Profile - Goldbeck

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Ausgabe 50Herbst/Winter
2014
2015
Profile
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Editorial
Editorial
EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser,
die quirlige Sängerin Ina Müller, Jahrgang 1965, nimmt in ihren
Texten kein Blatt vor den Mund. In einem ihrer Lieder vergleicht
sie sich mit einem blutjungen Mädchen, das in seiner Naivität
noch gar nicht ahnt, was es alles nicht vom Leben kennt. Die
Endvierzigerin stellt fest, dass sie selbst nie wieder 18 sein möchte und resümiert: „Lieber Orangenhaut als gar kein Profil!“ Im
Klartext: Sie nimmt die Folgen des Älterwerdens gerne an, weil
diese sie als unverwechselbare Persönlichkeit geformt haben.
„Profile“ – das ist das Leitthema dieser Ausgabe des GOLDBECK
magazins. Ein Profil konzentriert eine Form auf ihren Kern. Es
streicht Überflüssiges und richtet den Blick auf das Wesentliche.
Damit kann es unser Leben klarer und unsere Entscheidungen
leichter machen.
Doch Ina Müllers unkonventionelles Statement macht deutlich,
dass eine Profilierung nicht aus dem Nichts geschieht. Es gehört
ein Prozess dazu, eine Entwicklung. Und die muss nicht immer
geradlinig und einfach sein. Was unser persönliches Werden
angeht, sind wir da manchmal ungeduldig. „Und der ich bin
grüßt trauernd den, der ich könnte seyn!“ schrieb Friedrich
Hebbel. Auch nach hundertfünfzig Jahren ein brandaktuelles
Thema: Bleibe ich hinter meinen Möglichkeiten zurück? Nutze
ich die Chancen, die sich mir bieten? Wie forme ich mein ganz
persönliches Profil?
Fragen, die auch in einem Unternehmen gestellt werden. Ebenso wie ein Individuum muss es sich unter anderen behaupten,
trägt es Verantwortung und sollte es Antworten auf Fragen der
Zukunft finden. Diesen Entwicklungsprozess wollen wir bei
GOLDBECK nicht dem Zufall überlassen. Wir gehen ihn aktiv an,
mit verschiedenen Instrumenten. Eines davon ist unser Projektkreis. Junge Potenzialträger aus allen Unternehmensbereichen
erarbeiteten projektbezogene Lösungen für akute Fragestellungen
aus dem Unternehmen. Durch begleitendes Coaching erhält ihr
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persönliches und berufliches Profil neue, positive
Facetten. Und durch konstruktive und ideenreiche Ergebnisse bringen sie uns als Unternehmen
voran. Damit ist der Kreis gleich doppelt wirksam. Wir stellen Ihnen auf den Seiten 21 bis 23
unseren­7. Projektkreis vor, der unser innovatives
Kundenforum ins Leben rief.
Doch es gibt noch mehr „Profil“: Auf den Seiten
42 bis 47 erzählen wir davon, wie die profiliertesten Architekten ihrer Zeit vor genau hundert
Jahren zu einer großen, lange fast vergessenen
Ausstellung nach Köln einluden. Wir zeigen die
Persönlichkeitsprofile unserer Baumaterialien auf
und stellen das regionale Profil einiger unserer
Niederlassungen vor.
Sie sehen: Profil in allen Varianten! Wir hoffen,
dass wir damit Ihrem persönlichen Leserprofil
nahekommen und wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.
Herzlichst, Ihr
GOLDBECK
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Inhalt
INHALT 50 | 2014
Die konzentrierte Form
Verschiedene Perspektiven auf ein scharf
geschnittenes Thema: „Profile“ haben viele
Facetten …
Titelthema:
06
Profile
Ein Profil ist immer die Konzentration
auf das Wesentliche. Das ist auch
das Ziel des GOLDBECK magazins:
Es soll all jene auf den Punkt informieren, die unsere Art des Bauens
fasziniert. Und das mit dieser Aus­
gabe bereits zum 50. Mal. Damit
ist das magazin inzwischen selbst
zu einem markanten Bestandteil
unseres Unternehmensprofils geworden – und „Profile“ ein wunderbar passendes Titelthema.
Über Geschmack lässt
sich streiten
Und das taten die Mitglieder des Werkbundes auch – zum Beispiel auf der
großen Kölner Ausstellung im Jahr 1914.
42
Mach dein Ding
Ausbildung bei GOLDBECK: Drei Beispiele
zeigen, wie es danach weitergehen kann.
48
T I T E LT H E M A
S T R AT E G I E
06Die konzentrierte Form
„Profile“ in ihren vielen Facetten
12 Das Prinzip GOLDBECK
Regional Profil zeigen
10Profil: Authentisch
GOLDBECK – das Unternehmen in der Innenund Außenwahrnehmung
21Am Anfang war die Idee
Kundenforen in Bielefeld und Hirschberg
18 F
lexibler Typ mit hartem Image
Stahl – ein Baumaterial im Profil
2450 Ausgaben GOLDBECK magazin
Die Evolution eines Mediums
BAUEN
30Aus eigener Kraft
Unverwechselbar im Profil –
die Eigenfertigung bei GOLDBECK
48 Mach dein Ding
Ausbildung mit Profil
32Ein Neubau für Herrn Folgreich
Komplexität des Bauens –
eine Bildergeschichte
50 Profil: Familienfreundlich
Kindergarten „GOLDBECKCHEN“
öffnet seine Türen
34Bauen wird zum Kinderspiel
Vom Außenwandelement zum fertigen
Bürogebäude
ZEITSPRUNG
42Über Geschmack lässt sich streiten
Der Deutsche Werkbund: Einsatz
für Qualität – und mehr
N A C H H A LT I G K E I T
36Spurensuche
Der „ökologische Fußabdruck“
macht Unsichtbares messbar –
auch beim Bauen
KU RZ B E RICH T ET
51Vorschau
38Ausgezeichnet!
GOLDBECK erhält den Intersolar
Award für ein Kombinationskraftwerk
40Gegen Biegen und Brechen
Stahl und Beton: Gemeinsam sind sie stark
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Titelthema
Titelthema
Die konzentrierte
Form
Es kann scharf sein oder unklar, abgefahren
oder nagelneu, es kann U-, L- oder T-Form
haben, es kann ein markantes Gesicht oder
ein stabförmiges Bauteil zeigen – hinter
dem Begriff „Profil“ steht eine Vielzahl von
Bedeutungen. Immer aber geht es um die
Konzentration einer Form auf das Wesent­
liche. Und das ist in unserer Zeit der Beliebigkeiten ein spannendes Thema.
Es ist nicht schwer darauf zu kommen, was der 4. Earl
of Sandwich, Ferdinand Graf von Zeppelin und Marquis
Étienne de Silhouette gemeinsam haben: Ihre Namen
haben sie überlebt. Alle drei existieren weiter in so
wunderbaren Dingen wie Butterbroten, Luftschiffen
und Profildarstellungen. Ob die Namensträger ahnten,
wie lange ihr Ruhm anhalten würde? Fest steht: Sie
haben sich in ihrem jeweiligen Spezialgebiet nachhaltig
profiliert. Und Monsieur Silhouette sogar im wahrsten
Sinne des Wortes.
Das Steuersparer-Profil
Étienne de Silhouette war „Generalkontrolleur der
französischen Finanzen“ am Hof Ludwigs XV. Er war
es in schwierigen Zeiten: Das Land kämpfte gemeinsam
mit seinem Verbündeten Preußen im Siebenjährigen
Krieg gegen die anderen europäischen Großmächte, und
die Staatsfinanzen wankten bedenklich. Und obwohl
der Marquis ein treuer Diener des Absolutismus war,
bediente er sich höchst pragmatisch sozialistischer
Methoden: Um das Geld aus den Taschen der reichen
Oberschicht in die Staatskasse zu leiten, führte er
Steuern auf Kleider aus kostbaren Stoffen ein, ließ
Gold- und Silberschmuck beschlagnahmen und sogar
Abgaben auf Fenster erheben. „À la Silhouette“ stand
ab sofort für Steuervermeidung, Sparsamkeit und
zugemauerte Fensteröffnungen. Die Veränderung aber,
die ihrem Namensgeber Unsterblichkeit verlieh, betraf die inneren Gemächer. Nach der Devise „Schluss
mit Protz und Prunk“ wurden die zuvor so beliebten
Ölportraits, die die Häuser der Reichen schmückten,
durch schlichte, schwarze Schattenrisse – die Silhouetten – ersetzt. Voilà!
Das Mindest-Profil
Ein Autoreifen mit Profil: Das sind Blöcke, Rillen und
Lamellen. Manchmal führt ihre spezielle Anordnung
sogar dazu, einen Täter zu überführen. „Klunker-Ede,
wir konnten das Reifenprofil Ihres Fahrzeugs eindeutig
den Tatortspuren zuordnen. Gestehen Sie!“ Denn zum
Glück für die Ermittler in unzähligen Krimis ist der
Reifenabdruck eines Autos fast so individuell wie ein
Fingerabdruck. Gerät er im echten Leben ins Visier
der Polizei, dann hat dies aber häufiger mit einem
schwachen Profil zu tun: Mindestens 1,6 Millimeter
Tiefe muss es haben; empfohlen wird ein Reifenwechsel
schon ab vier Millimetern. Der Grund: Das Profil sorgt
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mit seinen Rillen dafür, dass der dünne Wasserfilm,
der sich bei Regen zwischen Reifen und Straße bildet,
abfließen kann. Die ersten Profilreifen für Automobile
wurden übrigens in Deutschland gefertigt: Continental
brachte sie 1914 auf den Markt. Nachdem zuvor die
Erfindung des luftgefüllten Pneus das Fahrrad- und
Autofahren revolutionierte, perfektionierten jetzt die
Reifenrillen Fahrverhalten und Kurvensicherheit.
Das neurotische Profil
Ein Artikel über „Profile“ wäre wohl nicht komplett
ohne die dazugehörige Neurose. Unter einer Profilneurose versteht man gemeinhin einen übersteigerten
Geltungsdrang und die Angst, nicht genug Wertschätzung zu erhalten. Im Grimm’schen Märchen „Von dem
Fischer und seiner Frau“ wird uns eindringlich vor
Augen geführt, wohin das führen kann: Immer wieder
trägt der Mann die Wünsche seiner habgierigen Frau
dem verzauberten Butt vor, und stets erfüllt dieser sie.
Doch nichts reicht der Ilsebill aus, nie ist sie zufrieden:
nicht als Königin, nicht als Kaiserin, nicht einmal
als Päpstin. Sie will so sein wie der liebe Gott – und
landet daraufhin wieder in dem alten Pisspott, in dem
sie zuvor wohnte.
Zu hoch gepokert!
Noch älter ist die Geschichte eines anderen Profilneurotikers. Herostratos lebte im antiken Griechenland,
hütete Schafe und fühlte sich damit weder ausgelastet
noch ausreichend wertgeschätzt. Er lag in den idyllischen ionischen Hügeln herum, betrachtete seine
Herde und hatte viel – wohl zu viel – Zeit für unnütze
Gedanken. Und so kam ihm eine im wahrsten Sinne
des Wortes zündende Idee, wie er zu unsterblicher
Berühmtheit gelangen könnte: Er überließ die Schafe
ihrem Schicksal und machte sich auf nach Ephesos, um
dort am 21. Juli 356 vor Christus den Tempel der Göttin
Artemis in Brand zu setzen. Dieser Tempel gehörte
zu den größten seiner Zeit und wurde zu den sieben
Weltwundern der Antike gezählt. Die Bewohner der
Stadt waren dementsprechend „not amused“– umso
mehr, als Herostratos ihnen seine Beweggründe nicht
vorenthielt. Sie verurteilten ihn zum Tode. Und damit
er auch post mortem sein Ziel des unsterblichen Ruhms
nicht erreichte, verboten sie, jemals wieder seinen
Namen zu nennen. Erzählen Sie die Geschichte also
nicht weiter. 3
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Strategie
Strategie
Das tragfähige Profil
Dass sich GOLDBECK als zuverlässiger Partner beim Bau unterschiedlicher Gebäudetypen profilieren konnte, hat wiederum
mit einer ganz anderen Art von Profilen zu tun: dem Profilstahl.
Laut Duden handelt es sich dabei um „durch Walzen geformten
Stahl mit bestimmtem Querschnitt“. Er ist ein Paradebeispiel
dafür, dass ein und dasselbe Material völlig unterschiedliche
Funktionen übernehmen kann, je nachdem, in welche Form es
gebracht wird. Doch bei der Entscheidung für ein „H“, ein „I“
oder ein „T“ hilft nicht der Duden weiter. Da kommt der Ingenieur zum Einsatz. Und der weiß: hohe Profile – also solche, bei
denen das Verhältnis von Höhe und Breite zugunsten der Höhe
entschieden wurde – tragen eher Biegemomente ab, während
gedrungene Profile – also die breite Variante – bei Druckkräften
zum Einsatz kommen. Ein Lehrstück für das Wirken von Kräften
und ihre Abtragung mittels unterschiedlicher Stahlprofile sind die
Fachwerkträger, die das Dach jeder GOLDBECK Halle tragen: Sie
kombinieren H-Profile mit Quadratrohren und sind damit bestens
auf ihre Funktion abgestimmt. Nirgends trifft der Leitsatz „Form
follows function“ mehr zu.
dann der gesamte Fachwerkträger aus Ober- und Untergurt samt
Diagonalverbindungen konstruiert. Nun steht noch eine weitere
Reinigung an, um Schweißspuren zu beseitigen, dann geht’s in
die Pulverbeschichtungsanlage. Hier erhält der Fachwerkträger
eine robuste Schutzschicht, die ihn vor Korrosion schützt. Wie an
einer riesigen, mobilen Wäscheleine hängend, fahren die großen
Bauteile durch die „Pulverkabine“. Jedes einzelne Element kann
bis zu drei Tonnen wiegen! Nach dem Trocknen ist es geschafft.
Die fertigen Träger verladen und per Lkw just in sequence auf
die Baustelle gebracht, wo ein Neubau gerade sein eigenes, unverwechselbares Profil erhält … ❚
Ein kleiner Überblick der Profile, die wir
für unsere Konstruktionen einsetzen
Untergurt Fachwerkträger
Ringankerwinkel für das
GOLDBECK Außenwandelement
Quadratisches Hohlprofil für
diagonale Fachwerkträger
Randstütze für das GOLDBECK
Außenwandelement
Rechteckiges Hohlprofil
Stützenadapter für Fachwerkträger
Schweißprofilstütze
Kreisförmiges Hohlprofil
Täglich rollen große Lkw auf den Hof des GOLDBECK Werks in
Bielefeld. Sie bringen H-förmige Profile aus dem Walzwerk – das
„Grundmaterial“, aus dem die Ober- und Untergurte der Fachwerkträger hergestellt werden. Doch vor der Verarbeitung steht
die Reinigung; hier heißt sie „Entzunderung“. Dabei werden
Rost, Fett und andere Verunreinigungen per Strahlverfahren vom
Stahl entfernt. Ist alles sauber, geht es ans Zusammensetzen und
Schweißen: Laschen, Kopf- und Fußplatten werden angebracht und
Alu-Profil
Äußerlich geradlinig und schlicht,
innerlich aber voller konstruktiver Überraschungen: Der Querschnitt durch ein
GOLDBECK Fensterprofil aus Aluminium
zeigt sein verstecktes Innenleben.
Wichtig ist die thermische Trennung
von Außen- und Innenseite durch ein
Mehrkammersystem plus Dämmstreifen.
Sie reduziert effektiv den Wärmeverlust
und sorgt damit für hohe Energieeffizienz – sogar auf Passivhausniveau,
wie das renommierte ift Rosenheim
bestätigte. Prüfungen durch das unabhängige Prüfzentrum
für Bauelemente
(PfB) in Rosenheim
belegen zudem
exzellente Werte
bei Schallschutz und
Einbruchhemmung.
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Abfangträger
Anschlussstück für Druckrohre
Parkhaus-Deckenträger
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Titelthema
Titelthema
INTERVIEW
Profil: Authentisch
GOLDBECK – das Unternehmen in der Innen- und Außenwahrnehmung
In einer Magazinausgabe mit dem Leitthema „Profile“ darf natürlich
der Blick auf das eigene Unternehmen und seine speziellen „Charaktereigenschaften“ nicht fehlen. Wir haben dazu jemanden befragt, der
noch neu genug ist, um alles frisch und unverstellt aufnehmen zu
können, der aber auch bereits Gelegenheit hatte, tiefergehende interne
Erfahrungen zu sammeln: Karin Padinger, seit Mai 2014 Marketing­
leiterin bei GOLDBECK.
Frau Padinger, was war Ihr Eindruck, als Sie erstmals den
Sie bringen Erfahrungen aus verschiedenen
Firmenstammsitz in Bielefeld besuchten?
Unternehmen und unterschiedlichen Bran-
Karin Padinger: Visuell war der erste Eindruck: Hier ist alles licht,
chen mit in Ihre neue Arbeitswelt und können
hell und groß. Emotional empfand ich eine große Authentizität
meiner Ansprechpartner, und auch der Geist des Familienunternehmens war deutlich spürbar. Auf Verstandesebene wurde
mir rasch klar, dass ich es mit hochintelligenten Produkten zu
tun habe. Ich habe gestaunt: Das Ausmaß der Komplexität des
Unternehmens mit seinen vielfältigen Gebäudetypen und Dienstleistungen war mir zuvor nicht bewusst. Faszinierend finde ich
die eigene Produktion und die Tatsache, dass die Entwicklung
und Perfektionierung der Systeme im eigenen Haus stattfindet –
in maßgeschneiderten Produktionsanlagen und unabhängig
von externen Firmen. Von den systematisierten Prozessen und
Produkten profitieren unsere Kunden enorm.
„Hohe Komplexität“ und „Familienunternehmen“ – passt das
zusammen?
Karin Padinger: Ja! Und mir ist auch schnell klar geworden, warum.
Mir – und jedem anderen, der neu zu GOLDBECK kommt – wird
ein Vertrauensvorschuss gegeben. „Vertrauen vor Kontrolle“ wird
gelebt. Das schafft Freiräume, in denen sich eigene Fähigkeiten
entfalten können, was – wie man sieht – zu hervorragenden
Ergebnissen führt. Als ich anfangs die verschiedenen Unternehmensbereiche kennenlernte, überraschte es mich, wie häufig – für
ein Unternehmen dieser Größe, mit über 3.600 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern – die Namen der Unternehmerfamilie genannt
werden. Alle Mitglieder – die drei Brüder Jörg-Uwe, Joachim und
Jan-Hendrik Goldbeck, natürlich auch ihr Vater Ortwin Goldbeck –
sind präsent. Sie werden als Ideengeber wahrgenommen, aber
auch als diejenigen, die sich für ein gutes Arbeitsumfeld einsetzen.
GOLDBECK
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deshalb vergleichen: Wo unterscheidet sich
GOLDBECK von anderen?
Karin Padinger: Spannend für mich ist die Niederlassungskultur im Unternehmen und die damit
verbundene Nähe zu unseren Kunden. GOLDBECK
ist an insgesamt 42 Standorten im In- und Ausland
vertreten, die sich natürlich aufgrund regionaler
Gegebenheiten unterscheiden. Umso erstaunlicher empfinde ich es, dass der „GOLDBECK
Geist“ überall, auch fernab des Stammsitzes in
Bielefeld spürbar ist: starke Kundenorientierung,
Wirtschaftlichkeit und Qualität, hohe Motivation, eine gute Markenführung. Zum guten Geist
des Unternehmens zähle ich übrigens auch das
GOLDBECK magazin: Es wird im eigenen Haus,
von eigenen Mitarbeitern erstellt und knüpft ein
enges Band zwischen Kunden und Unternehmen.
Das ist keine Selbstverständlichkeit. Besonders
interessant finde ich – natürlich auch berufsbedingt –, dass das positive Unternehmensbild, das
mir bei Kunden und Kollegen begegnet, nicht
das Ergebnis bewusst gesteuerter Kampagnen,
sondern natürlich gewachsen und authentisch
ist. Ich denke, das hat viel mit der Persönlichkeit
von Ortwin Goldbeck zu tun, dessen Authentizität
nun auch die zweite Generation lebt. ❚
Von den systematisierten Prozessen
und Produkten profitieren unsere
Kunden enorm.“
— Karin Padinger
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Stragetie
Strategie
Re gion
a l P r o f i l ze i g e n
Goldbeck
Möchten Sie die regionale Vielfalt Deutschlands erleben? Dann könnte eine Reise entlang der
GOLDBECK Standorte genau das Richtige sein! Wir laden Sie in dieser und in den kommenden Aus­
gaben unseres Magazins zu Stippvisiten in einigen unserer Niederlassungen ein. Als besonderes Schmankerl
garnieren wir unsere Besuche mit einer regionalen kulinarischen Spezialität. Denn hier gibt es Parallelen:
Genauso, wie jeder Landstrich seine typische Küche hat, ist auch das Bauen regional geprägt.
Berlin
Brandenburg
Wir halten Wort
Berlin hat mit Bauskandalen bundesweit von sich reden gemacht.
Dabei gibt es auch in der Hauptstadt durchaus Erfolgsgeschichten
vom Bau. Etliche davon hat GOLDBECK geschrieben. Eines der
jüngsten Kapitel handelt von sieben Schulergänzungsbauten, alle
termingerecht und im vereinbarten Kostenrahmen realisiert.
Bon Appétit
Roter Klinker im Norden, Holz im Süden Deutschlands – und unglaublich viel dazwischen … Wir lieben die Vielfalt! Dank ihr gibt
es immer wieder Neues zu entdecken. Spannend ist es aber auch,
Gemeinsamkeiten zu entdecken. Denn genauso wie der Majoran
sowohl der Hamburger Kartoffelsuppe wie auch der Münchener
Weißwurst den richtigen Pfiff verleiht, gibt es auch beim Bauen
Klassiker, die das Beste aus den verschiedenen Welten vereinen.
Fünf Regionalgesellschaften, 22 Niederlassungen, neun Geschäftsstellen – GOLDBECK ist in Deutschland flächendeckend
vertreten. Wer mit dem Unternehmen baut, hat es nie weit bis
zum nächsten kompetenten Ansprechpartner. Vor Ort trifft er auf
erfahrene Mitarbeiter, die sich in der Region bestens auskennen,
ganz überwiegend dort beheimatet sind und den Kunden sicher
durch alle baulichen Herausforderungen navigieren. Diese inzwischen bewährten Strukturen sind über Jahrzehnte gewachsen. Die
Basis dafür wurde bereits Anfang der 70er Jahre gelegt. Heute ist
das „Prinzip GOLDBECK“ so ausgereift, dass es trotz des starken
Unternehmenswachstums gelingt, die mittelständischen Strukturen
für die Kunden zu erhalten. Werden Regionalgesellschaften zu groß,
erfolgt eine Zellteilung in zwei kleinere Einheiten. Erfolgreiche
Niederlassungen werden um Geschäftsstellen erweitert, erfolgreiche Geschäftsstellen entwickeln sich selber zu Niederlassungen.
Auch Wachstum hat bei GOLDBECK System.
Wichtige Bauabschnitte
Die erste „Filiale“ des Unternehmens feierte bereits ihren 40.
Geburtstag: die Niederlassung Hannover. Sie ging 1973 an den
Start. Schnell zeigte sich damals, dass die Nähe zum Kunden,
GOLDBECK
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die Nähe zur Baustelle und die Nähe zu den Dienstleistern sich
für alle Seiten positiv auswirkt. Schon bald wurden weitere
Niederlassungen in Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart eröffnet.
Kurz nach der Wende erarbeitete sich GOLDBECK mit neuen Niederlassungen in Berlin, Leipzig und Dresden als „Nahversorger“
auch im Osten schnell einen guten Ruf. Hier hatte das Geschäftsstellenmodell seinen Ursprung. In Thüringen betreut seit 2000 die
Geschäftsstelle Suhl als „kleinerer Ableger“ der Niederlassung
eine Region intensiv. Viele weitere Geschäftsstellen folgten – erst
im April ist das Unternehmen mit einer neuen Geschäftsstelle in
Kiel vor Anker gegangen.
Durchdachte Konstruktion
Die Niederlassungen mit ihren Geschäftsstellen sind autarke Einheiten, die wie eigenständige Unternehmen agieren. Sie können
selbstständig und schnell Entscheidungen treffen und flexibel
auf Kundenwünsche reagieren. Sie pflegen engen Kontakt zu den
Kunden und können auf ein verlässliches Netz von Dienstleistern
zurückgreifen. Bei Bedarf sind sie auch nach Projektende in der
Nähe.
„Heute kommt zur räumlichen Nähe zu unseren Kunden noch die
fachliche Nähe für spezielle Gebäudetypen hinzu“, erklärt Lars
Luderer, Geschäftsführer GOLDBECK GmbH. Besonderes Knowhow ist in Geschäftsbereichen gebündelt, die auf Produkte wie
Schulen, Seniorenimmobilien und Hotels, aber auch auf Kundengruppen spezialisiert sind. Diese „Wissens-Insider“ arbeiten
eng mit den regionalen Insidern zusammen. So bleiben Niederlassungen und Geschäftsstellen immer erste Ansprechpartner
für die Kunden. ❚
Die sieben Schulprojekte liefen parallel,
der Zeitkorridor war eng, aber am Ende
konnten alle Schüler nach den Ferien
pünktlich in den neuen Klassenräumen
Platz nehmen. „Das ist Balsam für die
Seele der Stadt, die unter den Desastern
beim Bau des Hauptstadtflughafens und
der Staatsoper leidet“, zeichnet Uwe
Peuker ein Stimmungsbild. Der langjährige
GOLDBECK Mitarbeiter weiß, wovon er
redet. Er ist Leiter der GOLDBECK Niederlassung Berlin-Brandenburg und seit fast 25
Jahren vor Ort tätig. Seit den Bauskandalen
spürt er bei den Kunden eine stärkere
Sensibilität hinsichtlich Kosten- und Termintreue. „Unsere Zuverlässigkeit in diesen beiden Punkten wird jetzt noch mehr
wertgeschätzt“, so der Niederlassungsleiter,
der auch auf der Großbaustelle Hauptstadtflughafen drei Projekte verantwortet hat.
Die Frachthalle, den Air-Berlin/GermaniaWartungshangar und das Gebäude für den
Caterer – alle pünktlich fertiggestellt und
längst übergeben.
Uwe Peuker ist fast waschechter Berliner
und spricht die Sprache der Einheimischen.
In der Weltstadt mit Herz und Schnauze
ist die Kommunikation oft sehr direkt.
Wer keine „echte Bulette“ ist – so der
scherzhafte Ausdruck für Berliner – kann
sich schon mal brüskiert fühlen. Der Niederlassungsleiter und seine Mitarbeiter
Berliner Currywurst
Sie hat Kultstatus in der Hauptstadt, die ihr sogar ein eigenes
Museum gewidmet hat. Vor 65
Jahren soll sie an einer Imbissbude
in Charlottenburg zum ersten Mal
serviert worden sein: die gebratene Brühwurst mit einer Sauce
auf Tomatenbasis und ordentlich
Currypulver.
wissen die berühmte „Berliner Schnauze“ jedoch richtig zu nehmen und hatten
so von Anfang an beste Voraussetzungen
für die Gestaltung nachhaltiger Kontakte.
Sie haben den Aufbau nach der Wende
hautnah miterlebt und auch ein Stück
mitgestaltet. An einigen Stellen in der
Stadt ist die Handschrift von GOLDBECK
deutlich zu erkennen, zum Beispiel am
Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort
Adlershof, kurz WISTA. Dort hat das Unternehmen bereits sieben Projekte realisiert,
drei weitere werden folgen.
Insgesamt kann die Niederlassung BerlinBrandenburg über 233 Projekte vorweisen
und hat sich auch unter architektonischen
Gesichtspunkten profiliert. Ein viel gelobter Hingucker ist das neue Parkhaus für
die O2 World Berlin, dessen Fassade mit
ihrem Wechsel zwischen Betonfertigteilen,
Kassettenelementen und Profilglas einen
besonderen städtebaulichen Akzent setzt.
GOLDBECK genießt in der Region das
Vertrauen vieler zufriedener Kunden,
zu denen neben dem Mittelstand auch
namhafte große Unternehmen wie die
Messe Berlin, Siemens und der Berliner
Großmarkt zählen. „Wir werden häufig
weiterempfohlen“, freut sich Uwe Peuker.
Das gilt sowohl für den Großraum Berlin
als auch für die Gebiete außerhalb.
„Die Vereinigung von Berlin und Brandenburg hat auf politischer Ebene zwar
nicht stattgefunden, aber wir leben diesen
Bindestrich. Es liegt uns am Herzen, auch
die Entwicklung außerhalb der Hauptstadt
mit voranzutreiben“, unterstreicht er. Seit
der Gründung der Geschäftsstelle Rostock
2010 kann der Berliner mit seinem Team
auch im Norden des Einzugsgebietes die
Nähe zu Land und Leuten noch intensiver
pflegen. ❚
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Strategie
Strategie
Magdeburg
Liebe kann wachsen
Worte, die mit Sachsen-Anhalt in Verbindung gebracht werden,
klingen oft nicht gerade nach der großen Liebe: Strukturschwäche,
Abwanderung, Perspektivlosigkeit. Thomas Poege hält dagegen.
„Das Land ist viel besser als sein Ruf“, sagt der Leiter der GOLDBECK
Niederlassung Magdeburg. Er liebt seine Heimat und zweifelt nicht
an ihrem Potenzial.
Wer sich an der Turnstange schon mal an
einem Aufschwung versucht hat, der weiß
es ganz genau: Eine solche Übung kostet
Anstrengung. Wenn aber nicht nur eine
Person, sondern ein ganzes Bundesland
mit rund zwei Millionen Einwohnern zu
neuen Höhen finden soll, dann ist der Kraftakt dementsprechend größer. „Nach der
Wende ist von der ehemals hier ansässigen
chemischen Industrie und dem Schwermaschinenbau nicht viel übrig geblieben.
Viele Menschen haben ihr Glück im Westen
gesucht“, erinnert sich der 47-Jährige.
Der Sachsen-Anhalter ist in Haldensleben
geboren. Die Stadt wirbt auf ihrer Homepage mit dem Slogan „Wer kommt, bleibt“.
In Poeges Fall eine Art selbsterfüllende Prophezeiung, denn für ihn wäre ein Umzug
in den Westen aus Liebe zu seiner Heimat
nicht infrage gekommen. Seit 2001 ist der
Baufacharbeiter und Bauingenieur am 1994
gegründeten Standort bei GOLDBECK in
Magdeburg tätig. Neben dem Rückhalt im
Unternehmen haben ihn auch die vielen guten Dinge in „seinem“ Land Kraft gegeben.
„Eine gesunde Skepsis war zwar vorhanden,
aber die Geschichte hat Mut gemacht, hier
etwas aufbauen zu können“, sagt er.
Nach Angaben der Landesmarketinggesellschaft ist Sachsen-Anhalt das Bundesland
mit der höchsten Dichte an UNESCO-Welt-
GOLDBECK
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Magdeburger Bötel
Diese herzhafte sachsen-anhaltinische Spezialität wird oft als „Bötel
mit Lehm und Stroh“ serviert und
besteht aus Eisbein mit Sauerkraut
(„Stroh“) und Erbspüree („Lehm“).
Das Fleisch wird gepökelt und anschließend zusammen mit Gewürzen etwa drei Stunden lang gekocht.
Das Ergebnis ist wunderbar zart und
aromatisch.
kulturerbe im ganzen Bundesgebiet und
hat eine ganze Reihe von Attraktionen zu
bieten: Dazu gehören das Bauhaus Dessau,
die Luthergedenkstätten in Wittenberg und
Eisleben, die Altstadt von Quedlinburg und
das Dessau-Wörlitzer Gartenreich mit dem
Wörlitzer Park.
Die Weichen neu gestellt hat in den frühen
Jahren des neuen Jahrtausends auch die
Politik – und das beinahe buchstäblich.
Durch die verkehrsgünstige Lage im Herzen Deutschlands und der Mitte Europas
wurde in die Infrastruktur investiert. Dazu
gehören die ausgebauten Strecken der A2
und der A14 und in besonderer Weise
auch das Wasserstraßenkreuz zwischen
Mittellandkanal und Elbe, nach Angaben
des Landes das größte seiner Art in Europa.
Mit viel Optimismus, Engagement und
Netzwerkarbeit haben Thomas Poege und
sein Team den Standort nach und nach
ausgebaut. „Neben kleinen und mittelständischen Betrieben gehören auch internationale Firmen zu den Kunden, die von
der verkehrsgünstigen Lage profitieren.“
So hat dort beispielsweise das deutschniederländische Joint-Venture-Unternehmen „F-Glass“ eine neue Heimat gefunden
ebenso wie der Bäckereibetrieb Harry-Brot,
der gleich mehrmals mit GOLDBECK gebaut hat.
Seit 20 Jahren ist das Unternehmen nun in
Sachsen-Anhalt vertreten. Heute besteht
das Team um Thomas Poege in der Niederlassung Magdeburg aus 16 Mitarbeitern,
die alle aus der Region stammen. „Liebe
kann nicht nur wachsen, man kann sie
auch teilen“, sagt er. ❚
Thüringen
„Wir gestalten mit!
Thüringen bietet eine hohe Lebensqualität und liegt hervorragend
zentral“, ist Andreas Kiermeier ehrlich begeistert. Der Leiter der
GOLDBECK Niederlassung Thüringen ist fest im Freistaat verwurzelt.
Und er engagiert sich für seine Heimat, zum Beispiel im Regionalausschuss der IHK, als Erfurt-Botschafter oder im Unternehmerverband
Thüringen.
„Wer zum ersten Mal zu uns nach Thüringen kommt, ist meist vollkommen überrascht und kehrt immer gern wieder“, so
der Erfurter. Die starke Verbundenheit mit
Heimatstadt und Bundesland teilt er mit
seinen Mitarbeitern, die sich landauf, landab in Wirtschaftsverbänden und -initiativen, in Ausschüssen und Vereinen für die
Region einsetzen. „Wir gestalten einfach
gerne mit“, bringt Andreas Kiermeier das
besondere Profil seiner Mannschaft auf den
Punkt. Das gilt privat und auch beruflich.
Mitgestalten kann im Freistaat allerdings
nur, wer die Mentalität der Menschen
kennt und versteht. „Von Wortblasen lässt
sich hier niemand blenden“, weiß Andreas
Kiermeier und findet als „Zugangscode“
für seine Landsleute ein Zitat von BMWAufsichtsrats-Chef Joachim Milberg besonders treffend: „Nicht das Erzählte reicht,
sondern nur das Erreichte zählt.“
Die Niederlassung hat in den 20 Jahren seit
ihrer Gründung vieles erreicht. Sie konnte
etwa 350 Projekte realisieren, von denen
vor allem die Skilanglaufhalle in Oberhof
in der Region für Aufmerksamkeit sorgte.
Bei der Planung und Realisierung dieser
Halle setzten die Thüringer ihr Knowhow aus dem Tiefkühlbereich ein, denn
die Niederlassung hat sich innerhalb der
GOLDBECK Gruppe zu einem Kompetenz-
Thüringer Roster
Für einen echten „Thüringer Roster“
ist ein Holzkohlegrill unabdingbar. An ihn schmiegt sich die rohe
Wurst, die zuvor gern in einem
Biersud mit Senf und Zwiebelringen
gebadet hat. Gut gebräunt wird sie
anschließend im Brötchen serviert,
am besten mit einem original Thüringer Senf, der ausschließlich aus
gemahlener Senfsaat, Branntweinessig und Meerrettich besteht.
zentrum für Kühl- und Tiefkühllogistik
entwickelt. Daneben baut das Team im Freistaat branchenübergreifend vor allem für
den klassischen Mittelstand, der prägend
ist für die ansässige Wirtschaft. „Wir haben
viele Stammkunden gewinnen können“,
freut sich Andreas Kiermeier über das
langjährige Vertrauen etlicher Auftraggeber.
Die Nähe zu den Kunden ist für den 46-Jährigen ein wesentlicher Schlüssel für den
Erfolg. Sie definiert sich zunächst einmal
ganz konkret über Kilometer und Minuten.
Ortsnähe und schnelle Erreichbarkeit spielen neben dem Verständnis der Mentalität
eine entscheidende Rolle. „Das war der
Grund, im Jahr 2000 eine Geschäftsstelle
in Suhl zu eröffnen. Der wirtschaftlich interessante Südthüringer Raum war damals
verkehrstechnisch noch nicht so gut zu
erreichen. Wir sind mit diesem Schritt im
wahrsten Sinne des Wortes auf die Kunden
zugegangen“, betont Andreas Kiermeier.
Nähe zum Kunden drückt sich bei ihm
auch durch individuelle und intensive
Beratung und Betreuung aus: „Wir sehen uns als Partner auf Augenhöhe des
Mittelstands. Wir kennen dessen Bedürfnisse und Wünsche.“ Für seine Kunden
müssen die Projekte höchst funktional,
finanziell zuverlässig planbar und gleichzeitig architektonisch ansprechend sein.
Mit seinem Team hat Kiermeier nicht nur
die reinen Baukosten, sondern auch die
Erschließungs- und mögliche Folgekosten
im Blick: „Uns geht es immer darum, den
Kunden Sicherheit zu geben.“ ❚
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Strategie
Strategie
Hamburg
Perle im Norden
Hamburg hat mehr Brücken als Venedig. Für viele ist „HH“ die schönste
Stadt Deutschlands – auch wenn sie weniger als ihre italienische
Schwester auf Romantik, sondern vielmehr auf hanseatische Ehrbarkeit setzt. Doch wie in Venedig ist das Wasser auch in der Hansestadt
und im norddeutschen Umland ein alltäglicher Begleiter.
Die Lage an Elbe, Nord- und Ostsee prägt
nicht nur wirtschaftlich die Region, sondern hat auch Auswirkungen auf das Baugeschehen. „In vielen Regionen gehören
Hochwasserschutzmaßnahmen zu ganz
normalen Bauauflagen. Zudem sind die
Böden in den oberen Schichten häufig so
weich, dass wir die Gebäude auf Pfähle
stellen müssen, damit diese im Boden
nicht ‚versinken‘“, sagt René Kaldenhoven.
Außerdem pfeift der Wind den Immobilien in der norddeutschen Tiefebene auch
heftiger um die Ohren als anderswo. „Die
dadurch entstehenden Lasten berücksichtigen wir schon bei der Konstruktion“, erklärt
der Bauingenieur. Wo Wind und Wasser
sind, da liegt oft auch Salz in der Luft. „In
den Küstenregionen ist die Konzentration
enorm, ganz besonders an der Nordsee“,
so der 36-Jährige, der seit 13 Jahren in
Hamburg lebt. „Das stellt höchste Anforderungen an den Korrosionsschutz“. Ob Halle,
Büro oder Parkhaus in einem Urlaubsort
an der Küste oder mitten im Hafen von
Hamburg – die besonderen klimatischen
Bedingungen finden Berücksichtigung im
gesamten Vertriebsgebiet, das sich von
Schleswig-Holstein über Hamburg und
über Teile von Niedersachsen bis nach
Mecklenburg-Vorpommern erstreckt.
Fisch auf dem Tisch: Die geografische Lage
an der Elbe und in Küstennähe zu Nord-
GOLDBECK
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Hamburger Labskaus
Es gibt viele Varianten dieses
Hamburger Klassikers, aber allen
ist eines gemeinsam: Die Optik ist
ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
Doch wer beherzt zugreift, wird
beim Labskaus mit einem besonderen kulinarischen Genuss überrascht, der das Beste aus Kartoffelbrei, Rindfleisch, Matjes und Roter
Bete vereint. Traditionell gibt’s dazu
Spiegeleier und Gewürzgurken.
und Ostsee macht sich selbstverständlich
auch auf vielen Speisekarten bemerkbar:
Auf den Tisch kommt gerne mal Fisch
oder das traditionelle Seemannsgericht
Labskaus. „Es schmeckt toll und sieht
spannend aus“, schmunzelt der Niederlassungsleiter. Labskaus besteht aus püriertem Fleisch, Matjes, Kartoffeln, Roter
Bete und Spiegelei. Ursprünglich war es für
Matrosen und Seeleute gedacht, die wegen
vom Skorbut schmerzender Zähne keine
feste Nahrung zu sich nehmen konnten.
„Die Menschen hier pflegen Traditionen
und legen viel Wert darauf.“ Und so hat
sich das typische Gericht auch bei bester
Ernährungslage erhalten.
Die Tugenden des Kaufmanns
Ebenso fest zu Hamburg gehört das Bild
des ehrbaren Kaufmanns. Seine Tugenden haben in der Hansestadt und dem
Umland einen sehr hohen Stellenwert.
„Beständigkeit, Verhandlungsgeschick und
professionelles Understatement statt großer
Geste – hier gilt: Ein Mann, ein Wort“,
weiß René Kaldenhoven. Doch nicht nur
der hanseatische Mittelstand gehört zu
den Kunden von GOLDBECK. Auch international agierende Unternehmen zählen
dazu, beispielsweise aus China oder Singapur. „Hamburg ist durch seinen Hafen
das Tor zur Welt“, sagt René Kaldenhoven.
Nach Rotterdam ist der Hamburger Hafen
der zweitgrößte in Europa. Viele weltweit
operierende Logistikunternehmen finden
hier einen idealen Standort, ebenso Investoren. Ganz besonders freut sich René
Kaldenhoven darüber, dass GOLDBECK
nun auch direkt im Hafen einen „Anker“
geworfen hat: „Wir bauen hier aktuell den
neuen Cruise-Terminal 3 für die großen
Kreuzfahrtschiffe, ganz nah am Wasser und
mit einem tollen Blick auf Hamburg.“ ❚
Stuttgart
Mir könnet au
schwätza!
„Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Mit diesem Slogan wirbt
Baden-Württemberg für sich. Aus gutem Grund: Die vielfältigen
Dialekte im „Ländle“ sind identitätsstiftend, noch sehr lebendig und
vor allem außerhalb der großen Städte auch im Geschäftsleben
willkommen.
Jörg Strohmeier, Leiter der GOLDBECK Niederlassung Stuttgart, kann das bestätigen:
„Wir haben viele Kunden, mit denen wir
‚schwätza‘. Schließlich sind wir fast alle
in der Region beheimatet, sprechen und
lieben die Sprache der Menschen hier.“
Er und seine Mitarbeiter verstehen nicht
nur Wörter wie Breschdlingsgsälz (Erdbeermarmelade), Dreiblaskuacha (Johannisbeerkuchen) und Huschdaguatsle
(Hustenbonbon), sondern können sie auch
unfallfrei über die Lippen bringen. Sprachbarrieren gibt es nicht, die Kommunikation
funktioniert. „Anders als im Werbeslogan
behauptet, beherrschen wir natürlich alle
auch perfektes Hochdeutsch“, stellt Jörg
Strohmeier – augenzwinkernd und vollkommen akzentfrei – klar.
Geologisch hat Baden-Württemberg ebenfalls einige Eigenheiten. Das Land gehört
zu den flächenmäßig am stärksten von
Erdbeben bedrohten Gebieten Deutschlands. In den gefährdeten Regionen ist
erdbebengerechtes Bauen Vorschrift. „Es
sind zwar keine starken Beben zu erwarten,
aber im Falle eines Falles könnten sie schon
Schäden an Gebäuden verursachen“, erklärt
Jörg Strohmeier. Um das abzuwenden, müssen Fundamente und Außenwänden mit
Zerrbalken verstärkt werden. Sie können
ein Auseinanderdriften der Wände und
Risse im Mauerwerk verhindern.
Schäbische Maultaschen
„En de kloinschte Täschla sind
oft de beschte Sächla.“ Auf die
Maultaschen trifft das auf jeden
Fall zu, denn in den appetitlichen
Nudel­taschen befindet sich eine
leckere Mischung aus Fleisch- oder
Gemüse­brät plus Spinat. Sie werden
auch als „Herrgottsb‘scheißerle“ bezeichnet, weil sie in der eigentlich
fleischlosen Fastenzeit so manches
herzhafte Stück gut verbargen …
Ein weiteres wichtiges Thema für die Stuttgarter ist die Bodenkunde. Ob sandige oder
schluffige Böden, Gipskeuper oder Sandstein, Jura oder Seeton, Knollenmergel oder
Kalktuff, die Region hat für Architekten
und Ingenieure manche Herausforderung
zu bieten. Der Seeton in Bodenseenähe
etwa macht Pfahlgründungen unerlässlich,
um Gebäuden die nötige Standfestigkeit
zu verleihen. „Für das dreigeschossige
Produktionsgebäude des Nahrungsmittelhersteller Hügli in Radolfzell haben wir 180
Stahlbetonrammpfähle 40 Meter tief in den
Boden eingebracht“, nennt Jörg Strohmeier
ein Beispiel, mit dem sich GOLDBECK als
Spezialist für besondere Aufgaben regional
profilieren konnte.
Im Schnitt realisiert die Niederlassung
Stuttgart, zu der auch die Geschäftsstelle
Bodensee / Singen gehört, 25 Projekte pro
Jahr. Oft stehen die Bauschilder in kleinen
Orten wie Nufringen, Ditzingen, Wimsheim, Rottweil, Küssaberg oder Klettgau.
Die Kundenliste ist inzwischen lang und
enthält sowohl die Namen vieler mittelständischer Unternehmen als auch die von
Global Playern wie Daimler, Porsche und
Bosch. Sie ist ein Spiegelbild der regionalen
Wirtschaftskraft und -struktur.
Mit ihren Kunden fühlen die GOLDBECK
Mitarbeiter sich eng verbunden. Das zeigt
sich beim gemeinsamen Besuch des traditionsreichen Volksfestes Cannstatter
Wasen genauso wie beim traditionellen
Christbaumevent, zu dem die Stuttgarter
alle Geschäftspartner kurz vor Weihnachten einladen. Und auch wer keinen Baum
möchte, nutzt die Veranstaltung gerne als
Plattform zum Netzwerken. ❚
GOLDBECK
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Titelthema
Titelthema
Flexibler Typ mit
hartem Image
Stahl – ein Baumaterial im Profil
Klassiker wie das Chrysler Building machten ihn zum Star:
den Stahl. Noch heute ist er der Liebling von Ingenieuren
und Architekten. Und die Keimzelle von GOLDBECK.
Stahl ist ein Baumaterial mit unglaublich
vielen Vorteilen. Durch die wachsende Bedeutung nachhaltigen Bauens eröffnen sich dem
Werkstoff auch in Zukunft große Chancen.
Hier ein kleiner Auszug wichtiger Vorzüge:
für die Umwelt:
❚ 100 % recyclebar
❚ kleine Baustelleneinrichtung
❚ weniger Transportaufwand
für die Architektur:
❚ innovative Baustrukturen
❚ transparente und leichte Konstruktionen
❚ gute Kombinationsmöglichkeiten mit anderen
Materialien wie Beton, Glas und Holz
für den Bauprozess:
❚ Maßgenauigkeit und Planungssicherheit
❚ kurze Bauzeit
❚ witterungsunabhängige Montage
für die Wirtschaftlichkeit:
❚ frühe Nutzung durch kurze Bauzeit
❚ hervorragendes Raumnutzungsverhältnis
❚ lange Nutzungsdauer
GOLDBECK
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GOLDBECK
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Titelthema
Strategie
Am Anfang war die Idee
Alle wissen, dass er ein harter Typ ist. Einige sagen ihm deshalb
auch nach, er sei kalt. Von seiner Flexibilität, seiner Fähigkeit, sich
zu integrieren und zu verbinden, redet allerdings kaum jemand.
Wir sorgen für Abhilfe und bringen Ihnen diesen vielseitigen
Charakter näher!
Stahl bezeichnet eine metallische Legierung mit dem Hauptbestandteil Eisen. Dessen Geschichte beginnt vermutlich vor über
5000 Jahren: Die Ägypter verarbeiteten damals eisenhaltiges
Meteoritengestein. Guss- und Schmiedeeisen nutzte man im 19.
Jahrhundert gern als leichtes, flexibles Baumaterial – doch es hatte
gravierende Nachteile. Besonders Gusseisen neigte unter Spannung
zum Zersplittern, das besser geeignete Schmiedeeisen war nur sehr
aufwändig herstellbar. Mehrere Unglücke zeigten die
Schwächen von Eisenkonstruktionen
auf tragische Weise.
Theodor Fontane setzte einem davon mit
seiner Ballade „Die
Brück‘ am Tay“ ein
literarisches Denkmal. Am 28. Dezember
1879 brach die Eisenbahnbrücke über den
schottischen Fluss Firth of Tay ein, als ein Zug sie überquerte.
Über siebzig Menschen starben. An beiden Ufern beobachteten
Menschen in dieser stürmischen Nacht entsetzt, wie die Lichter
des Zuges in den Fluten verschwanden. Bei Tagesanbruch stellte
man fest, dass die Brücke auf über 1.000 Metern einfach nicht
mehr existierte. In Fontanes Ballade heißt es:
„Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.“
Gewagt – und gewonnen
Der englische Geschäftsmann Henry Bessemer
war der erste, dem es gelang, ein Verfahren zur
industriellen Herstellung von Stahl zu entwickeln.
Er ließ sich auf ein – nach damaligem Wissensstand – gewagtes Experiment ein und blies Luft in
geschmolzenes Roheisen. Bill Bryson beschreibt
dies in seiner „Geschichte der alltäglichen Dinge“ so: „Was nach
herkömmlichen Wissen hätte passieren sollen, war eine gewaltige
Explosion. Weshalb ja auch noch niemand, der einigermaßen bei
Sinnen war, ein solch närrisches Experiment durchgeführt hatte.
Aber bei Bessemer explodierte nichts, sondern es entstand eine
Flamme von sehr hoher Intensität, die alle Unreinheiten aus dem
Eisen herausbrannte und harten Stahl daraus machte.“ Von nun
an stand Stahl in großem Umfang zur Verfügung.
GOLDBECK
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Eine konstruktive Revolution
Als konstruktiver Baustoff wurde Stahl zum Sinnbild der Technologie und der Moderne des 20. Jahrhunderts. Die Konstruktionen
revolutionierten die Bautechnik. Der Stahlbau gilt als eine der
ersten Hightech-Branchen; das Hochhaus in Stahlskelettbauweise
wird zum Sinnbild modernen, rationalen, platzsparenden Bauens.
Würde man für den Bau hoher Gebäude keinen Stahl, sondern
Stein verwenden, dann müssten die Wände in den unteren Etagen
meterdick sein, um das Gewicht des Bauwerks tragen zu können.
Mit der Zeit würde es mehr und mehr im Boden versinken.
Auch die Wurzeln der GOLDBECK Gruppe liegen im klassischen
Stahlbau. Am 1. September 1969 gründete Ortwin Goldbeck die
damalige „GOLDBECK Stahlbau KG“. Durch
Entwicklungen in der Vorproduktion und Systematisierung entwickelte er die Kompetenzen
vom Stahlbau zum schlüsselfertigen Bauen weiter
und kombinierte Stahl mit Beton. Als Werkstoff
der Gegenwart beeindruckt Stahl Schöngeister
ebenso wie Rechner
am Bau. Zum Beispiel
Joachim Gugolka, Leiter des Bielefelder
Stahlbauwerks bei
GOLDBECK, den das
Material aus ästhetischen ebenso wie aus
praktischen Gründen
fasziniert: „Sogar filigrane Trägerkonstruktionen mit geringem
Eigengewicht können
stark belastet werden.
Das spart Platz und
schafft Transparenz.“
Die Augen des Maschinenbau-Ingenieurs leuchten, wenn er die vielfältigen Formen
und Facetten des Baumaterials Stahl beschreibt.
Ist der Fußball-Fan in einem der großen und modernen Stadien, wandert sein Blick zuerst ins
Tragwerk. Aber auch der Blick in eine Logistikhalle
kann beeindruckend sein. „Eine Konstruktion mit bis zu 30.000
Quadratmeter Fläche ohne Trennwände ist imposant.“ Selbst für
ihn, der Tag für Tag mit Stahl arbeitet.
Doch Stahl hat nicht nur ökonomisch viel zu bieten. Auch in
ökologischer Hinsicht sucht der Baustoff seinesgleichen: Stahl
ist nahezu ohne Qualitätsverlust unbegrenzt wiederverwertbar,
indem der Schrott eingeschmolzen und wieder zu Stahl verarbeitet
wird. Unter dem Gesichtspunkt Nachhaltigkeit steht der Baustoff
damit an vorderer Stelle. ❚
Nichts wirkt so nachhaltig wie die eigene Erfahrung. Und genau so funktionieren
die GOLDBECK Kundenforen in Bielefeld und Hirschberg: Dank 3D-Technik und
realer Bemusterung machen sie geplante Gebäude erfahrbar. Sie transportieren
Ideen ein gutes Stück in die Realität und helfen dabei, Entscheidungen zu
treffen. Und auch sie selbst sind aus einer guten Idee geboren. Geburtshelfer
war der GOLDBECK Projektkreis.
GOLDBECK
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Strategie
Strategie
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende
Erscheinung.“ Dieses Zitat von Kaiser Wilhelm II. führt uns deutlich vor Augen, wie sehr man mit einer Prognose daneben liegen
kann. Für Staatsoberhäupter gewiss fatal, aber auch auf Unternehmensebene verhängnisvoll. Denn jeder Marktteilnehmer muss
Veränderungen rechtzeitig wahrnehmen und einschätzen können,
um nicht von seinen Konkurrenten überflügelt zu werden. Welche
neuen technischen Entwicklungen und Möglichkeiten gibt es?
Wie verändern sich die Wünsche meiner Kunden? Es gilt, Indizien
wahrzunehmen und Ideen zu entwickeln. Wer sich darauf verlässt,
dass dies einfach nebenbei, sozusagen als Begleiterscheinung zum
Alltagsgeschäft passieren wird, handelt blauäugig. Hier müssen
stattdessen fest implementierte Instrumente greifen.
Ideen auf die Sprünge helfen
Bei GOLDBECK ist eines dieser Instrumente der Projektkreis. In
ihm kommen junge und engagierte Mitarbeiter in interdisziplinären Gruppen zusammen, um ganz gezielt in ihrer methodischen,
sozialen und persönlichen Entwicklung gefördert zu werden. Sie
kommen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen und
Berufsgruppen und fördern damit auch die Vernetzung innerhalb
der Unternehmensgruppe. Konkrete Projektarbeiten dienen als
„Werkstatt“. Dank dieser Kombination aus individueller persönlicher Förderung und Projektarbeit funktioniert der Projektkreis als
„Wirkbeschleuniger“ auf beiden Ebenen. Die gestellten Themen
stammen immer aus dem Unternehmen. Ausgewählt werden sie
im Hinblick auf ihre praktische und zukünftige Bedeutung für
GOLDBECK. „In der Regel gibt es pro Projektkreis jeweils ein Zukunftsthema und ein Optimierungsthema“, so Diplom-Psychologin
Sabine Nathaus-Hünnemann. Seit zehn Jahren unterstützt sie
projektbezogen die GOLDBECK Personalentwicklung und damit
auch die Projektkreise. „Die zwölf Teilnehmer jedes Projektkreises
teilen sich in zwei Gruppen auf. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren lösen sie die gestellten Aufgaben und erarbeiten
greifbare Ergebnisse.“ Flankiert wird diese Projektarbeit durch
eine Vielzahl ergänzender Module, bei denen die Teilnehmer
zum Beispiel Rhetorik und Präsentationstechniken, Moderation,
Zeit- und Konfliktmanagement oder Kreativität trainieren. Zwei
Mentoren aus der Geschäftsführung begleiten den Kreis und sorgen
für seine Verankerung im Führungsnetzwerk.
Die kleine Denkfabrik
Die Aufgabenstellung, mit der der 7. Projektkreis 2011 an den
Start ging, war komplex. Es ging um die Frage: Wie können wir
unseren Kunden die Entscheidungsfindung erleichtern? Denn
wer baut, hat eine Vielzahl von Entscheidungen zu treffen. Unzählige architektonische, technische und energetische Details
sind festzulegen, um zum idealen, individuellen Gebäude zu
gelangen. Viele dieser Details und Varianten sind bereits in den
GOLDBECK SystemZentren in Bielefeld und Hirschberg offengelegt. Dort laden begehbare Exponate in Originalgröße dazu ein,
sich ein Bild vom fertigen Gebäude zu machen. Kunden können
verschiedene Lösungen betrachten, auf sich wirken und sie sich
GOLDBECK
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in ihren Spezifika erklären lassen. Doch GOLDBECK möchte mehr
bieten: Eine optimale Bemusterung auf dem aktuellen Stand der
Technik soll es sein, durchdacht und 3D-unterstützt. Die Aufgabe
lautet deshalb: „Der Projektkreis soll die Möglichkeiten untersuchen, die uns virtuelle Modelle geben, in denen der Kunde durch
‚sein‘ 3D-Modell gehen und dabei verschiedene Materialien auf
sich wirken lassen kann. Er soll eine Bedarfs- und Nutzenanalyse
machen, das Projekt budgetieren, planen, einkaufen und bauen
lassen.“ Der Projekttitel gibt das Ziel vor: „Begeisterungsfaktor
Bemusterung“.
Auf die Plätze – fertig!
„Und um es vorwegzunehmen: Die Begeisterung ist da!“, sagt
Diplom-Ingenieurin Eva-Marie Stinshoff. Sie muss es wissen,
denn aus der erfolgreichen Performance des Projektkreises ist
ihr Arbeitsplatz entstanden: Das GOLDBECK Kundenforum in
Bielefeld. Fast täglich sind bei ihr Kunden zu Gast, die – gemeinsam mit ihrem jeweiligen Verkaufsingenieur – auf eine virtuelle
Reise durch ihr geplantes Gebäude gehen. Und die fasziniert sind
von den Eindrücken, die ihnen die moderne Technik ermöglicht.
Stinshoff: „Anhand von Plänen fällt es Laien in der Regel schwer,
die Ausmaße eines Projekts und seine technischen Details zu
verstehen. Unsere Visualisierungen empfinden sie deshalb als
überaus hilfreich.“ Herzstück des neuen Kundenforums ist ein
riesiger Plasmabildschirm, auf dem die verschiedenen Gebäudevarianten präsentiert und auf Wunsch verändert werden. Fenster
im Normalmaß oder bodentief? Aluminium- oder Natursteinfassade? Wenige Klicks führen die unterschiedlichen Möglichkeiten
vor Augen. Sogar dreidimensionale „Kamerafahrten“ durch das
geplante Gebäude sind möglich. Dafür sorgt das Zusammenspiel
der Planungssoftware der GOLDBECK Ingenieure und Architekten
mit den technischen Möglichkeiten des Kundenforums. Mit 3DBrillen ausgestattet, bekommen die Zuschauer so ein Gefühl für
die Räumlichkeiten, ihre Abmessungen und Dimensionen. Diese
virtuelle Echtzeit-Begehung ergänzen die Gastgeber durch eine
Vielzahl von Handmustern zum Beispiel für Armaturen, Teppiche
und Decken sowie für verschiedene Farb- und Oberflächenvarianten. Ein Zwilling des Bielefelder Kundenforums ist inzwischen
am Standort Hirschberg entstanden. Auch dort kombiniert ein
Showroom klassische und virtuelle Bemusterung. Hier kommt
statt eines Plasmabildschirms ein 3D-Beamer zum Einsatz. Und
auch damit kommen Kunden ihrem zukünftigen Gebäude so nah,
wie es in der Planungsphase nur möglich ist.
„Da ist Bewegung drin!“
„Wichtig ist mir die immanente Dynamik der Kundenforen. Sie
müssen sich kontinuierlich weiterentwickeln, neue Referenzen aufnehmen, die Exponate aktuell halten“, sagt Eva-Marie
Stinshoff. Und wertet auch die nach innen gerichtete Wirkung
positiv: „Die Kundenforen sind ein gutes Beispiel dafür, wie gut
bei GOLDBECK Mitarbeiter standort- und abteilungsübergreifend
arbeiten können und damit das Unternehmen – im Dienst unserer
Kunden – voranbringen.“ ❚
GOLDBECK
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Titelthema
Titelthema
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50 Ausgaben
1992
1994
04
05
Die Welt ist bunt
Die schwarz-weißen Zeiten
sind vorbei: Das GOLDBECK
magazin erscheint ab sofort
komplett in Farbe.
Ein Klassiker hat Geburtstag –
mit dieser Ausgabe erscheint
unser GOLDBECK magazin zum
50. Mal! Grund genug, einmal in
den Archiven zu stöbern. Der
Blick auf die vergangenen
Ausgaben zeigt die Evolution
eines Kundenmagazins.
1991
09
1993
01
02
1995
11
1996
1998
06
07
Handarbeit
Bevor die Computer in den Grafikagenturen
einzogen, wurden die Magazinseiten per
Handzeichnung vorgestaltet und abgestimmt.
2001
19
20
23
17
1997
GOLDBECK
50 | 2014
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GOLDBECK hat sich vom reinen Stahlbauunter­­
nehmen zum Anbieter schlüsselfertiger Gebäude
entwickelt. Das spiegelt sich – nicht nur im
magazin – im neuen Unternehmensclaim:
„GOLDBECK Netzwerk innovatives Bauen“, der
später von „GOLDBECK konzipieren – bauen –
betreuen“ abgelöst wird.
16
12
08
1999
14
15
10
03
Es geht los!
In diesem Jahr fällt gleich ein doppelter Startschuss:
GOLDBECK baut ein Werk im vogtländischen Treuen
und bekommt ein Magazin. Damals wandte es sich
als Informationsmedium vor allem an die eigenen
Mitarbeiter. Die Startauflage: 1.000 Stück.
13
Hoher Besuch
GOLDBECK feiert das 25. Firmenjubiläum. Als Ehrengast hält
Bundesminister Dr. Norbert
Blüm den Festvortrag – das
GOLDBECK magazin berichtet.
2000
Die EXPO 2000
eröffnet ihre Tore, und mit dem
britischen und dem mexikanischen
Pavillon sind auch zwei GOLDBECK
Gebäude dabei. Das magazin schaut
hinter die Kulissen.
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Fotos
Digital statt analog:
Mit Beginn des neuen
Jahrtausends geht die Zeit
der analogen Fotografie
langsam zu Ende. Negativstreifen wie diese sind nur
noch selten zu sehen.
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GOLDBECK
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Titelthema
Titelthema
2005
50 Ausgaben
2007
2003
Ausgabe 35 Frühjahr 2007
Ausgabe 36 Herbst 2007
Mit GOBACAR Europameister
im Parkhausbau
Mit Solaranlagen
weiter auf Erfolgskurs
Stammkunde der ersten
Stunde: Kraftverkehr Nagel
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Geordneter
Übergang
28
Karriere bei GOLDBECK
GOLDBECK in Polen
weiter auf Erfolgskurs
Internationale Schule
in Neuss eröffnet
Wachstum und Chancen
Strategien in der Unternehmensentwicklung
Wechsel in der Unternehmensführung
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32
35
36
Sehen Sie den Unterschied?
Unser Layout bekommt ein Facelifting!
Von allem etwas
Großaufträge, Branchen und Projekte,
Unternehmens- und Produktentwicklung – das GOLDBECK magazin ist
prall gefüllt. Die Auflage liegt bei
10.000 Stück.
2004
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2006
2008
Ausgabe 34 Herbst 2006
Ausgabe 37 Frühjahr 2008
Bürogebäude mit Flair
Produktionsstandort
Deutschland
Wachsendes
Geschäftsfeld PPP
Maßanfertigung
für HUGO BOSS
Montage by GOLDBECK
Freiland-Solaranlagen
für Spanien
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2002
30
Nachhaltigkeit gefragt
Wachstum
weist den Weg
nach Europa
33
2009
2011
p Erweiterung GOBAZENTRUM Bielefeld
p Neues Montageteam Süd
p Das Projekt Nokia
p Was ist das Karriereportal?
Ausgabe 01 | 2009
Ökonomisch, ökologisch und sozial
34
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2012
Das Mitarbeitermagazin der GOLDBECK Gruppe
Den
Lichtbogen
im Griff
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2014
Ein Tag als Schweißer
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2010
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Weitblick inklusive
Von nun an bekommt jede Ausgabe
ein eigenes Leitthema – das erste
lautet „Zeiträume“. Der Blick wird
weiter und erlaubt es, auch mal
über den Tellerrand des Bauens zu
schauen.
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2013
Stärker fokussiert
Das GOLDBECK magazin bekommt mit dem team
magazin einen Partner, der die Aufgabe des Mitarbeitermediums übernimmt. Nun kann es sich noch
stärker auf Kundenthemen fokussieren.
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Herbst/Winter
2014
2015
Profile
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50
42
47
GOLDBECK
Ausgabe 50
48
GOLDBECK
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28
29
Alle Kunst praktischer Erfolge
besteht darin, alle Kraft zu jeder
Zeit auf einen Punkt – auf den
wichtigsten – zu konzentrieren.
Ferdinand Lasalle
GOLDBECK
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Bauen
Bauen
Aus eigener Kraft
GOLDBECK produziert selbst. Aus gutem Grund. Wie der Systemgedanke
ist auch die Eigenfertigung fest verankert im Unternehmen. Systematisierte Bauelemente aus eigener Produktion spielen in der Erfolgsgeschichte
des Unternehmens eine wesentliche Rolle. Und was überzeugt die
Kunden? Um es vorweg zu sagen: Es ist nicht allein die hohe Qualität.
Unverwechselbar im Profil –
die Eigenfertigung bei GOLDBECK
In den vergangenen Jahren ist die eigene Produktion kontinuierlich
erweitert worden. Es wurde gezielt investiert. Inzwischen sind es
sechs Werke, die Bauteile in standardisierten Prozessen herstellen.
Aus Stahl, Beton und Aluminium. Im Zwei- bis Drei-Schichtbetrieb
werden jährlich insgesamt rund 70.000 t Stahl und über 150.000
m³ Beton verarbeitet. So konnten allein in den vergangenen fünf
Jahren mehrere Hundert Arbeitsplätze entstehen.
Zwar erfüllte die Eigenfertigung schon in den Anfängen des Unternehmens im klassischen Stahlbau eine wichtige Funktion, doch
im Laufe der Zeit nahm ihre Bedeutung zu. Als sich GOLDBECK
zum Anbieter schlüsselfertiger Gebäude entwickelte, erwies sich
eine eigene Produktionskompetenz als überaus wertvoll. Sichtbar
ist der Systemgedanke vor allem im erprobten und varianten­
reichen Tragwerk.
Dass GOLDBECK Kunden von der Eigenfertigung profitieren,
liegt auf der Hand. Doch was begeistert sie? Fabian Metz, Werkleiter in Bielefeld: „Kurze Lieferzeiten. Sehr konkurrenzfähige
Preise. Hohe Qualität.“ Zuverlässigkeit ist ein weiterer Aspekt.
Und Wirtschaftlichkeit, die sich auch langfristig auszahlt: in der
Betreiberphase des Gebäudes, wenn es um Energieeffizienz geht.
Damit nicht genug: „Bei uns gewonnene Erfahrungen mit Fertigungstechnologien, Materialien und Systemen fließen in einem
kontinuierlichen Verbesserungsprozess direkt in die Produktion
ein“, sagt Fabian Metz. Ein erzielter technologischer Vorsprung
wird ebenfalls an die Kunden weitergegeben. Bestes Beispiel sind
die nach einer exklusiven Betonrezeptur hergestellten beschichtungsfreien Parkhaus-Deckenplatten.
Vorteile industrieller Fertigung
Vor allem bei Neuentwicklungen, bei Normen-Änderungen, aber
auch bei sich wandelnden Kundenanforderungen lassen sich
Bauteile in der eigenen Fertigung unkomplizierter und schneller
anpassen als mit externen Produktionspartnern. Etwa das neu
entwickelte 3-D-Winkel-Element aus Beton für Parkhaus-Treppenhäuser. Für Thimo Schmerling, Leiter der beiden deutschen
Betonwerke, ist es als Lösung „ziemlich optimal“, denn mit
GOLDBECK
50 | 2014
diesem „Trick“ habe man drei Bauteile weniger als früher und
spare noch 50 Prozent Fugenanteil ein. „Auch Transport- und
Montageaufwand verringern sich.“
Bielefeld ist als Stammwerk traditionell der Standort für die
Produktion der Stahltragwerke. Zu diesem Bereich zählen
etwas Stahlstützen, Fachwerkträger (Gitterbinder), aber auch
Fenster-/Türen- und Fassadenelemente aus Glas und Aluminium. Ca. 350 Mitarbeiter sind in der Bielefelder BauelementeFertigung beschäftigt. Ein weiterer Standort für Stahltragwerke
und Aluminium-Elemente mit rund 300 Mitarbeitern befindet
sich im sächsischen Treuen / Plauen. Dort werden unter anderem Feinbleche für Colorfassaden gebogen und Stahlmatten für
Parkhäuser geschweißt.
Bedeutung der Betonfertigteile wächst
Seit 2009 stellt GOLDBECK im neu errichteten Werk in Hamm
selbst Betonfertigteile in Deutschland her. Heute arbeiten 140
gewerbliche Mitarbeiter und 24 Angestellte in Hamm. Stützen
und Fundamente, Sockel, Überladebuchten, Decken, Wände,
aber auch Toreinfassungen und Brandwandplatten nehmen
hier die gewünschte Form an. Unter anderem entstehen im
Werk exklusiv Außenwand-Betonelemente, die weitgehend
komplett sind: Verglaste Fenster, Sonnenschutz und Dämmung
sind bereits eingebaut.
Produktionstechnisch redundant aufgebaut in Sachen Ausfallsicherheit ist das Programm im Werk der GOLDBECK Betonelemente Süd GmbH in Vöhringen bei Ulm, in dem 40 gewerbliche
und sechs angestellte Mitarbeiter tätig sind. Betonfertigteile
produzieren auch die beiden Werke in der Tschechischen Republik, in Kutná Hora und in Tovačov.
Kundenanforderungen entwickeln sich weiter – die Vorteile der
industriellen Vorfertigung bleiben. Thimo Schmerling: „Um all
das, was für den Kunden zählt, unter einen Hut zu bekommen,
muss man schon etwas Besonderes bieten. Daran arbeiten wir.“ ❚
GOLDBECK
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Bauen
Bauen
Ein Neubau für Herrn Folgreich
Dürfen wir vorstellen? Das ist Rainer Folgreich. Er
braucht mehr Platz für sein expandierendes Unternehmen. Deshalb hat er sich an GOLDBECK gewendet.
In unserer vergnüglichen Bilderreise begleiten wir
ihn durch das Projekt und erleben, wie sein neues
Gebäude entsteht.
GOLDBECK
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GOLDBECK
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Bauen
Bauen
Bauen wird zum Kinderspiel
Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Und
auch das größte Bürogebäude entsteht bei GOLDBECK aus
einem Detail – einem vorgefertigten systematisierten
Element. Es wird bereits mit eingebauten Fenstern geliefert
und muss auf der Baustelle nur noch montiert werden.
„Sie müssen sich das vorstellen wie Legosteine, die passgenau
ineinander greifen“, erläutert Marc Seidel, GOLDBECK Produktmanager für den Bereich Bürogebäude, seinen Kunden
das GOLDBECK System. Wenn der wichtige Baustein an der
Baustelle ankommt, enthält er bereits Fenster, Dämmung und
Sonnenschutz. „Wir fertigen die Außenwandelemente in unserem
Betonfertigteilwerk in Hamm selbst – mit hoher Präzision und in
gleichbleibend hoher kontrollierter Qualität“, sagt Seidel. So seien
die Fenster beispielsweise alle vom Institut für Fenstertechnik
(ift) und dem Prüfzentrum für Bauelemente (PFB) in Rosenheim
geprüft und zertifiziert.
Neubau im Zeitraffer
Im Betonfertigteilwerk in Hamm wird projektorientiert gefertigt.
„Unsere Kunden sind immer begeistert, wenn wir sie einladen,
bei der Erstellung ihrer eigenen Außenwandelemente zuzusehen“,
erzählt Seidel. Die projektorientierte Planung führt zu einer
termingerechten Anlieferung der einzelnen Bauelemente. Rund
fünf Tonnen – etwa das Gewicht eines Kleintransporters – wiegt
ein Element, das per Tieflader zur Baustelle gefahren wird. Und
zwar genau dann, wenn es auch gebraucht wird. Die Größe des
Elements basiert auf dem Grundraster von 2,50 oder 2,70 Metern.
Seine maximalen Abmessungen sind transporttechnisch begrenzt
und betragen 8,10 mal 3,85 Meter. Die Systembauteile werden auf
der Baustelle passgenau aneinander gesetzt. So können binnen
einer Woche 800 bis 1.000 Quadratmeter veredelten Bauwerks
entstehen.
„Ein weiterer Vorteil: Da die Montage der Außenwandelemente und
unserer Rippendecken schnell erfolgen und die Gebäudehülle so
rasch geschlossen ist, kann sofort mit dem Innenausbau begonnen
werden“, sagt der GOLDBECK Produktmanager.
GOLDBECK
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Individualität wird großgeschrieben
Das Bauen mit System, ein Stück industrialisierte Bauweise, bedeutet jedoch nicht den Verzicht auf Individualität. Der Grundriss
des Bürogebäudes, die Wahl und Gestaltung der Fassade bleiben
frei wählbar. Bodentiefe Verglasungen, Lichtbandstrukturen oder
Lochfenster sind ebenso möglich wie Metall, Verblendmauerwerk,
Naturstein, Putz oder Keramik. „Das Außenwandelement besitzt
bereits die Unterkonstruktionen für vorgehängte Fassaden“,
erläutert der GOLDBECK Experte. So kommt es, dass ein und
dasselbe Außenwandelement sich einmal futuristisch mit Metall
und Glas präsentiert, ein anderes Mal elegant mit Naturstein oder
bodenständig mit Klinker.
Die gleiche Wandlungsfähigkeit wie außen bietet das Element
dem Gebäude auch innen. Großraumbüro, Einzelräume oder
Business-Club? System- und Trockenbauwände sorgen dafür,
dass Umnutzungen stets ohne großen Aufwand möglich sind.
Durch die Optimierung der Bauweise wird auch die Ressource
Umwelt geschont. „Wir verbrauchen nur halb so viel CO2 wie bei
herkömmlicher Bauweise“, sagt Seidel. GOLDBECK kümmert
sich um den Einsatz ökologisch unbedenklicher Baustoffe und
sorgt für einen niedrigen Energieverbrauch. Die fertig gelieferten
Fassadenelemente mit einer Dämmung von 160 Millimetern bei
einer hinterlüfteten Fassade entsprechen bereits den Anforderungen der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) von 2016. So tragen
bereits viele GOLDBECK Bauwerke die Zertifikate der Deutschen
Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) in Gold und Silber.
Beim Zertifizierungsprozess steht GOLDBECK seinen Kunden zur
Seite. Eine ganz neue Erleichterung dabei: Das komplette Bausystem ist seit Oktober 2014 mit dem DGNB-Mehrfachzertifikat in
Silber ausgezeichnet – die erste und bisher einzige Zertifizierung
dieser Art für Bürogebäude. „Das ermöglicht unseren Kunden,
ihr eigenes Projekt noch einfacher zertifizieren zu lassen“, sagt
Seidel. So wird Bauen fast zum Kinderspiel … ❚
GOLDBECK
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Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Der „ökologische Fußabdruck“ macht Unsichtbares
messbar – auch beim Bauen
Ein Mensch läuft am Strand entlang und hinterlässt Fußabdrücke. Eine
Spur, die zeigt: Ich war hier. Zumeist unsichtbar bleibt dagegen eine
zweite Spur, die jeder Mensch auf der Erde hinterlässt: der ökologische
Fußabdruck. Diese virtuelle Berechnungsgröße ermöglicht wissenschaftlich
fundierte Aussagen darüber, wie (wenig) nachhaltig ein Lebensstil ist –
sei es der eines Individuums oder eines Kontinents. Doch wer informiert
ist, kann seine persönliche Umweltbilanz verbessern, auch beim Bauen.
Die Welt ist nicht genug – zu diesem Ergebnis kamen 1994 ein
schweizerischer und ein kanadischer Wissenschaftler, als sie gemeinsam das Konzept des ökologischen Fußabdrucks entwickelten.
Mathis Wackernagel und William Rees analysierten zunächst,
wie viel „biologische Kapazität“ – gemeint sind Ressourcen zur
Lebenserhaltung – überhaupt auf der Erde vorhanden ist. Hierfür
addierten die beiden alle Land- und Wasserflächen, die biologisch
nutzbar sind, also Wälder, Ackerflächen und für Fischfang geeignete
Gewässer. Auf Basis dieser Erkenntnis ermittelten sie in einem
zweiten Schritt eine Methode, durch die sich berechnen lässt, wie
viel von dieser Kapazität ein Mensch oder eine Gruppe in An­­spruch
nimmt, um den Bedarf des täglichen Lebens zu decken – also etwa
für Nahrung, Kleidung oder Energie, um produzierte Schad­stoffe,
Müll oder freigesetztes Kohlendioxid (CO2) abzubauen. Für die
allgemeine Vergleichbarkeit rechneten Wackernagel und Rees
diesen Verbrauch mit Hilfe von Produktivitätsfaktoren in eine
Fläche um – den ökologischen Fußabdruck.
Wie viel Platz benötigt ein einzelner Mensch auf der Erde?
Das Ergebnis der Wissenschaftler: Die modernen Industriegesellschaften leben auf großem Fuß – auf zu großem Fuß: So benötigt
ein Mensch in Deutschland durchschnittlich 4,6 Hektar biologische Kapazität für seinen Lebensstil. Für einen nachhaltigen
Lebenswandel, der nicht mehr Ressourcen
verbraucht als gleichzeitig nachwachsen,
stehen dagegen gerade einmal 2,0 Hektar
zur Verfügung, weniger als die Hälfte also.
deutlich weniger Ressourcen verbraucht. CO2-neutral ist der Bau
von Bürogebäuden so gut wie nie, aber Bauherren können optimieren und ausgleichen – vorausgesetzt sie kennen die „Schuhgröße“
ihres neuen Gebäudes, den ökologischen Fußabdruck.
Ein erster Schritt zu weniger Spuren
Um ein Bewusstsein für die vielfältigen Möglichkeiten des nachhaltigen Bauens zu schaffen, hat GOLDBECK ein spezielles Tool
entwickelt. Mit ihm lässt sich genau ermitteln, welche Treibhausgasemissionen bei der Herstellung eines Bürogebäudes in
Systembauweise entstehen. In einem Computersystem sind die
einzelnen GOLDBECK Bauelemente mit CO2-Werten hinterlegt, in
denen sich alle umweltrelevanten Vorgänge bei der Herstellung des
Gebäudes widerspiegeln. Noch vor dem ersten Spatenstich lässt
sich so ausrechnen, wie viel CO2 durch die Herstellung eines neuen
Gebäudes anfällt. Auf Wunsch erhält jeder Bauherr eine detaillierte
Analyse der Klimabelastung durch die Fertigung „seines“ Gebäudes – und kann diese Bilanz freiwillig ausgleichen,
beispielsweise durch die
Unterstützung internationaler Klimaschutzprogramme.
GOLDBECK arbeitet dabei
mit Climate­Partner zusammen, einem internationalen
Experten für Klimaschutz.
Klimaneutral erstellte Gebäude erhalten von ClimatePartner ein Siegel, das
dies nach außen dokumentiert. Eine vollständige
Nachhaltigkeitszertifizierung über die DGNB ersetzt dies zwar nicht, aber es ist ein erster
Schritt auf dem Weg, etwas weniger Spuren zu hinterlassen. Ein
weiterer sind die Mehrfachzertifikate, mit denen die GOLDBECK
Systeme für Bürogebäude und Logistikhallen von der Deutschen
Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet
Info: EXPO REAL 2014
GOLDBECK auf der EXPO REAL 2014
Zum 18. Mal öffnete die EXPO REAL in München ihre Tore,
und als Aussteller der ersten Stunde war GOLDBECK auch
diesmal auf der Leitmesse der Immobilien- und Baubranche dabei. Intensiver Austausch, gute Gespräche und eine
Auszeichnung waren die Quintessenz: GOLDBECK erhielt als
erstes Unternehmen ein DGNB-Mehrfachzertifikat für Bürogebäude, das Kunden die Zertifizierung ihres Gebäudes nach
den Nachhaltigkeitskriterien der Deutschen Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen erleichtert. Klimafreundlich, weil CO2neutral, war übrigens auch der GOLDBECK Messestand, auf
dem das Zertifikat verliehen wurde.
Der ökologische Fußabdruck eines Gebäudes
Wackernagel und Rees haben eine Methode
entwickelt, mit der nicht nur menschliche
Verbräuche analysierbar werden, sondern
auch diejenigen von Unternehmen, Nationen
und Organisationen.
Verleihung des Mehrfachzertifikates in Silber
Auch GOLDBECK hat sich dieser Thematik
auf der ExpoReal in München
angenommen: Seit seiner Gründung vor 45
Jahren setzt das Unternehmen auf elementiertes Bauen mit System. Diese Bauweise verursacht weniger
wurden. Alle Projekte, die nach der Basis-Baubeschreibung inTreibhausgasemissionen als die konventionelle Herstellung. Der
nerhalb dieser Systeme gebaut werden, erfüllen automatisch die
Grund: Die einzelnen Systemelemente aus Stahl und Beton sind
DGNB-Kriterien. Zu prüfen bleiben dann nur die individuellen,
so passgenau für ihre Nutzung konstruiert, dass ihre Herstellung
projektabhängigen Kriterien. ❚
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Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
GOLDBECK erhält den Intersolar Award
für ein Kombinationskraftwerk
Ausgezeichnet!
Erdbeeren mit Sahne. Jogi Löw und die deutsche Fußballnationalmannschaft.
Brad Pitt und Angelina Jolie. Ganz klar: Traumhafte Kombinationen gibt es viele.
Doch nur wenige sind so effizient wie das Dreamteam von Marienheide: Im dortigen
Schul- und Sportzentrum kombinierte GOLDBECK eine Photovoltaikanlage mit einem
Blockheizkraftwerk. Für diese höchst energieeffiziente Innovation erhielt GOLDBECK
den Intersolar Award 2014.
Wenn im nordrhein-westfälischen Marienheide nahe Gummersbach
einmal nicht die Sonne scheint, müssen Schüler und Lehrer im
dortigen Schulzentrum trotzdem nicht auf umweltfreundlichen
Strom verzichten. Der Grund: GOLDBECK kombinierte hier eine
Dach-Photovoltaikanlage mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW). Diese Verknüpfung hat viele Vorteile: Das Kraftwerk
gleicht die wetter- und jahreszeitlich bedingt schwankenden Erträge
aus Sonnenenergie aus. Das System ist so bestens an den zeitlich
variierenden Bedarf an Elektrizität und Wärme angepasst. Das
schafft eine hohe Autarkie in der Strom- und Wärmeversorgung.
Und weil auch die Abwärme des Blockheizkraftwerks direkt vor
Ort genutzt wird, ist der Wirkungsgrad der Anlage insgesamt
deutlich höher als beim Strombezug von zentralen Kraftwerken.
Es muss nicht immer Süden sein
Auf den ersten Blick ungewöhnlich, aber bei diesem Objekt höchst
sinnvoll, ist die Ost-West-Ausrichtung der Photovoltaikanlage.
Dank ihr erzeugt die Anlage den Großteil des Stroms genau dann,
wenn er gebraucht wird: morgens, während des Schulbetriebs, und
abends, wenn die multifunktionale Turnhalle von Vereinen oder
für Konzerte und Theaterstücke genutzt wird. Eine wenig lukrative
Mittagsspitze wird vermieden. Hintergrund: Nach der Verringerung
der staatlichen Einspeisevergütung lohnt sich heute vor allem
der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms. Das Bedarfsprofil der
Gesamtschule bietet zudem ideale Einsatzbedingungen für das
BHKW: Der Warmwasserbedarf ist vergleichsweise hoch, viele
Wärmeverbraucher – zum Beispiel Duschen – sind zusammengeschlossen, die Nutzungszeiten sind lang und reichen teilweise
bis 24 Uhr. Das Kraftwerk läuft wärmegeführt, richtet sich also
nach dem lokalen Wärmebedarf. Es deckt den Grundlastanteil des
Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser ab. Im Ergebnis führt
die Kombinationsanlage jährlich zu einer spürbaren Einsparung
an Betriebskosten. Das Modell erfuhr höchste Anerkennung auf
der Fachmesse Intersolar: Der renommierte Intersolar Award, mit
dem herausragende und zukunftsweisende Projekte ausgezeichnet
GOLDBECK
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werden, ging an GOLDBECK. Begründung: Die beiden Eigenerzeugungstechnologien stehen in Marienheide nicht in Konkurrenz,
sondern ergänzen sich sinnvoll.
Und das ist noch längst nicht alles
Das innovative Energiekonzept ist wegweisend, aber nur ein
Baustein von vielen im Gesamtprojekt Marienheide. Schon 2010
beschloss die Gemeinde die Sanierung von drei aus den siebziger
Jahren stammenden Schulgebäuden und zwei Sporthallen, den
Abriss des in die Jahre gekommenen Schwimmbads und die
Sanierung einer Sporthalle. Die Projektpartner erarbeiteten ein
lebenszyklusorientiertes, projektphasenübergreifendes Konzept für
die gebäudetechnische und energetische Sanierung des Schul- und
Sportzentrums Marienheide im Rahmen einer öffentlich-privaten
Partnerschaft. GOLDBECK prognostizierte dabei realistische Verbrauchsmengen für Strom, Wasser und Wärme – die Erfahrungen
aus zahlreichen anderen Schulbauten flossen hier ein. Für die
Über- oder Unterschreitung dieser Mengen haben die Partner
eine Risikoteilung vereinbart, sodass auch seitens der Nutzer
ein Anreiz für den sorgsamen Umgang mit Energie und Wasser
gegeben ist. Zudem profitiert die Gemeinde Marienheide von
einem Rundum-Sorglos-Paket. GOLDBECK betreut die Objekte
und steht für die Verfügbarkeit des Blockheizkraftwerks ein. Eine
Online-Überwachung sorgt dabei für Sicherheit und schnelle
Reaktionsmöglichkeiten.
Das Fazit
Das Projekt Schul- und Sportzentrum Marienheide zeigt: Strom
mit dezentralen Anlagen selbst zu erzeugen ist eine lukrative
Möglichkeit, Betriebskosten einzusparen. Hat man eine geeignete
Dachfläche, ist eine Photovoltaikanlage eine sichere Investition.
Die Kombination mit einem Blockheizkraftwerk sorgt für Flexibilität und schafft Möglichkeiten, den Eigenverbrauch optimal
zu steuern. In Zukunft wird der Einsatz von Stromspeichern den
Eigenverbrauch noch weiter optimieren helfen. ❚
Schulzentrum Marienheide
Das Schul- und Sportzentrum Marienheide
ist in die Jahre gekommen: GOLDBECK
saniert in öffentlich-privater Partnerschaft
die Schulgebäude und baut eine moderne
Multifunktionshalle, die der Schule zudem
als Mensa dient.
Photovoltaikanlage
Zum Neustart gehört auch ein modernes Energiekonzept, das regenerative Energien einbezieht: Auf
dem Dach der Schule installiert GOLDBECK eine
Photovoltaikanlage, die für Unabhängigkeit beim
Stromeinkauf sorgt.
Blockheizkraftwerk
Weil die Sonne leider nicht immer scheint, ergänzt ein Blockheizkraftwerk die Leistung der
Photovoltaikanlage und sorgt für einen Ausgleich
der schwankenden Erträge aus Sonnenenergie.
Zudem wird die Abwärme des Blockheizkraftwerks
energetisch genutzt.
Intersolar Award
Die gelungene, zukunftsweisende Kombination
aus Strom- und Wärmeversorgung überzeugt die
Jury des Intersolar Awards 2014: GOLDBECK
erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Solare
Projekte in Europa“. Begründung: „Das System ist
ideal an den zeitlichen Bedarf von Elektrizität und
Wärme angepasst.“ Die eigentliche Gewinnerin
ist aber die Gemeinde Marienheide, die jährlich
hohe Energiekosten einspart.
GOLDBECK
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Bauen
Bauen
Gegen Biegen und Brechen
Stahl und Beton: Gemeinsam sind sie stark
Was sich einst bei Booten und Blumenkübeln
bewährt hat, funktioniert auch bei modernen Gebäuden: Durch die geniale Kombination von Beton und
Stahl erhalten sie Stabilität und erwehren sich
Beanspruchungen wie Zug und Druck. GOLDBECK
arbeitet permanent daran, die beiden Baustoffe und
ihre Verbindung weiter zu optimieren.
Biegen des Bewehrungsstahls
im GOLDBECK Werk Hamm.
Ob Ehemann und Angetraute, Schraube und Mutter oder der
berühmte Topf und sein Deckel: Wenn zwei sich so richtig gut
ergänzen, dann ist das die beste Voraussetzung, damit eine
Verbindung auch auf Dauer hält. Zwei, die nicht nur zusammenhalten, sondern mit denen sich buchstäblich gemeinsam etwas
aufbauen lässt, sind Beton und Stahl. Jeder der beiden Baustoffe
bringt seine ganz besonderen Eigenschaften mit: Die einmalige
Stärke des Betons liegt darin, dass er allerhand aushalten kann
und eine hohe Druckfestigkeit mitbringt. Wenn das Gewicht von
Menschen, Büromöbeln oder Fahrzeugen auf seiner Oberfläche
Druck ausübt, dann hält er‘s aus und nimmt´s gelassen. Wo Druck
ist, da ist aber auch Zug: Damit ist nicht etwa der unangenehme
Windhauch gemeint, der uns einen verspannten Nacken oder
Rücken bescheren kann, sondern eine andere Kraft, die es in
Sachen Spannung ebenfalls in sich hat.
Es bleibt spannend
Wer schon einmal versucht hat, mithilfe eines wenig vertrauenerweckenden Bretts einen Bach zu überqueren, hat bereits
mit Druck- und Zugkräften experimentiert. Bei Belastung biegt
sich das Brett durch. An seiner Unterseite wirkt nun eine Zugkraft – hier werden die Holzfasern auseinandergezogen. An der
Oberseite des Bretts wirkt Druckkraft, denn hier werden die
Holzfasern zusammengedrückt. Überträgt man dieses Beispiel
auf moderne Baustoffe, dann ist es der Stahl, der eine hohe
Zugfestigkeit aufweist. In Kombination mit Beton, der eine hohe
Druckfestigkeit mitbringt, ergibt sich die gemeinsame Tragkraft.
Auf „Bewehrung“
Prinzipiell werden die auf Zug beanspruchten Stellen eines Betonbauteils mit Stahl verstärkt. Diesen Vorgang nennt man auch
bewehren oder armieren. Typische Konstruktionen, in denen
dieses Duo zum Einsatz kommt, sind biegebeanspruchte Teile
GOLDBECK
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sie nicht so schnell zerbrachen. Er prägte den Begriff „Moniereisen“, der teilweise auch heute noch verwendet wird. Die
erprobte Kombination wurde stetig weiterentwickelt und auch
bei GOLDBECK für die Anwendung im Systembau optimiert.
wie Decken, Balken oder Stützwände. Bei GOLDBECK werden
diese Komponenten im Zuge der Systembauweise bereits für die
jeweilige Verwendung perfekt aufeinander abgestimmt und im Werk
vorgefertigt. Neben der hohen Tragkraft hat die Kombination im
Fall von Beton und Stahl auch noch einen weiteren Hintergrund:
Der Beton, der den Stahl in den vorgefertigten Bauteilen umgibt,
schützt ihn auch vor Korrosion durch schädliche Umwelteinflüsse
wie Frost oder chemische Stoffe.
Wer hat’s erfunden?
Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich der Franzose Joseph-Louis
Lambot erstmals das Zusammenspiel von Beton und Stahl zunutze:
Er baute ein Boot aus verstärktem Zementmörtel und ließ es sich
patentieren. Auch der Gärtner Joseph Monier wusste das Miteinander der Baustoffe zu schätzen: Er produzierte Pflanzkübel aus
Zementmörtel und verstärkte sie mit einem Eisengeflecht, damit
Auf Stahl gebaut
Nicht nur die Ursprünge des Unternehmens GOLDBECK gehen
auf den Stahlbau zurück, auch bei den Gebäuden nimmt der
Werkstoff über die beschriebene Verwendung in Systemelementen wie Decken und Wänden hinaus eine tragende Rolle ein:
Im „Skelett“ der Immobilien sorgt er in Form von Stützen und
Fachwerkträgern für Stabilität. Um eine möglichst hohe und
gleichbleibende Qualität zu gewährleisten, legt das Unternehmen Wert auf eine hohe Fertigungstiefe und damit verbundene
Eigenleistungen: „Bei den Stahlprofilen werden die am besten
geeigneten Spezifikationen gewählt und dann im Unternehmen
sorgfältig und präzise weiterverarbeitet.“ Beispielsweise werden
die Parkhausträger, die aus einem Steg und zwei Flanschen
bestehen, miteinander verschweißt. Bleche werden in hoch
automatisierten Plattenbearbeitungszentren passgenau vorbereitet“, erklärt Michael Mues, Leiter Entwicklung Bausysteme
bei GOLDBECK. Darüber hinaus bekommen die Bauteile im
Werk mithilfe einer innovativen Pulverbeschichtungsanlage eine
zeitgemäße Oberflächenbehandlung. Dabei erhalten sie nicht
nur ihre Farbe, sondern auch eine vor Korrosion schützende
Oberfläche, die besonders robust ist.
Angriffen standhalten. Dazu gehören beispielsweise Verschleißbeanspruchung durch Fahrzeuge. Auch Angriffen von Frost muss er
sich erwehren können – mit und ohne Taumittel. Damit dies auch
über viele Jahre gelingt und Dauerhaftigkeit und Betondeckung
gewährleistet sind, ist der Baustoff in sogenannte Expositionsklassen eingeteilt, die eine definierte Mindestfestigkeitsklasse für
die jeweilige Beanspruchung vorgeben. Um darüber hinaus den
spezifischen Anforderungen gewachsen zu sein, hat GOLDBECK
für die Verwendung im Parkhaus einen „intelligenten“ Beton
entwickelt. „Im Mittelpunkt stand dabei die Frage: Wie muss der
Werkstoff beschaffen sein, damit die Platten nicht beschichtet
werden müssen?“, erläutert Michael Mues. Als Antwort darauf hat
das Unternehmen spezielle Zuschläge für den Beton in Parkhäusern entwickelt, die eine zusätzliche Beschichtung größtenteils
überflüssig machen.
Auf Wiedersehen!
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Recycling der Baustoffe.
Wenn sich Beton und Stahl mal trennen, dann ist es vielleicht
nicht für immer: Beton wird häufig als Füllmaterial auf der Baustelle wiederverwertet. Der besonders wertbeständige Stahl wird
eingeschmolzen und beginnt in einer neuen Form ein zweites
„Leben“ – vielleicht wieder Seite an Seite mit seinem bewährten
Verbündeten Beton. ❚
Die Betonmischung macht’s
Beton ist nicht gleich Beton: Der Baustoff, der aus Zement,
Gesteinskörnung, Wasser, Zusatzmittel, Zusatzstoffen und Luft
besteht, muss tagtäglich den verschiedensten Anforderungen und
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Zeitsprung
Zeitsprung
ÜBER GESCHMACK
LÄSST SICH STREITEN
Der Deutsche Werkbund: Einsatz für Qualität – und mehr
Vor hundert Jahren tat sich Interessantes am Deutzer Rheinufer: Wo heute die Kölner
Messe residiert, wuchs auf 200.000 Quadratmetern modernste Ausstellungsarchitektur
aus dem Boden. Eine Festhalle, ein Theater und eine Musterfabrik gehörten dazu. Initiator
war der sieben Jahre zuvor gegründete Deutsche Werkbund. Sein Ziel: die Veredelung der
gewerblichen und industriellen Arbeit durch die Kunst.
Plan des Ausstellungsgeländes 1914. Carl Rehorst
GOLDBECK
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Nicht gegeneinander, sondern miteinander
Die Idee des Werkbunds setzt hier an. Seine Prämisse lautet jedoch:
Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Es gab gewaltige, nicht
umzukehrende Umwälzungen in den Produktionsprozessen. Daher gelte es, eine Versöhnung zwischen Handwerk und Maschine
herbeizuführen. Das Schädliche, das die Industrie verursacht hatte,
lässt sich nur gemeinsam mit der Industrie bekämpfen. Ästhetisch
und qualitativ hochwertige Maschinen-Möbel zum Beispiel sind
dann auch für weniger Bemittelte erschwinglich. Gute Waren für
alle – ein zutiefst demokratischer Gedanke. Muthesius ethisch fundierter Qualitätsbegriff fließt in die Statuten des Werkbundes ein.
Bei seiner Gründungsveranstaltung ist er jedoch nicht dabei, denn
er hatte kurz zuvor öffentlich den
Finger auf diese höchst empfindliche
Soziale Aspekte der Produktion
Stelle gelegt und Qualitätsmängel in
Hermann Muthesius (1861 – 1927),
der kunstindustriellen Produktion
einer der Väter des Deutschen Werkvon Verbrauchsgütern angeprangert.
bunds, wäre ganz sicher in OhnDer Fachverband reagiert pikiert bis
macht gefallen angesichts dieser
ungehalten; keine gute Voraussetbillig produzierten Fülle. Er hatte
zung, um seine Mitglieder an einen
seinem Wirken das entgegengesetzte
gemeinsamen Tisch zu bekommen.
Ziel gegeben: Das Streben nach QuaMuthesius bleibt also im Interesse
lität und gutem Geschmack. Seine
der Konfliktvermeidung fern, als im
Ideale: Gediegenheit, WahrhaftigOktober 1907 zwölf Künstler und
keit, Einfachheit. Die maschinelle
zwölf Industrielle in das Münchener
Produktion von Gebrauchsgütern
Hotel „Vier Jahreszeiten“ einladen.
nur nach den Regeln des KapitaUnter den zwölf Wirtschaftsvertrelismus steht dem in seinen Augen
tern sind die Inhaber einer Silberwaentgegen. Mit dieser Auffassung ist
renfabrik, einer Weberei und einer
Muthesius nicht allein: Schon Jahre
Schriftgießerei, Verleger, Möbelfabzuvor formierten sich in England
rikanten, Hersteller von Haushaltsmit der „Arts and Crafts“-Bewegung
gegenständen und Spielsachen. Etwa
um John Ruskin und William Morhundert Angesprochene folgen der
ris Kritiker der Industrialisierung.
Einladung: Künstler, Architekten,
Nach Morris‘ Meinung zwinge der
Industrielle, Kaufleute und KunstHermann Muthesius in einer um 1910 entstandenen Aufnahme vor seinem
Kapitalismus die Menschen dazu,
freunde. Das gemeinsame Ziel ist
Haus in Berlin-Nikolassee.
„das Wertlose zu gebrauchen und
die Gründung eines Verbunds mit
das Sinnlose zu produzieren“. Er forderte eine Besinnung auf
der Aufgabe, handwerkliche und industrielle Produkte qualitativ
handwerkliche Qualität und Materialgerechtigkeit. Wichtig war
zu verbessern – und das für alle gesellschaftlichen Schichten und
ihm dabei das Ganzheitliche des Herstellungsprozesses. Auch
im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk. Die
Handlungsfelder: Gegenstände, Bauten und Stadt-Planung, „vom
wies er auf soziale Aspekte und die kulturelle Bedeutung der
traditionellen Produktionsweisen hin. Doch angesichts des
Sofakissen bis zum Städtebau“. 3
rasanten Wachstums der Maschinierung und der im Vergleich
viel zu hohen Kosten traditioneller Handwerksarbeit nach
Morris’ hohen Qualitätsansprüchen blieben die Produkte nur
einigen wenigen Gutbetuchten vorbehalten. Viele sahen Morris
als romantischen Träumer ohne Realitätsbezug.
Waren Sie schon einmal in einem Ein-Euro-Shop? Tand, wohin
das Auge blickt: Einweg-Kugelschreiber und Plastikblumen,
Modeschmuck und billige Haushaltsutensilien aus Fernost.
Willkommen in einer grell-bunten Welt aus Wegwerf-Gebrauchsartikeln, für den Moment gemacht, der Mode folgend. Keins der
Stücke, die hier in Massen auf den Markt geworfen werden, hat
das Zeug dazu, dauerhaft von Nutzen zu sein oder gar an die
nächste Generation weitergegeben zu werden. Schiebt man sich
durch die Regalgänge, ist dennoch der Reiz des Billigen spürbar.
„Für den Preis nehme ich mir das mit. Da kann man ja nichts
falsch machen.“ Und nicht wenige können es sich auch gar nicht
leisten, zu diesem bunten, breiten Angebot nein zu sagen – zu eng
ist der finanzielle Gürtel gespannt.
GOLDBECK
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Zeitsprung
Zeitsprung
ÜBER GESCHMACK
LÄSST SICH STREITEN
Gemeinsam für den guten Geschmack
Fritz Schumacher, Professor für Architektur an der Technischen
Hochschule in Dresden, hält die einführende Ansprache. Sein
Credo: Weil sich aus der ungehemmten wirtschaftlichen und
technischen Entwicklung der Zeit „eine große Gefahr an der
Wurzel kunstgewerblichen Lebens herausgebildet“ habe, kann nur
das Zusammenwachsen der erfindenden und der ausführenden
Kräfte die „Gesundung des Kunstgewerbes“ ermöglichen. Immer
wieder kommen die Werkbündler auf das Argument des guten
Geschmacks zurück und den Wunsch, dem deutschen Konsumenten ein ästhetisches Bewusstsein zu vermitteln.
Aus heutiger Perspektive, geprägt durch industrielle Massenproduktion, Individualismus und die Koexistenz unterschiedlichster
Stile, wirkt dieses Engagement merkwürdig. Was ist überhaupt
guter Geschmack? Warum soll nicht jeder, der dies möchte, einem
schlechten Geschmack frönen dürfen? War das überhaupt ein
Thema für die Menschen damals, vor über hundert Jahren? Ganz
klar: Die Gesellschaft war zur Zeit der Werkbundgründung eine
andere. Ein historischer Exkurs verdeutlicht die Hintergründe.
Leiden an der Masse
Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die industrielle Revolution
in Deutschland begonnen, 1871 wird mit Proklamation Kaiser
Wilhelm I. der erste deutsche Nationalstaat gegründet. Am Ende
des Jahrhunderts ist Deutschland Weltmacht und steht in wirtschaftlicher Blüte. Doch auch die soziale Frage drängt nach wie
vor: Der Wandel von der Agrar- zur Industrienation ist vollzogen,
aber das Industrieproletariat und sein Elend in den Städten verlangt
nach Lösungen. Zwölfstundentage sind die Regel, Kinderarbeit ist
verbreitet, es gibt kaum Schutz vor Arbeitslosigkeit, die Inflation
verbrennt die nominellen Lohnanstiege, die Wohnungssituation
ist katastrophal. Die bürgerlichen Rechte der Menschen enden
am Werkstor. Die Denkweise der Oberschicht jedoch ist oftmals
noch feudal-agrarisch geprägt, mit wenig Verständnis für die
Forderungen der Arbeitsbevölkerung. Die Arbeiterschaft bildet
in ihren Bildungs-, Sport- und Freizeitvereinen eine Gegenwelt
und organisiert sich in einer sozialdemokratischen Gegenkultur.
Es wächst die Angst vor einem rücksichtslosen technischen Optimismus und einem totalen Ausverkauf aller Werte.
Geist, der enorme Glaube daran, dass die Grenzen
der industriellen Leistungsfähigkeit noch
Städter (Alfred Wolfenstein, 1914)
lange
nicht erreicht sind, trägt einen gewaltigen
Dicht wie Löcher eines Siebes stehn
wirtschaftlichen Aufschwung. Das Deutsche
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Reich wird zur wirtschaftlichen Supermacht.
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.
Aber international hat es sich isoliert, sich aufIneinander dicht hineingehakt
grund der wilhelminischen „Weltpolitik“ ins
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Abseits manövriert. Hermann Muthesius nimmt
Leute, wo die Blicke eng ausladen
ein Stichwort von Reichskanzler Bernhard von
Und Begierde ineinander ragt.
Bülow auf, als er argumentiert: Deutschland sei
Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
„eingekreist“ und arm an Kolonien und NaturDaß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
schätzen. Um sich langfristig auf dem Weltmarkt
Flüstern dringt hinüber wie Gegröle:
behaupten zu können, müsse es daher „die
Und wie stumm in abgeschlossner Höhle
sittlichen und geistigen Gaben seiner Bürger
Nollendorfplatz, 1912,
Unberührt und ungeschaut
Ernst Ludwig Kirchner (1880 – 1938),
auch kaufmännisch zur Geltung bringen“. Die
Steht doch jeder fern und fühlt: alleine.
Stiftung Stadtmuseum Berlin
Werkbund-Aktiven glaubten daran, eine kulturelle Mission zu erfüllen, durch Qualität Gegner
des Reiches zu Bewunderern umzuwandeln,
Die expressionistische Lyrik gibt dieser Angst ebenso Ausdruck wie
damit andere Länder mit dem Deutschen Reich auszusöhnen und
die Malerei. Besonders der Moloch Stadt als entmenschlichende
so dem Weltfrieden zu dienen.
Es gibt also einen volkswirtschaftlichen Ansatz für den Werkbund:
Zusammenballung von Leben ist ihr Thema. In seinem Gedicht
„Städter“ beschreibt Alfred Wolfenstein die städtische Architektur
Sind deutsche Produkte konkurrenzfähig, dann erhöht dies die
als Bedrohung. Sie ruft klaustrophobische Ängste hervor und
deutsche Wirtschaftskraft. Der liberale Politiker Friedrich Naumann,
macht die Menschen trotz – oder wegen – der aufgezwungenen
ebenfalls Mitbegründer des Deutschen Werkbunds, betont vor
allem die sozialen Aspekte: Indem der Werkbund das Prinzip der
Nähe einsam und gleichgültig.
Qualität proklamiere, mehre er den Wert der Arbeit, das Ansehen
Die andere Seite der Gesellschaft berührt das kaum. Die Eliten
genießen Glanz und Gloria, Flottenparaden und Kaisermanöver. des Arbeiters und die Freude an der Arbeit. Damit wirke er der
Großindustrielle und Bankiers, Offizierskorps und höhere Be- Proletarisierung entgegen, die man bisher als unausweichlichen
amtenschaft leben im vollen Bewusstsein der deutschen Welt- Begleiter des Kapitalismus angesehen hatte. Die Arbeiter können
machtstellung und mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Das
sich mit dem kapitalistischen System aussöhnen und zufriedene
vom Kaiser geliebte und beförderte Militär bestimmt den Geist
Bürger werden – soziale Harmonie statt Klassenkampf.
der Zeit. „Wo ham se jedient?“ lautet die Frage – siehe Heinrich
Wie auch immer man heute die Ziele des Werkbundes beurteilt –
eines vermochte er auf jeden Fall: Ein lebendiges Forum für Kunst
Manns „Der Untertan“ oder Carl Zuckmayers „Hauptmann von
Köpenick“, dessen reale Vorlage sich im Jahr vor der Werkbund- und Industrie zu sein, eine Plattform für noch heute aktuelle
Diskussionen über Arbeitsqualität in der Industriegesellschaft,
gründung abgespielt hatte. Die „Köpenickiade“ verdeutlicht die
über die Verbindung von hoher und volkstümlicher Kultur, über
Bedeutung des Militärs in wilhelminischer Zeit und die Macht
(Produkt-)Qualität und Ästhetik. Industriellen und bildenden
der Uniform. Ganz gleich, welche gehobene Stellung man auch
hatte, angesehen war ein Mann erst, wenn er „gedient“ hatte und
Künstlern, Universitätsprofessoren, Handwerkern und Politikern
als Reserveoffizier ins Privatleben zurückgekehrt war.
gab er die Möglichkeit, persönliche Beziehungen zu knüpfen, zu
diskutieren, zu streiten und sich gegenseitig zu befruchten.
Qualität für den Weltfrieden
Die deutsche Wissenschaft ist weltweit führend – auch sie gefördert
Viele Wege führen zum Ziel
von Wilhelm II. 17 Nobelpreise gehen zwischen Jahrhundertwen- Das Spektrum zur Verbreitung des Werkbundgedankens und zur
de und erstem Weltkrieg an Deutsche, darunter Wilhelm Conrad
Schulung des guten Geschmacks war breit gefächert. Museen wurden kontaktiert, gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt Vorträge 3
Röntgen, Robert Koch und Paul Ehrlich. Der wissenschaftliche
Das Bürogebäude der Versuchsfabrik – Eingangsfront
Architekt: Walter Gropius
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Zeitsprung
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ÜBER GESCHMACK
LÄSST SICH STREITEN
für Diplomaten organisiert, private Firmen direkt angesprochen
und natürlich der Einzelhandel einbezogen. Auch dort gab es
Vorträge, aber zum Beispiel auch praktische Schulungen und
Wettbewerbe für Schaufenstergestaltung, die in die Gründung einer
Spezialschule mündeten. Vor allem Großunternehmen sprangen
auf den Qualitätsgedanken an: Die Schifffahrtsgesellschaften
Norddeutscher Lloyd und die Hamburg-Amerika-Linie traten
dem Werkbund bei und beauftragten Mitglieder mit dem Entwurf
der Innenarchitektur ihrer Transatlantik-Linienschiffe. Eine Art
„Baedeker“ für Qualitätsware sollte als praktische Verbraucherberatung dienen und wurde 1915 realisiert. Themenspezifische
Ausstellungen boten der Industrie Austauschmöglichkeiten bei
speziellen Problemen, zum Beispiel in der Ton- und Zementherstellung. Der Entschluss für eine große Gesamtausstellung in Köln
fiel 1912. Diese zeigte dann, wie lebendig das Forum „Werkbund“
war und wie leidenschaftlich die Diskussionen.
Funkeln bis zum Kriegsbeginn
Mit Unterstützung der Stadt Köln startete die Bebauung des Ausstellungsgeländes am Deutzer Rheinufer 1913. Neben 550.000 Mark
Startkapital stellte sie auch einen 115-köpfigen Mitarbeiterstab zur
Verfügung. Das Ziel der Ausstellung: Eine Präsentation deutscher
Produktion und Architektur und die anschauliche Zusammenfassung der künstlerischen Bestrebungen. Dauerhafte und temporäre
Bauten entstehen, die Architektenliste liest sich wie das „Who is
Who“ der maßgeblichen Köpfe
der Zeit: Henry van de Velde
gestaltet das Werkbund-Theater, Walter Gropius baut eine
Musterfabrik, Peter Behrens
die Festhalle. Unter Hermann
Muthesius Leitung entsteht
das Haus der Farbenschau
und Bruno Taut errichtet für
die Deutsche Glasindustrie
einen prismenartigen Glaspa- Henry van de Velde.
villon, der abends wie ein funkelnder Kristall das Messegelände
erleuchtet. Es gibt ein „Rheinisches Dorf“ mit Gehöften und
Mustersiedlungen für Arbeiter, eine Kirche (samt Friedhof), eine
Ladenstraße, Erfrischungshäuschen, Sektpavillons und vieles
mehr – insgesamt über hundert Gebäude und eine Vielzahl von
Produktausstellern.
Die Menschen kommen in Strömen und sind begeistert: Mehr als
eine Million Besucher verzeichnet die Ausstellung. Kritiker aber
bemängeln ein Sammelsurium sich widersprechender Stile, eine
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Das Glashaus, Pavillon der
Deutschen Glasindustrie
Architekt: Bruno Taut
Mischung aus Pseudo-Biedermeier und Repräsentations-Anspruch.
Wesentliche Bauten – etwa van de Veldes Theater und der Glaspavillon von Bruno Taut – sind jedoch davon ausgenommen.
Heute gilt die Kölner Werkbundausstellung als Meilenstein auf
dem Weg zur modernen Architektur. Der Ausbruch des Weltkriegs sorgt jedoch für ein abruptes, verfrühtes Ende. Tragisch:
Kein einziges Gebäude hat die Zeit überdauert, ungenutzt oder
zweckentfremdet mussten sie bis 1924 der Entwicklung des Kölner
Messegeländes weichen.
Der Streit
Zu Beginn der Ausstellung ahnt das noch niemand. Im Gegenteil:
Motiviert treffen sich die Mitglieder zur Jahreshauptversammlung.
Und hier kommt es zu einem offenen Streit zwischen Hermann
Muthesius und einer Gegenpartei, angeführt von Henry van de
Velde und Walter Gropius. Eine ideologische Debatte wird ausgetragen, es geht um das Thema „Typisierung oder Individualismus“. In einem Thesenpapier hatte Muthesius vor der Tagung
die Gestalter aufgefordert, typische Formen zu entwerfen, die in
großer Menge für die Bedürfnisse des Exports herzustellen seien.
Die Formel war einfach: Besser ein zwar normierter, aber guter
Geschmack als gar keiner, besser eine Verfeinerung bewährter
Formen als die immerwährende Schaffung neuer. Nur so sei, so
Muthesius, die Eroberung der Weltmärkte durch die deutsche
Industrie möglich. Und obwohl Muthesius unmittelbar vor der
Tagung seine Thesen noch einmal abschwächte und an die Einheit
des Bundes appellierte, formierten sich seine Gegner zu einer
leidenschaftlichen Verteidigung der Individualität der Kunst.
Vermittelnd äußert sich Karl Ernst Osthaus: „Meines Wissens
ist der Typengedanke ausgegangen vom Arbeiterwohnhausbau.
Es hat sich nämlich ergeben, dass Arbeiterkolonien wesentlich
billiger werden, wenn man bestimmte Bauteile, Fenster, Türen,
Heizungsanlagen und so weiter typisiert, das heißt auf wenige
Grundformen zurückführt. Man ist nun nicht stehengeblieben
beim Arbeiterwohnhausbau.“ Die gegnerische, meist jüngere
Fraktion aber sieht Muthesius als Lobbyist der Wirtschaft, als
Feind der Freiheit der Kunst. Der Streit endet letztlich unentschieden – niemand tritt aus dem Werkbund aus, doch Hermann
Muthesius zieht sich zurück. Walter Gropius aber, Mitbegründer
des Bauhauses, das unverkennbare Werkbund-Wurzeln hat, nutzt
nur wenige Jahre später Muthesius’ Argumente: „Die schaffende
Maschine von Typen ist ein wirksames Mittel, das Individuum
durch mechanische Hilfskräfte – Dampf und Elektrizität – von
eigener materieller Arbeit zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse
zu befreien und ihm vervielfältigte Erzeugnisse billiger und besser
als von der Hand gefertigt zu verschaffen. (…) Die vervielfältigten
Produkte nach Modellen des Bauhauses sollen ihre Preiswürdigkeit lediglich durch Ausnutzung aller modernen ökonomischen
Mittel der Typisierung (Serienherstellung durch die Industrie)
und durch den Umsatz erreichen.“ (Walter Gropius, Grundsätze
der Bauhausproduktion. In: Walter Gropius / László Moholy-Nagy
(Hrsg.): Neue Arbeiten der Bauhauswerkstatt. Bauhausbücher 7.
München 1925, S. 5 – 8)
Aktualität
Typisierung ist ein wesentliches Merkmal von GOLDBECK
Gebäuden. Sie werden aus vorgefertigten Systemelementen gebaut. Ohne wiederkehrende Typen wäre keine wirtschaftliche
Produktion möglich. Ohne das Zurückgreifen auf Erprobtes gäbe
es keine verlässlichen Werte, zum Beispiel bei der Ermittlung von
Betriebskosten. Das bedeutet: Der Kern eines jeden GOLDBECK
Gebäudes beruht auf Typen. Doch schließt das Individualität aus?
Wir meinen: Nein! Und die Zusammenarbeit mit internen und
externen Architekten stellt dies täglich unter Beweis. Jedes unserer Gebäude ist ein Unikat, das sich wie ein maßgeschneiderter
Mantel um ganz unterschiedliche Unternehmensansprüche legt.
Vielleicht ist damit eine Versöhnung gelungen – ganz pragmatisch,
im Dienste der Menschen. ❚
Es ist unklug, viel zu
bezahlen, aber es ist noch
schlechter, zu wenig zu
bezahlen. Wenn Sie zu viel
bezahlen, verlieren Sie
etwas Geld, das ist alles.
Wenn Sie dagegen zu
wenig bezahlen, verlieren
Sie manchmal alles, da der
gekaufte Gegenstand die
ihm zugedachte Aufgabe
nicht erfüllen kann. Das
Gesetz der Wirtschaft
verbietet es, für wenig Geld
viel Wert zu erhalten.“
John Ruskin (1819 –1900),
Mitglied „Arts and Crafts Movement“
Rechts oben der Pavillon der
Glasfabrik Heinersdorf. Architekt war
Theodor Fischer. Über die Architektur
hinaus ging es den Mitgliedern des
Werkbunds aber auch um die gute
Gebrauchsform bei Alltagsgegenständen.
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Strategie
Strategie
Leonie Hagenbrock arbeitet mit 21 Jahren bereits als Assistentin in
der Personalentwicklung, Simon Schwarte (22) plant anspruchsvolle
Stahlkonstruktionen und Larissa Böhm (20) absolviert ihr duales
Studium zur Bauingenieurin. Alle drei haben ihre Ausbildung bei
GOLDBECK gemacht und sind anschließend geblieben. Sie stehen
beispielhaft für eine Vielzahl junger Menschen, die im Unternehmen
ihren Weg machen.
Ausbildung mit Profil
Mach
dein
Ding!
Und das sind die Fakten: GOLDBECK beschäftigt derzeit 100 Azubis
und 46 duale Studenten. Es gibt sieben Ausbildungsberufe und
vier duale Studiengänge. Ausgebildet wird in Bielefeld, Hirschberg und Treuen. Ob Azubi oder Student – alle Berufsanfänger
profitieren von der Größe des Unternehmens. Sie ermöglicht, das
jeweilige Berufsfeld in vielen Facetten kennenzulernen. Und so
unterschiedlich die einzelnen Fachrichtungen sind, ein Anspruch
zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche: die frühzeitige
Förderung eigenverantwortlichen Handelns. „Ich war von Anfang
an direkt in das Tagesgeschäft eingebunden, durfte an konkreten
Projekten mitarbeiten, wurde aber nicht allein gelassen“, so die
positive Wertung von Systemplaner Simon Schwarte.
Individuelle Förderung
Darüber hinaus bietet GOLDBECK etliche Extras. Zum Beispiel
ein gemeinsames Kennenlern-Wochenende für alle Neuen eines
Ausbildungsjahres, betriebsinternen Zusatzunterricht oder Teilnahme an externen Angeboten wie Prüfungsvorbereitungskursen.
Die Förderung erfolgt aber nicht nach dem Gießkannenprinzip.
Die Ausbilder betreuen ihre Schützlinge so individuell, dass sie
auch spezifische Schwächen erkennen und gegensteuern. So kann
es bei Bedarf für Einzelne auch Nachhilfe in Mathe geben oder
Tipps für effektiveres Lernen.
Im handwerklichen Bereich werden die Lernbedingungen jetzt
noch weiter verbessert. Das Unternehmen richtet in Bielefeld eine
neue, moderne Lehrwerkstatt ein. Zusätzliche Maschinen, eigene
Schulungsräume und ein neues Schulungskonzept optimieren
die Ausbildungsbedingungen. Die angehenden Metallbauer der
Fachrichtung Konstruktionstechnik üben in der Lehrwerkstatt
nicht nur das Schweißen, Bohren und Fräsen, sondern bauen
ganz praxisnah auch Betriebsmittel für den Eigenbedarf in den
Werken. Dieses projektbezogene Arbeiten fördert Kreativität und
lösungsorientiertes Handeln.
Gut und schnell
„Wir engagieren uns sehr für unseren Nachwuchs, damit wir den
Kunden auch morgen noch Qualität und Know-how bieten können“, erläutert Personalleiter Jürgen Eggers. Das zahlt sich aus.
Die Auszubildenden ernten regelmäßig Auszeichnungen. Und erst
kürzlich erhielt auch das Unternehmen großes Lob in Form der nur
selten vergebenen Ausbildungsurkunde der Handwerkskammer
Ostwestfalen zu Bielefeld. Sie zeichnet besondere Leistungen bei
der handwerklichen Ausbildung aus.
Viele junge Mitarbeiter können ihre Ausbildungszeit verkürzen.
Leonie Hagenbrock beispielsweise hatte schon nach zwei statt
drei Jahren ihren Abschluss als Industriekauffrau in der Tasche.
„Mit meinem Wirtschaftsabitur hatte ich dafür beste Voraussetzungen“, berichtet sie. Aber auch Kandidaten mit weniger guten
Ausgangsbedingungen erhalten bei GOLDBECK eine Chance
und nutzen sie erfolgreich. Inzwischen kann das Unternehmen
etliche Mutmachgeschichten von ehemaligen Teilnehmern einer
Einstiegsqualifizierung erzählen, die heute einen festen Arbeitsplatz im Unternehmen haben.
Nach Neigung und mit Perspektive
Ausgebildet wird für den Eigenbedarf. Wer seine Ausbildung
oder sein Studium abgeschlossen hat, kann anschließend in der
Regel bleiben. Der Großteil der Nachwuchskräfte nimmt dieses
Angebot an. GOLDBECK bietet den jungen Leuten nicht nur einen
Arbeitsplatz an, der ihren Neigungen entspricht, sondern auch die
Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und weiterzubilden. Larissa
Böhm beispielsweise hatte vor ihrem dualen Studium bereits
eine Ausbildung als Metallbauerin bei GOLDBECK abgeschlossen
und während der Ausbildung ihr Fachabitur an der Abendschule
nachgeholt. „Mir wurde schon frühzeitig ein Studienplatz in Aussicht gestellt, falls ich mein Abi schaffe. Das hat mich zusätzlich
motiviert“, erklärt die angehende Bauingenieurin. ❚
Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, neue
Perspektiven gewonnen: Leonie Hagenbrock und
Simon Schwarte. Das gilt auch für Larissa Böhm,
die beim Foto nicht dabei sein konnte, weil sie
Termine an der Fachhochschule wahrnahm.
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Kurz berichtet
Kindergarten „GOLDBECKCHEN“ öffnet seine Türen
Profil: Familienfreundlich
Wir wollen nicht nur über die bessere
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
reden, sondern uns konkret dafür
einsetzen. Deshalb gibt es an unserem
Standort in Hirschberg schon seit einigen
Monaten eine GOLDBECK Kindertages­
pflege, nun können wir das Angebot auch
in Bielefeld machen: Unser Kindergarten
„GOLDBECKCHEN“ ist gestartet!
Es riecht noch ein bisschen nach frischer Farbe, aber das stört
hier niemanden. Im Gegenteil: Der neubautypische Geruch passt
perfekt zu dem großen Bagger, der gerade das Nachbargrundstück
planiert. Er ist eine echte Attraktion für die kleinen Beobachter,
die im Bewegungsbereich begeistert ihre Nasen an den Scheiben
der Panoramafenster plattdrücken. Im „Kinderrestaurant“ – dort,
wo die älteren Kinder gemeinsam essen – sitzen einige Mütter.
Ihre Sprösslinge unternehmen gerade den ersten Ausflug in die
Kindergartenwelt und können dabei sicher sein: Mama wartet
in der Nähe auf mich. Ein Blick in den roten Gruppenraum:
Dort knetet ein Knirps mit Feuereifer, eine Erzieherin setzt sich
dazu und fragt: „What do you build, Silas?“ Und nebenan, in
der Bibliothek, warten Regale voller Bücher und ein bequemer
Lesealkoven auf gemütliche Momente im Reich der Bilder und
Buchstaben. Ein typischer Morgen im GOLDBECKCHEN. Und
nicht nur die Ansprache auf Englisch, der Muttersprache einer
der Erzieherinnen, zeigt: Hier ist einiges anders.
„Ausgezeichnet Familienfreundlich“
lautet die Note, die GOLDBECK jetzt
vom Bielefelder Bündnis für Familien
erhielt. Mit der Auszeichnung würdigt
es die besonders familienorientierte
Personalpolitik bei GOLDBECK.
Wir sagen: Herzlichen Dank!
Unternehmen der Bielefelder von Laer Stiftung. Sie hat sich die
enge Zusammenarbeit mit Eltern und die Entlastung von Familien zum Ziel gesetzt. Zum Beispiel durch flexibel verlängerbare
Betreuungszeiten, wenn es abends im Büro mal länger dauert.
„Natürlich muss dabei vor allem das Wohl der Kinder gesichert
sein. Sie werden hier nicht ‚geparkt‘, sondern liebevoll betreut“,
stellt GOLDBECKCHEN Leiterin Christine Mahnken fest. Dennoch
ist GOLDBECKCHEN kein reiner Betriebs-Kindergarten, sondern
steht allen Familien aus dem Umfeld offen. Wie alle GOLDBECK
Gebäude wurde der Kindergarten mit Systemelementen gebaut
und war innerhalb von nur sechs Monaten bezugsfertig. Jetzt, kurz
nach dem Einzug der kleinen Teilzeitbewohner, fehlen nur noch
bunte Kunstwerke an den Wänden. Doch angesichts des großen,
lichtdurchfluteten Ateliers, wo Pinsel, Farben und jede Menge
Bastelutensilien für kreative kleine Köpfe bereitstehen, lassen
diese sicher nicht lange auf sich warten. ❚
Vorschau: Rhythmus
In der nächste Ausgabe unseres
Magazins geht es höchst taktvoll zu:
Das Leitthema „Rhythmus“ soll bewegen und beschwingen. Erscheinungstermin ist im Frühjahr 2015.
Kompetenz vor Ort – immer in Ihrer Nähe
Gut, wenn ein Ansprechpartner immer in der Nähe ist.
Noch besser, wenn er die regionalen Gegebenheiten kennt.
Am ­Besten aber ist es, wenn bei ihm alle Fäden zusammenlaufen und er kompetent all Ihre Fragen beantworten
kann. Unser Niederlassungsnetz macht’s möglich!
Kiel
Enge Zusammenarbeit mit den Eltern
GOLDBECK entschied sich für einen eigenen Kindergarten, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Kindern
die Verbindung von Familie und Beruf zu erleichtern.
Gleichzeitig soll ein hoher pädagogischer Anspruch
erfüllt werden – Bilingualität und die Qualifikation als
Literatur-Kita inklusive. Die Trägerschaft übertrug das
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Lob oder Anregungen, Kommentare oder Kritik?
Ihre Meinung ist uns wichtig!
Schreiben Sie uns an
[email protected]
Impressum
Herausgeber und verantwortlich für den
Inhalt: Geschäftsleitung GOLDBECK GmbH,
Ummelner Straße 4–6, D-33649 Bielefeld,
Tel. 05 21 / 94 88-0
An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet:
Tanja Adler, Katrin Borcherding, Monika
Dütmeyer, Jörg-Uwe Goldbeck, Marlen Günther,
Kirsten Reckeweg, Ute Schönefeldt, Ralf
Joachim Winter | Gestaltung: deteringdesign.de | Titelmotiv: Profillager GOLDBECK Standort Bielefeld | Nachdruck, auch auszugs­
weise, nur mit schriftlicher Genehmigung | CO2-neutral verschickt
Rostock
Hamburg
Bremen
Hannover
Berlin
Münster
Bielefeld
Magdeburg
Bochum
Hamm
Düsseldorf
Leipzig
Köln
Kassel
Gießen
Erfurt Dresden
Koblenz
Suhl
Plauen
Frankfurt
Mannheim
Stuttgart
Ulm
Nürnberg
Kutná Hora
Regensburg
München
Linz
Wien
Rosenheim Salzburg
Bregenz
Singen
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Bratislava
Alle Adressen unserer Standorte finden Sie,
wenn Sie diesem QR-Code oder dem Link
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Das war sie,
www.goldbeck.de
unsere 50. Ausgabe. Wir beschließen sie mit
einem Blick ins Herz unseres Unternehmens:
In unsere Fertigung.
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