Transparenz - GOLDBECK Rhomberg

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Ausgabe 48Herbst/Winter
2013
2014
Das Magazin der GOLDBECK Gruppe
Transparenz
Einblicke – Ausblicke – Durchblicke
2
Editorial
Editorial
Sehnsucht nach Licht
ist des Lebens Gebot.
EDITORIAL
Henrik Ibsen
Liebe Leserinnen und Leser,
„Über eine neue Art von Strahlen“ überschrieb der Maschineningenieur und Physikprofessor die erste Veröffentlichung
seiner Forschungsergebnisse. Am 8. November 1895 hatte er in
seinem Labor am Physikalischen Institut der Julius-MaximiliansUniversität Würzburg eine Strahlung entdeckt, die Materie
durchdringen konnte. Er nannte sie „X-Strahlen“, doch ihm zu
Ehren werden sie im deutschsprachigen Raum heute zumeist
nach ihm, dem Entdecker bezeichnet – die Röntgen-Strahlen.
Noch immer faszinieren sie uns, denn Röntgenstrahlen machen
den menschlichen Körper transparent. Sie erlauben Einblicke
in unser Innerstes und ermöglichen eine völlig neue Form der
Diagnostik. Röntgens erste Versuchsperson war seine Ehefrau
Bertha, deren Hand er „durchleuchtete“.
Doch diese neue Transparenz war vielen von Röntgens Zeitgenossen nicht ganz geheuer: In der Biographie „Die Augen des
Professors“ von Ulrich Mödder und Uwe Busch ist nachzulesen,
dass eine Londoner Firma wenig später röntgenstrahlensichere
Unterwäsche auf den Markt brachte. Und in den USA gab es
eine Gesetzesinitiative, die sich für ein Verbot von X-Strahlen
in Operngläsern einsetzte. In der heutigen lebhaften Diskussion
um den Einsatz von Scannern an Flughäfen zeigt sich: Das Thema bietet nach wie vor Zündstoff. Transparenz – das Leitthema
dieser Ausgabe des GOLDBECK magazins – ist eben nicht immer
und überall erwünscht …
mit dem Aspekt der Transparenz bei öffentlichprivaten Partnerschaften auseinander. Und um
eine wichtige Voraussetzung für Transparenz,
das Licht, geht es in unserem Artikel „LichtGestalten“ auf Seite 26.
1901 erhielt Wilhelm Conrad Röntgen den ersten
Nobelpreis für Physik. Seitdem haben sich viele
Wissenschaftler mit dem Phänomen der Transparenz befasst. Zurzeit sieht es so aus, als könnten
sie eines Tages vielleicht sogar noch einen Schritt
weitergehen. Experimentalphysiker forschen an
einer Art Tarnkappe, die Gegenstände unsichtbar
macht. Kein Witz ist aber, dass das Modell dieser
Tarnkappe für sichtbares Licht, das an der Universität in Maryland vorgestellt wurde, mit zehn
Mikrometern so klein ist, dass das menschliche
Auge sie ohnehin nicht erkennen kann…
Viel Spaß beim Lesen.
Herzlichst, Ihr
Dabei hat sie viele spannende Facetten. In unserem Leitartikel
(Seite 6) nähern wir uns ihr auf philosophisch-unternehmensstrategischem Wege, im Spannungsfeld von Vertrauen und
Kontrolle. Für einen Gastbeitrag konnten wir zudem Prof. Dipl.Kfm. Thomas Bauer, den Präsidenten des Hauptverbandes der
Deutschen Bauindustrie gewinnen. Er setzt sich (auf Seite 34)
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Inhalt
INHALT 48 | 2013/2014
Transparenz ist in
Mit filigranen Glas-Stahl-Konstruktionen
wird dem Zeit­gefühl und dem Wunsch
nach Offen­heit und Weite entsprochen.
GOLDBECK greift den Trend zum entmaterialisierten Bauen gerne auf.
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Offene Zusammenarbeit
Titelthema:
Sebastian König, Geschäftsführer des
Walzanlagenherstellers FUHR GmbH
& Co. KG, im Interview.
Transparenz
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Transparenz gilt gemeinhin als Metapher für Offenheit
und Ehrlichkeit. Setzt man sich tiefergehend mit dem
Phänomen der Transparenz auseinander, so wird ein
Spannungsfeld deutlich, das durch ganz gegensätzliche
Denkansätze definiert ist.
Es werde Licht
6
Wer hat an der Uhr gedreht? Bezogen auf
unsere innere Uhr gibt es auf diese Frage
eine erhellende Antwort: Es ist das Licht,
das Tag für Tag die Zeiger stellt.
26
T I T E LT H E M A
06Schein oder Nichtschein?
Was Transparenz uns bedeutet: Ehrlichkeit
oder das Ende des Vertrauens?
25Das kleine 3 × 3
34Gastkommentar: ÖPP in Deutschland:
Mehr Akzeptanz durch Transparenz
Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer
S T R AT E G I E
10Ein offener Blick aufs Ganze…
GOLDBECK kombiniert Unternehmensbroschüre und Geschäftsbericht
BAUEN
THEMEN & TRENDS
12Transparenz ist in
Entmaterialisiertes Bauen in der
Industriearchitektur als Trend
26Lichtgestalten
Licht effizient einsetzen für Wirtschaftlichkeit
und Wohlbefinden
20Viel mehr als nur Fenster
Glas als Baustoff und gestalterisches
Element
30Zeit für eine Tasse Tee
Ein Thüringer Unternehmen trifft den
Geschmack
22Der Königsweg
Ein neuer Standort für den Walzanlagen­
hersteller Fuhr GmbH & Co. KG
KU RZ B E RICH T ET
32Stiftungsprofessur Entwerfen
und Nachhaltiges Bauen
32GOLDBECK Hallen sind offen
für Neues
33Energie-Management macht
Solaranlagen effizienter
33Hohe Platzierung für GOLDBECK
Gebäudemanagement
Impressum
Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt: Geschäftsleitung GOLDBECK GmbH,
Ummelner Straße 4–6, D-33649 Bielefeld, Tel. 05 21 / 94 88-0
Konzeption: Kirsten Reckeweg | Bildredaktion: Tanja Adler | Texte: Jörg-Uwe Goldbeck, Katrin Borcherding, Monika Dütmeyer, Ute Schönefeldt
Kommentar: Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer | Gestaltung: deteringdesign.de | Titelmotiv: GOLDBECK Werk, Bielefeld
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung | CO2-neutral verschickt
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Titelthema
Titelthema
Schein oder Nichtschein
So definiert der Duden – übrigens erstmals im Jahr 1915 – den Begriff der
Transparenz: „1. (bildungssprachlich) das Durchscheinen; Durchsichtigkeit, [Licht]
durchlässigkeit; 2. (Optik) [Maß für die] Lichtdurchlässigkeit; 3. Durchschaubarkeit,
Nachvollziehbarkeit.“ Heute durchdringt er Politik, Wirtschaft, Privatleben und
stellt uns vor die Frage: Wie viel Transparenz wollen wir eigentlich?
Transpa
Die Ohrenqualle ist eine gemütliche Zeitgenossin – sie lässt sich
einfach treiben. In den Strömungen des Meeres ist sie zu Hause,
und ihre Nahrung ist so freundlich, ihr direkt entgegenzukommen.
Die Qualle fischt sie mit ihren langen und klebrigen Tentakeln
direkt aus dem Wasser der Ozeane. Vor ihren eigenen Feinden ist
sie dabei bestens geschützt, denn dank ihres Wassergehalts von
etwa 99 Prozent ist sie nahezu transparent. Forscher meinen, dass
die Ohrenqualle und ihre vielfältige glibberige Verwandtschaft
aufgrund ihrer hervorragenden Anpassung an ihren Lebensraum
soeben dabei ist, die Herrschaft über die Weltmeere zu übernehmen. Und das ganz ohne Gehirn.
Transparenz gilt gemeinhin als Metapher für Offenheit und Ehrlichkeit. Das Beispiel der Qualle zeigt aber, dass man sie auch
unter ganz anderen Aspekten betrachten kann. Setzt man sich
tiefergehend mit dem Phänomen der Transparenz auseinander, so
wird ein Spannungsfeld deutlich, das durch ganz gegensätzliche
Denkansätze definiert ist.
Geheimniskrämer versus Exhibitionisten?
Ein kritischer Betrachter des Themas Transparenz ist der Philosoph Byung-Chul Han. Er ist Professor für Philosophie und
Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung
Karlsruhe. Han begrüßt Transparenz, wenn sie zum Beispiel der
Bekämpfung von Korruption oder der Verteidigung der Menschenrechte dient. Andererseits aber warnt er vor der Gefahr,
die durch eine totale Offenlegung entsteht. „Wo die Transparenz
herrscht, ist kein Raum für Vertrauen“ lautet seine These. Und:
„An die Stelle der wegbrechenden moralischen Instanz tritt die
Transparenz als neuer gesellschaftlicher Imperativ.“ Der Schritt
von der Transparenzgesellschaft zur Kontrollgesellschaft sei
klein. Und diese vollende sich dort, wo die Angst davor, seine
Privat- und Intimsphäre zu verlieren, dem Bedürfnis weiche, sie
schamlos zur Schau zu stellen – was täglich im Fernsehen und
in sozialen Medien zu beobachten ist.
Eine ganz andere Perspektive auf Aspekte der Transparenz hat
Unternehmensberater Dr. Jürgen Kaack. „Transparenz zwingt
den Unternehmer, sich mit strategischen Fragen zu beschäftigen und die Überlegungen zu Zielgruppen und Stärken und
Schwächen systematisch zu betreiben“ lautet sein Credo, das
er im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Basel IIVereinbarungen auf den Mittelstand formuliert. Und er schlägt
einen Bogen zur Personalpolitik in Unternehmen: „Motivierte
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Mitarbeiter wissen Bescheid.“ Würden Mitarbeiter die Ziele und
Strategien ihres Unternehmens kennen, so fiele es ihnen leichter,
sich mit ihm zu identifizieren, schreibt er in einem Beitrag für
das Online-Magazin „Mittelstands Wiki“. Logisch – sofern die
Qualität dieser Ziele stimmt.
Selbst denken bleibt uns nicht erspart
Vertrauen und Information, Ehrlichkeit und Kontrolle – das
Spannungsfeld nimmt deutlichere Konturen an. Der kleinste
gemeinsame Nenner könnte lauten: „Mehr Informationen über
die Umwelt tragen dazu bei, bessere Entscheidungen über die
Umwelt zu treffen.“ Dass diese Aussage ausgerechnet von Julian
Assange, dem Gründer von WikiLeaks, getroffen wurde, ist sicher
ein bedenkenswertes Detail. Und dass auch ein Zuviel an Information intransparent, sogar verschleiernd wirken kann, liegt auf
der Hand. Fazit: Es gibt – wie immer – nicht nur Schwarz und
Weiß. Vielmehr gilt es, Kontexte zu erkennen und Motivationen
zu definieren. Und damit wären wir schon bei der Gretchenfrage:
Wie hält GOLDBECK es eigentlich mit der Transparenz?
Die Gretchenfrage
Seit 1997 gibt es bei GOLDBECK eine schriftliche Unternehmensleitlinie. 2011 wurde sie aktualisiert und unternehmensweit
kommuniziert. Damit sollte doch in Sachen Transparenz von
Zielen, Werten und Strategien eigentlich alles klar sein – oder? 3
Wir dulden keine Form von
Korruption und Preisabsprachen.
GOLDBECK Unternehmensleitlinie
GOLDBECK
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Titelthema
Titelthema
arenz
Geschäftsführer Uwe Goldbeck: „Unsere aktuelle Leitlinie ist aus
der Diskussion heraus entstanden, aus den Fragen ’Was macht
uns aus?‘, ’Wo liegen unsere Stärken?‘, ’Welche Werte leiten uns?‘
und ’Was wollen wir erreichen?‘ Die Beantwortung dieser Fragen
war ein Prozess des Transparentwerdens unserer UnternehmensDNA. Ganz im Sinne von Kaack waren wir gefordert, uns mit
grundlegenden Dingen auseinanderzusetzen.“ Diese Diskussion
war – nach über vierzigjähriger Unternehmensgeschichte – natürlich nicht die erste. Aber sie stand nach dem Generationswechsel
im Jahr 2007 für ein Innehalten und Justieren. Und sie zeigte
den Mitarbeitern: Ebenso wie Unternehmensgründer Ortwin
Goldbeck legt auch die junge Führungsgeneration Wert auf offene
Kommunikation, ebenso wie er will sie Orientierung geben. „Wer
bei uns arbeitet, muss wissen, wie wir ticken“, bringt es Uwe
Goldbeck auf den Punkt.
Sichtbar machen heißt verständlich machen
Wer die Bielefelder Unternehmenszentrale besucht, erkennt
auf den ersten Blick: Hier spielt Offenheit eine wichtige Rolle.
Mit großen Glasfassaden lädt GOLDBECK ein zum Blick in sein
Innerstes und zeigt: So bauen wir. „SystemZentrum“ heißt die
Ausstellung mit Exponaten, die 1998 entstand. Hier sieht man
Teile von Hallen, Parkhäusern und Bürogebäuden in Originalgröße,
begehbar und mit offen sichtbaren technischen und konstruktiven Details. Ein Pendant gibt es am Unternehmensstandort
Hirschberg, und auch dort werden per Begehung komplexe
Sachverhalte transparent, begreifbar gemacht. Ergänzt wird das
Bielefelder SystemZentrum seit Neuestem durch ein Visionszentrum. Geplante Gebäude sind dort über 3D-Visualisierungen
vorab „begehbar“. „Durch diese räumliche Erfahrung werden für
unsere Kunden viele Details transparenter. Sie können besser
über Alternativen entscheiden, wenn sie die unterschiedlichen
Ausführungen sehen und vergleichen können.“
Transparenz durch Teilhabe
Wir sind untereinander
wohlwollend, offen und
kritikfähig.
GOLDBECK Unternehmensleitlinie
des Geschäftsjahres – Maßgabe ist die Umsatzrendite – haben sie
damit Anteil am Unternehmenserfolg. Die Unternehmenszahlen
werden regelmäßig im Unternehmen kommuniziert. Wichtig ist
dem Geschäftsführer zudem, dass Offenheit in beide Richtungen
praktiziert wird. „Ein gutes Beispiel ist für mich das kontinuierliche Verbessern von technischen Lösungen. Wir sind auch ein
produzierendes Unternehmen, und gerade in diesem Bereich
sind unsere Mitarbeiter ganz nah dran an technischen Prozessen
und handwerklichen Lösungen. Wir haben schon oft festgestellt,
dass ihnen viele Abläufe einfach durch die Praxisnähe besonders
transparent sind und sie deshalb häufig Verbesserungspotenzial
erkennen und kommunizieren.“
Generell sieht Goldbeck damit Transparenz positiv – wenn sie
mit Offenheit und Ehrlichkeit einhergeht. Es müsse aber Grenzen
geben: „Transparenz darf nicht zulasten von Privatsphäre gehen.
Auch das Persönliche, Nicht-für-die-Welt-Bestimmte braucht einen
geschützten Raum.“ ❚
Wir halten unsere Zusagen
gegenüber Kollegen und
Geschäftspartnern ein.
GOLDBECK Unternehmensleitlinie
„Eine ganz andere Form der Transparenz praktizieren wir seit
1984“, nennt Goldbeck ein weiteres Beispiel: „Unsere Mitarbeiter können Anteile am Unternehmen kaufen.“ Je nach Ergebnis
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Strategie
Strategie
...und ein gezielter Blick aufs Detail
Die wichtigsten Informationen aus dem aktuellen
GOLDBECK Geschäftsbericht:
Ein offener Blick aufs Ganze …
Es gibt neues Lesefutter in der GOLDBECK Kommunikationswelt: Unsere neue
Unternehmensbroschüre. Druckfrisch lädt sie zu einem Spaziergang durch die
Unternehmenswelt ein. Sie zeigt, wer wir sind, was wir tun und wofür wir uns
einsetzen. Und mehr: Weil sie auch unseren aktuellen Geschäftsbericht enthält,
erlaubt sie einen Blick hinter die Kulissen. Sie zeigt – nüchtern und sachlich –
unsere Unternehmensrealität. Das ist Transparenz pur.
Jörg-Uwe Goldbeck, Vorsitzender der Geschäftsführung, berichtet
im Interview von den Hintergründen der Entscheidung für das
neue Medium, das über die bisherigen Grenzen der Unter­neh­­
menskommunikation hinausgeht.
Mal ketzerisch gefragt: Eine „normale“ Broschüre zur Selbstdarstellung des Unternehmens hätte doch vollkommen ausgereicht.
Warum die Kom­­bi­nation mit dem Geschäftsbericht?
Uwe Goldbeck: Vielleicht hätte die pure Unternehmensbroschüre
ausgereicht. Es ist ja auch v
­ öllig legitim, wenn ein Unternehmen sich in der Öffentlichkeit positiv darstellt. Selbstverständlich wollen auch wir ein positives Selbstbild vermitteln. Doch
jeder weiß: Papier ist geduldig. Wenn wir wirklich authentisch
über uns informieren wollen, dann müssen wir unsere Türen
öffnen.
Im 44. Unternehmensjahr war GOLDBECK weiterhin auf Wachstumskurs: Mit 1,43 Milliarden Euro erreichte der Auftragseingang
einen neuen Höchststand. Vom ersten April 2012 bis zum 31. März
2013 wurde eine Gesamtleistung von 1,35 Milliarden Euro erbracht.
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Leistungssteigerung
von rund 4,2 Prozent. Wie zuvor realisierte GOLDBECK auch
im vergangenen Geschäftsjahr schwerpunktmäßig Produktionsund Logistikhallen, Bürogebäude und Parkhäuser. Darüber hinaus
zählten Schulen, Sporthallen, Hotels und Seniorenimmobilien so-
wie gewerbliche Solaranlagen zum Portfolio. 369 Projektaufträge
wurden abgewickelt, mehr als die Hälfte davon für Stammkunden.
Circa 17 Prozent der Gesamtleistung (rund 200 Mio. Euro) erbrachte GOLDBECK im Ausland. GOLDBECK schuf im vergangenen Geschäftsjahr 100 neue Arbeitsplätze. Aktuell sind 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. Mehr
als 600 von ihnen arbeiten an den GOLDBECK Standorten im Ausland. Unter den insgesamt 117 Auszubildenden absolvieren 31 bei
GOLDBECK ein duales Studium. ❚
Wen sprechen Sie mit dem neuen Medium an?
Alle, die sich für GOLDBECK interessieren: Kunden,
Geschäftspartner, potenzielle Bewerber, natürlich
auch unsere eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schließlich geht es um deren Arbeitswelt.
Wir wollten deshalb auch unbedingt, dass der Entstehungsprozess des neuen Mediums im Wesentlichen in unserem eigenen Hause ablief. Das Ziel
war so viel Authentizität wie möglich. Dieser Herausforderung wollen wir uns künftig jedes Jahr neu
stellen – in der jährlichen Neuauflage. Und das bedeutet?
Wir sind ganz einfach in der glücklichen Lage, Positives berichten zu können. Unsere Unternehmenszahlen sind erfreulich, nie
war unser Auftragseingang höher als im vergangenen Geschäftsjahr. Unser Geschäftsbericht zeigt diese positive Entwicklung
ganz ohne Schnickschnack und auf einer sehr sachlichen Ebene.
Das war uns wichtig.
GOLDBECK kombiniert
Unternehmensbroschüre
und Geschäftsbericht.
In der über vierzigjährigen Unternehmensgeschichte hat
GOLDBECK noch nie einen Geschäftsbericht veröffentlicht –
trotz positiver Zahlen. Warum jetzt?
Unsere bisherige Unternehmensbroschüre war in die Jahre gekommen. Es war Zeit für eine Neuauflage. Das war der Anstoß für den
Gedanken: Wie wollen wir uns heute nach außen präsen­tieren?
Die reine Selbstdarstellung hat uns noch nie gelegen – unsere
Wurzeln sind da vielleicht zu sehr ostwestfälisch-­bodenständig.
Da lag es nahe, einfach die Zahlen für sich sprechen zu lassen.
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Bauen
Bauen
Transparenz ist in
Mit filigranen Glas-Stahl-Konstruktionen
wird dem Zeit­gefühl und dem Wunsch
nach Offen­heit und Weite entsprochen.
GOLDBECK greift den Trend zum
entmaterialisierten Bauen in der
Industriearchitektur gerne auf.
Bei Parkhäusern ist Transparenz seit jeher ein Thema. Die Verkehrsführung soll intuitiv erfassbar sein. Eine helle und offene
Konstruktion schafft Sichtbarkeit von innen nach außen und
erhöht das Sicherheitsempfinden der Nutzer. „Das Auge parkt
mit“, lautete der Slogan der Gasto Grundstücksverwaltungs
GmbH, die das Parkhaus Hofaue City in Wuppertal-Elberfeld bei
GOLDBECK in Auftrag gab. „Das Gebäude ist wirklich einzigartig“, wertet Hans-Walter Klein, Leiter der GOLDBECK Niederlassung Rheinland. Nicht nur, dass die Wuppertaler Schwebebahn
direkt an dem siebengeschossigen Parkhaus vorbeiführt und so
ungeahnte Einblicke in die transparente Fassade möglich macht.
Zur Wupper hin ragen auch große Schaukästen aus der Fassade
heraus. „Derzeit stellt Renault dort Elektroautos aus“, berichtet
Björn Bongartz, der das Projekt für GOLDBECK begleitet hat.
Mit dem neuen Parkhaus sind 346 neue Stellplätze im Viertel zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof entstanden. Die Altbebauung
wurde abgerissen, um auf der Grundfläche von 1.700 Quadrat-
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metern ein sicheres und helles Parkhaus zu bauen. Profilbauglas
mit farbigen Akzenten sorgt für eine ansprechende Fassade, helle
LED-Beleuchtung und Videoüberwachung für Sicherheit. „Auch
die Treppentürme sind von außen einsehbar“, so Bongartz.
Für Orientierung sorgen tierische Wegweiser. Jede der sieben
Etagen wird mit einer Tierart gekennzeichnet – das Ergebnis einer
Kooperation mit dem Wuppertaler Zoo. Wer also zum Beispiel
sein Auto auf der vierten Ebene abgestellt hat, der findet seinen
Parkplatz in der Etage des Affen wieder.
Eine ungewöhnliche Kombination
Der Zahn der Zeit war schuld: Das alte Parkhaus Süd der Sparkasse
Kaufbeuren musste geschlossen werden, da es einsturzgefährdet
war. Beim Neubau entschied sich der Investor für GOLDBECK.
„Wir haben den Verantwortlichen jedes Detail unseres ParkhausSystems vorgestellt“, erinnert sich Jörg Strohmeier, Leiter der
GOLDBECK Niederlassung Stuttgart. „Und diese Offenheit in
der Geschäftsbeziehung setzte sich sozusagen optisch in der
Lochkassettenfassade des Gebäudes fort. Gestaltet wurde sie von
der Künstlerin Esther Stocker“, so Strohmeier. Während tagsüber
das Weiß von beschichteten Metallpaneelen dominiert, heben
sich gegen Abend durch die Innenbeleuchtung des Parkhauses
Schattenflächen hervor. Ein „Rastersystem mit Abweichungen“
nennt die Künstlerin das Werk aus Lochblechen, oder auch die
„Gleichzeitigkeit von Ordnung und Unordnung“. GOLDBECK
nennt es Bauen mit System: In sechs Monaten entstanden auf einer
Geschossgrundfläche von 2.480 Quadratmetern 494 Stellplätze
auf zehn Halbgeschossen.
Transparenz und Reflexion
Ausdruck des eigenen Selbstverständnisses sollte die Fassade
des Parkhauses von Hugo Boss in Metzingen sein. „Der Bekleidungshersteller arbeitet mit Stoff – die Edelstahlgewebefassade
mit horizontalem Maschenverlauf ist dem nachempfunden“, sagt
Jörg Strohmeier. Auf elf Halbgeschossen bietet das Gebäude 496
Stellplätze. Es bildet das prächtige Eingangstor zum Hugo-BossWerks-Campus in Metzingen. Nach knapp sechs Monaten Bauzeit
wurde das Gebäude Ende 2012 fertiggestellt. Seine Fassade wechselt je nach Tageszeit zwischen Transparenz und Lichtreflexion.
„Tagsüber wirkt es von außen eher geschlossen“, so Strohmeier.
Die Transparenz offenbare sich erst in den Abendstunden, wenn
die LED-Beleuchtung im Innern zur Geltung komme. „Das ganze
Gebäude ist innen sehr einladend, offen, transparent, damit die
Mitarbeiter das auch gerne annehmen“, erläutert der Niederlassungsleiter. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass Decken
und Träger weiß pulverbeschichtet sind. Positiv: Einer weiteren
Expansion steht nichts im Wege – bei dem Parkhaus handelt es
sich erst um den ersten Bauabschnitt. Das Gebäude kann noch
doppelt so groß werden. 3
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Bauen
Bauen
licht- und
blickoffen
Bürogebäude mit Durch- und Weitblick
Dem Baustoff Glas haftet etwas Visionäres an: Glasbauten werden
von Architekten, Juroren und Investoren oft als Ausdruck von Zukunftsfähigkeit gedeutet. Ein solches architekturpreisverdächtiges
Gebäude ist in Montabaur in direkter Nachbarschaft zum Unternehmen 1&1 Internet AG entstanden. Das Aubach-Quartier des
Unternehmensberaters Dr. Marc Fischer ist ein viergeschossiges,
etwa 1.400 Quadratmeter großes Bürogebäude mit Tiefgarage. „Das
Gebäude ist lichtdurchflutet“, beschreibt Marco Bayer, GOLDBECK
Niederlassungsleiter in Koblenz. Außen prägt es eine umlaufende
Pfosten-Riegel-Fassade, teilweise mit weiß eingefärbtem Kaltglas.
Die Büroräume innen sind ebenfalls höchst transparent. „Das ist
ein echter Hingucker“, so Bayer. Der Entwurf entstamme einem
Architekten-Wettbewerb, den GOLDBECK dann umgesetzt habe.
Im Exposé des Bauherrn heißt es: „Durch die offene Struktur und
nahezu vollständige 360°-Verglasung des gesamten Gebäudes sind
vielfältige Ausblicke in jede Himmelsrichtung möglich.“
Der gesamte Gebäudekomplex übererfüllt alle notwendigen „Green
Building“ Kriterien für eine Zertifizierung nach dem Deutschen
Gütesiegel Nachhaltiges Bauen. Dieses Zertifikat beinhaltet eine
umfassende Bewertung der Nachhaltigkeit und wird nur an umweltschonende, wirtschaftlich effiziente und nutzerfreundliche
Gebäude vergeben. So hat GOLDBECK einen Eisspeicher mit
angeschlossener Wärmepumpe in das Gebäude eingebaut. Herzstück ist ein 500 Kubikmeter großer unterirdischer Wassertank, in
dem Wasser in Eis verwandelt wird. Dabei wird Energie in Form
von Kristallisationswärme frei. Für warmes Wasser sorgt zudem
eine Solaranlage. Und der GOLDBECK Energieboden inklusive
Kühlfunktion sichert auch im Sommer ein angenehmes Büroklima.
Transparenz schafft Kommunikation
Auch dem Unternehmen Skylotec, einem Bergsportspezialisten
und Deutschlands Marktführer für industrielle Absturzsicherung,
ging es beim Neubau seines Verwaltungsgebäudes am Stammsitz in Neuwied um die Nutzung von regenerativen Energien.
Das zu großen Teilen aus poliertem Schwarzbeton bestehende
Gebäude – der Werkstoff wurde speziell von GOLDBECK für
Skylotec entwickelt – bietet mit hochgedämmter Außenhülle
modernsten Komfort: mit Dreifachverglasung, der Kombination
von Geothermie-Anlage und Energieboden sowie helligkeits- und
präsenzgesteuerter Beleuchtung.
Dr. Kai Rinklake: „Für mich war die Wahl
von GOLDBECK als Generalunternehmer zur
Errichtung unseres Verwaltungsgebäudes
die richtige Entscheidung.
Dr. Kai Rinklake,
Geschäftsführer
von Skylotec
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Unsere Kompetenz liegt im Bereich unserer
Produkte, den Schutzausrüstungen gegen
Absturz, ortsfest an Gebäuden installierten
Absturzsicherungen und Klettersportausrüstungen. Die Errichtung eines Gesamtgebäudes jedoch ist nicht unser Schwerpunkt und
daher war von Beginn an klar, dass wir unsere
Energie auch während der Bauphase nicht in
den Bau und die Koordination verschiedenartiger Gewerke lenken wollten, sondern dort belassen wo sie hin gehört. Als Partner für den
Bau kam daher von vornherein nur ein Generalunternehmer in Frage und zudem einer, bei
dem keine „Überraschungen“ zu befürchten
Kürzere Wege, schnellere Kommunikation und mehr Raum für
Innovation waren die Prämissen bei der Gestaltung des Bürokomplexes. Mit 1.250 Quadratmetern auf drei Etagen bietet er
Platz für die bisher auf vier verschiedene Standorte verteilten
Mitarbeiter. Transparenz ist auch hier wichtig: Es sollten keine
unpersönlichen Großraum- oder sterile Einzelbüros entstehen,
sondern schalltechnisch abgeschirmte, licht- und blickoffene
Gruppenarbeitsplätze. Verbunden sind sie durch eine zentrale
Lounge als Kommunikationsbereich. „Das Gebäude hat einen
großen Glasanteil“, beschreibt Marco Bayer. GOLDBECK habe
bereits zwei Hallen für Skylotec gebaut. Das Verwaltungsgebäude
sei ein echtes architektonisches Highlight. Die Aluminium-Kassettenfassade in schwarz mit orange entspreche den Unternehmensfarben von Skylotec. Auch Firmenchef Kai Rinklake ist von
dem Ergebnis begeistert.
Neubau folgt Unternehmensphilosophie
Offen und unverstellt präsentiert sich das Trossinger Familienunternehmen Haas, ein Hersteller von Hightech-Schleifmaschinen
und Softwareprogrammen für metallverarbeitende Unternehmen.
„Kurze Wege und offene Türen“, so beschreibt das Unternehmen
seine Kultur. Beim Neubau der Firmenzentrale mit GOLDBECK
setzte das Unternehmen auf Transparenz. „Die Stirnseite der
Halle ist komplett verglast“, beschreibt Jörg Parschat, Leiter der
GOLDBECK Geschäftsstelle Bodensee. Doch der Clou ist die
innere Transparenz: Große Fensterflächen zwischen Produktion
und Verwaltung heben die optischen Grenzen zwischen den
beiden Bereichen auf. Dem Kunden präsentiert sich eine helle,
aufgeräumte und einsichtige Produktion. Verglaste Besprechungsräume in Form von eingestellten Kuben spiegeln die Offenheit
des Miteinanders wider. 3
waren. Dies habe ich während der gesamten
Verhandlungsphase klar gemacht. Auch haben
wir uns für die Planung genug Zeit gelassen
um unsere Wünsche und Vorstellungen genau
zu erörtern und zu dokumentieren.
Nach einem Jahr Planung und Ausschreibung
erfolgte dann die Vergabe. Der Bauantrag
benötigte etwa 3 Monate und der eigentliche
Bau nur noch 8 Monate. Selbstverständlich
gab es während der Bauphase auch Unvorhergesehenes. Für solche Themen wurden jedoch,
ebenso wie für nachträgliche Änderungswünsche unsererseits, einvernehmliche Lösungen
gefunden.
Im Ergebnis haben wir das Gebäude erhalten,
welches wir wollten, bei fast 100%iger
Einhaltung von Budget und Zeitplan.“
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01
Bauen
Bauen
01 Parkhaus Hofaue City, Wuppertal: Grundfläche
1.700 Quadratmeter, sechs Vollgeschosse, 346 Stellplätze, Einzelstellplatzüberwachung, Videoüberwachung, LED-Beleuchtung, Bauzeit 1/2012 – 10/2012
03
Felix Müller
02
02 Skylotec, Neuwied: Dreigeschossiges Bürogebäude, 1.200 Quadratmeter, Geothermieanlage,
Wärmepumpe, GOLDBECK Energieboden inkl.
Kühlfunktion, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Bauzeit 07/2012 bis 12/2012
03 Haas Schleifmaschinen, Trossingen: Produktionshalle, 5.000 Quadratmeter, wärmerückgewinnende Kompressoren, Bauzeit 03/2013 – 10/2013
04 Parkhaus Hugo Boss, Metzingen: Grundfläche
2.300 Quadratmeter, elf Halbgeschosse, LED-Beleuchtung, Edelstahlgewebefassade mit horizontalem Maschenverlauf, Bauzeit 07/2012 – 12/2012
04
05 Sparkassen-Parkhaus Süd, Kaufbeuren: Grundfläche 2.480 Quadratmeter, zehn Halbgeschosse,
494 Stellplätze, Wannenleuchten, Lochkassettenfassade, Bauzeit; 01/2012 – 06/2012
06 Aubach-Quartier, Montabaur: Viergeschossiges
(3 + Staffelgeschoss) Bürogebäude inkl. Tiefgarage,
1.355 Quadratmeter, Eisspeicheranlage ISOCAL,
Wärmepumpe, GOLDBECK Energieboden inkl.
Kühlfunktion, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Bauzeit 11/2012 – 08/2013
05
Ein solches offenes Miteinander ist auch bei einer öffentlichprivaten Partnerschaft gefordert, wie sie GOLDBECK in Hannover
bei der Integrierten Gesamtschule (IGS) Stöcken praktiziert. Der
Gebäudekomplex, der zum Teil aus den 1960er Jahren stammt,
wird zurzeit grundlegend saniert und erweitert. „Wir haben in
mehreren Abschnitten während des laufenden Schulbetriebs
gebaut“, erläutert Projektleiter Mario Liebchen von GOLDBECK
Bauen im Bestand. 2011 war Baubeginn, der dritte und letzte Bauabschnitt wird in diesem Herbst fertig. Die denkmalgeschützten
Bestandsbauteile des Schulzentrums erhielten unter anderem neue
Fenster, Stahl-/Glas-Fassaden, Glasbausteine, neue Dachaufbauten
sowie eine komplett neue Gebäudetechnik.
Die zwei alten Sporthallen wichen einer neuen Dreifeldhalle im
Passivhausstandard – Tribüne inklusive. „Durch die Fassade –
weitestgehend geschlossene Außenwandflächen mit integrierten
Fassadenlichtbändern, einer 300 Millimeter starken Mineralwolldämmung inklusive abdeckender Vliesbespannung und einer
vorgesetzten Industrieglasfassade – entsteht so die Assoziation
von Transparenz“, erläutert Liebchen.
Im Eingangsbereich des Schulgeländes entstand ein zweigeschossiger Neubau mit jeweils 750 Quadratmetern Geschossfläche. Im
Erdgeschoss befinden sich eine Mensa mit 200 Sitzplätzen und
eine Cafeteria. Im Obergeschoss sind sieben Unterrichtsräume
entstanden. Der Massivbau im Passivhausstandard erhielt eine
rote Klinkerfassade und wurde optisch an die denkmalgeschützte
Schulanlage angepasst. Insgesamt präsentiert sich die IGS Stöcken
sehr offen. Hier zeigt sich auch, dass Glas in der Architektur keine
neue Erscheinung unserer Zeit ist – die bunte Glaskunstfassade
im Innern stammt noch aus den 60er Jahren. ❚
06
e+h architektur visuell, Münster
16
07 IGS Stöcken, Hannover: Neubau (1/3 des
Bauvolumens) und Sanierung (2/3) eines denkmalgeschützten Schulzentrums, Öffentlich-PrivatePartnerschaft, Neubauten im Passivhausstandard,
Außenanlagen ebenfalls denkmalgerecht saniert.
Planungsleistung einschließlich Entwurf der
Neubauten durch GOLDBECK unter Berücksichtigung von Inklusion. Schulzentrum bestehend aus
acht Einzelbauteilen und einer Gesamtnutzfläche
von ca. 8.300 Quadratmetern, Bauzeit 09/2011 –
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Am wichtigsten sind Transparenz und Authentizität.
Wer nicht weiß, warum und wie etwas in einem Unternehmen geschieht, wird nur schwer Vertrauen fassen.
Prof. Dr. Martin K. W. Schweer, Universität Vechta
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Haben den Durchblick: Michael
Quermann und Dennis Klassen
vom GOLDBECK Produktions­
standort Bielefeld , Eisenstraße.
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Bauen
Bauen
Viel mehr als nur Fenster
Kaum ein anderer Baustoff hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten
eine so tiefgreifende technologische Entwicklung erfahren wie der Bau­­stoff Glas. Innovationen, die auch bei GOLDBECK Verwendung finden.
Bereits die alten Römer kannten Fensterglas – das belegen F
­ unde
in Pompeji. Natürlich waren die ersten Fenster noch wenig durchsichtig und sehr dick, doch sie erfüllten ihren Zweck: Sie ließen
Tageslicht herein, wehrten Staub und Kälte ab und hielten im
Winter wenigstens ein bisschen Wärme im Haus.
An dieser grundsätzlichen Funktion des Fensterglases hat sich seit
2.000 Jahren nichts geändert – wohl aber an den Anforderungen,
die an Glas als Baustoff gestellt werden. Inzwischen ist es ein
transparentes Hightech-Material mit komfortablen Eigenschaften:
Glas kann sich zum Beispiel selbst reinigen oder auf Knopfdruck
einfärben, um vor Sonnenlicht abzuschirmen.
„Vor allem aber wurden in den vergangenen Jahren die Dämmeigenschaften verbessert“, erläutert Eckhard Roll, Leiter Spezialfassade
bei GOLDBECK. Früher waren Fenster echte Energieverschwender.
Bei Einfachverglasungen, wie sie bis in die 1970er Jahre gang und
gäbe waren, lag der Wärmedurchgangskoeffizient, damals K-Wert
genannt, noch bei 5 W/(m²K). Dieser Wert beschreibt den Wärmestrom durch ein Bauteil in Watt pro Quadratmeter Fläche bei einem
Kelvin Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenseite.
„Die ersten, vor 1995 verwendeten Zweischeiben-Isoliergläser
erreichten immerhin schon Werte um 3 W/(m²K)“, erläutert der
Spezialfassaden-Fachmann. Seit fast zehn Jahren wird der Wärme­
dämmwert bei Fenstern als U-Wert angegeben. Je kleiner der U-Wert,
desto besser die Dämmung. Modernes Dreifach-Wärmedämmglas
erreicht Werte von 0,6 bis 0,7 W/(m²K). „Beim Thema Energiesparen
kommt Glas eine Schwerpunktaufgabe zu“, so Roll.
Auch an anderer Stelle wird an der Optimierung der Wärmedämmung gearbeitet. So machte sich der althergebrachte Aluminium-Abstandhalter im Isolierglas-Randverbund als thermische
Schwachstelle bemerkbar. Er wirkte wie eine Wärmebrücke, sodass
sich der dem Raum zugewandte Verglasungsrand bei niedrigen
Außentemperaturen trotz geheizter Räume stark abkühlte und
wertvolle Heizenergie verloren ging. Es bildete sich Kondensat. Um
diesen Effekt zu verringern, werden etwa seit Mitte der 1990er Jahre
Abstandhalter aus Materialien verbaut, deren Wärmeleitfähigkeit
deutlich geringer ist als die von Aluminium. Fachleute sprechen
von einer „warmen Kante“, Wärmebrücken werden verringert.
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Modernes Hightech-Wärmedämmglas besteht aus mehreren hinter­
einanderliegenden Scheiben, deren Zwischenräume mit dem
Edelgas Argon (selten auch aus dem sehr teuren Krypton) gefüllt
sind. Auf den Glasoberflächen sind Edelmetallbeschichtungen
aufgebracht, die dafür sorgen, dass langwellige Wärmestrahlen
reflektiert, kurzwellige Lichtstrahlen hindurchgelassen werden.
Ein Problem der Dreifachverglasung ist das Gewicht. „Die ganze
Konstruktion wird dadurch mehr belastet“, so Roll. Es gebe derzeit
schon Versuche mit Dämmgläsern, bei denen das Edelgas durch
ein Vakuum ersetzt werde. Sie ermöglichen eine schlankere und
leichtere Bauweise bei ebenfalls guter Wärmedämmung.
Heute kann Isolierglas zum Wärme-, Schall- und Brandschutz
und als Sicherheitsglas eingesetzt werden. Doch die Fortschritte
in der Glastechnologie nutzt GOLDBECK nicht nur im konstruktiven Bereich, sondern auch in der ästhetischen Gestaltung von
Bauwerken. Glas entspricht dem
Zeitgeist und dem Wunsch nach
Glas ist ganz einfach
Transparenz. Es wird nicht nur
ein wunderbares
Licht ins Haus geholt, sondern
gestalterisches Element.
auch die Nachbarschaft in den
Eckhard Roll, Leiter Spezialfassade
Fassaden gespiegelt. Blickbeziehungen zur Umwelt entstehen.
„Glas ist ganz einfach ein wunderbares gestalterisches Element“,
sagt Roll und verweist unter anderem auf Parkhaus-Fassaden, die
mit Profilit-Verglasung zu wahren Schmuckstücken geworden sind.
Dieses Gussglas in verschiedenen Farbgebungen wurde auch als
Blickfang im soeben übergebenen Parkhaus neben der O2-World
in Berlin-Friedrichshain eingesetzt. ❚
2-fach Verglasung
3-fach Verglasung
Argon- oder
Kryptongasfüllung
Wärmedämmbeschichtung
Primärdichtung
Trockenmittel
Sekundärdichtung
Thermisch
isolierender
Randverbund
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Bauen
Bauen
Der Königsweg
Die neue Halle und das neue Verwaltungsgebäude stehen. Der Umzug
vom alten Standort ist abgeschlossen. Die Maschinen laufen wieder. Zeit,
innezuhalten und Bilanz zu ziehen: Sebastian König, Geschäftsführer des
Walzanlagenherstellers FUHR GmbH & Co. KG, und Rolf Endermann, Leiter
der GOLDBECK Niederlassung Bielefeld, blicken im Interview auf ihr
gemeinsames Projekt zurück.
Herr König, Ihr Unternehmen hat Tradition. Sie leiten die
Karl Fuhr GmbH in dritter Generation, Gründer war ihr Großvater Karl Fuhr im Jahr 1946 mit Stammsitz im lippischen Horn.
Wie kam es zum Neubau in Steinheim?
Sebastian König: Als ich 2010 in die Firma kam, gab es an unserem
alten Standort an vielen Stellen Innovationsbedarf. Meine Mutter
– vor mir Geschäftsführerin – hatte bereits erste Gespräche mit
GOLDBECK geführt. Damals ging es um einen Aus- und Umbau
des Stammsitzes, der ja das Lebenswerk meines Großvaters war.
Rolf Endermann: Der geplante Aus- und Umbau war allerdings
mehr eine anspruchsvolle Aufgabe für Bauen im Bestand, somit
war uns relativ schnell klar: Ein wirtschaftliches und produktionstechnisches Optimum können wir für den Kunden am
alten Standort nicht erreichen. Das haben wir auch ganz klar
kommuniziert – mit der Aussage: Wenn es um einen Neubau
geht, bieten wir gerne wieder mit.
Sebastian König: Dann äußerte ein expansionswilliges Nachbar­
unternehmen Interesse an unserer Halle – und damit fiel die
Entscheidung für unseren Neubau. Ich habe Ihre offenen Worte
damals geschätzt, Herr Endermann, denn ich habe letztendlich
auch verstanden, dass man diesen Mehrwert dann später, nach
der Umbaumaßnahme, gar nicht so richtig erkannt hätte. Die
Gesamterscheinung wäre nicht signifikant besser gewesen. Heute
haben wir hier eine Tipptopp-Infrastruktur.
Fuhr ist ein Familienunternehmen, GOLDBECK ist
ein Familienunternehmen – gab es da eine gemeinsame
Kommunikationsebene?
Sebastian König: Meine Ansprechpartner – Verkaufsingenieur
Arnd Bohlmann, Projektleiter Bernd Blum und Bauleiter Dennis
Reimann – sind ja nicht als Familienangehörige bei der Firma
GOLDBECK involviert. Sie waren einfach immer sehr kompetent
in dem, was sie getan und gesagt haben. Es gab nichts, was ich
in der Zusammenarbeit vermisst habe. Ich glaube, man muss an
diesen Schlüsselpositionen wirklich gute, handverlesene Leute
sitzen haben. So ein Projektleiter und ein Bauleiter,
wenn die nicht wirklich Ahnung von der Praxis
haben, dann laufen die im wirklichen Leben vor
die Wand. Beide müssen Akademiker sein, die eine
grundsolide Ausbildung und viel Praxiserfahrung
haben. Beides sind Schlüsselpositionen: Der Bauleiter für die tägliche Umsetzung des Projektes und
der Projektleiter für die übergeordneten Tätigkeiten.
Was, würden Sie sagen, waren die Erfolgsfaktoren, die dafür gesorgt haben, dass das Projekt
so reibungslos umgesetzt werden konnte?
Sebastian König: Da war zum einen die Stadt Steinheim
mit ihrer sehr kompetenten und kooperationswilligen Wirtschaftsförderung, vertreten durch Herrn
Ralf Kleine. Ich habe verschiedene Gegenden hier
in der Region abgesucht, nicht zu weit weg, damit
unsere Mitarbeiter auch mitziehen – und Steinheim
hat uns überzeugt. Der zweite Faktor war, dass auch
der örtliche Architekt Rainer Krekeler aus Steinheim
mit im Boot war. Parallel zu GOLDBECK hatte ich
seinerzeit auch mit einem Konsortium verhandelt,
und dort war er mit dabei. Seinen Entwurf des
Verwaltungsgebäudes fand ich superschön, zeitlos,
exklusiv und mit Elementen, die mir gefielen. Ich
fand es gut, dass GOLDBECK sich darauf eingelassen
hat. Damit hatte ich den Entwurf, den ich wollte,
die Skaleneffekte der Firma GOLDBECK, die sich
im Preis niederschlagen, und damit das Beste aus
beiden Welten. Jetzt haben wir eine funktionelle,
aber auch qualitativ hochwertige Halle, also eine
Topp-Produktionsinfrastuktur, und wir haben einen
kleinen, aber recht exklusiven Verwaltungstrakt. 3
Sebastian König (rechts)
im Gespräch mit Rolf Endermann.
Die Fragen stellte Katrin Borcherding.
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Bauen
Titelthema
Rolf Endermann: Und warum haben Sie dann letztlich für
Was würden Sie Unternehmern raten, die ähnliche Projekte
GOLDBECK entschieden?
planen und vor der Frage stehen: Umbau am vorhandenen
Sebastian König: Es war dann primär eine Preisfrage – aber nicht
Standort oder Neubau an anderer Stelle?
nur. Das Konsortium war deutlich teurer und ist zudem nicht
so richtig auf meine Wünsche und Anregungen eingegangen.
Die qualitativ hochwertige und termintreue Ausführung von
GOLDBECK, die architektonische Leistung von Herrn Krekeler
und die Wirtschaftsförderung Steinheim waren die drei Erfolgsfaktoren bei dieser Unternehmung „Neubau“.
Sebastian König: Zunächst einmal, dass sie sich kompetenten Rat
Wie hat dann später das Umzugsmanagement funktioniert?
Sebastian König: Das sollte ursprünglich alles in drei Wochen über-
standen sein. Der Büroumzug hat auch problemlos funktioniert.
Probleme gab es beim Umzug unserer Werkzeugmaschinen. Unsere
Bohrwerke wurden von der von uns damals beauftragten Firma
falsch ausgerichtet und vergossen. Die De- und abschließende
Remontage mussten wir dann neu vergeben, und das hat uns um
Monate zurückgeworfen.
einholen und sich Zeit für ihre Entscheidungen nehmen. Ich glaube,
die Planungsphase ist bei einem solchen Projekt sehr wichtig. 2011
war für uns ein reines Planungsjahr. In den Abstimmungsrunden
ging es darum, alles zu verstehen und zu überlegen, welche
Entscheidungen will ich hier überhaupt treffen? Wie möchte
ich bestimmte Details ausgeführt sehen? Zum anderen geht es
in dieser Phase natürlich auch um die Preisgestaltung und die
Auswahl des Dienstleisters. Bei uns hat sich letztendlich gezeigt,
dass wir hier den richtigen Schritt gemacht haben. Ich fand es
beachtlich, dass innerhalb von nur sieben Monaten dieses Projekt
wirklich zur Übergabe kam – genauso, wie es vorher terminiert
wurde. Anfangs hatte ich gedacht: Hier ist ein Rübenacker, und
ein paar Monate später soll hier eine fertige Firma stehen – wie
soll das gehen? Aber es hat geklappt – und Termin, Qualität und
Preis passten. ❚
Info
Die Firma Fuhr entwickelt und produziert Walzanlagen zum Umformen von Drähten
für die Automobil-, Elektro-, Lebensmittel-, Textil- und Bauindustrie. Ein Schwerpunkt des B2B-Geschäfts liegt auf Anlagen, die mit Energieerzeugung und -nutzung
zu tun haben – etwa der Offshore-Erdölförderung. Für ihre Kunden in Deutschland,
Österreich, Fernost und Skandinavien stellt sie mit 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa zehn bis 15 Maschinen pro Jahr her. Geschäftsführer Sebastian König
leitet das Unternehmen in dritter Generation gemeinsam mit Herrn Volker Gerth und
ist für das Controlling, Marketing und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nach dem Studium des Schiffsbaus und der Meerestechnik sowie einem daran
anschließenden, berufsbegleitenden Studium zum MBA lagen seine beruflichen
Stationen unter anderem in Großbritannien, Frankreich, den VAE und der Schweiz.
Seit 2010 ist er im Familienunternehmen tätig.
Projektdaten:
Baubeginn: März 2012
Fertigstellung:Oktober 2012
Halle:
3.900 Quadratmeter
Bürogebäude: 820 Quadratmeter, zwei Geschosse
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Das kleine 3 × 3
Drei Fragen zu drei Aspekten
zum Titelthema
1
In welchem Lebens- oder Arbeitsbereich
ist für Sie persönlich Transparenz am
wichtigsten?
Jan-Hendrik Goldbeck, Geschäftsführer: Offenheit
und Transparenz haben durch das Zeitalter der
rapiden Datenverbreitung und der omnipräsenten virtuellen Öffentlichkeit neue Paradigmen
für das menschliche und das berufliche Miteinander diktiert. Transparenz wird vorausgesetzt,
das Verschlossene und die Privatsphäre werden
zurückgedrängt, erfahren dadurch jedoch in
ihren letzten Reservaten eine erhöhte Wichtigkeit. Im beruflichen Umfeld sind Offenheit
und Transparenz „conditio sine qua non“ – man
denke an die Bedeutung von Compliance oder
den allseitigen wachsenden Informationsbedarf in Öffentlichkeit und Unternehmen. Im
privaten Umfeld versinnbildlichen Trends wie
„Cocooning“ die Gegenbewegung, die dem
menschlichen Bedürfnis nach individueller
Nähe und Intimität Ausdruck verleiht. Gute
Architektur muss in diesem Spannungsfeld
vermittelnd agieren.
3
2
Glas ist das Sinnbild für Transparenz schlechthin. Als Leiter
der Produktion von Fensterelementen und Fassaden ist der
Werkstoff Ihr Thema. Was macht für Sie seinen Reiz aus?
Hansfried Kuhnke, Leiter GOLDBECK Metallbau, Bielefeld: Gebäude mit
großzügig verglasten Flächen stehen für mich für Transparenz
und Offenheit. Glas verbindet unsere Räume mit der Umwelt und
weitet den Blick nach außen. Gleichzeitig begrenzt es jedoch auch
den Raum und gibt uns Sicherheit und Geborgenheit.
Moderne und technisch aktuelle Glasfassaden lassen im Sommer
wenig Wärme in die Gebäude. Im Winter sind sie in der Lage, unsere Räume mit sehr viel Licht zu versorgen und über die solare
Strahlung am Tage einen Betrag zur Erwärmung der Innenräume zu
leisten. Damit erbringen heutige Glasfassaden einen maßgebenden
Beitrag zur Energieeffizienz von Gebäuden und sind durch die
verwendeten, recyclingfähigen Rohstoffe besonders nachhaltig.
Einen weiteren wichtigen Aspekt in Zusammenhang mit Glas
stellt für mich der direkte Bezug zu unserer Umwelt dar. So wird
für uns Menschen, die wir sehr viel Zeit in Räumen verbringen,
hell und dunkel, Tag und Nacht, die vier Jahreszeiten und das
Wetter erlebbar.
Die vielen unterschiedlichen Funktionen von Glas spiegeln für mich
auch sinnbildlich die GOLDBECK Unternehmensleitlinie wider.
Transparente Architektur: Wo sehen Sie Chancen, wo Grenzen?
Und: Welche aktuellen Trends gibt es hier?
Marc Seidel, Produktmanager Büroimmobilien: Die heute verfügbaren hochwärmegedämmten Fenster-
konstruktionen ergeben in Kombination mit deren nahezu wärmebrückenfreien Einbau ganz neue
Möglichkeiten zur Schaffung von Transparenz am Gebäude. So kann trotz großflächigem Einbau
von verglasten Flächen höchste Behaglichkeit und Energieeffizienz gewährleistet werden. Auch im
Innenbereich ermöglicht der großzügige Einsatz von Glaswänden Transparenz und die Nutzung von
Tageslicht bei gleichzeitigem Schallschutz und Vertraulichkeit.
Auf der anderen Seite muss dabei aber stets bedacht werden, dass dem eigentlichen Nutzer ausreichend Möglichkeiten des Sichtschutzes verbleiben, um nicht ein Gefühl des gläsernen Mitarbeiters
zu erzeugen. Auch gilt es einer Überhitzung des Gebäudes im Sommer durch ausreichend opake
Flächen in exponierten Bereichen und einem klugen Verschattungssystem vorzubeugen.
Insbesondere letzteres wird zukünftig die Entwicklung der transparenten Flächen am Gebäude stark
beeinflussen. So gibt es schon heute die ersten elektrochromen Glaselemente, die automatisch auf
Sonneneinstrahlung reagieren und selbsttätig verdunkeln, dabei aber gleichzeitig den Blick nach
außen weiterhin ermöglichen. Dieser Trend zu intelligenten Bauteilen wird sich zukünftig noch
deutlich verstärken. ❚
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Themen & Trends
Themen & Trends
Lichtgestalten
Wer hat an der Uhr gedreht? Bezogen auf unsere innere Uhr gibt es auf diese
Frage eine erhellende Antwort: Es ist das Licht, das Tag für Tag die Zeiger stellt.
Zwar folgen wir dabei wie eh und je dem Rhythmus von Tag und Nacht. Als
„moderne Lichtgestalten“ können wir aber dank elektrischer Beleuchtung und
intelligenter Gebäudeautomation die Nacht zum Tag machen, das Licht dosieren
und unser Wohlbefinden steigern.
Besonders effektiv: „zwiegespaltene“
Sonnenschutzbehänge
So wie unser Tagesablauf richtet sich vieles in der Natur nach einem
Rhythmus: In 24 Stunden dreht sich die Erde um die eigene Achse und
in 365 Tagen um die Sonne. So entstehen nicht nur Tag und Nacht, sondern auch die Jahreszeiten. Nach Angaben der Fördergemeinschaft Gutes
Licht ist dabei das Licht der Taktgeber für unser täglich wiederkehrendes
Programm: Neben Schlaf- und Wachphasen hängen auch Herzfrequenz,
Blutdruck und Stimmung davon ab. Das Licht hat einen großen Einfluss
auf unser Wohlbefinden und ist für uns lebenswichtig.
Licht ist Leben
Die Stärke des Tageslichtes variiert nach Tages- und Jahreszeit, nach
Bewölkung und geografischer Lage. Laut der Publikation „Tageslicht am
Arbeitsplatz – leistungsfördernd und gesund“ der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung weist das Licht im Freien aber trotz Schwankungen eine
hohe Stärke auf: An einem trüben Novembertag kann sie bis zu 5.000 Lux
betragen – im Sommer bei bedecktem Himmel bis zu 20.000 Lux und bei
Sonnenschein sogar bis zu 100.000 Lux. Zum Vergleich: Der empfohlene
Mindestwert der Beleuchtungsstärke im Büro für Lesen, Schreiben und
Datenverarbeitung liegt bei 500 Lux. Tageslicht wirkt stimulierend und
motivierend auf Mitarbeiter, daher sind die Beleuchtung von Arbeitsstätten
mit möglichst viel Tageslicht und die Ergänzung durch künstliches Licht
gesetzlich in der Arbeitsstättenverordnung verankert und werden in den
Technischen Regeln für Arbeitsstätten konkretisiert. Auch die Sichtverbindung nach draußen wird zur Synchronisierung der inneren Uhr mit der
Außenwelt empfohlen.
Energieeffiziente Gestaltung
Bei der Gebäudegestaltung kommt es neben der Lichtplanung aber auch auf
weitere Faktoren an. „Aus Energieeffizienzgründen werden Fassaden heute
häufig nicht mehr ganz, sondern eher punktuell verglast, zum Beispiel in
Eingangsbereichen oder Pausenräumen“, erläutert Marc Weber, Architekt
und Diplom-Ingenieur bei GOLDBECK. Fassaden mit Brüstungen bieten
nicht nur bessere Möglichkeiten zur Dämmung und Wärmespeicherung,
sondern auch Vorteile beim Schallschutz. Gefragt seien außerdem Bandfassaden mit aneinander gereihten Fenstern ebenso wie Lochfassaden
mit einzelnen Glasgestaltungselementen. Diese vereinen einen optimalen
Lichteinfall und eine möglichst hohe Energieeffizienz.
Bei einem rundum genutzten Gebäude wie einem Büro empfiehlt er außenliegende Lamellenbehänge, die
bedarfsgerecht justiert werden können und die Sichtverbindung nach draußen gewährleisten. Besonders
wirkungsvoll sind sie in der „zwiegespaltenen“ Version:
Dabei kann der unteren Teil zur Verschattung eingestellt
werden, der obere Teil bleibt geöffnet, sodass weiterhin
Tageslicht einfällt. „Bei hellen Decken und Wänden
wird das oben einfallende Licht reflektiert und im Raum
gestreut.“ Zur optimalen Lichtverteilung tragen z.B.
auch helle Tragwerke, Dachbleche oder ein geschliffener
Boden im Hallenbereich bei.
Blickkontakt halten
Zum Einsatz in Hallendächern eignen sich aus milchglasähnlichem Kunststoff bestehende Lichtkuppeln, die
unabhängig vom Sonnenverlauf viel Tageslicht einfallen lassen – und das ganz ohne Blendwirkung. Auch
längere Lichtbänder lassen sich zum Beispiel oberhalb
von Fertigungslinien gezielt installieren. Diese Bänder
und Kuppeln dienen auch der Lüftung sowie der Temperaturregulierung. Um den Blick nach außen nicht zu
verlieren, sollten auch die Seitenwände Fenster enthalten, etwa zur gezielten Ausleuchtung von Werktischen.
Nachts sind alle Katzen grau –
aber nicht alle Gebäude
Künstliches Licht bietet darüber hinaus in der Dunkelheit viele architektonische Gestaltungsmöglichkeiten:
Beispielsweise lassen sich ästhetische Effekte durch
eine kontrolliert gesteuerte Nachtbeleuchtung der Innenräume oder das indirekte Anstrahlen der Fassade
erzielen. Horizontal angeordnete Lichtinstallationen
können sogar den Eindruck des optischen Schwebens
von ganzen Gebäuden oder Elementen hervorrufen.
„Wichtig im Sinne des Marketinggedankens sind auch
Firmenschriftzüge, die erst in der Dunkelheit richtig
strahlen“, sagt Marc Weber. Ein weiterer Trend im urbanen Umfeld sind LED-Netze, die Fassaden zu digitalen
Leinwänden werden lassen. 3
Die Hintergrundfotos auf
dieser und der nächsten
Doppelseite sind Langzeitbelichtungen von künstlichen
Lichtquellen.
Die Sonne ist nicht immer ein willkommener Gast
Während man Gebäude wie Wohnhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Kindergärten mit dem Wohn- und Gartenbereich der Sonne entgegen nach
Südwesten ausrichtet, kann Sonne in Büros und Schulen durch ihre Blendund Wärmewirkung auch zum Störfaktor werden. „Dort befinden sich mit
Menschen und Computern schon viele kleine Heizungen“, erläutert Marc
Weber. Dann geht es auch darum, Räume kühl zu halten. Einen Beitrag
dazu leistet der GOLDBECK Energieboden mit seinem kombinierten Heizund Kühlsystem.
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Themen & Trends
Themen & Trends
Es werde Licht – ganz individuell
Sparpotenzial durch effiziente Beleuchtung
Zeitgemäße Lichtgestaltung orientiert sich für Jörg Knorr, DiplomIngenieur im Bereich der Elektrotechnik bei GOLDBECK, heute
an einer möglichst hohen Energieeffizienz, der optimalen Ausnutzung des Tageslichts, der richtigen Mischung aus direktem
und indirektem Licht sowie intelligent gesteuerten Beleuchtungssystemen. Beispielhaft nennt er den Trend zu LED-Leuchten, die
besonders in Parkhäusern und Hallen angewendet werden, aber
zunehmend auch im Büro Anklang finden. „Die LED-Leuchten
bringen eine große Planungssicherheit mit, da ihre Leistung mit
den Jahren annähernd gleichbleibt. Manche Leuchten sind auf
eine Lebensdauer von 100.000 Stunden ausgelegt, bei Nutzung
an halben Tagen wären das bis zu 20 Jahre.“
Die Beleuchtung macht in einem Bürogebäude circa 50 Prozent
des gesamten Strombedarfes aus. „Beim Einsatz von intelligenten
Lichtlösungen wie busgestützten Steuerungen mit Präsenzmeldern, Dimmern und LED-Technik kann der Strombedarf für die
Beleuchtung derzeit um bis zu 70 Prozent reduziert werden“,
erläutert Jörg Knorr. Als Entscheidungshilfe für die modernen
Lichtlösungen erarbeitet GOLDBECK Amortisationsrechnungen, die auch die erforderlichen Investitionen berücksichtigen.
„Außerdem beobachten wir den Markt und werten beispielsweise
technische Neuerungen auf dem LED- und Steuerungssektor aus.
Darüber hinaus arbeiten wir aktiv mit Herstellern zusammen, um
Entwicklungen voranzutreiben und für unsere Kunden nutzbar
zu machen“, fasst Jörg Knorr zusammen.
Das intelligente Auge sieht mit
Viele Leuchten „wissen“ heute dank moderner Steuerungen selbst,
wann sie gebraucht werden: „Das beginnt bei der einzelnen Stehleuchte, die über ihr ’intelligentes Auge‘, einen Präsenzmelder,
funktioniert. Der Melder misst über eine Fotodiode die Lichtstärke
und registriert über mehrere Passiv-Infrarot-Dioden Bewegung.
So kann sich die Leuchte zum Beispiel bei einem Wert von 400
Lux und entsprechender Bewegungs- oder Präsenzmeldung
automatisch einschalten“, erklärt Jörg Knorr. Im größeren Rahmen erfolgt die effektive Regelung der Gebäudeautomation über
eine Bus-Technik. „Wie beim Linienbus werden über ein Kabel
verschiedene ’Haltestellen‘ angefahren“, erläutert er. Angesteuert werden dabei „intelligente Teilnehmer“ wie Lichtschalter-,
Jalousie- oder Beleuchtungsaktoren. Sie agieren entsprechend der
von einer Wetterstation oder per GPS eingeholten Informationen,
schalten beispielsweise das Licht ein und aus, dimmen es oder
justieren den Sonnenschutz.
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Nach Licht und Laune
„Bei aller Automatisierung, Präsenz- und Tageslichtsteuerung
bleibt die Möglichkeit zur individuellen Steuerung durch den
Arbeitsplatznutzer wichtig“, erläutert Marc Seidel, Produktmanager Büroimmobilien. Denn jeder Mensch hat individuelle
Bedürfnisse, wenn es um Licht geht. Diese werden auch intensiv
erforscht, ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Unterstützung des
menschlichen Biorhythmus durch den gezielten Einsatz von Licht.
In diesem Zusammenhang spielt auch die Farbe des Lichts eine
Rolle, die sich durch die Variation einzelner Farbanteile verändern
lässt. Nach Angaben der Fördergemeinschaft Gutes Licht wirkt
besonders Licht mit einem erhöhten Blauanteil aktivierend und
kann leistungs- und konzentrationsfördernd sein. Neben den
Forschungsergebnissen spüren wir als geborene Lichtgestalten
bei einem Spaziergang in der Sonne aber auch instinktiv, dass
Licht Laune macht. ❚
Unterschiedlichste Parameter werden
bei der softwareunterstützten Planung
berücksichtigt, um eine effiziente Raumbeleuchtung zu gewährleisten.
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Themen & Trends
Themen & Trends
Bildarchiv: Thüringer Kräuterhof
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Teeernte im vorigen Jahrhundert
Zeit für eine Tasse Tee
Die Tage werden kühler, die Getränke wieder wärmer. Bei
herbst­lichem Wetter macht man es sich am besten mit einer
Tasse Tee auf dem Sofa bequem – ein Thüringer Unternehmen
trifft dabei genau den Geschmack.
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Es muss ja nicht immer eine Tee­zeremonie wie bei den O
­ stfriesen
sein. Je nach Bedarf kann ein Tee ent­spannen, er­frischen oder
beruhigen. Ein Tee-­Klassiker ist der Schwarztee, den es in vielen verschiedenen Sorten gibt. Ähnlich wie Kaffee dient er als
Muntermacher, denn auch in ihm ist Koffein enthalten. Der Koffeingehalt variiert je nach Sorte und Anbaugebiet. Soll der Tee
aufmuntern, darf er nach dem Übergießen mit kochendem Wasser nur drei bis fünf Minuten ziehen. Bleiben die Teeblätter länger im heißen Wasser, entfaltet Tee seine beruhigende Wirkung.
Zu den aromatisierten Schwarztees zählt beispielsweise der
Earl Grey-Tee. Seinen markanten Geschmack erhält er durch
das ­natürliche Öl der Bergamottefrucht, einer Limonenart. Der
britische Staatsmann Charles Grey brachte diesen Tee aus China
mit nach Europa. Gern getrunken wird auch der chinesische
Jasmintee, dem echte Jasminblüten zugesetzt werden.
Grüner Tee wird aus derselben Pflanze gewonnen wie der
schwarze Tee. Beginnen die frisch gepflückten Teeblätter zu
welken, werden sie erhitzt, sodass sie nicht fermentieren. Die
Teeblätter behalten ihre ursprüngliche grüne Farbe.
Ebenfalls sehr beliebt sind Früchte- und Kräutertees, aroma­
tische Getränke, die aus getrockneten Pflanzenteilen – ­Früchten,
Fruchtteilen, Blättern oder Blüten – hergestellt und mit ­sprudelnd
kochendem Wasser aufgegossen werden.
Ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen Teeprodukten spezialisiert hat, ist der
Thüringer Kräuterhof in Gera. Für ihn baute GOLDBECK eine
neue Produktions- und Lagerhalle mit einer Fläche von 2.500
Quadratmetern an ein Bestandsgebäude an. Die Pläne dazu hatte
der Thüringer Kräuterhof schon länger in der Schublade. „Nach
ersten Gesprächen konnten wir jedoch unter Einhaltung der
­Flächenvorgaben die Planung an unsere Bausysteme an­passen
und im Vergleich zur vorhandenen Planung auch die Kon­
struktion wesentlich vereinfachen“, erinnert sich Christian Weiß,
Verkaufsingenieur der GOLDBECK Niederlassung ­Thüringen.
Schließlich sei die komplett neue Planung günstiger gewesen
als die Kostenschätzung für das Ursprungskonzept.
50 Mitarbeiter sind nun in der erweiterten Produktionsstätte im
Gewerbegebiet Zoche in Gera beschäftigt, um die ver­schiedensten
Tee-Erzeugnisse herzustellen. „Der Sandmännchentee mit dem
Logo der bekannten Fernsehfigur ist vor allem in den östlichen
Bundesländern beliebt“, sagt Betriebsleiter Jürgen Gotthardt.
„Unsere Früchtetees in sechs Sorten von Erdbeere bis Lemon-
Ananas werden als Grobschnitt und – das ist das
Besondere – im Pyramiden­beutel angeboten."
Speziell in der kalten J­ ahreszeit sorgen die Wintertees „Bratapfel“ und „Rooibos Zimt-Orange“
für Wärme von innen.
Gegründet wurde das Unternehmen 1922 durch
den Drogisten Lothar Höpfner. Heute werden
Tees und Kräuter aus aller Welt importiert. In
Aufguss- und Großkammerbeuteln, Kannen­
beuteln, 100-Gramm-Packungen beispielsweise
für Kindergärten und Pyramidenbeuteln ver­
lassen Teemischungen und Blatttees das Werk
in Thüringen.
Neben Handelsketten in Deutschland sind Russland, USA und Polen Hauptabnehmer der Produkte aus Thüringen, so der Geschäfts­führer. Der
Kräuterhof ist unter anderem nach der Bioverordnung zertifiziert und setzt den „International
Food Standard", den Internationalen Lebens­
mittelstandard um.
„Tee liegt im Trend“, so Jürgen Gotthardt. Zwölf
Wintersorten – von Zimt bis Knusperhäuschen
– und zwölf Sommersorten hat das Unternehmen bereits im Sortiment. Mit seinem Erweiterungsbau auf 3.000 Quadratmetern Fläche will
das Unternehmen die Produktion steigern. „Mit
dem Bau sind wir sehr zufrieden“, so Gotthardt.
Im September vergangenen Jahres sei begonnen
worden, im Mai war alles fertig. Aufgrund eines
Großauftrages denkt er bereits über eine weitere
Expansion nach. ❚
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Kurz berichtet
Kurz berichtet
KURZ BERICHTET
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GOLDBECK
Energie-Management
macht Solaranlagen effizienter
Stiftungsprofessur
Entwerfen und Nachhaltiges Bauen
Bewegungsfreiheit
Position seit April 2013 besetzt
GOLDBECK Hallen sind offen für Neues
Die Fördervereinbarung für die Stiftungs­
professur ist seit September 2011 unterzeichnet, die Rahmenbedingungen am
Fachbereich Architektur der TU Darm­
stadt waren geschaffen, nun ist auch eine
geeignete Hochschulfachkraft gefunden.
Professor Dipl.-Ing. Christoph Kuhn, als
Architekt BDA mit einem eigenen Büro
in Freiburg tätig, hat zum 1. April 2013
den Lehrstuhl übernommen. Die Lehrver­anstaltungen und Forschungsaufgaben
des neuen Fachgebietes sind zum Sommersemester gestartet.
Die GOLDBECK Stiftungsprofessur will
Kuhn nutzen, um bei Studierenden die
Nachhaltigkeit von Gebäuden über deren
gesamten Lebenszyklus verstärkt in den
Fokus zu rücken und die Forschung auf
diesem Fachgebiet voranzutreiben. Dabei ist auch ein reger Austausch mit den
GOLDBECK Experten auf diesem Gebiet
geplant. ❚
Damit Warenströme schnell und effizient fließen können, brauchen Logistiker Raum zum Transportieren, Kommissionieren
und Lagern ihrer Produkte. Diese Anforderungen erfüllen Hallen
der Unternehmensgruppe GOLDBECK durch weitgehende Stützenfreiheit. „Hier zeigen sich die Vorzüge des Baumaterials Stahl
speziell für die Dachkonstruktion. Wie kein zweiter Werkstoff ist
Stahl in der Lage, mit vergleichsweise geringem Materialaufwand Lasten über große Spannweiten abzutragen“, sagt Achim
Schuster, Leiter Team Logistik National von GOLDBECK International.
Um das optimale Zusammenspiel der drei Faktoren Stützen­freiheit,
Spannweite und Traglast zu erreichen, berechnen G
­ OLDBECK
Statiker die wirtschaftlichste Lösung. Das Tragwerk ist das Herzstück jeder Halle: Hier gehen Sicherheit und Standfestigkeit
eine Allianz mit der vom Kunden geforderten Offenheit und
Bewegungsfreiheit ein. ❚
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Die sinkende Einspeisevergütung für Solarstrom ist Ansporn
für Innovationen. „Der Trend in Deutschland geht klar zu
Eigenverbrauchs-Lösungen“, beobachtete Joachim Goldbeck,
Geschäftsführer der GOLDBECK Solar GmbH, auf der diesjährigen Fachmesse „Intersolar“ in München.
Eine Solaranlage wird bei GOLDBECK niemals isoliert ge­
sehen. Sie muss zusammen mit dem Umfeld eine leistungsfähige Einheit bilden, um ihre Effizienz voll auszuschöpfen.
„Ein Energie-Management kann dafür sorgen, dass Lasten in
die Zeiten gelegt werden, in denen der günstige Solarstrom
zur Verfügung steht“, so Joachim Goldbeck. „Wir sorgen dafür, dass der Energiehaushalt im Gebäude optimal gestaltet
wird.“ Ein Baustein dabei sei auch eine sinnvolle Speichertechnik.
„Der nächste Schritt ist dann, das Ganze intelligent um
­weitere Komponenten zu ergänzen“, so der Geschäftsführer.
Dies könnten beispielsweise Blockheizkraftwerke oder
Wärme­pumpen sein. ❚
FIX Score insgesamt (Markenstärke und Kompetenz)
Platz
Facility-Manager
(Umsatz < 300 Mio. Euro)
Score
(max. 1.850)
1
Sauter FM
1.306
2
GOLDBECK
Gebäudemanagement
1.305
3
Immobilien Service
Deutschland
1.301
4
RGM Facility
Management
1.289
5
Dr. Sasse
1.260
Rangliste der FM-Dienstleister, Quelle: BMC
Hohe Platzierung
für GOLDBECK Gebäudemanagement
Besondere Ergebnisse kann das GOLDBECK Gebäudemanagement im Facility Management Report 2013 vorweisen. Mit
Platz zwei in der Rangliste der FM-Dienstleister wurde insbesondere die Kompetenz deutlich unter Beweis gestellt. Bei
den Detailergebnissen wurde GOLDBECK zudem der „beste
Ruf“ bescheinigt.
Der Facility Management Report wurde von Bell Management
Consultant (BMC) erstmalig erstellt und hat die Aufgabe, für
mehr Transparenz am FM-Markt zu sorgen. Die Beurteilung
basiert auf einer Befragung von 110 Property-Managern hinsichtlich ihrer Erfahrung mit FM-Dienstleistern. ❚
GOLDBECK
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Titelthema
Kurz berichtet
KOMMENTAR
ÖPP in Deutschland: Mehr Akzeptanz durch Transparenz
Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer
Nicht erst seit der jüngsten Pannenserie bei öffentlichen BauproAn der Gestaltung unserer ÖPP-Transparenzinitiative war und ist
jekten ist mehr Transparenz bei staatlichem Handeln ein wichtiges
die Firma GOLDBECK Public Partner GmbH maßgeblich beteiligt.
Bürgerinteresse. Öffentliches Bauen muss auch unserer Auffassung
Sie hat nicht nur als erstes Unternehmen in Deutschland einen
nach transparent und für den Bürger nachvollziehbar sein, mit
ÖPP-Vertrag veröffentlicht, sondern setzt sich mit weiteren Offen­
Projekten, die nicht wie so oft aus dem Ruder laufen.
legungen beispielhaft für mehr Transparenz ein.
Bei Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP), einer
Ich bin davon überzeugt, dass wir durch ein
ÖPP zeichnet
alternativen Beschaffungsform, bei der das Planen,
solches Engagement dem Bürgerinteresse nach
sich durch eine
Bauen, Finanzieren und Betreiben eines Objektes
Kosten­wahrheit und -klarheit gerecht werden
hohe Kosten- und
ganzheitlich auf einen privaten Partner übertragen
und die Akzeptanz von ÖPP in der Öffentlichkeit
Terminsicherheit aus. ­wieder steigt. Denn mittels dieser Beschaffungswerden, wird diesem begründeten Bürgerinteresse
in hohem Maße Rechnung getragen.
variante können geeignete öffentliche Bauprojekte
Im ÖPP-Verfahren werden alle Folgekosten eines Projekts in
nicht nur transparenter, kostensicherer und schneller umgesetzt
der Entscheidungsfindung berücksichtigt und künftige Zahwerden, sondern es wird auch ein Beitrag geleistet, den hohen
lungsverpflichtungen trans­parent im Haushalt dargestellt. Bei
öffentlichen Investitionsstau zu bewältigen. ❚
konventionellen Projekten ist dies hingegen regelmäßig nicht
der Fall. ÖPP zeichnet sich zudem durch eine hohe Kosten- und
Terminsicherheit aus, da diese Risiken auf den privaten Partner
übertragen werden.
Die Deutsche Bauindustrie unterstützt jede Form einer offeneren
Kommunikation und Ausweitung der Transparenz. Insbeson­
dere fördern wir die Offenlegung von ÖPP-Verträgen und zeigen
somit, dass ÖPP, entgegen der Meinung einiger Kritiker, nichts
mit „Geheimniskrämerei“ zu tun hat. Vielmehr ist ÖPP den
konventionellen Projekten einen Schritt voraus.
Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer ...
... Vorsitzender des Vorstandes der Bauer Aktiengesellschaft,
Professor an der Technischen Universität München für Bau­
betriebswirtschaftslehre sowie Präsident des Hauptverbandes
der Deutschen Bauindustrie.
GOLDBECK
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Streifenfrei transparent –
vielleicht konnten wir Ihnen in dieser Ausgabe
den einen oder anderen neuen (Durch-)Blick
verschaffen. Es würde uns freuen.
Lob oder Anregungen, Kommentare oder Kritik?
Ihre Meinung ist uns wichtig!
Schreiben Sie uns an
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Kompetenz vor Ort – immer in Ihrer Nähe
Gut, wenn ein Ansprechpartner immer in der Nähe ist.
Noch besser, wenn er die regionalen Gegebenheiten kennt.
Am ­Besten aber ist es, wenn bei ihm alle Fäden zusammenlaufen und er kompetent all Ihre Fragen beantworten
kann. Unser Niederlassungsnetz macht’s möglich!
Rostock
Birmingham
Vorschau
Das Magazin Frühjahr/Sommer 2014
werden wir dem Titelthema Verbindun­
gen widmen. Sei es in konstruktiver
Hinsicht, Netzwerke und persönliche
Verbindungen betreffend, interessante
Produkte einiger unserer Kunden oder
hinsichtlich der Kernkompetenz in der
verbindenden Branche Logistik. Bis
dahin eine gesunde, erfolgreiche Zeit.
Und: Bleiben Sie uns verbunden!
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Den Dingen auf den Grund gehen kann nur, wer durchblickt.
Doch Transparenz hat auch ihre – manchmal durchaus gewollten – Grenzen.
befasst sich mit einem Phänomen, das aus ganz verUnser aktuelles
schiedenen Perspektiven gesehen werden kann. Am Ende aber halten wir es
mit Alexandre Dumas: „Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch
die richtige Brille sehen.“
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