Die Schicksalsschläge, die mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges

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Gerd Schultze-Rhonhof (* 2 6. Mai 1939 in Weimar) ist ein ehemaliger Generalmajor der
Bundeswehr und geschichtsrevisionistischer deutscher Autor.
Schultze-Rhonhof trat 1959 in die Bundeswehr ein und war von April 1985 bis September 1989 im
Rang eines Brigadegenerals Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 19 in Ahlen. Nach Beförderung
zum Generalmajor war er von September 1991 bis September 1994 Kommandeur der 3.
Panzerdivision in Buxtehude. Außerdem war er Territorialer Befehlshaber für die Bundesländer
Niedersachsen und Bremen. 1996 wurde er aus der Bundeswehr verabschiedet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerd_Schultze-Rhonhof
Von Gerd Schultze-Rhonhof
Die Schicksalsschläge, die mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zusammenhingen
und ihm folgten, und von denen damals die überwiegende Mehrheit der Deutschen
betroffen war, hießen: Besatzung, Vetreibung, Vergewaltigung,
Verschleppung, Plünderung, Hungernot, Zwangsarbeit und
Kriegsgefangenschaft.
Die Erinnerung daran haben spätere und bessere Zeiten überlagert und verdrängt,
und Millionen der Betroffenen sind heute tot. Dennoch unterscheidet sich die
Wahrheit dadurch von der Halbwahrheit, daß sie die ganze Wirklichkeit umfaßt. Zur
ganzen Wirklichkeit des 8. Mai 1945 zählt auch das, was viele Deutsche heute nicht
mehr wissen.
Für die deutsche Bevölkerung war die Zeit, die dem 8. Mai folgte, zunächst die pure
Unterdrückung. Bei allen Schattierungen des besseren oder schlimmeren Loses, das
es je nach der örtlichen Besatzungstruppe überall gegeben hat, war das Schicksal der
Deutschen in den Besatzungszonen der Sowjets, der Franzosen und der Amerikaner
besonders übel. Die Vertreibungen von deutschen Familien aus ihren Häusern
binnen Stundenfrist – um Wohnraum für die Besatzungstruppen zu schaffen -, die
Vergewaltigung von Frauen durch französische, amerikanische und russische
Soldaten, die Schikanen an den nun schutzlosen Deutschen, das Ausrauben der
Bevölkerung durch französische und sowjetische Besatzungstruppen und die
Sperrung der Lebensmittelzufuhr durch die US-Militärbehörden waren die
unmittelbaren Folgen des 8. Mai 1945.
Ankunft der “Richter und Rächer”
1945 galt für alle Teile Deutschlands, was der Oberbefehlshaber der westlichen
Besatzungstruppen, General Dwight D. Eisenhower, in seiner Weisung JCS 1067
angeordnet hatte: “Deutschland wird nicht zum Zweck der Befreiung besetzt
werden, sondern als besiegte Feindnation. Der Zweck ist … die Besetzung
Deutschlands zur Durchsetzung gewisser alliierter Ziele.” Die Direktive blieb bis
zum 14. Juli 1947 in Kraft. Stalin drückte das Gleiche 1944 in einem Befehl an seine
Truppen so aus: “Mit glühendem Haß im Herzen betreten wir das Land des Feindes.
Wir kommen als Richter und Rächer.”
Im Sinne der Eisenhower-Direktive wurden dem Internationalen Roten Kreuz
(IKRK) und der “UN-Hilfsorganisation zur Unterstützung von Flüchtlingen und
Verschleppten” (UNRRA) von den Amerikanern untersagt, Nahrungsmittel an
die deutsche Zivilbevölkerung oder an die deutschen Kriegsgefangenen zu verteilen.
Der Hunger war unmittelbar nach der Kapitulation die erste Strafe für die Deutschen.
Die Hilfsgüter des IKRK wurden erst später in das besiegte Land gelassen, zuerst von
den britischen Besatzungsbehörden ab Oktober 1945, dann ab Dezember 1945 auch
von den Franzosen. Amerikaner und Sowjets wiesen die IKRK-Hilfen noch
während des strengen Winters 1945/46 ab. Beide öffneten ihre
Besatzungszonen erst im März und April 1946 für die Hilfssendungen des Roten
Kreuzes. Infolge des Hungers und des Mangels an Kohlen für das Heizen im Winter
starben bis 1948 zwischen drei und fünf Millionen Menschen an Erschöpfung,
Tuberkulose, Ruhr und durch Selbstmord aus Verzweiflung über ihre ausweglose
Lage.
Aufrufe zu Massenvergewaltigungen
Neben dem schlimmen Hunger war das ekelhafteste Schicksal, das die Deutschen
damals traf, die Vergewaltigung unzähliger Mädchen und Frauen durch sowjetische,
französische und amerikanische Soldaten. In der Roten Armee durch offizielle
Aufrufe dazu aufgestachelt und in der französischen und der
amerikanischen Armee geduldet, vergewaltigten Soldaten aus den drei
genannten Staaten in den Monaten April bis Juli 1945 viele Hunderttausend deutsche
Frauen, vom Kindes- bis zum Greisenalter; Tausende von ihnen zehn- bis
zwanzigmal am Tag. Die Zahl der Vergewaltigungsopfer in den Tagen um den 8.
Mai 1945 wird allein in Berlin auf 90.000 geschätzt. Unzählige Frauen
wurden nach den Vergewaltigungen ermordet. Eine ebenfalls sehr hohe Zahl
dieser Frauen hat sich damals aus Verzweiflung selbst getötet.
Verglichen mit der schlimmen Hungersnot, den Seuchen, dem ersten kalten
Nachkriegswinter und der Vergewaltigung unschuldiger Mädchen und Frauen
scheinen die anderen Schattenseiten dieser Zeit nur noch als Bagatellen: die
Zensur von Zeitungen, Radio, Kino, der Literatur und der Schulbücher,
der Verlust von Beruf und Stellung für viele deutsche Bürger, die
Enteignungen, die Demontage von Fabriken und Industrieanlagen in der
französischen und der sowjetischen Besatzungszone bis 1949, der Raub
der deutschen Patente durch die Amerikaner und nicht zuletzt die
Unterbindung der Arbeit der deutschen Zivilverwaltung zur Ordnung von
Wirtschaft und Verkehr in der ersten Nachkriegszeit. Von “Befreiung”
war 1945 für die allermeisten Deutschen nichts zu spüren.
Vertreibung von 16 Millionen Deutschen
Bei allen Lasten der Besatzungszeit konnten die in den vier Besatzungszonen
Deutschlands lebenden Menschen wenigstens in ihrer Heimat bleiben. Anders erging
es den deutschen Bürgern, die bis 1945 östlich von Oder und Neiße lebten. Mit der
Niederlage gerieten die Landesteile Ostpreußen, Westpreußen mit der Stadt Danzig,
Pommern, Ostbrandenburg und Schlesien und dazu die deutsch besiedelten
Sudetenlande – insgesamt das Heimatland von etwa 14,5 Millionen Deutschen –
unter fremde Herrschaft. Hinzu kam, daß mit der deutschen Niederlage auch 1,5
Millionen Deutsche aus den Gebieten ausgetrieben wurden, die bis 1919 deutsch oder
österreichisch gewesen und infolge des Versailler Diktats Polen zugesprochen worden
waren. Diese insgesamt 16 Millionen Deutschen flohen aus
Ostdeutschland oder wurden systematisch vertrieben. (Oder
systematisch ermordet)
Unvorstellbare Grausamkeit
Das Schicksal der Vertreibung hatte viele Seiten. Da stand zum einen der materielle
Verlust, den die Vertriebenen zu tragen hatten: Land- und Hausbesitz, Fabriken und
Arbeitsplätze, Hausrat und Vermögen usw. Die meisten Vertriebenen hatten dabei
nicht mehr nach Westen retten können, als sie tragen konnten. Dazu kam der ideelle
Verlust der angestammten Heimat. Insgesamt hat Deutschland den Zweiten
Weltkrieg materiell und ideell mit dem Verlust von 114.000 Quadratkilometern Land
bezahlen müssen, nahezu einem Viertel seines Staatsgebiets. Das Erschütterndste
aber war der Akt der Vertreibung selbst. Er wurde mit unvorstellbarer
Grausamkeit vollzogen. Man mag vieles davon den Gefühlen der Rache von
Russen, Polen Tschechen und Serben für selbst erlittenes Leid und Unrecht
zuschreiben und es auch damit entschuldigen, doch für die 16 Millionen Vertriebenen
und Ermordeten war es subjektiv das genaue Gegenteil einer “Befreiungsaktion”.
Zwei bis über zweieinhalb Millionen deutsche Bürger wurden noch am alten Wohnort
oder auf der Flucht von den Vertreibern umgebracht oder sie sind vor Erschöpfung,
Hunger, Durst, Kälte und Krankheit auf der Flucht umgekommen. Als weitere
Todesursachen dieser Menschen sind schriftlich überliefert: Erschlagen, Erschießen,
Erdrosseln, Ertränken, Erstechen, Tod nach mehrfacher Vergewaltigung,
Entmannen, Kreuzigen, Totpeitschen und Tottrampeln durch Menschen oder Pferde,
Verbrennen bei lebendigem Leib, Verstümmeln, zu Tode Rollen in Fässern und
Vollpumpen mit Jauche.
Das Massaker von Nemmersdorf
Nur wenige der Dramen um den 8. Mai herum haben sich im kollektiven Gedächtnis
der Deutschen erhalten: die Versenkung der Flüchtlingsschiffe “Wilhelm Gustloff”,
“Goya” und “Steuben” in der Ostsee mit zusammen 19.000 ertrunkenen Kindern,
Frauen, verwundeten Soldaten und Schiffsbesatzungen, die Bombardierung der mit
600.000 schlesischen Flüchtlingen überfüllten Stadt Dresden und das Massaker von
Nemmersdorf, dem ersten Dorf, das die Rote Armee auf deutschem Territorium
erobert hatte. Als Nemmersdorf kurz darauf von der Wehrmacht zurückerobert
wurde, fanden die deutschen Soldaten fast alle Bäuerinnen, Kinder und Greise des
Dorfs erschlagen, gekreuzigt, erschossen und vergewaltigt vor.
Die anderen Flüchtlings- und Verschlepptendramen des Kriegsendes sind im
kollektiven Gedächtnis der Deutschen kaum mehr vorhanden. Dazu gehören die
Flüchtlingstrecks, die zum Teil durch Schnee und Eis bei unter minus 20 Grad oft
über Hunderte von Kilometern marschierten und von der Roten Armee angegriffen
und ausgeplündert wurden. Die unzähligen in der Tschechei durch die Straßen
getriebenen Sudetendeutschen, die erst gehetzt und dann oft erschlagen, erschossen
oder ertränkt wurden, sind ebenfalls schon vergessen. Die etwa drei Millionen
Sudetendeutschen hatten bei ihrer Austreibung aus der Tschechei über 272.000 Tote
zu beklagen, weit mehr als die USA während des gesamten Zweiten Weltkriegs gegen
Deutschland. Vergessen sind offensichtlich auch die Verschleppungen von
Hunderttausenden von Deutschen in Arbeits-, Straf- und Konzentrationslager in der
Sowjetunion und Polen und die Ausrottung der deutschen Bevölkerung in einer
Vielzahl deutscher Ortschaften in Jugoslawien.
Mißhandlung deutscher Kriegsgefangener
Für über elf Millionen deutsche Männer und nicht wenige Frauen begann mit dem
Kriegsende auch die Leidenszeit der Kriegsgefangenschaft. Dieses Schicksal fiel
allerdings je nach Gewahrsamsstaat recht unterschiedlich aus. Ein großer Teil der
deutschen Kriegsgefangenen war bereits vor dem 8. Mai in Gefangenschaft geraten,
doch dieser Tag bedeutete auch für sie einen dramatischen Einschnitt. Bis dahin
behandelten Amerikaner, Briten und Franzosen ihre Gefangenen in der Regel
anständig, weil sie wollten, daß auch ihre eigenen Soldaten im Feindgewahrsam so
behandelt würden. Dieser “Schutz” für die deutschen Gefangenen war mit
der Kapitulation bei den Siegermächten aber abrupt beendet.
Der amerikanische Oberbefehlshaber Eisenhower entzog den über drei Millionen
deutschen Kriegsgefangenen, die mit der Kapitulation im Reichsgebiet in
amerikanische und britische Gefangenschaft geraten waren, per Befehl den
Schutzstatus als “Kriegsgefangene”, den sie nach dem Kriegsvölkerrecht bis dahin
genossen hatten. Auch Sowjets und Franzosen ließen nach der deutschen
Kapitulation zunächst alle bisher geübten Rücksichtnahmen fallen – es kam in der
Folge zu einem Massensterben unter den deutschen Kriegsgefangenen. So sind
nach dem 8. Mai 1945 etwa 1,5 Millionen deutsche Kriegsgefangene in
amerikanischer, französischer, sowjetischer und jugoslawischer
Kriegsgefangenschaft umgekommen.
Ab dem 8. Mai 1945 wurden die deutschen und italienischen Gefangenen in den USA,
in Kanada, Italien, in der Tschechoslowakei und England, die bis dahin nach den
Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts ernährt worden waren, von einem Tag auf den
anderen auf stark gekürzte Rationen gesetzt. Die Kriegsgefangenen im Reichsgebiet,
denen Eisenhower ihren völkerrechtlichen Schutzstatus entzogen hatte, wurden auf
eingezäunten Feldern und Wiesen unter freiem Himmel zusammengepfercht. Sie
erhielten in den ersten Tagen nach der Kapitulation in den meisten Lagern weder
Wasser noch Verpflegung. Selbst die Verwundeten und Kranken lagerten schutzlos
bei Regen, Wind und Kälte auf nackter, schlammiger Erde. Es fehlte zunächst jede
ärztliche Versorgung. Tausende Männer in diesen Gefangenenverhauen hatten nicht
einmal improvisierte Toiletten. Durchfallkranke Soldaten starben an Entkräftung oft
dort, wo sie ihre Notdurft verrichteten.
Amerikanische und französische Wachmannschaften schossen von außen wahllos in
die Lager. Es kam in der Anfangszeit zu Brutalitäten, die die deutschen Gefangenen
von ihren US-Bewachern nicht erwartet hatten, bis hin zum Überrollen von
schlafenden Kriegsgefangenen mit Jeeps und Planierraupen.
Vernichtung von Lebensmitteln
Die US-Militärbehörde verbot, Verpflegung und Zelte aus Wehrmachts- und USDepots in den Gefangenenlagern zu verteilen. Sie untersagte, daß die deutsche
Bevölkerung aus der Nachbarschaft Trinkwasser und Nahrungsmittel brachte.
Außerdem befahl sie, den helfenden Zivilpersonen die Lebensmittel abzunehmen und
zu vernichten. Die Amerikaner ließen der Bevölkerung verkünden, man werde bei
zukünftigen Versuchen zu solchen Hilfsaktionen auf sie schießen.
Die US-Besatzungsmacht verwehrte dem IKRK den Zugang zu den
Kriegsgefangenenlagern in Deutschland. Die US-Lager in Frankreich wurden dem
IKRK gar nicht erst gemeldet. Die Hilfssendungen des IKRK wurden – wie bereits
erwähnt – zunächst von allen Siegermächten abgewiesen, und die angelieferten
Lebensmittelrationen für die Kriegsgefangenen nicht verteilt. Allein der USOberbefehlshaber in Italien ließ die deutschen Gefangenen so gut versorgen und
behandeln, wie es damals möglich war. Der Leidensweg der deutschen Soldaten in
US-Gewahrsam fand erst ein Ende, nachdem 1946 einige US-Senatoren gegen die
Verhältnisse in den amerikanischen Kriegsgefangenenlagern Protest eingelegt hatten.
Deutsche Zwangsarbeiter
Die anfängliche Behandlung der deutschen Gefangenen in französischem Gewahrsam
stand der in den amerikanischen Lagern in nichts nach. Auch dort wurden die vom
IKRK gelieferten Lebensmittel nicht an die Gefangenen verteilt. So sind etwa 150.000
Deutsche in der französischen Besatzungszone, in Frankreich, auf Korsika und in
Nordafrika durch Unterernährung oder Krankheit umgekommen. Ein Teil der Toten
ging allerdings noch auf das Konto der Amerikaner, die diese Gefangenen bereits fast
zu Tode unterernährt an die Franzosen übergeben hatten.
Viele Kriegsgefangene in den westlichen Gewahrsamstaaten mußten nach der
deutschen Kapitulation zwar auch Zwangsarbeit im Bergbau, auf Werften, in der
Landwirtschaft und anderen Orten leisten, aber sie hatten doch das Glück, nach
wenigen Jahren entlassen zu werden. Die meisten deutschen Kriegsgefangenen in
sowjetischem Gewahrsam hatten da ein weitaus härteres Los gezogen. Sie mußten
viele Jahre länger bleiben, zum Teil mehr als zehn Jahre, und ihre Zwangsarbeit im
Bergbau, beim Holzfällen, Straßen-, Brücken- und Eisenbahnbau zudem unter harten
klimatischen und primitiven Arbeitsbedingungen leisten. Eine sehr große Zahl dieser
Kriegsgefangenen hat dies nicht überlebt. Außerdem mußten über 270.000 in die
Sowjetunion verschleppte deutsche Zivilisten das Schicksal der Kriegsgefangenen
teilen.
Zu den hier erwähnten, in Gefangenschaft geratenen deutschen Soldaten kamen noch
zehntausende in Jugoslawien ermordete deutsche Kriegsgefangene, die ihre Heimat
niemals wiedersahen.
Schauprozesse und Foltergeständnisse
Ein besonderes Kapitel sind die Straf- und Schauprozesse, denen ein Teil
der deutschen Kriegsgefangenen im sowjetischen, amerikanischen und
jugoslawischen Machtbereich unterworfen waren. Sowjetische
Vernehmungsoffiziere ließen nicht aussagewillige Gefangene in vielen
Fällen foltern und erschießen. Ab 1949 begann man außerdem, mehr als
50.000 deutsche Kriegsgefangene in Schauprozessen der “Spionage”
oder der “Zustimmung zum Kriege” zu beschuldigen und anzuklagen.
Nach Prozessen, die oft nur zehn Minuten dauerten, wurden sie meist
zum Tode verurteilt und kurz danach zu 25 Jahren Arbeitslager
“begnadigt”. Auch amerikanische Kriegsgerichte haben sich bei den
Verhören vor Prozessen nachweislich der Folter an Gefangenen bedient.
So ließen amerikanische Vernehmungsoffiziere in vielen Fällen deutsche
Kriegsgefangene tagelang hungern, mit Fäkalien übergießen oder ihnen Säcke über
ihre Köpfe stülpen und dann auf sie einschlagen, um sie für die Verhöre “weich” zu
bekommen. Im “Malmedy-Prozess” wurden den angeklagten deutschen
Kriegsgefangenen Holzkeile unter ihre Fingernägel getrieben oder die
Hoden zerquetscht, um sie zu “Geständnissen” zu zwingen. Die in diesem
Prozeß gesprochenen Todesurteile wurden deshalb später auf Druck eines
amerikanischen Untersuchungsausschußes ausgesetzt und nicht vollstreckt. Man
kann die Bestrafung Millionen deutscher Männer mit jahrelanger Gefangenschaft
und Tod wahrlich nicht “Befreiung” nennen – selbst wenn sie mit dem Untergang der
nationalsozialistischen Diktatur verbunden war.
Am Ende stehen zwei historisch-politische Einsichten. Die Ursachen des Zweiten
Weltkrieges beginnen mit den europäischen Auseinandersetzungen, die zum Ersten
Weltkrieg führten, und setzen sich mit der gnadenlosen Art fort, in der die
damaligen Sieger dem deutschen Volk in Versailles erst die Alleinschuld am Kriege
zuschoben und es dann ausgeplündert haben, und gehen bis zum Danzig-Streit und
der Diskriminierung und Drangsalierung der deutschen Minderheit in Polen. Die
Folgerung, daß die Deutschen den Krieg allein verursacht und damit die
Vertreibung und das Elend ab 1945 selbst verschuldet hätten, ist daher historisch
unhaltbar.
Die zweite Einsicht ist, daß das Leid von 16 Millionen deutschen Bürgern während
der Vertreibung, von elf Millionen deutschen Männern in der Kriegsgefangenschaft
und der Tod von weit über sechs Millionen Bürgern unseres Landes nach dem 8.
Mai 1945 zu bedeutend sind, als daß sie neben der Erleichterung derer, die sich
praktisch befreit sahen, von damals an diesem Tag verschwiegen werden dürften.
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https://morbusignorantia.wordpress.com/2012/09/06/die-besiegte-feindnation/
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