Orchideenvielfalt gedeiht in der Wilhelma

Werbung
Nr.: 04/2015 vom 16.1.2015
Postfach 50 12 27, 70342 Stuttgart
Tel.: (0711) 5402-124 / -106
Harald.Knitter@wilhelma.de
Bjoern.Schaefer@wilhelma.de
Botanischer Garten
Orchideenvielfalt gedeiht in der Wilhelma
Filigrane Extravaganz, schillerndes Farbenspiel, unendliche Vielfalt: Kaum eine Pflanzenfamilie
zeigt den Einfallsreichtum der Natur wie die Orchideen. Die unzähligen Varianten sind Belege der
Anpassungsfähigkeit, mit der sich diese Überlebenskünstler weltweit Lebensräume erschlossen
haben. Deshalb hegt und pflegt die Wilhelma in Stuttgart ihre Orchideensammlung – eine der
größten und bedeutendsten in Deutschland – nicht nur als ein optisches Schmuckstück, sondern
auch aus biologischem Interesse. Gerade im Winter zieht die Schau in den wohltemperierten
Gewächshäusern viele Besucher an.
Der Zoologisch-Botanische Garten präsentiert eine wechselnde Auswahl von jeweils etwa 100
Exemplaren, die gerade in voller Blüte stehen. „Wir tauschen sie kontinuierlich aus“, berichtet der
Gärtner Bernd Uhlmann, der die „Königinnen der Blumen“ mit seinem Kollegen Oliver Zimmer
betreut. „Es gibt Raritäten, die blühen nur einen einzigen Tag. Bei den meisten Arten dauert die
Blüte ein bis zwei Wochen, in manchen Fällen reicht sie aber auch vier bis sechs Wochen.“ Durch
den ständigen Wechsel gibt es für die Gäste immer etwas Neues zu entdecken.
Die Orchideen gedeihen unter den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen. Daher ziehen
Uhlmann und Zimmer die Pflanzen hinter den Kulissen in vier getrennten Anzuchthäusern groß:
von kalt bis tropisch warm. Für die Vermehrung sind die Gärtner fleißig wie die Bienen. Denn ohne
Hilfe von Insekten müssen sie mit Stäbchen und Drähtchen die Bestäubung eigenhändig
vornehmen. „Die Blüten sind teilweise nur wenige Millimeter groß“, sagt Uhlmann. „Das ist ein
Geduldsspiel.“ Acht bis zehn Jahre dauert es, bis ein Zögling eine stattliche Blume geworden ist.
„Leider haben die Orchideen mit dem zunehmenden Verlust ihres natürlichen Lebensraums zu
kämpfen“, so Uhlmann. „Daher ist es auch in der Botanik wichtig, dass die Wilhelma
Erhaltungszucht betreibt.“
Zu sehen sind die Prachtexemplare in den Gewächshäusern, die vom Eingang zum Maurischen
Garten verlaufen. Bei ihren „Landsleuten“ aus Mexiko, den Agaven, findet sich derzeit die Laelia
gouldiana. Ein Stückchen weiter, im Warmhaus, stehen zwei Vitrinen. Die erste ist in geografische
Bereiche aufgeteilt und zeigt im linken Bereich Orchideen aus Mittel- und Südamerika sowie rechts
aus Asien und Südostasien. Wer an die Decke schaut, kann sich von einer Pflanze zum zweiten
Schaukasten leiten lassen, deren Geschmack alle kennen, viele aber nicht ihr Aussehen: Vanille.
Auch sie ist eine Orchidee und wie die meisten ein „Aufsitzer“. Sie lebt auf Bäumen und ernährt
sich über Luftwurzeln. Ein schönes Beispiel trifft man im Wintergarten an. Am Koi-Teich gibt der
Australische Gummibaum derzeit dem Cymbidium grandiflorum Herberge. Dessen Schönheit pries
der chinesische Gelehrte Konfuzius schon vor 2500 Jahren.
__________________________________________________________________________
Bilder 1 und 2: Cymbidium grandiflorum. Foto: Wilhelma
Bild 3: Paphiopedilum-Hybride. Foto: Wilhelma
Bild 4: Oncidium-Twinkle-Hybride. Foto: Wilhelma
Herunterladen
Random flashcards
Erstellen Lernkarten