Philippine Pachl und Thomas Braus in GIFT. Eine Ehegeschichte

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Programm vom 24. Februar bis 23. März 2016
Die Theaterzeitung der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH
OPER
Interview: Regisseurin
Corinna Jarosch über die
Kinderoper „Der Nachtschreck“
SINFONIEORCHESTER
Foto © Christoph Sebastian
Ausnahmetalent Chen Guang
spielt im 7. Sinfoniekonzert
Prokofjews populärstes
Klavierkonzert.
GASTSPIELE
Philipp van Endert Trio
im „Nachtfoyer“
12. März, 21 Uhr, Opernhaus
Philippine Pachl und Thomas Braus
in GIFT. Eine Ehegeschichte
Foto © Christoph Sebastian
SINFONIEORCHESTER
OPER
7. Sinfoniekonzert
Jan Willem de Vriend
Foto: Michiel van
Nieuwkerk
Zuletzt begeisterte der niederländische Dirigent Jan Willem
de Vriend in der letzten Spielzeit das Wuppertaler Publikum.
Für das 7. Sinfoniekonzert stellt
sich de Vriend wieder hinter
das Dirigentenpult und vereint
Werke aus der Romantik und
Moderne. Das Konzert beginnt
mit der Ouvertüre »Meeresstille und Glückliche Fahrt« von
Felix Mendelssohn Bartholdy,
der das Meer zu dem Zeitpunkt
erst einmal gesehen und noch
nie eine Seereise gemacht hatte
und dem es dennoch gelang
die Dynamik des Meeres musikalisch einzufangen. Reich an
musikalischen Einfällen ist auch
das »Konzert für Klavier und
Orchester Nr. 3« von Sergej Prokofjew – es gilt als das populärste Klavierkonzert des russischen
Komponisten. Als Solist dieses
Werkes dient das junge chinesischen Ausnahmetalent Chen
Guang. Zuletzt widmet sich das
Sinfonieorchester Wuppertal
der »Sinfonie Nr. 1 B-Dur« von
Robert Schumann.
Antonia Bourvé, Sopran
Maria Hilmes, Sopran |
Mezzosopran
Hauke Möller, Tenor
Thomas Laske, Bass
Die Kompositionsarbeit an dem
Werk »Große Messe in c-Moll«
fiel auf den gleichen Sommer, in
dem Wolfgang Amadeus Mozart
seine Constanze heiratete. Aus
einem Gefühl der Frömmigkeit
und Liebe heraus, komponierte
er seiner Ehefrau die unvergleichliche Sopranarie Et incarnatus
est. Trotz allem Herzblut wurde
seine Komposition nie beendet.
Grund dafür war möglicherweise der überraschende Tod seines
Sohnes oder die Begrenzung für
Chor der Konzertgesellschaft
Wuppertal
Sinfonieorchester Wuppertal
Carl St. Clair, musikalische
Leitung
Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 88 G-Dur Hob.
I:88
Wolfgang Amadeus Mozart
Große Messe c-Moll KV 427
Konzertgesellschaft Wuppertal
Foto: Reinhard Knedlich
Nachtschreck
Preview sprach mit Regisseurin Corinna Jarosch, die die Kinderoper
„Der Nachtschreck“ auf die Bühne bringt
So, 6. März 2016, 11 Uhr
Mo, 7. März 2016, 20 Uhr
Was macht den NACHTSCHRECK zu einer typischen
Oper für Kinder?
Historische Stadthalle
Wuppertal, Großer Saal
Chen Guang, Klavier
Sinfonieorchester Wuppertal
Felix Mendelssohn Bartholdy
»Meeresstille und glückliche
Fahrt« op. 27
Sergej Prokofjew
Konzert für Klavier
und Orchester
Nr. 3 C-Dur op. 26
Robert Schumann
Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38
Frau Jarosch, schon in der vergangenen Spielzeit haben Sie am
Opernhaus Wuppertal mit ALICE
IM WUNDERLAND ein Kinderstück
inszeniert. Ist es eine besondere
Herausforderung, für ein junges
Publikum Regie zu führen?
Eine Herausforderung und eine
besondere Freude zugleich. Denn
Kinder sind ein sehr ehrliches Publikum. Sie reagieren ganz spontan.
Das stellt Theater für alle, auf, vor
und hinter der Bühne, auf einen
Prüfstand. Dann spürt man unmittelbar dieses Live-Erlebnis, das
Theater wie kein anderes Medium
auszeichnet.
3. Chorkonzert
Fr, 25. März 2016, 18 Uhr
Historische Stadthalle
Wuppertal,
Großer Saal
Das ist große Oper als Einstieg für Kids
Kirchenmusik von Kaiser Joseph
II. Dennoch gilt Mozarts »Große
Messe in c-Moll« heute als eine
der herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte.
In dieser Spielzeit nun DER NACHTSCHRECK. Wer oder was ist der
Nachtschreck?
Zum Begriff „Nachtschreck“ hat
jeder sofort Assoziationen, aber
eigentlich bezeichnet der Terminus eine Schlafstörung. Dabei
bleibt der Übergang von einer
Schlafphase in eine andere quasi
hängen. Man schreckt auf, findet
aber nicht in einen völligen Wachzustand zurück. In diesen Zustand
gerät auch unser Held. Traumwelt
und Realität sind plötzlich durcheinander. Um sich und seine Freunde daraus zu retten, müssen sie
den bösen Geist besiegen, den
personalisierten Nachtschreck, der
die Herrschaft über die Traumwelt
beansprucht.
Es ist eine Geistergeschichte
mit super Typen, einer spannenden Handlung und schöner Musik. Da ist zum Beispiel
das herzensgute Traummännlein,
das leider nicht gerade sehr helle ist (für einen Nachtgeist auch
nicht verwunderlich), aber immer
helfen will. Auch im Kampf gegen
den Bösewicht.
Unser Held ist Hoffmann, ein fantasiebegabter Junge mit einem
Problem: der böse Geist lässt ihn
nachts nicht schlafen und so stolpert er mehr schlecht als recht
durch den Schulalltag. Nikki, ist
ein guter Kumpel, aber die Klassenstreberin, ein richtiger „Nerd“.
Ihr scharfer Verstand und ihre Begeisterung für Naturwissenschaft
machen sie zur Außenseiterin.
Ganz im Gegensatz dazu ist Antonia der Schwarm der ganzen
Schule. Von allen bewundert ist
sie allerdings ziemlich oberflächlich und lernt erst im Verlauf der
Geschichte dazu. – Die Charaktere haben die gleichen Probleme,
Ängste und Träume wie die Kinder
im Publikum.
Musikalisch basiert das Werk auf
„Hoffmanns Erzählungen“. Warum eignet sich dieses Werk für
eine Bearbeitung als Kinderoper?
Offenbachs Stück hat alles, was
den Einstieg in die Faszination
Oper ermöglicht: ein Orchester
mit allen Klangfarben, Chor-Szenen, tolle Arien und mitreißende
Melodien. – Das ist „Große Oper“!
Andererseits sind da aber auch
die Couplets, die vom Text ausgehen und den Charakter einer Figur
mit Witz und Ironie in den Mittel-
Tickets für 27, 22 und 12 Euro bei der KulturKarte: Tel. 0202 – 563 76 66 oder unter www.wuppertaler-buehnen.de,
Schüler zahlen 6 Euro.
Premiere: 11. März 2016, 12 Uhr
Weitere Vorstellungen am 12./13./15./16./17./18./20. März
Bild oben: Plakat-Motiv „Der Nachtschreck“, © Wort & Lichtbild Manufaktur, André Sarin
2
PREVIE
punkt stellen, Kabarett-Lieder im
besten Sinne. Natürlich habe ich
alle bekannten „Hits“ der Oper
mit hinein genommen. Für die Entwicklung der Figuren habe ich viel
bei E.T.A. Hoffmann nachgelesen.
Das Besondere an diesem Projekt
ist ja, dass es eigens für Wuppertal erarbeitet wird. Davon träumt
jeder Theatermacher: ein Stück
maßgeschneidert für ein Publikum
in einem Haus zu entwickeln mit
Sänger-Darstellern und Musikern,
die man gut kennt! Da lässt man
sich schon beim Erstellen der Fassung von den Stimmen und Persönlichkeiten inspirieren. In den
Vorgesprächen mit den Sängern
haben auch alle gesagt, dass sie
sich sofort wiederfinden. – Na
gut, der böse „Nachtschreck“
natürlich nicht. Aber Johannes Grau, unser Hoffmann, erzählte, wie er in seiner Schulzeit auch die Physikstunden
immer verschlafen hat und vor
sich hingeträumt. Dabei bin ich
sicher, dass auch er für jeden
Unfug wieder hellwach
war! - Voilà, Hoffmann!
Was sollen die Kinder
aus dem Stück mitnehmen?
Hoffmann, Nikki und
Antonia machen alle eine Entwicklung
durch in dem Stück,
jeder für sich. Andererseits können sie die
Herausforderungen der
Abenteuer nur gemeinsam lösen. Daher endet
das Stück auch mit einem
großen Lobgesang auf die
Freundschaft, die wie ein
leitender Stern den Weg
weisen kann.
Mit welchen theaterpädagogischen Angeboten werden
die Aufführungen
von den Wuppertaler Bühnen
begleitet?
Einige Schüler werden uns schon
bei der Probenarbeit über die
Schulter schauen und z.B. beobachten können, wie aus dem sympathischen Sänger Peter Paul der
Bösewicht der Oper wird, oder
welche „guten Geister“ im Hintergrund der Bühne wirken. Wir bieten auch Besuche im Unterricht an.
Unsere Theaterpädagogin Sylvia
Martin hat eine Mappe mit allem
Wissenswerten sowie Anregungen
für den Unterricht zusammengestellt und steht für Einführungen
und spielerische Erarbeitung des
Stoffes zur Verfügung.
GASTSPIELE
„Wer kommt, der kommt“
Kabarett 4.0
Selfies sind hipp. Sie vereinen de Menschen, die sich nur mit
die Lust am eigenen Spiegelbild
mit dem Erinnerungsfoto und
dem wachsenden Bedürfnis, die
Welt an den eigenen Aktivitäten
teilhaben zu lassen. Im Focus des
Musik-Tanz-Theaters „Ich selfie
mich selbst“ stehen zwei Aspekte, die zu jedem Selfie gehören:
der inszenierte Zeitpunkt, in dem
es entsteht und die anschließende Veröffentlichung eines Bildes.
Oder anders gesagt: zu jedem
Selfie gehören im Wege stehen-
sich selbst beschäftigen und ihre
Umwelt nicht mehr wahrnehmen
sowie die Flut der Selbstporträts
in den sozialen Netzwerken des
World Wide Web. Der Abend
gliedert sich in zwei Teile. Im
ersten Teil werden sich die sechs
Akteure, ausgerüstet mit drei
Kameras auf Selfie-Sticks, kontinuierlich beim Tanzen, Musizieren, Sprechen und Posieren
in Szene setzen und dies auf
Video aufzeichnen. Diese Auf-
Das neue Kabarettprogramm von Stefan Verhasselt
Im Januar ist Stefan Verhasselt ins zehnte Jahr als Kabarettist
gestartet und geht nun mit seinem neuen Programm
„Wer kommt, der kommt“ auf große Tournee. „Ich selfie mich selbst“
Ein inklusiver Musik-Tanz-Theater Abend
Mit viel Wortwitz und vielen neuen Lachern. Auch die Fortsetzung der typischen Eigenarten des Niederrheiners gehört
zum neuen Soloprogramm des bekannten Kabarettisten aus
Nordrhein-Westfalen.
Von und mit: Kirsten Edelhagen, Leo Nithas, Christoph Rodatz,
Jean Sasportes, Michael Stock, Wolfgang Suchner u. Ute Völker
nahmen werden im zweiten Teil
auf Leinwänden gezeigt und von
den Akteuren erneut durch tanzen, musizieren, sprechen oder
posieren kommentiert.
zwei Polen: der Privatheit und
der gleichzeitigen öffentlichen
Darstellung seiner selbst.
Gefördert von der Aktion
Mensch, der Jackstädt-Stiftung, dem Kulturbüro der Stadt
„Ich selfie mich selbst“ spielt auf Wuppertal und der Stadtsparhumorvolle und lustvolle Art mit kasse Wuppertal.
Was aber, wenn nach dieser Einladung tatsächlich alle kommen:
Die „Im-Flugzeug-Zuerst-Aufsteher“, die „Beim-Reißverschlussverkehr-Nicht-Reinlasser“ und jene, die sich bis zur letzten
Sekunde alle Hintertürchen offen lassen, um bloß nicht am
falschen Hot-Spot zu sein. Dann gibt es einen unterhaltsamen
Kabarettabend mit scharfen und charmanten Analysen unseres
täglichen Daseins! Oberhalb der Gürtellinie, aber manchmal
auch unterhalb der Grabkante.
Premiere ist am Dienstag, 8. März,
19.30 Uhr, im Theater am
Engelsgarten, eine weitere
Aufführung findet am
9. März statt.
Am 17. März, 20 Uhr, ist er im Theater am Engelsgarten zu sehen.
Richling
Foto: Tina Hirop
Visitenkarte: Uwe Dreysel
Kaffee & Vodka
19. März 2016, 19:30 Uhr zum letzten Mal!
Philipp van Endert Trio im Nachtfoyer
„Presence“ ist der Titel der neuesten Produktion des Gitarristen
Philipp van Endert und betont das
„Hier und Jetzt“ wie kein ande- Am Samstag, 12. März, 21 Uhr im Kronleuchterfoyer des Opernhauses
res seiner Alben. Aufgenommen
während ihrer letzten Tournee, Philipp van Endert Gitarre
spiegelt diese Aufnahme genau André Nendza Bass
die Schönheit, Intensität und Kurt Billker Schlagzeug
Vertrautheit wieder, die man nur
während einer Tour und die dadurch erspielte Einheit innerhalb
einer Band in diesem Moment
erlangen kann. Das Trio führt
die Zuhörer vorbei an wild sprudelnden Sound-Quellen bis hin
zu ruhig fließenden Balladen und
manövriert sie mit einer faszinierenden Poesie und Leichtigkeit
durch diese Klanglandschaften.
Nach drei von den Kritiken hoch
gelobten Alben (u.a. Nominierung für den Deutschen Schallplattenpreis), unterstreicht „Presence“ als reine Trioaufnahme
warum sich PVE3 seit über zehn
Jahren in die Herzen der Jazzfans
gespielt und zu einer wichtigen
Stimme in der Szene etabliert hat.
4
PREVIE
spielt Richling
Wenn Richling Richling spielt, dann
sind das natürlich unendlich viele. Der
Kabarettist holt nicht nur fast das gesamte aktuelle Politpersonal auf die
Bühne, sondern auch Personen, deren
historische Bedeutung wenigstens ein
satirisches Nachhaken rechtfertigt. In
seinem neuen Programm begegnet die
politische Wirklichkeit der Geschichte. Richling untersucht mit satirischen
Mitteln die Parallelen in der Entwicklung der Machtverhältnisse damals
und heute.
Abends der Vodka und morgens der Kaffee.
Abends die Euphorie und morgens der Kater der
Erkenntnis. Abends die rosige Zukunft und morgens das kalte Erwachen, dass doch alles Arbeit
ist, nämlich nicht nur die Arbeit. Ein Liederabend
irgendwo zwischen „Ich hab‘s total verstanden!“
und „Keine Ahnung was hier passiert!“: Uwe
Dreysel am Klavier mit selbstgeschriebenen Texten und Eigenkompositionen. Im Frühjahr 2015
erschien Dreysels Album Mittelschichtsjunge.
Visitenkarte: Philippine Pachl
Und jetzt: Die Welt!
Von Sibylle Berg
28.02.2016, 18:00 Uhr und 16.03.2016, 19:30 Uhr
Visitenkarte: Thomas Braus
Tagebuch eines Wahnsinnigen
von Nikolai Gogol
02.03.2016, 19:30 Uhr
Visitenkarte: Tinka Fürst
Das kunstseidene Mädchen
von Irmgard Keun
11.03.2016, 19:30 Uhr
Visitenkarte: Stefan Walz
Nightradio
11.03.2016, 18:00 Uhr
UWE DREYSEL ist im Theater am Engelsgarten
Visitenkarte: Alexander Peiler
aktuell in HIOB und ENGELS & FRIENDS, sowie Steilwand (Sea Wall)
im Opernhaus in QUARTETT und demnächst als von Simon Stephens
TARTUFFE zu sehen.
18.03.2016, 19:30 Uhr, Kleines Foyer Opernhaus
Uwe Dreysel ,
Foto @ Sebastian
Eichhorn
Am Samstag, 30. April, 19.30 Uhr
ist er live im Wuppertaler Opernhaus zu sehen.
PREVIE
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SCHAUSPIEL
TANZTHEATER WUPPERTAL PINA BAUSCH
GEDANKENSPLITTER ZU
Cordula Fink (Dramaturgie)
Philippine Pachl (SIE), Thomas
Braus (ER), Jos van Kan
(Regie) im Gespräch
Cordula Fink: Lot Vekemans hat
in GIFT Eine Ehegeschichte zwei
Figuren, ER und SIE geschrieben,
die vor über 10 Jahren ein Paar
waren und ein gemeinsames
Kind hatten, das bei einem Autounfall starb. Nun treffen Sie sich
nach 10 Jahren auf dem Friedhof wieder, denn das Grab des
Sohnes soll umgebettet werden.
Was ist SIE für dich, was ist ER
für dich?
eingeschränkt ist, die versucht
an der Wasseroberfläche zu
bleiben, die versucht weiter
zu leben und auch versucht
Abstand zu gewinnen. SIE ist
nachwievor vom Gefühl her
Mutter, obwohl ihr Kind tot
ist. Sie ist nachwievor Liebende, aber unglücklich Liebende.
SIE versucht, aber schafft nicht.
Und das ist glaube ich der innere Kampf, den SIE eigentlich
überall mit sich trägt. Für SIE
war da kein Abschluss, keine
abgeschlossene Beziehung, keine abgeschlossene Liebe. Da ist
eine Lücke. Nicht nur durch das
Kind, sondern auch durch ihn.
EINE EHEGESCHICHTE
ihn aus dieser Liebesgeschichte
weggetrieben haben, weil sie
einfach zu zerstörerisch waren. Es ist für ihn sehr schwer
gewesen weg zu gehen. Auf
der anderen Seite hätte ihn das
weitere Leben mit ihr aber auch
kaputt gemacht. ER sagt ja:
„Es hat mir den Atem genommen…“. Diese Wahrheit von ihr
hat ihm den Atem genommen.
Und davor hatte er Angst.
sein?“ SIE sagt auch: “Wer ist
dieses …“und“… eigentlich?“
Das sind Kernsätze, die ich für
wichtig halte, ein Grund, um
diesen Abend heutzutage auf
die Bühne zu bringen. Dass man
mit dem Publikum zusammen
einen Diskurs führt oder sie
mithören lässt:„Bin ich so wie
ich bin? Kann ich mich ändern?
Gibt es da Möglichkeiten sich in
der Begegnung zu ändern und
sich Millimeter zu bewegen,
ja oder nein?“ Ich finde, die
Gesellschaft geht immer mehr
dahin, zu sagen: „So bin ich. So
bist du. So ist es.“
Jos van Kan: Was ich wichtig
finde an dem Text oder dem
Abend, ist die ernsthafte Auseinandersetzung der Figuren
mit der Haltung: „So bin ich.
So bist Du.“ und ihren FraPhilippine Pachl: SIE ist eine
trauernde, in ihrer Trauer le- Thomas Braus: ER hat vor den gen: “Wer bin ich? Wer will
bende Frau, die dadurch auch Verhaltensmustern Angst, die ich sein? Oder wer wollen wir Foto: Christoph Sebastian
TARTUFFE
Komödie von Molière • Deutsch von Wolfgang Wiens
Im Haus des wohlhabenden Bürgers Orgon hat sich ein gewisser
Tartuffe eingenistet, ein Betrüger, der den Frommen spielt. Er
will der Familie das Vermögen abjagen, Orgons Frau zu seiner
Geliebten und Orgons Tochter zu seiner Frau machen. Orgon ist
von Tartuffes Frömmigkeit und Lebensstrenge hingerissen und
verzückt. Er setzt Tartuffe zum Alleinerben ein, er überschreibt
ihm sein gesamtes Vermögen. Tartuffe ist kein frommer Mann
auf Abwegen, Tartuffe ist ein raffinierter Heuchler, bigott und
skrupellos, ein Parasit und Wiederholungstäter.
Schon vor der Premiere der Uraufführung ist das Stück ein
Theaterskandal im großen Stil. Und ganz Paris will das Stück
sehen… eine politische Komödie, die Molière geschrieben hat:
er führt uns eine Gesellschaft vor Augen, die mehr Furcht vor
dem Skandal hat, als vor dem Bösen. Diese Welt der Bigotterie
und Scheinheiligkeit ist der Boden für den Typus Tartuffe – über
die Jahrhunderte hinweg bis zum heutigen Tag. Auch wenn es
zum Lachen ist.
Regie: Maik Priebe, Bühne und Kostüme: Susanne Maier-Staufen,
Musikal. Leitung: Jens Bingert, Dramaturgie: Susanne Abbrederis
Mit: Anke Hartwig, Tinka Fürst, Philippine Pachl, Julia Reznik,
Marco Agostini, Thomas Braus, Uwe Dreysel, Miko Greza, Lukas
Mundas, Alexander Peiler, Stefan Walz und dem Opernchor der
Wuppertaler Bühnen
„Pina Bausch und das Tanztheater“
Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn ab 4. März
lungshalle vielfältige Einblicke in das
Werk von Pina Bausch und seine
Entwicklung geben, wird die „Lichtburg“ hier zum Ort der Inspiration,
der Bewegung und Begegnung für
die Besucher. Themen aus dem Ausstellungsraum werden aufgegriffen,
reflektiert und erfahrbar gemacht, sei
es in Performances, Tanz-Workshops,
öffentlichen Proben, Gesprächen, Filmen oder Talkrunden.
Viele Ensemblemitglieder des
Tanztheater Wuppertal, gegenwärPina Bausch 1940 – 2009
tige wie ehemalige, sind an der GeFoto: Wilfried Krüger
staltung des Lichtburg-Programms
Barmen, Alter Markt. Blick auf die beteiligt. So laden zum Beispiel
belebte Kreuzung, Autoverkehr, die
Schwebebahn rattert darüber hinweg. Hier ist der Ort der „Lichtburg“
– des legendären Probenraums des
Tanztheater Wuppertal in einem
ehemaligen Kino aus den 1950er
Jahren. Hier hat Pina Bausch den
größten Teil ihrer Stücke gemeinsam
mit ihrem Ensemble entwickelt. Ein
Ort der Arbeit, der Konfrontation,
des Spiels, des Suchens und Experimentierens. Ein geschützter Raum,
dessen Türen nur selten für Außenstehende geöffnet werden.
Nahezu eins zu eins wird die „Lichtburg“ jetzt in der Bundeskunsthalle
in Bonn nachgebaut. Sie bildet das
Herzstück der großen Ausstellung
„Pina Bausch und das Tanztheater“,
die dort am 4. März eröffnet wird.
Während eine Fülle von Objekten, Installationen, Fotografien und Videos
aus den Beständen des Pina Bausch
Archivs in der weitläufigen Ausstel-
Szenenfoto aus Agua
mit Pablo Aran Gimeno
Foto: Laszlo Szito
Premiere: 09. April 2016 um 19:30 Uhr im Opernhaus
Weitere Termine: 10./13./14. April, 20./21. Mai
14./15./22./23. Juni Alle Termine bereits im Vorverkauf!
Dominique Duszynski, Pablo Aran
Gimeno, Chrystel Guillebeaud,
Marigia Maggipinto, Eddie Martinez, Cristiana Morganti oder Kenji
Takagi regelmäßig zum „Warm-up
zur Ausstellung“ ein und vermitteln den Besuchern in einem kleinen physischen Training eine erste
Begegnung mit choreografischen
Formen, Tanztraditionen und Techniken. Das „Warm-Up“ kann aus
einem eigens konzipierten Training
bestehen oder aus dem Erlernen und
Tanzen einer choreografischen Form
von Pina Bausch, wie beispielsweise ihrer berühmten „Nelken-Reihe:
Frühling Sommer Herbst Winter“
aus dem gleichnamigen Stück „Nelken“ aus dem Jahr 1982. Nayoung
Kim, Anne Martin, Jean-Laurent
Sasportes, Bénédicte Billiet und
andere leiten Tanz-Workshops zu
unterschiedlichen Themen für Laien,
Anna Wehsarg führt Familien auf
bewegte Weise durch die Ausstellung. Nazareth Panadero und Michael Strecker, Pascal Merighi, Shantala
Shivalingappa, Clémentine Deluy,
Thusnelda Mercy und andere zeigen
eigene Arbeiten. Protagonisten der
ersten Tanztheater-Generation wie
Mechthild Großmann, Hans-Dieter
Knebel, Dominique Mercy, Jo Ann
Endicott, Urs Kaufmann, Jan Minarik
oder Meryl Tankard werden in Gesprächsrunden wie etwa beim „Film
& Talk“ zu erleben sein. Auf künstlerische Weise und anhand
von Ausschnitten aus dem Repertoire erzählt Cristiana Morganti bei
einer „Lecture-Performance“ von
ihren Erfahrungen in und mit der
Arbeit von Pina Bausch. Peter Pabst
sowie Matthias Burkert und Andreas
Eisenschneider werden von ihrer
Arbeit an den Bühnenbildern und
den Musikcollagen erzählen, und
beim „Oral History Speed-Dating“
haben je sieben Besucher jeweils
fünf Minuten lang die Gelegenheit,
Mitwirkende des Tanztheater Wuppertal alles zu fragen, was sie immer
schon wissen wollt
Mehr Infos zur Ausstellung
Pina Bausch und das
Tanztheater von 4. März
bis 24. Juli 2016 in Bonn unter www.bundeskunsthalle.de
Der Vorverkauf für die Aufführungen von Água von 21. bis 24.
April 2016 im Opernhaus Wuppertal beginnt am 25.2.2016,10 Uhr.
Das Stück von Pina Bausch aus dem Jahr 2001 entstand nach einer
Researchreise des Ensembles nach Brasilien als Internationale Koproduktion in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut Sao Paulo und
Emilio Kali.
Foto: Blick ins Atelier von
Susanne Maier-Staufen (Kostüme)
6
PREVIE
Regina Advento und Jorge
Puerta Armenta in Agua
Foto: Ulli Weiss / Copyright Pina Bausch Foundation
Kartenreservierungen: Kulturkarte
Tel. 0202 - 563 7666 oder über www.pina-bausch.de
PREVIE
7
PROGRAMM
24. Februar bis 23. März 2016
Schauspiel
Theater am Engelsgarten,
Engelsstr. 18 / am Historischen
Zentrum, 42283 Wuppertal
www.wuppertaler-buehnen.de
Gift. Eine Ehegeschichte
Von Lot Vekemans
Deutsch von Eva Pieper und
Alexandra Schmiedebach
Mi 24.02.2016 | 19:30 Uhr
Sa 05.03.2016 | 19:30 Uhr
So 06.03.2016 | 18:00 Uhr
Fr 18.03.2016 | 19:30 Uhr
So 20.03.2016 | 18:00 Uhr
Tagebuch eines
Wahnsinnigen
DAS LITERARISCHE SOLO
Hiob
Lukas Mundas liest aus
„Diesseits des Van-AllenGürtels“ von Wolfgang
Herrndorf
von Nikolai Gogol
Visitenkarte: Thomas Braus
Mi 02.03.2016 | 19:30 Uhr
Nach Joseph Roth
Fassung von Koen Tachelet
Do 03.03.2016 | 19:30 Uhr
Fr 04.03.2016 | 19:30 Uhr
Mi 23.03.2016 | 19:30 Uhr
Engelsgartentexte
Mit der Schreibmaschine
mitten ins Herz
Di 08.03.2016 | 20:00 Uhr,
Kleines Foyer Opernhaus
Engels & Friends
Quartett
Dramatische Collage
von Michael Wallner
Do 25.02.2016 | 19:30 Uhr
Fr 26.02.2016 | 19:30 Uhr
Do 10.03.2016 | 19:30 Uhr
Sa 12.03.2016 | 19:30 Uhr
von Heiner Müller
Fr 11.03.2016 | 19:30 Uhr,
Kleines Foyer Opernhaus
Mondlicht und Magnolien
Komödie von Ron Hutchinson
Deutsch von Katharina Abt
und Daniel Karasek
Sa 27.02.2016 | 19:30 Uhr
Und jetzt: Die Welt!
Oder: Es sagt mir nichts,
das sogenannte Draußen
Ein Text von Frau Berg für eine
Person und mehrere Stimmen.
Oder anders.
Visitenkarte: Philippine Pachl
So 28.02.2016 | 18:00 Uhr Mi 16.03.2016 | 19:30 Uhr
Hiob.Gespräche
Juden auf Wanderschaft
Texte von Joseph Roth
gelesen von Miko Greza
Di 01.03.2016 | 19:00 Uhr,
Kleines Foyer Opernhaus Das kunstseidene
Mädchen
von Irmgard Keun
Visitenkarte: Tinka Fürst
Fr 11.03.2016 | 19:30 Uhr
Nightradio
Visitenkarte: Stefan Walz
So 13.03.2016 | 18:00 Uhr
Steilwand (Sea Wall)
von Simon Stephens
Deutsch von Barbara Christ
Visitenkarte: Alexander Peiler
Fr 18.03.2016 | 19:30 Uhr,
Kleines Foyer Opernhaus
Kaffee & Vodka
Visitenkarte: Uwe Dreysel
Sa 19.03.2016 | 19:30 Uhr
TICKET-SERVICE
KulturKarte
Ticket- und Abo-Hotline:
(0202) 5 63 76 66
CityCenter Schloßbleiche 40
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag:
10:00-18:00 Uhr
Samstag:
10:00 -14:00 Uhr
Die Zwangsbekanntschaft zweier
Kunstakademiestudenten wächst
sich zu einer uneingestandenen
Dreiecksgeschichte aus, die auf
der Brenner-Autobahn zu einem
unrühmlichen Abschluss kommt.
Ein Krankenpfleger setzt sich mit
dem Geld eines Patienten nach
Asien ab und endet in der Polizeistation eines japanischen
Sinfonieorchester
Fischerdorfs. Ein Mittdreißiger und
ein verzogener Halbstarker unterhalten sich auf einem einsamen
Balkon über den Kosmos.
Do 03.03.2016 | 17:00 Uhr,
CityKirche Elberfeld (Alte
reformierte Kirche)
Kirchplatz 2, 42103 Wuppertal
Lukas Mundas © Sebastian Eichhorn
Oper
Historische Stadthalle,
Johannisberg 40,
42103 Wuppertal
www.stadthalle.de
Opernhaus Wuppertal
Kurt-Drees-Str. 4
42283 Wuppertal
www.wuppertaler-buehnen.de
7. Sinfoniekonzert
Matinée
Mit Werken von Mendelssohn,
Prokofjew und Schumann
So 06.03.2016 | 11:00 Uhr
Mo 07.03.2016 | 20:00 Uhr
zu Der Nachtschreck
So 06.03.2016 | 11:00 Uhr,
Kronleuchterfoyer Opernhaus
3. Chorkonzert
Kinderoper von Corinna Jarosch
frei nach der fantastischen Oper
„Hoffmanns Erzählungen“
von Jacques Offenbach. Eine
Geschichte über Ängste, Träume
und das Zusammenfinden von
Freunden
Für Kinder ab 8 Jahren
Fr 11.03.2016 | 12:00 Uhr, Premiere
Sa 12.03.2016 | 15:00 Uhr
So 13.03.2016 | 16:00 Uhr
Di 15.03.2016 | 10:00 Uhr
Mi 16.03.2016 | 10:00 Uhr
Do 17.03.2016 | 10:00 Uhr
Fr 18.03.2016 | 10:00 Uhr
So 20.03.2016 | 16:00 Uhr,
zum letzten Mal
Fr 25.03.2016 | 18:00 Uhr
Tanztheater
Wuppertal
Pina Bausch
Auf dem Gebirge hat
man ein Geschrei gehört
Do 25.02.2016 | 19:30 Uhr
Fr 26.02.2016 | 19:30 Uhr
Sa 27.02.2016 | 19:30 Uhr
So 28.02.2016 | 18:00 Uhr
Opernhaus
Online-Buchung:
www.kulturkarte-wuppertal.de
E-Mail-Buchung:
kontakt@kulturkarte-wuppertal.de
Theaterkasse:
Opernhaus Kurt-Drees-Str. 4,
42283 Wuppertal,
freitags 17:00-19:00 Uhr
und an allen ADticket-Vorverkaufsstellen
und online unter: www.adticket.de
Der Nachtschreck
IMPRESSUM
PREVIEW ist eine Sonderveröffentlichung
der Wuppertaler Bühnen und
Sinfonieorchester GmbH, Kurt-Drees-Str. 4
V.i.S.d.P.: Enno Schaarwächter
Gesamtherstellung:
KommPOSITION Media GmbH
Friedrich-Engels-Allee 175, 42285 Wuppertal
Druck: Rheinisch-Bergische Druckerei,
Wuppertal
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