Grandioses Dach für große Tiere

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ISSN 1618-9612 | 13,80 €
5 – 6 | 2015
Mai – Juni
GROSSPROJEK TE
Grandioses Dach für große Tiere
FASSADE
FLACHDACH
BELICHTUNG
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Editorial
XXL-Dächer
Wie groß ist eigentlich groß? Und wann wird ein Projekt zum Großprojekt? Die
Redaktion hat sich auf die Suche nach einer Antwort gemacht und Ihnen nach
Collin Klostermeier,
Chefredakteur
dachbau magazin
sorgfältiger Recherche in diesem Heft ein paar XXL-Projekte zusammengestellt, die es in sich haben. Ein paar Zahlen gefällig? Das Dach des Elefanten-
»230 000 kg Einblasdämmung –
das ist ein echtes Großprojekt!«
hauses im Züricher Zoo, das
wir Ihnen auf dem Titel zeigen, ist immerhin schon mal
6800 m² groß. Seine Holz-
bekleidung lagert auf exakt 5615 Stützenfüßen, die von den Dachdeckern mithilfe spezieller Formteile einzeln in die darunterliegende Kunststoffabdichtung integriert werden mussten. Nicht schlecht, aber es geht auch noch größer:
Im französischen Nantes galt es, die 100 m lange Fassade eines zehnstöckigen Plattenbaus aus den 1970er-Jahren mit einer handwerklich hergestellten Zinkfassade zu sanieren, während in Ostberlin die obersten Geschossdecken von 29 Siedlungshäusern dringend einer Dämmung bedurften. In den nur 45 cm hohen Dachhohlräumen kamen sage und
schreibe 230 000 kg Einblasdämmung aus Zellulose zum Einsatz.
Und hier gibt es dann auch wirklich keinen Zweifel mehr: Das sind
Großprojekte wie aus dem Bilderbuch.
Vor allem bei prestigeträchtigen XXL-Projekten, aber auch im ganz
normalen Tagesgeschäft kommt es immer wieder vor, dass ein Auftraggeber sich übernimmt und seiner Zahlungsverpflichtung nicht
VM ZINC
nachkommen kann. Wer hier großzügig ist und Ratenzahlung oder
gar einen Zahlungsaufschub gewährt, sollte vorsichtig sein, wie
Cengiz Horn im Interview des Monats auf Seite 6 erläutert. Das Stichwort lautet »Insolvenzanfechtung« und kann den Handwerker auch zehn Jahre
▴▴Großprojekt aus dem Bilderbuch: Dieser
100 m lange Plattenbau in Frankreich erhielt
eine neue XXL-Fassade aus Titanzink
nachträglich noch um sein wohlverdientes Geld bringen.
Ihr
dachbau magazin 5-6 | 2015
3
In diesem Heft
Inhalt 5-6 | 2015
12
Thema des Monats:
Großprojekte
12 Abdichtung
Elefantenhaus im Zoo Zürich /Schweiz
18 Fassade
Plattenbau in Nantes /Frankreich
22 Steildach
Reihenhaussiedlung in Galway/Irland
26 Gründach
Hotel- und Kongresszentrum in
Kopenhagen /Dänemark
30 Belichtung
Landtag Brandenburg in Potsdam
▸▸Das neue
Elefantenhaus des
Züricher Zoos
wird von einem rund
6800 m² großen
Dach überspannt
3 4 Dämmung
Mehrfamilienhäuser in Berlin
Management
38 Nutzfahrzeuge
Im Praxistest: Der neue Ford Transit
4 6Flachdach
Planung und Ausführung der
Entwässerung
50 Flachdach
Im Vergleich: Kunststoff- und
Bitumenabdichtungen
52 Gründach
Regenwassermanagement mit dem
Retentionsdach
Dachwelten
18
VM ZINC
Technik im Detail
▴▴Ein 100 m langer Plattenbau
im französischen Nantes
erhielt bei einer Sanierung
eine neue Zinkfassade
58 Belichtung
Kindergarten in Garz auf Rügen
TITELTHEMEN SIND FARBLICH HINTERLEGT
4
dachbau magazin 5-6 | 2015
22
ETERNIT/ROS KAVANAGH
▸▸An der irischen
Westküste entstanden
54 Reihenhäuser,
die durch ihre Eleganz
begeistern
SIKA
OPTIGRÜN
52
NEU
▴▴Gründächer spielen beim Regenwassermanagement in den
großen Städten eine immer wichtigere Rolle
ETERNIT FLACHDACH /KAI OHL
58
Schöne Aussichten!
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nach DIN EN 1873
IN JEDEM HEF T
3Editorial
6 Dach aktuell
42 Dachmarkt
42 Inserentenverzeichnis
56 Branche
62 Vorschau/Impressum
Ein Magazin der
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Titelbild: Sika, VM Zinc,
FDT, Eternit Flachdach /
Kai Ohl
dachbau magazin 5-6 | 2015
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Dach aktuell
INSOLV ENZ A NFECHTUNG: DIE RISIK EN L A SSEN SICH DER ZEIT SCH W ER EINSCH ÄT ZEN
»Das Gesetz kann jeden Unternehmer treffen.«
Durch die sogenannte Insolvenzanfechtung unterliegen Unternehmen einem Risiko, wenn sie mit Geschäftspartnern Ratenzahlungen
oder gar Zahlungsaufschub vereinbaren. Im Gespräch mit dem
dachbau magazin erläutert Cengiz Horn, geschäftsführender Gesellschafter beim Kreditversicherungsmakler GGW Kredit, was Handwerker tun können, um ihre Risiken möglichst gering zu halten.
dachbaumagazin: Herr Horn, was
bedeutet eigentlich Insolvenzanfechtung?
Cengiz Horn: Nach § 133 der Insolvenzordnung sind Leistungen
anfechtbar, wenn sie in Kenntnis einer drohenden Zahlungsunfähigkeit des Vertragspartners
geleistet worden sind. Der Hintergrund ist der, dass finanziell
wackelnde Unternehmen einzelne, bevorzugte Gläubiger nicht
einfach länger bezahlen sollen
Jahre später einen Insolvenzantrag stellt, heißt das etwa, dass
er damals vor einer drohenden Insolvenz stand und ich ihm
nichts hätte verkaufen dürfen?
Sind meine Leistungen und die
Vergütung deshalb anfechtbar?
Die Möglichkeit der Insolvenzanfechtung ist seit Langem im Gesetz verankert. Warum kommt
dem Thema gerade jetzt so eine
Aufmerksamkeit zu?
»Die Politik hat inzwischen reagiert
und will den § 133 neu justieren.«
als andere. Der Insolvenzverwalter kann solche Zahlungen rückwirkend anfechten, wenn sie bis
zu zehn Jahre vor Stellung des
Antrags auf Insolvenzeröffnung
erfolgt sind.
Für den Erhalt der Insolvenzmasse ist diese Regelung doch eigentlich eine gute Sache. Wo ist
der Haken?
Es ergeben sich große Unsicherheiten: Wenn ich einem Käufer
die Zahlung meiner Leistung auf
seine Bitte hin für vier Wochen
stunde oder Ratenzahlungen akzeptiere und er sieben oder acht
Von dem Rechtsinstrument wurde lange kein Gebrauch gemacht.
Seit eineinhalb Jahren aber mehren sich die Anfechtungen, da
werden teilweise Rekordsummen
nachgefordert. So muss Bayer 04
Leverkusen an den Insolvenzverwalter des Sponsors Teldafax
Gelder in Millionenhöhe zurückzahlen. Das hat die Risiken des
Gesetzes in den Fokus gerückt.
Welche Auswirkungen hat die
Entwicklung auf die Wirtschaft?
Das Risiko einer Anfechtung trifft
jeden, der am Wirtschaftsleben
teilnimmt. Und die unmittelbaren
Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt: Sofern in der Vergangenheit Risiken aufgetaucht sind und
beispielsweise Stundungsvereinbarungen mit möglicherweise wirtschaftlich nicht gesunden
Unternehmen getroffen wurden,
sind diese nicht reversibel.
Wie können Unternehmen den
Risiken einer Anfechtung begegnen?
Kommt es zum Ernstfall, kann
sich das Unternehmen mit hohen Rückzahlungsforderungen
und Prozesskosten konfrontiert
sehen. Insbesondere vor dem
Hintergrund der langen Rückwirkung können sich Zahlungen über einen langen Zeitraum
aufsummiert haben. Die ersten
Anbieter haben bereits Lösungen für eine Versicherung der
Risiken aus Insolvenzanfechtung
vorgestellt. GGW Kredit steht im
engen Kontakt mit den Versicherern, und gemeinsam versuchen
wir, akzeptable Bedingungen zu
entwickeln. Eine umfassende und
preiswerte Lösung gibt es bislang
nicht, aber die Produkte werden
immer besser.
Was muss ein solches Versicherungsprodukt bieten?
Vor allem muss es den individuellen Anforderungen des Kunden
gerecht werden. Der Versicherungsschutz muss vollständig
und für die gesamte Risikozeit
greifen, sonst ist nicht gewährleistet, dass die abgeschlossene
Versicherungssumme auch tatsächlich für den vollen Risikozeitraum von zehn Jahren rückwir-
▴▴Warnt vor den Risiken der
Insolvenzanfechtung: Cengiz Horn,
geschäftsführender Gesellschafter beim Kreditversicherungsmakler GGW Kredit
kend ab Antrag auf Eröffnung des
Insolvenzverfahrens zu Verfügung
steht.
Was kann der Gesetzgeber Ihrer
Meinung nach tun?
Die im Sinne des Gläubigerschutzes richtige Regelung des § 133
der Insolvenzordnung wird durch
die aktuellen Entwicklungen konterkariert. Vor allem die zehnjährige Rückwirkung scheint im
Verhältnis zu anderen Regelungen unverhältnismäßig. Die Politik hat inzwischen reagiert: Das
Bundesjustizministerium hat am
16. März 2015 den Referentenentwurf eines Gesetzes »zur Verbesserung der Rechtssicherheit
bei Anfechtungen nach der Insolvenzordnung und nach dem Anfechtungsgesetz« vorgelegt. Mit
dem Entwurf soll auch die Vorsatzanfechtung nach § 133 Insolvenzordnung neu justiert werden.
Herr Horn, vielen Dank für das
Gespräch.
SOL A R A NL AGEN
ZUKUNFT ALTBAU / R. BAUMGÄRTNER
Frühjahrscheck sichert Sonnenernte
6
Solaranlagen sind im Herbst
und Winter erheblichen Wettereinflüssen ausgesetzt. Nehmen
ab April die Sonnenstunden
wieder zu, sollten Hauseigentümer daher den Zustand ihrer
Anlage überprüfen lassen, rät
das Landesprogramm Zukunft
Altbau des Umweltministe-
dachbau magazin 5-6 | 2015
riums Baden-Württemberg.
Laub, Verschmutzungen sowie
Schäden durch Hagel, Schnee
und Eis können die Leistung
einer Solaranlage erheblich
einschränken. „Ein Check zum
Frühjahr ist sinnvoll“, so Petra Hegen von Zukunft Altbau.
„Spezialisierte Handwerker
kontrollieren die Funktionsfähigkeit, reinigen die Module
und Kollektoren und beheben
Schäden an der Anlage und den
Anschlüssen.“ Die Kosten lassen sich steuerlich absetzen und
rechnen sich in der Regel.
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W E T TER-A PP
Wissen, wann es regnet
Wolkenbruch oder Sonnenschein – das Wetter ist für
viele Handwerker nicht nur ein Smalltalk-Thema, sondern ausschlaggebend für die fristgerechte Erledigung
der Aufträge und die Zufriedenheit der Kunden. Für
Dirk Frohn, Inhaber des Dachdeckerbetriebs Bedachungen Ludwig bei Bonn,
spielt das Wetter besonders unter den
Aspekten Materialverarbeitung, Baustellensicherheit und
Personaleinsatz eine
wichtige Rolle. „In
den letzten 30 Jahren
wurden wir im Sommer immer häufiger
von plötzlichen Regengüssen überrascht.
Um Wasserschäden
auszuschließen und
die Sicherheit auf den
Baustellen gewährleisten zu können, ist ein
Blick auf das aktuelle
Regen-Radar für uns inzwischen unerlässlich geworden“,
so Frohn. Mit einem Blick sieht man dort, welche Baustelle trocken bleibt und wo mit Niederschlag gerechnet
werden muss. Die kostenlose Wetter-App ermöglicht eine
genaue Vorhersage für die kommenden 90 Minuten. Die
kostenlose Version des Regen-Radars wie auch die werbefreie Premium-Version der App (einmalig 1,99 Euro)
sind für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar.
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Die kostenlose ERLUS Profi-App erleichtert den Arbeitsalltag dank verschiedener Auswahl- und Berechnungsfunktionen: Vom Anlegen eigener Bauobjekte über die
Dachziegelauswahl bis hin zur exakten Berechnung
der Stückzahl, der Windsogsicherheit und des Schneeschutzsystems.
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Die Insolvenzanfechtung nach § 133 der Insolvenzordnung
kann Handwerksbetriebe noch bis zu zehn Jahre nachträglich um ihren Lohn bringen – waren Sie sich dieser
Tatsache bewusst?
A)Ja, das ist mir bekannt. Es wird Zeit, dass der
Gesetzgeber hier einschreitet!
B)Nein, davon lese ich gerade zum ersten Mal.
C)Ich gewähre grundsätzlich weder Ratenzahlung noch
Zahlungsaufschub.
Stimmen Sie ab unter www.dachbaumagazin.de.
Dort finden Sie auch alle Ergebnisse der vorherigen
Umfragen.
dachbau magazin 5-6 | 2015
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Kontrolle ist besser
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München präsentiert die
Energiewelt von morgen
Mit rund 1000 Ausstellern und erwarteten 40 000 Besuchern ist die Intersolar Europe die weltweit führende
Fachmesse für die Solarwirtschaft. Zusammen mit der
ees Europe, der internationalen Fachmesse für Batterien, Energiespeichersysteme und innovative Fertigung, findet
sie in diesem Jahr
vom 10. bis 12. Juni
in München statt.
Die Themen reichen von PV-Kraftwerken, Smart Grids,
Energiespeicherung und neuen Geschäftsmodellen bis
hin zu Lösungen für regeneratives Heizen. Neben den
Ausstellungsbereichen bieten die Messen ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Fachvorträgen, Workshops
und Preisverleihungen. Das Konferenzprogramm von Intersolar Europe Conference, ees Europe Conference und
Industrieforum Pellets erweitert und vertieft die Themen
des Messeangebots.
Seit dem 1. November 2014 sind für alle Neufahrzeuge der Klassen M, N und O durch die EU-Verordnung
Nr. 661/2009 Kontrollsysteme zur dauerhaften Überwachung des Reifendrucks gesetzlich vorgeschrieben. Doch
auch für ältere Fahrzeuge, insbesondere für Lkw, wären Reifendruckkontrollsysteme sinnvoll,
da sie Pannen und gefährliche
Reifenplatzer verhindern helfen. Die Ried System Electronic
GmbH hat daher ein kompaktes
Reifendruckkontrollsystem entwickelt, das einfach und ohne
hohen technischen Aufwand
nachgerüstet und dank eines
Smart Boosters sogar für Wechselauflieger und -anhänger
eingesetzt werden kann. Das Controlaser-System reagiert
selbst auf Übertemperatur und hilft somit, beispielsweise
von defekten Bremsen verursachte Brände zu vermeiden.
Weiterhin sorgt das TPMS (Tire Pressure Monitoring System) für eine längere Haltbarkeit der Reifen und reduziert
den Kraftstoffverbrauch.
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dachbau magazin 5-6 | 2015
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Dach aktuell
GE SUNDHEIT
Schutz vor weißem Hautkrebs
BE TRIEBSPRÜFUNG
Bis zu drei Millionen Menschen arbeiten in Deutschland
regelmäßig im Freien. Ihr Risiko, an weißem Hautkrebs
zu erkranken, ist doppelt so hoch wie im Büro. Seit dem
1. Januar 2015 können bestimmte Formen
des weißen Hautkrebses nun als Berufskrankheit anerkannt werden.
Über 220 000 Menschen erkranken laut der Deutschen
Krebshilfe jährlich neu an
weißem Hautkrebs. Dazu zählen auch viele Bauarbeiter und
Dachdecker. Es ist zu erwarten,
dass durch die Anerkennung als
Berufskrankheit durch das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales der Prävention eine noch größere Bedeutung
zukommt. Damit es erst gar nicht zu einer Erkrankung
kommt, empfiehlt die Peter Greven Physioderm GmbH
(PGP) für die Baustelle einen geeigneten Sonnenschutz.
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Elektronische Auswertungen
nicht vorlagepflichtig
Bei einer Betriebsprüfung in Nordrhein-Westfalen hatte
der Prüfer Zugang zum Warenwirtschaftssystem des Unternehmens und erhielt alle Unterlagen sowohl digital als
auch auf Papier. Zudem verlangte er eine Excel-Auswertung – schließlich war das mit dem Warenwirtschaftssystem grundsätzlich möglich. Der Unternehmer wollte
das erforderliche Modul aber nicht kaufen – und erhielt
Zustimmung vom Finanzgericht Münster: Normalerweise muss ein Unternehmer dem Betriebsprüfer alle geforderten Unterlagen aushändigen – auch elektronische,
sofern vorhanden. Die Kosten muss er selbst tragen. Jedoch fallen speziell elektronische Auswertungen freiwillig
aufgezeichneter Daten nicht unter die Vorlagepflicht. Der
Unternehmer hätte dem Prüfer die Auswertungen also
selbst dann nicht vorlegen müssen, wenn er es gekonnt
hätte. Das Herausgabeverlangen eines Prüfers muss immer notwendig und verhältnismäßig sein. Andernfalls
gilt es als nicht zumutbar.
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10
dachbau magazin 5-6 | 2015
10. SK I & SNOW BOA RD-CUP
Dachdecker im Schnee
Der 10. Ski & Snowboard-Cup der Bayerischen Dachdecker
am ersten Februar-Wochenende hatte Frau Holle auf seiner
Seite: Schnee satt sorgte für die perfekten „Dachdecker-Winterspiele“. Unterstützt wurde die Veranstaltung – wie auch
in den Vorjahren – vom Skiclub Mittenwald. Organisator
Josef „Sepp“ Frank hatte auch diesmal wieder ganze Arbeit
geleistet. Zum Auftakt
und Akklimatisieren hatte er zusammen mit dem
Eisstockclub Ferchensee
zum Eisstockschießen
eingeladen. Am Samstag stand dann zunächst
ein Biathlon-Wettbewerb
auf dem Programm. Keinen Geringeren als Fritz
Fischer (kleines Bild,
links), Olympiasieger
von 1992, hatte Sepp
Frank als Partner für
diese Disziplin gewinnen
können. Insgesamt starteten 40 Biathleten in zwei Gruppen mit jeweils fünf Mannschaften in diesem Staffelwettbewerb. Natürlich wurden
Fehlschüsse bestraft – mit jeweils fünf Kniebeugen. Parallel
zum Biathlon gingen die restlichen der insgesamt 77 Teilnehmer zum Schneeschuhwandern auf die Berghütte von
Max Rieger. Der Chef der Skischule Karwendel und ehemalige Riesenslalom-Weltcupsieger ließ es sich nicht nehmen,
die Gruppe selbst zu führen. Auf die besonders Schnee-Besessenen unter den Dachdeckern wartete an diesem Samstag
noch ein weiteres Highlight: die Dammkar-Abfahrt. Noch
im Nachhinein gerät der stellvertretende Landesinnungsmeister Kay Preißinger ins Schwärmen: „Diese Abfahrt zählt
zu den schönsten Deutschlands – und meiner Meinung nach
ist sie auch eine der schönsten Abfahrten der Alpen.“
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dachbau magazin 5-6 | 2015
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Thema des Monats
A BDICHTUNG
Ein Dach für Dickhäuter
Das neue Elefantenhaus des Züricher Zoos wird von
einem 6800 m² großen Dach überspannt. Unter
den abschließenden Holzelementen verlegten die Dachdecker eine flexible Kunststoffabdichtung.
Text: Kathrin Lermann | Fotos: Sika
Thema des Monats
N
▴▴Die kleinteilige
Dachfläche wurde mit
einer Kunststoffbahn abgedichtet
ach langem Warten war es
im Sommer 2014 endlich so weit: Die Elefanten im Züricher Zoo konnten ihr neues
Zuhause beziehen. Auf über 11 000 m² betritt der Zoo hier neue Wege in der Tierhaltung und ermöglicht seinen Elefanten
damit nun ein artgerechtes Zusammenleben. In der neuen Anlage finden die Dickhäuter auf einer sechsmal größeren Fläche
als bisher nahezu ideale Bedingungen, die
ihnen ihre artspezifischen Verhaltensweisen
ermöglichen. Die neue Anlage besteht aus
einem großen Außenpark und einem Elefantenhaus für den Winteraufenthalt und
die Pflege der imposanten Tiere.
Architektonisch einmalig ist das lichtdurchflutete Holzdach des neuen Elefantenhauses. Die rund 1500 t schwere Dachkonstruktion erinnert in Form und Struktur
an einen gigantischen Schildkrötenpanzer
und wird von einer filigranen Betonkonstruktion abgestützt.
14
Schildkrötenpanzer als Dach
Das Herzstück des neuen Elefantenparks
ist die imposante Halle: Ein 6800 m² großes Dach in Form einer flachen Holzschale
überspannt das Gebäude. Eine netzartige,
transparente, organische Struktur zieht sich
über die gesamte Dachfläche. Der auch als
„Blätterdach“ bezeichnete Witterungsschutz
ist bewusst naturnah gestaltet. Einzigartig
ist die Statik des Gebäudes: Bei einem Hallendurchmesser von 80 m kommt das Dach
ohne Holzstützen oder andere abstützende
Elemente im Innenraum aus. Die Anforderungen an die Planer waren daher in Bezug auf Statik, Bauphysik und Materialwahl
sehr hoch. Um die Funktion zu gewährleisten, wurde im Vorfeld gemeinsam mit dem
Zimmereibetrieb ein 8 × 8 m großes Modell
der Dachkonstruktion aufgebaut.
Zu Beginn der Dacharbeiten wurde ein
Gerüst über die gesamte Halle gebaut, um
darunter mit der nötigen Sorgfalt und unab-
dachbau magazin 5-6 | 2015
hängig vom Wetter die Holzschale erstellen
zu können. Die unterschiedlichen Dachneigungen von 0 bis 55 Grad erforderten
für alle Beteiligten höchste Sicherheitsvorkehrungen: Permanentes Anseilen während
der Dacharbeiten war für alle Handwerker
Pflicht. Die Montage der Dachkonstruktion
erfolgte in Abhängigkeit von den Zimmermannsarbeiten, sodass auch die Personallogistik auf dieser Baustelle minutiös geplant
werden musste.
Flexible Flachdachabdichtung
Die unterschiedlich großen Flächen, Winkel und Radien des Dachs erforderten eine
flexibel verarbeitbare Kunststoffabdichtung
sowie viel handwerkliche Präzisionsarbeit.
Auf die aus dreischichtigen Holzzementplatten bestehende, 5000 m² große Unterkonstruktion verklebten die Dachdecker der Preisig AG die Dachbahn Sarnafil
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▴▴Die Unterkonstruktion des schalenförmigen Dachs besteht aus gebogenen Holzbalken und
Duripanelplatten. Die Dacharbeiten fanden zum Großteil unter einem Wetterschutz statt
freie Kunststoffbahn aus flexiblen Polyolefinen (FPO) ist auf der Unterseite mit einer Kaschierung ausgerüstet, sodass Fugen
in der Unterkonstruktion gut überbrückt
werden können. Kunststoffbahnen bieten
größtmögliche architektonische Gestaltungsfreiheit. Gerade für die Abdichtung
besonders anspruchsvoll geformter Flächen
und geschwungener Dächer wie beim Elefantenhaus in Zürich sind diese Dachbahnen sehr gut geeignet. Durch hochreißfeste
Einlagen sind sie zwar zugfest, bleiben dabei
aber dennoch flexibel.
Das lichtdurchflutete Elefantenhaus ist
mit 271 Oberlichtern bestückt, die alle eine
individuelle Form haben – keines der Oberlichter gleicht einem anderen. Die gesamten Aufkantungen der Oberlichter und die
rund 1500 Eckausbildungen erforderten auf
der Baustelle viel Handarbeit: Aufgrund der
unterschiedlichen Winkel standen hierfür
keine Formteile zur Verfügung. Um die ho-
hen ästhetischen Anforderungen des Bauherrn zu erfüllen und weiterhin auch eine
sichere Wartungsebene zu schaffen, überspannt über der Kunststoffabdichtung eine
Holzplattform das Dach. Diese Holzkonstruktion lagert auf 5615 Stützen, wobei
jeder Stützenfuß mit einem speziell entwickelten, wartungsfreien Formstück in die
Kunststoffabdichtung eingebunden wurde.
Ringbalken im Dach
Ein Ringbalken ist statisch das zentrale Bindeglied zwischen der eigentlichen Dachschale aus Holz und den Widerlager-Bereichen. Die enormen Kräfte der Holzschale
werden durch dieses vorgespannte, räumlich frei verlaufende Betonbauteil umlaufend aufgenommen und an den drei Tiefpunkten über Pfähle und Betonscheiben in
den Untergrund eingeleitet. Der Ringbalken
verläuft rund um die Dachschale mit einer
Gesamtlänge von rund 270 m. Der Quer-
dachbau magazin 5-6 | 2015
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Thema des Monats
▴▴Oberhalb der Abdichtungsbahn überspannt eine durchgehende Holzplattform das Dach, die neben den ästhetischen Anforderungen zugleich eine sichere
Wartungsebene darstellt. Zwischen den einzelnen Holzelementen sorgen 271 Oberlichter für ein lichtdurchflutetes Elefantenhaus
schnitt beträgt 48 bis maximal 200 cm, ist
aber nicht rechteckig, sondern passt sich
der Krümmung der Dachkonstruktion
an – deshalb „dreht“ er sich um die eigene
Längsachse.
An den verwendeten Beton wurden
enorme Anforderungen bezüglich Festigkeitsentwicklung, Selbstverdichtung,
Schwindmaß und Verarbeitung in einem
begrenzten Zeitfenster gestellt. Betoniert
wurde in 15 Etappen mit je 15 bis 20 Tonnen selbstverdichtendem Beton. Als untere
Schalung diente dabei die statisch wirksame
erste Lage der 3S-Platten des Holzschalentragwerks, als obere Konterschalung eine
ebenfalls als permanente statische Verbindung genutzte Furnierschichtholzplatte. So
mussten die Handwerker nur die äußere
Längsfläche des Betonquerschnitts schalen. In den Ringbalken sind zudem die
den Dachrand bildenden Stahlschwerter
mit den entsprechenden Verankerungsgarnituren eingebaut. Zur Erreichung der
geforderten Werte wurde die Sika Visco
Crete-Betontechnologie für optimales
Fließverhalten, Selbstverdichtung und zur
Verbesserung der Endbetoneigenschaften
eingesetzt. Zur Reduktion des Schwindens
kam zudem das bewährte Schwindreduktionsmittel Sika Control-60 zum Einsatz.
▴▴Die FPO-Dachbahn wurde vollflächig verklebt,
wobei die Kaschierung alle Fugen überbrückt
▴▴Arbeitsschutz geht vor: Bei den Dacharbeiten
waren die Handwerker stets gesichert
▴▴Die 5615 Stützenfüße wurden mit speziellen
Formteilen in die Abdichtung integriert
16
dachbau magazin 5-6 | 2015
▴▴Artgerechte Haltung: Die Elefanten haben sich inzwischen in ihrem neuen Haus eingelebt. Die Oberlichter sorgen für viel Tageslicht, sodass auch die
Pflanzen im neuen Elefantenhaus gut gedeihen, was wiederum zum Wohlbefinden der sympathischen Dickhäuter beiträgt
Fassade mit Durchblick
Die Fassade sollte dieselbe naturalistische
Formensprache erhalten wie das Dach, dabei aber ein eigenständiges Element bilden.
Die Fassadenkonstruktion in den Hochbereichen ist schlank und transparent, in den
Tiefbereichen massiv und geschlossen, was
auch die statische Funktion der einzelnen
Bauteile verdeutlicht. Ein wichtiger Aspekt
ist der Sonnenlichteinfall für die im Randbereich des Gebäudes angeordnete Bepflanzung. Infolge der Deformationen des Dachs
in den weitgespannten Hochbereichen zwischen den lastabtragenden Tiefbereichen
war eine bewegliche, aber luftdichte Lagerung der Gläser notwendig.
Bei der Beschichtung der Bodenbeläge
und der Betonabdichtung kam ebenfalls
die Kompetenz von Sika zum Einsatz. Im
modernen Managementtrakt des Elefantenhauses befinden sich die Fressplätze und
Aufenthaltsräume, die Stallungen sowie die
Betriebs- und Technikräume. Diese weisen einen hochwertigen Ausbau und neue
technische Installationen zum Wohle der
Elefanten auf. Die teilweise in das Erdreich
gebauten Technikräume und Stallungen
stellten sehr hohe Anforderungen an die
Betontechnologie, die Abdichtungen gegen
Wasser und die Bodenbeläge. Gefordert waren absolute Dichtigkeit, Beständigkeit und
Widerstandsfähigkeit gegen Ablagerungen
wie Kot und Essensreste sowie eine hohe
Reinigungsfreundlichkeit. Als zusätzliche
Herausforderung wird das abfließende Regenwasser von der Dachfläche in Regenwassertanks aufgefangen. Diese Betontanks
sind Bestandteile der statischen Betonkonstruktion und müssen ebenfalls absolut dicht
sein. Als wichtigsten Baustoff zur Erfüllung
der Anforderungen wurde die hochreaktive
Sika-Polyurea-Technologie für die Abdichtung und den Fertigbodenbelag eingesetzt.
Alle Anschlüsse und eingegossenen Befestigungen von Trenngittern, Türen und anderen Bauteilen wurden – wo nötig – mit
zusätzlichen Abdichtungen versehen.
Objektbezogene Beratung
Die frühzeitige Einbindung aller am Bau
Beteiligten ermöglichte eine spezielle objektbezogene Beratung sämtlicher Abdichtungsarbeiten. Die enge Zusammenarbeit
von Sika mit den ausführenden Hand-
dachbau magazin 5-6 | 2015
werksbetrieben überzeugte die Planer wie
auch den Bauherrn. Das Ergebnis lässt sich
inzwischen im Züricher Zoo bestaunen.
■
S TECK BRIEF
Objekt/Standort:
Kaeng Krachan Elefantenpark
CH-8044 Zürich
Bauherr:
Zoo Zürich | CH-8044 Zürich
Architekten:
Markus Schietsch Architekten GmbH
CH-8004 Zürich
Abdichtungsarbeiten:
Preisig AG
CH-8050 Zürich | www.preisig.ch
Produkte:
Kunststoffabdichtung
Sarnafil TG 76-18 Felt
Hersteller:
Sika Schweiz AG
CH-8048 Zürich | www.sika.com
17
Thema des Monats
FA SSA DE
Neue Schale
für die »Banane«
Ein 100 m langer Plattenbau im französischen Nantes
erhielt im Rahmen einer Sanierung eine Fassade
aus Titanzink – eine wirtschaftliche Lösung, die auch
das Wohnumfeld deutlich aufwertet.
Text: Guido Wollenberg | Fotos: VM Zinc
D
ie Modernisierung von Plattenbauten ist eine anspruchsvolle Aufgabe,
da die typische Fassadenlandschaft dieser
Großsiedlungen heute meist auf Ablehnung
stößt. Die Sanierung eines zehnstöckigen
Wohnhauses im französischen Nantes zeigt
einen Ausweg: Eine Außenhaut aus Titanzink bietet Schutz für die neue Wärmedämmung und verleiht dem 100 m langen Betonriegel gleichzeitig Struktur, Lebendigkeit
und ein modernes Aussehen.
Gebogener Betonriegel
In der Nachkriegszeit half die Plattenbauweise, die problematische Lage auf dem
sozialen Wohnungsmarkt zu bewältigen.
Betonfertigteile erlaubten es, Gebäude mit
einer hohen Wirtschaftlichkeit zu bauen.
18
dachbau magazin 5-6 | 2015
▴▴Dem sanierten
Gebäude sieht man
nicht an, dass
die Bausubstanz aus
den frühen
1970er-Jahren
stammt
Wie in Deutschland entstanden daher auch
in Frankreich nach dem Krieg viele solcher
Großsiedlungen. Erst in den 1980er-Jahren
wendete man sich von dieser Art der Architektur ab. Viele Siedlungen aus dieser Zeit
bieten aber noch heute ein Zuhause für Tausende von Menschen. Abgesehen von dem
trostlosen Aussehen der Gebäude fehlt häufig auch eine zeitgemäße Wärmedämmung.
Hier sind Lösungen gefragt, die die Lebensqualität bei vertretbaren Kosten steigern.
In Malakoff, einem Stadtteil von Nantes,
entstanden zwischen 1969 und 1971 um die
1600 Sozialwohnungen als Teil eines Stadtplanungsprojekts. Die sumpfige Beschaffenheit des Bodens erforderte es, die Gebäude
auf Pfählen zu gründen, die bis zu 30 m tief
in den Boden reichen. Um die Kosten dieser
Erschließung zu amortisieren, wurde in die
Höhe gebaut. Es entstand eine Wohnlandschaft aus langen, gebogenen Gebäuden
und Wohntürmen mit bis zu 16 Stockwerken. Der Wohnriegel „Tchécoslovaquie“ ist
ein Teil dieses Ensembles: Mit 100 m Länge
bietet er Platz für 176 Wohnungen auf insgesamt zehn Stockwerken. Die lange und
gebogene Form des Betonriegels brachte
ihm bei den Bewohnern schnell den Spitznamen „Banane“ ein.
Plattenbau, neu gedacht
Die Architekten des Pariser Büros Nomade
Architectes stellten sich der Aufgabe, diese
„Platte“ umfassend zu sanieren. Erforderlich war zunächst ein zeitgemäßer Wärmeschutz für alle Wohnungen. Den Planern
dachbau magazin 5-6 | 2015
war es aber genauso wichtig, dem Gebäude
ein neues Gesicht zu geben, ohne dabei in
die tragende Betonstruktur eingreifen zu
müssen. Die Architekten wählten einen Ansatz, der das ursprüngliche Gebäude nicht
verleugnet und doch eine völlig neue Fassadenansicht ermöglicht. Einen entscheidenden Anteil daran hat die neue TitanzinkAußenhaut von VM Zinc. „Die Masse des
Gebäudes“, so Vincent Le Garrec von Nomade Architectes, „hätte sich nie komplett
wegschminken lassen. Statt das Volumen zu
teilen, haben wir es mithilfe einer metallischen Zinkhaut einfach neu belebt.“ Dabei
lag den Architekten auch die Umstrukturierung des Wohnumfelds am Herzen – die
Bewohner sollten ein Gebäude erhalten, mit
dem sie sich identifizieren können.
»»
19
Thema des Monats
Großprojekte
▴▴Die gute Formbarkeit der Zinkelemente war die Voraussetzung, um die Details ausführen zu können
de, um das Volumen zu animieren und von
seiner Wuchtigkeit abzulenken. Die Vielfältigkeit des Materials erlaubte hierfür die
passenden Detaillösungen: Viele Elemente
wurden schräg zugeschnitten, sodass sich
eine von der Horizontalen abweichende
Linienführung ergab. Zusätzlich lockern
verschiedene Achsmaße der eingesetzten
Scharen das Gesamtbild ebenso auf wie der
Wechsel zwischen samtgrauen und grünlichen Farbtönen. Die Architekten entschieden sich für diese Farben, die harmonisch
zusammenwirken und Spannung erzeugen,
ohne dabei unruhig zu wirken. Ähnlich wie
die Linienführung, das Achsmaß und die
Anordnung der Schare folgt auch der Wechsel der Farbtöne keinem sofort ersichtlichen Muster. Dennoch ergibt sich aus dem
Zusammenspiel ein sehr stimmiges und
hochwertiges Erscheinungsbild. Schließlich setzen einzelne Fensterlaibungen, die
leuchtend rot-orange gestrichen wurden,
deutliche Farbakzente. Dies alles spielt zusammen und belebt die Gebäudestruktur
im Laufe des Tages durch unterschiedliches
Licht- und Schattenspiel.
Digitale Unterstützung
Der Riegel „Tchécoslovaquie“ bringt
durch seine gekrümmte Bauweise schon
eine gewisse Dynamik mit. Diese Tendenz verstärkten die Architekten durch
eine Zinkfassade in zwei unterschiedlichen
Oberflächenqualitäten. Das Zink wurde in
reliefartigen Strukturen verarbeitet, spielt
mit dem vorhandenen Licht und fügt dem
flachen Volumen des Gebäudes so eine neue
Dimension hinzu. Für den Werkstoff Zink
entschieden sich die Architekten aber nicht
nur aus optischen Gründen: Die Wartungsfreundlichkeit und Langlebigkeit der Zink-
fassade ist auch aus ökonomischer Sicht
eine sinnvolle Option. Vincent Le Garrec
bewertete die Kosten als mit anderen Lösungen vergleichbar, da die Handwerker
nur Elemente in Standardbreiten verwendeten. Über die gesamte Lebenszeit sieht
er sogar eine größere Nachhaltigkeit des
schadstofffreien Werkstoffs.
Da es nicht möglich war, das massive Erscheinungsbild des Gebäudes zu verbergen,
nutzten die Architekten die neue Zinkfassa-
Die komplexen Arbeiten an der Fassade
übernahm der Fachbetrieb Gautier Entreprise aus Pavilly. Für die französischen
Handwerker war der Plattenbau ein ganz
besonderes Projekt, denn eine Zinkfassade in dieser Größenordnung war eine
vollkommen neue Herausforderung. Nur
scheinbar sind die einzelnen Zinkschare willkürlich auf der Fassade angeordnet.
Tatsächlich steht ein strenges Konzept dahinter, das auf einem digitalen Modell mit
über 7500 einzelnen Objekten beruht. Um
die passende Neigung der einzelnen, über-
▴▴Individuelle Anpassung: Viele Elemente wurden
von den Handwerkern schräg zugeschnitten
▴▴Bewährte Ausführung: Die Schare wurden in
traditioneller Stehfalztechnik verbunden
▴▴Spannende Hülle: Verschiedene Achsmaße und
Farben lockern das Fassadenbild auf
20
Grüne und graue Zinkschare
dachbau magazin 5-6 | 2015
▴▴Blühende Landschaften: Schräge Linien und eine reliefartige Struktur betonen die Krümmung des Wohnriegels und bringen Rhythmus in die Fassade
einander gelagerten Zinkschichten und der
entsprechenden Unterkonstruktion zu bestimmen, musste die gesamte Fassade zuvor am Computer modelliert werden. Die
Handwerker von Gautier verarbeiteten
die Elemente dann entsprechend den Plänen mit drei verschiedenen Scharenbreiten
von 22, 33 und 43 cm in der traditionellen
Stehfalztechnik als vorgehängte hinterlüftete Fassade.
Die Zinkelemente sind zu unterschiedlich großen Schichten zusammengefasst,
die sich wie Schindeln übereinander legen.
Schräge Linien und eine reliefartige Struktur betonen die Krümmung des Wohnriegels und bringen gleichzeitig Rhythmus in
die Fassade. Die gute Formbarkeit der Zinkelemente war die Voraussetzung, um diese
Details auf der gekrümmten Fassade umsetzen zu können.
Die Stehfalztechnik gehört auch in
Frankreich zum Tagesgeschäft der Handwerksbetriebe. Die lange Erfahrung mit
der Verarbeitung des Werkstoffs bildete die
Basis, um die kreativen Ideen in der neuen
Fassade umzusetzen. Um den Plänen von
Nomade Architectes gerecht zu werden,
hat Gautier eine kleine Werkstatt direkt
am Gebäude eingerichtet. Dort wurden die
einzelnen Schare Stück für Stück angepasst:
Sowohl die unterschiedlichen Längen der
Elemente als auch die schrägen Linien an
Ober- und Unterkante wurden direkt vor
Ort zugeschnitten.
Die Unterkonstruktion führten die
Handwerker als nicht vollflächig unterstützende Variante mit Holzschalungen aus.
Sie sorgt für den erforderlichen Freiraum
und die Luftzirkulation zwischen der neuen
Fassade und den Wärmedämmplatten, die
auf der alten Gebäudewand befestigt wurden. Eine diffusionsoffene Unterspannbahn
zwischen Unterkonstruktion und Wärmedämmschicht schützt diese zusätzlich vor
eindringender Feuchtigkeit.
Herausforderung Plattenbau
Die Architekten haben zu Beginn des Projekts auch den Einsatz von alternativen
Bekleidungen untersucht. Schnell kristallisierte sich heraus, dass Zink hier die beste
Wahl war: Die Qualitäten des Werkstoffs
sowie die Möglichkeit, Größen, Linienführung und Farben zu variieren, waren für
die Architekten eine klare Antwort auf die
Herausforderungen der Sanierung eines
Plattenbaus aus den 1970er-Jahren. Damit
gingen sie einen ganz speziellen Weg, denn
Zinkfassaden in dieser Größenordnung
sind bisher noch Neuland. Die vorgehäng-
dachbau magazin 5-6 | 2015
te hinterlüftete Fassade bildet das Rückgrat
für solche Großprojekte. Sie ist wartungsfrei
und aufgrund der ständigen Hinterlüftung
kaum schadensanfällig.
■
S TECK BRIEF
Objekt/Standort:
Hochhaus »Tchécoslovaquie«
F-44000 Nantes
Architekten:
Nomade Architectes
F-75013 Paris
www.nomade.info
Fassadenarbeiten:
Gautier Entreprise
F-76570 Pavilly
www.gautier-entreprise.fr
Produkte:
VMZ Stehfalztechnik in der Oberflächenbeschaffenheit Quartz-Zinc
und Pigmento grün
Hersteller:
VM ZINC
Umicore Bausysteme GmbH
D-45326 Essen
www.vmzinc.de
21
Thema des Monats
Die Fassaden
der Reihenhäuser
werden durch
raumhohe Erker
klar gegliedert
www.dachbaumagazin.de
STEILDACH
Auf der Perlenschnur
In der Grafschaft Galway an der irischen Westküste
entstanden 54 Reihenhäuser, die durch ihre
vornehme Schlichtheit begeistern. Sämtliche Dächer
wurden mit Faserzementplatten gedeckt.
Text: Sven Stumpe | Fotos: Eternit /Ros Kavanagh
S
trahlend weiße Fassaden, anthrazitfarbene Mauern und blauschwarze Dächer – kontrastreich reihen sich die
54 Reihenhäuser der kleinen Siedlung inmitten der Grafschaft Galway in Irland wie
auf einer Perlenschnur. Raumhohe Erkerverglasungen, feinkörnige Putzoberflächen
und elegante Dachplatten aus Faserzement
erzeugen makellose Flächen – ganz ohne
verspielte Details.
Streng nach Siedlungsplan
Kompakt, lebendig und ruhig zugleich wirkt
die neue Bebauung nahe der Westküste Irlands. Das städtebauliche Entwurfskonzept
von DTA Architects aus Dublin sieht drei
verschiedene Haustypen vor, die – einem
Siedlungsplan folgend – an einer öffentlichen Straße liegen und von dort direkt erschlossen werden. Topografisch formt sich
das Gelände abschüssig zur nur wenige
Kilometer entfernten Galway Bay, die mit
rund 50 km Länge und bis zu 30 km Breite zu den größten Buchten des Atlantiks an
der Westküste Irlands zählt. Während sich
der mit 30 gleichen Reihenhäusern dominierende Haustyp A über drei Geschosse
entwickelt und mit den markanten Erkern
heraussticht, unterscheiden sich die zweigeschossigen Haustypen B und C vordergründig durch ihre terrassierte Ausrichtung
am Hang. Allen Wohnhäusern gemeinsam
ist die innere Aufteilung mit halbgeschossig versetzten Ebenen und funktionalen
Vor- und Rücksprüngen, die die Fassaden
formen. So entstehen geschützte Eingänge
▴▴Klare Formensprache: Die weißen Schornsteine sind bei den meisten Dachflächen die einzige
Durchdringung – auf Dachfenster und Dachüberstände wurde komplett verzichtet
und lichtdurchflutete Räume mit sehenswerten Ausblicken auf die Landschaft und
das Meer.
Klare Dachflächen
Die klare Formensprache der Häuser zieht
sich bis aufs Dach durch: Hier sind die weißen Schornsteine die einzigen Durchdringungen in den Dachflächen. Auf Dachüberstände und Dachfenster wurde verzichtet,
sodass die glatte Oberflächenwirkung der
Faserzementplatten von Eternit ungestört
wirken kann. Die irischen Dachplatten
dachbau magazin 5-6 | 2015
ThrutonePlus sind moderne, vollkantige Elemente, die von den Handwerkern
in Galway vergleichbar mit der deutschen
Doppeldeckung verarbeitet wurden, die zu
den sichersten Dachdeckungen zählt. Allen
Varianten der Faserzement-Dachplatten gemein sind ihre guten Materialeigenschaften:
Sie sind nicht brennbar, witterungsbeständig und besitzen ein geringes Flächengewicht. Plattenformate von 20 × 20 cm für
senkrechte Flächen wie Giebel und Gauben
und bis zu 32 × 60 cm für Dächer und die
gesamte Gebäudehülle ermöglichen Pla-
23
Thema des Monats
Großprojekte
▴▴Doppeldeckung im Profil: Im Bereich der Höhenüberdeckung liegen die
Dachplatten stets dreifach, im übrigen Teil doppelt übereinander
▴▴Regenwasser fließt bei der Doppeldeckung von oben in die Vertikalfugen
ein, die deshalb in der Höhe ausreichend überdeckt sein müssen
▾▾Streng nach Siedlungsplan: Die Dächer und Fassaden der 54 Reihenhäuser an der irischen Westküste wirken kompakt, lebendig und ruhig zugleich
24
dachbau magazin 5-6 | 2015
nern und Dachdeckern eine flexible Einteilung der Flächen und variantenreiche Gestaltungsmöglichkeiten.
Zusatzmaßnahme fürs Dach
dem Stahl oder aus Kupfer befestigt werden. In der Windzone IV, bei Geländehöhen
über 830 m NN, in exponierten Lagen oder
bei Gebäudestandorten an Gewässern sind
in der Dachfläche generell zwei zusätzliche
Schieferstifte pro Dachplatte erforderlich.
Lediglich in den Randbereichen der Dachflächen müssen die Dachplatten generell
mit zwei zusätzlichen Schieferstiften befestigt werden.
Doppeldeckungen entstehen, indem jedes Deckgebinde in der Höhe vom übernächsten um das Maß der vorgegebenen
Höhenüberdeckung überdeckt wird. Im
Bereich der Höhenüberdeckung liegen die
Dachplatten somit
dreifach, im übrigen Teil doppelt »Die Deckung wurde im halben Verband
übereinander. Die mit einer 5-mm-Stoßfuge ausgeführt.«
im Vergleich zur
Sichtfläche relativ
Die dafür erforderlichen Befestigungsgroße Gesamtüberdeckung ist dadurch belöcher können gestanzt oder gebohrt werdingt, dass sich die Dachplatten nicht seitden. Das Zuschneiden der Dachplatten
lich überdecken. Anfallendes Regenwasser
und das Zurichten von Passplatten erledigt
fließt bei der Doppeldeckung von oben in
der Dachdecker am besten mit speziellen
die Vertikalfugen ein, die deshalb in der
Faserzement-Schlagscheren, Handscheren
Höhe ausreichend überdeckt sein müssen.
oder mit Schieferhammer und Haubrücke.
Bei Doppeldeckungen beträgt die ReInsgesamt ist die Verlegung schnell und
geldachneigung 25 Grad, kann jedoch
wirtschaftlich, wobei der Zeitaufwand mit
durch Unterspannungen, Unterdeckungen
steigender Plattengröße natürlich weiter
oder Unterdächer um bis zu 10 Grad unsinkt. So benötigt ein Dachdecker unter
terschritten werden. Nötig werden diese
normalen Bedingungen für die Verlegung
Zusatzmaßnahmen aber auch, wenn – wie
von Dachplatten im Format 32 × 60 cm als
bei der Wohnanlage in Galway – durch die
Doppeldeckung nur etwa 18 Minuten pro
Nutzung des Dachgeschosses zu WohnQuadratmeter.
zwecken oder durch besondere klimatische
Verhältnisse erhöhte Anforderungen an die
Dachdeckung gestellt werden. Zum Einsatz
kommen dann Unterspannungen bzw. Unterdeckungen, die überlappend, verklebt
oder verschweißt verlegt werden können,
S TECK BRIEF
sowie wasserdichte Unterdächer. Für diese
Maßnahmen bietet Eternit mit den DachObjekt/Standort:
folien Rofatop und Rofatop pro ideale Lö54 Reihenhäuser
sungen. Bei der Verlegung der Dachplatten
IRL-Galway
muss die Hinterlüftung der Dachdeckung
Bauherr:
und der ungehinderte Ablauf eventuell einGalway City Council
dringender Feuchtigkeit mit einer KonterIRL-Galway
lattung gewährleistet werden.
Gebäudeschutz fängt
im Vorfeld an!
Dränage- & Entwässerungssysteme für Fassaden,
Dächer & Balkone.
■
Einfache Befestigungstechnik
Die Verlegung der 32 × 60 cm großen Faserzementplatten in Doppeldeckung erfolgte
auf einer Lattung. Die Deckung wurde im
halben Verband mit einer Stoßfuge von
5 mm ausgeführt. Während die Handwerker die Ausbildung der Traufe mit sogenannten Ansetzerplatten ausführten, wurde
der First mit einem Firstgebinde hergestellt
und die Ortgänge auslaufend gestaltet.
Großformatige Dachplatten wie das in Irland verwendete Format 32 × 60 cm müssen
mit einem Plattenhaken aus nicht rosten-
Architekten:
DTA Architects
IRL-Dublin
Dachdeckerarbeiten:
Malachy Bruen
IRL-Galway
Produkt:
Faserzement-Dachplatten,
blauschwarz
Hersteller:
Eternit AG
D-69126 Heidelberg
www.eternit.de
dachbau magazin 5-6 | 2015
• Dränage- & Entwässerungssysteme
• Attika- & Mauerabdeckungen
Weitere Produkte und Infos finden Sie
unter: www.richard-brink.de
Richard Brink GmbH & Co. KG
Görlitzer Straße 1
33758 Schloß Holte-Stukenbrock
Tel: 0049 (0)52 07 95 04-0
Fax: 0049 (0)52 07 95 04-20
Thema des Monats
GRÜNDACH
Schärengarten
Das 8000 m² große Gründach des neuen Tivoli Hotel &
Congress Centers in Kopenhagen verfügt über eine
bis zu 75 cm hohe Substratschicht, die 90 Prozent des
anfallenden Regenwassers speichern kann.
Text: Per Malmos | Fotos: Zinco und Kim Utzon Arkitekter
www.dachbaumagazin.de
S
chären sind kleine, flache, oft
zerklüftete Felseninseln, die typisch für große Teile der Ostseeküste sind. Und tatsächlich erinnert der rund 8000 m² große Dachgarten des Tivoli Hotel & Congress Centers
in Kopenhagen an jene Schären, denn die
zahlreichen, unregelmäßig umrissenen
Pflanzbeete liegen wie Inseln inmitten der
weiten Gehbelagsfläche. Das Lichtkonzept
lässt den extravaganten Dachgarten auch
in der Nacht zu einer Attraktion für Hotelund Kongressgäste sowie natürlich für die
zahlreichen Touristen werden. Dank moderner Dachbegrünungstechnik entstand
mit diesem Dachgarten ein weiteres Teilstück der inzwischen etwa 440 m langen,
durchgängig begehbaren Fußgängerzone
zwischen den Dächern des Kopenhagener
Stadtteils Vesterbro, die künftig in luftiger
Höhe weiter fortgeführt werden soll.
Grüne Fußgängerzone
Die dänische Hauptstadt Kopenhagen gehört zu den bedeutendsten Metropolen
Nordeuropas, ist ein beliebtes Reiseziel und
wurde mehrfach sogar als „Lebenswerteste
Stadt der Welt“ ausgezeichnet. Das Stadtviertel Vesterbro – bis vor wenigen Jahren
noch geprägt vom Durchgangsverkehr in
die Innenstadt – erlebt momentan eine rasante Entwicklung, die der Gegend neues
Leben einhaucht. Grünflächen leisten hier-
für einen wesentlichen Beitrag, so wie die
grüne Fußgängerzone in rund 10 m Höhe
parallel zum Kopenhagener Kanal, die, ausgehend von der Bernstorffgade, zwischen
den Gebäuden hindurchführt: vom Dänischen Reichsarchiv, dessen 7500 m² große
Dachfläche ebenfalls begrünt ist, über eine
Landschaftsbrücke bis zum Gebäudekomplex des Tivoli Hotel & Congress Centers.
Und Richtung Südwesten soll diese Bebauung mit weiteren Grünbereichen fortgesetzt
werden. Damit entsteht neuer attraktiver
Stadtraum in zentraler Lage – unweit von
Einkaufsstraßen, dem Hafen und dem berühmten, bereits 1843 gegründeten TivoliVergnügungspark.
Architektur schafft Erhebungen
Vielleicht weil die Landschaft Dänemarks
keine bedeutenden Erhebungen aufzuweisen hat, beschäftigen sich Architekten und
Ingenieure hier gerne mit der Höhendimension. Der Gesamtkomplex, bestehend aus
dem Congress Center mit 55 Konferenzräumen für bis zu 4000 Gäste und mittlerweile
drei Hotels unterschiedlicher Preisklassen,
wurde vom renommierten Architektur­
büro Kim Utzon für die Arp-Hansen
Hotel Group entworfen. Das Wake-upHotel und das Tivoli Hotel mit seiner stark
strukturierten Fassade sind mit 13 Stockwerken die markantesten Gebäude. In der
RENDERING: TI VOLI HOTEL & C ONGRE S S CENTER
27
Thema des Monats
▴▴Die typische Landschaft Dänemarks aufs Dach geholt: Die grünen Pflanzinseln liegen wie die landestypischen Schären inmitten der Granitflächen
Mitte der Hotels, mitten auf der Gründachfläche, liegt der große Kongresssaal
und erinnert seinerseits in Gestaltung und
Umrissen an eine Felsformation. Große
Glasfassaden und teilverglaste Faltwände
öffnen diesen Raum nach außen. Dorthin
orientieren sich auch die Restaurants der
umgebenden Hotels, die auf dieser Ebene liegen und den Blick freigeben auf die
Dachgestaltung, welche die natürlichen Gegebenheiten Dänemarks widerspiegelt: die
Schären und die Felsformationen am Meer.
Während der achtmonatigen Bauphase
des riesigen Gründachs war die richtige Abstimmung und Koordination entscheidend,
da auf dieser Baustelle stets eine Vielzahl
von unterschiedlichen Arbeiten zur gleichen Zeit im Gange war.
Eine fachgerecht verlegte, wurzelfeste
Dachabdichtung des 0-Grad-Dachs war
die Basis für das Begrünungssystem „Dachgarten“ von Zinco, dessen Aufbau mit der
Verlegung der Isolierschutzmatte ISM 50
begann. Das folgende Drän- und Wasserspeicherelement Floradrain FD 60 wurde
mit einem mineralischen Tonziegelsubstrat verfüllt und sorgt für eine hohe Wasserspeicherung sowie für die Ableitung von
Überschusswasser über das unterseitige
Kanalsystem der Dränelemente. Schließlich
folgten der Systemfilter SF und 40 bis 75 cm
Systemerde „Dachgarten“. Die Schütthöhen
variierten, da in den Bereichen der späteren Baumpflanzungen mehr Substrat be-
▴▴Auf den Dränelementen werden das Substrat,
ein Filtervlies und die passende Erde verlegt
▴▴Die Wurzelballen der Bäume bekommen als
Schutz vor Windsog eine Verankerung
▴▴Der Gehwegbelag aus chinesischem Granit
wurde in einem Harlekin-Muster verlegt
28
Die Technik unter dem »Grün«
dachbau magazin 5-6 | 2015
hält an die 80 bis 90 Prozent des anfallenden
Niederschlagswasser zurück, während die
Extensivbegrünung des nebenan liegenden
Reichsarchivs mit Substrathöhen von mindestens 7 cm bereits ein Wasserrückhaltevermögen von rund
50 Prozent schafft.
»Das Gründach entlastet die Kanalisation Da ist es kein Wunund schützt so vor Überschwemmungen.« der, dass Gründächer in Kopenhagen
aufgrund dieser Eigenschaft und ihrer vielfältigen ökologiden Pflanzbeeten außerdem hauptsächlich
schen Vorteile gefördert werden.
Koniferen, Gräser, Bodendecker und mehrjährige Stauden wie Lavendel sowie SaisonLebendiger Stadtraum
pflanzen wie schwarze und weiße Tulpen.
Mit den Dachgärten des Tivoli Congress
Centers und des Reichsarchivs ist in KoMuster und Lichtspiele
penhagen eine zusammenhängende Reihe
Für die geplanten Gehbelagsflächen, die
von öffentlichem Raum für Fußgänger und
rund 60 Prozent der Dachfläche ausmaRadfahrer entstanden – ähnlich der bechen, kam eine 80 bis 110 cm hohe Tragrühmten „Highline“ in New York. Da wie
schicht aus Schaumglasschotter als Unterdort erzeugt der Park in luftiger Höhe eine
bau zum Einsatz. Als Belagsmaterial wurde
enorme Attraktivität und hilft dabei, längst
chinesischer Granit gewählt, den die Handvergessene Stadtteile wieder zu neuem Lewerker in einem aufwendigen Harlekinben zu erwecken.
Muster verlegten. Dieses besondere Muster
gestattete die unregelmäßigen Umrisslinien
der vielen Pflanzbeete, die wie Schären im
Meer zu liegen scheinen.
Einen weiteren gestalterischen Akzent
setzt der asiatisch anmutende Spielbereich
S TECK BRIEF
mit Klettergerüsten, Spielhaus und Rutsche
für Kinder sowie geschwungen gemalten
Objekt/Standort:
Linien auf dem Spielbelag für Skater. Die
Tivoli Congress Center
Dachgestaltung mit einer Vielzahl von
DK-1577 Kopenhagen
großzügigen Plätzen zwischen den PflanzBauherr:
beeten lädt zu Aktivität genauso ein wie zur
Arp-Hansen Hotel Group
beschaulichen Ruhe. Die SeelenverwandtDK-2820 Gentofte
schaft mit dem Tivoli-Vergnügungspark
Architekt:
wird besonders in der Nacht deutlich, wenn
Kim Utzon Arkitekter A/S
das Dach in fantasievoller Weise mit LichtDK-2100 Kopenhagen
figuren beleuchtet ist.
nötigt wurde, um den Wurzelballen genug
Platz zu geben. Die Statik des Neubaus war
natürlich auf das recht hohe Gewicht der
Intensivbegrünung mit Kleinbäumen ausgelegt worden. Ortstypisch finden sich in
Rote Flachdach Notentwässerung
Die zuverlässige Problemlösung
bei Starkregen
■
Schutz vor Überschwemmung
Durch Extremwetterlagen und zunehmende
Klimaerwärmung haben die Menschen in
Kopenhagen häufig mit Überschwemmungen zu kämpfen. Begrünte Dächer stellen
eine Möglichkeit dar, Überschwemmungen
entgegenzuwirken und die Kanalisationsnetze zu entlasten: Die Dachbegrünungen
halten nämlich je nach Bauart zwischen 50
und 90 Prozent der Niederschläge zurück.
Der Großteil dieses Wassers wird im Systemaufbau gespeichert und verdunstet im
Laufe der Zeit wieder, anfallendes Überschusswasser fließt zeitverzögert ab. Die
Intensivbegrünung des Tivoli Congress
Centers mit Substrathöhen von bis zu 75 cm
Dachdeckerarbeiten:
NLT Tagdækning Aps
DK-2765 Smørum
Notabläufe und Notentwässerungseinheiten
Leistungsstarke, kontrollierte Notentwässerung bei
Starkregen und Überlastungsgefahr
In auffälligem Rot sofort als separates System erkennbar
Projektgerechte Produkte und variabler Einbau:
– für Abdichtungen mit Bitumen, PVC, FPO
und polymeren Dichtungsbahnen
– als Notentwässerung über Speier, Fallleitung oder Attika
– für Dachaufbauten mit und ohne Wärmedämmung
– für Freispiegel- und Druckrohrentwässerung
– für Neubau und Sanierung von Bestandsbauten
Hohe Ablaufleistungen, waagerechte und senkrechte
Anschlüsse, Höhenverstellbarkeit
Abdichtung und Gebäudestatik bleiben geschützt
Begrünungsarbeiten:
P. Malmos A/S
DK-4490 Jerslev Sj.
Produkte:
Systemaufbau »Dachgarten«
mit Floradrain FD 60
Systemlieferant:
Zinco Danmark A/S
DK-4490 Jerslev Sj.
Hersteller:
ZinCo GmbH
D-72622 Nürtingen
www.zinco.de
dachbau magazin 5-6 | 2015
Detaillierte Informationen unter: www.dallmer.de
Thema des Monats
BELICHTUNG
Tiefergelegt
Dachfenster können sich auch in historische Dächer
einfügen: Beim neuen Brandenburger Landtag in
Potsdam kamen 78 Dachfenster zum Einsatz, die zum
Teil unsichtbar im Dachaufbau verschwinden.
Text: Astrid Unger | Fotos: Velux
30
dachbau magazin 5-6 | 2015
www.dachbaumagazin.de
◂◂Der Südflügel
hat 78 Dachfenster,
die in Größe und
Position exakt auf
die Fassade abgestimmt wurden
▸▸Tiefergelegt:
In der Seitenansicht
ist der flache
Einbau der Fenster
gut zu sehen
◂◂Der Neubau
des Landtags von
Brandenburg
entstand in Potsdam
am Standort des
ehemaligen Stadtschlosses der
preußischen Könige
D
as 2013 abgeschlossene Bauvorhaben im Stadtzentrum von Potsdam
wird gelegentlich auch als „Wiederaufbau
des Stadtschlosses“ bezeichnet. Tatsächlich
handelt es sich jedoch um den Neubau des
Landtags von Brandenburg, der unter Wiederverwendung von Elementen der historischen Außenhülle und an der Stelle des
im Zweiten Weltkrieg bereits ausgebrannten
und 1960 endgültig abgerissenen Schlosses
der preußischen Könige entstand.
Diese kleine, aber feine Unterscheidung
erweist sich gerade für die Innenräume
als wichtig, die bis auf ein repräsentatives
Treppenhaus alle modern gestaltet sind.
Die Außenansicht des Neubaus ist im Wesentlichen durch die historische Fassade
von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
(1699 – 1753) geprägt, erfuhr aber immer
dort behutsame Anpassungen, wo heutige
Nutzungs- und Komfortvorstellungen es
erforderten.
Zum Beispiel am Dach, das anders als der
Vorgängerbau des Schlosses mit Dachfenstern ausgestattet wurde. In enger Abstimmung mit dem Architekten des Landtags,
Prof. Peter Kulka aus Dresden, entwickelten Fensterlieferant Velux und die Dachbau
Vogl GmbH als ausführendes Unternehmen
gemeinsam eine Lösung, die sich ohne opti-
dachbau magazin 5-6 | 2015
schen Bruch in die historischen Formen des
Kupferdachs einfügt, dabei aber gleichzeitig
alle modernen Funktionen der Belichtung,
des Sonnen- und Blendschutzes sowie der
elektrischen Bedienung ermöglicht. Vor allem die Positionierung und der besonders
tiefe Einbau lassen die Dachfenster heute so
wirken, als hätten sie sich schon immer an
dieser Stelle befinden müssen.
Kaum zu sehen
„Im Südflügel des Landtags haben wir
78 Dachfenster eingebaut. Aber sehen werden Sie das kaum, wenn Sie vor dem Gebäude stehen“, sagt Jens Vogl von Dachbau
31
Thema des Monats
Großprojekte
▴▴Die modernen Räume im Dachgeschoss erhalten viel Tageslicht
Vogl mit einem Augenzwinkern. Und tatsächlich – weder der direkte Anblick noch
das von einem Hochpunkt aufgenommene
Foto der Gesamtansicht verraten, wo hier
78 Fenster sein sollen.
„Ein großer Teil der Fenster befindet sich
unmittelbar hinter der Balustrade am Fuß
des Dachs“, klärt Jens Vogl auf. „Hier haben wir quer orientierte Schwingfenster mit
134 cm Breite und 98 cm Höhe montiert.“
Die Neigung des Dachs und die schon historisch vorhandenen Durchbrüche in der Balustrade ermöglichen auch an dieser etwas
ungewöhnlichen und „versteckten“ Position
eine gute Belichtung der Räume hinter den
Fenstern. Über den querformatigen Dachfenstern befindet sich eine weitere, von außen deutlicher erkennbare Reihe Schwing-
▴▴Anschluss ans Kupferdach: Sorgfältige Handarbeit mit dem Winkelfalzschließer am Übergang vom Eindeckrahmen zur Dachfläche
32
▴▴Blick in den neuen, ebenfalls modern gestalteten Parlamentssaal
dachbau magazin 5-6 | 2015
fenster mit 180 cm Höhe, die neben dem
Tageslichteinfall auch einen guten Ausblick
ermöglichen. Sie sind jeweils 66 cm breit
und paarweise verbaut, sodass eine Einheit
von ebenfalls 134 cm Breite entsteht. Die
Fensterlösung ermöglichte auf diese Weise zwei Reihen unterschiedlicher Formate,
die aber in gemeinsamen Fluchtlinien liegen und so die Dachansicht beruhigen. Zu-
▴▴Perfektes Finish: Mit Schaleisen und Kunststoffhammer entsteht ein
sauberer, optisch ansprechender Doppelstehfalz
dem folgen die Dachfenster in Größe und
Position exakt den Fassadenfenstern in den
Geschossen darunter und greifen mit ihrer
paarweisen Anordnung sogar deren klassische Fensterteilung auf.
fenster organisiert. Die 5-Star-Verglasung
ist mit einem Gesamtenergiedurchlassgrad
(g-Wert) von nur 0,30 für den Schutz vor
Überhitzung durch die Sonne geeignet
und schafft in den Büro-, Sozial- und Tagungsräumen des Dachgeschosses ein anTiefergelegte Dachfenster
genehmes Arbeitsklima. Zudem bietet eine
Grundlage des Dachaufbaus auf dem neuhauchdünne, nicht sichtbare Beschichtung
en Landtag ist die Betonschale des obersten
auf der Außenscheibe Vorteile durch einen
Geschosses, auf der neben der Dampfspernatürlichen Reinigungseffekt, bei dem Verre und der Wärmedämmung eine belüftete
schmutzungen vom Regen gelöst und abgeHolzschalung aufgebaut wurde. Dank einer
waschen werden.
zusätzlichen Spende der Hasso-PlattnerMit ihrer modernen technischen AusFörderstiftung, die bereits die historischen
stattung bilden die Dachfenster im neuen
Fassaden unterstützt hatte, war in Potsdam
Landtag eine prägnante Schnittstelle zwidie Ausführung eines Kupferdachs möglich
schen Außen und Innen, zwischen Hisgeworden. Auch für die Außenabdeckung
torie und zeitgemäßer Funktion. Damit
fügen sie sich in die
Grundidee des Ar»Die Dachfenster folgen in Größe und
chitekten Prof. Peter
Position exakt den Fassadenfenstern.« Kulka ein, der sein
Gesamtprojekt einmal
so beschrieben hat:
und Eindeckrahmen der Dachfenster wur„Unter Wiederverwendung der historide dieses Material gewählt, das beim Herschen Elemente für die gesamte Außenhaut
steller genauso wie Titanzink oder Farbvollzieht sich im Innern der Wandel vom
aluminium zum Standardsortiment gehört.
Stadtschloss der preußischen Könige hin
Die Materialidentität unterstützt die unzum Bürgerhaus des Brandenburgischen
auffällige Integration der Dachfenster in die
Landtags. Es entsteht ein Bauwerk im traKupfer-Stehfalzdeckung. Zudem ragen die
ditionellen Kleid mit einem modernen InFenster dank des vertieften Einbaus weninenleben, das einen selbstbewussten und
ger als gewohnt aus der Deckung heraus.
offenen Rahmen für die parlamentarische
Die obere und seitliche Führung des WasArbeit bietet.“
sers um das Fenster herum ist auf die tiefere
Einbaulage abgestimmt, sodass in Potsdam
ein technisch perfekter und optisch überzeugender Anschluss zur Abdichtung des
Übergangs zwischen Fenster und Dach erS TECK BRIEF
reicht werden konnte.
AUF DIE
DÄCHER,
FERTIG,
DICHT.
■
Zeitgemäße Zusatzfunktionen
In Form und Anordnung unterstützen die
Dachfenster auf dem neuen Landtag von
Brandenburg die an das Historische angelehnte Wiederherstellung des Schlosses.
Ihre Funktion folgt jedoch klar dem Gedanken der zeitgemäßen Nutzung im Inneren.
So sind die Fenster mit außen liegenden
Hitzeschutzmarkisen und mit innen liegenden Jalousetten für den Sicht- und Blendschutz sowie zusätzlich mit einem Insektenschutz ausgestattet. Sowohl die Fenster
selbst als auch die Markisen und Jalousetten
lassen sich elektrisch öffnen und können
über das BUS-System des Landtags zentral angesteuert werden. Im Treppenhaus
wurde sogar der hier erforderliche Rauchund Wärmeabzug (RWA) über die Dach-
Objekt/Standort:
Landtag von Brandenburg
D-14467 Potsdam
Architekt:
Prof. Peter Kulka
D-01099 Dresden
www.peterkulka.de
Dachfenstermontage:
Dachbau Vogl GmbH
D-31749 Auetal
www.dachbau-vogl.de
Produkt:
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dachbau magazin 5-6 | 2015
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Thema des Monats
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DÄ MMUNG
Flocken marsch!
In Berlin werden derzeit die obersten Geschossdecken
von 29 Siedlungshäusern der früheren DDR gedämmt.
Die Arbeiten werden mit Einblasdämmstoff ausgeführt,
der sich optimal an die Hohlräume anpasst.
Text: Rita Jacobs | Fotos: Isofloc
▴▴Für Mattenware nicht geeignet: Blick in einen der nur 45 cm hohen Dachräume vor dem Einbringen der Einblasdämmung aus Zellulose
E
▴▴Befüllen der Einblasmaschine: Die gesamte Maschinentechnik musste auf
die Materialeigenschaften der Zellulosedämmung abgestimmt werden
xperten zufolge gehen in
Wohnhäusern allein über den Dachbodenbereich bis zu 20 Prozent der Wärme verloren. Die Sanierung mit dem besten KostenNutzen-Effekt ist deshalb die Dämmung
der obersten Geschossdecke. Die entsprechenden Maßnahmen, die bereits seit der
EnEV 2009 vorgeschrieben sind, können
meist einfach und relativ preiswert durchgeführt werden und sorgen zusätzlich zum
Wärmeschutz für ein wohnhygienisch einwandfreies und behagliches Raumklima. In
Ostberlin werden derzeit 29 Wohnblöcke
des Typs Q3A energetisch ertüchtigt. Dabei
wird zwischen der obersten Geschossdecke
und dem flach geneigten Dach eine Einblasdämmung aus Zellulose eingebracht.
Dach als Energieschleuder
Alternative Lösungen
Die Mehrfamilienhäuser in Berlin sind typisch für die Siedlungsbauten der 1950erund 1960er-Jahre in der DDR. In Modulbauweise errichtet – bestehend aus Wänden
aus industriell vorgefertigten Betonblöcken
und Zimmerdecken, die aus mehreren
rund 15 cm dicken Beton-Deckenplatten
zusammengesetzt wurden –, gelten sie als
die Vorläufer der Plattenbauten. Anders als
diese sind die 60 m langen und 12 m breiten
Blöcke jedoch nur viergeschossig und haben ein sehr flach geneigtes Satteldach mit
bituminöser Abdichtung. Mit einer Fläche
von mehr als 700 m² sind diese Kaltdächer
wahre Energieschleudern und bieten großes
Potenzial zur Energieeinsparung.
Verschiedene Alternativen zur Dämmung
der Dächer wurden vor Beginn der Sanierung geprüft und wieder verworfen. Um in
den Wohnungen der obersten Etage keine
Arbeiten durchführen zu müssen, war von
Anfang an geplant, die Dachbodendämmung möglichst von oben auszuführen.
Bedingt durch die Brettbinder-Konstruktion mit geringer First-Aufbauhöhe war der
Speicherraum an der höchsten Stelle nur
45 cm hoch. Die Fläche war also nicht einmal bekriechbar, sodass keine Dämmplatten ausgelegt werden konnten. „Man hätte
hier Gefach für Gefach öffnen müssen, um
die Mattenware einbringen zu können“, so
Dachdeckermeister Oliver Friedrich, Chef
dachbau magazin 5-6 | 2015
35
Thema des Monats
Großprojekte
▴▴Nach dem Öffnen der 50 × 50 cm großen Öffnungen wurde der gesamte Dachraum fugenlos und bis in die kleinsten Hohlräume mit Zellulosedämmung
gefüllt. Anschließend haben die Dachdecker die Löcher wieder geschlossen und sorgfältig in die bituminöse Flächenabdichtung integriert
der ausführenden Firma mitgeDACHt
Dämmtechnik. „Doch das wäre zu teuer
geworden.“ Ebenfalls als unwirtschaftlich
erwies sich eine Unter- und Zwischensparrendämmung. „Dazu hätten wir die Dachfläche sogar komplett öffnen müssen“, erklärt Oliver Friedrich. Letztlich stellte sich
der Einsatz einer Einblasdämmung als
einzig vernünftige Lösung heraus: Dafür
sprach vor allem die unkomplizierte Verarbeitung. „Das Material kann dank einer
speziell abgestimmten Maschinentechnik
schnell und einfach eingebracht werden“,
so Oliver Friedrich. „Auch kleinste Hohlräume werden damit perfekt gefüllt und die
Konstruktion muss nur an einigen wenigen
Stellen geöffnet werden.“
glied der isofloc-Gruppe. Der Metastudie
„Wärmedämmstoffe – Produkte, Anwendungen, Innovationen“ des Forschungsinstituts für Wärmeschutz e.V. München zufolge liegt die energetische Amortisationszeit
von Zelluloseflocken bei einem AusgangsU-Wert von 1,4 W/(m²K) – ein typischer
Wert für Wände im Altbau – und einem
Sanierungsziel von 0,24 W/(m²K) bei nur
1,2 Monaten. Zum Vergleich: Steinwolle
und Schaumglas brauchen hierfür knapp
zwei Jahre. Der einblasbare Dämmstoff
passt sich beim Befüllen optimal an die
Hohlräume des Dachs an. Durch die lose
Form kann jede Dämmdicke und jede Geometrie fugen- und verschnittfrei gedämmt
werden.
Schnelle Amortisation
Feuchtetoleranter Dämmstoff
Die Wahl fiel schließlich auf die Zellulosedämmung Dämmstatts CI 040 der Dämmstatt W.E.R.F. GmbH aus Berlin, einem Mit-
Neben der einfachen Verarbeitung und den
wirtschaftlichen Aspekten waren es vor allem bauphysikalische Gründe, die in Ber-
36
dachbau magazin 5-6 | 2015
lin für den gewählten Zellulosedämmstoff
sprachen: Die sehr gute Wärmedämmfähigkeit, die hohe Materialdichte und die gute
Wärmespeicherfähigkeit wirken nicht nur
gegen Kälte, sondern bieten auch einen ausgezeichneten sommerlichen Wärmeschutz.
An heißen Tagen verzögert sich hierdurch
der Wärmedurchgang und ein Aufheizen
der Räume unter dem Dach wird verringert.
Ein weiteres Entscheidungskriterium für
die Zellulosedämmung waren die hygroskopischen Eigenschaften: Im Gegensatz zu
mineralischen Dämmstoffen nimmt Zellulose Feuchtigkeit auf, speichert sie und gibt
sie nach und nach wieder ab. „Wir haben
hier eine Dachkonstruktion mit einer diffusionsdichten Schicht oberhalb der Wärmedämmung und keine Dampfsperre“, erklärt
Dachdeckermeister Oliver Friedrich. Konstruktionsbedingt komme es daher zu einem
Feuchtigkeitseintrag in die Dämmkonstruktion. „Ein feuchtetoleranter Dämmstoff
www.dachbaumagazin.de
wie Zellulose minimiert da ganz einfach das
Risiko der Tauwasserbildung an der Schalung und bietet eine größere Sicherheit.“
das gesamte Gefachfeld nach beiden Seiten
gleich gut einsehen“, betont Oliver Friedrich.
„Vor allem war es so möglich, die Schlauchführung exakt zu verfolgen und den Material5750 m³ Dämmvolumen
ausgang genau zu kontrollieren.“ Die GröHinzu kamen logistische Gründe: „Bei eiße der Öffnungen war zudem so bemessen,
ner Größenordnung von insgesamt mehr
dass sie später mit möglichst wenig Aufwand
als 24 000 m² Dämmfläche war es vorwieder geschlossen werden konnten. Insgeteilhaft, einen Baustoff zur Verfügung zu
samt wurden pro Haus 35 Öffnungen im Abstand von 1,7 m
vorgesehen. Bei
»Für die 29 Wohnhäuser kamen insgesamt einigen Häu230 000 kg Einblasdämmung zum Einsatz.« sern besteht die
Dachschalung
aus Beton: Hier
haben, der kurzfristig abgerufen werden
wird jedes Gefachfeld mit jeweils drei Kernkann“, so Oliver Friedrich. „Durch den
bohrungen in einem fest definierten Abstand
Berliner Standort des Herstellers waren auangebohrt und die Schlauchführung mit eißerdem die Transportwege kurz.“ Um bei
ner Endoskop-Kamera überwacht.
der Größe dieses Auftrags die Leistungsfähigkeit seines Betriebs auch für andere AufBesser als die EnEV
traggeber zu erhalten, wurden die Arbeiten
Mit einer speziell auf die Materialeigenin insgesamt sechs Bauabschnitte unterteilt.
schaften der Zellulosedämmung abgeIn einem Zeitraum von zwei Jahren sollen
stimmten Maschinentechnik wurde der
dabei für ein Dämmvolumen von 5750 m³
Dachraum mit dem Dämmstoff befüllt.
etwa 230 000 kg Zellulosedämmung verarDurch die hohe Einblasdichte und den
beitet werden.
fugenfreien Einbau konnte eine setzungssichere Dämmschicht mit hoher Dämm35 Öffnungen pro Dach
wirkung erreicht werden. So beträgt nach
Um den Dämmstoff einzubringen, legten die
der Sanierung der mittlere U-Wert bei eiHandwerker pro Gefach in Firstnähe eine
ner durchschnittlichen Dämmdicke von
etwa 50 × 50 cm große Öffnung an. „Bei ei27,5 cm circa 0,13 W/(m²K). Damit werden
ner Gebäudebreite von 12 m konnten wir so
bei diesen Häusern die obersten Geschoss-
decken weit über den Anforderungen der
aktuellen EnEV gedämmt, die in diesem
Fall einen maximalen U-Wert von 0,24 W/
(m²K) verlangt. Für jedes Haus wurde ein
Einzelnachweis erbracht.
Drei bis fünf Tage benötigten Oliver
Friedrich und seine Mitarbeiter für die
Dämmung der mehr als 700 m² großen
Dachfläche eines Wohnblocks – inklusive
Öffnen und Schließen des Dachs. „Und das,
obwohl wir teilweise auch noch Fremdkörper wie Antennenstumpen, die dort oben
lagerten, entfernen mussten“, erinnert sich
der Firmenchef.
■
S TECK BRIEF
Objekt/Standort:
29 Siedlungshäuser
Dämmarbeiten:
mitgeDACHt Dämmtechnik GmbH
D-16515 Zühlsdorf
www.mitgedacht-daemmtechnik.de
Produkt:
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Hersteller:
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Fit für die erste Liga?
Der neue Ford Transit soll laut Hersteller alles besser
können als seine Vorgänger. Der große Transporter
von Ford hat den Mercedes Sprinter im Visier – kann er
dem Marktführer gefährlich werden?
Text und Fotos: Wolfgang Tschakert
38
dachbau magazin 5-6 | 2015
▴▴KurzhaubenOptik für den großen
Transporter von
Ford: Der 3,5-Tonner
ist als Frontoder Hecktriebler
sowie mit
Allradantrieb
zu haben
www.dachbaumagazin.de
D
er Ford Transit zählt seit jeher zu den Vernunftangeboten des Marktes, und bei vielen Handwerkern genießt er
besonders hohes Ansehen. Der Wagen bietet viel Transporter fürs Geld, doch in Sachen Technik fuhr der Transit bislang nie
vorneweg. Aber jetzt bringen die Kölner ihr
großes Modell mit erheblichen Ambitionen
in Stellung. Der neue Ford Transit hebt sich
mit leicht nostalgischer Rundhauben-Optik von seinen kleineren, eher dynamischen
Markenkollegen ab. Der große Transporter
ist wahlweise als Front- oder Hecktriebler
und für den besonders harten Einsatz sogar als Allradler zu haben – aber nur bis
3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Das
schwere Transporter-Geschäft verrichtet
man daher besser mit Heckantrieb (oder
4×4-Antriebsstrang).
Fast 1300 Kilo Nutzlast
Die Länge L1 und die Höhe H1 ist in den
Verkaufsunterlagen nicht zu finden, die
Einstiegsvariante des Ford Transit beginnt mit L2 und H2, darunter verweisen
die Ford-Verkäufer auf ihren schlankeren
Transit Custom. Unser 3,5-Tonner ist 6 m
lang (L3) und 2,54 m hoch (H2). Mit diesem
Format bekommt man 11 m³ Laderaum,
der vier Europaletten packt. Die kann man
auch bequem mit dem Stapler laden – von
rechts, von links und von hinten. Die 1,30 m
breiten Schiebetüren lassen sich mit wenig
Kraftaufwand ziehen, das Heckportal öff-
▴▴Europaletten können mit dem Stapler auch
seitlich geladen werden
▴▴Mit Durchblick nach hinten: echte Lkw-Spiegel
beim neuen Ford Transit
net hoch, weit und breit. Fast 1300 kg gelten in dieser Fahrzeugklasse als guter Kompromiss, zumal die zulässigen Achslasten
hohe Reserven aufweisen: Mit 1750 kg an
der Vorderachse und 2250 kg hinten muss
schwere Ladung nicht punktgenau positioniert werden. Weiterhin praktisch: Der
Laderaum wird mit LEDs fast taghell ausgeleuchtet – ohne Aufpreis.
Besonders herbe Kritik musste der Transit-Vorgänger wegen seines antiquierten
Fahrerplatzes einstecken. Hier haben die
Entwickler Nägel mit Köpfen gemacht: Im
neuen Modell sitzt der Fahrer deutlich bequemer, sein Lenkrad kommt ihm in Höhe
und Neigung entgegen. Das Lenkrad ist
klein und handlich, geschaltet wird wie
bisher mit einem Joystick am Armaturenträger. Eine Automatik für die Stadt? Nein,
die gibt es bei Ford hierzulande nicht. Die
Transit-Bedienung ist noch immer umständlich, das Radio lässt sich wahlweise
an der Lenksäule oder an der unübersichtlichen Mittelkonsole regeln. Der Tempomat
sitzt am Lenkrad links, zahlreiche Funktionen werden über Menüs geregelt. Geht es
um Connectivity, spielt der neue Transit
jedoch ganz vorn mit: Bluetooth, MP3Player und USB-Datenträger verarbeitet
die Sync-Software, sogar die Apps auf dem
Fahrer-Smartphone lassen sich mit einfachen Sprachbefehlen steuern. Nicht zuletzt
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▴▴Im großen Transporter gibt’s nur Diesel: Ein 2,2 Liter großer Grundmotor in drei Leistungsklassen
befeuert den neuen Transit
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40
darf hier die automatische Notruffunktion
nicht fehlen – so weit ist bisher noch kein
Wettbewerber gegangen.
Halbstarke Leistung reicht
Unter der Haube sitzen noch immer Euro5-Motoren: Die einheitlich 2,2 Liter großen Diesel-Vierzylinder werden mit 100,
125 und 155 PS angeboten, Benziner oder
Gasmotoren gibt es nicht. Unser Testkandidat begnügt sich mit den mittelprächtigen
125 PS, die grundsätzlich auch vollkommen ausreichen. Seine frühere raue Gangart
wurde ihm abtrainiert, jetzt fällt der Vierzylinder gleich nach dem Start in einen leisen
Gleichlauf. Wer angesichts satter 350 Nm
Drehmoment ein kräftiges Anfahrvermögen erwartet, wird allerdings enttäuscht.
Der erste Antritt ist nicht übel, aber eine
harmonische Fahrweise will nicht gelingen.
Der Motor gönnt sich beim Schalten stets
eine Gedenksekunde, bis die Drehzahl passend fällt. Und die Getriebeabstufung passt
auch nicht so recht: Ein kurzer erster Gang,
dann ein großer Sprung in den zweiten und
dritten. Der halbstarke Transit verlangt
nach etwas Drehzahl, enge Radien verlangen nach kleinen Gängen – eine souveräne
Fahrweise sieht anders aus. Wenn der TestTransit auf Touren kommt, beschleunigt er
in rund 18 Sekunden auf 100 km/h. Auf der
dachbau magazin 5-6 | 2015
Autobahn schafft er gestoppte 148 km/h,
braucht dafür aber etwas Anlauf. Der Vierzylinder dreht, wenn er muss, recht zäh und
lustlos. Keine reine Freude für den Fahrer,
aber das Ergebnis an der Tankstelle dürfte
den Betreiber freuen: nur 8,8 l Kraftstoff für
100 km, und dabei keineswegs langsam gefahren. Wer es aber auf der Autobahn sehr
eilig hat, nähert sich auch mal der 11-LiterMarke.
Genug Ballast für den Winter
In der Stadt spart der Transit mit seinem
Econetic-Paket, das ein Start-Stopp-System
und intelligente Batterieladetechnik enthält.
Sportliche Ampelstarts sind dann zwar passé, doch das ist ganz im Sinne des Erfinders.
Die Start-Stopp-Automatik arbeitet erst
mit gut durchgewärmtem Motor und voll
geladenen Batterien, der Diesel dürfte gern
schon beim Anrollen an die rote Ampel abschalten. Wenn der Transit richtig in Fahrt
kommt, ist die Welt ohnehin in Ordnung.
Auch wenn das Fahrwerk einfach konzipiert
ist, sehen wir hier keinen Makel. Selbst bei
Leerfahrten poltert der Hecktriebler nicht
ungehobelt über Schlaglochstrecken. Und
beladen ist der 3,5-Tonner mit gediegenem
Federungskomfort unterwegs, ohne sich
wegen mangelnder Fahrsicherheit Punktabzüge einzufangen. Der große Transit ist
▴▴Die Lenksäule lässt sich individuell einstellen, das Bedienkonzept gibt
dem Transit-Novizen vor dem Start jedoch einige Rätsel auf
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Die neue Ära der Stehfalzbefestigung
Auch der neue Ford Transit bietet wieder viel Auto fürs Geld. Geht
es um die reine Transportleistung, ist er Spitze, beim Kraftstoffverbrauch zeigt er sich genügsamer als andere. Und Vielfahrer werden
die langen Serviceintervalle (50 000 km oder einmal jährlich) zu
schätzen wissen. Der Transit-Fahrer ist jetzt besser untergebracht –
vergleicht man den Ford mit dem Rivalen Sprinter, gibt es hier aber
immer noch viel Luft nach oben. Das Fahrwerk ist prima und mit
seiner Sicherheitsausstattung hängt der Transit manchen Wettbewerber ab. An den Antrieb müssen die Ford-Techniker im Zuge der
Euro-6-Umstellung ohnehin bald Hand anlegen. Das bisher Gebotene ist noch nicht der Stein der Weisen, ein neues Doppelkupplungsgetriebe soll bereits in der Pipeline sein. Aber schon jetzt ist
der Ford Transit eine Überlegung wert – wenn es nicht unbedingt
ein Stern sein muss.
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zwar kein Kurvenkünstler, aber ein berechenbarer Untersteuerer,
der sich in engen Kurven selbst abbremst. Allerdings sollte der Ford
im Winter genügend Ballast im Heck haben, damit er bei Schnee
noch aus der Parklücke kommt.
Der Transit bremst jetzt auch gut, das teigige Gefühl am Pedal ist
von gestern. Das adaptive ESP-System sorgt serienmäßig mit einer
ganzen Palette elektronischer Assistenten für zusätzliche Sicherheit,
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43
dachbau magazin 5-6 | 2015
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Der Hersteller bietet die Schieferbekleidung als exakt kalibrierte, 1 cm dicke Platten an. Das natursteinbekleidete WDVS wurde in
Zusammenarbeit mit
quick-mix entwickelt. Der hier zum
Einsatz kommende
grüne Farbschiefer wurde für diesen
Einsatz vom Deutschen Institut für
Bautechnik (DIBt)
bauaufsichtlich zugelassen. Die größtmögliche Schieferplatte ist 60 × 30 cm groß. Eine Besonderheit ist das verstärkte Putzgewebe und das nach DIN 18157/
DIN EN 12004 anzuwendende Buttering-Floating-Verfahren. Der Klebemörtel wird dabei mit einer Zahnkelle 6 bis
8 mm dick auf die Wandfläche sowie die Steinrückseite aufgetragen und die Platten darin eingebettet. Abschließend
wird die Natursteinfläche mit Schlämmmörtel verfugt.
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aus druckstabilem EPS
zeichnet sich laut Hersteller durch hohes Wasserspeichervermögen, gleichmäßige Wasserverteilung und gute Dränfähigkeit aus. Sie wird
direkt auf das Schutz- und Speichervlies Typ RMS 500 mit
passgenauem Z-Falz dicht gestoßen als Rutschsicherung
verlegt und mit dem Extensivsubstrat Typ E verfüllt. Weitere Besonderheiten sind die Eignung für Umkehrdächer
und eine Vorrichtung für die Aufnahme von Bewässerungstropfschläuchen, sodass selbst dünnschichtige Gründachaufbauten auf geneigten Dächern in regenärmeren Regionen möglich sind.
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Bahnenmaterial eingedrückt. Der
so entstehende Verbund ist extrem
sicher und widerstandsfähig.
Manchmal braucht
auch ein PROFI
VERSTÄRKUNG.
TECTOFIN RV plus – die Mehrwert-Abdichtbahn
für alle Verlegearten. Weil ein Flachdach immer
mehr aushalten muss, hat WOLFIN Bautechnik das bewährte TECTOFIN-Programm gezielt verstärkt: Mit der
neuen TECTOFIN RV plus-Bahn, die sowohl verklebt
FDT
Bahn geht in die Breite
F
DT präsentiert mit Rhepanol hsk eine neue Variante seiner bewährten Dachbahn. Die selbstklebende
Bahn lässt sich dank eines einseitigen Schweißrands für
die fachgerechte Fügung mit Heißluft ohne offene Flamme
verarbeiten. Dank der integrierten Brandschutzlage kann
sie auch direkt auf unkaschierten EPS-Hartschaumplatten
verlegt werden. Für eine wirtschaftliche Verarbeitung wird
die neue Bahn in einer Breite von 1,50 m angeboten. Für
die Praxis bedeutet das laut Hersteller eine schnellere Verlegung dank reduziertem Nahtanteil.
FDT FlachdachTechnologie GmbH & Co. KG
D-68199 Mannheim
Telefon 06 21/85 04-243
www.fdt.de
als auch mechanisch befestigt werden kann – ohne
zusätzliche Brandschutzlage, direkt auf allen gängigen Dämmstoffen. Dabei reduziert sie dank ihrer ausgezeichneten Dimensionsstabilität deutlich den Einfluss
thermischer Spannungen und steigert so die Sicherheit
des mechanisch befestigten Daches. Ihr „plus“ besteht
aus einem mittig eingebundenen
Glasvlies und dem rückseitigen,
im TMC-Verfahren aufkaschierten
Polyestervlies. Mehr dazu unter:
www.wolfin.de
WOLFIN UND DICHT
dachbau magazin 5-6 | 2015
Dachmarkt
K EBULIN
Kletten statt Schweißen
M
RHEINZINK
Bleifrei löten
D
as Weichlötverfahren ist eine einfache
Methode zur Herstellung wasserdichter
und dauerhafter metallischer Verbindungen.
Mit dem neuen Lötzinn von Rheinzink besteht jetzt die Möglichkeit, die Arbeitssicherheit erheblich zu verbessern. Es ist bleifrei
und damit entstehen bei der Verarbeitung
keinerlei bleihaltige Abgase, die zu Gesundheitsbeeinträchtigungen führen können. Es
verfügt aber gleichzeitig über alle für Lötzinn
erforderlichen Eigenschaften. Bei richtiger
Ausführung ist die Festigkeit der Lötnaht genauso hoch wie die des Titanzinks. Aufgrund
seines hohen Zinnanteils zeichnet sich das
neue Lötzinn laut Hersteller durch ein besonders gutes Fließverhalten aus. Das wirkt einer
spröden und „grützigen“ Lötnaht entgegen.
it der einlagigen PolymerbitumenSchweißbahn easyklett hat Kebulin
das Prinzip des Klettverschlusses auf Abdichtungsbahnen für Flachdächer übertragen. Dabei verhaken sich die mit winzigen
Häkchen versehenen Klettbänder mit dem
Spezial-Vlies auf der Unterseite der Bitumenbahn zu einer festen und absolut dichten Verbindung. Die Bahnränder werden lediglich mit einem Heißluftgerät miteinander
„verschweißt“, was die Verwendung einer offenen Flamme überflüssig macht. Die Verlegezeit soll sich laut Herstellerangabe um bis
zu 30 Prozent reduzieren, was die Bahn auch
aus wirtschaftlicher Sicht interessant macht.
Kebulin-Gesellschaft Kettler GmbH & Co. KG
D-45701 Herten
Telefon 02 09/96 15-0 | www.kebu.de
Rheinzink GmbH & Co. KG | D-45711 Datteln
Telefon 0 23 63/6 05-237 | www.rheinzink.de
AUSTROTHERM
Sortenreine Dämmung
A
ustrotherm hat seinen druckbelastbaren Extruderschaum weiterentwickelt und stellte
kürzlich die neue Dämmplatte XPS Top TB vor.
Mit einer Dicke von 220 bis 400 mm und einem
einheitlichen Lambda-Wert von 0,035 W/(mK)
ist sie laut Hersteller eine wirtschaftliche Lösung für die Anforderungen der EnEV. Dank des
Thermobonding-Verfahrens ist die Platte zudem
diffusionsoffen: Mit einem kombinierten Druckund Temperaturverfahren wird dabei aus dünnen
Platten eine dicke Dämmplatte hergestellt – ohne
Fremdstoffe wie Kleber oder Bindemittel.
Austrotherm Dämmstoffe GmbH
D-19322 Wittenberge
Telefon 0 38 77/56 50-610 | www.austrotherm.de
dachbau magazin 5-6 | 2015
Anzeige
Eine runde Sache
für die Entwässerung
PRODUKT
DES M O N AT S
Grömo präsentiert eine Design-Fallrohrschelle,
die in Form und Funktion überzeugt.
Hochwertige
Materialien
D
achentwässerung als ästhetisches Erlebnis? Bei Grömo gibt es das: Seit drei
Jahren präsentiert der Hersteller in regelmäßigen Abständen Design-Komponenten
für die Dachentwässerung. Den Anfang
machte die Regenwasserklappe, gefolgt von
einem Rinnenwinkel und dem Wasserfangkasten. Als neues Element präsentiert sich
die Design-Fallrohrschelle elegant und edel,
bei gleichzeitig hoher Funktionalität und
Anwenderfreundlichkeit. Den Verschlussbügel ziert der bekannte Grömo-Stern, ein
UV-beständiges Gummiprofil dient dem
Toleranzausgleich am Fallrohr und funktioniert gleichzeitig als Schallschutz gegen
Tropf- und Fließgeräusche.
Edle Materialien wie
Edelstahl, Zink und
Kupfer unterscheiden
das Design-Produkt
von traditionellen,
verzinkten Fallrohrschellen. Die Anschlussmutter ist –
unabhängig von der
gewählten Materialausführung – aus
Edelstahl, wodurch
Kontaktkorrosion zuverlässig verhindert
wird. Der durch Vorspannung entstandene Klemmeffekt
erleichtert die Montage, das Gummiprofil verhindert ein Abrutschen des Fallrohres. Eine problemlose
und schnelle Montage der Schelle durch
Vorspannung und Schnappverschluss ist
die Folge. Der Toleranzausgleich am Fallrohr wird durch einen 15 mm langen Spielraum in der Horizontalen durch ein Langloch sowie einen 5 mm langen Spielraum
in der Tiefe durch das M10-Innengewinde
mit 12 mm nutzbarer Gewindetiefe erreicht.
Die neue Profilgeometrie verleiht der Fallrohrschelle eine hohe Stabilität.
Ästhetisch eignet sich die Fallrohrschelle
besonders für Häuser mit moderner Architektur sowie für alle Bauherren, die Wert auf
funktionale Stilelemente legen.
Heft
7/8 | 2015
Unsere Leser entscheiden: 8 Top-Produkte auf
dem Weg zum »Produkt des Jahres 2015«
In jeder Ausgabe präsentiert dachbau magazin
zusammen mit namhaften Herstellern das
Heft
9 | 2015
Heft
10 | 2015
»Produkt des Monats«. Ob Innovation, Detailverbesserung oder bewährte Zuverlässigkeit – jedes
Produkt des Monats kandidiert bei der Wahl zum
»Produkt des Jahres«. Ab November 2015 können
dachbau magazin 5-6 | 2015
Preisgekröntes Design
Als erste Auszeichnung erhielt die Fallrohrschelle kürzlich den iF design award 2015.
Preisgekrönt sind auch die weiteren Design-Komponenten des Herstellers: Die
Regenwasserklappe erhielt 2012 den reddot design award sowie 2013 den iF product design award. Den Wasserfangkasten
nominierte die Jury des German Design
Awards 2015.
■
PRODUK TPROFIL
■■ hochwertige Materialen: Edelstahl,
Zink oder Kupfer
■■ Schallschutz gegen Tropf- und
Fließgeräusche
■■ geeignet für Fallrohre mit einem
Durchmesser von DN100
■■ schnelle Montage: Vorspannung
und Schnappverschluss
■■ ästhetisch und formschön:
ein Highlight für die Fassade
■■ deutlich reduzierte Verletzungsgefahr am Verschluss
Hersteller:
Grömo GmbH & Co. KG D-87616 Marktoberdorf
www.groemo.de
zur Abstimmung
Alle Kandidaten finden Sie unter
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Heft
11 | 2015
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45
Technik im Detail
▴▴Ungehinderter Abfluss vom Dach: Eine Entwässerungsanlage muss so geplant werden, dass weder Überlastungen noch Überflutungen auftreten können
FL ACHDACH
Über mir die Sintflut?
Bei der Entwässerung von Flachdächern gibt es viele
Punkte zu beachten. Die Dimensionierung einer
Anlage ergibt sich aus dem mittleren Regenereignis
und dem Jahrhundertregen am Standort.
Text: Klaus Kranz | Fotos: FDT
E
in Dach soll in allererster Linie das Gebäude vor Witterungseinflüssen
schützen. Zugleich dient es aber auch zur
schnellen Ableitung von Regenwasser. Bei
Flachdächern wird die Entwässerung durch
die DIN EN 12056-3 „Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden“,
die DIN 1986-100 „Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke“ sowie
durch die Flachdachrichtlinien des ZVDH
geregelt. Dort hat es vor einiger Zeit wichtige Änderungen gegeben, die für die Arbeit
von Dachdeckern und Planern von entscheidender Bedeutung sind.
Schadensfälle vermeiden
Bei der Planung und Berechnung von Entwässerungsanlagen für Flachdächer ist
zunächst zu unterscheiden, ob eine Regenrückhaltung vorgesehen ist oder nicht.
Diese ist beispielsweise bei Gründächern
üblich, um die Bepflanzung mit Wasser zu
46
dachbau magazin 5-6 | 2015
www.dachbaumagazin.de
versorgen; aber auch mit bekiesten Dächern
erreicht man bereits eine rückhaltende Wirkung. Die anfallenden Wassermassen werden hierdurch verzögert abgeleitet, was bei
der Berechnung der Entwässerungsanlage
in Form eines sogenannten Abminderungsfaktors berücksichtigt wird.
Eine Entwässerungsanlage muss so geplant werden, dass weder Überlastungen
noch Überflutungen auftreten können.
Eine Überlastung tritt dann ein, wenn die
Menge an abfließendem Regenwasser das
System überfordert: Das Wasser kann dann
nicht schnell genug abfließen und tritt unter
Umständen in tief liegende Öffnungen ein.
Von einer Überflutung spricht man, wenn
das Regenwasser aufgrund eines Rückstaus
fast gar nicht mehr abfließen kann. In diesem Fall bleibt das Wasser auf der Abdichtungsebene unzulässig hoch stehen und
kann dabei unter Umständen zur Überbeanspruchung der Gebäudestatik führen.
Daraus resultiert, dass das Entwässerungssystem so dimensioniert werden muss, dass
die beschriebenen Fälle gar nicht erst auftreten können.
Zwei Regenereignisse
Grundlage für die Berechnung der Dimensionierung von Entwässerungsanlagen ist
die Menge des anfallenden Niederschlags
bezogen auf den jeweiligen Standort des
Gebäudes. Angegeben wird dieser als Re-
der ebenfalls für die Berechnung der Dimensionierung wichtig ist, ist der sogenannte
Jahrhundertregen. Dieses Regen­ereignis tritt
einmal in 100 Jahren auf und hat ebenfalls
eine Dauer von 5 Minuten (r 5,100).
Bei beiden Angaben handelt es sich logischerweise um statistische Werte. Da sie
standortbezogen sind, kann man sie bei den
örtlichen Behörden oder beim Deutschen
Wetterdienst erfragen. Außerdem werden
in der DIN 1986-100 im Anhang A, Tabelle A.1 auszugsweise die Werte für einige
größere Städte aufgeführt.
Wesentliche Neuerungen
▴▴Notentwässerung über die Fassade beim Sheddach. Im Kiesbett liegt der »normale« Ablauf
genwasserabfluss bezeichnete Wert in Litern
pro Sekunde. Zur Ermittlung dieses Wertes
werden sogenannte mittlere Regenereignisse
herangezogen. Diese setzen sich aus den Faktoren Regendauer und jährliches Auftreten
zusammen. Ein mittleres Regenereignis hat
nach DIN 1986-100 eine Dauer von fünf Minuten und eine jährliche Häufigkeit von mindestens einmal in fünf Jahren (r 5,5). Angegeben wird dieser Bemessungsregen in Litern
pro Sekunde und Hektar. Ein zweiter Wert,
Das mittlere Regenereignis als standortbezogene Berechnungsgrundlage löst damit
die pauschale Bemessung ab. Notabläufe
oder Notüberläufe müssen bei Flachdächern in Leichtbauweise mit Brüstung und
bei nicht vorhandenen vorgehängten Rinnen eingeplant werden. Nur bei Dächern
mit planmäßiger Überflutung/Regenrückhaltung können diese Notüberläufe entfallen. Die dann zu erwartende Überflutungshöhe muss aber unbedingt rechnerisch
ermittelt und mit dem Tragwerksplaner
möglichst frühzeitig abgestimmt werden.
Im Hinblick auf den Jahrhundertregen
muss bei einer Dachfläche mit innen liegender Entwässerung mindestens ein Notüberlauf mit freiem Abfluss über die Fassade angeordnet werden. Ist dies durch
Technik im Detail
▴▴Der Notablauf mit freiem Abfluss über die Fassade wird von einigen Planern gerne vermieden, weil
sie eine optische Beeinträchtigung des Gebäudes befürchten – unser Bild führt den Gegenbeweis
▴▴Der Notablauf im Detail: Die geringe Schlitzbreite sorgt für eine harmonische Fassade
angrenzende Gebäude oder andere konstruktive Gegebenheiten nicht möglich, muss
die Notüberlauffunktion mit einem zusätzlichen Leitungssystem mit freiem Auslauf
auf das Grundstück sichergestellt werden.
Weiterhin macht die überarbeitete Normung keinen Unterschied mehr zwischen
Dachflächen mit kleiner/gleich oder mehr
als 3 Grad Dachneigung: Weisen die Dachflächen überhaupt keine Neigung auf, sind
die Abläufe an den Stellen mit maximaler
Der geforderte Notablauf mit freiem Abfluss über die Fassade wird von einigen Planern gern vermieden, da dies aus ihrer Sicht
einen optischen Eingriff in das Gesamtbild
des Gebäudes darstellt. Dies ist jedoch keine
fachgerechte Planung und Ausführung und
verstößt damit gegen geltendes Baurecht.
Einige Hersteller von Entwässerungskomponenten bieten hier Lösungen an, die die
erforderliche Schlitzbreite reduzieren.
an Dachabläufen sollte hier die jeweils auf
den Gully bezogene Anstauhöhe angesetzt
werden. Bei einem Gully mit DN 100 beträgt diese zum Beispiel maximal 35 mm.
Damit wird die Höhe angegeben, die das
Regenwasser bei einem mittleren Regenereignis maximal über dem Gullyflansch
stehen darf.
Üblicherweise teilt man die Gesamtmenge des anfallenden Wassers durch die
Abflussleistung der geplanten Gullys und
ermittelt so die
notwendige An»Sanierungen erfordern die Anpassung der zahl an Abläufen. Kommt bei
Entwässerung an den Stand der Technik.«
dieser simplen
Division als ErDurchbiegung vorzusehen. Zudem muss
gebnis beispielsweise 14,1 heraus, muss
der Dachdecker bei der Anordnung der
entweder auf 15 Stück aufgerundet oder
Abläufe berücksichtigen, dass diese einen
die Anstauhöhe so weit erhöht werden
Mindestabstand von 30 cm zu aufgehenden
(hier auf 37 mm), dass 14 Gullys ausreiBauteilen haben – maßgeblich ist dabei der
chend sind. Diese Erhöhung führt jedoch
äußere Rand des Flansches.
bei der Planung der Notentwässerung zu
einer Reduktion der Überlaufhöhe. Des
Planung beim Neubau
Weiteren schreibt die Norm eine HalbieBei einem Neubau stellt die fachgerechte
rung der Überlaufhöhe vor, wenn die Not­
Planung, Dimensionierung und Ausfühabläufe/Notüberläufe weiter als 20 m ausrung eines regelgerechten Entwässerungseinander liegen, wie es zum Beispiel bei
systems in der Regel kein Problem dar. Bei
einer Kehllänge von > 20 m mit stirnseitig
der Berechnung der erforderlichen Anzahl
angeordneten Notüberläufen der Fall ist.
48
dachbau magazin 5-6 | 2015
Planung bei der Sanierung
Komplexer wird die Aufgabe bei der
Dachsanierung, denn hier muss auch die
Entwässerung dem Stand der Technik angepasst werden. Zwar ist davon auszugehen,
dass im Regelfall die ehemalige pauschale
Bemessung von 300 l/sha völlig ausreichend
ist, jedoch muss dieser Wert nun mit dem
standortbezogenen Bemessungsregen abgeglichen werden. So liegen die in Tabelle A.1
der DIN 1986-100 angegebenen Werte –
zum Beispiel für die Orte Berlin, München
und Stuttgart – deutlich über dem vormaligen Pauschalwert. Sollte der standortbezogene Wert tatsächlich höher liegen, ist das
Entwässerungssystem anzupassen.
Nur in den seltensten Fällen finden sich
auf alten Flachdächern ausreichend dimensionierte Notüberläufe für den Jahrhundert-
www.dachbaumagazin.de
regen. Ihre nachträgliche Anordnung ist oft
mit großem Aufwand verbunden. Zudem
gilt, dass für jeden in sich abgeschlossenen
Dachbereich, bei einem Sheddach also je
Ablaufrinne, mindestens ein Notüberlauf
angeordnet werden muss.
ENT WÄ S SERUNG SPL A N
▾▾Entwässerungsplan
mit Angabe
der Gefällerichtung,
der Gullys sowie
der Notentwässerung
über die Fassade
Kostenloser Service
Mit der Überarbeitung der Normen und
Richtlinien für die Bemessung von Entwässerungssystemen für Flachdächer wird vor
allem dem standortbezogenen tatsächlichen Regenereignis sowie einem möglichen
Jahrhundertregen Rechnung getragen. Ihre
planerische Berücksichtigung vermeidet
Schäden durch eine Überlastung oder gar
Überflutung des Entwässerungssystems bis
hin zur Überlastung der Statik. Einige Abdichtungshersteller bieten die fachgerechte Bemessung der Entwässerungsanlagen
als kostenfreie Serviceleistung an. Deshalb
sollte ihre Beachtung trotz des Eingriffs in
gestalterische Aspekte eines Bauwerks im
Planungsalltag zum Standard werden.
■
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015
Technik im Detail
FL ACHDACH
Die Richtige muss es sein
Auf welchem Dach passt eine Bitumenabdichtung, und
wann sollte eine Kunststoffdachbahn zum Einsatz
kommen? Der Beitrag zeigt, welche Bahn auf welchem
Flachdach die jeweils erste Wahl ist.
Text: Holger Krüger | Fotos: Bauder
B
auherren wünschen sich ein
langfristig sicheres Bauwerk mit geringen
Unterhaltskosten. Mit guter Planung, fachmännischer Verarbeitung und entsprechend
hochwertigem Material lassen sich Flachdächer herstellen, die dank ihrer zuverlässigen
Dichtigkeit und Witterungsbeständigkeit
Schutz für ein ganzes Gebäudeleben bieten.
Ausgereifte, praxisorientierte Dachsysteme
mit Bitumen- oder Kunststoffbahnen sind
dabei funktionssichere technische Lösungen für die Abdichtung von Flachdächern.
Um den Feuchteschutz von Bauwerken
zu gewährleisten, werden bisher überwiegend Bitumenbahnen eingesetzt. Seit
Jahrzehnten beträgt das Verhältnis von Bitumenabdichtungsbahnen zu Kunststoffbahnen etwa zwei Drittel zu einem Drittel.
Nicht jedes Material ist für jeden Einsatzzweck geeignet, aber es gibt kaum generelle
Vor- und Nachteile, sondern jedes Produkt
hat seine Einsatzgebiete, wo es besonders
gut zu verlegen ist. Und jedes Produkt lebt
davon, wie gut es hergestellt beziehungsweise verarbeitet wird.
Beanspruchung und Nutzung
Die Art der Abdichtung und ihre Bemessung sind vom gewählten Dachaufbau, von
der Unterkonstruktion, von der Dach- und
Gebäudeform, den Anforderungen des
Bauherrn sowie von der Beanspruchung
und Nutzung des Bauwerks abhängig.
Flachdächer sind der am stärksten beanspruchte Teil eines Gebäudes und ständig
extremen Belastungen ausgesetzt. Sie müs-
50
▴▴Für Gründächer: Bitumendachbahnen gibt es auf Wunsch auch mit Wurzelschutz
sen Kälte, Hitze und Stürmen trotzen und
zudem auch Gebäudebewegungen und Umweltbelastungen aushalten. Nur Abdichtungen mit Leistungsreserven können diesen
Beanspruchungen auf Dauer widerstehen.
Beton oder Trapezblech?
Die Unterkonstruktion ist zusammen mit
der Nutzung des Gebäudes maßgeblicher
Faktor für die Auswahl des richtigen Dachaufbaus. Zweilagige Aufbauten werden in
der Regel mit Bitumenbahnen hergestellt,
einlagige können sowohl mit Bitumen- als
auch mit Kunststoffbahnen ausgeführt werden.
Zweilagige Abdichtungen werden überwiegend bei Massivdächern mit StahlbetonUnterkonstruktion eingesetzt, zum Beispiel
dachbau magazin 5-6 | 2015
bei Bürogebäuden. Auf einer Unterkonstruktion aus Beton ohne Gefälle besteht der
Aufbau üblicherweise aus
■■ einer Bitumendampfsperre,
■■ Gefälledämmplatten mit
zweiprozentigem Standardgefälle und
■■ einer zweilagigen, verklebten
Bitumenabdichtung.
Einlagige Abdichtungen findet man vor
allem bei Leichtdach-Konstruktionen mit
Trapezblech, wie für Produktions- oder
Lagerhallen. Diese Leichtdächer stellen
aufgrund ihrer Bauweise besonders hohe
Anforderungen an die Qualität und Flexibilität der Dachabdichtung. Mit hochwertigen
Systemlösungen lässt sich jedoch auch hier
www.dachbaumagazin.de
eine ähnlich lange Lebensdauer erreichen
wie beim Massivdach aus Stahlbeton. Das
macht Leichtdächer zu einer wirtschaftlichen Alternative. Der Aufbau auf dem typischerweise zweiprozentigen Gefälle des
Industrieleichtdachs besteht meist aus
■■ einer dünnen kaltselbstklebenden
Bitumendampfsperre,
■■ hartem Dämmstoff wie PIR und
■■ einer einlagigen, mechanisch
befestigten Kunststoffbahn.
Bitumenabdichtung
Mit Bitumenbahnen lässt sich eine langfristige Abdichtung von Flachdächern und
flach geneigten Dächern erreichen. Je nach
Verwendungszweck gibt es Bitumenbahnen mit unterschiedlichen Trägereinlagen,
die besonders die Dehn- und Reißfähigkeit
bestimmen. Die verwendeten Bitumensorten beeinflussen die Materialeigenschaften
im Wärme- und Kälteverhalten. Bitumenbahnen sind besonders perforationssicher,
elastisch, formstabil und lassen sich gut verarbeiten.
Die Eigenschaften von Bitumenbahnen
für Dach- und Bauwerksabdichtungen sind
in den europäischen Normen geregelt. In
den Anwendungsnormen DIN V 20000201 und DIN V 20000-202 sind Mindestanforderungen an Bitumen- und Polymerbitumenbahnen definiert.
Vorteile von Polymerbitumen sind eine
gute Wärmestandfestigkeit und sehr gute
Kälteflexibilität, das ausgeprägte elastische
Verhalten sowie eine lange Lebensdauer mit
hoher Witterungs- und Alterungsbeständigkeit. Eine werksseitige Beschieferung der
Bahnen als wirksamer Oberflächenschutz
erhöht die Nutzungsdauer wesentlich. In
der Praxis werden jedoch häufig höhere und
vielschichtigere Anforderungen an eine Abdichtung gestellt. Neben den Normbahnen
gibt es hochwertige Materialien mit spezifischen Eigenschaften:
▴▴Für wirtschaftliche Leichtdächer ist eine
Kunststoffbahn die beste Wahl
Der große Sicherheitsvorteil von Bitumenbahnen liegt nicht zuletzt in der zweilagigen Verlegung bei versetzter Anordnung
der oberen Bahn zur unteren. Das so entstandene Abdichtungspaket mit einer Gesamtdicke von meist 7 bis 10 mm ist sehr
stabil gegen mechanische Belastungen wie
beispielsweise Hagel.
Kunststoffabdichtung
Auch Kunststoffabdichtungsbahnen werden mit unterschiedlichen Eigenschaften angeboten. Je nach Anforderung gibt
es bitumenverträgliche, diffusionsfähige,
chemisch beständige oder säurefeste Ab-
DACH AUFBAU MIT
S TA HLBE TON UND BITUMEN
dichtungen für die unterschiedlichsten
Aufgaben in Neubau und Sanierung. Auch
Kunststoffbahnen sind in der DIN V 20000201 aufgelistet und geregelt.
Leichtdächer im Industrie- und Hallenbau werden aus Gewichts- und Kostengründen meist mit einlagigen, vorwiegend
lose verlegten Kunststoffbahnen abgedichtet. Deshalb muss bei ihrer Verlegung auf
die exakte Ausführung der Naht- und Anschlussverbindungen geachtet werden. Viele werksseitige Formteile, die für die meisten Anschlüsse und Durchdringungen auf
dem Flachdach geeignet sind, erleichtern
die Verarbeitung. Die Lagesicherung erfolgt
durch mechanische Befestigung am Untergrund oder durch Auflast.
Wie bei Bitumenbahnen gibt es auch bei
Kunststoffbahnen enorme Qualitätsunterschiede: eine moderne Bahn aus flexiblen
Polyolefinen (FPO) bietet weit größere
Sicherheit als eine PVC-Bahn – auch im
Brandfall.
Sicherheit auf Dauer
Ob Bitumen oder Kunststoff – hochwertige
Abdichtungen stehen für jahrzehntelange
Sicherheit auf dem Flachdach. Neben der
Materialwahl spielen aber auch die Planung,
die Verarbeitung und die Wartung eine
große Rolle. Der Hersteller Bauder arbeitet
kontinuierlich daran, die Verarbeitung der
Komponenten so einfach wie möglich zu
machen, und bietet außerdem Schulungen
für Dachdecker sowie Unterstützung durch
erfahrene Systemberater an.
■
DACH AUFBAU MIT
TR A PE ZBLECH UND K UN S T S TOFF
■■ Polymerbitumen-Schweißbahnen mit
besonders hohen Leistungswerten
■■ Bitumen-Dachbahnen mit einem
integrierten Wurzelschutz für Dachbegrünungen
■■ kaltselbstklebende Bahnen für die
Verlegung auf hitzeempfindlicher
Wärmedämmung oder in feuergefährdeter Umgebung
■■ Dachbahnen mit SchnellschweißSystem
dachbau magazin 5-6 | 2015
51
Technik im Detail
GRÜNDACH
Schöner Speicher
Wasserrückhalt, Abflussverzögerung und Speicherung:
Gründächer spielen beim Regenwassermanagement
vor allem in den großen Städten eine immer wichtigere
Rolle. Unser Beitrag zeigt, worauf es ankommt.
Text: Dr. Gunter Mann und Tobias Klinger | Fotos: Optigrün
A
ufgrund des hohen Flächenverbrauchs, des damit einhergehenden
Versiegelungsgrades und des Klimawandels
mit immer häufigeren Extremniederschlägen müssen die Strategien zur Regenwasserbewirtschaftung angepasst werden. Weitere
Herausforderungen sind die begrenzte Aufnahmekapazität der bestehenden Kanalisation, der Hochwasserschutz mit stärkerer
Umsetzung des Überflutungsnachweises
nach DIN 1986-100 und das eingeschränkte
Platzangebot in Innenstädten für einen 30oder sogar 100-jährlichen Rückhalt.
Die neuen Vorgaben in der Flächenplanung orientieren sich am unbebauten Zustand und dessen natürlichem Wasserhaushalt. Das bedeutet, dass die Situation des
Wasserhaushalts hinsichtlich Verdunstung,
Versickerung und Abfluss auch nach der
Bebauung dem Zustand vor dem Eingriff
entsprechen soll. Das führt dazu, dass immer mehr Städte und Gemeinden klare Vorgaben zur maximalen Abflussspende eines
ausgewiesenen Industrie- oder Neubaugebiets festlegen. So entstehen nicht nur neue
Anforderungen in der Planung, sondern es
werden auch wirtschaftliche Alternativen
zu herkömmlichen Rückhaltemaßnahmen
wie Rigolen oder Rückhaltebecken gesucht.
Für Dachbegrünungen lassen sich je
nach Schichtaufbau bestimmte Eigenschaften hinsichtlich des Wasserhaushalts feststellen:
■■ Wasserrückhalt (l/m²): Speicherung des
Niederschlagwassers
52
▴▴Begrünte Dächer dienen in dicht besiedelten Städten auch als natürliche Regenrückhaltebecken
■■ Spitzenabflussbeiwert (C): Abflussmin-
derung und -verzögerung
■■ Abflussspende (l/sha): einstellbarer, gedrosselter Abfluss
Wasserrückhalt
Jede Dachbegrünung kann eine bestimmte
Menge an Niederschlagwasser aufnehmen.
Was darüber hinaus an Regen anfällt, kann
nicht mehr im Aufbau gespeichert werden
und fließt zeitlich verzögert ab. Die Substrate
haben durch die Vorgaben der FLL-Dachbegrünungsrichtlinie einen Mindestwert, wie
viel Wasser gespeichert werden muss. Bei
Extensivbegrünungen sind das 35 l/m² und
bei Intensivbegrünungen 45 l/m² (jeweils bei
mehrschichtiger Bauweise). Bei den Dränagen ist der Spielraum der Wasserspeiche-
dachbau magazin 5-6 | 2015
rung viel größer, da hier das Hauptaugenmerk auf die Wasserableitung gerichtet ist.
So gibt es Dränagen ohne und mit extrem
hohem Wasserspeichervermögen. Bei der
Verwendung speziell entwickelter Dränageplatten, wie beispielsweise der Mäanderplatte Typ 60 von Optigrün, lassen sich 17
bis 32 l/m² Niederschlagwasser speichern.
Die Dränageplatte ist so konzipiert, dass sie
17 Liter Wasser in ihrem permanenten Speicher aufnehmen kann und weitere 15 Liter
für kurze Zeit im temporären Speicher
verbleiben. So kann der komplette Aufbau
(12 cm Gesamtaufbau bei 6 cm Dränage
und 6 cm Extensivsubstrat) 38 bis 53 l/m²
Niederschlagwasser aufnehmen. Zum Vergleich die Wasserrückhaltewerte weiterer
gängiger Systemlösungen:
www.dachbaumagazin.de
GRÜNDÄCHER MIT GERINGEM SPIT ZEN A BFLUS S
■■ Systemlösung „Spardach“ (8 cm Ge-
samtaufbau, Sedum-Kraut-Vegetation):
25 l/m²
■■ Systemlösung „Naturdach“ (10 cm Gesamtaufbau, Sedum-Gras-Kraut-Vegetation): 30 l/m²
■■ Systemlösung „Gartendach“ (30 cm
Gesamtaufbau, Stauden-Gehölz-Vegetation): 130 l/m²
■■ Systemlösung „Landschaftsdach“
(60 cm Gesamtaufbau, Stauden-BäumeVegetation): 250 l/m²
Mäander 30: C = 0,01*
Mäander 60: C = 0,17*
1
Spitzenabflussbeiwert
In der Fassung 2008 der DIN 1986-100 stehen für Dachbegrünungen nur zwei Werte:
Extensivbegrünung unter 10 cm mit C = 0,5
und Extensivbegrünung über 10 cm und Intensivbegrünung mit C = 0,3. In der derzeit
in Überarbeitung befindlichen Neufassung
der DIN 1986-100 werden die Abflussbeiwerte C viel differenzierter betrachtet (in
Abhängigkeit von der Schichthöhe des
Gründachs) und zwischen „Spitzenabflussbeiwert Cs“ und „Mittlerer Abflussbeiwert
Cm“ unterschieden.
Erwähnenswert ist, dass die DIN 1986100 auf die FLL-Dachbegrünungsrichtlinie
verweist. Die FLL stellt zum einen eine
Übersicht der Wasserrückhaltwerte im Jahresmittel (Jahresabflussbeiwerte) dar und
zum anderen die Spitzenabflüsse in Form
der Abflusskennzahlen C. Die Werte gel-
120
1
90
2
90
60
2
3
60
30
3
4
30
5
5
0
6
6
4
0
[mm]
1
Vegetation
4
Dränageplatte, 30 bzw. 60 mm
2
Extensivsubstrat
5
Schutz- und Speichervlies
3
Filtervlies
6
Dachaufbau mit wurzelfester Abdichtung
[mm]
* Abflusskennzahl C ermittelt nach FLL (2009) bei 2 Prozent Gefälle und r15 = 300 l/sha
ZZZ¿UHVWRQHESHGH‡LQIR#IESHGH
)LUHVWRQH5XEEHU*DUGŒ(3'0²
GLH8QLYHUVDO'DFKEDKQIUHFKWH3URÀV
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0D[LPDOVLFKHUGDQNZHQLJHU1lKWH
)LUHVWRQH5XEEHU*DUGŒ(3'0±
6FKRQVHLW-DKUHQHLQHIUDOOHV
Technik im Detail
◂◂Verlegung der
Wasserretentionsbox
WRB auf einem
neuen Flachdach
ten in Abhängigkeit von der Aufbauhöhe
des Gründachs pauschal für Deutschland,
bringen jedoch die Hinweise, dass sich die
Rückhaltewerte verschlechtern können,
wenn Dränageschichten mit großer Dränleistung verwendet werden, und dass die
Abflusskennzahl nach einem speziellen
Prüfverfahren ermittelt werden kann.
Für bestimmte Gründachsysteme gibt
es auch sogenannte Einzelnachweise nach
FLL. Dabei bedeutet eine Abflusskennzahl von beispielsweise 0,01, dass während des 15-minütigen Bemessungsregens
nur 1 Prozent der Niederschlags abfließen
und 99 Prozent im Gründach verbleiben.
Die Prüfung erfolgt standardmäßig nach
vorlaufender aufbausättigender Beregnung
und 24-stündigem Abtropfen.
Maximale Abflussspende
Mit dem Retentionsdach „Drossel“ in den
beiden Varianten „Grün“ und „Verkehr“
bietet Optigrün Lösungsansätze, um einen
vorgegebenen Maximalabfluss einstellen zu
können. Das Grundprinzip dieses Retentionsdachs: Auf dem Dach wird ein Wasserspeicher (Stauraum) geschaffen, über dem
entweder eine Dachbegrünung (extensiv
oder intensiv) oder eine Verkehrsfläche (begeh- bzw. befahrbar) eingebaut wird. Basis
für die Systemlösung ist die Wasserretentionsbox WRB 75 (für begrünte Aufbauten)
oder WRB 85 (mit Lastverteilungsplatte für
Verkehrsflächen). Die WRB aus druckstabilem und verrottungsbeständigem Kunststoff schafft in Verbindung mit einer Anstaudrossel ein Wasseranstauvolumen von
bis zu 62 l/m². Über die Wasserretentionsbox wird je nach Anwendung (Extensiv-,
Intensivbegrünung oder Verkehrsdach) das
passende Filtervlies und dann der Substratoder Verkehrsflächenaufbau verlegt.
Die WRB und das ganze System sind so
konzipiert, dass das angestaute Überschusswasser aus den darüber liegenden Schichten
herausgehalten wird und bei unbegrünten
Verkehrsaufbauten kein Kapillarwasser
nach oben in die Tragschichten gelangt. Bei
der Variante „Grün“ wird die Wasserretentionsbox mit einer Kapillarsäule bestückt, um
hier einen kapillaren Wasseraufstieg in das
Dachbegrünungssubstrat zu fördern, um
das rückgestaute Wasser zur Bewässerung
und Verdunstung zu nutzen.
Am effektivsten funktionieren diese Retentionsdächer auf einem 0-Grad-Dach, da
dabei am meisten Wasser gleichmäßig über
die ganze Dachfläche angestaut und gespeichert werden kann. Entscheidender Baustein des Systems ist die Drossel am Dachablauf, deren Eigenschaften (Anstauhöhe,
Anzahl und Größe der Ablauföffnungen)
mit dem EDV-Simulations- und Rechenprogramm „RWS“ exakt berechnet werden
kann. Dabei spielen neben Dachgröße und
Abflussbeiwert des Schichtaufbaus vor allem die regionalen Niederschläge und das
gewünschte Abflussergebnis die entscheidenden Rollen. Mit dem Retentionsdach
„Drossel“ lässt sich die maximale Abflussspende einstellen und auf 1 bis 10 l/sha
„herunterdrosseln“ und zudem das Anstau-
AUFBAU RE TENTION SDACH, T Y P DROS SEL
1
2
3
4
1
Saatgutmischung und Sedum-Sprossen
2
Extensivsubstrat
3
Saug- und Kapillarvlies
4
WRB-75-Element (Wasserretentionsbox, 75 mm)
5
Kapillarsäulen für den Wassertransport
vom Anstau in das Saug- und Kapillarvlies
6
Schutz- und Speichervlies
7
Abdichtung mit geeigneter Unterkonstruktion
(wurzelfest nach FLL)
8
Kontrollschacht mit Drosselsystem
8
5
5
6
7
0,36 – 3,6 l/m²
pro Stunde und Quadratmeter
54
dachbau magazin 5-6 | 2015
www.dachbaumagazin.de
volumen des überschüssigen Niederschlagwassers und dessen Verweildauer im Dachaufbau steuern.
Natürlicher Wasserhaushalt
Begrünte Dächer speichern je nach Schichtaufbau, System und Niederschlagregion
eine bestimmte Menge an Wasser und geben das Überschusswasser erst zeitverzögert an die Kanalisation oder die Versickerungsanlage ab. Die angeführten Werte
von Wasserrückhaltung, Abflusskennzahlen und Abflussspitzen sind in den letzten
Jahren von verschiedenen Seiten ermittelt
worden, sodass sie mittlerweile auf einer
breiten und seriösen Basis stehen. Folgende
Punkte sind in der aktuellen Diskussion um
das Regenwassermanagement besonders erwähnenswert:
■■ Mit den systembezogenen Spitzenab-
flussbeiwerten lassen sich begrünte
Dachflächen abbilden und in den allgemeinen Maßnahmenkatalog der Städteund Siedlungswasserplaner integrieren.
TA BELLE
Gründachaufbau
bei 0 – 5 Grad
Abflusskennzahl C
Jahresabfluss­
beiwert
2 – 4 cm
0,7
0,6
4 – 6 cm
0,6
0,55
6 – 10 cm
0,5
0,5
10 – 15 cm
0,4
0,45
15 – 25 cm
0,3
0,4
25 – 50 cm
0,2
0,3
über 50 cm
0,1
0,1
■■ Retentionsdächer mit spezifischen
Drosselabflussspenden werden wohl in
den nächsten Jahren verstärkt nachgefragt werden.
■■ Städte und Gemeinden werden die
gezielteren Vorgaben dafür nutzen, sich
dem natürlichen Wasserhaushalt auf
ihren Bebauungsflächen anzunähern.
◂◂Abflusskennzahl
und Jahresabflussbeiwert in Abhängigkeit
von der Gründachaufbauhöhe (nach
FLL 2008)
■■ Auch die bestehende und überlastete
Kanalsituation sowie die nachzuweisende schadlose Überflutung im Extremfall
spielen eine große Rolle.
■■ Der Niederschlag soll dort zurückgehalten werden, wo er anfällt. Rückhaltezeiten von 6 bis 24 Stunden können
Kanalisation und Vorfluter entlasten.
■
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Aus Zellulose wird Dünger
Zellulose wird in der Baubranche als langlebiger, ökologisch
nachhaltiger Dämmstoff geschätzt. Das aus Zeitungspapier
gewonnene Material kann bis zu dreimal wiederverwertet
werden, danach muss es entsorgt werden – bislang zumindest:
Dr. Konrad Steiner, ein Lehrer der HBLA für Landwirtschaft
in Ursprung/Österreich, hat zusammen mit seinem Schüler
Peter Schnitzhofer und der Firma Isocell als Projektpartner
ein Verfahren entwickelt, bei dem durch Verkohlung aus alter
Zellulosedämmung hochwertiger Pflanzendünger entsteht.
Das dabei gewonnene Material wurde bereits auf Schadstoffe geprüft und unterschreitet sämtliche Grenzwerte deutlich.
Eine behördliche Zulassung als Dünger gibt es allerdings noch
nicht. Aktuell ist die Genehmigung eines Feldversuchs in Salzburg in Vorbereitung.
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dachbau magazin 5-6 | 2015
▴▴Dr. Konrad Steiner (rechts) hat zusammen mit seinem
Schüler Peter Schnitzhofer ein Verfahren entwickelt, bei dem aus
alter Zellulosedämmung neuer Pflanzendünger entsteht
www.dachbaumagazin.de
COBA
Dach-Forum begeistert
schließend Ulrich Marx, Hauptgeschäftsführer des ZVDH, in
seinem Grußwort. Das weitere Programm bot interessante Vorträge von hochkarätigen
Rednern. Anschließend endete
das Dach-Forum mit einer unterhaltsamen und kommunikativen Abendveranstaltung.
Coba-Baustoffgesellschaft für
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D-49084 Osnabrück
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WITTE
300 Führungskräfte aus der
Industrie und dem CobaFachhandel waren am 24. Februar 2015 nach Hannover gekommen, um an dem von der
Coba initiierten Branchentreff
teilzunehmen. Zunächst begrüßte Geschäftsführer HeinzJürgen Kemming die Gäste und
stellte seinen Nachfolger Bernd
Lordieck vor. Einen Blick auf
die aktuelle Entwicklung des
Dachdeckerhandwerks gab an-
▴▴Franz Zambelli mit seiner Produktentwicklung RIB-Roof
Z A MBELLI
Vom Kirchen-Instandsetzer
zum Global-Player
L A MILUX
Ruf aus Berlin
Lamilux-Geschäftsführer Dr.
Heinrich Strunz ist in das „Hightech Forum“ der Bundesregierung
berufen worden. Das mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft
und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen besetzte
Gremium steht dem Bildungsministerium bei deren zu Beginn
der Legislaturperiode ins Leben
gerufenen Hightech-Strategie beratend zur Seite. „Ich
freue mich über Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung in
diesem Gremium“, schreibt Bundesbildungsministerin
Dr. Johanna Wanka in einem persönlichen Brief. Nun
gelte es, die in der Hightech-Strategie genannten Ziele
gemeinsam zu verfolgen.
Franz Zambelli Sopalu‘, der Firmengründer der Zambelli
Unternehmensgruppe, ist am 22. Februar 2015 im Alter
von 81 Jahren verstorben. Zusammen mit seinem Bruder
Carlo legte er 1957 den Grundstein für die Betriebsgründung zum Zwecke der Restaurierung von Kirchtürmen.
Die Faszination für den Werkstoff Metall führte in den
1970er-Jahren schließlich zu einer Diversifizierung in vier
industrielle Bereiche. Diese bilden heute noch den Kern
der Unternehmensgruppe: Dachentwässerung, Metalldachsysteme, Regalsysteme und industrielle Metallbearbeitung. Das Unternehmen besteht heute aus zehn Produktionswerken in sechs Ländern mit etwa 900 Mitarbeitern.
Trotz dieses Wachstums hatte sich Franz Zambelli ein Stück
„ehrlichen Kirchturmdenkens“ bewahrt: Im Grunde seines
Herzens ist er immer ein von Ideen gefesselter Handwerker
geblieben, den der Ehrgeiz packte, wenn es darum ging,
eine Lösung für ein Anwendungsproblem zu konzipieren.
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dachbau magazin 5-6 | 2015
57
Dachwelten
▴▴Mit ihrer ovalen
Form und dem
asymmetrischen Dach
erinnert die
Kindertagesstätte
in Garz an
ein Raumschiff
BELICHTUNG
UFO mit Bullaugen
Das neue Gebäude der Kita »Wildblume« in Garz
auf Rügen sieht aus wie ein UFO und stellt
durch runde Lichtkuppeln in Dach und Fassade
den Bezug zur umgebenden Natur her.
Text: Volker Tings | Fotos: Eternit Flachdach /Kai Ohl
58
dachbau magazin 5-6 | 2015
V
iel Licht, Luft und Raum zur Entfaltung erhalten die jüngsten Einwohner der Stadt Garz auf der Ostseeinsel Rügen in ihrer neuen Kita „Wildblume“. Dank eines ausgeklügelten Energiekonzepts und der natürlichen Baumaterialien
bietet der ovale Lehmbau ein exzellentes
Raumklima. Dazu trägt auch die „kluge“
Dachkonstruktion bei: Der Innenhof mit
Folienüberdachung sowie runde Lichtkuppeln in Dach und Fassade sorgen für viel
Tageslicht und schaffen zudem einen Bezug
zur umgebenden Natur.
Ein UFO für Kinder
„Öffne diese Tür, lehne dich zurück und
genieße zusammen mit uns ein Stück
Natur“ – so lautet das Motto der Kita
„Wildblume“. 54 Kindergartenkinder sowie
12 Mädchen und Jungen im Krippenalter
lernen hier die Lebensquelle Natur von klein
auf schätzen. Welche Pflanzen wachsen in
der Umgebung? Welche Tiere leben hier?
In der Kita erleben die Kinder die heimische
Natur direkt vor der Haustür. Sie sind zwar
viel im Freien unterwegs, doch besonders
stolz sind die Mädchen und Jungen auf ihr
neues Haus: Bereits während der Bauphase
waren die kleinen Bauherren häufig zu
Besuch und haben bei der Entstehung ihres
UFOs zugeschaut. Heute sind sie von ökologischen Baustoffen umgeben, beschäftigen
sich beim Spielen mit Naturmaterialien und
lernen die Vorteile des nachhaltigen Bauens
spielerisch kennen.
Träger der Kita ist das Deutsche Rote
Kreuz, das den 2,2 Millionen Euro teuren Bau mit der Unterstützung des Landes
dachbau magazin 5-6 | 2015
Mecklenburg-Vorpommern und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt realisierte.
Konzept und Planung stammen vom Institut für Gebäude+Energie+Licht-Planung
der Hochschule Wismar. Auch Studenten
waren an dem zukunftsorientierten Vorzeigeprojekt beteiligt und konnten so ihr Wissen über ökologisches Planen und Bauen
praxisnah vertiefen.
Ressourcenschonung hoch drei
Das außergewöhnliche Gebäude liegt am
südlichen Rand von Garz, der ältesten und
kleinsten Stadt der Insel Rügen, nahe an
Wäldern und Wiesen und steht ganz im
Zeichen der Naturverbundenheit: Als erstes Gebäude in Mecklenburg-Vorpommern
erhielt die Kindertagesstätte „Wildblume“
den Standard Gold des Bewertungssystems
59
Dachwelten
▴▴Öko-Raumschiff mit Aussicht: Zu den Lieblingsplätzen der Kindergartenkinder zählen die vertikal montierten Lichtkuppeln in den Lehmwänden
Nachhaltiges Bauen. Dieses hervorragende Ergebnis konnte mit dem sogenannten
„Triple-Zero“-Ansatz erzielt werden: Das
Ziel dabei ist, auf dreifache Weise so wenig
Einfluss wie möglich auf die umgebende
Natur zu nehmen. Das Gebäude soll zum einen keine schädlichen Emissionen abgeben
und so weder die Luft noch den Boden belasten. Zweitens wurden kaum fossile Energien und Ressourcen für den Bau eingesetzt
und schließlich wurden auch der Rückbau
des Gebäudes und die Wiederverwertung
der Materialien bereits bei der Planung mitbedacht. So haben die Planer beispielsweise schwer trennbare Verbundbaustoffe vermieden und vorwiegend regionale Baustoffe
mit kurzen Transportwegen eingesetzt. Die
Wände bestehen aus einer Holzkonstruktion, die mit Lehmsteinen gefüllt und mit
einem mehrschichtigen Lehmputz versehen
▴▴Rohbauarbeiten: Eine runde Lichtkuppel wird
in die Lehmziegelwand eingepasst
▴▴UFO mit Bullauge: Eine der fertig montierten
Lichtkuppeln in der Fassade
60
dachbau magazin 5-6 | 2015
ist. Die 65 cm dicken Lehmwände dienen
als Speichermasse und erfordern keine weitere Wärmedämmung. Um die empfindlichen Außenwände vor der Witterung zu
schützen, bildet das Dach rundum einen
großzügigen Überstand.
Foliendach als »Pufferspeicher«
Die kompakte Form der über 1000 m² großen Kita mit ihrem asymmetrischen, ovalen
Pultdach sorgt für eine optimale Energiebilanz. So sind die Wände Richtung Süden
höher, um viel Wärme zu sammeln, während das Gebäude nach Norden hin niedriger wird. Neben vier Gruppenräumen für
kleinere und größere Kinder enthält das
Gebäude auch einen zentralen Kreativ- und
Bewegungsraum. Dieser Mittelpunkt ist als
Lichthof gestaltet, der als sogenannter „Pufferspeicher“ eine wichtige Funktion bei der
Regulierung des Raumklimas übernimmt:
Er ist mit pneumatischen, lichtdurchlässigen ETFE-Folienkissen überdacht. An
seiner Spitze befindet sich ein elektrisch
gesteuerter Rauchabzug, über den die
überschüssige Wärme abziehen kann. Die
tagsüber entstehenden thermischen Energieüberschüsse werden nachts an die umgebenden Räume abgegeben. Erdwärme,
www.dachbaumagazin.de
Photovoltaik, Wärmerückgewinnung und
Solarthermie für die Warmwasserversorgung sind weitere Teile des zukunftsweisenden energetischen Konzepts.
Runde Lichtkuppeln
Ein besonderes Anliegen der Planer war es,
die Verbindung zur Natur durch die Gestaltung des Gebäudes zu unterstreichen.
Dazu tragen beispielsweise die Lichtkuppeln von Eternit Flachdach bei: Über die
zahlreichen runden Dachfenster werden
die Innenräume mit viel Tageslicht versorgt. Sie verschaffen den kleinen und großen Nutzern stets einen Eindruck von der
Witterung und rücken den Himmel ins
Blickfeld. Einen weiteren Clou halten die
außen liegenden Lehmwände bereit: Dort
sind anstelle herkömmlicher Fenster sieben
runde Lichtkuppeln eingebaut worden, die
wie neugierige Glubschaugen in die Umgebung hinausragen. An den Stellen, an denen
sie in der Wand liegen, ist der schützende
Dachüberstand etwas zurückgesetzt, um
möglichst viel Licht ins Gebäude dringen
zu lassen. Mit ihrer niedrigen Brüstung und
einer Höhe von 1,80 m regen die vertikal
montierten Lichtkuppeln die Kinder dazu
an, ihre Umwelt zu erkunden.
Alles gut bedacht
Die Dachkonstruktion mit ihren bunten
Oberlichtern trägt ebenfalls zum Wohlbefinden der Nutzer bei. So sorgen die auf
dem Dach installierten solarthermischen
Flachkollektoren für warmes Wasser. Das
hinterlüftete Pultdach übernimmt neben
dem Witterungsschutz und der Wärmedämmung weitere wichtige Aufgaben: Seine Tragkonstruktion besteht aus einer Balkenlage von Holzbindern 12/20, die mit
Wärmedämmung ausgefacht ist. Darunter
befinden sich eine Dampfsperre und raumseitig 12,5 mm dicke Gipsfaserplatten. Über
der Tragkonstruktion liegt eine Schicht aus
OSB-Platten, die den 120 mm hohen Luftraum mit Abstandshölzern begrenzt. An
der Außenseite befindet sich eine weitere
Schicht OSB-Platten und schließlich eine
mit Klettsystem verlegte Flachdachabdichtung. Zur grauen Farbe dieser Bahn bilden
die Aufsetzkränze der über 30 Lichtkuppeln
einen deutlichen Kontrast: Sie wirken wie
zufällig über das Dach verteilt, sind in vier
bunten Farben ausgeführt und werden so
zum Blickfang. Die gleichen Farbtöne finden sich auch in den Gruppenräumen und
bei der Fassadengestaltung wieder.
▴▴Im Innenraum finden sich viele runde Formen – wie beispielsweise bei den Lampen und Lichtkuppeln
Thermische Lüftung
Für die Oberlichter kamen die starren Lichtkuppeln esserfix 5000 zum Einsatz, die einen klaren Durchblick sowie eine sehr gute
Wärme- und Schalldämmung sicherstellen.
Ihre Rahmendichtung schützt vor eindringender Feuchtigkeit und sorgt für eine hohe
Winddichtigkeit. Einige der Kuppeln sind
zudem als Oberlicht mit Abluft konzipiert
und somit Teil des Lüftungskonzepts.
Gegenüber den außen montierten starren Lichtkuppeln befinden sich die nach innen gerichteten Kuppeln essertop 5000, die
für die nötige Lüftung sorgen. Diese Kuppeln werden über Sensoren gesteuert, welche die Luftqualität im Raum messen, können aber auch manuell bedient werden. Bei
Bedarf öffnen sie sich und die verbrauchte
Luft gelangt in das Zwischendach. Dort entsteht ein „geneigter Solarkamin“, in dem die
warme Luft mithilfe der Thermik Richtung
Innenhof strömt. Dieser versorgt wiederum die Gruppen- und Aufenthaltsräume
mit frischer Luft. Dieser natürliche Kreislauf, der mit einem minimalen technischen
Aufwand eine große Wirkung erzielt, steht
stellvertretend für den gesamten Planungsansatz. So entstand ein Öko-UFO mit viel
Bodenhaftung.
dachbau magazin 5-6 | 2015
■
S TECK BRIEF
Objekt/Standort:
Naturkindertagesstätte »Wildblume«
D-18574 Garz auf Rügen
Bauherr:
DRK Kreisverband Rügen e.V.
D-18528 Bergen auf Rügen
Planung:
Institut für
Gebäude+Energie+Licht-Planung
D-23966 Wismar
www.igel-wismar.de
Holzbauarbeiten:
Karsten Jantzen GmbH
D-18107 Elmenhorst
Abdichtungsarbeiten:
NOBA Schlüsselfertigbau GmbH
D-17489 Greifswald
Produkte:
Lichtkuppel essertop 5000,
Lichtkuppel esserfix 5000 und
Rauchabzug fumilux 4000-EAZ
Hersteller:
Eternit Flachdach GmbH
D-41464 Neuss
www.eternit-flachdach.de
61
Im nächsten Heft
THEMA DES MONATS
Impressum
Stadthäuser
dachbaumagazin –
Unternehmermagazin für Dachdeckerbetriebe
Verlag
WEKA MEDIA GmbH & Co. KG
Römerstraße 4 | 86438 Kissing
Telefon +49 82 33.23-0
www.weka.de | www.dachbaumagazin.de
Diese Anschrift gilt auch für folgende Personen
und Gesellschaften, sofern nicht anderslautend:
Baulücken, Aufstockungen, energetische Sanierungen – in der Stadt gibt es
für Handwerker immer viel zu tun. In
der nächsten Ausgabe stellen wir Ihnen
deshalb einige typische Stadthäuser vor,
wie zum Beispiel die Umnutzung einer
ehemaligen Schuhfabrik in Wien zu
luxuriösen Wohnlofts (Bild rechts), die
neue Bahnstadt in Heidelberg sowie das
moderne Einkaufszentrum »STAM Viale
Cerosa« in Mailand.
Herausgeber
WEKA MEDIA GmbH & Co. KG
Geschäftsführer
Stephan Behrens | Michael Bruns | Werner Pehland
Verlagsleiter Zeitschriften Bauhandwerk
Christoph Maria Dauner (verantw.)
RHEINZINK
Chefredakteur
Collin Klostermeier
Telefon +49 251.9 24 55 46
[email protected]
Chef vom Dienst
Dipl.-Ing. (FH) Claudia Jamnitzky
Redakteurin
Jessica Jahn M.A. | [email protected]
TECHNIK IM DETAIL
Sicherheit geht vor
TÜV RHEINLAND
Arbeiten auf dem Dach sind immer mit
einer erhöhten Absturzgefahr verbunden. Anschlagsicherungen, sogenannte
Sekuranten, sind daher für alle Gebäude
ab einer Absturzhöhe von 3 m verpflichtend. Doch die Vorrichtungen entpuppen
sich bei ihrer Verwendung häufig als Risiko, wei sie in die Jahre gekommen sind
oder Beschädigungen aufweisen. Hier
helfen nur regelmäßige Kontrollen – wir
zeigen, worauf es dabei ankommt.
Anzeigen
WEKA MEDIA GmbH & Co. KG
Römerstraße 4 | 86438 Kissing
Fax +49 82 33.23 71 11
[email protected]
Anzeigendisposition
Daniela Bolleininger
Telefon +49 82 33.23 71 35
[email protected]
Verlagsrepräsentantin
Henriette Stoll-Loof
Telefon +49 81 43.93 15 10
Es gilt die Anzeigenpreisliste 2015
Aboverwaltung
Telefon +49 82 33.23 40 00 | Fax +49 82 33.23 74 00
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Abonnementpreis
9 Ausgaben (Inland):
Einzelheft:
108,00 Euro
zzgl. MwSt. + Versand
13,80 Euro
Produktion
Helmut Göhl (verantw.) | Silke Schwer
Layout-Konzept, Grafik und Satz
Popp Medien
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Boschmedia Kommunikationsdesign
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Lithografie
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ausdrücklich nicht zugesichert. Bei Nichtlieferung
durch höhere Gewalt, Streik oder Aussperrung
besteht kein Anspruch auf Ersatz. Zum Abdruck
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mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung
des Verlags und mit Quellenangabe gestattet. Mit
Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine
Verwertung ohne Einwilligung des Verlags strafbar.
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Die nächste Ausgabe erscheint am 7. Juli 2015
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King Cab oder Double Cab – mit 1 t Nutzlast und bis zu 3 t Anhängelast ist der NISSAN NAVARA für alle Aufgaben gerüstet. So wird der Arbeitsalltag aufregend. Mehr Infos auf www.nissan.de
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www.nissan-drive-safe.de
Kraftstoffverbrauch l/100 km: innerorts 10,3, außerorts 7,0, kombiniert 8,2; CO2-Emissionen: kombiniert
215 g/km (Messverfahren gem. EU-Norm).
Abb. zeigt Sonderausstattung. 1NISSAN NAVARA King Cab XE mit Klima & Safety Paket, 2.5 l dCi, 106 kW (144 PS), Finanzierungsbeispiel mit Bruttowerten
(repräsentativ): Fahrzeugpreis: € 24.592,– • Anzahlung: € 6.653,– • Nettodarlehensbetrag: € 17.939,– • monatliche Rate: € 199,– • Laufzeit: 36 Monate
(35 Monate à € 199,– und eine Schlussrate von € 11.866,–) • Gesamtlaufleistung: 45.000 km • Gesamtbetrag: € 18.831,–, zzgl. Zulassungs- und Überführungskosten • effektiver Jahreszins: 1,99 % • SolIzinssatz (gebunden): 1,97 %. Ein Angebot der NISSAN BANK, Geschäftsbereich der RCI Banque S.A. Niederlassung Deutschland, Jagenbergstraße 1, 41468 Neuss, für Geschäftskunden. Nur bei teilnehmenden NISSAN Händlern. Aktion nur gültig für Kaufverträge und
Zulassungen bis zum 30.06.2015. 2Das Angebot ist gültig für Kleingewerbe mit einem Fuhrpark bis 5 Einheiten sowie Mitglieder eines Verbandes mit Rahmenabkommen mit der NISSAN CENTER EUROPE GMBH über Abrufschein. NISSAN CENTER EUROPE GMBH, Postfach, 50319 Brühl.
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