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Aktueller WIFO-Werbeklimaindex: Wir können nicht von einer Aufhellung sprechen
Fachverbandsobfrau Sery-Froschauer: Kein Golden-Plating bei der Umsetzung der
Datenschutz-Grundverordnung
Wien (OTS) - Die Schwäche der internationalen und nationalen Wirtschaft dämpft das
Wachstum der Kommunikationsbranche in Österreich. Die Werbekonjunktur entwickelte
sich in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 äußert zurückhaltend. Daran dürfte sich
auch im verbleibenden Jahr 2016 wenig ändern. „Die Befragungsergebnisse des WIFOWerbeklimaindex vom April zeigen ein unterdurchschnittliches Wachstum. Die aktuelle
Konjunkturlage wird von den heimischen Unternehmen im Bereich Werbung und
Marktkommunikation deutlich schlechter beurteilt als noch im 1. Quartal 2016. Auch der
Ausblick auf die kommenden Monate fällt wenig zuversichtlich aus. Wir erwarten keine
stärkere Aufwärtstendenz. Der Gesamtindex liegt nunmehr bei +11 Punkten. Zu Beginn des
Vorjahres hatte er noch bei +23 Punkten gelegen, seither ist die Werbekonjunktur in eine
Schwächephase eingetreten“. Das sind für Angelika Sery-Froschauer, Obfrau des
Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ), die Erkenntnisse der aktuellen Konjunkturanalyse für die heimische
Kommunikationsbranche.
Kein Golden-Plating bei der Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung
Kaum ein Thema symbolisiert den Umbruch, in dem wir uns als Gesellschaft befinden,
mehr als das Thema „Digitalisierung“. Digital ist das Modewort geworden, das
Zukunftsorientierung von Vergangenheit und Fortschrittsdenken von Bewahrer-Mentalität
unterscheidet. Digital steht für „neu“ und „fortschrittlich“ und lässt im Vergleich dazu die
analoge Welt als „hoffnungslos veraltet“ erscheinen.
„Bei den Verhandlungen um das EU-Datenschutzpaket haben wir uns mit unseren
europäischen Partnern für eine wirtschaftsorientierte Lösung eingesetzt. Der neue EURechtsrahmen bringt gravierende Änderungen für Unternehmen mit sich. Für die
Kommunikationsbranche haben wir folgende Lösung erreicht: Dialogmarketing-Unternehmen
können weiterhin ihre Geschäftsmodelle in der Online-Welt aufrechterhalten.
Datenverarbeitung zu Marketingzwecken wird ausdrücklich als legitimes Interesse definiert.
Maßgebliche Rechtsfragen der nationalen Umsetzung sind aber nach wie vor offen.
„Notwendig ist, dass wir zur Bewältigung der Herausforderungen im Bereich der digitalen
Kommunikation kein Golden-Plating in der nationalen Umsetzung erfahren. D.h., dass keine
Verschärfung durch unsere nationale Gesetzgebung erfolgt. Wir müssen die Unternehmen
entlasten, ihnen mehr Freiheiten geben und unsere Mitglieder bei der Etablierung digitaler
Geschäftsmodelle begleiten“, so Sery-Froschauer.
Ist-Situation: Mäßige Konjunktur
„Die österreichische Kommunikationswirtschaft befindet sich nach wie vor in einer Phase
vergleichsweise verhaltener Konjunktur", kommentiert Werner Hölzl, Ökonom des
Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), die aktuellen Ergebnisse des
Werbeklimaindex.
Der Index der aktuellen Lagebeurteilungen, der eine Komponente des WIFOWerbeklimaindex bildet und die Fragen nach der derzeitigen Situation sowie nach der
rezenten Entwicklung zusammenfasst, spiegelt dies wider: Mit +21 Punkten bestätigt er das
Ergebnis der Vorerhebung (+20 Punkte). Im Vergleich zu den meisten anderen Segmenten
des Dienstleistungssektors ist dies ein sehr gutes Ergebnis. Gemessen an historischen
Ergebnissen im Bereich der Werbung und Marktkommunikation stellt es jedoch nur ein
mittelmäßiges Resultat dar. Die Nachfrage nach Dienstleistungen der Werbung und
Marktkommunikation konnte in den letzten Monaten zwar leicht zulegen und auch die
Beurteilung der Auftragslage fällt zumindest mittelmäßig aus (72 % melden ausreichende
oder mehr als ausreichende Auftragsbestände). Insbesondere die Beurteilung der aktuellen
Geschäftslage fällt im April 2016 aber ein weiteres Mal spürbar negativ aus (-12 Punkte).
Blick nach vorne: Wir können nicht von einer Aufhellung sprechen
„Wir gehen von einer trägen Entwicklung der Werbekonjunktur 2016 aus“, skizziert SeryFroschauer den Konjunkturausblick des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation
für das laufende Jahr: „Von einer bevorstehenden Aufhellung für die Werbe- und
Kommunikationsbranche können wir nicht sprechen.“
Der Index der unternehmerischen Erwartungen, die zweite Komponente des WIFOWerbeklimaindex, der die Perspektiven der Unternehmen für die kommenden Monate
zusammenfasst, ist im April auf 0 Punkte gesunken. Zum ersten Mal seit sieben Jahren
liegen damit die pessimistischen Stimmen gleichauf mit den optimistischen.
Im Detail betrachtet fallen insbesondere die Nachfrageerwartungen und die
Einschätzungen zur Geschäftslageentwicklung in den kommenden 6 Monaten sehr
zurückhaltend aus. „Die heimische Kommunikationsbranche rechnet also mit einer nur
schwachen Konjunkturdynamik in den kommenden Monaten“, interpretiert Hölzl die
verhaltenen unternehmerischen Erwartungen der österreichischen Werbewirtschaft.
Wir brauchen eine Trendwende
Nach der schwachen Entwicklung von 2012 bis 2015 dürfte die heimische Wirtschaft
mittelfristig zwar wieder etwas stärker, aber noch immer nur verhalten expandieren. „Die
Indikatoren weisen auf mäßiges Wirtschaftswachstum bei höher werdender Arbeitslosigkeit
hin. Wir hoffen aber auf eine rasche Trendwende. Angesichts der mageren
Konjunkturprognosen gilt es wieder mehr Vertrauen zu schaffen. Es ist Zeit, die Reformen
für unseren Standort anzupacken. Unsere Betriebe brauchen die richtigen
Rahmenbedingungen, um wettbewerbsfähig zu sein und damit für mehr Wachstum und
Beschäftigung zu sorgen“, so Sery-Froschauer abschließend.
Rückfragen & Kontakt:
Wirtschaftskammer Österreich | Fachverband Werbung und Marktkommunikation
Geschäftsführer Mag. Markus Deutsch
Tel.: 05 90 900-3539
E-Mail: [email protected]
Internet: http://wko.at/werbung
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