…ein Affenbaby

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VS-Neufelden
4. Klasse
Amelie Hartl
Markt 46
4120 Neufelden
…ein Affenbaby. Sie traut ihren Augen nicht, ein kleiner Affe!
Magdalena liebt Affen. Neugierig und vorsichtig nähert sie sich dem Koffer.
Plötzlich fragt Max: „Was tust du denn da?“ Magdalena stottert:“ I, ich wollte
mir etwas aus dem Zimmer holen. Der Koffer war offen, ich, ich habe den Affen
entdeckt.“
„Das ist ein Schimpanse“, antwortet Max. „Er ist mir zugelaufen. Ich wollte ihn
wieder frei lassen, aber er ist bei mir geblieben.“
Magdalena fragt: „Darf ich ihn einmal halten?“
„Natürlich“, nickt Max. „Ich schenke ihn dir sogar, wenn du möchtest.“
„Aber, aber, geht das denn überhaupt?“ fragt das erstaunte Mädchen.
„Ja, deine Eltern müssen natürlich einverstanden sein und man braucht eine
Genehmigung , um ein Wildtier halten zu können. Und noch etwas, du musst
natürlich auch Tobias mit dem Affen spielen lassen. Magdalena, hör mir gut zu.
Bis morgen sollte es unser Geheimnis bleiben. Bitte verrate es noch niemanden.
Jetzt möchte ich aber wirklich ein bisschen schlafen. Also dann, bis später.“
Magdalena zieht sich ihr pinkfarbenes T-Shirt an und besucht ihre Freundin
Mirjana.
Am Abend isst die ganze Familie zusammen und Onkel Max erzählt spannende
Geschichten von fernen Ländern. Nur den kleinen Affen erwähnt er nicht.
Magdalena hält die Spannung fast nicht aus. Warum ist der Affe wirklich da?
Und was ist mit den seltsamen Geschenken?
Am nächsten Tag, es ist Samstag, zeigen sich Magdalena und Tobias von ihrer
besten Seite.
Sie stehen schon vor den Erwachsenen auf und bereiten ein köstliches Frühstück
für alle vor.
Tobias weckt seine Eltern und Magdalena schleicht sich zu Onkel Max ins
Zimmer. Er ist schon wach. Leise fragt sie: „Wie geht es dem kleinen Affen?“
„Alles bestens“, antwortet Max. „Komm, das Frühstück ist fertig!“, sagt
Magdalena.
Sie möchte so gerne über ihre Entdeckung reden, sie kann es einfach nicht mehr
länger aushalten.
Da sagt Onkel Max plötzlich: „ Hier Magdalena, trage bitte den Affen. Wir
nehmen ihn jetzt einfach zum Frühstück mit. Dann wissen es alle. Es ist besser
so.“
Als Magdalena ins Esszimmer kommt, sitzen ihre Eltern schon beim Tisch.
Mama und Papa schauen beide vollkommen erstaunt, machen die Augen wieder
zu, reiben sich die Augen, schauen wieder und können es nicht glauben.
Papa findet als Erster seine Sprache wieder:“ Was um Himmels Willen ist das?“
fragt er.
Max, der gerade ins Zimmer kommt, antwortet: „Ein Affe. Genau genommen
ein junger Schimpanse. Er ist zahm, stubenrein, äußerst verschmust und ich
musste ihn in Sicherheit bringen.“
„ Aber warum hast du gestern nichts gesagt? „, fragt Mama.völlig fassungslos.
„Ist der denn nicht gefährlich? Womöglich hat er Läuse. Oh Gott, er kann auf
keinen Fall hierbleiben.“
Tobias, der immer noch wie ein Autobus schaut, erwidert. „Ich möchte ihn
behalten. Ja bitte, können wir ihn nicht behalten. Ich kenne niemanden , der
einen Affen als Haustier hält. Alle meine Freunde werden mich beneiden. Und
überhaupt, ich könnte mit ihm im Zirkus auftreten und..“
„Halt! Schluss jetzt!“, ruft Mama. Und dann sagt sie etwas leiser: „Max, bitte
erzähle uns die ganze Geschichte.“
Max beginnt zu erzählen: „Also, das war so. In Madagaskar gibt es sehr viel zu
entdecken. Es gibt Pflanzen, die sonst nirgends zu finden sind. Es gibt seltene
Vögel und Insekten, die noch keiner kennt. Und es gibt natürlich Menschen, die
so etwas als Erste entdecken wollen. Diese Forscher sind ja sehr nette und
fleißige Leute. Aber leider gibt es auch immer wieder Bösewichte, die nur an
sich selbst und ans Geldverdienen denken.
Ich habe bei einem Forscherteam mitgearbeitet. Natürlich nur Hilfsarbeiten, aber
es war wirklich sehr spannend. Sie haben eine Pflanze entdeckt, die eigentlich
sehr unscheinbar aussieht. Ihre Blätter sehen aus wie Brennnesseln und die
Blüten sind auch nicht besonders schön. Aber die Wurzelknolle enthält einen
Saft, der außergewöhnlich ist. Damit kann man Dinge versteinern, was sonst
viele, viele Jahre dauern würde. Man könnte von alten Funden berichten, die in
Wirklichkeit gar nicht alt sind.“
Tobias sagt: “Die komische Knolle, die grüne Flüssigkeit und das versteinerte
Ei. Aber was ist mit dem Fernrohr?“
„Geduld“, antwortet Onkel Max, „hör zu! Die Forscher wollen nun
herausfinden, was man sonst noch alles aus diesem Saft machen kann. Aber ein
Mann hat heimlich Eier versteinert und dann behauptet, Dinosauriereier
gefunden zu haben. Ich habe ihn von unserem Lager aus mit dem Fernrohr
beobachtet. So ein Lügner. Als nächstes wollte er ausprobieren, wie dieses
Mittel bei Lebewesen wirkt. Der Affe wäre sein Versuchstier gewesen. Ich habe
ihn gerettet. In Madagaskar wollte mir niemand glauben. Aber ich habe alles
mitgenommen, um den Betrug zu beweisen. Und natürlich auch den Affen.“
„Aber, was willst du jetzt machen?“, fragt Mama.
„Ich habe schon alles am Flughafen erledigt. Das hier sind eure Geschenke. Sie
werden euch immer an mein Abenteuer erinnern“, antwortet Onkel Max.
Die Geschichte klingt sehr unglaubwürdig. Vielleicht ist das alles nur erfunden,
oder ein Märchen. Eines ist jedoch wirklich war. Im Esszimmer sitzt ein Affe.
„Ist der Affe, der Schimpanse, etwa auch ein Geschenk?“, fragt Papa vorsichtig.
„Ja, sicher. Ich habe ihn für die Kinder mitgebracht“, erwidert Max.
„Hurra! Was frisst er denn? Er muss doch hungrig sein. Darf ich ihn gleich
füttern?“, fragt Tobias aufgeregt.
„Wie heißt er denn überhaupt? Darf ich ihn Sascha nennen?“, fragt Magdalena.
„So viele Fragen auf einmal. Also, sie fressen meistens das, was sie finden.
Besonders gerne Nüsse und Bananen. Und dieser kleine Affe hier bekommt
auch noch ein Fläschchen. Ich habe alles dabei. Und natürlich kannst du ihn
Sascha nennen.“, antwortet Onkel Max.
„Bitte Mama und Papa. Wir wollen ihn behalten. Tobias und ich werden uns
auch gut um Sascha kümmern. Wir werden bestimmt nicht streiten.“, sagt
Magdalena.
Die Eltern sehen sich an. „Darüber müssen wir erst nachdenken. Jetzt machen
wir erst einmal sein Fläschchen,“ sagt Mama. Sie nimmt den kleinen Affen auf
den Arm und hält ihn wie ein kleines Baby, Der Affe kuschelt sich an sie.
Magdalena und Tobias freuen sich. Mama kann sicher nicht widerstehen.
Papa geht in die Garage und sucht verschiedene Teile, aus denen man ein
Gehege im Garten bauen kann. Tobias und Max helfen mit. Am Sonntag steht
schon ein richtiges Holzhäuschen mit Drahtzaun für Sascha im Garten. Die
Kinder spielen die ganze Zeit mit dem süßen Affenbaby. Sie sind wirklich
glücklich.
Am Montag erzählen die beiden in der Schule von ihrem neuen Haustier. Alle
Schulfreunde wollen sie sofort besuchen. Doch solange Onkel Max zu Besuch
ist, geht das nicht.
Max erzählt jeden Abend unglaubliche Geschichten. Er ist wirklich der tollste
Onkel, den man haben kann.
Doch leider vergeht die Zeit sehr schnell. Nach zwei Wochen muss Max wieder
zum Flughafen. Er fliegt nach Neu Delhi. Die ganze Familie fährt zum
Flughafen. Alle sind traurig. Mama weint ein bisschen. „Bitte lass nicht wieder
8 Jahre vergehen, bis zu deinem nächsten Besuch“; sagt sie zu ihrem Bruder.
„Und bitte, überlege dir deine Mitbringsel gut, wenn du uns das nächste Mal
besuchst“, sagt Papa.
„Wie wäre es denn mit einem Freund für Sascha?“, fragt Tobias.
„Vielleicht ein Elefant“, sagt Magdalena.
Mama und Papa sehen ein bisschen blass aus.
„Keine Sorge. Ich werde es mir gut überlegen. Und ich komme bestimmt bald
wieder. Ich muss doch nachsehen, wie es Sascha geht.“, antwortet Onkel Max.
Dann verabschieden sich alle.
Mama, Papa, Tobias und Magdalena sehen noch zu, wie das Flugzeug startet.
Und alle vier sind schon jetzt auf das nächste Wiedersehen gespannt.
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