Chemie6_Synthese_Adipinsäure_Nylon

Werbung
Praktikumsbericht
Versuch 6
Synthese von Adipinsäure durch Oxidation von
Cyclohexan mit Wasserstoffperoxyd und
Nylonsynthese mit dem „nylon rope trick“
Assistent:
Sandro
Versuchsteilnehmer: Ruedi Stahel
Patricia Doll
E-Mail:
[email protected]
[email protected]
Datum:
10/13.04.07
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
1 Abstract
Die Synthese der Adipinsäure konnte erfolgreich durchgeführt werden, die Ausbeute
betrug 56.9%. Die Adipinsäure konnte ebenfalls im IR-Spektrum nachgewiesen
werden, obwohl noch viele andere Peaks, welche nicht der Adipinsäure zugeordnet
werden können, vorhanden waren. Die gemessene Schmelztemperatur betrug 149.6
etwa 3°C unter dem theoretischen Wert von 152.5 [2]. Die Synthese von Nylon6,10
gelang ebenfalls, wobei jedoch kein schöner Faden herausgezogen werden konnte.
Um ein besseres Ergebnis zu bekommen müsste man ein anderes Verfahren
anwenden.
2
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
2 Einführung
a. Synthese von Adipinsäure durch Oxidation von Cyclohexen
mit Wasserstoffperoxid
Bei der Synthese von Adipinsäure läuft ein Autooxidationsprozess ab. Dabei findet
ein selektiver Transfer von Sauerstoffatomen statt, wobei diese nicht aus der Luft der
Umgebung sondern von einem speziellen Oxidations-Reagenz genommen werden.
In diesem Versuch stellt Wasserstoffperoxid dieses Oxidations-Reagenz. Der
Sauerstofftransfer findet somit vom Wasserstoffperoxid zum Cyclohexan statt. Dabei
wird das Cyclohexan zu Adipinsäure oxidiert (s. Abb. 1).
COOH
+ 4 H202
+ 4 H2O
COOH
Abbildung 1. Oxidation von Cyclohexan zu Adipinsäure mit Wasserstoffperoxid.
OH
H2O2
H2O
O
H 2O 2
O
OH
OH
H2O2
O
COOH
H2O
O
H 2O 2
O
COOH
O
O
OH
Abbildung 2. Die Oxidation von Cyclohexan zu Adipinsäure in einzelnen Schritten
Die ebenfalls beigegebenen Chemikalien Natriumwolframat Dihydrat und
Methyltrioctylammonium fungieren als Katalysator und Phasentransferkatalysator.
Im Allgemeinen werden diese eingesetzt, wenn zwei Phasen nicht mischbar sind. Sie
bewirken, dass die zu reagierenden Stoffe, in diesem Fall Cyclohexan und
Wasserstoffperoxid, sich an der Phasengrenze konzentrieren. Dies um die Reaktion
dieser beiden Stoffe hervorzurufen.
Cyclohexan ist eine organische Phase und Wasserstoffperoxid eine nucleophile
Phase. Nucleophile Phasen (Wasserlösliche Phase) und organische Phasen stossen
sich
gegenseitig
ab.
Die
positiv
geladenen
Ammoniumionen
des
Methyltrioctylammonium bilden die Phasengrenze zur wässrigen (nucleophilen)
3
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
Phase und die Octylketten bilden die Grenze zur organischen Phase. So wird das
Nucleophile Wasserstoffperoxid in die organische Phase transportiert. Die Reaktion
kann stattfinden.
Abbildung 3. Lewis-Formel von Methyltrioctylammonium [1]
b. Synthese von Nylon 6,10
Nylon gehört zur Familie der Polyamide. In Abbildung 3 ist die Funktionelle Gruppe
der Amide abgebildet. Bei Nylon ist der dritte Rest ein Wasserstoffatom. An den Rest
1,2 folgen die Kohlenstoffketten.
O
C
R2
R1
N
R3
Abbildung 3. Amid Gruppe oder auch Carbonsäureamide.
Nylon bildet stabile Fasern, welche durch Wasserstoffbrücken, die zwischen den Wasserstoff
und Stickstoffatomen ausgebildet werden, zusammengehalten werden. Die Amidbindung ist
nicht nur für die Wasserstoffbrücken verantwortlich, sondern sie ermöglicht auch die
Wassereinlagerung zwischen den einzelnen Polyamidsträngen. Diese Einlagerungen stört
die Ausbildung eines kompakten Wasserstoffbrücken-Netz beim Nylon 6,6 (s.Abb.4) welches
viele Amidbindungen hat, weshalb Nylon 6,10 (s.Abb.5) mit weniger Amidbndungen
hergestellt wird.
O
H
N
*
N
H
*
n
O
Abbildung 4. Struktur von Nylon 6,6. Zwischen den Stickstoffatomen sind in der Kette
jeweils sechs Kohlenstoffatome.
4
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
O
H
N
*
N
H
*
n
O
Abbildung 5. Struktur von Nylon 6,10. Zwischen den Stickstoffatomen sind in der Kette
jeweils sechs und zehn Kohlenstoffatome.
Zur Herstellung von Nylon 6,10 wird eine Grenzflächensynthese durchgeführt. Dafür wird ein
Diamin in Wasser und eine aktivierte Form einer Disäure (Disäurechlorid) in einem
organischen Lösungsmittel gelöst. Wenn die beiden zusammen gegeben werden erfolgt die
Polykondensation an der Phasengrenze zwischen Wasser und organischem Lösungsmittel
(s.Abb.6).
O
NH2
N 2H
Cl
+
Cl
Sebacylsäuredichlorid
Hexamethylendiamin
O
O
H
N
*
N
H
n*
O
Nylon 6,6
Abbildung 6. Darstellung der Nylonsynthese mit Strukturformeln. Die Ausgangstoffe sind
Hexamethylendiamin und Sebacylsäuredichlorid.
5
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
3 Material und Methode
a. Synthese von Adipinsäure durch Oxidation von Cyclohexen
mit Wasserstoffperoxid
3.1 Materialien
3.1.1 Geräte
Um das Gemisch zu erwärmen wurde ein Magnetrührer mit Oelbad benutzt.
Ebenfalls wurde eine Apparatur mit Kühlsystem benutzt.
3.1.2 Chemikalien
Für den Versuch wurde Calciumchlorid und Watte benutzt. Von Fluka wurde
Natriumwolframat Dihydrat ultra, Methyltrictylammonium Purum, Cyclohexan puriss
p.a. und Kalumhydrogensulfat Ultra verwendet. Wasserstoffperoxid von Merck,
puriss wurde auch verwendet.
3.2 Methode
3.2.1 Sicherheitsvorkehrungen
Der ganze Versuch sollte im Abzug durchgeführt werden. Das abwägen von
Cyclohexan sollte auch im Abzug geschehen, was jedoch versäumt wurde.
3.2.2 Aufbau der Apparatur
Ein Magnetrührer mit Silicaoel und Kontaktthermometer wurde bereitgestellt. An
einem Stativ wurde ein Dimmrotkühler mit einem Chlorcalciumrohr und einem
Rundkolben befestigt. Der Dimmrothkühler wurde ans Wasser angeschlossen.
3.2.3 Ablauf des Versuches
In das Chlorcalciumrohr wurde etwas Calciumchlorid und Watte getan. In den 50ml
Rundklben wurden die folgenden Chemikalien wie folgt eingewogen:
Natriumwalframat
Dihydrat
0.50g,
Methyltrioctylammonium
0.50
g,
Wassersotffperoxid 12.00g und Kaliumhydrogensulfat 0.37g. Dabei wurde beachtet,
dass das Methyltriactylammonium sofort in den Rundkolben gegeben wird. Das
ganze wurde gerührt, bis es vollständig gelöst war. Danach wurde 2.0g Cyclohexan
beigegeben wobei sich zwei Phasen bilden.
Das Kühlwasser wurde nun eingestellt und das Gemisch während 1.5 Stunden bei
80°C erhitzt. Die warme Lösung wurde anschliessend in ein 25ml Becherglas
gegeben und im Eisbad gekühlt. Nach 15-20min wurde die gefestigte Lösung durch
eine Porzellannutsche mit Filterpapier gefiltert. Es wurde anschliessend noch mit
gekühltem Wasser nachgewaschen. Die Kristalle auf dem Filterpapier werden in ein
vorher gewogenes Pillenglas gegeben und in den Trockenschrank gestellt.
6
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
3.2.4 Entsorgung
Es gibt keine Abfälle welche besonders entsorgt werden müssen. Das Silicaoel kann
wiederverwertet werden.
3.2.5 Berechnungen
3.2.5.1 Reaktionsausbeute der Adipinsäure
Mol Cyclohexan/Adipinsäure:
n
m
M
Cyclohexan M=82.125g/mol, m=2.0g
2.0
n
 0.024347mol
82.145
Adipinsäure M=146.143g/mol, m=2.0255g
2.0255
n
 0.01386mol
146.143
Ausbeute:
0.01386
 0.569
0.02435
56.9%
Fehlerrechnung:
m
n
M

  f m   m
'

2
2
 2.0


 0.001  5.9  10 10
 82.145

7
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
b. Synthese von Nylon 6,10
3.3 Materialien
3.3.1 Geräte
Es werden keine speziellen Geräte benötigt
3.3.2 Chemikalien
Es wurde Hexamethyldiamin von Fluka, puriss, Natrumcarbonat von Merck, pro
analysi, Methylenchlorid von Baker, analyzed und Sebacylsäuredichlorid von Fluka,
Purum verwendet.
3.4 Methode
3.4.1 Sicherheitsvorkehrungen
Es wurden keine speziellen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
3.4.2 Ablauf des Versuches
Bereits vorbereitet waren die Lösungen. Eine Lösung mit 0.1g Hexamethylendiamin
und 0.2g Natriumcarbonat in 2 ml Wasser. Die andere Lösung mit 0.1ml
Sebcylsäuredichlorid in 2ml Methylenchlorid. Dann wurde die erste Lösung sorgfältig
zur zweiten gelehrt wobei mit einer Pinzette das gebildete Polymer um einen
Glasstab gewickelt wurde. Die Bildung beginnt sehr schnell an der Grenzfläche der
beiden Lösungen.
3.4.3 Entsorgung
Die Lösung wurde in die Chlorierten Abfälle gegeben, da die Ausgangstoffe Chlor
enthielten.
8
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
4 Resultate
a. Synthese von Adipinsäure durch Oxidation von Cyclohexen
mit Wasserstoffperoxid
Schmelztemperatur: Gemessener Wert: 149.6°C
Ausbeute: Die Ausbeute betrug 56.9%.
IR-Spektrum:
Abbildung 7. IR-Spektrum der selbst hergestellten Adipinsäure.
b. Synthese von Nylon6,10
Die Synthese von Nylon ergab ein Polymer das teilweise etwas klumpig und teilweise
fadenförmig war. Das Polymer entwickelte sich sofort nach dem zusammengiessen
der beiden Flüssigkeiten. Auch beim schnellen herausziehen wurde es sofort
nachgebildet.
9
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
5 Diskussion
a. Synthese von Adipinsäure durch Oxidation von Cyclohexen
mit Wasserstoffperoxid
5.1 Schmelztemperatur der Adipinsäure
Tabelle 1. Gemessener Wert des Schmelzpunktes von der Adipinsäure verglichen
mit dem Literaturwert
Gemessener Wert
Literaturwert
149.6°C
152.5°C [2]
Der gemessene Wert liegt etwa 3°C unter dem Literaturwert. Eines Abweichung kann
durch die Messmethode erklärt werden. Das Messen erfolgt mit dem Auge welches
nicht eine genaue Art des Messens ist. Der Moment, in dem die Adipinsäure schmilzt
kann teilweise nicht gut getroffen werden, da es schnell geht oder nichth gut
erkennbar ist. Die etwas zu tiefe Schmelztemperatur kann allerdings auch mit
Verunreinigungen zu tun haben. Cyclohexan hat eine Schmelztemperatur von 6,6°C
[3]. Cyclohexan und andere Verunreinigungen können die Schmelztemperatur etwas
senken, da sie die Ausbildung der starken Zwischenmolekularen Kräfte, den
Wasserstoffbrücken beeinflussen könnten.
5.2 Ausbeute der Adipinsäure
Die Ausbeute betrug 56.9%. Das ist ein guter Wert, fast üer die Hälfte von
Cyclohexan konnte in Adipinsäure umgesetzt werden. Es ist auch ein guter Wert, da
die Reaktion ziemlich schwierig abläuft. Bei einigen aus der Gruppe hat es nicht
geklappt, das heisst es wurde kaum Adipinsäure gebildet. Dies könnte am
Phasentransferkatalysator, Methyltrioctylammonium gelegen haben. Wenn dieses
beim wägen nicht direkt beigegeben wurde, begann der Stoff zu schmelzen. Dies
könnte seine Wirkung beeinflusst haben. Ebenfalls könnte es am Katalysator
gelegen haben dem Natriumwolframat Dihydrat. Wobei hier keine Grnde gefunden
werden können, warum dieser nicht vollständig wirken konnte. Ein anderes Problem
könnte die Temperatur des Oelbades sein. Mit dem Kontaktthermometer konnte die
Badtemperatur nicht genau auf 80°C gehalten werden. Das Oelbad nahm teilweise
eine Temperatur von 100°C und mehr an, ebenfalls lag diese teilweise unter 80°C.
Wenn die Temperatur zu tief was, könnte es sein, dass die Reaktion nicht ablaufen
konnte.
10
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
5.3 IR-Spektrum
Die Adipinsäure besteht aus einer Kohlenstoffatomkette von sechs Atomen. Zwei
davon gehören zu einer Carbonsäure, die anderen haben einfach je zwie
Wasserstoffatome gebunden. Somit gehört die Adipinsäure zu den gesättigten
Carbonsäuren. Gesättigt ist sie daher, da sie keine Dppelbindungen enthält. Diese
zeigen im IR-Spektrum eine Wellenzahl von 1760-1700cm-1. Unser erhaltenes IRSpektrum zeigt in diesem Bereich einen Ausschlag bei 1718.2cm-1(s.Abb.7). Dieser
Peak, könnte also den ungesättigten Carbonsäuren zugeordnet werden. Er könnte
aber auch den Aldehyden, Ketonen und Carbonsäureestern zugeordnet werden,
welche eine Wellenzahl von 1730-1710cm-1 aufweisen. Da aber Adipinsäure eine
Carbonsäure ist, wird dieser Peak dieser Gruppe zugeordnet. Der Ausschlag ist in
diesem Wellenbereich ist sehr klein, verglichen mit dem Auschlag auf dem
theoretischen IR-Spektrum(s.Abb.8), wo dies der markanteste Peak ist. Die Peaks
bei 2928.0 und 2857.9 können Alkanen Verbindungen zugewiesen wersen, welche
bei 2926 und 2853 einen Peak haben. Die Adipinsäure besteht aus einer Kette von
Alkanen, denn sie hat keine Doppelbindung. Dieser Peak ist kann also zugewiesen
werden und ist auch im theoretischen IR-Spektrum vorhanden. Die anderen Werte im
oberen Bereich können dem Lösungsmittel zugeordnet werden. Denn die meisten
dieser Peaks werden Gruppen mit Stickstoff zugeordnet, welcher in Adipinsäure nicht
vorhanden ist. Auch die Peaks im unteren Bereich welche Gruppen mit Stickstoff
zugeordnet werden können nicht von der Adipinsäure sein, sonder müssen vom
Lösungsmittel oder verunreinigungen stammen. Die anderen Peaks können
entstanden sein, wenn die Synthese nicht sauber abgelaufen ist und Nebenprodukte
entstanden sind. Dies können Ester oder auch Kohlenstoff Doppelbindungen haben.
Auch wenn das gemessene IR-Spektrum viel mehr Peaks als das Theoretische
Spektrum aufweist, kann man sagen, dass die Peaks welche Gruppen der
Adipinsäure zugeordnet werden können, vorhanden sind.
Abbildung 8. IR-Spektrum von Adipinsäure aus der Literatur. Zum Vergleich mit dem selber
gemachten IR-Spektrum [4].
11
Versuch 6
b.
Ruedi Stahel, Patricia Doll
Synthese von Nylon6,10
Die Synthese von Nylon wurde erfolgreich durchgeführt. Die Polymerisation begann
sofort nach dem zusammengeben. Es konnte kein regelmässiger Faden erzeugt
werden, da zum einen das Zusammengiessen sehr schnell gemacht wurde und das
entstandene Polymer nicht sofort herausgezogen wurde. Wenn die
Hexamethylendiamin-Lösung sehr langsam beigefügt werden würde, liefe die
Polymerisation nicht so schnell ab. Somit könnte man eine bessere Fadenbildung
erreichen. Ebbenfalls wäre eine automatisierte Vorrichtung zum hinaufziehen des
Polymerfadens besser, da dies regelmässiger als von Hand ablaufen würde, auch
dies hätte eine bessere Fadenbildung zur Konsequenz. Es gibt demnach noch viele
Vorgänge die optimiert werden können. Die Polymerisation war jedoch gut ersichtlich
somit ist das Ziel des Versuches erreicht.
12
Versuch 6
Ruedi Stahel, Patricia Doll
6 Referenzen
6.1 Internetverzeichnis
1.http://www.sigmaaldrich.com/catalog/search/ProductDetail?ProdNo=69485&Brand
=FLUKA , April 16, 2007
2. http://de.wikipedia.org/wiki/Adipins%C3%A4ure , April 16, 2007
3. http://de.wikipedia.org/wiki/Cyclohexan , April 20, 2007
4.http://www2.unisiegen.de/dept/fb08/abteil/org/org1/Lehre/praeparate/adipinsaeureester.pdf, April 20,
2007
13
Herunterladen