Kleines Glossar utilitaristischer Begriffe

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Kleines Glossar utilitaristischer Begriffe
(Seminar: J. Rawls - Eine Theorie der Gerechtigkeit, Uni Bamberg, SS 08, F. Geier)
Utilitarismus: Argumentationen, die moralische Sätze anhand des Kriteriums der Maximierung
des Nutzens begründen. Dabei geht es für gewöhnlich um Gemeinschaften, d.h. den
maximalen Gesamtnutzen einer bestimmten Menge von Menschen.
Abstraktionsform des Utilitarismus
- Konsequenzialismus: Alle Formen der Moralbegründung, die die (geplanten oder realen)
Wirkungen von Handlungen als das entscheidende ethische Kriterium sehen. Die Art der
erwünschten Wirkung ist auf dieser Ebene nicht weiter bestimmt.
Die Maximierung des Glücks bei den klassischen Utilitaristen (Bentham, Mill), ist dann
eine besondere Form des Konsequentialismus, bei der das Wohlergehen als die erwünschte
Wirkung deklariert wird.
Weitere nähere Bestimmungen des obersten Gutes (=erwünschte Wirkung)
- Präferenzutilitarismus: Maximierung dessen, was sich die Menschen de facto wünschen.
Andere Möglichkeiten der Bestimmung des obersten Gutes:
- Das Angenehme: Das kann man dann einen hedonistischen Utilitarismus nennen1.
- Das Glück des Menschen („Eudämonismus“). Das kann – je nach Definition – auch bedeuten,
daß dem Menschen seine momentanen Präferenzen nicht erlaubt sind, d.h. daß man ihn zu
seinem eigentlichen Glück erziehen (zwingen) muß..
Eine verwandte Unterscheidung (mit ähnlichen Problemen):
- quantitativer Utilitarismus: Alle Formen des Nutzens sind miteinander vergleichbar, sind teil
einer einzigen Skala.
- qualitativer Utilitarismus: Es gibt höherwertige und niedrigere Arten des Nutzens, d.h.
verschiedene Skalen (z.B. Der Genuß eines Musikstücks im Vergleich mit dem Genuß eines
Hamburgers).
Unterscheidung nach Gegenstand
- Handlungsutilitarismus: Bezieht sich auf die Folgen einzelner Handlungen.
- Regelutilitarismus: Bezieht sich auf die Folgen von eingehaltenen Handlungsregeln
(„Versprechen muß man halten“). Der Regelutilitarismus bekommt dadurch einen
deontologischen Charakter.
Unterscheidung nach der Strategie
- positiver Utilitarismus: Maximierung des Nutzens
- negativer Utilitarismus: Minimierung von Leid
1 Da das Wort „hedonistisch“ eigentlich alleine schon die die nähere Bestimmung des
obersten Gutes bezeichnet, wäre eigentlich der Begriff „Utilitarismus“ alleine identisch mit
„Konsequentialismus“. Da aber „Utilitarismus“ meist im engeren Sinne eines hedonistischen
Utilitarismus gebraucht wurde, ist es geschickt, auf dieses Wort zu verzichten.
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