132
Textausschnitt 2: Rinderzucht
Anfangs belächelt wurden Studien, die der massiven Rinderpopulation eine Mitschuld an der
Klimakatastrophe geben. Doch inzwischen haben diese Studien gezeigt, dass Rinder tatsächlich
durch Aufstoßen und Blähungen große Mengen an Methangas freisetzen. Methan ist als
Klimakiller mindestens zehnmal gefährlicher als Kohlendioxid [CO2]. Ein einziges Rind ist für
das Klima nach solchen Berechnungen etwa genauso schädlich wie ein Kleinwagen.
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Quelle: Planet Wissen
http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/landwirtschaft/rinderzucht/rinderzucht.jsp
Textausschnitt 3: Mit Vieh, Futter und Dünger in den Klimawandel
Rinder sind die idealen Grasverwerter. Wiesen und Weiden speichern mehr als ein Drittel des
globalen Kohlenstoffs. Anita Idel, Tierärztin und Mitautorin des Weltagrarberichtes, ist
überzeugt: „Die Kuh ist kein Klima-Killer!“ In ihrem gleichnamigen Buch rechnet sie auf: Rinder
stoßen zwar klimabelastendes Methan aus. Grasen sie aber unterdessen auf einer Weide, kann
diese Fläche Klimagase in etwa gleicher Höhe binden [Rinder bekommen heute jedoch viel
Futtermittel, zum Beispiel Mais, Weizen oder Soja]. Das klappt aber nur, wenn die Wiesen nicht
von zu vielen Tieren oder mit Mineralstoffen überdüngt werden und sich ihr Wurzelwerk über
Jahre ungestört vom Pflug entwickeln und dabei große Mengen CO2 einlagern kann. Und die
grasenden Rinder dürfen kein zusätzliches Kraftfutter aus Getreide und Soja bekommen.
[...]
Ein Rind, das auf der Wiese steht und das Gras verwertet, bringt zwar nicht so viel Fleisch pro
Hektar Fläche wie eines, das mit Kraftfutter gemästet wurde. Dafür kann Fleisch und Milch aus
Weidehaltung annähernd klimaneutral erzeugt werden – wenn die Nährstoffe einen Kreislauf
bilden und das CO2-Speicherpotenzial der Weide optimal genutzt wird. Nach Berechnung des
IÖW [Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung] verursacht der Anbau von Ökoweizen nur
halb so viel Treibhausgase wie der von konventionellem Weizen. Ähnlich sieht es bei der
Erzeugung von Ökoschweinefleisch aus, dessen Emissionen um 40 Prozent unter denen
konventioneller Erzeugung liegen.
Quelle: Fleischatlas 2013 (PDF)
http://www.bund.net/index.php?id=19132
Textausschnitt 4: Klimawandel auf dem Teller
Nahezu 70% der direkten THG-Emissionen [THG steht für Treibhausgas; direkt bezeichnet den
Ausstoß von Treibhausgasen bei der Erzeugung, Verarbeitung und Zubereitung; indirekt
umfasst Emissionen, die zum Beispiel entstehen, weil Wiese zu Ackerland wird] unserer
Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen. Wie schon beim „Landverbrauch“ ist
unsere fleischbetonte Ernährung also ein wichtiger Auslöser negativer Umwelteffekte. Auf
pflanzliche Produkte hingegen entfällt lediglich knapp ein Drittel dieser Emissionen. Die derzeit
81,75 Mio. Einwohner [in Deutschland] emittieren durch ihre Ernährung (Produktion,
Weiterverarbeitung, Zubereitung etc.) ca. 164 Mio. t CO2-Äquivalente direkt [CO2-Äquivalent: Es
gibt verschiedene Treibhausgase, neben CO2 auch Methan oder Lachgas. Zur besseren
Vergleichbarkeit rechnet man alle in CO2 um]. Davon entfallen allein fast 67 Mio. t auf den
Fleischkonsum, auf den von Obst und Gemüse nur etwa ein Zehntel.
Quelle: WWF
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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Infografk 1
Quelle: Fleischatlas 2013 (CC BY-SA 2.0)
http://www.bund.net/index.php?id=19132
Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 1/2014
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