Infos - Liederkranz Tittling

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Liederkranz „Dreiburgenland“ Tittling e.V.
ausgezeichnet mit der Zelterplakette des Bundespräsidenten und dem
Kulturpreis 2003 des Landkreises Passau
präsentiert in der
Dreiburgenhalle Tittling
„Im Weißen Rössl“
Singspiel in 3 Akten von Ralph Benatzky
Aufführungstermine:
Premiere: Sonntag, 26. Dez. 2004,19.30 Uhr
Zur Premiere begrüßt der Liederkranz den 40.000. Besucher seit 1984
Samstag, 01.Jan. 2005, 19.30 Uhr
Sonntag, 02. Jan. 2005, 16.00 Uhr
Donnerstag, 06. Jan. 2005, 16.00 Uhr
Freitag, 07. Jan. 2005, 19.30 Uhr
Samstag, 08. Jan. 2005, 19.30 Uhr
Sonntag, 09. Jan. 2005, 16.00 Uhr
Freitag,14. Jan. 2005, 19.30 Uhr
Samstag, 15. Jan. 2005, 19.30 Uhr
Sonntag, 16. Jan. 2005, 16.00 Uhr
Freitag, 21. Jan. 2005, 19.30 Uhr
Samstag, 22. Jan. 2005, 19.30 Uhr
Sonntag, 23. Jan. 2005, 16.00 Uhr
Kartenreservierungen:
Tourist-Information im Rathaus Tittling,
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08504 – 40114; abends: 08504 - 8959
und www.liederkranz-tittling.de
Das „Weiße Rössl“ ein kleines Charakteristikum von Regisseur Florian Schwartz:
Heile Welt in „himmelblau“???
Reisen wir mal in das Jahr der Uraufführung: Als das Weiße Rössl im November
1930 startet, hat die Weltwirtschaftskrise ihren Zenit erreicht: die Arbeitslosenzahlen
steigen auf einen Jahresdurchschnitt von 3,08 Millionen gegenüber dem Vorjahr
(1,90 Mio.); im Dezember wird mit 4,4 Mio. im Deutschen Reich der
Jahreshöchststand erreicht. Reihenweise gehen die Theater pleite. Die politischen
Fronten haben sich polarisiert. Nach den Wahlen im September ist die NSDAP als
zweitstärkste Fraktion in den Reichstag eingezogen. In altbewährter Manier bietet
sich Unterhaltung, auch die theatralische, als Ventil an für die realen Sorgen und
Nöte. Die Propagierung der Rückkehr zur Natur als Zufluchtsstätte passt in jene
Zeit gut hinein; vielleicht auch wieder in die heutige?
Die Effekte dieser sozialen Situation von 1930 artikulieren sich auch – wenn auch
zunächst immer mit einem ironischen Augenzwinkern – im Weißen Rössl: Die
cholerischen Anfälle des Trikotagen-Fabrikanten Giesecke begründen sich aus der
existenziellen Angst um sein eigenes Unternehmen durch die Konkurrenz;
Professor Hinzelmann hat eigene Sparmethoden entwickelt, bloß noch jeden dritten
Sommer zu verreisen und sich anstelle einer Zigarre, einen Bleistift in den Mund zu
stecken, und im Hotelbetrieb wird versucht, noch das Paprikahuhn von vorgestern
an den Mann zu bringen. Die Positionen zur Arbeitsmoral wird am Hauptpaar
deutlich, wenn Leopold gegen Josepha seine Stimme erhebt: „Frau Pepi – Der
Mensch kann nur arbeiten, wenn er hofft!“, worauf die Rössl-Wirtin entgegnet: „An
Schmarrn! Der Mensch darf nur hoffen, wenn er arbeitet!“ Nicht zuletzt deklamiert
auch die ganze Rössl-Gesellschaft einstimmig: „Das ist der Zauber der Saison! / Da
trägt die Landschaft Zinsen – / Da rollt das Geld in jeder Fasson / Wie Erbsen oder
Linsen!“ Die vorgeführte Selbstinszenierung ist ambivalent: einerseits um schnell an
Geld zu kommen, andererseits um über die eigenen Ängste und Probleme
hinwegzutäuschen; das auf der Bühne vorgeführte Bewusstsein – die Flucht in eine
Illusion – war auch das des realen Lebens, wie eine Kritik im Berliner Tageblatt über
die Uraufführung kommentiert:
„Dieser Aufwand, diese Freigebigkeit, dieses Übermaß, und dann schlechte Zeiten?
Nicht möglich. Siebenhundert Leute gehören dazu, um jeden Abend das Feuerwerk
anzukurbeln: dreitausend Leute haben die Chance, hoffnungslose Optimisten zu
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werden. Das nennt man Rationalisierung: siebenhundert Menschen haben ihr
täglich´ Futter, dreitausend die Illusion, glücklich zu sein. – Lasst ihnen die Illusion!
Wenigstens für vier Stunden.“
In Benatzkys Sankt Wolfgang empfinden Darsteller wie Publikum gleichermaßen:
„Die ganze Welt ist himmelblau.“ Geben wir uns also dieser Illusion hin, wenn wir
auch am Ende auf die Rechnung blicken und mit dem Trost der kaiserlichen Worte
„S´ist einmal im Leben so“ einsehen: „Grad der allerschönste Traum / bleibt nur
Schaum!“ .Ich wünsche einen schönen Aufenthalt in Sankt Wolfgang!
Ihr Florian Schwartz
Lebenslauf des Regisseurs Florian Schwartz
Geb. am 28. 06. 1980 in Berchtesgaden
Während der Schulzeit bereits Entdeckung der
Theaterleidenschaft bei Schulprojekten
1997 Sänger im Theaterchor des Theaters an der Rott in
Eggenfelden mit Erfahrungen bei wichtigen Musikproduktionen, wie „Lustige Witwe“, Csárdás-fürstin“, „Zauberflöte“,
„Freischütz“ u. a., auch mit Fernsehauftritten
Seit Herbst 2000 Studium der Theater- und Musikwissenschaften sowie Neuere deutsche Literatur an der Ludwig –
Maximilian Universität München
Seit Herbst 2001 Mitarbeit in der Bühnentechnik der Bayerischen Staatsoper
Im August 2002 für die „Studienstiftung des deutschen Volkes“ vorgeschlagen
Textdichter und Regisseur der Operette „Fräulein, darf ich bitten“
Welturaufführung durch den Liederkranz „Dreiburgenland“ Tittling e.V. im Dez.
2002/Jan. 2003.
„Im Weißen Rössl“ – die Handlung
I. Akt: die Sommerfrischler: „Im Salzkammergut, da ka´mer gut lustig sein...“
Es ist Hochsaison. Die Wirtshäuser und Pensionen in St. Wolfgang
erwarten zahlungskräftige Gäste, diese wiederum alpenländische
Gastlichkeit, Gebirgsnatur pur und Erholungsfreuden, Amouren
eingeschlossen. Kellner Leopold vom „Rössl“ hat alle Hände voll zu tun,
möchte aber bei aller Geschäftigkeit auch seine Herzensneigung zu
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seiner hübschen, verwitweten Wirtin Josepha nicht unterdrücken
müssen. Diese jedoch will von ihm nichts wissen, sondern hofft auf einen
sympathischen Stammgast, den Rechtsanwalt Dr. Otto Siedler. Der hat
das schönste Balkonzimmer gebucht. Darüber kommt es nach Ankunft
des hemdsärmeligen Trikotagenfabrikanten Wilhelm Giesecke aus Berlin
zu gewissen Schwierigkeiten, denn Leopold hat Dr. Siedlers Zimmer aus
pikanten Gründen dem Fabrikanten zugewiesen. Leopold muss natürlich
nachgeben, und der Fabrikant sich mit einer schlechten Lösung abfinden.
Das wurmt den, denn Dr. Siedler ist der Rechtsanwalt seines heftigsten
Geschäftskonkurrenten Sülzheimer in einem Prozess gegen seine Firma.
Zum Glück hat Giesecke seine bildhübsche Tochter Ottilie mitgebracht.
Leopold spinnt nun neue Fäden, aber auch Dr. Siedler bleibt nicht untätig
.
II. Akt: Seltsame Liebeswege: „Zuschaun kann i net...“
Weil die Wirtin immer noch an Dr. Siedlers Zuneigung glaubt, entlässt sie
beim nächstbesten Anlass wutentbrannt ihren unglücklichen Kellner.
Doch kann sie sich weniger ihrem „Herzenskönig“ zuwenden, sondern
muss sich um den ewig verdrossen berlinerisch grantelnden Giesecke
kümmern und ihn stimmungsmäßig aufmöbeln. In der Ankunft von
Sigismund Sülzheimer, dem Sohn von Gieseckes Konkurrenten, entdeckt
Siedler eine neue Möglichkeit, den Streit der Großindustriellen zu
schlichten, indem er Giesecke den Floh ins Ohr setzt, Sülzheimer junior
unter die Haube zu bringen. Giesecke sieht ein, dass sich dadurch der
Rechtsstreit beheben ließe, wenn er seine eigene Tochter Ottilie mit
Sigismund verkuppelt. Die Ausführung dieses Plans legt er in die Hände
des Rechtsanwalts, ohne zu wissen, dass er nun Siedlers eigene
Werbung um Ottilie noch mehr bestärkt. Sigismund seinerseits
interessiert sich nicht für Ottilie, sondern angelegentlich für des
verarmten Prof. Hinzelmanns lispelnde, aber dadurch auch sehr reizvolle
Tochter Klärchen. – Für Leopold keimt indes eine neue Hoffnung auf: Der
Kaiser wird auf sein Betreiben beim Gemeinderat hin im „Rössl“
absteigen. Helle Aufregung und Hilflosigkeit bei der Wirtin! Gar kleinlaut
bittet sie Leopold um Unterstützung. Bei der Begrüßung des Kaisers
allerdings sieht Leopold Josepha bei Dr. Siedler stehen. Leopolds
dadurch provozierter und unkontrollierter Wutanfall lässt den
Kaiserempfang in einem peinlichen Desaster enden.
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III. Akt: Der Kaiser wird´s richten: „Gscheit sein . . .“
Josepha schüttet dem leutseligen Kaiser ihr Herz aus. Der hat die
richtigen Worte für sie: „Gscheit sein!“ Und ins Stammbuch schreibt er
ihr: „Schweige und begnüge dich, lächle und füge dich!“ Schließlich muss
sie erkennen, dass die Neigung Dr. Siedlers nicht ihr, sondern Ottilie gilt.
Als Leopold mit dem Koffer in der Hand um sein Arbeitszeugnis bittet,
händigt sie es ihm aus, doch erhält er sofort ein neues Engagement – als
ihr zukünftiger Ehemann. Und auch die zwei anderen Paare sind sich
glücklich einig.
Freuen sie sich auf ein lebendiges Spiel und auf die klangvollen
Melodien!
Die Personen und ihre Darsteller
Josepha Vogelhuber,
Wirtin im „Weißen Rössl“
.
.
. Gerdi Weinberger
Leopold Brandmeyer, Zahlkellner
.
Hans Kriegl jun.
Wilhelm Giesecke,
Trikotagenfabrikant aus Berlin
Ernst Böhm
Ottilie, seine Tochter
.
.
Andrea Reichmeier
Dr. Otto Siedler,
Rechtsanwalt der Konkurrenz
Gieseckes
Harald Kriegl
Sigismund Sülzheimer,
Sohn der Konkurrenz Gieseckes
Ralf Arnold
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Professor Hinzelmann,
verarmter, emeritierter Professor
Hans Kriegl sen.
Klärchen, seine Tochter
Claudia Braumandl
.
Franz Josef I., Kaiser von Österreich Heinz Lehmann
Der Piccolo
.
.
.
Hans Kuffner
Der Reiseführer
.
.
.
Günther Hödl
Kathi, die Briefträgerin
.
.
.
Heidi Mader
Zenzi, eine Hirtin
.
.
Bärbel Kriegl
Der Bürgermeister
.
.
Hans Kargl
Der Oberförster
.
.
. Hans Kühberger
.
Ketterl, des Kaisers Leibdiener
Jürgen Kaltwasser
Kellnerinnen
.
.
.
Sigrid Eder, Thea Söldner,
Edith Knoller, Regina v. Wendland
Melkerinnen
.
.
.
.
Roswitha Freund, Erika Riesinger,
Renate Rosenberger, Elisabeth
Schiffler
Stubenmädchen
.
.
.
.
Natalie Bauer, Steffi Breinbauer,
Katrin Fredl, Julia Matterne, Steffi
Tauscher
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Gemeinderäte u. -personal,
Hausgäste, Badegäste, Haustiere
Schuhplattler
.
.
.
Chormitglieder
. Horst Schreindl, Markus Kling,
Tobias Endl, Mario Schreiner,
Franz Kern, Patrick Sowa
1. R.: (v. l. n. r.) Hans Kriegl sen., Claudia Riesinger, Heinz Lehmann,
Gerdi Weinberger, Hans Kriegl jun.
2. R.: Ralf Arnold, Günther Hödl, Jürgen Kaltwasser, Heidi Mader, Hans
Kühberger, Hans Kargl
3. R.: Ernst Böhm, Andrea Reichmeier, Harald Kriegl, Hans Kuffner,
Bärbel Kriegl
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Die
Hauptverantwortlichen
1. R.: (v. l. n. r.) Nik Saller, Bühnenbau - Roland Praml, Beleuchtung - Sabrina
Flattenhutter, Frisuren – Sigrid Eder, Maske – Günther Hödl,
organisatorische Gesamtleitung
2. R.: Gerdi Weinberger, Einstudierung Gesang (Soli/Chor) – Willi Hoffmann,
Organisation – Margit Weinberger, musikalische Gesamtleitung – Florian
Schwartz, Regisseur – Renate Hölzl, Souffleuse - Helga Mader, Bühnenbild
3. R.: Lilo Hartl, Kostüme – Christa Barth, Garderobe – Werner Strothmann,
Bewirtung – Bärbel Kriegl, Requisiten – Xaver Münichsdorfer, Inspizient,
Niki Saller - Tontechnik
nicht abgebildet: Paul Freund, Programmheft u. Presse – Christoph Tampe
Tontechnik
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Das Orchester
1. R.: (v.l.n.r.) Ramona Heindl, Anna Kaiser, Johanna Feichtinger,
Franziska Peschl, Birgit Peschl, Katrin Mader, Susi Drexler
2. R.: Margit Weinberger, Veronika Liebl, Vanessa Mindl, Evi Milotzki,
Claudia Köck
3. R.: Ralf Blitz, Mariola Hepa, Eva Geins, Miriam Domes, Carolin
Berger, Veronika Lepschy
4. R.: Dagmar Binder, Anna Kreuter, Bianca Seibold, Klaus Berger,
Roland Döringer, Anton Mayer, Christian Eckmüller
5. R.: Wolfgang Reif, Konstantin Alliger, Josef Ponigl, Daniel Maier,
Robert Maier
nicht abgebildet: Georg Tampe, Maria Kapsner, Guta Rau, Judith
Schebrich, Karin Geier, Harald Huber, Marion Wittenzellner
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Der Liederkranz pflegt das ländliche Musiktheater
Dieses war bis in die 30-er-Jahre des letzten Jahrhunderts weit
verbreitet, sporadisch sogar bis Ende der 50-er-Jahre. Leistungsfähige
Gesangvereine boten damals immer wieder einmal Singspiele und
Operetten, die sich guten Besuches erfreuten. Stellvertretend seien hier
nur der „Holledauer Fidel“, die „Donauliesl“, die „Winzerliesel“ oder der
„Postillion“ genannt. Dies war häufig die einzige Möglichkeit auf dem
Lande, sich musikalisch zu unterhalten. Dabei erlebte man auch
Nachbarn, Verwandte und Bekannte in einer völlig neuen Rolle. Soziale
Unterschiede glätteten sich, das Gemeinschaftserleben diente dem
Gemeinschaftsverständnis. So entfaltete diese Art der Unterhaltung weit
über den musikalischen Bereich hinaus auch noch eine soziologisch
bedeutsame Wirkung. Der musikalische Bereich war eingebunden in das
Volksleben, ging von ihm aus und diente seiner Kultur.
Dies änderte sich zur o. a. Zeit: Das Radio fand Eingang in die Haushalte
und mit ihm die Möglichkeit, Musik jederzeit und bei sich zu Hause hören
zu können, selbst auch im Auto oder per „Walkman“. Die Notwendigkeit,
sich selbst musikalisch-spielerisch betätigen zu müssen, um Musik zu
hören, schwand, mit ihr jedoch auch die Möglichkeit, Musik in Handlung
eingebunden direkt persönlich zu erleben. Der Liederkranz aber bietet
diese Möglichkeit als einziger Laienchor bayernweit regelmäßig alle zwei
Jahre und leistet damit der Heimat wertvolle kulturelle Dienste.
Die »Süddeutsche Zeitung« hat bei der Vorstellung der WeltUraufführung der Operette »Fräulein, darf ich bitten« von Alfred Binder
und Florian Schwartz im Jahre 2002 dem Verein Kultstatus
zugesprochen.
Der Landkreis Passau verlieh dem Verein für dieses Engagement den
Kulturpreis 2003.
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Die Musiktheater des Liederkranzes
in der Vergangenheit
Der Liederkranz „Dreiburgenland“ Tittling e.V. ist der einzige
Laienverein in Bayern, die in 2-jährigem Turnus zur Jahreswende das
althergebraychte „Musiktheater auf dem Lande“ aufführt (jeweils ca.
150 Beteilige).
Nahezu 40.000 Theaterfreunde besuchten die bisherigen 10 Singspiele
bzw. Operetten in 114 Aufführungen:
1984
„Der Holledauer Fidel“ Singspiel v. E. Kutschenreuter
1985/86 „Der fidele Bauer“, Operette von Leo Fall
1987/88 „Winzerliesel“, Operette von Georg Mielke
1990/91 „Die Donauliesel“, Singspiel v. E.Kutschenreuter
1992/93 „ Der Schwur des Kreuzhofbauern“ Niederbayerisches
Singspiel v. E. Kutschenreuter
1994/95 „Der Holledauer Fidel II“ Großes Bayer. Singspiel v. Erhard
Kutschenreuter
1996/97 „Madam Bäuerin“ Bayer. Singspiel v. Albert Drexl
1998/99 „Die Gold’ne Meisterin“, Wiener Operette von Edmund Eysler
2000/01 „An der schönen blauen Donau“, Wiener Singspiel, Musik
Johann Strauß Vater u. Sohn
2002/03 „Fräulein darf ich bitten“ Operette von Alfred Binder (Musik),
und Florian Schwartz (Text), Welturaufführung
2004/05 „Im Weißen Rössl“ Operette von Ralph Benatzky (Musik
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Die Presse berichtet: Passauer Neue Presse
Das »Weiße Rössl« spielt am Dreiburgensee
Zum 11. Mal großes Singspiel mit Tittlinger Liederkranz - 40 000ster Besucher seit 1984
zur Premiere erwartet
von
Christian
Haasz.
Tittling. Seit mehr als 20 Jahren bringen der Liederkranz »Dreiburgenland« und dessen
Laiensängerinnen und -sängern in Tittling eine höchst erstaunliche Leistung: Alle zwei Jahre
präsentiert der Verein den Musik- und Gesangbegeisterten aus der Region in ausgesprochen
professioneller Art und Weise ein Singspiel bzw. eine Operette. Dass die Aufführungen der
Tittlinger Laienbühne in der Dreiburgenhalle mittlerweile auch über die Grenzen Ostbayerns
hinaus berühmt sind, beweisen die bereits im Vorverkauf angemeldeten 40 (!) Busse, die
jeweils rund 50 Fans des Liederkranzes zu den Aufführungen des bekannten Singspiels »Im
Weißen
Rössl«
von
Ralph
Benatzky
bringen
werden.
Mit zehn verschiedenen Stücken trat der Liederkranz 114 Mal auf und wurde von fast 40 000
begeisterten Besuchern beklatscht. Und damit man seinen Gästen wieder musikalische
Unterhaltung auf höchstem Niveau anbieten kann, hat man sich in diesem Jahr mit dem
»Weißen Rössl« eine Operette ausgesucht, die Dank der Verfilmung mit Peter Alexander
nicht nur eingefleischten Operetten-Fans ein Begriff sein dürfte. Zur Premiere wird nicht nur
der 40 000ste Besucher der Veranstaltungsreihe erwartet. Es kommt auch Oliver Peter, der
Wirt des echten »Weißen Rössls« vom Wolfgangsee.
Referenzen helfen
bei Genehmigung
Allerdings war es laut Günther Hödl, dem langjährigen Vereinsvorstand und ChefOrganisator, gar nicht so einfach, vom Rechte-Inhaber des berühmten Stücks die
Genehmigung zur Aufführung zu erhalten. Abgesehen von den enormen Kosten, die für eine
solche Genehmigung anfallen, besteht der Verlag aus Berlin darauf, dass sein »Weißes
Rössl« nur in professionellem Umfeld gezeigt wird. Man konnte die Verantwortlichen aber
schließlich von der hohen Reputation des Tittlinger Liederkranzes überzeugen. Immerhin
erhielt der Verein vom Bundespräsidenten im Jahr 1983 bereits die Zelter-Plakette für 100
Jahre kontinuierliche Chorarbeit und wurde im vergangenen Jahr vom Landkreis Passau mit
dessen Kulturpreis ausgezeichnet. Letztendlich trugen vor allem die großen Erfolge der
bisherigen zehn Aufführungen und besonders der Welturaufführung des Stücks »Fräulein,
darf ich bitten« im Jahr 2002 dazu bei, die Genehmigung für die Darbietung des »W! eißen
Rössls« zu erhalten.
Nach der Auswahl des Stückes begannen die Proben für Chor und Orchester. Unter der
musikalischen Gesamtleitung von Gerdi Weinberger studieren die Sängerinnen und Sänger ganze Familien vom Opa bis zum Enkel sind im Chor vertreten, wie Vereinsvorsitzender
Günther Hödl betont - seit Juli ihre Gesangsrollen und Chorsätze ein.
Regie führt wie auch schon beim 2002 gezeigten Stück »Fräulein, darf ich bitten« Florian
Schwartz. Der Student der Theaterwissenschaften erhält ebenso wenig wie Lilo Hartl
(Kostüme), Nik Saller (Bühnengestaltung), Helga Mader (Bühnenbilder) oder die anderen
Verantwortlichen und Beteiligten ein Honorar für sein Engagement in Tittling. »Die
Einnahmen aus dem Kartenverkauf gehen nahezu komplett in die Produktionen, bei uns
verdient niemand an den großen Aufführungen alle zwei Jahre«, sagt Günther Hödl.
Keine Gagen für Mitwirkende
Noch nicht einmal die gemeinsamen Reisen der Vereinsmitglieder werden von den Erlösen
gesponsert, da natürlich nicht sämtliche Vereinsmitglieder an den Reisen teilnehmen können.
Nur eines gönnen sich die Tittlinger Sänger und Sängerinnen anlässlich der Aufführungen:
ein großes Abschlussfest, um den Erfolg und die geleistete Arbeit gebührend zu feiern. Ein
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Fest, das sich die Beteiligten nach den zwölf Aufführungen, die für dieses Jahr geplant sind,
sicher auch redlich verdient haben werden.
Wer nun auf den Geschmack gekommen und neugierig darauf geworden ist, wie der Tittlinger
Liederkranz Dreiburgenland die Operette »Im Weißen Rössl« umsetzen wird, sollte sich mit
der Kartenvorbestellung beeilen. Vor allem die Premiere am Sonntag, 26. Dezember, um
19.30 Uhr dürfte schnell ausgebucht sein.
-------------INFO: Wer Karten vorbestellen möchte, kann in der Tourist-Information im Tittlinger Rathaus
unter 08504/40114 anrufen, nach Dienstschluss steht die Telefonnummer 08504/8959 für
Vorbestellungen zur Verfügung. Weitere Informationen zum Liederkranz »Dreiburgenland«
Tittling, den Terminen der Aufführungen und eine Online-Bestellmöglichkeit für Karten findet
man auch im Internet unter http://www.liederkranz-tittling.de.
Lokalteil Passauland
NEU: PNP-Paper: Die Druckversion Ihrer Heimatzeitung 1:1 als PDF im Internet!
http://www.pnp.de/paper
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Passauer Neue Presse vom 28.12.2004:
»Weißes Rössl« feiert eine fulminante Premiere
Rund 140 Mitwirkende werden dem Kultstatus der Laientruppe gerecht
Bild 1 von 3
Josepha Vogelhuber (Gerdi Weinberger), die Wirtin des Weißen Rössls, zankt sich
mal wieder mit ihrem liebeskranken Zahlkellner Leopold Brandmeyer, der von
Hans
Kriegl
jun.
gespielt
wurde.
(Foto: Haasz)
von Paul Freund
Tittling. Mit einer in allen Belangen überzeugenden Darstellung brillierte der
Liederkranz »Dreiburgenland« Tittling. Rund 450 Besucher ließen sich die Premiere
des Singspieles von Ralph Benatzky in der Dreiburgenhalle nicht entgehen. Für die
weiteren
Vorstellungen
sind
bereits
rund
4.500
Karten
verkauft.
Seit 1984 hat der Liederkranz 115 Inszenierungen von elf Operetten und
Singspielen auf die Beine gestellt. Am Premierenabend konnte so der 40 000ste
Besucher geehrt werden. Die glückliche Gewinnerin eines »Kurzurlaubs für
Romantiker« ist Theresia Kastenmüller aus Fürstenstein. Überreicht wurde ihr der
Preis von Oliver Peter, dem Hotelinhaber des weltberühmten Romantikhotels »Zum
Weißen Rössl« in St. Wolfgang am See, sowie vom Liederkranz-Vorsitzenden
Günther Hödl. Der »Rösslwirt« hatte den Urlaub im Wert von über 700 Euro
gestiftet.
Szenenapplaus für perfekte Inszenierung
Auf der Bühne tobte schon kurz nach einfühlsamem Vorstellungsbeginn das
pralle Leben: Salzkammergut, Hochsaison, erlebnishungrige Gäste aus
Deutschlands Norden! Ein scheinbar bis an die Grenze seiner physischen
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Leistungsfähigkeit geforderter Oberkellner (Hans Kriegl jun.) nebst Piccolo (Hans
Kuffner) sieht sich einer Busladung voll hungriger Durchreisender gegenüber, die
alles auf einmal wollen: bestellen, frühstücken und zahlen. Die Fortsetzung des
dramatisch-ulkigen Geschehens mit seinen vielen Einzelszenen verstanden alle
Akteure so perfekt zu inszenieren, dass häufiger Szenenapplaus geradezu
zwangsläufige Folge war. Anteilnahme und Spielfreude standen allen Akteuren ins
Gesicht geschrieben und übertrugen sich aufs Publikum. Selbst aus Nebenrollen
wurden
Glanzstücke.
Margit Weinberger, Musiklehrerin am Gymnasium in Passau-Freudenhain, hatte
in akribischer Probenarbeit den Chor mit seinen 39 Mitgliedern und das 36-köpfige
Orchester solide aufeinander abgestimmt. Die häufig wechselnden, passend farbig
und doch dezent gestalteten Bühnenbilder mit den zahlreichen Kulissen sowie die
treffende Kostümierung der Darsteller und der Chormitglieder sind ein weiteres
Gütesiegel
der
Aufführungen
des
Liederkranzes.
Vorsitzender Günther Hödl lobte die Gemeinschaftsleistung aller rund 140
Mitwirkenden. Neben der musikalischen Gesamtleiterin Margit Weinberger habe
Florian Schwartz, Student der Theaterwissenschaften in München, unter höchstem
Einsatz das Bühnengeschehen eingerichtet. Und Gerdi Weinberger sei durch ihre
unermüdliche Kleinarbeit mit Chor und Gesangsrollendarsteller die Seele des
Bühnengesanges gewesen. Im übertragenen Sinne gelte dies auch für den
unermüdlichen Bühnenbauer Nik Saller mit Helfern, Lilo Hartl als Verantwortliche
für
Kostümierung
oder
die
Kulissenmalerin
Helga
Mader.
Ob Beleuchtungs- und Beschallungstechniker, ob Verantwortliche für Frisuren
und Masken oder all die anderen Organisationsbeauftragten, Darsteller,
Chormitglieder und Helfer: Die meisten hätten seit weit über einem halben Jahr in
unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden dieses Gesamtwerk erst möglich
gemacht.
Der Ruf des Liederkranzes als leistungsfähige Laienchorbühne habe sich in der
Region herumgesprochen, betonte Hödl. Nicht von ungefähr habe der Landkreis
Passau dem Ensemble im Jahre 2003 seinen Kulturpreis zuerkannt. Die
»Süddeutsche Zeitung« habe bei der Vorstellung der Welt-Uraufführung der
Operette
Viel Arbeit - und alles ehrenamtlich
»Fräulein, darf ich bitten« von Alfred Binder und Florian Schwartz im Jahre 2002
dem Verein Kultstatus zugesprochen. Der Liederkranz ist in Bayern die einzige
Laienchorbühne, die regelmäßig eine Operette oder Singspiel inszeniert.
Weitere Termine jeweils um 19.30 Uhr sind am 1./7./8./14./15./21./22. Januar;
jeweils um 16 Uhr sind Termine am 2./6./9./16. und 23. Januar. - Karten Tel.
08504/40114 oder nach Dienstschluss Tel.
08504/8959 oder Internet
www.liederkranz-tittling.de oder an der Kasse.
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Szenenbilder:
17
18
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