Elektrizität im Stromnetz

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Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung:
Dozentin: Dr. Weber
1. a) fachdidaktische Gesichtspunkte, die für die Behandlung der Elektrizitätslehre
im Pysikunterricht sprechen
-
es soll ein Einblick in die im täglichen Leben allgegenwärtigen
Anwendungen der Elektrizität und Verständnis der wesentlichen Vorgänge
geschaffen werden
-
es soll ein Beitrag zur Umweltbildung geleistet werden
-
es soll das erforderliche Wissen vermittelt werden, um im täglichen Umgang
mit Anwendungen der Elektrizität Unfälle zu vermeiden
-
es soll eine Brücke von der Grundlagenwissenschaft der Physik zur
Erlebens- und Erfahrungswelt der Schüler geschlagen werden, um so das
Interesse am Unterricht zu fördern
UNVOLLSTÄNDIG!
b) Beispiele aus der Elektrizitätslehre für die Einbeziehung der
Alltagserfahrungen der Schüler in den Physikunterrricht
-
Reihenschaltung: Wenn man eine Birne aus der Christbaumbeleuchtung
herausnimmt, gehen alle Lichter aus (Stromkreis wurd unterbrochen). Die
Aufschrift auf der Glühbirne lautet z.b.: 25V, 10W, und zehn Birnen sind in
Reihe geschaltet. Somit kann die Schaltung ohne Verwendung eines Trafos
an Hausnetz mit U=230V angeschlossen werden.
-
geschlossener Stromkreis: Elektrischer Strom fließt nur, wenn der
Stromkreis geschlossen ist. Der Vogel kann sich auch eine
Hochspannungsleitung setzen, ohne daß er beeinflußt wird. Die Spannung
besteht in diesem Fall zwischen Leitung und Erde bzw. zwischen Leitung
und anderer Leitung (anderer Phase). Zwischen Leitung und Vogel besteht
keine Spannung und somit fließt auch kein Strom. Aber: warum ist man tot,
wenn man auf den Mast klettert und an eine Leitung greift? Antwort: Weil
man über den Mast mit der Erde verbunden ist und der Stromkreis mit dem
Körper geschlossen wird (Leitung ist am Mast isoliert aufgehängt).
-
Kapazität/Kondensator: Warum bekommt man häufig einen Stromschlag,
wenn man aus dem Auto aussteigt? Antwort: das Fahrzeug lädt sich durch
Reibungsvorgänge (z.B. zwischen Gummi der Reifen und Straße)
elektrostatisch auf (wie ein Kondensator) und kann die Ladung nicht mehr
an die Erde abgeben, da die Gummireifen isolieren. Wenn man aussteigt
und die Füße auf die Erde setzt, ist man mit der Erde verbunden. Greift man
nun an die Tür (aus Metall, dadurch leitend), so kann die Ladung über den
Körper abfließen. Deshalb sind manche Autos mit einem Erdungsband
ausgerüstet, das auf der Erde schleift. In diesem Fall kann sich das Auto
nicht mehr aufladen.
-1-
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
-
Geschlossener Stromkreis: Bei der Modelleisenbahn liegt zwischen den
beiden Schienen eine elektrische Spannung an. Durch die Lok wird der
Stromkreis geschlossen. Somit kann Strom durch den Antriebsmotor der
Lok fließen und die Lok antreiben.
-
Geschlossener Stromkreis: Durch das Durchbrennen einer Sicherung wird
der Stromkreis unterbrochen. Das Leitungsnetz bzw. ein Gerät wird so
gegen Überlastung geschützt.
-
Wärmewirkung des el. Stroms: Der Tauchsieder ist ein Beispiel dafür, wie
elektrische Energie mit Hilfe eines Widerstandes in Wärmeenergie
umgewandelt wird.
2. Brandgefahr, ausgehend von den Leitungen der Hausinstallation bei der Nutzung
elektrischer Geräte
a) zu großer Strom fließt durch die Leitung
-
Leitung im Hausnetz ist zu hoch oder nicht abgesichert
Aufnahmeleistung eines Gerätes wird zu groß (Gerät hat normal geringe
Aufnahmeleistung und ist somit mit schwächerem Netzkabel ausgestattet,
durch einen Defekt steigt die Aufnahmeleistung, eine zusätzliche Sicherung
im Gerät ist nicht vorhanden oder wurde durch eine zu große ersetzt, Folge:
Zuleitung ist überlastet und wird heiß, während die Sicherung im Hausnetz
noch nicht auslöst, da der Strom dazu noch zu gering ist)
- Kurzschluß zwischen zwei Leitern (z.B. infolge einer Beschädigung der
Isolierung)
b) zu großer Widerstand in bestimmten Stellen der Leitung
-
Leitung ist zu schwach ausgelegt
-
schlechter Kontakt an Verbindungen zwischen Leitungen (z.B. falscher
Stecker)
-
Beschädigung einer Leitung mit Folge einer Querschnittsverkleinerung
c) Funken-/Lichtbogenbildung
-
durch schlechten Kontakt
-
durch Spannungsspitzen (z.B. Blitzschlag, Trennen des Stromkreises mit
einer Spule)
-
Schaltvorgänge (z.B. Zu- und Wegschalten einer Last mit hohem
Anlaufstrom [z.B. Motor])
-
Überschlag zwischen zwei Leitern durch zu geringen Abstand
-2-
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
Modellversuch:
Trafo
Leitung Querschn. 0,1 mm2
U
+
I
-
U
I
R
U = 12V (konst.)
R = 100 Ohm
Der Strom I wird ausgehend von Null erhöht bis zum Durchbrennen der schwachen
Leitung.
Schutzmaßnahme: Einbau einer passenden Sicherung in den Stromkreis
Leitung Querschn. 0,1 mm2
U
+
I
-
U
I=500 mA
I
R
-3-
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
4. Unterrichtseinheit zum Thema: „Personenschutz durch den Schutzleiter“
Lernvoraussetzungen: Kenntnis des prinzipiellen Aufbaus des Stromnetzes (eine
Leitung für Phase, Erde als zweite Leitung)
Kenntnis der theor. Grundlagen für Strom, Spannung,
Widerstand
Kenntnis des Funktionsprinzips der Sicherung
Kenntnis, daß Strom nur bei einer Potentialdifferenz fließen
kann
Grobziel:
Feinziele:
Kenntnis des Zwecks des Schutzleiters in elektrischen
Anlagen und dessen Funktionsweise
FZ1
Die Schüler sollen erkennen, daß von el. Geräten bei
Auftreten von Fehlern Gefahr ausgehen kann
FZ2
Die Schüler sollen erkennen, daß Gehäuse und Schutzleiter
verbunden sein müssen
FZ3
Die Schüler sollen erkennen, daß ein durch den Schutzleiter
geerdetes Bauteil keine Spannung gegen die Erde mehr
führen kann
FZ4
Die Schüler sollen wissen, daß schon relativ geringe Ströme
und kurze Einwirkungsdauern von Strömen den Körper
erheblich gefährden können
-4-
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Artikulationsstufe
Motivation
Dozentin: Dr. Weber
geplante Lehrertätigkeit
Lehrer zeigt den Schülern
ein geöffnetes elektrisches
Gerät, bei dem eine
aufgescheuerte Leitung
Kontakt zum Gehäuse hat.
erwartetes
Feinziele
Schülerverhalten
Sozialform;
Lehr-/
Lernform
-Betrachten das
Gerät
Frontalunterricht
-Machen sich
Gedanken
darbietend
fragend
-vermuten Gefahr
Frage wird entwickelt:
Problemfrage
Unterrichtsgespräch
Was passiert, wenn eine
Spannungsführende
Leitung mit dem Metallgehäuse in Berührung
kommmt?
anreizend
Schüler
diskutieren das
Problem
Meinungsbildung
Unterrichtsgespräch
erörternd
Wie könnten wir das
Problem untersuchen?
Versuchsplanung 1
Versuchsdurchführung 1
Wir verwenden beim
Versuch eine niedrigere
Spannung, die zu keiner
Gefährdung führen kann
und untersuchen, was
passiert
Wir stellen die
Situation mit
einem
Versuchsaufbau
nach
-Schüler stellt mit
Spannungsprüfer
fest, daß
Gehäuse unter
Spannung steht
-Schüler
erkennen, daß bei
Berührung Strom
über den Körper
fließen würde
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Unterrichtsgespräch
entwickelnd
Erarbeitung
von FZ 1
Lehrerversuch
darbietend
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Versuchsauswertung 1
TA 1
Schüler
formulieren
Ergebnis (siehe
TA1)
Ist der Umgang mit el.
Geräten im richtigen
Leben wirklich so
gefährlich?
Schüler überlegen Vorbereitung
auf FZ 2
Schüler bringen
Vorschläge:
Wie kann man dieses
Problem lösen?
-Sicherung
(L: haben wir
schon eingebaut)
-Isoliertes
Gehäuse
(L: ältere Geräte
haben oft
Metallgehäuse)
- FISchutzschalter
(L: Auslösestrom
ist bei älteren
Geräten so hoch,
daß man
Stromschlag nicht
überleben würde)
- Schutzleiter
Finden der
Gesetzmäßigkeit 1
Versuchsplanung 2
Wir untersuchen, was
passieren würde, wenn
ein Schutzleiter
vorhanden wäre.
Wo muß ein Schutzleiter
angeschlossen werden,
damit ein Effekt erzielt
werden kann?
Versuchsdurchführung 2
Auswertung 2
Finden der
Gesetzmäßigkeit 2
Dozentin: Dr. Weber
Schüler überlegen Erarbeitung
und machen
von FZ 2
Vorschläge
Unterrichtsgespräch
fragendentwickelnd
Unterrichtsgespräch
entwickelnd
Schüler
Versuchsaufbau 1 wird um beobachten, was
einen Schutzleiter ergänzt passiert
TA2
Sicherung von
FZ 1
Diskussion der
Beobachtungen
Formulierung des
Ergebnisses
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Erarbeitung
von FZ 3
darbietend
Sicherung von
FZ 2
Unterrichtsgespräch
erörternd
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Finden der
Gesetzmäßigkeit 3
Ergänzung des
Stoffes
Dozentin: Dr. Weber
Was bewirkt der
Schutzleiter?
Diskussion der
Beobachtungen
TA3
Formulierung des
Ergebnisses
darbietend
1. Was kann passieren
wenn Schutzleiter
beschädigt ist und FI
hohen Auslösestrom hat?
Motivation und
zugleich
Ergänzung des
Stoffes
2. Was kann passieren,
wenn Schutzleiter in
Ornung ist und Stromkreis
ordnungsgemäß
abgesichert ist, auch
wenn kein FI vorhanden
wäre?
Schüler sollen
antworten:
fragend
Erarbeitung
von FZ 4
darbietend
2. Nichts kann
passieren
Wirkungen des
elektrischen Stroms auf
den Körper
2.Kann man einen
Stromschlag bekommen,
wenn man die Pole einer
Autobatterie berührt?
Kontrolle von
FZ 1-3
1. Stromfluß
durch den Körper
kann Menschen
töten, bevor FI
auslöst
TA 5:
Sicherung von
FZ 4
1.Warum wird eine
Modelleisenbahn mit 12 V
betrieben?
LZ – Kontrolle 2
Unterrichtsgespräch
erörternd
TA 4
mündl. Verständnisfragen:
LZ - Kontrolle 1
Sicherung von
FZ 3
1. Um eine
Gefährdung
auszuschließen,
da
Spannungsführende Teile nicht
abgedeckt sind
2. Nein, da
Spannung nur 12
Volt beträgt
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Kontrolle von
FZ 4
Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
Tafelanschriften:
TA 1: Bei einem mangelhaften Gerät kann das Gehäuse gefährliche Spannung
führen
TA 2: Schutzleiter verbindet Erde um Gehäuse
TA 3: Der Schutzleiter sorgt dafür, daß zwischen Erde und Gehäuse keine
Spannung liegen kann.
Die Sicherung fällt bei Gehäuseschluß. Für den Menschen besteht keine
Gefahr mehr.
TA 4: In allen elektr. Anlagen muß ein FI-Schutzschalter eingebaut sein, der
zusätzlich zu den anderen Sicherungsmaßnahmen den Strom abschaltet,
sobald ein bestimmter Fehlerstrom zur Erde fließt (aber: FI nicht immer für
Personenschutz ausgelegt).
TA 5: Wirkungen des elektrischen Stroms auf den Körper:
Loslassgrenze bei ca. 10mA (vgl. Taschenlampenbirne 3V, 3W => 1A)
Widerstand des Körpers (Hand-Fuß) ca. 1KOhm
Zeit-Stromstärke-Diagramm: Je größer der Strom, desto geringer ist der
erträgliche Zeitraum
- Gefährlicher als der eigentliche Stromschlag sind oft Sekundärunfälle
-
Medien
elektr. Netzteil zur Demonstration des Gehäuseschlusses
Versuchsaufbau
Tafelanschrift
Broschüren
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Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
4. a) Energieumwandlungsketten bei der Gewinnung elektrischer Energie
Dampfkraftwerk
Quelle: http://www.udo-leuschner.de/basiswissen/SB105-002.htm
(Diese Darstellung dient nur zum Verständnis. In der Prüfung wäre eine einfachere
Darstellung wie folgt ausreichend)
Energieumwandlungskette :
Chemische
Energie
Dampfkessel
Wärmeenergie
Mechanische
Energie
Turbine
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Elektrische
Energie
Generator
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Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
Laufwasserkraftwerk
Quelle: http://www.udo-leuschner.de/basiswissen/SB107-002.htm
(Diese Darstellung dient nur zum Verständnis. In der Prüfung wäre eine einfachere
Darstellung wie folgt ausreichend)
Energieumwandlungskette :
Potentielle u.
Kinetische
Energie
Turbine
Mechanische
Energie
Elektrische
Energie
Generator
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Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
b) Energiegewinnung als indirekte Nutzung der Sonnenenergie
Wasserkraftwerke:
Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet das Wasser auf der Erd- bzw.
Meeresoberfläche und steigt auf (Gewinn an potentieller Energie). In der
Atmosphäre kondensiert das Wasser und kommt als Niederschlag wieder auf
die Erde. Der Anteil des Wassers, der dabei auf höher gelegene Regionen der
Erde fällt, hat eine höhere Potentielle Energie als das Wasser in niedriger
gelegenen Regionen. Aus dieser Potentialdifferenz läßt sich beim Ablauf des
Wassers in niedrigere Regionen nutzbare Energie gewinnen.
Wärmekraftwerke:
Die fossilen Brennstoffe, die der Beheizung von Wärmekraftwerken dienen,
lassen sich alle auf pflanzliche und tierische Biomasse aus der Urzeit
zurückführen. So besteht Erdöl z.B. weitgehend aus ehemals tierischer,
Braunkohle aus überwiegend pflanzlicher Substanz. Das urzeitliche Wachstum
dieser Pflanzen und Tiere wurde nur ermöglicht durch die Sonneneinstrahlung.
Fossile Brennstoffe sind also eine Form gespeicherter Sonnenenergie.
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Vortrag zur Vorlesung „Angewandte Fachdidaktik II“
Elektrizität im Stromnetz
Bearbeitung: Jürgen Böckl
Dozentin: Dr. Weber
Tafelbild 1:
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Tafelbild 2:
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