Aus der Abteilung Innere Medizin II (Gastroenterologie, Hepatologie

Werbung
Aus der Abteilung
Innere Medizin II (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie)
der Medizinischen Universitätsklinik der
Albert–Ludwigs–Universität Freiburg im Breisgau
Randomisierter Vergleich
der transarteriellen Chemoembolisation (TACE) versus
TACE in Kombination mit der ultraschallgesteuerten perkutanen
Alkoholinjektion bei der Behandlung
des lokal fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinoms
Inaugural Dissertation
zur
Erlangung des Medizinischen Doktorgrades
der Medizinischen Fakultät
der Albert–Ludwigs–Universität Freiburg i. Br.
Vorgelegt 2005
von Tarik Wolfgang Friedrich Sözgen
geboren in Offenburg/ Baden
Dekan
Prof. Dr. med. C. Peters
1. Gutachter
Privat–Dozent Dr. med. H.–P. Allgaier
2. Gutachterin
Prof. Dr. med. A. Schmitt-Gräff
Jahr der Promotion
2006
Meinen Eltern, Isabelle und Selim
Abkürzungen
AFP
Alpha–Fetoprotein
AFT
Aflatoxin
C2–Abusus
Alkohol–Abusus
CEA
Karzinoembryonales Antigen
CRP
C–reaktives Protein
CT
Computertomographie
DCP
Des–Gamma–Carboxyprothrombin
DSA
Digitale Subtraktionsangiographie
FDS
Farbdopplersonographie
GOT
Glutamat–Oxalazetat–Transaminase
GPT
Glutamat–Pyruvat–Transaminase
HBV
Hepatitis B–Virus
HCC
Hepatozelluläres Karzinom
HCV
Hepatitis C–Virus
JÜR
Jahresüberlebensrate
KH
Krankenhaus
KI
Kontraindikation
LCT
Lipiodol–Angio–Computertomographie
LITT
Laser induzierte Thermotherapie
MRT
Magnet–Resonanz–Tomographie
n.s.
nicht signifikant
PEI
Perkutane Ethanol Injektion
RFTA
Radiofrequenz–Thermoablation
s.o.
siehe oben
TAC
Transarterielle Chemotherapie
TACE
Transarterielle Chemoembolisation
TAE
Transarterielle Embolisation
TIPS
Transjugulärer Intrahepatischer Portosystemischer Stent Shunt
US
Ultraschall
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG
1
1.1 Epidemiologie
1
1.2 Pathogenese
2
1.3 Klinik
3
1.4 Diagnostik
3
1.4.1 Labor
3
1.4.2 Tumormarker
4
1.4.3 Bildgebende Verfahren
5
1.4.4 Tumorbiopsie und Pathologie
5
1.5 Therapiemöglichkeiten
6
1.5.1 Chirurgische Therapieoptionen
6
1.5.2 Nicht–chirurgische Therapieoptionen
6
1.5.3 Weitere chirurgische und nicht–chirurgische Therapien
7
1.6 Fragestellung
2. PATIENTEN UND METHODEN
2.1 Design
2.2 Therapieverfahren
8
9
9
13
2.2.1 Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
13
2.2.2 Perkutane Ethanolinjektion (PEI)
14
2.3 Therapiebeurteilung
15
2.4 Krankenhausaufenthalte
16
2.5 Lebensqualität
16
2.6 Statistische Methoden
17
3. ERGEBNISSE
17
3.1 Beschreibung der beiden Therapiearme
17
3.2 Überleben
20
3.3 Krankenhausaufenthalt
24
3.4 Lebensqualität
25
4. DISKUSSION
25
4.1 Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
26
4.2 Perkutane Ethanolinjektion (PEI)
27
4.3 TACE und PEI
28
4.4 Das Überleben
29
4.5 Krankenhausaufenthaltszeit
33
4.6 Lebensqualität
34
4.7 Fazit
34
5. ZUSAMMENFASSUNG
35
6. LITERATURVERZEICHNIS
36
7. ANHANG
42
Danksagung
42
Lebenslauf
43
Einleitung
1
1. Einleitung
1.1 Epidemiologie
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist ein hochmaligner und rasch fortschreitender
Tumor (12). Das HCC gehört weltweit zu den häufigsten Tumoren (4, 25, 36, 61) mit
250.000 bis zu einer Million Neuerkrankungen jährlich (17, 55, 65), jedoch zeigen
sich Unterschiede im regionalen Auftreten. Am häufigsten kommt das HCC in Afrika
(südlich der Sahara) und Asien (8, 11, 29, 45) vor, mit jeweils einer Inzidenz von bis
zu 150 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern im Jahr (12). In China zum
Beispiel stellt es die dritthäufigste Todesursache bei Krebserkrankungen (54) dar.
Etwas seltener tritt es in Japan und den Mittelmeerländern mit jährlich 5–20
Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern (19) auf. In Nord– und Südamerika und
in Mitteleuropa beträgt die Inzidenz ca. 4–6/100.000 Einwohnern und Jahr (10, 12,
17, 19). Männer erkranken ungefähr 3–4 mal häufiger als Frauen (4, 19, 21, 61). Mit
dem Alter steigt die Inzidenz, unabhängig vom Geschlecht, an (4, 19, 21). Auffällig ist
auch die 2–10fach höhere Inzidenz in Entwicklungsländern im Vergleich zu
entwickelten Ländern (25). In den letzten 30 Jahren kam es jedoch zu einem Anstieg
der Neuerkrankungen in den Industrieländern, vor allem in Japan, aber auch in den
USA, Großbritannien und Frankreich (21).
Die Hauptursachen für die Entstehung chronischer Hepathopathien und HCCs sind
chronische Hepatitiden, Alkoholmissbrauch und Aflatoxine. Dabei wird das Risiko der
HCC–Entstehung im wesentlichen von drei Faktoren bestimmt (12):
–
Ätiologie der Hepatopathie (größtes Risiko für chronische Hepatitis B–
beziehungsweise Hepatitis C–Infektionen)
–
Aktivität und Dauer der chronischen Lebererkrankung (höchstes
Risiko für Patienten mit chronisch aktiver Hepatitis und Leberzirrhose)
–
Existenz von Kofaktoren (zum Beispiel Hepatitis B–Infektion und
Alkoholabusus oder Hepatitis B–Infektion und Aflatoxinexposition)
Einleitung
2
1.2 Pathogenese
Bei der HCC–Entwicklung kommt es durch eine chronische Leberschädigung zu
multiplen Regenerationsversuchen der Leber, die schließlich durch ausgeprägte
chromosomale Veränderungen zu einer malignen Transformation führen. Daher
müssen alle Faktoren, die zu einer chronischen Leberschädigung führen können, als
Risikofaktoren betrachtet werden. So nimmt die Leberzirrhose – als gemeinsame
Endstrecke verschiedener chronischer Schädigungen – eine besondere Rolle in der
HCC–Pathogenese ein. Dies sieht man auch daran, dass über 80% aller HCC mit
einer Leberzirrhose assoziiert sind (2, 7, 62, 64). Deshalb muss die Leberzirrhose
nicht nur als Risikofaktor, sondern unabhängig von ihrer Ursache als Präkanzerose
des HCC angesehen werden (12). Bekannte Risikofaktoren für die HCC–Entstehung
sind chronische Hepatitiden (chronische Hepatitis B und Hepatitis C) (16, 29, 34, 46,
63), sowie metabolische Lebererkrankungen (Alkoholabusus (5, 19, 22, 38) und
Aflatoxine (25, 30, 54, 58)). Andere seltene Ursachen chronischer Hepatitiden (z. B.
primär
biliäre
Zirrhose,
Autoimmunhepatitis)
spielen
zahlenmäßig
eine
untergeordnete Rolle.
Die beiden wichtigsten Ursachen in der Pathogenese sind somit die chronischen
viralen Hepatitiden und der Alkoholabusus. Dabei überwiegt in den westlichen
Ländern der Alkoholabusus als Ursache (5), in Südostasien und Afrika die
chronischen Hepatitiden (41).
Das HCC–Risiko steigt bei persistierender HBV–Infektion um das 100–fache (30).
3,9% aller chronischen Hepatitis B–Infektionen entwickeln ein HCC (58), bei der
chronischen Hepatitis C–Infektion sind es 10,4% (58). Der Grund für die gestiegene
HCC–Inzidenz in den Industrieländern in den letzten Jahren (s.o.) ist in der
Häufigkeitszunahme der chronischen Hepatitis C zu sehen (20, 22).
Aflatoxin (AFT) ist das Zellgift der Pilzfamilie Aspergillus, vor allem des Aspergillus
flavus und Aspergillus parasiticus. AFT wird über kontaminierte Nahrung, vor allem
Getreide, Erdnüsse und Reis, aufgenommen (30). AFT kommt vor allem in
Entwicklungsländern wegen mangelnder hygienischer Bedingungen sehr häufig vor.
Vor allem in der Kombination mit anderen Faktoren gilt AFT als ein Risikofaktor (54),
so dass das relative HCC–Risiko in der Kombination Aflatoxin und chronischer
Hepatitis B über 60% (12) beträgt.
Einleitung
3
1.3 Klinik
Das HCC verursacht im frühen Stadium in der Regel wenig Symptome, daher ist die
Klinik des HCC häufig durch die Symptome der zugrundeliegenden Leberzirrhose
bestimmt, wie zum Beispiel:
–
Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Druck– und Völlegefühl im Oberbauch,
eventuell Gewichtsverlust und Übelkeit (26).
–
Vergrößerte und verhärtete Leber mit höckriger Oberfläche, im fortgeschrittenen
Stadium eine Verkleinerung der Leber (26).
Typische Symptome, die direkt durch das HCC bedingt sind, vor allem im
Spätstadium, können sein:
–
Oberbauchbeschwerden, Schmerzen und Druckgefühl (12, 23, 26).
–
Abdomenschwellung, Hepatomegalie, Splenomegalie, tastbarer Tumor (12, 23,
26).
–
Auskultatorisches Strömungsgeräusch über dem Tumor (23, 26).
–
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust (12, 23, 26).
–
Eventuell Ascites (26).
–
Eventuell paraneoplastische Symptome (Fieber, Polyglobulie, ..) (26).
–
Eventuell eine Erstmanifestation als akutes Abdomen durch ein Hämoperitoneum
nach Tumorruptur (12).
1.4 Diagnostik
1.4.1 Labor
Die üblichen klinischen und laborchemischen Untersuchungsresultate sind beim HCC
meist nicht richtungsweisend, da sie häufig auf die meist zugrundeliegende
Leberzirrhose
zurückzuführen
sind.
Häufig
ist
die
Glutamat–Oxalazetat–
Transaminase (GOT) erhöht, ebenso wie die Alkalische Phosphatase. Ebenfalls
erhöht sein können auch die Glutamat–Pyruvat–Transaminase (GPT) und das
Bilirubin. Zur Basisdiagnostik gehört die komplette Labordiagnostik zur differential–
diagnostischen Abklärung chronischer Hepatopathien (12).
Einleitung
4
1.4.2 Tumormarker
Unter Tumormarker versteht man Stoffe, die durch den Tumor selbst produziert
werden und im peripheren Blut nachweisbar sind. Leider sind fast alle Tumormarker
nicht spezifisch für einen Tumor, oder eine maligne Erkrankung, da sie häufig bei
verschiedenen Tumoren erhöht sein können oder bei nicht–malignen Erkrankungen,
sowie bei bestimmten physiologischen Zuständen, vorhanden sein können. Daher
sind sie vor allem zur Therapieüberwachung (fällt der Marker als Zeichen eines
Ansprechens auf die Therapie?) und zur Rezidivkontrolle (ansteigender Wert als
Zeichen eines möglichen Rezidives) geeignet (12).
Alpha–Fetoprotein (AFP):
Der wichtigste Tumormarker des HCC, und daher der am häufigsten benutzte, ist das
Alpha–Fetoprotein (AFP), ein onkofetales Antigen. Dieses Glykoprotein hat ein
Molekulargewicht von ca. 70.000 Dalton. Es wird im Dottersack, in der fetalen Leber
und im Gastrointestinaltrakt produziert. Erhöhte Werte während der Fetalzeit weisen
auf einen Neuralrohrdefekt hin. Postpartale Erhöhungen (> 10 ng/ml) sind während
der ersten zehn Lebensmonate und während einer Schwangerschaft physiologisch
(50). Zudem kann es bei bestimmten Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose) (14)
und bei bestimmten Tumorerkrankungen (z. B. HCC, Keimzelltumoren) erhöht sein
(50). Dabei sind Werte bis 500 ng/ml unsichere Erhöhungen, da diese sowohl bei
nicht–malignen wie auch bei malignen Erkrankungen auftreten. Werte über 500 ng/ml
oder stetig steigende Werte sind jedoch hochverdächtig auf ein HCC (12). In
Kombination mit einem typischen Befund in den bildgebenden Verfahren ist ein AFP–
Wert > 500 ng/ml diagnostisch beweisend.
Des–Gamma–Carboxyprothrombin (DCP):
Nach dem AFP ist das Des–Gamma–Carboxyprothrombin (DCP) der wichtigste
HCC–Tumormarker, vor allem bei HCC–Herden kleiner drei Zentimeter. Er gilt als
komplementär zum AFP, so dass mit diesen beiden Markern 80–90% der HCC–
Patienten identifiziert werden können (12).
Weitere Tumormarker sind das karzinoembryonale Antigen (CEA),
1–Antitrypsin,
Ferritin, Isoferritin und andere. Sie spielen jedoch in der Praxis aufgrund der geringen
Sensitivität und Spezifität eine eher untergeordnete Rolle.
Einleitung
5
1.4.3 Bildgebende Verfahren
Die Frühdiagnose des HCC wurde erst mit der Einführung des Ultraschalls und der
Computertomographie Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre möglich. Damit
nimmt die Bildgebung in der HCC–Diagnostik eine wichtige Stellung ein. Heute
stehen zur bildgebenden Diagnostik zur Verfügung (12, 19):
–
Sonographie (US) und Farbdopplersonographie (FDS)
–
Computertomographie (CT)
–
Magnetresonanztomographie (MRT)
–
Lipiodol–Angio–Computertomographie (LCT)
–
Angiographie beziehungsweise Digitale Subtraktionsangiographie (DSA).
Dabei zeigen alle Verfahren eine gute Sensitivität für Tumore ab 1–3 cm Größe.
1.4.4 Tumorbiopsie und Pathologie
Ein eindeutiger Befund in der Bildgebung und ein stark erhöhter AFP–Wert (> 500
ng/ml) können beim HCC als ausreichend zur Diagnosestellung angesehen werden
(12).
Ansonsten
erfolgt
die
histologische
Diagnosesicherung
durch
Feinnadelpunktion unter US– oder unter CT–Kontrolle. Unter gewissen Umständen
kann jedoch auch eine laparoskopische oder intraoperative Diagnosesicherung nötig
sein (12).
Histologisch lassen sich folgende Typen unterscheiden (12):
–
hoch differenziertes
–
mässig differenziertes und
–
anaplastisch undifferenziertes HCC.
5%
aller
HCC
zeigen
zudem
Cholangiokarzinomanteile
(12),
sogenanntes
Cholangio–HCC.
Das HCC metastasiert relativ spät, dann bevorzugt hämatogen in Lunge und
Knochen. Typisch ist eine intrahepatische diffuse Tumoraussaat via Pfortadersystem
(klinisch „Pfortaderthrombose“) (12).
Einleitung
6
1.5 Therapiemöglichkeiten
1.5.1 Chirurgische Therapieoptionen
Potenziell
kurative
Therapien
sind
die
Leberteilresektion
bzw.
die
Lebertransplantation (3, 12, 57).
Die Leberteilresektion ist nur sinnvoll bzw. möglich, wenn eine komplette Entfernung
der Läsion technisch möglich ist. Ferner müssen Filae ausgeschlossen sein, da diese
sonst die Prognose limitieren. Ein weiteres Problem ist die häufig eingeschränkte
Leberfunktionsreserve.
Durch
die
meist
vorhandene
Leberzirrhose
ist
die
Leberfunktion oft eingeschränkt. Aufgrund der zu fordernden Radikalität einer
Resektion ist eine ausreichende Leberfunktion Voraussetzung, weshalb nur ca. 20–
30% aller HCC–Patienten diese Therapieoption offen steht.
Die Lebertransplantation ist streng genommen die einzige potentiell kurative
Therapie. Sie hat gegenüber der Leberteilresektion den Vorteil, dass nicht nur eine
komplette Entfernung des HCCs erfolgt, sondern dass auch die Präkanzerose
(Leberzirrhose)
geheilt
wird.
Damit
wäre
auch
die
häufig
vorhandene
Leberfunktionsstörung therapiert, sowie das durch die Grunderkrankung bestehende
erhöhte Risiko einer HCC–Neubildung in anderen Teilen der Leber beseitigt. Das
große Problem des generellen Transplantatmangels, sowie die häufig entstehenden
HCC–Neubildungen im Transplantat durch Mikroinfiltrationen in Gefässen bei
gleichzeitiger
iatrogener
Immunsuppression,
sind
die
Gründe,
dass
die
Lebertransplantation nur für wenige Patienten eine Behandlungsoption darstellt.
1.5.2 Nicht–chirurgische Therapieoptionen
Da die chirurgischen Therapieoptionen also nur einem kleinen Teil der HCC–
Patienten zur Verfügung stehen, kommt den nicht–chirurgischen Möglichkeiten eine
große Bedeutung zu (4). Es wird zwischen transarteriellen und perkutanen Verfahren
unterschieden.
Die Transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist ein regionales Therapieverfahren,
bei dem über die transfemorale Sondierung der tumorversorgenden Leberarterie ein
Chemotherapeutikum direkt in den Tumor appliziert wird, und anschliessend die
Arterie temporär mit Stärkepartikeln verschlossen wird. Dies geschieht, um einerseits
ein zu schnelles Auswaschen des Medikamentes zu verhindern, andererseits eine
Einleitung
7
Ischämie im Tumor zu induzieren. Als Variationen der TACE, die das effektivste
transarterielle Verfahren darstellt, werden die Transarterielle Embolisation (TAE), bei
der kein Chemomedikament gegeben wird, sowie die Transarterielle Chemotherapie
(TAC), bei der keine abschließende Embolisation erfolgt, angewandt. Die Indikation
der TAC ist beispielsweise bei Pfortaderthrombose gegeben, da sonst durch eine
Embolisation der Arterie auch im nicht–malignen Lebergewebe eine Ischämie
provoziert werden würde.
Die Perkutane Alkoholinjektion ist ebenfalls ein regionales Verfahren, bei dem das
HCC in der Regel unter Ultraschallkontrolle punktiert wird. Anschliessend wird
hochprozentiger Alkohol in das HCC injiziert. Der Alkohol führt über seine
denaturierende Wirkung zur Tumorzellzerstörung mit konsekutiver Nekrosebildung.
Auch
bei
der
Radiofrequenz–Thermoablation
(RFTA)
wird
unter
Kontrolle
bildgebender Verfahren (US, CT) gezielt punktiert. Es kommt jedoch nicht zur
Injektion eines Medikamentes, sondern zur thermischen Schädigung des Tumors
durch Hitze, dabei entsteht eine Koagulationsnekrose. Erstmals wurde dieses
Verfahren 1993 angewandt, inzwischen ist es ein etabliertes Verfahren und ein
wichtiger Teil der HCC–Therapie.
1.5.3 Weitere chirurgische und nicht–chirurgische Therapien
Neben
den
bisher
genannten
Therapieformen
gibt
es
weitere
Behandlungsmethoden, die sich entweder als nicht wirksam erwiesen haben, oder
die zur Zeit noch in Studien untersucht werden (3, 12, 57, 62).
Therapien, die sich als nicht wirksam erwiesen:
–
Tamoxifen: Man erhoffte sich, dass bei HCC, welche Östrogenrezeptoren
exprimieren, eine Therapie mit Anti–Östrogenen wirkungsvoll sein könnte, jedoch
wurde dies widerlegt (15, 18, 53).
–
Systemische Chemotherapie: Die systemische Chemotherapie mit einem oder
mehreren Medikamenten spielt in der Behandlung des HCC praktisch keine Rolle
mehr. Neben dem schlechten Ansprechen des HCCs auf diese Therapie hindern
vor allem die schweren systemischen Nebenwirkungen ihre Anwendung.
–
Strahlentherapie: Das HCC ist resistent auf externe Bestrahlung, selbst bei
hohen Dosen erreicht man nur partielle Nekrosen im Tumor. Ein interessanter
Ansatz ist die lokale Bestrahlung mit 131–Jod, gekoppelt an Lipiodol, welches
diese Strahlenquelle direkt an den Tumor bringt. Die klinischen Resultate dieser
Einleitung
Therapie
8
bringen
jedoch
keinen
wesentlichen
Vorteil
gegenüber
den
Embolisationsverfahren, sie ist aber deutlich aufwendiger.
Folgende systemische Therapien werden zur Zeit in Studien untersucht:
–
Octreotid: Die Behandlung mit diesem Somatostatin–Analogon zeigt bereits
hoffnungsvolle Anfänge, jetzt muss die Wirksamkeit noch belegt werden.
–
PEI–Variationen: Nach dem Prinzip der PEI (s. o.), es wird jedoch nicht Alkohol
injiziert, sondern entweder heisse Kochsalzlösung (NaCl) oder Essigsäure.
–
LITT: Bei der Laser–induzierten Thermotherapie kommt es, wie bei der RFTA, zu
einer thermischen Zerstörung des Tumors. Es ist noch zu klären, ob seine
Effektivität mit der der RFTA zu vergleichen ist.
1.6 Fragestellung
Das HCC hat eine schlechte Prognose und nur wenig erfolgversprechende
Therapieoptionen, vor allem im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Daher
stellt sich die Frage, ob man nicht gerade dann versuchen sollte, durch Kombination
verschiedener Therapien ein besseres Ergebnis zu erzielen. Allgaier et al. verglichen
1998 die Kombinationstherapie aus TACE und PEI bei HCC–Patienten mit alleiniger
TACE, alleiniger PEI und „best supportive care“ in einer nicht kontrollierten Studie
(6). Dabei konnten sie einen klaren Überlebensvorteil für die TACE und PEI–Gruppe
nachweisen. Dieses positive Ergebnis für die TACE–PEI–Therapie war die Motivation
für die Durchführung dieser Studie.
Folgende Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden:
–
Führt die Kombination TACE und PEI im Vergleich zur alleinigen TACE bei
Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen HCC zu einer Lebensverlängerung?
–
Wird die gesamte Krankenhausaufenthaltsdauer durch die verschiedenen
Therapien signifikant beeinflusst?
–
Gibt es einen Unterschied bezüglich der Lebensqualität in den beiden
Therapiegruppen?
Patienten und Methoden
9
2. Patienten und Methoden
2.1 Design
Das Studiendesign war eine zweiarmige, prospektive und randomisierte Studie mit
Patienten mit nicht resezierbarem HCC. Verglichen wurde dabei die transarterielle
Chemoembolisation (TACE) mit der Kombination TACE und der perkutanen
Alkoholinjektion (PEI). Um einen Überlebensvorteil einer der beiden Arme gegenüber
dem anderen nachzuweisen, wurde eine Patientenzahl von 616 Patienten kalkuliert.
Da von Januar 1997 bis August 2001 an fünf Kliniken nur 58 Patienten
eingeschlossen werden konnten, wurde die Studie vorzeitig beendet. Die 58
Patienten wurden in die Auswertung eingeschlossen. Sechs Patienten (vier aus der
TACE–Gruppe und zwei aus der TACE–PEI–Gruppe) konnten nicht in die Analyse
eingeschlossen werden. Gründe hierfür waren: Operation, zurückgezogenes
Einverständnis,
Krankenhauswechsel,
ein
zunächst
nicht
erkanntes
Ausschlusskriterium und bei einem Patienten der Verlust der Daten.
Beteiligte Studienzentren waren:
-
das Universitätsklinikum Freiburg (38 Patienten)
-
das Klinikum der Philipps–Universität Marburg (4 Patienten)
-
die Städtischen Kliniken Esslingen (2 Patienten)
-
das Kantonsspital der Universitätsklinik Basel (Schweiz, 9 Patienten)
-
die Universitätsklinik Dresden (5 Patienten)
Die Randomisierung erfolgte zentral, für jede einzelne Klinik als Blockrandomisation,
durch das Institut für Medizinische Biometrik der Universität Freiburg.
Patienten und Methoden
10
In der Uniklinik Freiburg
wurden 413 Patienten
mit der Hauptdiagnose
HCC im
Studienzeitraum
stationär behandelt
9 P. in Basel erfüllten die Kriterien
und stimmten der
Studie zu
5 P. in Dresden erfüllten die Kriterien
und stimmten der
Studie zu
38 P. in Freiburg
erfüllten die Kriterien
und stimmten der Studie
zu
2 P. in Esslingen
erfüllten die Kriterien und stimmten der Studie zu
4 P. in Marburg erfüllten die Kriterien
und stimmten der
Studie zu
Insgesamt wurden
58 Patienten
eingeschlossen
29 Patienten TACE
29 Patienten
TACE+PEI
2 Patienten fielen
nachträglich heraus
4 Patienten fielen
nachträglich heraus
1. doch ein Ausschlußkriterium
2. Einverständnis
zurückgezogen
3. Krankenhauswechsel
1. Einverständnis
zurückgezogen
2. OP war noch
möglich
4. Verlust der
Daten
25 Patienten
TACE
ausgewertet
27 Patienten
TACE+PEI
ausgewertet
Abb 1: Flussdiagramm, Übersicht der Herkunft und Verteilung der HCC–Patienten
Patienten und Methoden
11
Primärer Studienendpunkt war die globale Überlebenszeit, der sekundäre Endpunkt
war die Krankenhausaufenthaltsdauer. Weiterer sekundärer Studienendpunkt war die
Erfassung der Lebensqualität durch „selfrating“ der Patienten mittels eines validierten
Fragebogens (EORTC QLQ C30). Messzeitpunkte waren vor Therapiebeginn, sowie
6, 12 und 24 Monate nach Therapiebeginn.
Vor Therapiebeginn wurden folgende Parameter erhoben:
–
klinische Parameter (Schmerzen, Anämie, Gewichtsverlust, palpabler Tumor)
–
Laborparameter: Hämoglobin und Hämatokrit, Thrombozytenanzahl, Quick–Wert,
Bilirubin, Glutamat–Pyruvat–Transaminase (GPT), Alkalische Phosphatase,
Gesamteiweiss,
Cholinesterase,
Albumin,
γ–Globuline,
Natrium,
Kalium,
Harnstoff, Kreatinin, Ferritin, C–reaktives Protein, –Fetoprotein
–
Hepatitisserologie: Anti–HCV, HBsAg, HBeAg, Anti–HBc
–
Bildgebende Verfahren: Ultraschall (Tumorgröße, Herdanzahl, Lokalisation),
Duplexsonographie
(Pfortaderthrombose?),
CT
oder
MRT
(Tumorgröße,
Herdanzahl, Lokalisation).
Zur Stadieneinteilung einer bereits bestehenden Leberzirrhose wurde die Child–
Pugh–Klassifikation zugrunde gelegt (51), für das Tumorstadium die Klassifikation
nach Okuda (47).
Tab. 1: Tabelle der Child–Pugh–Klassifikation:
1
2
3
Albumin (mg/dl)
> 3,5
2,8-3,5
< 2,8
Bilirubin (mg/dl)
< 2,0
2,0-3,0
> 3,0
Quick (%)
> 70
40-70
< 40
Ascites
kein
mäßig viel
viel
Enzephalopathie
keine
Grad I-II
> Grad II
Punkte
Child A
5-6 Punkte
Child B
7-9 Punkte
Child C
10-15 Punkte
Patienten und Methoden
12
Tab. 2: Tabelle der Okuda–Stadien:
Punkte
0
1
Aszites
< 50 %
der Leber
nein
>= 50 %
der Leber
ja
Albumin (g/dl)
>3
<= 3
Bilirubin (mg/dl)
<3
>= 3
Stadium I
0 Punkte
Stadium II
1-2 Punkte
Stadium III
3-4 Punkte
Tumorausdehnung
Zur Abklärung extrahepatischer Metastasen wurden eine Abdomensonographie und
ein CT oder MRT des Abdomen durchgeführt, ein Thoraxröntgenbild und – bei
klinischem Verdacht auf Knochenmetastasen – eine Skelettszintigraphie.
Die Überwachung des Patienten erfolgte in regelmässigen Abständen.
Tab. 3: Tabelle Follow–up nach Abschluss der Therapie:
Monat
0
1
3
6
9
12
15
18
21
24
Klinische Untersuchung
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Labor
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Sonographie
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
CT/MRT
x
x
x
x
Röntgen-Thorax
Lebensqualität (EORTC QLQ C30)
x
x
x
x
x
x
x
x
x
x
Die Einschlusskriterien der Studie waren:
–
Child–Pugh Gruppe A oder B
–
HCC–typische Befunde in der Bildgebung (CT, MRT, Sonographie, Angiographie)
und signifikante Erhöhung des AFP–Wertes (> 250 ng/ml) oder histologisch
gesichertes HCC
–
Inoperabilität
–
Schriftliches Einverständnis des Patienten
–
TACE technisch möglich
Als Ausschlusskriterien wurden festgelegt:
–
Fernmetastasen
usw.
Patienten und Methoden
13
–
Child–Pugh–Gruppe C Patienten
–
Blutungszeit > 15 min
–
Pfortaderthrombose
–
Zweitmalignom
–
Therapierefraktäre hepatische Enzephalopathie
–
Serum–Kreatinin > 1,5 mg/dl
–
TACE technisch nicht möglich.
Abbruchkriterien (fakultativ) waren:
–
Ablehnung des Patienten, weiterhin an der Behandlung teilzunehmen
–
Auftreten von Fernmetastasen
–
Signifikante Verschlechterung der Leberfunktion (Bilirubinanstieg auf > 5 mg/dl,
Abfall des Quick–Wertes < 30%)
–
Schwere therapierefraktäre hepatische Enzephalopathie
–
Mit
der
Behandlung
nicht
zusammenhängende
Erkrankungen
oder
Komplikationen, die eine weitere Therapie verhindern
–
Signifikante Protokollverletzung oder mangelnde Compliance seitens des
Patienten
–
Rapide Verschlechterung des Allgemeinzustandes (Karnofsky–Index < 20).
Diese Studie wurde durch die Ethik–Kommission der Universitätsklinik Freiburg
begutachtet und genehmigt, eine schriftliche Einverständnisserklärung wurde von
allen Patienten eingeholt.
2.2 Therapieverfahren
2.2.1 Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
Das Prinzip der TACE ist die regional begrenzte Gabe einer Chemotherapie bei
gleichzeitig temporärem Verschluss der betreffenden Leberarterie. Die Indikation zur
TACE ist gegeben, wenn potentiell kurative operative Verfahren (Resektion,
Lebertransplantation)
und
lokal
ablative
nicht–operative
Verfahren
durch
Radiofrequenzthermoablation (RFTA) und PEI nicht mehr möglich sind.
Nach einer orientierenden Angiographie zur Darstellung eventueller anatomischer
Besonderheiten der arteriellen Leberversorgung wird die Arteria hepatica dextra oder
Patienten und Methoden
14
sinistra über die Arteria femoralis sondiert (bei bilateralem Befall wird zunächst die
stärker befallene Seite sondiert, die kontralaterale Seite bei der nachfolgenden
Sitzung).
Im Rahmen dieser Studie wurde eine Embolisations–Emulsion, bestehend aus 10 mg
Mitomycin C und 5 ml Lipiodol, injiziert, die abschließende Okklusion der
Tumorgefäße erfolgte durch Gelfoam®, dies sind Gelantine–Schwammpartikel. Nach
abschließender Arteriographie zur Therapieerfolgskontrolle erfolgt schließlich die
Chemolipiodolisation
des
restlichen
Lebergewebes
(Gabe
des
Restes
der
obengenannten Emulsion über die Arteria hepatica propria) zu diagnostischen
Zwecken.
Anschliessend erfolgte eine 24–stündige Bettruhe, klinische und laborchemische
Überwachung, native CT–Kontrolle nach 10–15 Tagen und gegebenenfalls eine
Wiederholung der TACE nach 6–10 Wochen.
Bekannte Nebenwirkungen der TACE sind:
Fieber (9,
13,
45, 49, 56),
Abdomenschmerz (32, 37, 41, 64), Übelkeit und/oder Erbrechen (13, 24, 41), CRP–
Erhöhung (6), Transaminasenerhöhung und Bilirubinanstieg (6, 24, 48, 64). Diese
recht häufigen Begleiterscheinungen, vor allem Fieber, Abdominalschmerz und
Übelkeit, teilweise mit Erbrechen, auch „Postembolisationssyndrom“ genannt, sind
fast immer selbstlimitierend.
Sehr viel seltenere Nebenwirkungen sind:
Leberinfarkt, Leberparenchymschaden bis hin zum Leberversagen (2, 9, 24, 32),
Leberabszess (24, 32, 45), Ascites (24) und Tumorruptur (2, 45).
Kontraindikationen zur Durchführung einer TACE sind:
Klinisch fortgeschrittene Leberfunktionsstörung (Child–Pugh Stadium C) und eine
komplette Pfortaderthrombose (KI für die arterielle Embolisation).
Seltene
Kontraindikationen
sind
extrahepatische
Metastasen,
schwere
Zweiterkrankungen, Zweitmalignome und allgemeine Kontraindikationen gegen
arterielle Angiographien.
2.2.2 Perkutane Ethanolinjektion (PEI)
Die PEI gehört zu den lokal–ablativen Verfahren der HCC–Therapie, bei der die
tumorzerstörende Wirkung hochprozentigen Alkohols genutzt wird. Ihre Indikation ist
gegeben bei einer HCC–Erkrankung mit bis zu drei Läsionen mit einem Durchmesser
von jeweils bis zu fünf Zentimetern, wobei kleiner drei Zentimeter zu favorisieren ist.
Patienten und Methoden
15
Im Rahmen der vorliegenden Studie erfolgte eine ultraschallgesteuerte Punktion der
einzelnen Leberherde und eine Injektion mit 96 %igem steril filtrierten Alkohol, wobei
das Volumen vom Durchmesser des Tumors abhängig ist (Faustregel: ca. 2 ml/cm
Durchmesser). Zwei Nadeltypen wurden verwendet:
–
1) eine 15 cm lange, 20 Gauge Lumbalpunktionsnadel (Becton Dickinson,
Franklin Lakes, NJ, USA [diese Nadel ermöglicht eine präzise Injektion des
Alkohols bei kleinen Läsionen])
–
2) eine 20 cm lange, 20 Gauge Nadel mit geschlossener, scharf geschliffener
Spitze und Seitenlöchern über eine Länge von 1 oder 2 cm im Bereich der
Nadelspitze (Fa. Pflugbeil, Ottobrunn, Deutschland [diese Nadel ermöglicht eine
homogene Verteilung grösserer Mengen Alkohol in einer Sitzung bei größeren
HCCs])
Ein Therapiezyklus bestand aus 4–8 PEI im Abstand von maximal einer Woche,
anschließend verblieb der Patient jeweils eine Nacht stationär zur Überwachung.
Bekannte Nebenwirkungen sind:
Fieber (9, 28, 60), leichte Schmerzen (9, 28, 60) und vorübergehende
Transaminasenerhöhung (46). Selten kann es zur Thrombose kommen (36, 46).
Kontraindikationen:
Gerinnungsstörungen (Quick<40–50%, Thrombozyten<40.000/µl), therapierefraktäre
große
Ascitesmengen,
Fernmetastasen,
Verschlussikterus,
schwere
Leberfunktionsstörung (Child–Pugh C), sowie maligne Gefäßinfiltration.
2.3 Therapiebeurteilung
Die Kontrolle der Therapie erfolgte anhand der Tumorgrösse in der Kontrastmittel–
CT oder –MRT nach den WHO–Empfehlungen (42):
„Complete Response“ (CR):
Verschwinden aller bekannter Läsionen (nach
mindestens vier Wochen).
„Partial Response“ (PR):
Verkleinerung
der
gemessenen
Läsionen
um
mindestens 50% (nach mindestens vier Wochen).
Bei multiplen Läsionen 50%ige Abnahme der
Summe der Durchmesser. Zudem darf keine Läsion
einen Progress zeigen, und es dürfen keine
weiteren Läsionen auftreten.
Patienten und Methoden
16
„No Change“ (NC):
Eine Verkleinerung um weniger als 50%, oder ein
Wachstum um weniger als 25%, ohne neues
Auftreten von Läsionen.
„Progressive Disease“ (PD):
Ein Wachstum von mehr als 25% oder das
Auftreten neuer Läsionen.
2.4 Krankenhausaufenthalte
Zur Überprüfung der durch die Therapie verursachten Klinikaufenthalte und
Arztbesuche wurden sämtliche Aufenthalte in einem Krankenhaus während der
Studiendauer ermittelt. Dabei wurde unterschieden, ob der Aufenthalt durch die
Therapie bedingt war, oder ob er unabhängig von der Therapie erfolgte.
Behandlungsbedingte Nebenwirkungen wurden den therapiebedingten Aufenthalten
zugeordnet, stationäre Aufenthalte wegen anderer Probleme, z. B. durch die
Leberzirrhose verursachte (wie obere gastrointestinale Blutungen), den von der
Therapie unabhängigen
Krankenhausaufenthalten.
Zusätzlich
sind
auch
die
ambulanten Termine, die zur Therapieüberwachung nötig waren (körperliche
Untersuchung, Blutentnahmen und Kontrolle der Bildgebung), ermittelt worden.
2.5 Lebensqualität
Geplant war die Erfassung der Lebensqualität der Patienten vor und nach der
Therapie, um eine mögliche größere Belastung des Patienten durch die
Kombinationstherapie zu erfassen. Dazu sollte hier jeweils zu Beginn der Therapie,
nach 6, 12 und 24 Monaten ein Fragebogen durch den Patienten selbstständig, ohne
fremde Hilfe, ausgefüllt und abgegeben werden. Wir benutzten zu diesem Zweck den
Fragebogen der European Organization for Research and Treatment of Cancer
(EORTC), mit einem Quality of Life Questionaire (QLQ), mit 30–item core measure
(C30), den EORTC QLQ C30 (1).
Ergebnisse
17
2.6 Statistische Methoden
Die Überlebenswahrscheinlichkeit in beiden Therapiearmen wurde nach der Methode
von Kaplan und Meier geschätzt. Die prognostische Relevanz der Therapien, sowie
klinischer Ausgangsbefunde, wurde mit dem Cox–Regressionsmodell berechnet und
als relatives Risiko mit zugehörigen 95%–Konfidenzintervall dargestellt.
Die Verteilung bestimmter Kriterien zwischen den beiden Armen wurde mittels Chi–
Quadrat–Test beziehungsweise dem Fisher´s Exakt Test berechnet. Als statistisch
signifikant galt ein Wert für p < 0,05.
Die Datenverarbeitung und –analyse wurde mit dem „Statistical Analysis System“
(SAS Institute, Cary, NC) durchgeführt.
3. Ergebnisse
In der vorliegenden prospektiven, randomisierten, zweiarmigen, Studie wurde die
TACE mit der Kombination aus der TACE und PEI bei inoperablem HCC verglichen.
Der primäre Endpunkt war die globale Überlebenszeit, die sekundären Endpunkte
waren die Krankenhausaufenthaltszeit und die Lebensqualität.
3.1 Beschreibung der beiden Therapiearme
Geplant war der Einschluss von 308 Patienten in jeden Arm, also insgesamt 616
Patienten. Trotz einer Studienlaufzeit von 56 Monaten, und Beteiligung von
insgesamt fünf Krankenhäusern, gelang es nur 58 Patienten in die Studie
aufzunehmen. Sechs Patienten brachen die Studie vorzeitig ab und mussten als
„drop–out“ gewertet werden. Vier von ihnen gehörten in die TACE–Therapiegruppe,
zwei in die TACE–PEI–Gruppe. Die Gründe für die Nichtfortsetzung der Therapie in
der Studie waren:
– 1 Patient fiel bei der Zweituntersuchung mit einem Ausschlusskriterium auf
(komplette Pfortaderthrombose).
– 1 Patient konnte nach einmaliger TACE sekundär operativ versorgt werden.
– 2 Patienten zogen ihr Einverständnis nach kurzer Zeit wieder zurück.
Ergebnisse
18
– 1 Patient entzog sich den Kontrollen.
– 1 Patient konnte aufgrund des Verlustes der Daten nicht in die Analyse
eingeschlossen werden.
Zwei Patienten wurden abweichend vom Protokoll behandelt:
– 1
Patient
hatte
zu
Beginn
der
Therapie
einen
TIPS
(Transjugulärer
Intrahepatischer Portosystemischen Stent Shunt) und daher keine TACE, sondern
nur eine TAC erhalten.
– 1 Patient hatte zu den Zeitpunkten 24 und 27 Monate nach Therapiebeginn eine
RFTA (Radiofrequenzthermoablation) erhalten. Er verstarb kurze Zeit später,
seine Daten wurden bis zum Zeitpunkt vor Beginn der RFTA–Therapie gewertet.
Zum Nachweis der homogenen Verteilung der Patienten auf beide Therapiearme
wurden die Gruppen hinsichtlich des Alters und Geschlechts verglichen.
Tab. 4: Alter und Geschlecht in beiden Gruppen:
TACE
TACE + PEI
p*
Alter in a (Median)
(Minimal - Maximal)
63,6
(47,7 - 78,9)
64
(46,7 - 76,2)
n. s.
Geschlecht männlich
(Anteil aller Patienten in %)
21
(84%)
20
(74,1%)
0,5
*: Fisher´s exact Test
Auch wurden die Stadieneinteilungen nach Okuda und Child–Pugh in beiden Armen
gegenübergestellt:
Tab. 5: Okuda–Stadien in beiden Gruppen:
TACE
TACE + PEI
Okuda I
19
17
Okuda II
6
9
Okuda III
0
1
p = 0,44 (Chi–Quadrat–Test)
Ergebnisse
19
Tab. 6: Leberfunktion nach Child–Pugh–Klassifikation in beiden Gruppen:
TACE
TACE + PEI
Child-Pugh A
22
17
Child-Pugh B
3
10
Child-Pugh C
0
0
p = 0,055 (Fisher´s exact Test)
Das Vorhandensein einer Leberzirrhose und ihre Ursache vor Therapiebeginn zeigt
Tabelle 7.
Tab. 7: Ursachen und Häufigkeit von Leberzirrhose in beiden Gruppen:
TACE
TACE + PEI
keine Zirrhose
3
4
durch Alkohol
12
13
durch Hepatitis
7
7
durch andere Ursachen
2
1
durch unbekannte Ursachen
1
2
p = 0,63 (Chi–Quadrat–Test)
Kriterien, die auf eine bereits fortgeschrittene Tumorerkrankung schließen lassen,
sind eine Thrombose der rechten oder linken Vena porta bzw. ein stagnierender
Blutfluss ohne direkten Nachweis einer Thrombose, ein erhöhter Plasma–AFP–Wert
und ein den Durchmesser von fünf Zentimetern überschreitender Primärtumor.
Ergebnisse
20
Tab. 8: Tumor–Eigenschaften in den beiden Gruppen vor Therapiebeginn:
TACE
TACE + PEI
p
Pfortaderteilthrombose
vorhanden
8
6
0,54
(Chi-Quadrat-Test)
AFP-Wert > 100ng/ml
11
12
1,0
(Fisher´s exact Test)
TU-Durchmesser > 5cm
im US
17
17
0,5
(Fisher´s exact Test)
An wichtigen Vorerkrankungen wurden der Diabetes mellitus, die arterielle
Hypertonie, pulmonale Erkrankungen (z. B. eine COPD) und Alkoholabusus erfasst.
Auch diese Erkrankungen verteilen sich gleichmäßig auf beide Gruppen.
Tab. 9: Vorerkrankungen in beiden Therapiegruppen:
TACE
TACE + PEI
p
Diabetes Mellitus
13
16
n.s.
Hypertonie
11
10
n.s.
Pulmonale Erkrankung
2
1
n.s.
Alkoholabusus
13
15
n.s.
Bis auf die Verteilung der Leberfunktionseinschränkung (Child–Pugh–Klassifikation)
zeigt sich eine homogene Verteilung der Patienten in beide Arme.
3.2 Überleben
Das primäre Ziel der Studie war die Beurteilung der globalen Überlebenszeit der
Patienten in den beiden Therapiearmen. Zur Zeit des Studienendes lebten insgesamt
noch 17 Patienten, 35 waren bereits verstorben.
Ergebnisse
21
Tab. 10: Übersicht der verstorbenen Patienten im August 2001:
leben noch
bereits verstorben
TACE
7
18
TACE + PEI
10
17
Abb. 2: Kaplan–Meier–Kurve des Überlebens in beiden Therapiearmen:
In der ersten Therapiegruppe (TACE, n = 25) betrug die mediane Überlebenszeit
18,4 Monate (5,8 – 22 Monate), in der Gegengruppe (TACE+PEI, n = 27) dagegen
15,3 Monate (9,2 – 49,9 Monate).
Betrachtet man die Überlebenszeiten jedoch in Relation zum Tumorstadium, so
ergibt sich für Patienten im Okuda–Stadium I nach alleiniger TACE eine mediane
Überlebenszeit von 18,4 Monaten (11,6 – 21,7 Monate) im Vergleich zur
Kombinationsgruppe von
> 24 Monaten (Median bei Studienende noch nicht
erreicht). Dies bedeutet ein signifikant längeres Überleben in der TACE–PEI–Gruppe
Ergebnisse
22
für Okuda I – Patienten (p = 0,0396). Dabei beträgt das relative Sterberisiko im
Verhältnis zur TACE–Therapie 0,379 (95% Konfidenzintervall: 0,15 – 0,955).
Abb. 3: Kaplan–Meier–Kurve des Überlebens in beiden Therapiearmen im Okuda–
Stadium I:
Für Patienten im Okuda–Stadium II/III beträgt die mediane Überlebenszeit im ersten
Arm (TACE) 5,0 Monate (1,7– ), während sie im zweiten Arm (TACE und PEI) bei
10,4 Monaten (2,5–15,8 Monate) liegt. Dieser Unterschied ist nicht signifikant (p =
0,39).
Ergebnisse
23
Abb. 4: Kaplan–Meier–Kurve des Überlebens in beiden Therapiearmen im Okuda–
Stadium II/III:
In dieser Studie war ein AFP–Wert über 100 ng/ml kein negativer Prädiktor bezüglich
des Überlebens (Chi–Quadrat–Test: p=0,14), auch wenn das relative Risiko, früher
zu versterben, 1,688 betrug (95%–Konfidenzintervall: 0,842 – 3,385). Ebensowenig
konnte kein Überlebensnachteil aufgrund des Vorliegens einer inkompletten
Pfortaderthrombose gezeigt werden (p=0,908). Patienten mit einem HCC–
Durchmesser < 5 cm lebten durchschnittlich länger als Patienten mit einem
Durchmesser > 5 cm (Chi– Quadrat–Test: p=0,016). Jedoch müssen diese
Ergebnisse vor dem Hintergrund der geringen Patientenzahlen betrachtet werden!
Zusammenfassend verlängerte die Kombinationstherapie TACE und PEI im
Vergleich zur alleinigen TACE–Therapie bei HCC–Patienten im Okuda–Stadium I
das Überleben signifikant. Bei Patienten in den Okudastadien II und III zeigte sich
eine Tendenz zugunsten der Kombinationstherapie, auch wenn diese statistisch nicht
signifikant war. Um so bemerkenswerter ist diese Tendenz, wenn man berücksichtigt,
dass es in der zweiten Gruppe trotz Randomisierung zu einer Imbalance zugunsten
Ergebnisse
24
der fortgeschritteneren Stadien der Leberzirrhose kam. Im TACE–PEI–Arm waren die
behandelten Patienten im Durchschnitt „kränker“, lebten jedoch tendenziell länger.
Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.
Tab. 11: Child–Pugh–Klassifikation; Verteilung in beiden Therapiegruppen
Child-Pugh A
Child-Pugh B
TACE
22
3
TACE + PEI
17
10
p = 0,055 (Fisher´s exact Test)
3.3 Krankenhausaufenthalt
Ein
weiteres
Ziel
war
zu
prüfen,
ob
sich
die
durchschnittliche
Krankenhausverweildauer durch die Kombinationstherapie TACE–PEI im Vergleich
zur alleinigen TACE–Therapie verändert. Dabei unterschieden wir zwischen
stationären
Krankenhausaufenthalten
ausschließlich
aufgrund
der
Therapieintervention und gegebenenfalls zur Behandlung von Nebenwirkungen oder
Komplikationen (HCC–KH), den ambulanten Terminen zur klinischen Untersuchung,
sowie der Kontrolle der Blutwerte und der Bildgebung (HCC–Amb). Ebenfalls wurden
alle anderen Krankenhausaufenthalte während der Studiendauer erfasst, die nicht
direkt durch die spezielle HCC–Therapie bedingt waren (KH sonst).
Tab. 12: Durchschnittlicher Aufenthalt in Tage im Krankenhaus bzw. ambulant:
HCC-KH
HCC-Amb
KH sonst
TACE
33
2,72
9,16
TACE + PEI
44,67
3,07
5,74
p
(Wilcoxon Rangtest)
0,46
0,75
0,91
Diskussion
25
Zusammengefasst konnten keine signifikanten Unterschiede der durchschnittlichen
Krankenhausverweildauern zwischen den beiden HCC–Therapiegruppen gefunden
werden.
3.4 Lebensqualität
Zur Erfassung der Lebensqualität vor und nach der Therapie sollten die Patienten
den EORTC QLQ C30–Fragebogen vor der Therapie, nach 6, nach 12 und nach 24
Monaten, jeweils selbstständig ausfüllen und abgeben. Leider wurden insgesamt nur
17 Bögen abgegeben, und zwar immer nur zum Zeitpunkt vor der Therapie.
Fragebögen, die sich auf die Zeit nach der Therapie beziehen, sind gar nicht
ausgefüllt worden. So liegen zu wenig Fragebögen vor, um sie statistisch
auszuwerten.
Anscheinend
zeigen
viele
Patienten,
bedingt
durch
ihre
fortgeschrittene Erkrankung und teilweise der, als Folge der Leberzirrhose
entstandenen, hepatischen Enzephalopathie, Konzentrationsstörungen, so dass sie
nicht in der Lage sind, selbstständig eine solche Aufgabe zu bewältigen. Daher
wurde darauf verzichtet, sie auf ein Ausfüllen hin zu drängen.
4. Diskussion
Das HCC ist eines der häufigsten Malignome weltweit mit 250.000 bis 1 Million
Neuerkrankungen jährlich (5, 55, 65). Seine Hauptrisikofaktoren sind chronische
Hepatitis B oder C (16, 34, 46, 63), Leberzirrhose (22, 29, 38, 58) und Aflatoxine (25,
30, 54, 58), am häufigsten tritt es in Afrika, Südostasien und China auf (2, 10, 29,
41).
Die einzige kurative Therapie des HCC ist die Lebertransplantation. Aufgrund des
Organmangels steht diese Therapiemöglichkeit nur einem kleinen Teil der Patienten
zur Verfügung (4, 56, 57, 65). Auch eine Leberresektion ist aufgrund der meist
koexisten Leberfunktionsstörung nur bei einem kleinen Prozentsatz der HCC–
Patienten möglich. Das Risiko des Auftretens von de–novo Karzinomen in der
Restleber ist hoch und ebenso, wie bei den lokal–ablativen Therapieverfahren, ein
noch ungelöstes Problem. An nicht–chirurgischen Therapien stehen unter anderem
Diskussion
26
die Transarterielle Chemoembolistation (TACE) und die Perkutane Ethanolinjektion
(PEI) zur Verfügung.
4.1 Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
Die TACE wird seit Ende der 70er Jahre zur Therapie des HCCs eingesetzt. Dabei
sind die anatomischen Unterschiede zwischen HCC und gesundem Leberparenchym
der Schlüssel für das TACE–Prinzip. Während HCCs fast ausschließlich arteriell
durchblutet werden, wird die Leber zu 75% portal–venös mit Blut versorgt (4).
Größere HCCs weisen charakteristischerweise auch arterio–portale Kurzschlüsse
(sog. „shunts“) auf (27).
Bedingt durch die passagere Ischämie nach TACE kommt es zumindest teilweise zu
Tumornekrosen. Diese führen im Idealfall zu einem verlangsamten Tumorwachstum
(43, 62). Ob die TACE zu einer Lebensverlängerung führt, wird kontrovers diskutiert.
Vier randomisierte Studien (13, 24, 48, 49) konnten zunächst keine signifikante
Lebensverlängerung nachweisen. Lediglich in zwei dieser Studien (24, 48) konnte
ein positiver Trend zugunsten der TACE beobachtet werden. Zwei randomisierte und
kontrollierte Studien (40, 41) wiesen dagegen eine signifikante Lebensverlängerung
nach TACE im Vergleich zu unbehandelten Kontrollen („best supportive care“) nach.
Eine andere nicht–randomisierte Studie (65) erbrachte ein signifikant längeres
Überleben der mit TACE behandelten Patienten. Lo et al. (41) sehen die Ursache
dieser unterschiedlichen Ergebnisse nach TACE vor allem bedingt durch die
unterschiedlichen HCC–Ätiologien. Während in Asien die Ursache für chronische
Hepatopathien vor allem die chronische Hepatitis B ist, ist die Hauptursache in
westlichen Industrieländern der Alkohol. Es gibt Hinweise dafür, dass der HCC–
Spontanverlauf bei chronischer Hepatitis B wesentlich schlechter ist im Vergleich zu
HCC–Patienten mit alkoholinduzierter Leberzirrhose (41).
Auf jeden Fall dürften die gewonnenen Erfahrungen der letzten zwanzig Jahre, die
wesentlich differenzierte TACE–Technik und die optimierte Patientenselektion,
Gründe sein, die die TACE zu einer erfolgversprechenden Therapie machen. Llovet
et al. (40) zeigten, dass der positive Effekt der TACE nicht allein durch die
Embolisation verursacht wird. In dieser dreiarmigen Studie wurde TACE mit der
transarteriellen Embolisation (TAE) und einer Kontrollgruppe (rein symptomatische
Behandlung) verglichen. Dabei zeigte sich ein Vorteil der TACE gegenüber der TAE.
Diskussion
27
Die Wirkung des bei der TACE benutzten Lipiodols als tumorspezifischer Carrier für
das Chemotherapeutikum ist dabei unbestritten (5, 11, 52). Damit ist einer der
Effekte der TACE, nämlich die Konzentration des Chemotherapeutikums im Tumor
durch Lipiodol zu erhöhen, sehr wahrscheinlich.
Nach TACE kommt es in der Regel passager zu einer Schädigung des nicht–
tumorösen Leberparenchyms. Daher ist die TACE bei starker Leberfunktionsstörung
(Child–Pugh C) kontraindiziert. Caturelli et al. (17) konnten zeigen, daß es durch die
TACE nicht zu einer so starken Schädigung der Leber und deren Funktion kommt,
daß eine Höhergruppierung innerhalb der Child–Pugh–Klassifikation erforderlich ist.
Eine dauerhafte Schädigung des nicht–malignen Lebergewebes durch die TACE ist
daher eher unwahrscheinlich.
Hauptindikationen zur Durchführung einer TACE sind HCCs, die aufgrund der Größe,
der Anzahl der Herde, oder wegen des diffusen Wachstumsmusters nicht für
lokalablative Therapien wie PEI oder RFTA geeignet sind.
4.2 Perkutane Ethanolinjektion (PEI)
Die PEI wird seit Anfang der 80er Jahre zur Behandlung des HCCs eingesetzt. Die
PEI ist eine sichere, da komplikationsarme, einfache, billige und sehr effektive
Methode (7, 34, 35) zur Behandlung kleiner HCC–Herde (< 3 cm) (9, 35, 60). Im
Vergleich zur besten supportiven, symptomorientierten Therapie bringt die PEI den
Patienten ein signifikant verlängertes Überleben und verringert die Rezidivhäufigkeit
(28, 46). Im Vergleich zur chirurgischen Resektion zeigt die PEI bei HCC–Herden bis
zu drei Zentimetern im Durchmesser identische Überlebenszeiten und Rezidivraten
bei insgesamt geringeren Komplikationsraten (5, 32, 38).
Die Limitation der PEI ist der HCC–Durchmesser (< 3 cm) (7, 33, 37, 64). Große
HCC–Herde zeigen häufig Septenbildung (33, 36, 64) und eine verhärtete
Konsistenz, so dass eine gleichmäßige Alkoholverteilung eingeschränkt ist, die
Grundvoraussetzung für eine vollständige Nekrose. Große HCCs sind häufig gut
vaskularisiert, dadurch kann der Alkohol schnell wieder ausgewaschen werden (32,
59). Kontraindikationen sind multifokale HCCs oder eine diffuse Leberinfiltration. Die
Gefahr von Stichkanalmetastasen wird durch die antitumuröse Eigenschaft des
Alkohols sehr selten gesehen (6, 28) und spielt prognostisch eine untergeordnete
Rolle.
Diskussion
28
Das Ziel dieser Dissertationsarbeit war zu prüfen, ob bei Patienten, die bisher nur
durch eine TACE behandelt wurden, durch eine Kombinationstherapie aus TACE
und PEI ein verlängertes Überleben erreicht werden kann.
4.3 TACE und PEI
Der theoretische Vorteil einer Kombination von TACE oder TAE mit PEI ist schon
länger bekannt. Er basiert auf der Tatsache, dass sich die HCC–Architektur durch die
TACE/TAE–Vortherapie so verändert, dass dadurch eine PEI–Behandlung auch bei
größeren Läsionen effektiv wird. Die durch die Embolisation hervorgerufene Ischämie
verursacht eine inkomplette Nekrose der Herde (27), so dass sich die Zellmasse und
Konsistenz des Tumorparenchyms vermindert (33, 36, 61). Ferner induziert die
Ischämie eine erhöhte Permeabilität der intratumoralen Septen (19, 36, 59). Damit ist
eine leichtere und homogene Verteilung des Alkohols möglich.
Nach einer TACE/TAE–Therapie zeigen viele HCC–Herde eine neu aufgetretene
oder eine verdickte Tumorkapsel (37, 57, 61). Diese Kapsel ermöglicht es, dass man
mehr Alkohol unter grösserem Druck injizieren kann, und dass dieser Alkohol auch
nicht über nahegelegene Venen oder Gallengänge abfließen kann (36, 61).
Die
Embolisation
verhindert
außerdem,
dass
in
den
gut
vaskularisierten
Lebertumoren der injizierte Alkohol zu schnell ausgewaschen wird (57, 59). Bei den
hypovaskularisierten Herden kann das schlechte Ansprechen auf die TACE/TAE
durch die kombinierte PEI kompensiert werden.
Zusammengefasst ermöglichen diese Effekte, dass absolut mehr Alkohol injiziert und
sich dieser homogener verteilen kann. Auch verbleibt der Alkohol länger im
Tumorparenchym und gewährleistet so die Nekrose sicherer .
Sturm et al. (57) zeigten, dass sich die HCC–rezidivfreie Zeit von einem Jahr nach
alleiniger TACE (bei 50% aller behandelten Patienten mit wiederholter alleiniger
TACE gab es nach einem Jahr noch kein Rezidiv) durch die Kombination auf drei
Jahre verlängert (bei 50% aller Patienten der TACE–PEI–Gruppe gab es nach 3
Jahren noch kein Rezidiv).
Diskussion
29
4.4 Das Überleben
In unserer Studie war die mediane Überlebenszeit für HCC–Patienten nach TACE
18,4 Monate, in der TACE–PEI–Gruppe 15,3 Monate. Betrachtet man dieses
Ergebnis getrennt für die einzelnen Tumorstadien, so ergibt sich für die Patienten im
Okuda
I –
Stadium
ein
statistisch
signifikanter Überlebensvorteil für die
Kombinationstherapiegruppe mit einer medianen Überlebenszeit von >24 Monaten
im Gegensatz zur TACE–Gruppe mit 18,4 Monaten (p = 0,0397). Im Okuda–Stadium
II/III waren die medianen Überlebenszeiten in der TACE–Gruppe 5,0 Monate
beziehungsweise 10,4 Monate in der TACE + PEI–Gruppe (Unterschied statistisch
nicht signifikant; p = 0,3928). In der Multivarianten Analyse zeigte sich die
Tumorgröße als unabhängiger Prognosefaktor. Patienten mit HCCs von einem
Durchmesser ≤5 cm zeigten ein signifikant längeres Überleben als größere HCCs.
Dies zeigten auch schon Tanaka et al. (59) (p <0,05 für HCC ≤5 cm) und Allgaier et
al. (6) (p = 0,06 für HCC ≤5 cm). Ähnliche Ergebnisse beobachteten auch Stefanini et
al. (56) und O´Suilleabhain et al. (45).
In der aktuellen Studie konnte nur für Patienten im Tumorstadium Okuda I ein
signifikanter Überlebensvorteil der Kombinationstherapie nachgewiesen werden,
nicht für die Tumorstadien Okuda II und III. Dies ist nicht überraschend, wenn man
bedenkt, dass es sich hier um einen Vergleich palliativer Therapien handelt, bei
denen Therapieverbesserungen generell sehr klein sind, und daher eine große
Probandenanzahl nötig ist, um diesen statistisch nachzuweisen. In dieser Studie
waren ursprünglich 616 Patienten kalkuliert worden, die nötig sein würden, einen
Unterschied zu belegen. Letztendlich gelang es jedoch nur, 52 Patienten in diese
Studie aufzunehmen. Dies lag unter anderem daran, dass es sich bei den in Frage
kommenden Patienten um diejenigen handelt, die die anderen Therapieoptionen
(Operation, Transplantation, RFTA, PEI) nicht mehr wahrnehmen können, da die
Tumorerkrankung schon zu weit fortgeschritten ist, oder ihre Leberfunktion schon zu
stark beeinträchtigt ist. Die schwierige Patientenrekrutierung stellte somit das größte
Problem dieser Studie dar. Zusätzlich erschwerte die Häufung der Patienten in einem
fortgeschritteneren Tumorstadium in der TACE–PEI–Gruppe (trotz Randomisierung)
den Nachweis der Überlegenheit der TACE–PEI–Therapie, auch wenn diese
Anhäufung statistisch mit einem p–Wert von 0,055 nicht signifikant war.
Diskussion
30
Schon andere Studiengruppen, vor allem aus Italien und Japan, sahen den
potentiellen Vorteil in der Kombination aus TACE und PEI im Vergleich zur alleinigen
TACE–Therapie und untersuchten ihn. Dabei konnten Tanaka et al. (60), Koda et al.
(33) und Yamamoto et al. (64) signifikant bessere Überlebenszeiten für TACE–PEI
nachweisen (p < 0.001; p < 0.05; p < 0.05). Allgaier et al. (6) zeigten 1998 in einer
nicht kontrollierten Studie, dass TACE–PEI, im Vergleich zur besten supportiven
Therapie, einen signifikanten Überlebensvorteil bringt (p < 0.001). Auch Kamada et
al. (31) und Bartolozzi et al. (9) zeigten jeweils ein längeres Überleben für die
Kombination von TACE–PEI im Vergleich zur alleinigen TACE, wenn dieses auch
nicht signifikant war. Bartolozzi et al. (9) und Tanaka et al. (60) konnten auch zeigen,
dass das Ansprechen des Tumors auf die Therapie (Ausmaß der Nekrose) in der
TACE–PEI–Gruppe signifikant besser war als in der TACE–Gruppe. Ebenso zeigten
Kamada et al. (31), Bartolozzi et al. (9) und Tanaka et al. (60), dass die rezidivfreie
Zeit in der TACE–PEI–Gruppe signifikant länger war im Vergleich zur TACE–Gruppe.
1998 zeigten Tanaka et al. (59) nochmals, dass es sich bei der TACE–PEI–Therapie
um eine effektive und sichere Behandlungsmethode für zirrhoseassoziierte, große
HCCs handelt. Lencioni et al. (37) folgerten bereits 1994 in einer nicht–
vergleichenden Studie, dass die TACE–PEI eine wirkungsvolle Therapie für große
HCCs ist. 1998 stellten Lencioni et al. (36) die TACE–PEI Kombinationstherapie als
die Therapie der Wahl bei großen inoperablen HCCs (mit maximal zwei
Tochterläsionen) dar.
Koda et al. (32) untersuchten in einer randomisierten Studie die Unterschiede
zwischen TACE–PEI und PEI für HCCs ≤3 cm im Durchmesser und konnten zeigen,
dass TACE–PEI auch gegenüber der alleinigen PEI–Therapie die bessere
Behandlung darstellt. In der TACE–PEI–Gruppe kam es zu signifikant weniger
Rezidiven innerhalb der ersten 3 Jahre im Vergleich zur PEI–Gruppe (p=0,013). Bei
der
Neubildung
von
HCC–Knoten
zeigte
sich
ein
Trend
zugunsten
der
Kombinationstherapie (p=0,057). Betrachtet man die Untergruppen getrennt, so
konnten Koda et al. (32) in dieser Studie zeigen, dass für HCC < 2 cm sowohl die
Rezidivhäufigkeit (p<0,01), die HCC–Neubildung (p=0,047) als auch das Überleben
(p<0,01) in der Kombinationsbehandlung der der alleinigen PEI–Therapie signifikant
überlegen war.
Diskussion
31
Betrachtet man die genannten Studien detailliert, vor allem diejenigen, die TACE
versus TACE–PEI untersuchten (9, 31, 33, 60, 64), so fällt auf, dass sie nicht nur
teilweise einen signifikanten Überlebensvorteil für TACE–PEI zeigen konnten (33, 60,
64), vor allem weisen sie weitaus höhere Überlebensquoten als die vorliegende
Studie nach. Ebenso belegen zwei Studien (36, 59), die nicht einen Vergleich
zwischen TACE versus TACE und PEI vornahmen, sondern ausschließlich die
Wirkung der Kombination TACE und PEI untersuchten, längere Überlebenszeiten:
Tab. 13: Übersicht der verglichenen Studien hinsichtlich Patientenzahl, Ätiologie der
Leberzirrhose, Chemotherapie und Studiendauer:
Kamada et al. Bartolozzi et al. Tanaka et al.
(31)
(9)
(60)
Koda et al.
(33)
Yamamoto et
al. (64)
Tanaka et al.
(59)
Lencioni et al.
(36)
43
36
100
83
86
48 Hepatitis
5 C2-Abusus
keine
Angaben
keine
Angaben
100 Hepatitis
79 Hepatitis
4 C2-Abusus
80 Hepatitis
6 C2-Abusus
Doxorubicin
Doxorubicin
Doxorubicin
Doxorubicin
Doxorubicin
oder Epirubicin
Epirubicin
04/86-11/91
keine
Angaben
keine Angabe
04/86-11/95
01/91-01/97
Yamamoto
et al. (64)
Tanaka et
al. (59)
Lencioni et
al. (36)
95
100
92
92,5
kein TACEArm in dieser
Studie
kein TACEArm in dieser
Studie
Studie:
Eigene Studie
Patientenanzahl
52
69
53
Ursache der
Zirrhose
14 Hepatitis
25C2-Abusus
6 sonstige
7keine
65 Hepatitis
Chemotherapeutikum
Mitomycin C
Cisplatin
Zeitspanne
01/97 - 08/01
01/90 - 03/00 01/91 - 01/93
Tab. 14: Übersicht der Einjahresüberlebensrate (%):
Kamada et Bartolozzi et Tanaka et
al. (31)
al. (9)
al. (60)
Studie:
Eigene
TACE - PEI
62
90
100
100
TACE
63
86
92,6
68
Koda et al.
(33)
100
(Zeitraum 10
Monate!!)
75
(Zeitraum 10
Monate!!)
Diskussion
32
Tab. 15: Übersicht der Zweijahresüberlebensrate (%):
Kamada et al. Bartolozzi et Tanaka et
al. (9)
al. (60)
(31)
Studie:
Eigene
TACE - PEI
39
keine Angabe,
3JÜR: 65
86,7
85
TACE
18
keine Angabe,
3JÜR: 44
69,7
37
Koda et al.
(33)
Yamamoto
et al. (64)
Tanaka et al.
(59)
Lencioni et
al. (36)
72,5
keine Angabe,
3JÜR: 68
83
57,5
kein TACE-Arm
in dieser Studie
kein TACEArm in dieser
Studie
82% (20
Monate)
53%(30Mo.)
50%(20Mo.)
30%(30Mo.)
Beim Vergleich der Patientenkollektive gibt es drei wesentliche Prognosekriterien zu
berücksichtigen: 1.) Schweregrad der Leberfunktionsstörung, 2.) das Vorhandensein
einer
partiellen
HCC–Infiltration
der
Pfortader,
3.)
das
verwendete
Chemotherapeutikum. Beim Schweregrad der Leberfunktionsstörung hatten die
anderen Studien weit fortgeschrittenere Stadien im Vergleich zur eigenen
vorzuweisen, z. B. Einschluss von Patienten im Child–Pugh Stadium C (33, 60 und
64). In der eigenen Studie war das Child–Pugh C Stadium ein Ausschlusskriterium.
Auffallend ist die Wahl des verwendeten Medikamentes. Während in der
vorliegenden Studie ausschließlich Mitomycin C benutzt wurde, kam sonst
hauptsächlich Doxorubicin, und je einmal Epirubicin und Cisplatin, zur Anwendung.
Doxorubicin und Epirubicin zeigen jedoch fast die gleiche Wirksamkeit (44), und auch
Cisplatin und Mitomycin C sind häufig genutzte Medikamente in der Behandlung des
HCC (39). Die Art des verwendeten Chemotherapeutikums scheint also offensichtlich
keinen Einfluss auf das Überleben zu haben. Im Gegensatz zu den anderen Studien,
die
den
kleinsten
Hinweis
auf
Pfortaderthrombose
als
zwingendes
Ausschlusskriterium sahen, schlossen wir in unserer Studie nur Patienten mit
kompletter Pfortaderthrombose aus. Daher könnte die Pfortaderthrombose einen
wichtigen prognostischen Faktor für das Überleben darstellen, möglicherweise
gravierender als der Grad der Leberfunktionsstörung. Ähnlich äußerten sich schon
Allgaier et al. (6) und Yamamoto et al. (64), die beide die maligne Pfortaderinfiltration
als signifikanten Prognosefaktor beschrieben. Dies könnte ein möglicher Grund für
den auffallenden Überlebensunterschied zwischen den zitierten Studien und unseren
Ergebnissen sein.
Die einzige Studie, deren längere Überlebenszeiten sich so nicht erklären lassen, ist
die von Yamamoto et al. (64), in welcher ebenso wie in unserer Studie
Pfortaderteilthrombosen eingeschlossen wurden. Auch schlossen sie Child–Pugh–C–
Diskussion
33
Patienten ein und konnte trotzdem einen signifikanten Vorteil der TACE–PEI–
Kombination gegenüber TACE nachweisen.
Tab. 16: Überlebensrate der Yamamoto et al. (64) Studie:
1 JÜR (%)
2 JÜR (%)
3 JÜR (%)
TACE
92,5
57,5
20
TACE - PEI
95
72,5
50
p < 0.05
Es fällt jedoch auf, dass alle 100 Patienten in dieser Studie eine Leberzirrhose auf
dem Boden einer viralen chronischen Hepatitis (5 Patienten mit Hepatitis B, 95
Patienten mit Hepatitis C) aufwiesen, während dies in der vorliegenden Studie nur
bei 14 von 52 Patienten zutraf. Der größere Anteil unserer Studie (25 Patienten)
hatte eine alkoholtoxisch bedingte Leberzirrhose, bei sechs Patienten lag eine
Zirrhose aus anderen Gründen vor, und sieben Patienten hatten keine Zirrhose. Der
prognostische Einfluss der verschiedenen Hepatopathieätiologien, insbesondere
beim Vergleich asiatischer und westlicher Patientenkollektive, erscheint suggestiv,
abschließend liegen hierzu noch keine eindeutigen Daten vor.
4.5 Krankenhausaufenthaltszeit
Ein weiteres Ziel dieser Arbeit war es, einen Vergleich der Krankenhausverweildauer
in
den
beiden
Therapiegruppen
durchzuführen.
Eine
längere
mittlere
Krankenhausverweildauer in der Kombinationstherapiegruppe war zu erwarten. In
unserer Studie war der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt in der TACE–PEI–
Gruppe mit 44,7 Tagen länger als in der TACE–Gruppe mit 33 Tagen. Dieser
Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant (p=0,4636). Die durchschnittlichen
ambulanten Arzttermine waren in beiden Gruppen mit 3,1 Tagen (TACE–PEI),
beziehungsweise 2,7 Tagen (TACE), nahezu identisch (p=0,7489). Auch bei den
Krankenhausaufenthalten
aus
anderen Gründen,
die
nicht
direkt
mit
den
unterschiedlichen Behandlungen zu tun hatten (z. B. wegen einer akuten oberen
Diskussion
34
Gastrointestinalblutung), war keine signifikante Differenz zu entdecken (TACE–PEI:
5,7 Tage; TACE: 9,2Tage; p=0,9108).
Zusammengefasst führt die Kombination TACE–PEI nicht zu einem statistisch
signifikant
verlängerten
Krankenhausaufenthalt.
Damit
würde
also
eine
Lebensverlängerung durch TACE–PEI einen tatsächlichen Gewinn für die Patienten
darstellen, welche die durch die Kombinationstherapie verursachten zusätzlichen
Kosten sehr gut rechtfertigen würden.
4.6 Lebensqualität
Der Misserfolg bei der geplanten Erhebung der Lebensqualität hat mehrere
Ursachen. Der wohl wichtigste Grund war der unregelmäßige und große Abstand der
Zeitpunkte (vor Therapie, nach 6, nach 12 und nach 24 Monaten). Bei einer
zukünftigen Studie mit dieser Fragestellung sollte das Procedere so konzipiert
werden, dass eine lückenlose Datendokumentation gewährleistet werden kann.
4.7 Fazit
In
künftigen
HCC–Studien
sollte
die
Problematik
einer
ausreichenden
Patientenrekrutierung berücksichtigt werden. Wie sich in unserer Arbeit zeigte, ist es
äußerst schwierig, eine ausreichend große Menge selektionierte Patienten in eine
Studie
zu
rekrutieren.
Eine
international
koordinierte
HCC–Studie
zur
abschließenden Klärung dieser wichtigen Frage wäre wünschenswert, ist aber nicht
zu erwarten.
Eine genaue Erfassung bzw. Überprüfung der Lebensqualität während bzw. nach der
Therapie ist nach wie vor ein äußerst wichtiger Punkt und sollte bei der Planung
künftiger Therapiestudien stärker berücksichtigt werden, z. B. könnten statt
Fragebögen gezielte Patienteninterviews durchgeführt werden.
Zusammenfassung
35
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Studie beschäftigte sich mit der Frage, ob die Kombinationstherapie
TACE und PEI einen Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen TACE–Therapie
beim nicht–operablen HCC bietet. Dazu wurde eine zweiarmige, prospektive und
randomisierte Studie über einen Zeitraum von 56 Monaten durchgeführt. Insgesamt
wurden 52 Patienten aus fünf verschiedenen Krankenhäusern eingeschlossen.
Es konnte gezeigt werden, dass die HCC–Therapie mit TACE und PEI für Patienten
im Okuda–Stadium I einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen
TACE–Therapie bringt (p = 0,0396). Die mediane Überlebenszeit der Patienten in der
Kombinationsgruppe lag bei >24 Monaten, im Vergleich zu 18,4 Monaten in der
TACE–Gruppe. Im Okuda–Stadium II oder III lag das mediane Patientenüberleben
bei 10,4 Monaten in der TACE + PEI–Gruppe, beziehungsweise bei 5,0 Monaten in
der TACE–Gruppe. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.
Ein weiteres Studienziel war die Beurteilung der Krankenhausverweildauer in den
beiden Therapiegruppen. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Kombination von
TACE und PEI nicht zu einem signifikant längeren stationären Aufenthalt, als im
Vergleich zur alleinigen TACE–Therapie, führt. Dies bedeutet, ein Überlebensvorteil
durch TACE–PEI führt nicht zu längerer Hospitalisation.
Leider gelang es in dieser Arbeit nicht, die Lebensqualität in Relation zu den
Therapiegruppen zu untersuchen. Die dafür gewählte Datenerfassung, ein
"selfrating"–Fragebogen, erwies sich als wenig brauchbar. Bei zukünftigen Studien
dieser Art sollte die Datenerhebung in einer anderen Form erfolgen, zum Beispiel mit
Hilfe von Interviews.
Abschließend liegt nach den vorliegenden Daten mit der Kombination TACE und PEI
zur Therapie des lokal fortgeschrittenen HCCs (zumindest im Okuda–Stadium I) eine
effektivere Therapie im Vergleich zur alleinigen TACE zur Verfügung.
Literaturverzeichnis
36
6. Literaturverzeichnis
1.
Aaronson NK, Ahmedzai S, Bergman B, Bullinger M, Cull A, Duez NJ, Filiberti
A, Flechtner H, Fleishman SB, de Haes JC (1993) The european organization
for research and treatment of cancer QLQ–C30: a quality–of–life instrument for
use in international clinical trials in onclogy. J Natl Cancer Inst 85: 365–76
2.
Ahrar K, Gupta S (2003) Hepatic artery embolization for hepatocellular
carcinoma: technique, patient selection, and outcomes. Surg Oncol Clin N Am
12: 105–26
3.
Allgaier HP, Deibert P, Becker G, Blum HE (1998) Hepatozelluläres Karzinom:
nicht–chirurgische Therapieoptionen. Schweiz Rundsch Med Prax 87: 1466–
70
4.
Allgaier HP, Deibert P, Becker G, Blum HE (2001) Nichtchirurgische Therapie
des hepatozellulären Karzinoms. Med Welt 52: 3–7
5.
Allgaier HP, Deibert P, Blum HE (1997) Nichtchirurgische Therapie fokaler
Leberläsionen. Schweiz Rundsch Med Prax 86: 86–90
6.
Allgaier HP, Deibert P, Olschewski M, Spamer C, Blum U, Gerok W, Blum HE
(1998) Survival benefit of patients with inoperable hepatocellular carcinoma
treated by a combination of transarterial chemoembolization and percutaneous
ethanol injection – a single–center analysis including 132 patients. Int. J.
Cancer 79: 601–05
7.
Allgaier HP, Rossi S, Deibert P, Zuber I, Hering M, Blum HE (2000)
Hepatozelluläres
Karzinom:
perkutane
Ethanolinjektion/transarterielle
Chemoembolisation/Radiofrequenzthermoablation. Schweiz Rundsch Med
Prax 89: 1056–60
8.
Arii S, Tanaka J, Yamazoe Y, Minematsu S, Morino T, Fujita K, Maetani S,
Tobe T (1992) Predictive factors for intrahepatic recurrence of hepatocellular
carcinoma after partial hepatectomy. Cancer 69: 913–19
9.
Bartolozzi C, Lencioni R, Caramella D, Vignali C, Cioni R, Mazzeo S, Carrai M,
Maltinti G, Capria A, Conte PF (1995) Treatment of large HCC: Trancatheter
arterial chemoembolization combined with percutaneous ethanol injection
versus repeated transcatheter arterial chemoembolization. Radiology 197:
812–18
10.
Beasley RP (1988) Hepatitis B virus – the major etiology of hepatocellular
carcinoma. Cancer 61: 1942–56
11.
Bhattacharya S, Novell JR, Dusheiko GM, Hilson AJ, Dick R, Hobbs KE (1995)
Epirubicin–Lipiodol chemotherapy versus 131Iodine–Lipiodol radiotherapy in
the treatment of unresectable hepatocellular carcinoma. Cancer 76: 2202–10
Literaturverzeichnis
37
12.
Blum HE (1995) Tumoren der Leber und des biliären Systems. In: Blum HE,
Gerok W (Hrsg) Hepatologie. 2. Auflage. Urban–Schwarzenberg, München. S.
635–50
13.
Bruix J, Llovet JM, Castells A, Montaná X, Brú C, Ayuso MDC, Vilana R,
Rodés J (1998) Transarterial embolization versus symptomatic treatment in
patients with advanced hepatocellular carcinoma: Results of a randomized,
controlled trial in a single institution. Hepatoloy 27: 1578–83
14.
Burditt LJ, Johnson MM, Johnson PJ, Williams R (1994) Detection of
hepatocellular carcinoma – specific alpha–fetoprotein by isoelectric focusing.
Cancer 74: 25–29
15.
Castells A, Bruix J, Brú C, Ayuso C, Roca M, Boix L, Vilana R, Rodés J (1995)
Treatment of hepatocellular carcinoma with tamoxifen: a double–blind
placebo–controlled trial in 120 patients. Gastroenterology 109: 917–22
16.
Castells A, Bruix J, Brú C, Fuster J, Vilana R, Navasa M, Ayuso C, Boix L,
Visa J, Rodés J (1993) Treatment of small hepatocellular carcinoma in
cirrhotic patients: a cohort study comparing surgical resection and
percutaneous ethanol injection. Hepatology 18: 1121–26
17.
Caturelli E, Siena DA, Fusilli S, Villani MR, Schiavone G, Nardella M, Balzano
S, Florio F (2000) Transcatheter arterial chemoembolization for hepatocellular
carcinoma in patients with cirrhosis: evaluation of damage to nontumorous
liver tissue – long-term prospective study. Radiology 215: 123–28
18.
CLIP Group (Cancer of the Liver Italian Programme) (1998) Tamoxifen in
treatment of hepatocellular carcinoma: a randomised controlled trial. Lancet
352: 17–20
19.
Dalla Palma L (1998) Diagnostic imaging and interventional therapy of
hepatocellular carcinoma. The British Journal of Radiology 71: 808–18
20.
Deuffic S, Poynard T, Buffat L, Valleron AJ (1998) Trends in primary liver
cancer. Lancet 351: 214–15
21.
El–Serag HB, Mason AC (1999) Rising incidence of hepatocellular carcinoma
in the United States. N Engl J Med 340: 745–50
22.
El–Serag HB, Mason AC (2000) Risk factors for the rising rates of primary liver
cancer in the United States. Arch Intern Med 160: 3227–30
23.
Gerok W (2000) Hepatozelluläres Karzinom. In: Gerok W, Huber C, Meinertz
T, Zeidler H (Hrsg) Die Innere Medizin. 10. Auflage. Schattauer, Stuttgart. S.
731–33
24.
Groupe d´Etude et de Traitement du Carcinome Hépatocellulaire (1995) A
comparison of lipiodol chemoembolization and conservative treatment for
unresectable hepatocellular carcinoma. N Engl J Med 332: 1256–61
Literaturverzeichnis
38
25.
Henry SH, Bosch FX, Troxell TC, Bolger PM (1999) Reducing liver cancer–
global control of aflatoxin. Science 286: 2453–54
26.
Herold G (2000) Tumoren der Leber. In: Herold G (Hrsg) Innere Medizin–eine
vorlesungsorientierte Darstellung. Auflage Jahr 2000. Eigenverl. Köln: Herold.
S. 451–52
27.
Higuchi T, Kikuchi M, Okazaki M (1994) Hepatocellular carcinoma after
transcatheter hepatic arterial embolization. Cancer 73: 2259–67
28.
Huo TI, Huang YH, Wu JC, Lee PC, Chang FY, Lee SD (2002) Survival benefit
of cirrhotic patients with hepatocellular carcinoma treated by percutaneous
ethanol injection as a salvage therapy. Scand J Gastroenterol 37: 350–55
29.
Ikeda K, Saitoh S, Koida I, Arase Y, Tsubota A, Chayama K, Kumada H,
Kawanishi M (1993) A multivariate analysis of risk factors for hepatocellular
carcinogenesis: a prospective observation of 795 patients with viral and
alcoholic cirrhosis. Hepatology 18: 47–53
30.
Ince N, Wands JR (1999) The increasing incidence of hepatocellular
carcinoma. N Engl J Med 340: 798–99
31.
Kamada K, Kitamoto M, Aikata H, Kawakami Y, Kono H, Imamura M,
Nakanishi T, Chayama K (2002) Combination of transcatheter arterial
chemoembolization using cisplatin–lipiodol suspension and percutaneous
ethanol injection for treatment of advanced small hepatocellular carcinoma.
Am J Surg 184: 284–90
32.
Koda M, Murawaki Y, Mitsuda A, Oyama K, Okamoto K, Idobe Y, Suou T,
Kawasaki H (2001) Combination therapy with transcatheter arterial
chemoembolization and percutaneous ethanol injection compared with
percutaneous ethanol injection alone for patients with small hepatocellular
carcinoma. Cancer 92: 1516–24
33.
Koda M, Okamoto K, Miyoshi Y, Kato S, Murawaki Y, Horie Y, Suon T,
Kawasaki H (1994) Combination therapy with transcatheter arterial
embolization and percutaneous ethanol injection for advanced hepatocellular
carcinoma. Hepato Gastroenerol 41: 25–29
34.
Kotoh K, Sakai H, Sakamoto S, Nakayama S, Satoh M, Morotomi I, Nawata H
(1994) The effect of percutaneous ethanol injection therapy on small solitary
hepatocellular carcinoma is comparable to that of hepatectomy. Am J
Gastroenterol 89: 194–98
35.
Lencioni R, Bartolozzi C, Caramella D, Paolicchi A, Carrai M, Maltinti G,
Capria A, Tafi A, Conte PF, Bevilacqua G (1995) Treatment of small
hepatocellular carcinoma with percutaneous ethanol injection. Cancer 76:
1737–46
Literaturverzeichnis
39
36.
Lencioni R, Paolicchi A, Moretti M, Pinto F, Armillotta N, Di Giulio M, Cicorelli
A, Donati F, Cioni D, Bartolozzi C (1998) Combined transcatheter arterial
chemoembolization and percutaneous ethanol injection for the treatment of
large hepatocellular carcinoma: local therapeutic effect and long–term survival
rate. Eur. Radiol.8: 439–44
37.
Lencioni R, Vignali C, Caramella D, Cioni R, Mazzeo S, Bartolozzi C (1994)
Transcatheter arterial embolization followed by percutaneous ethanol injection
in the treatment of hepatocellular carcioma. Cardiovasc Intervent Radiol 17:
70–75
38.
Livraghi T, Bolondi L, Lazzaroni S, Marin G, Morabito A, Rapaccini GL, Salmi
A, Torzilli G (1992) Percutaneous ethanol injection in the treatment of
hepatocellular carcinoma in cirrhosis. Cancer 69: 925–29
39.
Llovet JM, Burroughs A, Bruix J (2003) Hepatocellular carcinoma. Lancet 362:
1907–17
40.
Llovet JM, Real MI, Montaná X, Planas R, Coll S, Aponte J, Ayuso C, Sala M,
Muchart J, Solà R, Rodés J, Briux J (2002) Arterial embolisation or
chemoembolisation versus symptomatic treatment in patients with
unresectable hepatocellular carcinoma: a randomized controlled trial. Lancet
359: 1734–39
41.
Lo CM, Ngan H, Tso WK, Liu CL, Lam CM, Poon RTP, Fan ST, Wong J
(2002) Randomized controlled trial of transarterial lipiodol chemoembolization
for unresectable hepatocellular carcinoma. Hepatology 35: 1164–71
42.
Miller AB, Hoogstraten B, Staquet M, Winkler A (1981) Reporting results of
cancer treatment. Cancer 47: 207–14
43.
Nakamura H, Tanaka T, Hori S, Yoshioka H, Kuroda C, Okamura J, Sakurai M
(1983) Transcatheter embolization of hepatocellular carcinoma: assessment of
efficacy in cases of resection following embolization. Radiology 147: 401–05
44.
Nakamura S, Tanaka K (1997) Combination of transcatheter arterial
embolization and percutaneous ethanol injection for hepatocellular carcinoma:
comparison of efficacies of doxorubicin and epirubicin in transcatheter arterial
embolization. Semin Oncol 24 (suppl 6): 6-46 – 6-49
45.
O´Suilleabhain CB, Poon RTP, Yong JL, Ooi GC, Tso WK, Fan ST (2003)
Factors predictive of 5–year survival after transarterial chemoembolization for
inoperable hepatocellular carcinoma. Br J Surg 90: 325–31
46.
Okuda K (1993) Intratumor ethanol injection. J Surg Oncol Suppl 3: 97–99
47.
Okuda K, Ohtsuki T, Obata H, Tomimatsu M, Okazaki N, Hasegawa H,
Nakajima Y, Ohnishi K. (1985) Natural history of hepatocellular carcinoma and
prognosis in relation to treatment. Study of 850 patients. Cancer 56: 918–28
Literaturverzeichnis
40
48.
Pelletier G, Ducreux M, Gay F, Luboinski M, Hagège H, Dao T, Van
Steenbergen W, Buffet C, Rougier P, Adler M, Pignon JP, Roche A and the
Goupe CHC (1998) Treatment of unresectable hepatocellular carcinoma with
lipiodol chemoembolization: a multicenter randomized trial. J Hepatol 29: 129–
34
49.
Pelletier G, Roche A, Ink O, Anciaux ML, Derhy S, Rougier P, Lenoir C, Attali
P, Etienne JP (1990) A randomized trial of hepatic arterial chemoembolization
in patients with unresectable hepatocellular carcinoma. J Hepatol 11: 181–84
50.
Pschyrembel (1994) Pschyrembel–Klinisches Wörterbuch. 257. Auflage.
Walter De Gruyter, Berlin.
51.
Pugh RNH, Murray–Lyon IM, Dawson JL, Pietroni MC, Williams R (1973)
Transection of the oesophagus for bleeding oesophageal varices. Brit J Surg
60: 646–49
52.
Raoul JL, Heresbach D, Bretagne JF, Ferrer DB, Duvauferrier R, Bourguet P,
Messner M, Gosselin M (1992) Chemoembolization of hepatocellular
carcinomas. Cancer 70: 585–90
53.
Riestra S, Rodriguez M, Delgado M, Suarez A, Gonzalez N, de la Mata M,
Diaz G, Mino–Fugarolas G, Rodrigo L (1998) Tamoxifen does not improve
survival of patients with advanced hepatocellular carcinoma. J Clin
Gastroenterol 26: 200–03
54.
Ross RK, Yuan JM, Yu MC, Wogan GN, Qian GS, Tu JT, Groopman JD, Gao
YT, Henderson BE (1992) Urinary aflatoxin biomarkers and risk of
hepatocellular carcinoma. Lancet 339: 943–46
55.
Simonetti RG, Liberati A, Angiolini C, Pagliaro L (1997) Treatment of
hepatocellular carcinoma: a systematic review of randomized controlled trials.
Annals of Oncology 8: 117–36
56.
Stefanini GF, Amorati P, Biselli M, Mucci F, Celi A, Arienti V, Roversi R, Rossi
C, Re G, Gasbarrini G (1995) Efficacy of transarterial targeted treatments on
survival of patients with hepatocellular carcinoma. Cancer 75: 2427–34
57.
Sturm JW, Keese MA, Bönninghoff RG, Wüstner M, Post S (2001) Lokal
ablative Therapien des hepatozellulären Karzinoms. Onkologie 24 (suppl 5):
35–45
58.
Takano S, Yokosuka O, Imazeki F, Tagawa M, Omata M (1995) Incidence of
hepatocellular carcinoma in chronic hepatitis B and C: a prospective study of
251 patients. Hepatology 21: 650–55
59.
Tanaka K, Nakamura S, Numata K, Kondo M, Morita K, Kitamura T, Saito S,
Kiba T, Okazaki H, Sekihara H (1998) The long term efficacy of combined
transcatheter arterial embolization and percutanous ethanol injection in the
treatment of patients with large hepatocellular carcinoma and cirrhosis. Cancer
82: 78–85
Literaturverzeichnis
41
60.
Tanaka K, Nakamura S, Numata K, Okazaki H, Endo O, Inoue S, Takamura Y,
Sugiyama M, Ohaki Y (1992) Hepatocellular carcinoma: Treatment with
percutaneous ethanol injection and transcatheter arterial embolization.
Radiology 185: 457–60
61.
Tanaka K, Okazaki H, Nakamura S, Endo O, Inoue S, Takamura Y, Sugiyama
M, Ohaki Y (1991) Hepatocellular carcinoma: Treatment with a combination
therapy of transcatheter arterial embolization and percutaneous ethanol
injection. Radiology 179: 713–17
62.
Trevisani F, De Notariis S, Rossi C, Bernardi M (2001) Randomized control
trials on chemoembolization for hepatocellular carcinoma. J Clin Gastroenterol
32: 383–89
63.
Tsukuma H, Hiyama T, Tanaka S, Nakao M, Yabuuchi T, Kitamura T,
Nakanishi K, Fujimoto I, Inoue A, Yamazaki H, Kawashima T (1993) Risk
factors for hepatocellular carcinoma among patients with chronic liver disease.
N Engl J Med 328: 1797–1801
64.
Yamamoto K, Masuzawa M, Kato M, Kurosawa K, Kaneko A, Ishida H,
Imamura E, Park NJ, Shirai Y, Fujimoto K, Michida T, Hayashi N, Ikeda M
(1997) Evaluation of combined therapy with chemoembolization and ethanol
injection for advanced hepatocellular carcinoma. Semin Oncol 24 (suppl 6): 650 – 6-55
65.
Yuen MF, Chan AOO, Wong BCY, Hui CK, Ooi GC, Tso WK, Yuan HJ, Wong
DKH, Lai CL (2003) Transarterial chemoembolization for inoperable, early
stage hepatocellular carcinoma in patients with Child–Pugh grade A and B:
Results of a comparative study in 96 chinese patients. Am J Gastroenterol. 98:
1181–85
Anhang
42
7. Anhang
Danksagung
An dieser Stelle möchte ich mich bei all den Menschen bedanken, die am
Zustandekommen meiner Dissertation beteiligt waren.
Besonders danke ich meinem „Doktorvater“ Herrn Privat–Dozent Dr. med. H.–P.
Allgaier, durch dessen konstruktive Kritik und Aufmunterung diese Arbeit in der
vorliegenden Form überhaupt entstehen konnte.
Ich danke Frau Dr. med. Gerhild Becker, die mir während der gesamten Arbeit zur
Seite gestanden ist und jederzeit eine Antwort für meine nicht enden wollenden
Fragen hatte. Die Zusammenarbeit mit ihr bereitete mir große Freude und brachte
mir stets eine gute Tasse Kaffee ein.
Ich danke Frau Prof. Dr. med. A. Schmitt-Gräff für ihre Arbeit als Zweitgutachterin.
Im weiteren danke ich Herrn M. Olschewski vom Institut für Medizinische Biometrik
der Universität Freiburg für die statistische Aufarbeitung der erhobenen Daten. Ohne
seine Hilfe und geduldigen Erklärungen wäre ich im Statistik–Dschungel verloren
gewesen.
Danken möchte ich auch meiner Mutter und Alexander Bangert für das Gegenlesen
der Arbeit.
Nicht zu vergessen ist der kleine Ort „La Rafrère“ im Süden der Bretagne, in dessen
Ruhe und Abgeschiedenheit ein nicht unerheblicher Teil dieser Arbeit entstanden ist.
Mein ganz persönlicher Dank geht an Sangeetha Förtsch, deren unendliche Geduld
und Verständnis, das „Übersehen“ mancher schlechten Laune, sowie ihre moralische
Unterstützung mir sehr geholfen haben.
43
Anhang
Lebenslauf
Tarik Wolfgang Friedrich Sözgen
geboren am 29. Dezember 1974 in Offenburg / Baden
Schulbildung:
1981 – 1985
Falkenhausen–Grundschule Kehl
1985 – 1995
math.–nat. Einstein–Gymnasium Kehl
Zivildienst:
1995 – 1996
Gastroenterologische Ambulanz Kreiskrankenhaus Kehl
Hochschulausbildung:
1996 – 2003
Studium der Humanmedizin an der Albert–Ludwigs–Universität
Freiburg i. Br.
August 1998
Ärztliche Vorprüfung
August 1999
1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
März 2002
2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
04/02 – 03/03
Praktisches Jahr an den St. Vincentius–Kliniken Karlsruhe sowie
am Hôpital Hôtel–Dieu der Medizinischen Fakultät Broussais–
Hôtel–Dieu in Paris
Mai 2003
3. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung
Beruflicher Werdegang:
Seit 01. September 2003 Arzt im Praktikum in der Kardiologischen Abteilung der
Inneren Medizin des Klinikum Lahr, seit 01. Oktober 2004 Assistenzarzt.
Herunterladen