Webdesign

advertisement
:HEGHVLJQDOV$XVGUXFNVIRUPGHV
HUHLJQLVRULHQWLHUWHQ.XOWXUEHJULIIVGHV
,QWHUQHW
.ULWLNGHUGLJLWDOHQ9HUQXQIW
Hausarbeit im Rahmen der Praxisorientierung (Modul 3) des B.A. Studiengangs
Kulturwissenschaften an der Fernuniversität Hagen
vorgelegt von
Fidel-Sebastián Hunrichse-Lara
Matrikel-Nr.: 6820379
Betreuer: Prof. Dr. Thomas Heinze, Lehrgebiet Kulturmanagement
Abgabedatum: 26. 07. 2004
Dieser Inhalt ist unter einem Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen
Lizenzvertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/ oder
schicken Sie einen Brief an Creative Commons, 559 Nathan Abbott Way, Stanford, California 94305, USA.
Einleitung
2
,QKDOWVYHU]HLFKQLV
1
2
3
Einleitung.................................................................................................................. 2
1.1
Problemstellung ................................................................................................ 2
1.2
Gang der Untersuchung .................................................................................... 3
Definitionen .............................................................................................................. 4
2.1
Der Kulturbegriff als epistemologische Theorie............................................... 4
2.2
Das Internet als metaphysische Konstruktion................................................... 6
2.3
Webdesign als Web-Design.............................................................................. 8
Erklärungsmodelle .................................................................................................... 9
3.1
Das Individuum als verneinende Emanation des Kollektivums ....................... 9
3.2
Das Individuum als bejahende Emanation des Kollektivums ........................ 10
3.3
Das Individuum als zwiespältige Emanation des Kollektivums..................... 11
3.4
Das Individuum als postmoderne Emanation des Kollektivums .................... 12
4
Schlußfolgerungen .................................................................................................. 13
5
Zusammenfassung .................................................................................................. 15
6
Anhang.................................................................................................................... 16
7
Bibliographie .......................................................................................................... 16
8
Ehrenwörtliche Erklärung....................................................................................... 19
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Einleitung
2
(LQOHLWXQJ
Jakob Nielsen fragt sich bereits im ersten Kapitel, „warum Websites stets falsch
gestaltet werden“ und belegt anschließend, daß es sich hierbei um ein prinzipielles
Problem handelt1. Webdesign, das kann ich aus meiner langjährigen Webmastertätigkeit
bestätigen, ist eine hochkomplexe Angelegenheit und zwar gänzlich unabhängig vom
rein technischen Aspekt.
3UREOHPVWHOOXQJ
Ein altbekanntes Grundproblem in der Philosophie ist es, daß die Sprach- und
die Objektebene immer wieder munter durchmischt werden2. Daraus ergaben sich in der
Philosophiegeschichte, aufgrund von schlicht sinnlosen, d.h. nicht-sachhaltigen Sätzen,
eine Unzahl an Scheinproblemen3. Wittgenstein proklamierte daher folgerichtig, daß im
Grunde genommen die allermeisten philosophischen Probleme auf einem schnöden
sprach-logischen Mißverständnis der zugrundeliegenden Fragestellung beruhen4.
Damit sind wir natürlich nolens volens beim Problembereich der sprachlichen
Verankerung und damit folgerichtig auch bei der Frage nach der Projektierbarkeit von
Wahrscheinlichkeitsaussagen angelangt; die Grenzen des naturwissenschaftlichen
Objektivitätsanspruches werden damit aufgezeigt, Naturgesetze entlarven sich dann als
simple Produkte einer intersubjektiven Projektionspraxis5. Die Induktionskritik des
Kritischen Rationalismus, d.h. der Frontalangriff gegen das Verifikationsprinzip des
Logischen Positivismus 6, erhält dadurch eine weitere Zuspitzung – die offene Flanke
1
Jakob Nielsen, 'HVLJQLQJ:HE8VDELOLW\6II, Originalausgabe 2000.
2
Josef Mitterer, 'LH)OXFKWDXVGHU%HOLHELJNHLW, Originalausgabe 2001.
3
Rudolf Carnap, 6FKHLQSUREOHPHLQGHU3KLORVRSKLH, Originalausgabe 1928.
4
Ludwig Wittgenstein, 7UDFWDWXVORJLFRSKLORVRSKLFXV, Originalausgabe 1922.
5
Nelson Goodman, 7DWVDFKH)LNWLRQ9RUDXVVDJH, Originalausgabe 1955.
6
Karl Reimund Popper, /RJLNGHU)RUVFKXQJ, Originalausgabe 1934.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Einleitung
3
der empirischen Heuristik ist unverkennbar7. Der Objektivitätsanspruch als solcher
entpuppt sich als reiner „Wille zur Macht“8.
*DQJGHU8QWHUVXFKXQJ
Eingedenk dieser Tatsachen, liegt es nahe, wie in der Soziologie üblich, mit
Theorien kurzer bzw. mittlerer Reichweite vorlieb zu nehmen. Durch eine
fortschreitende syllogische Intensionsabgrenzung der hermeneutischen Begrifflichkeiten
soll erst einmal eine deduktive Annäherung erreicht werden9. Die theoretische
Plausibilität würde sich also demnach aus dem Generalisierungsniveau ergeben10. Diese
Vorgehensweise entspricht dem klassischen Top-Down-Entwurf bei der strukturierten
Programmierung11. Sowohl die Real-, als auch die Nominaldefinitionen sollen ergo
sukzessiv dabei verfeinert werden, die funktionale Bindung ergibt sich alsdann aus dem
Gesamtkontext. Eine starke Verflechtung kann aus der konkreten Natur der Sache leider
nicht ausgeschlossen werden.
Bei den nachfolgenden systemtheoretischen Erklärungsmodellen wird, unter
Wahrung der Gegenstandsangemessenheit, dagegen ein eher existentieller Ansatz
verfolgt. D.h. das ontologische Sosein der sich darstellenden Wirklichkeit wird aus dem
Blickwinkel des fortschreitenden methodologischen Individualismus betrachtet,
insbesondere die dabei stattfindende Wandlung von der normativ-vorschreibenden zur
lernbereit-kognitiven Erwartungskultur12.
Anschließend sollen die scheinbar antithetischen Gedankenstränge zu einer
möglichst adäquaten Synthese zusammengeführt werden.
7
Thomas Keutner, *UHQ]HQGHU+HXULVWLNDXV.XUV, Originalausgabe 2003.
8
Friedrich Nietzsche, $OVRVSUDFK=DUDWKXVWUD6, Originalausgabe 1891.
9
Hans-Georg Gadamer, :DKUKHLWXQG0HWKRGH, Originalausgabe 1960.
10
Anselm Strauss / Juliet Corbin, *URXQGHG7KHRU\, Originalausgabe 1996.
11
Leo Brodie, ,Q)257+GHQNHQ, Originalausgabe 1984.
12
Niklas Luhmann, 6R]LRORJLVFKH$XINOlUXQJ%G, Originalausgabe 1975.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Definitionen
4
'HILQLWLRQHQ
Die aristotelische Begriffsabgrenzung ist bekanntlich nicht die einzige Art der
Wesensfestlegung – Kant unterschied z.B. zwischen der analytischen und der
synthetischen Definition13. Allerdings hat diese spezielle Vorgehensweise einen kleinen
Schönheitsfehler: Kann man den Kulturbegriff überhaupt sinnvoll zergliedern? Wie
charakterisiert man den Kulturbegriff durch Dispositionen, die nicht in ihm selbst
enthalten sind?
'HU.XOWXUEHJULIIDOVHSLVWHPRORJLVFKH7KHRULH
Nachfolgend soll eine epistemische Denkentwicklung im Sinne der Grounded
14
Theory
aufgezeigt werden – Kurs 33626 / III15 diente für die anknüpfenden
Überlegungen als reflexive Ausgangsbasis.
Die Theorie sozialer Systeme Luhmannscher Prägung basiert maßgeblich auf
operationalen Setzungen, um, über die hieraus emergierende Systemkontingenz, eine
ausgewachsene autopoietische Struktur der Gesellschaft postulieren zu können16. Diese
Form der konstruktivistischen Realitätsbildung ist philosophisch zwar umstritten, aber
als Arbeitstheorie recht aufschlußreich: Durch die Ideation der Kommunikation, als ein
sinnstiftendes Medium der gesellschaftlichen Interaktion, verallgemeinert sich der
Organisationsgedanke zum selbständigem Funktionalsystem der synchronisierten
Apperzeption17. Die Organisationsbildung wird ergo zu einer transzendentalen Idee,
ebenso wie der kommunikative Prozeß selbst – demnach bewegen wir uns also auf dem
Gebiet der Immanenzontologie, denn sie werden schließlich allesamt als Subsysteme
des Bewußtseins abgeleitet.
13
Immanuel Kant, .ULWLNGHUUHLQHQ9HUQXQIW, Originalausgabe 1781.
14
Barney G. Glaser / Anselm Strauss, *URXQGHG7KHRU\, Originalausgabe 1967.
15
Thomas Heinze, .XOWXUVSRQVRULQJ0XVHXPVPDUNHWLQJ.XOWXUWRXULVPXV, Originalausgabe 2002.
16
Ebd., 6.
17
Ebd., 6.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Definitionen
5
Die im zugrundeliegenden Text18 darauffolgende Idee der Kultur, als eine „nicht
triviale Maschine“19, bringt uns allerdings ansonsten nicht wirklich näher an den
Kulturbegriff20. Es präsentiert uns zwar sowohl ein JHQXV SUR[LPXP, als auch eine
GLIIHUHQWLD VSHFLILFD – erfaßt es aber auch nur halbwegs „was An sich ist“21? Kann es
das überhaupt? Ist das Wesen der Kultur nicht vielmehr nur eine triviale intersubjektive
Allgemeinvorstellung? Vielmehr nur ein simpler, d.h. notwendiger Vernunftbegriff,
ohne sinnliche Entsprechung, ausschließlich aus dem praktischen Vernunftgebrauch
postulierbar22?
Egal wie man nun konkret argumentiert, es werden leider immer stillschweigend
Setzungen gemacht – Francisco J. Varela drückte es wie folgt aus:
„Es geht um eine Ko-Konstruktion von Subjekt und Objekt, welche die tradierte logische
Geographie einer klaren Trennung von Erkennendem und Erkanntem, Innen- und Außenwelt
hinter sich lässt: Da steht nicht, wie dies Konstruktivisten nahe legen, auf der einen Seite ein
Subjekt, das sich seine Wirklichkeit auf die von ihm gewünschte Weise konstruiert. Und da
existiert keineswegs, wie dies Realisten glauben, auf der anderen Seite ein Objekt, das
determiniert, was im Organismus vor sich geht. Meine Auffassung ist, dass sich Subjekt und
Objekt gegenseitig bestimmen und bedingen, dass der Erkennende und das Erkannte in
wechselseitiger Abhängigkeit entstehen […]“23
Josef Mitterer, als erkenntnistheoretischer Nondualist, besteht, im Vergleich zu
Varela, keinesfalls auf einer gegenseitigen Bestimmung von Subjekt und Objekt und ist
diesbezüglich natürlich weitaus süffisanter und damit auch pointierter:
„Der Konstruktivismus ist eine Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen Sprache
und Wirklichkeit, der Realismus ist eine andere Antwort.“24
18
Ebd., 6II.
19
Heinz von Foerster, 6LFKWXQG(LQVLFKW6, Originalausgabe 1985.
20
Es sei denn, man wolle sich ernsthaft zur logischen Implikation versteifen, Kultur sei ein autonomer
und kognitiver Prozeß – demnach also eine ausgewachsene K.I..
21
Georg Wilhelm F. Hegel, 3KlQRPHQRORJLHGHV*HLVWHV*:, Originalausgabe 1807.
22
Immanuel Kant, .ULWLNGHUUHLQHQ9HUQXQIW, Originalausgabe 1781.
23
Bernhard Pörksen, $EVFKLHGYRP$EVROXWHQ6I, Originalausgabe 2001.
24
Josef Mitterer, 'LH)OXFKWDXVGHU%HOLHELJNHLW6, Originalausgabe 2001.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Definitionen
6
Ergo sagt jede Wesensbestimmung der Kultur höchstwahrscheinlich sehr wenig
über den schlichten Definiendum aus, als vielmehr etwas über den schnöden
Definierenden, als vielmehr etwas über seine spezielle Erwartungshaltung an die Welt,
als vielmehr etwas über seine höchstpersönliche epistemologische Theorie der Welt. Es
sagt uns also eher etwas über seine transzendentale Ästhetik25.
'DV,QWHUQHWDOVPHWDSK\VLVFKH.RQVWUXNWLRQ
„Genau betrachtet ist ‚das Internet’ nichts weiter als ein riesiger Kabelwirrwarr , welches
sämtliche daran angeschlossenen Rechner unter- und miteinander verbindet.“26
Obige Definition ist, zumindest was die faktische Übersimplifizierungsfähigkeit
des Verfassers angeht, sehr aufschlußreich – offensichtlich war der Autor einfach schon
zu lange im technischer Support tätig. Doch was ist das Internet nun wirklich? Dazu
müssen wir die Evolution des Internet eingehender betrachten.
Entwicklungsgeschichtlich entstand das Internet aus einem DARPA27Forschungsprojekt, das 1969 Realität wurde28. Der Kalte Krieg stellte die USA nämlich
vor eine problematische Ausgangslage: Wie gewährleistet man, daß nach einem
massiven sowjetischen Atomschlag die überlebenden Regierungsstellen über ein
sicheres und effektives Befehls- und Kontrollnetzwerk miteinander kommunizieren
können? Ein hierarchisch strukturierter Rechnerverbund wäre ein primäres Ziel
gewesen und kam daher nicht in Frage. Die Lösung für dieses militärische Problem war
das ARPANET, ein dezentral aufgebauter Zusammenschluß von (ursprünglich vier)
unterschiedlichster und ansonsten autonom agierender Netzwerk-Knoten29, welche über
den Vorläufer des heutigen TCP/IP-Protokolls ihre Daten austauschten30. Der Weg der
25
Immanuel Kant, .ULWLNGHUUHLQHQ9HUQXQIW, Originalausgabe 1781.
26
Thomas Feuerstack u.a., (LQPDOXPGLH(UGHXQG]XUFN6, Originalausgabe 2000.
27
DARPA: Defense Advanced Research Projects Agency.
28
Stefan Münz, 6(/)+70/Y, Originalausgabe 2001.
29
Robert H. Zakon, +REEHV
=HLWJHVFKLFKWHGHV,QWHUQHWY, Originalausgabe 2001.
30
Michael Feig, 81,;YRQ$QIDQJDQ, Originalausgabe 1993.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Definitionen
7
einzelnen, jeweils mit Ziel- und Absenderadresse versehenen, Datenpakete war nicht
mehr fest vorgegeben, sondern konnten je nach Lastsituation variieren, über ihre
jeweilige Paketnumerierung wurden sie dann am Zielort wieder zur ursprünglichen
Datei zusammengesetzt31.
Damit wird der metaphysische Aspekt des gegenwärtigen Internet deutlich
erkennbar. Denn weder die Hardware, die umfangreichen Kabelverbindungen, noch die
zwingend notwendige Stromversorgung machten das Einmalige des ehemaligen
DARPA-Forschungsprojekts aus, sondern einzig und alleine die Art der Vernetzung.
Die Art der Vernetzung, d.h. das prozedurale Handlungswissen, „das Wissen, wie man
etwas macht“32, gehört aber definitiv dem Reich der Ideen an; dies wird gerade in der
modernen Wissensgesellschaft oft und gern vergessen. Statt dessen wird dem Reich der
Ideen, d.h. jeder Form des Wissens, eine objektive Komponente zugesprochen33. Damit
werden die Grenzen der Sprachebenen aber drastisch überschritten34, es handelt sich
hierbei ergo um eine schlicht unzulässig verankerte Aussage35.
Infolge von Comtes positivistischer Dreistadienlehre36 wird die Metaphysik im
nichtphilosophischen Kontext in der Regel eher gescheut, wie sprichwörtlich der Teufel
das Weihwasser, dies verleugnet aber nur die schnöde Tatsache, daß die Erkenntnis erst
durch die zugrundeliegende Metaphysik strukturiert wird37. Man kann also der Noetik
schlußendlich nicht wirklich entkommen, daher sollte man es weder bei der Reflektion
noch bei der vorherigen Apperzeption38, außer Acht lassen – oder wie es Leibniz’
31
Matthias Hein, 7&3,3, Originalausgabe 1997.
32
Thomas Heinze, .RPPXQLNDWLRQVPDQDJHPHQW6, Originalausgabe 2003.
33
Ebd., 6II.
34
Willard Van Orman Quine, :RUWXQG*HJHQVWDQG, Originalausgabe 1960.
35
Nelson Goodman, 7DWVDFKH)LNWLRQ9RUDXVVDJH, Originalausgabe 1955.
36
Auguste I. Marie-François Comte, 'LH6R]LRORJLH, Originalausgabe 1842.
37
Immanuel Kant, .ULWLNGHUUHLQHQ9HUQXQIW, Originalausgabe 1781.
38
Wilhelm M. Wundt, (LQIKUXQJLQGLH3V\FKRORJLH, Originalausgabe 1911.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Definitionen
8
Revision des sensualistischen Glaubensbekenntnisses Lockes ganz treffend ausdrückte:
„Nihil est in intellectu, quod non fuerit in sensu, nisi ipse intellectus“39.
:HEGHVLJQDOV:HE'HVLJQ
Aus dem bisherigen Verlauf der Untersuchung wird immer deutlicher, daß
sowohl die Ästhetik als eine subjektive Form der ontologisch-metaphysischen
Orientierung, als auch die operationalen Setzungen als eine intersubjektive Form der
Bewußtseinssynchronisation innerhalb des zugrundeliegenden Funktionalsystems,
Schlüsselfaktoren der menschlichen Lebenswirklichkeit darstellen – sie sind sogar das
triviale Fundament der postmodernen Konsumgesellschaft40. Der permanent-rekursive
Selbst- und Gemeinschaftsbezug der beteiligten Einzelwesen, als direkte Folge des
kommunikativen Apperzeptionsprozesses, oktroyiert natürlich eine spezielle und
eigendynamische Form der Mimikry. Diese stellt letztendlich die allgemeine und
metaphorische
Exemplifizierung
der
perspektivischen
Konventionalitäten
der
evolutionären, d.h. durch social networks geprägten, humanen Anthropologie dar41.
Denn um die Partizipationsfähigkeit zu erhalten, erst recht im Funktionalsystem
Wirtschaft, muß man zwangsläufig und fortlaufend die kumulativ vorgegebenen
Interaktionsmuster befriedigen und „am Ende [bleibt] kaum noch eine Nische für
ästhetischen Eigensinn“42.
Die scheinbare Paradoxie zwischen der ewigen Wiederkunft des Gleichen43 und
des erlebnisorientierten Wunsches nach Neuem ist ein willkommener Seiteneffekt.
Durch eine immerwährende Variationsstrategie auf Anbieterseite kann dieser Umstand
leicht und umsatzsteigernd befriedigt werden. Innovationen, Neuerungen und
39
Nichts ist im Geiste, was nicht (vorher) in den Sinnen war, ausgenommen der Geist selbst.
40
Gerhard Schulze, 'LH(UOHEQLVJHVHOOVFKDIW, Originalausgabe 1992.
41
Nelson Goodman, 6SUDFKHQGHU.XQVW, Originalausgabe 1968.
42
Gerhard Schulze, 'LH(UOHEQLVJHVHOOVFKDIW6, Originalausgabe 1992.
43
Friedrich Nietzsche, $OVRVSUDFK=DUDWKXVWUD, Originalausgabe 1891.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Erklärungsmodelle
9
Erfindungen sind demgemäß nur ein Abfallprodukt der beständigen Neukombination
bereits bekannter und bewährter Modifikationen44.
Webdesign als Web-Design, d.h. als strukturierte Versinnbildlichung einer
metaphysischen Idee, ist an die obigen, dem Reich der Notwendigkeiten angehörenden,
Zwänge gebunden. Es muß sowohl den Gesetzmäßigkeiten des Webs, als auch den
Gesetzmäßigkeiten der Ästhetik entsprechen. Die Web Usability stellt ergo den
funktionellen Harmoniegrad zwischen beide schlicht antinome Aspekte des SiteDesigns dar, zwischen Inhalt und Gestaltung 45.
(UNOlUXQJVPRGHOOH
Kraft des theoretischen Samplings der Grounded Theory wurde bereits während
der Definitionsphase eine stärkere Theorieorientierung statthaft46. Es wurde ferner
angedeutet, daß es, zumindest aus transzendentalphilosophischer Sicht, auch gar nicht
anders denkbar ist47. Nun sollen die methodisch-systematischen Grundthesen einiger
ausgewählter Sinndeutungsmodelle detaillierter in Augenschein genommen werden.
Grundlage hierfür ist „Negative, positive und ambivalente Individualisierung“ von
Markus Schroer48.
'DV,QGLYLGXXPDOVYHUQHLQHQGH(PDQDWLRQGHV.ROOHNWLYXPV
Max Weber, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Michel Foucault gelten
gemeinhin als die Apologeten einer recht unheilvollen Auslegung der Moderne. Die
fortschreitende Rationalisierung der Welt erzeugt nach deren Schule nur ziel-, plan- und
gedankenlos
durch
das
gesellschaftliche
Funktionalsystem
umherschweifende
44
Nelson Goodman, 6SUDFKHQGHU.XQVW, Originalausgabe 1968.
45
Jakob Nielsen, 'HVLJQLQJ:HE8VDELOLW\, Originalausgabe 2000.
46
Thomas Brüsemeister, 4XDOLWDWLYH6R]LDOIRUVFKXQJ(LQhEHUEOLFN, Originalausgabe 1999.
47
48
Siehe hierzu: Universal- (Jürgen Habermas) bzw. Transzendentalpragmatik (Karl-Otto Apel).
Aus: Thomas Krom (Hrsg.), ,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH, Originalausgabe 2000.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Erklärungsmodelle
10
Monaden, die „nicht anders anfangen oder aufhören können zu sein was sie sind“ 49. Sie
stellen vielmehr nur noch „standardisierte Individuen“50 dar, kümmerliche Abziehbilder
des aufgeklärten Menschenideals, schnöde Prototypen der Selbstentfremdung51. Dem
fortschreitenden Individualisierungsprozeß stellen sich nämlich immer raffiniertere
Herrschafts- und Beobachtungsinstanzen entgegen. Die äußeren Zwänge ersticken ergo
die soziale Ablösung bereits im Keim, die „Nichtigkeit des Individuums“52 im
gesellschaftlichen Kontext ist demnach besiegelt. „Erziehung zur Genußfähigkeit“53
erscheint als der einzig verbleibende Ausweg. Cocooning54, d.h. die hedonistische
Einkapselung in die eigenen vier Wände, stellt logischerweise dann ein soziokulturell
gerade noch toleriertes Schlupfloch dar, da der Konsum hierbei ausdrücklich gefördert
wird; die soziale Praxis der Anomie kann demnach auch einer rein pathologischen
Entwicklung Vorschub leisten55.
'DV,QGLYLGXXPDOVEHMDKHQGH(PDQDWLRQGHV.ROOHNWLYXPV
Émile Durkheim, Talcott Parsons und Niklas Luhmann postulieren dagegen eine
völlig diskrepante Lehrmeinung: Die soziale Ablösung des Individuums wird zum
Raketenmotor der modernen Gesellschaft stilisiert56. Gesellschaftliche Ausdehnung,
durch eine beständige funktionale Ausdifferenzierung des soziokulturellen Milieus, ist
gleichbedeutend mit einer Zunahme an individuellen Wahlmöglichkeiten57. Durkheim
und
Parsons
warnen
sogar
ausdrücklich
vor
den
Gefahren
einer
wilden,
49
Gottfried Wilhelm Leibniz, 0RQDGRORJLH†, Originalausgabe 1714.
50
Thomas Krom (Hrsg.), ,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH6, Originalausgabe 2000.
51
Max Frisch, 6WLOOHU, Originalausgabe 1954.
52
Theodor W. Adorno, 3ULVPHQ6, Originalausgabe 1976.
53
Max Horkheimer, =XU.ULWLNGHULQVWUXPHQWHOOHQ9HUQXQIW6, Originalausgabe 1947.
54
Faith Popcorn / Lys Marigold, &OLFNLQJ, Originalausgabe 1996.
55
Émile Durkheim, 'HU6HOEVWPRUG, Originalausgabe 1897.
56
Thomas Krom (Hrsg.), ,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH6II, Originalausgabe 2000.
57
Émile Durkheim, hEHUVR]LDOH$UEHLWVWHLOXQJ, Originalausgabe 1893.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Erklärungsmodelle
11
dysfunktionalen, solipsistisch ausufernden Individualisierung, welche durch frühzeitig
einsetzende Sozialisation eingedämmt werden müsse58. Luhmann ist hier jedoch ganz
anderer Meinung: Sowohl globalisierte als auch postmoderne Gesellschaftsstrukturen
bedürften nämlich überhaupt keiner kollektiv maßgebenden, und damit zwangsläufig
auch irgendwie kooperativ verankerten, Wertevorstellungen mehr, wie dies während der
Moderne z.B. noch übliche Praxis war. Ganz im Gegenteil: Die schier grenzenlose
Verallgemeinerungs-, Assimilations- und Integrationsfähigkeit ist nun oberstes soziales
Wirkprinzip – allgemein bindende Verpflichtungsnormen können infolgedessen
natürlich für alle Handlungsakteure einfach nicht mehr existieren59. Ein soziokultureller
Paradigmenwechsel wäre demnach die Folge.
„Kognitives Erwarten sucht sich selbst, normatives Erwarten sucht sein Objekt zu ändern.“60
Aufgrund der fortgesetzten Komplexitätssteigerung der nunmehr beständig
expandierenden sozialen Lebenswelten, wird vom Individuum die möglichst rasche und
flexible Anpassung an die neu vorgefundenen gesellschaftlichen Konzessionen erwartet.
Der Individualisierungsprozeß ist demnach die unentbehrliche und zirkuläre Anfangsund Endbedingung der gesellschaftlichen Ordnung. Der weitverbreitete Wunsch die
gesellschaftliche Wirklichkeit auch praktisch verändern zu wollen wäre demzufolge rein
illusorisch61.
'DV,QGLYLGXXPDOV]ZLHVSlOWLJH(PDQDWLRQGHV.ROOHNWLYXPV
Georg Simmel, Norbert Elias und Ulrich Beck stellen die dritte apodiktische
Phalanx der Individualität dar. Die Mutmaßung, daß zwischen den strukturellen
Ablösungsdimensionen des Individuums und der gesellschaftlichen Anomie ein
kausaler Zusammenhang bestünde, wird als nicht begründet zurückgewiesen. Einzig
und alleine auf der Sprach-Ebene könne das Individuum und die Gesellschaft als
58
Thomas Krom (Hrsg.), ,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH6I, Originalausgabe 2000.
59
Kurt Röttgers, 'HU9HUOXVWGHV)UHPGHQDXV.XUV, Originalausgabe 2002.
60
Niklas Luhmann, 6R]LRORJLVFKH$XINOlUXQJ%G6, Originalausgabe 1975.
61
Thomas Krom (Hrsg.), ,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH6I, Originalausgabe 2000.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Erklärungsmodelle
12
divergierende Entitäten mißverstanden werden62. Der Individualisierungsprozeß wird
nunmehr als ein ambivalenter und systemimmanenter „Wechsel der Verpflichtungen“63
aufgefaßt. Eine profilierte Selbstregulierung ist ergo die logische Konsequenz.
Allgemein- und Zeitgeschmäcker drohen dann den soziokulturell überforderten
Individuen die Entscheidungen abzunehmen64. Sowohl die Auffassung des freien als
auch des determinierten Individuums wird als schnöder Mythos entlarvt65.
'DV,QGLYLGXXPDOVSRVWPRGHUQH(PDQDWLRQGHV.ROOHNWLYXPV
Niklas Luhmann, Michel Foucault und Ulrich Beck sind aber zugleich auch
Vertreter einer recht radikal-revisionistischen Denkrichtung: Sie proklamieren nichts
geringeres als eine fundamentale Zäsur innerhalb der sozio-philosophischen
Denksphären66. „Die Proklamation der ‚Postmoderne’ hatte mindestens ein Verdienst.
Sie hat bekannt gemacht, daß die moderne Gesellschaft das Vertrauen in die Richtigkeit
ihrer eigenen Selbstbeschreibung verloren hat.“67 Auffallend ist dieserhalb, daß sowohl
Luhmann, Foucault als auch Beck nachdrücklich das Etikett „Postmoderne“ allenfalls
als negativen Ausdruck des heurigen Zeitabschnittes verwenden. Eine weitere
Übereinstimmung ist die Dispensation vom emphatischen, heroisch-demiurgischen
Subjektverständnisses: „Viele assoziieren mit ‚Individualisierung’ Individuation gleich
Personenwerdung gleich Einmaligkeit gleich Emanzipation. Das mag zutreffen.
Vielleicht aber auch das Gegenteil.“68 Damit wird offensichtlich, daß dies die praktischresignative Kapitulation des bisherigen humanistischen Subjektideals, des Idealtypus
des bürgerlichen Individuums, bedeutet69. Das von der Gesellschaft zur Autonomie
62
Georg Simmel, 6R]LRORJLH, Originalausgabe 1900.
63
Georg Simmel, 3KLORVRSKLHGHV*HOGHV6, Originalausgabe 1900.
64
Ulrich Beck, 5LVLNRJHVHOOVFKDIW, Originalausgabe 1986.
65
Thomas Krom (Hrsg.), ,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH6II, Originalausgabe 2000.
66
Ebd., 6II.
67
Niklas Luhmann, %HREDFKWXQJHQGHU0RGHUQH6, Originalausgabe 1992.
68
Ulrich Beck, 5LVLNRJHVHOOVFKDIW6, Originalausgabe 1986.
69
Jürgen Habermas, 1DFKPHWDSK\VLVFKHV'HQNHQ, Originalausgabe 1988.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Schlußfolgerungen
13
gezwungene Individuum hat nunmehr ergo keine andere Wahl als rein selbstbezüglich
zu sein70.
6FKOX‰IROJHUXQJHQ
Die Grundsatzkritik bezüglich dem objektiven Aussagegehalt wissenschaftlicher
Forschung muß als unaufgelöst vorerst ad acta gelegt werden. Eine definitive Klärung
ist prinzipiell leider nicht möglich. Innerhalb eines axiomatischen Referenzmodells ist
die Offene Frage nach der Gültigkeit der getroffenen Setzungen uneigentlich nicht
aufzulösen71. Ein alternatives Referenzmodell zur Triangulation der Erkenntnis ist
diesbezüglich wenig hilfreich. Ein Gegenreferenzmodell kann nämlich keinerlei
Aussagen über die dogmatische Gültigkeit des ursprünglichen Referenzmodells
machen, sondern einzig und allein über die eigene doktrinäre Gültigkeit72. Viel
schlimmer:
„Der dualistische Wahrheits- und Erkenntnistheoretiker hat nur zwei Möglichkeiten: Entweder er
gibt als Bedingung für die Wiederlegung seiner Theorie Elemente seiner Theorie an: dann bleibt
seine Theorie trotz Wiederlegung erhalten, oder er gibt dafür Elemente einer anderen Theorie an:
dann hat er sich insofern von seiner eigenen Theorie bereits verabschiedet. Wenn etwa ein
Kritischer Rationalist sagt, dass der Kritische Rationalismus dann scheitert, wenn über ihn kein
vernünftiger / wahrer Konsens erzielbar ist, dann ist er insofern kein Kritischer Rationalist
(mehr).“73
Diskursduelle
zwischen
rivalisierenden,
kategorischen
Referenzmodellen
entlarven sich ergo als reines Theatergetöse, als viel Schein um Nichts. Derartige
Disputationen sind reine Monologe, reine Parteireden.
Doch wenden wir uns nun der vielmehr praktischen Arbeitskritik zu – aus der
Setzung der Luhmannschen Systemtheorie als Ausgangshypothese ergeben sich gemäß
der hieraus emergierenden tautologischen Systemkontingenz einige schlicht inhärente
70
Niklas Luhmann, 6R]LRORJLVFKH$XINOlUXQJ%G, Originalausgabe 1995.
71
Douglas R. Hofstadter, *|GHO(VFKHU%DFKHLQ(QGORVHV*HIORFKWHQHV%DQG, Originalausgabe 1979.
72
Ludwig Wittgenstein, 7UDFWDWXVORJLFRSKLORVRSKLFXV, Originalausgabe 1922.
73
Josef Mitterer, 'LH)OXFKWDXVGHU%HOLHELJNHLW6, Originalausgabe 2001.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Schlußfolgerungen
14
Konsequenzen: Da in Kurs 33626 / III74 der kommunikative Prozeß als Synonym von
sozialen Systemen eingeführt wird und dieser wiederum mit dem Kulturbegriff
gleichgesetzt wird, ergibt sich zwingend, daß Webdesign eine Ausdrucksform des
Kulturbegriffes sein muß, da bekanntlich Web-Design nun einmal ein kommunikativer
Prozeß ist. Es liegt auf der Hand, daß der Webdesign-Kulturbegriff nur eine schnöde
Ausdrucksform des Internet sein kann, da nur hier beide Teilaspekte zusammenfallen.
Die Ereignisorientiertheit ergibt sich dann wiederum aus der autopoietischen Struktur
der Kultur, die wiederum tautologisch ist.
Damit wären wir allerdings wieder bei der Grundsatzkritik angelangt und die
ewige Möbiusschleife der menschlichen Erkenntnis könnte noch eine weitere
Ehrenrunde einlegen. Der objektive Aussagegehalt tendiert demnach eher gegen Null,
während der tautologische Meinungsanteil parallel dazu gegen unendlich strebt.
Wenn jedoch der objektive Gehalt des menschlichen Wissens immer gegen Null
neigt, d.h. rein fiktionaler Natur ist, dann stellt sich natürlich sofort die Frage, wie hat
die Menschheit Mithilfe dieser Ansammlungen an ausgewachsenen Illusionen
überhaupt historisch bestehen können? Eine orthodoxe Lehrmeinung lautet hierzu:
„Der Mensch ist in der Lage, die objektive Realität zu erkennen, weil sein Gehirn als das
höchstentwickelte Produkt dieser objektiv-realen Welt in ständiger Reaktion und Anpassung an
deren Einwirkung entstanden ist.“75
Damit wird freilich lediglich darauf hingewiesen, daß scheinbar ein kausaler
Zusammenhang zwischen der Sprach- und der Objektebene besteht, was in der Regel ja
auch gar nicht bestritten wird; wie diese existentielle Beziehung jedoch konkret
aussehen soll, ist aber nach wie vor unaufgeklärt76. Die schnöde Postulierung eines
Black-box-Systems ist epistemologisch daher absolut unbefriedigend.
74
75
76
Thomas Heinze, .XOWXUVSRQVRULQJ0XVHXPVPDUNHWLQJ.XOWXUWRXULVPXV, Originalausgabe 2002.
Georg Klaus / Manfred Buhr (Hrsg.), (UNHQQEDUNHLW GHU :HOW aus: 0DU[LVWLVFK/HQLQLVWLVFKHV
:|UWHUEXFKGHU3KLORVRSKLH6, Originalausgabe 1964.
Hoimar von Ditfurth, 'HU*HLVWILHOQLFKWYRP+LPPHO, Originalausgabe 1976.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Zusammenfassung
15
Vielmehr muß schlicht davon ausgegangen werden, daß zumindest einige
Setzungen prinzipiell wahr sein müssen, auch wenn wir dies D SRVWHULRUL nicht mehr
beweisen können. Sowohl die subjektive, als auch die intersubjektive Methode der
Erkenntnisaneignung wird damit zwar zu einer rein ästhetischen Obliegenheit, ohne
irgendeinen Anspruch auf Gewißheit, aber nicht bar von einem Wahrheitsanspruch77.
Demgemäß kann Webdesign also als evidente Diktion des ereignisorientierten
Kulturbegriffs des Internet betrachtet werden, je nach zugrundegelegter Systemtheorie
ist diese Folgerung aber keinesfalls zwingend, sondern nur mehr oder weniger
wahrscheinlich. Am plausibelsten ist diese Beweisführung allerdings unter der Prämisse
der Theorie sozialer Systeme Luhmannscher Prägung.
=XVDPPHQIDVVXQJ
Um einen Fall überhaupt fokussieren zu können, muß man ihn vom Nicht-Fall
unterscheiden – dies geschieht durch sprachliche Setzungen. Diese DSULRUL Setzungen
implizieren allerdings nicht nur bereits alles was wir damit jemals werden fokussieren
können, sondern zugleich alle hieraus ableitbaren Erkenntnisse. Ob und inwieweit diese
axiomatische Setzungen überhaupt wahr sind, entzieht sich unserer Kenntnis.
Da wir nun mal das Beste aus dem ontologischen Sosein der sich darstellenden
Wirklichkeit machen müssen, läßt sich die gegenwärtige erkenntnistheoretische
Konstellation am besten mit den hehren Worten der wahrsagenden Priesterin Manto
illustrieren: „Den lieb ich, der Unmögliches begehrt.“78
77
Jean-François Lyotard, 'DVSRVWPRGHUQH:LVVHQ, Originalausgabe 1979.
78
Johann Wolfgang von Goethe, )DXVW,,6, Originalausgabe 1831.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Anhang
16
$QKDQJ
Die praktische Webarbeit ist unter <http://www.stzgd.de/nexus/> einzusehen.
%LEOLRJUDSKLH
$GRUQR, Theodor W.: 3ULVPHQ. In: .XOWXUNULWLNXQG*HVHOOVFKDIW. Frankfurt am Main, 1976.
%HFN, Ulrich: 5LVLNRJHVHOOVFKDIW$XIGHP:HJLQHLQHDQGHUHQ0RGHUQH. 1. Auflage, Frankfurt am Main,
1986.
%URGLH, Leo: ,Q)257+GHQNHQ(Titel der Originalausgabe: 7KLQNLQJ)257+). 1. Auflage, München –
Wien, 1986.
%UVHPHLVWHU, Thomas: 4XDOLWDWLYH6R]LDOIRUVFKXQJ(LQhEHUEOLFN. Hagen, 1999.
&DUQDS, Rudolf: 6FKHLQSUREOHPHLQGHU3KLORVRSKLH. 1. Auflage, Frankfurt am Main, 1966.
&RPWH, Auguste I. Marie-François: 'LH6R]LRORJLH(Titel der Originalausgabe: &RXUVGHSKLORVRSKLH
SRVLWLYH). 2. Auflage, Stuttgart, 1974.
'LWIXUWK, Hoimar v.: 'HU*HLVWILHOQLFKWYRP+LPPHO. 1. Auflage, München, 1980.
'XUNKHLP, Émile: hEHUVR]LDOH$UEHLWVWHLOXQJ(Titel der Originalausgabe: 'HODGLYLVLRQGXWUDYDLO
VRFLDO). 2. Auflage, Frankfurt am Main, 1988.
'XUNKHLP, Émile: 'HU6HOEVWPRUG(Titel der Originalausgabe: /HVXLFLGH). 8. Auflage, Frankfurt am
Main, 2002.
)HLJ, Michael: 81,;YRQ$QIDQJDQ. 1. Auflage, Frankfurt am Main, 1993.
)HXHUVWDFN, Thomas u.a.: (LQPDOXPGLH(UGHXQG]XUFN. Hagen, 2000.
)RHUVWHU, Heinz v.: 6LFKWXQG(LQVLFKW. 2. Auflage, Heidelberg, 1999.
)ULVFK, Max: 6WLOOHU. 1. Auflage, Frankfurt am Main, 1965.
*DGDPHU, Hans-Georg: :DKUKHLWXQG0HWKRGH. 2. Auflage, Tübingen, 1993.
*ODVHU, Barney G., 6WUDXVV, Anselm: *URXQGHG7KHRU\(Titel der Originalausgabe: 7KHGLVFRYHU\RI
JURXQGHGWKHRU\). Bern, 1998.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Bibliographie
17
*RHWKH, Johann Wolfgang v.: )DXVW'HU7UDJ|GLH]ZHLWHU7HLOLQIQI$NWHQ. Stuttgart, 1976.
*RRGPDQ, Nelson: 7DWVDFKH)LNWLRQ9RUDXVVDJH(Titel der Originalausgabe: )DFW)LFWLRQ)RUHFDVW).
2. Auflage, Frankfurt am Main, 1988.
*RRGPDQ, Nelson: 6SUDFKHQGHU.XQVW(QWZXUIHLQHU6\PEROWKHRULH(Titel der Originalausgabe:
/DQJXDJHVRI$UW$Q$SSURDFKWRD7KHRU\RI6\PEROV). 2. Auflage, Frankfurt am Main, 1995.
+DEHUPDV, Jürgen: 1DFKPHWDSK\VLVFKHV'HQNHQ. 2. Auflage, Frankfurt am Main, 1988.
+HJHO, Georg Wilhelm F.: 3KlQRPHQRORJLHGHV*HLVWHV. Stuttgart, 1988.
+HLQ, Matthias: 7&3,3. 6. Auflage, Bonn, 2002.
+HLQ]H, Thomas: .XOWXUVSRQVRULQJ0XVHXPVPDUNHWLQJ.XOWXUWRXULVPXV. 1. Auflage, Wiesbaden, 2002.
+HLQ]H, Thomas: .RPPXQLNDWLRQVPDQDJHPHQW. Hagen, 2003.
+RIVWDGWHU, Douglas R.: *|GHO(VFKHU%DFKHLQ(QGORVHV*HIORFKWHQHV%DQG(Titel der
Originalausgabe: *|GHO(VFKHU%DFKDQ(WHUQDO*ROGHQ%UDLG). 1. Auflage, München, 1991.
+RUNKHLPHU, Max: =XU.ULWLNGHULQVWUXPHQWHOOHQ9HUQXQIW(Titel der Originalausgabe: (FOLSVHRI
UHDVRQ). In: *HVDPPHOWH6FKULIWHQ%G. Frankfurt am Main, 1991.
.DQW, Immanuel: .ULWLNGHUUHLQHQ9HUQXQIW. Stuttgart, 1973.
.HXWQHU, Thomas: *UHQ]HQGHU+HXULVWLN. In: )XFKV+HLQULW], Werner, .VWHU, Ivonne, 6WHIIHQV,
Martina (Redaktion): 7HFKQLNHQGHVZLVVHQVFKDIWOLFKHQ$UEHLWHQVLQGHQ.XOWXUZLVVHQVFKDIWHQ.
Hagen, 2003.
.ODXV, Georg, %XKU, Manfred (Hrsg.): 0DU[LVWLVFK/HQLQLVWLVFKHV:|UWHUEXFKGHU3KLORVRSKLH.
8. Auflage, Hamburg, 1980.
/HLEQL], Gottfried Wilhelm: 0RQDGRORJLH. <http://gutenberg.spiegel.de/leibniz/monaden/monaden.htm>,
1714.
/XKPDQQ, Niklas: 6R]LRORJLVFKH$XINOlUXQJ%G. 3. Auflage, Opladen, 1975.
/XKPDQQ, Niklas: %HREDFKWXQJHQGHU0RGHUQH. 1. Auflage, Opladen, 1992.
/XKPDQQ, Niklas: 6R]LRORJLVFKH$XINOlUXQJ%G. Opladen, 1995.
/\RWDUG, Jean-François: 'DVSRVWPRGHUQH:LVVHQ(Titel der Originalausgabe: /DFRQGLWLRQH
SRVWPRGHUQH). 3. Auflage, Wien, 1994.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Bibliographie
18
0LWWHUHU, Josef: 'LH)OXFKWDXVGHU%HOLHELJNHLW. 2. Auflage, Frankfurt am Main, 2001.
0Q], Stefan: 6(/)+70/Y. <http://selfhtml.teamone.de/>, 2001.
1LHOVHQ, Jakob: 'HVLJQLQJ:HE8VDELOLW\(Titel der Originalausgabe: 'HVLJQLQJ:HE8VDELOLW\7KH
3UDFWLFHRI6LPSOLFLW\). 1. Auflage, Frankfurt am Main, 2001.
1LHW]VFKH, Friedrich: $OVRVSUDFK=DUDWKXVWUD. 5. Auflage, München, 1984.
3|UNVHQ, Bernhard: $EVFKLHGYRP$EVROXWHQ. 1. Auflage, Heidelberg, 2001.
3RSFRUQ, Faith, 0DULJROG, Lys: &OLFNLQJ'HUQHXH3RSFRUQ5HSRUW(Titel der Originalausgabe:
&OLFNLQJ7UHQGVWR)XWXUH)LW<RXU/LIH<RXU:RUNDQG<RXU%XVLQHVV). 1. Auflage, Heyne,
1996.
3RSSHU, Karl Raimund: /RJLNGHU)RUVFKXQJ. Nachdruck der 10. Auflage, Tübingen, 2002.
4XLQH, Willard Van Orman: :RUWXQG*HJHQVWDQG(Titel der Originalausgabe: :RUGDQGREMHFW).
Stuttgart, 1980.
5|WWJHUV, Kurt: 'HU9HUOXVWGHV)UHPGHQ. In: %HFNPDQQ, Jan P. (Redaktion): (LQIKUXQJLQGDV6WXGLXP
GHU.XOWXUZLVVHQVFKDIWHQ. Hagen, 2002.
6FKURHU, Markus: 1HJDWLYHSRVLWLYHXQGDPELYDOHQWH,QGLYLGXDOLVLHUXQJ. In: .URP, Thomas (Hrsg.):
,QGLYLGXDOLVLHUXQJXQGVR]LRORJLVFKH7KHRULH. Opladen, 2000.
6FKXO]H, Gerhard: 'LH(UOHEQLVJHVHOOVFKDIW.XOWXUVR]LRORJLHGHU*HJHQZDUW. 2. Auflage, Frankfurt am
Main, 1992.
6LPPHO, Georg: 6R]LRORJLH. 5. Auflage, München – Leipzig, 1923.
6LPPHO, Georg: 3KLORVRSKLHGHV*HOGHV. In: *HVDPWDXVJDEH%G, Frankfurt am Main, 1989.
6WUDXVV, Anselm, &RUELQ, Juliet: *URXQGHG7KHRU\. Weinheim, 1996.
:LWWJHQVWHLQ, Ludwig: 7UDFWDWXVORJLFRSKLORVRSKLFXV. Frankfurt am Main, 2003.
:XQGW, Wilhelm M.: (LQIKUXQJLQGLH3V\FKRORJLH. 4. Auflage, Leipzig, 1918.
=DNRQ, Robert H.: +REEHV
=HLWJHVFKLFKWHGHV,QWHUQHWY (Titel der Originalausgabe: +REEHV
,QWHUQHW
7LPHOLQHY). <http://www.michaelkaul.de/Geschichte/geschichte.html>, 2001.
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Ehrenwörtliche Erklärung
19
(KUHQZ|UWOLFKH(UNOlUXQJ
Hiermit erkläre ich, das ich die vorliegende Hausarbeit mit dem Thema
„Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet“
ohne fremde Hilfe erstellt habe. Alle verwendeten Quellen habe ich angegeben. Ich
versichere, daß ich bisher keine Hausarbeit oder sonstige schriftliche Arbeit mit
gleichem oder ähnlichem Thema an der Fernuniversität oder einer anderen (Fach-)
Hochschule abgegeben habe.
Ort, Datum:
Stuttgart, den 23. 07. 2004
Unterschrift:
Webdesign als Ausdrucksform des ereignisorientierten Kulturbegriffs des Internet
Herunterladen