Facharbeit über Borderline

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1. Einleitung
„Meistens weiß ich selbst nicht so ganz was ich fühle oder wie es mir geht, also gut ist
eher selten da muss schon was großes passieren, schlecht - muss eben etwas passieren
was mich runterzieht. Ich bin ein Mensch der sehr unsicher ist, was andere von mir halten,
oder dass ich jemand verletze oder etwas falsch mache, ich habe immer alle Antennen
ausgefahren, um jedes kleinste Signal von meinen Mitmenschen aufzunehmen, um zu
wissen in welcher Stimmung sie sind, ob sie genervt sind, weil ich immer Angst habe was
falsch zumachen. Ich versuche es immer allen Recht zu machen und scheitere immer
wieder daran und so enttäusche ich nicht nur die Anderen, denn am meisten bin ich dann
von mir selbst enttäuscht, es ist wie ein Teufelskreis, denn so falle ich wieder in den
Selbsthass, fühle mich als Versager und habe das Gefühl zu stören, also damit das ich lebe,
wie ein Fleck auf der Glasscheibe denn man nicht haben möchte. Wenn ich Kritik erhalte
kann ich damit nicht umgehen, ich kann das nicht differenzieren, dass meine Arbeit nichts
mit meiner Person zu tun hat, dass wenn jemand meine Arbeit kritisiert, das nicht
automatisch heißt, dass man mich nicht mag. Und ich kann auch nicht abstreiten das ich
auch oft in Selbstmitleid bade, oft das Gefühl habe niemanden zu haben. Das Gefühl der
Einsamkeit ist ein täglicher Begleiter - zuerst das Gefühl niemand versteht einen, auch
teilweise, weil man das, was man innerlich spürt gar nicht in Worte fassen kann und somit
mit mir schlecht darüber reden kann. Ähnlich das Gefühl der inneren Leere, es ist oft so
das ich Langeweile habe und nicht weiß was ich tun kann, da ich nicht wüsste was ich mit
mir alleine schon machen sollte, bloß oft fehlt mir auch der Antrieb etwas zu
unternehmen, heißt mir ist langweilig habe aber nicht den Antrieb etwas dagegen zu tun,
in solchen Situationen bin ich unausgeglichen und werde reizbar sogar aggressiv, doch
bisher habe ich Diese gut vor anderen verbergen können.“
Dieser Erfahrungsbericht soll meine Facharbeit zum Thema Borderline einleiten.
Bevor ich anfing meine Facharbeit über Borderline zu schreiben, habe ich mich in einem
Forum angemeldet (www.borderlineforum.de), um mit Betroffenen über die Krankheit
reden zu können und geeignete Informationen für meine Facharbeit zu finden. In einem
Forum kann man Nachrichten mit reellen Personen schreiben, ohne von ihnen erkannt zu
1
werden oder etwas über seine Herkunft preisgeben zu müssen. Ich hatte die Idee, für
meine Einleitung, eine Art realen Gedankengang zu finden, jedoch war das über Google
relativ schwer und erfolglos. Also schrieb ich in dem Forum einige Betroffene an und
fragte, ob sie mir helfen könnten eine Art Gedankengang von ihnen zu schreiben, um die
Problematik der Borderline-Erkrankung nicht nur anhand von theoretischen Aussagen
ersichtlich zu machen. Das Ergebnis sieht man bei meiner Einleitung. Des Weiteren war es
sehr hilfreich, mich mit den Mitgliedern über verschiedene Symptomatiken, oder
Therapiemöglichkeiten zu unterhalten. Die Betroffenen waren sehr offen und versuchten
mir, alle möglichen Tipps und Verbesserungsvorschläge für meine Facharbeit mitzugeben.
Doch warum habe ich mir dieses Thema ausgesucht?
Durch meine Mama erfahre ich viel über verschiedene psychische Krankheiten, da sie auf
einer Jugendpsychiatrie arbeitet. Ich wollte gern über eine Krankheit berichten, die in
meinem Freundes- und Schulumfeld noch kaum bekannt ist. Das Thema habe ich mir
ausgesucht, um auch über andere Krankheiten, als Magersucht oder Drogenabhängigkeit
zu reden. Ich finde es wichtig, dass man in der Jugend über verschiedene Krankheiten
aufgeklärt wird. Meiner Meinung nach, sollten die Menschen nicht immer nur auf
negative Auffälligkeiten bei Menschen achten, sondern erst einmal erfahren, warum
manche Menschen sich anders verhalten. Meiner Meinung nach sollte die Krankheit
Borderline öffentlicher gemacht werden. Vorallem die Jugendlichen sollten einmal über
den Laptoprand oder den Fernseher hinausschauen und verstehen, dass es auch noch
andere wichtigere Dinge als zum Beispiel Amy Winehouse‘ Tod oder die Herausgabe eines
neuen Iphone-Modells gibt – nämlich Krankheiten, welche unsere Gesellschaft betreffen.
2. Beschreibung der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (abgekürzt BPS), oder auch das Borderline Syndrom
gehört zu den Emotional Instabilen Persönlichkeitsstörungen. Es ist eine Bezeichnung für
eine Persönlichkeitsstörung, welche durch Impulsivität und Instabilität in
zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmungen und im Selbstbild gekennzeichnet ist.
Bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sind bestimmte Bereiche von Gefühlen, des
2
Denkens und des Handelns beeinträchtigt. Dies äußert sich durch negatives und teilweise
merkwürdiges Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen, sowie im gestörten
Verhältnis zu sich selbst. Das Borderline-Syndrom wird häufig von weiteren Störungen
begleitet. Darunter fallen vorallem Depressionen, dissoziative Störungen und
Selbstverletzendes Verhalten. Es ist nicht selten, dass das Borderline-Syndrom mit
anderen Persönlichkeitsstörungen auftritt.
„Borderline“ kommt aus dem Englischen, was so viel bedeutet wie „Grenzbereich“.
Mediziner waren in der Annahme, dass sich die Erkrankten im Grenzbereich zwischen
Neurose und Psychose bewegten, da sie Symptome aus den beiden Bereichen
identifizierten. Psychotische Symptome, wie zum Beispiel Verfolgungswahn traten bei den
Betroffenen vermehrt auf. Eine Instabilität in der Stimmung, dem eigenen Selbstbild und
in sozialen Beziehungen kennzeichnet die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Das
Symptombild gehört in der Psychotraumatologie zu den komplexen posttraumatischen
Belastungsstörungen. Seit den Arbeiten von Kernberg wird die Persönlichkeitsstörung als
eine anerkannte Krankheit definiert. Einige Wissenschaftler fordern jedoch, dass der
Begriff der Borderline-Persönlichkeitsstörung aufgehoben wird, da er mehr oder weniger
differentialdiagnostische Probleme bezeichne. Von der Borderline-Persönlichkeitsstörung
sind schätzungsweise zirka 1-2 Prozent der Bevölkerung betroffen. Davon sind zirka 2/3
der Betroffenen Frauen. Missbrauchserfahrungen in der frühen Kindheit können die
Borderline-Persönlichkeitsstörung hervorrufen. Deshalb sind Frauen wahrscheinlich
häufiger betroffen, da sie in ihrer Kindheit öfter zu Missbrauchsfällen werden als Männer.
3. Geschichte des Störungsbegriffes
Der Begriff „borderline“ ist keine Erfindung aus der jetzigen Zeit. Er wird schon seit über
100 Jahren im psychiatrischen Umfeld verwendet. Hughes verwendete den Begriff im
Allgemeinen schon im Jahre 1884, als er von „Borderland“ sprach. Aichhorn beschrieb mit
dem Begriff Jugendliche, welche unter mangelnder Impulskontrolle litten. Als einer der
Ersten, der die Merkmale des Borderline-Syndroms im heutigen Sinne zu detaillieren
versuchte, galt A. Stern. Ihm fiel eine Patientengruppe auf, die man von neurotischen
3
Patienten nur dadurch unterscheiden konnte, dass eine Behandlung mit klassischer
Psychoanalyse zu keinem Erfolg führte. Diese ihm auffällig gewordene Patientengruppe
wies sowohl psychotische, als auch neurotische Auffälligkeiten vor. Der Begriff Borderline
wurde in der Folgezeit jedoch nur als Sammelbegriff für schwierige Patienten genutzt und
galt damit als eine Art Restkategorie, da es den Ärzten nicht gelang, ein einheitliches
Konzept des Krankheitsbildes zu erstellen. Kernberg, ein in Österreich geborener und nach
Amerika ausgereister Psychoanalytiker, beschrieb als erster charakteristische Phänomene
und psychodynamische Betrachtungsweisen und fasste diese zu einem eigenständigen
Krankheitsbild zusammen. Dieses neu erworbene Krankheitsbild grenzte sich deutlich von
den Konzepten der Schizophrenie und der affektiven Störungen ab. Im Jahre 1975
entwickelte Kernberg eine eigene Theorie und beschrieb diese als „BorderlinePersönlichkeitsorganisation im Zwischen- und Grenzbereich von Neurose und Psychose“.
Seine Entdeckung diente letztendlich dazu, dass sich der englische Begriff „Borderline“ (an
der Grenze) als eigenständige Krankheitsbezeichnung durchsetzte und diese Erkenntnisse
auch in Deutschlandverbreitet wurden. Die Aufnahme der BorderlinePersönlichkeitsstörung in das DSM-III fand im Jahre 1980 statt. Auch heute noch wird die
Diagnose im DSM-IV und im ICD-10 verwendet. In den letzten 30 Jahren der Forschung an
dieser Krankheit, hat sich einiges verändert. Die damals als Restkategorie bezeichnete
Krankheit gehört nun zu einer der am besten belegten Persönlichkeitsstörungen der
heutigen Zeit.
4. Die Epidemiologie der Borderline-Störung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung gehört laut dem ICD-10 zu den
Persönlichkeitsstörungen. Die Prävalenzrate der Persönlichkeitsstörungen in der
Allgemeinbevölkerung liegt zwischen 6 und 14 Prozent und ist damit sichtlich erhöht. Bei
Männern und Frauen treten Persönlichkeitsstörungen zahlenmäßig relativ verteilt auf. Die
Prävalenz der Borderline-Persönlichkeitsstörung liegt bei zirka 1,5 Prozent. Die
Prävalenzrate der Borderline-Störung liegt damit um ungefähr 1 Prozent höher, als die der
Schizophrenie. Zwischen 14 und 20 Prozent stationär und zirka 8 bis 11 Prozent aller
ambulant betreuten Patienten erfüllen die Kriterien des Borderline-Syndroms. Über eine
4
Zu- beziehungsweise eine Abnahme der Krankheit lässt sich noch spekulieren, da nur
Forschungsergebnisse eines Jahrzehnts bereit stehen und Langzeitstudien von 20 bis 30
Jahren noch ausstehen. Laut einem gewissen Herrn Stone hat die Betroffenenrate in den
Räumen Amerika, Westeuropa und Australien zugenommen. Er vergleicht dabei die
Inzestrate von mehreren Jahren miteinander, da er der Meinung ist, dass die BorderlineRate aufgrund der Zunahme von Inzest gestiegen ist. Finkelohr stellte im Jahr 1984 fest,
dass der Inzest um das sechs- bis siebenfache ansteigt, wenn ein Kind bei seinem
Stiefvater aufwächst. Die erhöhten Scheidungen normalisieren Patchwork Familien, bei
denen die Wahrscheinlichkeit sexueller Übergriffe auf das Stiefkind nicht ausgeschlossen
werden können, da der Stiefvater keine väterlichen Gefühle für das Kind aufbringen kann.
Mittlerweile wurde anerkannt, dass eine enge Verbindung zwischen Inzest und der
Entstehung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung besteht. Die Schwächung religiöser
Bindung und der steigende Konsum von Alkohol, Tabletten und Drogen, wodurch die
Wahrnehmung der Eltern herabgesetzt wird, lassen Inzest nicht ausschließen.
Auch Suizid ist ein großes Thema bei dem Borderline-Syndrom. Nahezu alle Borderliner
durchstehen während ihrer Erkrankung suizidale Krisen und Handlungen. Durch Suizid
sterben zwischen 5 und 10 Prozent der Borderline-Patienten. Dies entspricht einer 50-mal
höheren Suizidrate als der in der Allgemeinbevölkerung. ¹
5. DSM-IV und ICD 10
Das ICD-10 (International Classification of Diseases) ist das wichtigste und weltweit
anerkannte Diagnoseklassifikationssystem in der Medizin. Die
Weltgesundheitsorganisation erstellte diese Klassifikation, welche auch in der Psychologie
und in der Psychotherapie angewendet werden muss. Aktuell gültig ist die Ausgabe des
ICD-10. Seit Frühjahr 2007 wird an einer neuen Ausgabe, dem ICD-11, gearbeitet. In
Deutschland sind Ärzte und ärztlich geleitete Einrichtungen verpflichtet, Diagnosen nach
dem ICD-10 GM (German) zu verschlüsseln.
Das DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) ist ein
5
Klassifikationssystem der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung. Zur Zeit liegt noch
die Version DSM-IV vor.
Das DSM-IV dient dem Ersatz und/ oder der Ergänzung für die jeweiligen Auszüge im ICD10. Das ICD-10 ist ein internationales Klassifikationssystem der Vereinten Nationen. Das
DSM-IV hingegen ist ein nationales Klassifikationssystem der Vereinigten Staaten von
Amerika. Das DSM-IV wird größtenteils in der Forschung eingesetzt. Das DSM ist seit dem
Jahr 2000 in der vierten Version erhältlich. Seit der dritten Version, 1980, systematisiert es
psychiatrische Diagnosen in fünf Achsen. Zu einer Diagnose gehört die Angabe des
Zustandes auf jeder dieser 5 Achsen:
Achse 1: Klinische Störungen und andere klinisch relevante Probleme. Hauptsächlich
Zustandsstörungen, schwere mentale Fehlstörungen und Lernunfähigkeiten (Beispiele:
Angststörungen, Störungen der Impulskontrolle, Essstörungen)
Achse 2: Persönlichkeitsstörungen und geistige Behinderungen (Beispiele: Borderline,
schizoide oder paranoide Persönlichkeitsstörungen, anti-soziale Persönlichkeiten)
Achse 3: Medizinische Krankheitsfaktoren. Diese Achse umfasst körperliche Probleme, die
bedeutsam für die psychische Erkrankung sein können.
Achse 4: Psychosoziale und umgebungsbedingte Probleme. (z.B. Probleme in Familie und
Partnerschaft)
Achse 5: Globale Beurteilung des Funktionsniveaus anhand der GAF Skala (siehe Anhang).
(Psychische, soziale und berufliche Funktionen werden auf einem Kontinuum zwischen
psychischer Gesundheit und extremer Störung beurteilt).²
Seit 2004 ist eine deutsche Fassung, eine sogenannte German Modification (GM) im
Umlauf. Zur Zeit gilt die seit 1.Januar 2009 verwendete ICD-10-GM 2009. Dies ist die 10.
Revision, die Version aus dem Jahr 2009 auf deutscher Sprache. Das ICD-10 gilt der
Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung. Das
Kapitel 5 des ICD-10 befasst sich mit Psychischen und Verhaltensstörungen (F00-F99).
Dieses Kapitel gliedert sich wiederum in verschiedene Gruppen, welche im Anhang kurz
aufgeführt werden. Die Borderline-Störung fällt in die Gruppe F60-F69 „Persönlichkeitsund Verhaltensstörungen“.
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5.1 Definition der Störung nach DSM-IV
Von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung spricht man, wenn der Betroffene unter
einem „tiefgreifenden Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im
Selbstbild und in den Affekten, sowie unter deutlicher Impulsivität“ leidet. Der Beginn
einer Borderline-Persönlichkeitsstörung „liegt im frühen Erwachsenenalter,
beziehungsweise in der Pubertät und manifestiert sich in verschiedenen
Lebensbereichen.“ ³
Um laut dem DSM-IV von einer Borderline-Störung reden zu können müssen 5 der
folgenden Kriterien erfüllt werden:
 1. Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu
vermeiden.
- Dabei ist zu beachten, dass keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen
berücksichtigt werden, welche in Kriterium 5 berücksichtigt sind.
- Dies macht sich vorallem bemerkbar, da Borderliner ein regelrecht klammerndes
Verhalten aufweisen.
 2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das
durch einen Wechsel zwischen Extremen der Idealisierung und Entwertung
gekennzeichnet ist.
- Personen werden bei Borderlinern nur als „gut“ angesehen und können nach
kurzer Zeit aus verschiedensten Gründen zutiefst gehasst werden. Alle von dem
Borderliner vorher festgestellten guten Eigenschaften werden auf einen Schlag
vergessen.
 3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes
oder der Selbstwahrnehmung.
- Viele Borderliner können sich selbst nicht definieren. Doch es gibt auch
Borderliner, welche sich als Mensch definieren können. Diese haben jedoch eine
gestörte Identität in Bezug auf ihr eigenes Geschlecht. Sie verachten zum Beispiel
ihren Körper. Grenzgänger neigen zu extremen Minderwertigkeitsgefühlen und
haben normalerweise ein instabiles Selbstbild. Sie suchen in ihrem Umfeld immer
nach Bestätigung, da sie nicht an ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten glauben.
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 4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (zum
Beispiel Geld ausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtloses Fahren).
- Auch hier ist wieder zu beachten, dass keine suizidalen oder selbstverletzenden
Handlungen berücksichtigt werden, welche in Kriterium 5 enthalten sind.
- Beispiel: „Wie kann ich beschreiben was in mir vorgeht? Weshalb ich meine
finanzielle Existenz schon mehrfach verspielt habe? Ich habe 75 000 Euro Schulden,
habe eine Unterschlagung begangen, meine Arbeitsstelle verloren, Geld geliehen
und nicht zurückgezahlt, auf laufende Leistungen beim Arbeitsamt mit
abenteuerlichen Geschichten Vorschuss abkassiert…Aber auf all das bin ich nicht
stolz! Nach jedem Neuanfang habe ich wieder und wieder mit dem Spielen
angefangen, obwohl mir die Folgen durchaus bewusst waren…“
 5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder –drohungen
oder selbstverletzendes Verhalten.
- Selbstverletzendes Verhalten ist neben Suizidversuchen bei Borderliners sehr
häufig anzutreffen. Borderliner fügen sich jedoch Schnittverletzungen
hauptsächlich an den Armen zu.
 6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung ( zum
Beispiel Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige
Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
- Borderliner leiden unter starken Stimmungsschwankungen. Mehrmalige
grundlose Stimmungsschwankungen am Tag sind möglich.
- Beispiel:
„ Die Ampel steht auf Rot, doch ich reagiere völlig falsch: Mitten auf der Kreuzung
stehe ich plötzlich, die Autofahrer hupen. Ich steige vom Fahrrad und brülle: >Du
Arschloch!< Auf dem Weg von der Therapiestunde nach Hause ist meine Stimmung
gekippt: Plötzlich höre ich in mir Sätze des Therapeuten, die mich rasend vor Wut
machen. Und eine Umarmung, die ich mir schon so lange gewünscht habe, hat er
mir wieder nicht gegeben.“
 7. Chronisches Gefühl von Leere.
- Viele Borderliner verfügen über keine spürbaren Empfindungen. Sie fühlen sich
leblos, vergleichbar mit einem Zombie.
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- Dafür habe ich ein passendes Beispiel bekommen:
„Ich falle immer tiefer...die Leere erdrückt mich und ich kann nicht mehr atmen. Ich
bin völlig verzweifelt und weiß nicht weiter...Wann hört das auf?
Ich fühle mich so scheiße einsam...Mehr hab ich nicht zu sagen.“
 8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten damit, die Wut zu
kontrollieren (zum Beispiel häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte
körperliche Auseinandersetzungen).
 9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen, oder
schwer dissoziative Symptome.
- In belastenden Situationen kann es sein, dass sich Borderliner verfolgt fühlen,
oder den Eindruck haben, dass jemand sie zerstören will. Außerdem können sie
das Gefühl haben, sich von ihrem Körper zu entfernen, da sie ihr Umfeld meist nur
als sehr fern und abgestumpft wahrnehmen können. Wenn die Situation nicht
mehr als gefährlich oder belastend eingestuft wird, verschwinden diese Symptome
jedoch wieder.
- Ein Beispiel: „ Ich liege wach, versuche krampfhaft einzuschlafen oder wenigstens
Ruhe zu finden. Das Gedankenkarussel dreht sich und ich kann es nicht
beeinflussen. Ich habe einfach nur Angst. Angst vor dem nächsten Tag. Wenn diese
Angst eine unbestimmte Grenze überschritten hat, fange ich an zu fantasieren. Der
Raum verändert sich, die Wände kommen auf mich zu. Jeder Schatten wird zur
bedrohlichen Figur. An den Wänden sehe ich dann Bilder oder Ähnliches. Ich
komme mir vor wie wenn ich einen Horrorfilm anschaue, allerdings kann ich diesen
Film nicht einfach abstellen. Ich achte auf jedes Geräusch. Ich würde so gern
aufwachen - aber ich bin ja wach!“
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5.2 Definition des Störungsbegriffes nach ICD-10
Borderline gliedert man in den Bereich der „Emotional instabilen
Persönlichkeitsstörungen“ ein.
Dieser Bereich trägt im ICD-10 die Nummer F60.3 und wird so beschrieben:
F60.3 - Emotional instabile Persönlichkeitsstörung
„Eine Persönlichkeitsstörung mit deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von
Konsequenzen auszuagieren, verbunden mit unvorhersehbarer und launenhafter
Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen Ausbrüchen und eine Unfähigkeit,
impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht eine Tendenz zu streitsüchtigem
Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn impulsive Handlungen
durchkreuzt oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können unterschieden
werden: Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale Instabilität
und mangelnde Impulskontrolle; und ein Borderline- Typus, zusätzlich gekennzeichnet
durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren
Präferenzen, durch ein chronisches Gefühl von Leere durch intensive, aber unbeständige
Beziehungen und eine Neigung zu selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen
Handlungen und Suizidversuchen.“
Hierbei unterscheidet man in 2 Gruppen:
F60.30 impulsiver Typus
F60.31 Borderline Typus
F60.30 Impulsiver Typus
Der impulsive Typus wird im ICD 10 so beschrieben:
„Die wesentlichen Charakterzüge sind emotionale Instabilität und mangelnde
Impulskontrolle. Ausbrüche von gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten sind
häufig, vor allem bei Kritik durch Andere.“
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F60.31 Borderline Typus
Der Borderline Typus wird im ICD-10 so beschrieben:
„Einige Kennzeichen emotionaler Instabilität sind vorhanden, zusätzlich sind oft das
eigene Selbstbild, Ziele und „innere Präferenzen“ (einschließlich der sexuellen) unklar
und gestört. Meist besteht ein chronisches Gefühl innerer Leere. Die Neigung zu
intensiven, aber unbeständigen Beziehungen kann zu wiederholten emotionalen
Krisen führen mit übermäßigen Anstrengungen, nicht verlassen zu werden, und mit
Suiziddrohungen oder selbstschädigenden Handlungen (diese können auch ohne
deutliche Auslöser vorkommen).“
6. Ursachen der Borderline Persönlichkeitsstörung
Die Ursachen des Borderline-Syndroms wurden in den letzten Jahrzehnten sehr
intensiv erforscht.
Die Forscher fanden heraus, dass viele der Betroffenen in ihrer Kindheit ein Trauma
erlitten hatten. Dazu gehören zum Beispiel frühe Trennungen der Eltern, zum Beispiel
durch einen Todesfall, Vernachlässigung, aber auch körperliche und sexuelle
Gewalterfahrungen. Doch nicht jeder Mensch, der ein Trauma erlebt hat, wird
Borderliner. Und nicht jeder Borderliner muss zwangsweise ein Trauma erlitten
haben. Daraus lässt sich erkennen, dass es noch weitere Einflussfaktoren geben muss.
Die Betroffenen erleben negative Gefühle, wie Trauer oder Eifersucht, sowie positive
Gefühle, wie Liebe oder Glück, viel intensiver, als es bei gesunden Menschen der Fall
ist. Diese Hoch- und Tiefgefühle halten bei den Borderline-Betroffenen relativ lange
an, so dass diese für die Betroffenen zu einer Qual werden. Die Betroffenen versuchen
dann ihre Gefühle durch zum Beispiel Selbstverletzung wieder in den Griff zu
bekommen. Viele Forscher sind der Annahme, dass die Betroffenen in ihrer Kindheit,
bei der Wahrnehmung ihrer Gefühle, von ihrem sozialen Umfeld (Familie,
Kindergarten, Schule) nicht unterstützt wurden. Ihre Gefühle wurden eher durch
abweisendes Verhalten der Erwachsenen bewertet. Ein einfaches Beispiel dafür: Ein
Kind hat Angst vor dem Einschlafen, weil es denkt, dass ein Monster unter seinem
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Bett liegen könnte. Die Eltern reagieren darauf eher genervt und machen dem Kind
verständlich, dass es nicht sein kann, dass es Angst habe. Sie unternehmen jedoch
nicht den Versuch, dem Kind die Angst zu nehmen, indem sie gemeinsam unter das
Bett schauen und das Kind in den Arm nehmen, um ihm zu erklären, dass es keine
Monster gibt. Daraus lässt sich erkennen, dass die Eltern die Empfindungen des Kindes
als falsch und unangemessen darstellen. Dieses Umfeld bezeichnet man als
„invalidierendes Umfeld“ und gibt es in unterschiedlicher Stärke in jeder Familie. In
meinem Beispiel kann die Folge solcher Taten sein, dass das Kind durch die fehlende
Rückmeldung kein Vertrauen in sich und seine eigenen Gefühle entwickelt und sich
somit als nicht wichtig und falsch erfährt.
7. Symptomatik des Borderline-Syndroms
Die Gefühle eines Borderliners können sich sehr schnell und heftig verändern. Oft
können sie diese dann nur sehr schwer oder gar nicht kontrollieren. Dies kann dazu
führen, dass die Betroffenen Einsamkeit, Ärger, abgrundtiefe Angst oder Verzweiflung
viel intensiver wahrnehmen. Heftige Wutanfälle können das Ergebnis einer kleinen
Auseinandersetzung mit anderen Personen sein. Borderliner teilen ihre Mitmenschen
in Schwarz und Weiß ein: Menschen können ihrer Ansicht nach nur gut oder schlecht
sein. Es fällt ihnen schwer, Grautöne wahrzunehmen. Jedoch kann dies natürlichen zu
Problemen im Kontakt mit anderen Menschen führen. Borderliner können sehr
schnell intensive Gefühle, beziehungsweise eine zwischenmenschliche Beziehung
aufbauen, doch werden diese auch sehr schnell wieder aufgelöst. Anhand von
Süchten oder Selbstverletzungen versuchen die Betroffenen sich vor unerträglichen
Gefühlen zu schützen. Etwa 10 Prozent aller Borderline-Erkrankten nehmen sich das
Leben. Sie kommen mit ihren intensiven Gefühlen nicht mehr klar, so dass sie dies als
einzigen Ausweg sehen.
Borderliner haben auch häufig besondere Fähigkeiten. Oft sind die Betroffenen sehr
kreativ, lebendig und lassen sich schnell zu Dingen begeistern. Positive Gefühle, wie
Liebe oder Freude nehmen sie sehr intensiv wahr. Dies kann sich allerdings auch auf
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einen Schlag verändern, indem zum Beispiel aus Liebe Wut und aus Freude
Verzweiflung wird.
Wie bei jeder Krankheit gibt es Symptome, die bei vielen Betroffenen sehr gehäuft
auftreten und bei anderen relativ vermindert sind. Zirka drei viertel aller BorderlineBetroffenen haben sich schon einmal selbst verletzt. Meistens schneiden sie sich mit
Hilfe von Rasierklingen oder anderen Gegenständen in die Arme, die Beine und den
Bauch. Doch wenden sie auch noch andere Formen der Selbstverletzung an. Sie
schlagen zum Beispiel Körperteile gegen harte Gegenstände oder Brennen sich mit
Hilfe von zum Beispiel Deodorants, Herdplatten oder Feuerzeugen. Die Erkrankung
beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Anfangs werden oft
andere psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Essstörungen, Suizidalität oder
Sucht diagnostiziert. Dies liegt daran, dass die Symptome immer wieder wechseln
können und man dies nicht gleich als Borderline-Störung erkennen kann. Zum Beispiel
kann ein Betroffener anfangs Symptome einer Magersucht aufweisen, danach leidet
er an starken Panikattacken und danach verletzt er sich selbst. Oftmals ist es sehr
schwer für die Betroffenen, da diese unterschiedliche Diagnosen bekommen. Die
Diagnose „ Borderline“ wirkt dann für die Betroffenen wie eine Art Entlastung, da
endlich alle ihre psychischen Probleme zusammen einen Sinn ergeben.
8. Therapie
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung galt für eine lange Zeit als kaum oder nicht
behandelbare Krankheit. Studienergebnisse der Lübecker Universität lassen jetzt
jedoch erkennen, dass sich das Borderline-Syndrom zur therapieintensivsten
Persönlichkeitsstörung entwickelt hat. Es wird geschätzt, dass zirka 3 Milliarden Euro
jährlich für die Kosten einer stationären Versorgung bereitgestellt werden.
Es existiert bis jetzt noch keine zweifelsfrei erfolgsversprechende Therapiemethode,
weshalb Therapeuten öfters mehrere Behandlungsmethoden miteinander
verknüpfen, um sie auf den einzelnen Menschen abzustimmen. Zur Behandlung einer
Borderline-Störung wurden verschiedene Therapieformen entwickelt.
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Borderline wird jedoch zunehmend mit der dialektisch-behavioralen-Therapie
behandelt, welche erstmals im Jahr 1993 veröffentlicht wurde. M. Linehan
entwickelte die dialektisch-behaviorale-Therapie eigentlich für die ambulante
Behandlung von Borderline-Patienten. Diese Therapieform kann jedoch auch zur
stationären Behandlung genutzt werden. Da die Borderline Patienten große
Schwierigkeiten damit haben, ihre Gefühle zu kontrollieren, sollte sich eine Therapie
darauf konzentrieren, deren extreme Emotionalität zu verändern und fehlangepasste
stimmungsabhängige Verhaltensweisen zu verringern. Des Weiteren sollen sie lernen
zu ihren Gefühlen, Gedanken und Verhaltensänderungen zu stehen. Ergänzend kann
in der Therapie eine Verabreichung von Psychopharmaka möglich sein (zum Beispiel
Neuroleptika - werden auch in der Schizophrenie-Therapie verwendet).
8.1 Grundannahmen nach M. Linehan
Linehan stellte einige Grundannahmen zu Borderline-Betroffenen auf.
Ihrer Annahme nach versuchen Borderline-Klienten das Beste aus ihrer gegenwärtigen
verheerenden Situation zu machen. Die Klienten möchten sich verbessern, müssen
sich aber stärker anstrengen, härter arbeiten und stärker motiviert sein um sich zu
verändern. Sie beschrieb dies als ungerecht. Linehan war weiterhin der Annahme,
dass die Betroffenen ihre Probleme normalerweise nicht alle selbst verursacht haben,
sie aber selbst lösen müssten. Das Leben suizidaler Patienten ist normalerweise
unerträglich, wie es zur gleichen Zeit gelebt wird. Borderline-Klienten müssen ein fast
komplett neues Verhalten erlernen.
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8.2 Die dialektisch-behaviorale Therapie
Die dialektisch-behaviorale-Therapie gliedert sich in 4 Stufen.
In der Vorbereitungsphase wird der Betroffene über das Borderline-Syndrom
informiert und bekommt einen Einblick in das ihm anstehende Therapieprogramm.
Frühere Therapieabbrüche oder – wechsel werden besprochen und bearbeitet. Der
Betroffene soll danach schneller den Auftritt möglicher Warnzeichen, welche auf
einen erneuten Therapieabbruch hinweisen, erkennen und beachten können, um
rechtzeitig auf diese zu reagieren. In der ersten Phase sollen krankheitstypische
Verhaltensmuster erkannt und behandelt werden. Außerdem werden negativ auf das
Leben auswirkende Verhaltensweisen angesprochen. Im Mittelpunkt stehen vor
allem:
- Selbstschädigendes Verhalten und Selbstmordversuche:
Die Therapeuten erarbeiten mit dem Betroffenen, welche Situationen oder
Bedingungen vorhanden sein müssen, um dies hervorzurufen. Danach werden
andere Lösungsmöglichkeiten gesucht, um sich mit schwierigen Situationen
auseinander setzen zu können, ohne seinem Körper zu schaden.
- Therapiegefährdendes Verhalten:
Die Therapeuten ermitteln gemeinsam mit den Betroffenen Faktoren, welche
die Behandlung und den daraus folgenden Erfolg gefährden könnten. Dabei
analysieren sie gemeinsam, welche Fehler bei den Betroffenen, als auch bei
den Therapeuten während der Behandlung auftreten können (Beispiel:
Betroffener versäumt Termin, oder Therapeut ist überfordert mit Patient).
- Verhalten, das die Lebensqualität beeinträchtigt:
Größtenteils geht es in der ersten Phase der Behandlung um finanzielle
Probleme oder negative Verhaltensweisen, wie Drogen- oder
Alkoholmissbrauch. Die Therapeuten versuchen, mit dem Betroffenen über
seinen Alltag zu sprechen und lenken das Gespräch immer weiter in Richtung
der traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit. Des Weiteren versuchen die
Therapeuten die Symptome zu behandeln und geben Tipps, wie der Betroffene
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besser mit seinen Gefühlen umgehen kann.
- Verbesserung von Verhaltensfähigkeiten:
Anhand von Übungen arbeiten der Therapeut und der Betroffene an
verschiedenen Problembereichen. In Gruppen werden dann, zum Beispiel die
Wahrnehmung und die Steuerung der Gefühle oder der Umgang mit Stress
geübt.
In der zweiten Stufe der Therapie sollen die Patienten lernen, Probleme auf eine
andere Art und Weise zu lösen wie zuvor. Die dialektisch-behaviorale-Therapie erfolgt
meist in Gruppen. Der Betroffene kann mit problematischen Situationen besser
umgehen, wenn seine Lebensumstände verbessert und seine Verhaltensweisen
stabilisiert wurden. Hauptsächlich geht es in der zweiten Phase jedoch um die
Behandlung der Folgen der Traumata. Die Betroffenen werden erst dann mit ihren
Traumata konfrontiert, wenn sie richtig mit ihren intensiven Gefühlen umgehen
können und sich ihre Lebensumstände stabilisiert haben. Darunter zählt zum Beispiel,
dass die Betroffenen sich bei Problemen nicht mehr selbst verletzen oder Suizidgefahr
besteht. In dieser Phase geht es jedoch nicht darum, das vergangene Trauma wieder
neu zu erleben - die Patienten sollen lernen, dass dieses Erlebnis der Vergangenheit
angehört und sie lernen müssen sich vor Situationen zu schützen, die Erinnerungen an
die traumatischen Erfahrungen hervorrufen können.
In der dritten und letzten Phase soll der Patient im täglichen Leben anwenden, was er
in seiner Therapie gelernt hat. Ziel dieser Phase ist es, dass die Patienten ihre
Selbstachtung steigern und ihre Lebensziele oder ihre Wünsche, wie zum Beispiel
einen gewissen Beruf auszuüben, in die Realität umsetzen können.
8.3 Der Umgang mit Menschen mit Borderline Persönlichkeitsstörung
Es gibt 3 Grundthesen die man beachten muss, wenn man einem Borderliner helfen
möchte. Die erste wäre, dass jeder mit Borderline-Patienten umgehende Helfer,
fortlaufend Widersprüchlichkeiten akzeptieren und nutzbar machen muss. Die zweite
These lautet, dass man als Helfer dem Betroffenen zu verstehen gibt, dass er okay ist,
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so wie er ist - also ihm nicht das Gefühl gibt, nur akzeptiert zu werden, damit er sich
verändert. Die dritte und letzte These lautet, dass die Probleme des Borderliners
immer Vorrang haben.
Es gibt verschiedene Strategien, wie man den von Borderline betroffenen Patienten
bei seiner Genesung unterstützen kann.
8.3.1 Validierung
Eine der Strategien nennt sich Validierung. Eine Validierung vermittelt ein Gefühl von
Stimmigkeit des eigenen Erlebens. Eine Validierung besteht aus vier Schritten.
Der erste Schritt bezieht sich auf die Aufmerksamkeit und einem aktiven Zuhören dem
Betroffenen gegenüber. Man sollte dem Borderliner gegenüber stets Wachsam und
Zugewandt gegenübertreten, aktiv Zuhören und seine Tätigkeiten und Gefühle
beobachten, anstatt sie zu bewerten. Der zweite Schritt setzt sich aus einer Art
aktivem Forschen zusammen. Die Betroffenen sollen über ihre Emotionen und
Gedanken sprechen und Entwürfe von Handlungen erstellen. Im dritten Schritt wird
das Verhalten des Borderliners im Bezug auf seine Vorgeschichte untersucht, um
verständlich zu machen warum er sich so verhält. Im vierten und letzen Schritt wird
das Verhalten im Bezug auf die Gegenwart angesprochen. Es muss verständlich
gemacht werden, warum der Betroffene sich hier und jetzt so verhält. Der Helfer muss
den Betroffenen wertschätzen und ihm in seiner wahren Person gegenübertreten.
Validierung wird angewendet um zu zeigen, dass jede Reaktion, wie komisch sie auch
erscheint, eine gewisse Logik hat. Validierung wird angewendet um Patienten zu
beruhigen, Kommunikationsfehler zu beheben, von wenig hilfreichen Themen
abzulenken, etwas über die Denkweise und Gefühlslage des Patienten zu erfahren
oder ein angenehmes Klima zu schaffen.
17
8.3.2 Cheerleading
Eine andere Strategie ist das sogenannte Cheerleading. Mit dem Cheerleading wird
eine Strategie beschrieben, bei der die Patienten zu etwas bewegt werden sollen (zum
Beispiel ein Besuch im Amt, oder beim Arzt). Cheerleader sind Anfeuerer,
Einpeitscher, Mutzusprecher, Schmeichler, Dirigent, Feldwebel, Ablenker und so
weiter. Es gibt beim Cheerleading 5 Regeln:
Die erste Regel besagt, dass man das Beste annehmen soll. Helfer müssen sich
bewusst machen, dass Borderliner ihr Bestes geben. Eine der demoralisierendsten
Dinge für Borderline-Patienten ist, wenn andere das Ausbleiben von Fortschritten für
mangelnde Anstrengung halten. Helfer müssen die Borderliner darin bestätigen, dass
diese immer ihr Bestes geben, auch wenn der Patient es selbst bezweifelt. In keinem
Fall darf der Helfer denken, dass ein Borderliner ihn manipulieren will oder kann,
wenn er das nur will. Dazu habe ich ein passendes Beispiel:
„ Frau S., Sie sagen immer, es ist okay was ich mache und was ich denke und so. Und
gleichzeitig soll ich immer alles anders machen…“ – Sie: „Vieles von dem, was Sie
machen finde ich auch vollkommen verständlich und richtig. Sie haben aber auch viele
Schwierigkeiten, die gelöst werden müssen. Dabei versuche ich Ihnen zu helfen.“
Die zweite Regel lautet, dass der Helfer den Patienten ermutigen muss. Der Helfer
muss dem Klienten gut zu reden, dass er eine bestimmte Schwierigkeit meistern kann.
Der Helfer muss dem Klienten verständlich machen, dass dieser seine Probleme allein
lösen kann und im Leben zurecht kommen wird. Bei Borderlinern ohne psychotische
Symptomatik ist das sogar realistisch. Die dritte Regel besagt, dass externe Kritik
widerlegt oder abgeschwächt werden muss. Die vierte Regel sagt, dass realistische
Ziele vom Helfer angeboten werden können. Jedoch darf der Pfleger nicht in eine Art
Retterrolle verfallen. Die fünfte Regel besagt, dass der Helfer in der Nähe seines
Klienten bleiben muss. Beschreibbar ist dies mit einer Mannschaft. Kein Trainer geht
nach Hause, wenn seine Mannschaft ein gutes Spiel hingelegt hat. Das ist eine
Tatsache, die bei Borderlinern oft vergessen wird, denn wenn sie Kompetenz
beweisen, werden sie schnell allein gelassen. Bei Schwierigkeiten muss der Helfer
18
unbedingt in der Nähe bleiben, um den Betroffenen zu unterstützen.
Eine Art Wochenprotokoll wird meistens erstellt, um die wichtigsten Schwierigkeiten
und Ressourcen eines Klienten darstellen zu können und ihm damit Rückmeldung zu
geben, inwieweit seine Aktivitäten und Erfahrungen ausbalanciert sind. (siehe Anhang
– Wochenprotokoll).
8.3.3 Erlernen innerer Achtsamkeit
Borderline-Klienten müssen lernen, eine innere Achtsamkeit aufzubauen, was so viel
bedeutet, wie das sie ihr Leben ganz im hier und jetzt erfahren müssen. Die
Vergangenheit gibt es nicht mehr, die Zukunft ist noch nicht gekommen. Sie sollen
sich nicht in Gedanken daran verlieren – ihren Sorgen. Innere Achtsamkeit kann in 5
Schritten erlernt werden.
1. Schritt: Wahrnehmen
- Geschmack
- Geruch
- Geräusch
- Gedanken
- Körperempfindungen
 Auf all diese für uns normalen Dinge muss der Klient sich konzentrieren und lernen,
sie wieder zu beachten.
2. Schritt: Beschreiben
- Szene auf dem Bahnhof
- Filmszene
- Gesicht eines Partners
 Der Klient wird geschult, Erlebnisse zu beschreiben.
3. Schritt: Teilnehmen
- Atmen
- ungekochtes Ei
- Wackelturm
- Kartenhäuser bauen
19
- Zähneputzen …
 Der Borderline-Patient soll auch auf Kleinigkeiten achten und diese Ausführen und
beobachten.
4. Schritt: Konzentration
 Der Klient soll sich durch keine Gedankenschleifen mehr ablenken lassen und sich
auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Durch Wechselatmung und bewusstes
Zurückkehren, soll er wieder zu den Anforderungen der konkreten Situation
zurückfinden.
5. Schritt: Effektives Handeln
 Der Borderliner soll etwas Sinnvolles aus einer schlechten Situation machen und
sich nicht wieder in sich zurückziehen, sondern darüber stehen.
Im Anhang stelle ich eine Art Merkblatt für Borderline-Klienten dar, die sie immer bei
sich tragen können, um in einem schlechten Moment richtig handeln zu können.
9. Schlusswort
Meine Recherchen über Borderline haben viel Zeit gekostet.
Es hat mir aber wirklich Spaß gemacht, mich mit Betroffenen über die Krankheit
auszutauschen und zu erfahren wie hilfsbereit Borderliner eigentlich wirklich sind.
Vielleicht habe ich mir um Informationen aus erster Hand zu bekommen auch einfach
die richtige Krankheit ausgesucht. Es war ein sehr interessantes Thema, was jedoch
viel Mühe gemacht hat erarbeitet zu werden, da es wirklich sehr umfangreich war.
Ich hoffe, dass ich die wichtigsten Passagen in diese Facharbeit einbringen konnte und
anschaulich durch Texte gestaltet habe. Was mich am meisten fasziniert ist, dass die
Betroffenen wirklich unter ihrer Krankheit leiden, aber versuchen damit richtig
umzugehen. In dem Forum habe ich gesehen, dass das am häufigsten angesprochene
Thema die jeweiligen Partnerschaften waren. Die Mitglieder beschwerten sich dort
am meisten über Verlustängste. Es war klasse zu merken, dass die Betroffenen
versuchten mir bei meiner Facharbeit hilfreiche Tipps zu geben und mir den Wald
20
durch die oft langweilige Theorie, durch eigene Texte von ihrem Erleben auflockerten.
Schade finde ich es vorallem, dass sich viele Betroffene, mit denen ich Kontakt hatte
ritzten oder sogar brannten. Von einer Betroffenen erfuhr ich, dass sie sich mit einem
Deodorant so lange auf eine Stelle sprüht, bis sie auf ihr pures Fleisch schauen kann.
Für mich natürlich unvorstellbar, aber für manche Betroffene Alltag. Womit ich
anfangs in meiner Facharbeit am meisten Probleme hatte, war der Gliederungspunkt
der Therapien. Es gibt eine Menge Therapien, die so umfangreich und schwer
verständlich sind, dass ich die am häufigsten eingesetzte Therapiemaßnahme
dargestellt habe. Ich habe viel darüber erfahren, dass es jedoch schwierig ist, für
Klienten eine einheitliche Therapie zu finden, da jeder Patient eine andere
Symptomatik aufweist und dementsprechend anders behandelt werden muss.
Therapeuten müssen somit Therapien jedes Mal auf die Klienten abstimmen. Für mich
war das auf jeden Fall ein sehr interessanter, aber schwer zu bearbeitender Punkt,
den ich dann mit Hilfe von Arbeitsmaterialen aus einem Seminar in Meißen so
anschaulich wie möglich probiert habe zu gestalten. An diese eigens von einem
Diplompsychologen erstellten Materialen gelang ich durch meine Mama, welche
aufgrund ihrer Berufstätigkeit an diesem Seminar teilnahm. Im Anhand stelle ich noch
einmal ein paar Dinge die mit der Borderline-Erkrankung und Therapie
zusammenhängen dar. Es hat mir Freude bereitet diese Facharbeit zu schreiben.
21
Quellenverzeichnis:
Zitate:
¹
Brunner et al. 2008, S. 103
²
http://web4health.info/de/answers/psy-icddsm-what.htm
³
http://www.psya.de/borderline-storung-definition-nach-dsm-iv-85.html
Die ganzen Erfahrungsberichte stammen von realen Personen.
Quellen :
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.borderlinetrialog.de/images/mosko5
.jpg&imgrefurl=http://www.borderlinetrialog.de/borderline/index.php&usg=__mkpfyFZp
KFF6IQEoe1tN31NFvE=&h=593&w=800&sz=194&hl=de&start=72&zoom=1&tbnid=l3OMVcqNAUvR4M:&tbn
h=128&tbnw=173&ei=mqrTTv3eG43GswagvrzvDA&prev=/search%3Fq%3Dborderline%26
hl%3Dde%26rlz%3D1T4TSEA_deDE298DE305%26biw%3D1440%26bih%3D642%26tbm%3
Disch&itbs=1&iact=hc&vpx=851&vpy=188&dur=140&hovh=193&hovw=261&tx=128&ty=
88&sig=117655006785158234688&page=4&ndsp=22&ved=1t:429,r:4,s:72
http://www.der-pflege-blog.de/wp-content/uploads/799px-Borderline.jpg
http://www.medizin-im-text.de/blog/8392/global-assessment-of-functioning-gaf/
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/104454.html#inside
http://www.wothei-und-mc-fobes.12see.de/facharbeit-borderline_75506707.html
http://www.borderline-persoenlichkeitsstoerung.de.tl/Home.htm
http://borderlineforum.net/index.php?form=RulesAgree&s=f90485a8756f96189085cfdc74241a12bfef6738
http://www.pausenhof.de/referat/hauswirtschaft/borderlinepersuenlichkeitsstoerung/2895
http://www.dgib.net/iblt/Waibel_Borderline.htm
http://www.pflichtlektuere.com/04/01/2010/borderline-wenn-man-glueck-nicht-mehrertragen-kann/
http://www.borderline-plattform.de/borderline/therapie
http://dieborderliner.de/borderline/
http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/borderline/borderline.phtml
http://www.psya.de/borderline-storung-definition-nach-dsm-iv-85.html
http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2011/4968/pdf/Strehlow,_Dissertation.pdf
http://web4health.info/de/answers/psy-icddsm-what.htm
http://www.lebensgeschichten.org/borderline/ursachen.php
http://www.jsbielicki.com/freud-162.htm
http://www.qualimedic.de/borderline_stoerung.html
http://www.borderline-plattform.de/therapie
http://www.onmeda.de/krankheiten/borderline-therapie-3076-8.html
http://www.medknowledge.de/krankheiten/borderline.htm
22
Anlagenverzeichnis:
23
Anlage
Überschrift
Verweis
1
GAF-Skala
Seite 6 – Kapitel 5
2
ICD-10 Kapitel 5
Seite 6 – Kapitel 5
3
Wochenprotokoll
Seite 19 – Kapitel 8.3.2
4
Merkblatt für einen Borderline-Klienten
Seite 20 – Kapitel 8.3.3
5
Bestandteile der Borderline-Psychotherapie
Kein Verweis
6
Notfallkoffer
Kein Verweis
7
Selbstverletzendes Verhalten - Bild
Kein Verweis
8
Arbeitsmaterial zum Seminar
Kein Verweis
9
Anamnesebogen
Kein Verweis
Anlage 1: GAF-Skala
Das Funktionsniveau wird mit Zahlen von 1 bis 100 bewertet (= Krankheit bis
Gesundheit):
100-91 = Optimale Funktion in allen Bereichen
90-81 = Gute Leistungsfähigkeit auf allen Gebieten
80-71 = Höchstens leichte Beeinträchtigung
60-51 = Mäßig ausgeprägte Störung
50-41 = Ernsthafte Beeinträchtigung
40-31 = Starke Beeinträchtigung in mehreren Bereichen
30-21 = Leistungsunfähigkeit in fast allen Bereichen
20-11 = Selbst- oder Fremdgefährlichkeit
10-1 = Ständige Gefahr oder anhaltende Unfähigkeit
0 = Unzureichende Informationen
Anlage 2: ICD-10 Kapitel 5
F00-F99
Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
Inkl.:
Störungen der psychischen Entwicklung.
Exkl.: Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts
nicht klassifiziert sind (R00-R99)
Info.: Dieses Kapitel gliedert sich in folgende Gruppen:
F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
F20-F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
F30-F39 Affektive Störungen
F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren
F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
F70-F79 Intelligenzstörung
F80-F89 Entwicklungsstörungen
F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und
Jugend
F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychische Störungen
Dieses Kapitel enthält die folgenden Sternschlüsselnummern:
F00* Demenz bei Alzheimer-Krankheit
F02* Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten
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Anlage 3: Wochenprotokoll
Montag
Dienstag
Medikamente
Stunden Schlaf
Alkohol
Innere Anspannung (1-5)
Vergnügen
(was genau/ Stunden)
Schneiden
Drang
Handlung
Suizid
Drang
Handlung
Stunden Sport
Schlagzeug spielen
Schnell Auto fahren
Innere Leere
Anlage 4 – Merkblatt für einen Borderline Klienten
Ich bin weit weg von mir!
Erinnere dich folgender Fähigkeiten…
1. Ich konzentriere mich daraus, was meine Sinne in diesem Moment wahrnehmen.
2. Ich beschreibe, was meine Sinne in diesem Moment wahrnehmen.
3. Ich lasse es zu, halte es nicht fest, schiebe es nicht zur Seite.
4. Ich bewerte es nicht – es gibt keine guten oder schlechten Empfindungen.
5. Ich konzentriere mich voller Wachheit auf eine einzige Tätigkeit.
25
Ich leide unter starker Anspannung!
Erinnere dich folgender Fähigkeiten…
1. Radikale Akzeptanz – ich bin angespannt, so ist es.
2. Schritt zurück – ich bewerte meine Anspannung auf einer Skala von 1-9.
3. Nächster Schritt – ich denke nur an das nächste Ziel, an die nächste Viertelstunde.
4. Ich wähle eine Strategie:
- starker Sinnesreiz (Kälte, Geruch, Geräusche, Schmerz, Bilder)
- Sport, Trommeln, Tanzen, Jonglieren
- fünf x fünf, sieben x sieben
- innerer Rückzugsort
- Ablenken durch Handeln
5. Realität – was hat die Anspannung ausgelöst?
Ich leide unter intensiven Gefühlen!
Erinnere dich folgender Fähigkeiten…
1. Ich bin nicht mein Gefühl – ich habe im Augenblick ein Gefühl.
2. Ich beschreibe mein Gefühl.
3. Was ist der Auslöser für mein Gefühl?
4. Wie würden meine Freundinnen handeln?
Alternative 1: Wie kann ich dem Gefühl entsprechend handeln?
Alternative 2: Ich kann dem Gefühl entgegen handeln.
Du tust mir weh – ich tu dir weh!
Erinnere dich folgender Fähigkeiten…
1. Mein Ziel – Was will ich vom Anderen?
2. Meine Beziehung - Wie wichtig ist mir der Andere?
3. Meine Selbstachtung – Wie weit kann ich gehen, ohne mich zu vernachlässigen?
4. Ich habe ein Recht, meine Wünsche exakt zu sagen.
5. Ich habe ein Recht, nein zu sagen.
26
Anlage 5: Bestandteile der Borderline-Psychotherapie
27
Anlage 6: Beispiel eines Notfallkoffers
Wenn Patienten entlassen wurden, bekommen sie hilfreiche Tipps mit nach Hause.
Darunter fällt zum Beispiel der Notfallkoffer, der Anwendung findet, wenn die Betroffenen
wieder einen starken Drang dazu fühlen, sich selbst zu verletzen.
Schritt 1
10 Minuten bewusst entspannende Musik hören
Schritt 2
3 Minuten Wechselatmung (mit Musik oder ohne) / Wenn ich keine
Musik hören kann – 5 Minuten Wechselatmung
Schritt 3
20 Minuten Spaziergang / Wenn ich nicht spazieren gehen kann, dann
rauche ich 2 Zigaretten
Schritt 4
Orangenöl einatmen und bewusst wahrnehmen
Schritt 5
Eine Freundin anrufen
Schritt 6
Einen Betreuer anrufen
Schritt 7
Einen Löffel Tobasco
Ich habe versprochen, den/die Schritte des Notfallkoffers zu gehen, bis es mir wieder
besser geht.
Anlage 7: Bild zum Selbstverletzenden Verhalten
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