30. Mährische Vogelbeere (Sorbus aucuparia `Edulis`)

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30. Mährische Vogelbeere
(Sorbus aucuparia 'Edulis')
Rosengewächse (Rosaceae), Rosenartige (Rosales)
Die abgebildete mährische Vogelbeere steht in Klein-Nizza nahe der Einmündung der Riemenschneiderstraße in den Friedrich-Ebert-Ring und ist noch sehr jung.
Mährische, Essbare oder Edle Eberesche (Sorbus aucuparia ‚edulis')
Bei ihr handelt es sich um eine Unterart aus Tschechien, deren Früchte größer und
frei von Parasorbinsäure und anderen Bitterstoffen sind, siehe unten.
Besonderheiten und Verwendung:
Die Eberesche oder Vogelbeere hat bei uns
über 100 volkstümliche Namen. Vogelbeere
heißt sie, weil die Vogelfänger die roten Beeren
zum Anlocken von Drosseln benutzten. Der
Name Eberesche hängt zum einen mit den
eschenähnlichen Blättern zusammen, zum anderen soll er auf die Nutzung zur Schweinemast (Eber) zurückgehen.
Bei Kelten und Germanen war die Eberesche
ein heiliger Baum, der das Vieh vor Blitzschlägen schützen sollte.
Die Eberesche ist ein beliebter, niedrig bleibender Zierbaum. Erreicht sie weniger als 20 m
Mährische Vogelbeere, sehr jung,
Höhe. Oft wächst sie strauchförmig. Sie hat
aber schon blühfähig (Eigenes Foto)
eine schöne Herbstfärbung und attraktive
leuchtend rote Früchte, die den Winter über
hängen bleiben, sofern sie nicht vorher gefressen werden. Es gibt eine ganze Reihe
von Gartenformen, die sich in der Farbe und Form der Blätter und der Beeren oder in
der Wuchsform unterscheiden.
Für den Menschen sind die Früchte leicht giftig. Zwar enthalten sie Zucker und viele
Vitamine, aber auch die bittere Parasorbinsäure, die abführend wirkt und in größeren
Dosen Magen und Darm stark reizt. Da sie beim Kochen und Trocknen abgebaut
wird, kann man aus den Beeren dennoch Marmelade herstellen. Die Mährische Vogelbeere ist aber eine parasorbinsäurefreie Sorte, deren Beeren man auch roh essen
kann. Früher wurde aus Vogelbeeren der süß schmeckende Zuckeraustauschstoff
Sorbit gewonnen, der für Diabetiker geeignet ist.
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, siehe de.creativecommons.org
Von Förstern wird die Vogelbeere als anspruchslose Pionierbaumart geschätzt, mit
der sich auch schadstoffbelastete Kahlflächen wieder aufforsten lassen. Das intensive Wurzelwerk hält lockeren Boden und Geröll gut fest. Das abgefallene Laub zersetzt sich leicht zu einem guten Humus und verbessert durch Fichtenbestände entstandenen Rohhumus. Die Stockausschläge und Wurzelschösslinge können aber
lästig werden.
Ebereschen haben ein ebenso hartes und dauerhaftes Kernholz wie Eichen. Das
Splintholz ist zum Schnitzen sehr beliebt.
Blüte und Blütenstand:
Die Vogelbeere hat schirmförmige, weiße Blütenstände. Die Eberesche gehört zu
den Kernobstgewächsen; ihre gelblich-weißen Blüten haben daher 5 Kelch- und 5
Blütenblätter, viele Staubblätter und Fruchtblätter, die bei der Reife mit der krugförmigen Blütenachse verwachsen.
Die Blüten locken große Mengen unterschiedlicher Insekten an, verbreiten aber einen für die menschliche Nase unangenehmen Geruch. Deshalb wird der Baum
manchmal auch als Stinkesche bezeichnet.
Frucht:
Bei den „Beeren“ handelt es sich Apfelfrüchte. Wenn man sie aufschneidet, sieht man,
dass das Kerngehäuse
dreiteilig ist.
Die Pflanze:
Der Stamm ist grau
und glatt wie bei der
Buche.
Früchte und gefiederte Blätter (Eigenes Foto)
Die wechselständigen
Blätter sind unpaarig
gefiedert, die Fieder-
chen am Rand gesägt.
Die Eberesche hat ein ausgedehntes flaches Wurzelsystem, aus dem zusätzlich sogenannte Senkerwurzeln tief nach unten dringen.
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