Antiqua

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ANTIQUA: FRONTERAS 30.7. – 5.9.
Mit den hochkarätigen Konzerten des Festival Antiqua findet auch die Alte Musik ihren
festen Platz im Programm von Bolzano Festival Bozen. Unter der erprobten
künstlerischen Leitung von Claudio Astronio und Marco Facchin ist das Publikum
eingeladen, den unerschöpflichen Facettenreichtum des Repertoires ebenso wie seine
historische Aufführungspraxis kennenzulernen. In diesem Jahr geht es dem seit über 20
Jahren bestehende Festival unter dem – nicht ganz zufällig spanisch gewählten – Titel
Fronteras um Grenzen und ihre Überwindung, sei es im sozialen, künstlerischen oder
kulturellen Sinne.
Mit unverkennbar britischem Humor, mitreißenden Aufführungen und einem gewissen
Hang zur Exzentrik bestechen die Konzerte des gefeierten englischen Ensembles Red
Priest, das die Reihe mit dem aktuellen Projekt Handel in the Wind (30.7.) auf Schloss
Maretsch eröffnet.
Zusammen mit Jos Van Immerseel, einem der wichtigsten Pianisten und Dirigenten der
letzten zwanzig Jahre, bringt die Akademie für Alte Musik Bruneck im Bozner
Konzerthaus bedeutende Werke Ludwig van Beethovens zur Aufführung: Die auch als
Eroica bekannte Sinfonie Nr. 3 und Der Glorreiche Augenblick Op. 136 für Solist, Chor
und Orchester. Gespielt wird auf originalen Barockinstrumenten (1.8.). Mit diesem
Projekt kooperiert Antiqua überdies zum ersten Mal mit dem Brunecker Verein Cordia,
der sich besonders der Förderung und Ausbildung junger Musiker im Bereich der Alten
Musik verschrieben hat.
Das spanische Ensemble Trifolium widmet sich musikalisch dem Thema der christlichen
Missionierung Südamerikas – eine spannende Reise von der Alten in die Neue Welt, auf
deren Programm spanische Werke aus dem 17. Jahrhundert stehen, aber auch solche
von Komponisten, die in den spanischen Missionen Südamerikas tätig waren. Neben der
Sopranistin Mar Codina ist die Tänzerin Isabel Sánchez Prieto zu erleben (6.8).
Marina Bartoli, eine der interessantesten und vielseitigsten Sängerinnen der
internationalen Szene, lässt auf Schloss Maretsch das barocke Venedig zur Zeit Vivaldis
auferstehen, begleitet wird sie dabei vom Orchestra Barocca di Venezia (6.8.).
Der international hochangesehene, österreichische Organist Gustav Auzinger erfreut
die Bozner Liebhaber der Orgelmusik mit gleich zwei Konzertbeiträgen zum Programm
von Antiqua: Zuerst an der großartigen Orgel der Stiftskirche Gries (14.8.), am Tag
darauf am im vergangenen Jahr vom Stadtmuseum Bozen angekauften und
restaurierten Orgelpositiv von Junckhans aus dem 18. Jahrhundert (15.8.).
Den Abschluss von Antiqua und gleichzeitig auch von Bolzano Festival Bozen 2015
macht am 5.9. ein besonders spannender Konzertbeitrag aus Südamerika in der Alten
Grieser Pfarrkirche: Das aus einer italienischen Initiative zur musikalische Ausbildung
und Förderung der Barockmusik hervorgegangene Jugendorchester Orquesta de las
Misiones Guaraníes beschäftigt sich seit 2010 mit der gemeinsamen Geschichte
Paraguays, Argentiniens und Brasiliens in den ehemals von den Jesuiten missionierten
Gebieten der Guarani, die in allen drei Ländern liegen. Die jungen MusikerInnen des
Orchesters werden von der Kolumbianerin Ingrid Neyza Copa betreut, einer jungen,
aber bereits sehr erfahrenen Barockgeigerin, die an den renommiertesten Hochschulen
Europas studiert hat. Das Konzertprogramm steht im Zeichen von Musik, die zwischen
1650 und 1750 von jesuitischen Missionaren komponiert wurde. Einflüsse des
italienischen Barocks vermischen sich darin mit Texten der heiligen Schrift, die auf
Guarani – der Sprache der dort indigenen Bevölkerung – gesungen werden. Viele dieser
Werke gilt es noch zu entdecken, einige kommen in Bozen zur Erstaufführung. Das
Orchester wird dabei vom Vokalensemble Sine Nomine begleitet.
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