07. April

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Foto: Astrid Karger
Yaron Deutsch, Electric Guitar
Recital
Helmut Oehring (*1961)
Philipp (2008)
für E-Gitarre und CD
Helmut Oehring wurde 1961 in Ost-Berlin geboren. Nach einer Ausbildung als Baufacharbeiterwar er in den 1980er Jahren in
verschiedensten Berufen tätig, beschäftigte sich aber zur selbenZeit bereits intensiv mit der komponierten Musik der europäischen Moderne. Als
Gitarrist undKomponist Autodidakt, war er zwischen 1992 und 1994 – nach Konsultationen bei André Asriel, Helmut Zapf, Georg Katzer und
Friedrich Goldmann – Meisterschüler von Georg Katzer an derBerliner Akademie der Künste, zu deren Mitglied er 2005 gewählt wurde. 1994/95
war erStipendiat an der Villa Massimo in Rom und erhielt seitdem zahlreiche Auszeichnungen, darunterden Hanns-Eisler-Preis des
Deutschlandsenders Kultur, den Orpheus Kammeroper Preis Italienund den Schneider-Schott-Preis. Der Hindemith-Preis ebenso wie der ArnoldSchönberg-Preiswurden ihm für sein gesamtes Schaffen verliehen, das bis heute rund 160 Werke umfaßt:Solowerke, Kammermusik,
Orchesterkompositionen, Opern und Musiktheaterwerke, Theater-und Filmmusik, Liederzyklen u.a.
Oehrings Kompositionen und Produktionen entstanden oftin engem Austausch mit unterschiedlichsten Künstlern, Ensembles und Institutionen –
mit derKomponistin Iris ter Schiphorst (gemeinsame Kompositionen 1996–2001), mitRegisseuren wie Ruth Berghaus, Ulrike Ottinger, Daniele
Abbado, Claus Guth und Maxim Dessau,Chroreographen wie Joachim Schlömer, Dirigenten wie Ingo Metzmacher, Lothar Zagrosek,Martyn
Brabbins oder Roland Kluttig, Orchestern wie dem SWR Sinfonieorchester Baden-Badenund Freiburg, dem Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks, dem DeutschenSymphonie-Orchester Berlin oder dem Staatsorchester Stuttgart sowie mit nahezu allennamhaften
Ensembles für zeitgenössische Musik. Seine Werke werden in Konzertsälen und aufBühnen in ganz Europa, Asien und Nordamerika aufgeführt.
In jüngster Zeit wirkte er auch alsDirigent und Regisseur eigener Werke. In der Spielzeit 2008/09 ist er Composer in residence beim
Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt.
Fausto Romitelli (1963-2004)
TRASH TV TRANCE (2004)
für E-Gitarre
Am 27. Juni 2004 verschied in Mailand Fausto Romitelli im Alter von 41 Jahren. Der in Görz geborene Komponist kämpfte seit geraumer
Zeit gegen eine schwere Krankheit an, die schließlich sein Lebenslicht erlöschen ließ. Nachdem er sein Diplom als Komponist am Conservatorio
Giuseppe Verdi in Mailand erworben hatte, hatte Romitelli, da er besonders stark von der Poetik Hugues Dufourts und Gérard Griseys
angezogen war, seine Ausbildung in Paris und im Hinblick auf die digitale Musik am IRCAM perfektioniert, wo er von 1993 bis 1995 arbeitete.
Seine Musik wurde bei bedeutenden internationalen Veranstaltungen aufgeführt und von zahlreichen Ensembles wie Ensemble
Intercontemporain, Itinéraire, Ensemble Modern, Ictus, Recherche, Nieuw Ensemble und auch von bedeutenden, europäischen Orchestern
interpretiert.
"Im Zentrum meines Komponierens", schrieb einmal Romitelli, "steht die Idee, einen Klang wie eine Materie zu empfinden, in die man
hineintaucht, um deren physische und perzeptiven Merkmale wie Gefüge, Stärke, Porosität, Helligkeit, Dichte und Elastizität zu schmieden.
Daher Skulptur des Klangs, instrumentale Synthese, Anamorphose, Transformation der spektralen Morphologie, konstante Drift in Richtung
untragbarer Dichten, Verzerrungen, Störungen auch dank der Einbeziehung elektroakustischer Technologien. Und immer größere Bedeutung
kommt den Klangfüllen nicht akademischer Ableitung, dem nicht sauberen und heftigen Klang überwiegend metallischen Ursprungs einer
bestimmten Rock- und Technomusik.
Die Person Romitelli war in jüngster Zeit Gegenstand einer wachsenden Aufmerksamkeit seitens bedeutender Institutionen und Festivals.
Philippe Hurel
Loops I (2008)
für E-Gitarre
Philippe Hurel
wurde 1955 in Domfront geboren, studierte Musikwissenschaft in Toulouse und Komposition bei Betsy Jolas und Ivo Malec
am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Beim Studium der Computermusik begleitete ihn Tristan Murail. 1985-89 arbeitete er
am Ircam in Paris. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. 1986-88 Aufenthalt in der Villa Medici in Rom, 1995 den Ernst von SiemensFörderpreis, 2002 den Prix des Compositeurs (SACEM) und 2003 den Prix de la Meilleure Création de l‘Année (SACEM). 1990 gründete er das
Ensemble Court-Circuit und übernahm dessen Leitung. 1997-2001 war er Professor für Komposition am Ircam in Paris im Rahmen des
Studiengangs für musikalische Informatik. Seine Musik wird weltweit von namhaften Ensembles und Interpreten bei bedeutenden Festivals
präsentiert. Jüngst wurde Cantus für Sopran und Ensemble, dem französischen Dichter Georges Perec gewidmet, durch Françoise Kubler und
das Ensemble Accroche-Note beim Festival Musica in Strasbourg uraufgeführt.
Michel van der Aa (*1970)
Auburn (1991)
für E-Gitarre und CD
Michel van der Aa (* 10. März 1970 in Oss (Niederlande)) ist ein Komponist neuer Musik, Filmemacher und Theaterregisseur. Sein Werk
umfasst Kammermusik, Orchesterwerke, Ballettmusik, Opern und Kurzfilme.
Nach seiner Ausbildung zum Toningenieur am Haager Konservatorium studierte van der Aa Komposition bei Diderik Wagenaar, Gilius van
Bergeijk und Louis Andriessen. 2002 ergänzt er seine Ausbildung durch ein Studium an der New York Film Academy. 2007 folgte ein Kurs in
Bühnenregie.
Van der Aa gründete 1993 eine Produktionsfirma für Produktionen zeitgenössischer Musik. Erste Kompositionen van der Aas wurden 1995
uraufgeführt. 1996 folgte mit Staring at the Space eine erste Auftragskomposition für das Symphonieorchester Norrköping. 1997 und 1998 war er
Composer in residence der Den Haag Percussion Group. Van der Aa wurde 2001 und 2004 zu den Donaueschinger Musiktagen eingeladen.
2006 war sein Werk ein Programmschwerpunkt beim Holland Festival; in diesem Rahmen wurde die Oper After Life uraufgeführt. Für sein Werk
erhielt van der Aa zahlreiche Auszeichnungen.
Hugues Dufourt (*1943)
La Cité des saules (1997)
für E-Gitarre
Hugues Dufourt
wurde 1943 in Lyon geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er am Konservatorium Genf, wo er 1961–68 Klavier
bei Louis Hiltbrand und 1965–70 Komposition und Elektroakustik bei Jacques Guynnet studierte. Außerdem studierte er Philosophie. Nach dem
Abschluss 1967 unterrichtete er an der Universität von Lyon. 1973 trat er als Forscher in das CNRS (Centre Nationale des Recherches
Supérieures) ein. Er gehörte dem Ensemble l’Itinéraire an, 1976–81 in verantwortlicher Position. 1977 war er Mitbegründer des Collectif de
Recherche Instrumentale et de Synthèse Sonore (Criss). Er leitete 1982–98 das Informations- und Dokumentationszentrum „Recherche
musicale“ (CID-RM), ein gemeinschaftliches Projekt des CNRS, der École Normale Supérieure und des IRCAM. 1989–99 leitete er die von ihm
begründete Forschungsgruppe „Musik und Musikwissenschaft im 20. Jahrhundert“ an der Ecole des Hautes Études en Sciences Sociales
zusammen mit der École Normale Supérieure, dem CNRS und dem IRCAM. Außer zahlreichen Kompositionsaufträgen von großen
französischen und italienischen Orchestern und den namhaftesten Ensembles für Neue Musik erhielt Dufourt den Grand Prix für Kammermusik
der SACEM 1975, den Grand Prix der Académie Charles Cros 1980, den Preis der Koussevitzky Foundation 1985, den Preis der Jury des
Festivals Musique en cinéma 1987 und den Komponistenpreis der SACEM 1994. Im Jahr 2000 wurde ihm von der Académie Charles Cros der
Prix du Président de la République für sein Gesamtwerk zuerkannt.
Yaron Deutsch, 1978 in Tel Aviv geboren,
ist Gitarrist und Musikalischer Leiter des Ensembles Nikel.
Mit 18 Jahjren gründete und leitete er das erfolgreiche Fusion Trio « Ofek III », das seine Kompositionen spielte und ihn zu einem der
gefragtesten Gitarristen unter den führenden israelischen Musikern machte.
Er studierte an der "Rubin Academy for Music and Dance" in Jerusalem bei Steve Paskof und Yossi Levi. 2006 gründete er gemeinsam mit dem
Saxophonisten Gan Lev das in Tel Aviv beheimatete Ensemble für zeitgenössische Musik - Ensemble Nikel.
Als Solist und mit dem Ensemble spielte er israelische Erstaufführungen von Komponisten wie : Tristan Murail, Fausto Romitelli, Steve Reich,
Erkki Sven Tüür, Michael Gordon, Georg Hajdu, Hugues Dufourt, Lois Vierk u.a. und in diesem Jahr stehen Uraufführungen von: Philippe Hurel,
Chaya Czernowin und Helmut Oehring in Konzerten weltweit auf dem Programm.
Neben seinen Aktivitäten als Solist und im Ensemble Nikel spielte Yaron Deutsch auf einer Tournee mit dem Israelischen Philharmonischen
Orchester unter der Leitung von Maestro Zubin Mehta sowie mit dem "Israeli Contemporary Players"- Ensemble unter Zolt Nagy.
Unterwegs auf den verschlungenen Pfaden der Zeitgenossenschaft – die Unerhörte Musik.
Folgen Sie uns und lassen sich überraschen!
Mit herzlichen Grüssen,
Ihre Rainer Rubbert und Martin Daske
BKA-Theater
Mehringdamm 34
10961 Berlin
Kartentelefon: 030 - 20 22 007
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