1 Positionierung der Höheren Berufsbildung im internationalen Vergleich Eine vergleichende Analyse mit Fokus auf Höhere Fachschulen Universität St. Gallen Dieter Euler Michèle Collenberg St. Gallen, Oktober 2016 2 Inhaltsverzeichnis 1. Ausgangspunkte und untersuchungsleitende Fragen ............................................. 3 2. Methodisches Vorgehen ................................................................................................. 5 3. Kontextrelevante Grundlagen ..................................................................................... 12 3.1. Höhere Berufsbildung in der Schweiz ................................................................. 12 3.2. Einordnung höhere Berufsbildung in die Bildungssysteme der Vergleichsländer................................................................................................................. 15 3.2.1. England .................................................................................................................... 15 3.2.2. Dänemark................................................................................................................. 16 3.2.3. Niederlande ............................................................................................................. 17 3.3. Vergleiche Betrachtung der Einordnung von Bildungsgängen im Tertiärbereich ...................................................................................................................... 18 4. Übersicht über die zentralen Untersuchungsergebnisse ....................................... 19 4.1. Vergleich Höhere Fachschule – Fachhochschule ............................................... 19 4.2. Vergleich Höhere Fachschule – Internationale Bildungsgänge ....................... 21 5. Mögliche Implikationen: Szenarien für die Positionierung der höheren Berufsbildung ....................................................................................................................... 22 Literatur .................................................................................................................................. 28 Anhang: Darstellung der Fallanalysen ............................................................................ 31 3 1. Ausgangspunkte und untersuchungsleitende Fragen „Die höhere Berufsbildung muss in vielen Belangen aufgewertet werden, wenn wir sie nicht völlig den Fachhochschulen überlassen wollen“, so die SGV-Vizedirektorin Davatz (Schweizerische Gewerbezeitung v. 16.3.2012, S. 1). Dazu gehöre neben finanziellen Anreizen auch „eine leicht nachvollziehbare Vergleichbarkeit der Ausbildungsniveaus“. Mit diesen Zitaten sind wesentliche Fragestellungen angerissen, die im Rahmen dieser Studie aufgenommen und untersucht werden: Die höhere Berufsbildung in der Schweiz sieht sich national wie international der Notwendigkeit einer klaren Positionierung ausgesetzt. National erfordert dies den Vergleich mit BachelorStudiengängen an (Fach-)Hochschulen, international den Vergleich mit jenen Ländern, in denen ähnliche Formen einer Aufstiegsweiterbildung angeboten werden. Die Tertiärstufe des schweizerischen Bildungssystems umfasst die Universitäten, die Fachhochschulen einschliesslich der pädagogischen Hochschulen (im Folgenden mit 'Hochschulbildung’ bezeichnet) sowie die höhere Berufsbildung, gegliedert in die Eidgenössischen Berufsprüfungen, die höheren Fachprüfungen und die Höheren Fachschulen. Programmatisch sollen sich die beiden Bereiche trennscharf voneinander unterscheiden, wobei die Hochschulbildung für eine wissenschaftlich-theoretische und die höhere Berufsbildung für eine praktische Vorbereitung auf anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben im Berufs- und Arbeitsleben stehen. Dieser Funktionszuweisung der beiden Bereiche der Tertiärstufe steht eine Praxis gegenüber, die sich durch zunehmende Konvergenzen kennzeichnen lässt. Die Konvergenzen lassen sich über die folgenden Aspekte illustrieren: • Einerseits haben sich in einzelnen Berufsfeldern Formen der Durchlässigkeit und der Anrechnung zwischen der höheren Berufsbildung und einem Bachelorstudium an der Fachhochschule entwickelt. 1 Dieses Feld erscheint zunehmend unübersichtlich und uneinheitlich, da die konkrete Zulassung faktisch durch die jeweiligen Hochschulen zu prüfen und zu entscheiden ist. 1 Exemplarisch sei angeführt: − Die Berner Fachhochschulen lassen Absolventen einer höheren Fachschule im Bereich Holz zum Bachelorstudium of Science in Holztechnik zu (VSSM, 2012). − Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur ermöglicht den Absolventen der HF Tourismus Graubünden den Übertritt in das dritte Studienjahr des Lehrgangs Bachelor of Science in Tourism, sofern schon an der HF vorbereitende Module belegt werden (HTW, o.D.). − Die Hochschule Luzern ermöglicht Absolventen einer HF für Tourismus, Gastgewerbe und Hotelfach ein auf vier Semester verkürztes Bachelorzusatzstudium, wobei Vorkenntnisse in Rechnungswesen und Mathematik auf Niveau der kaufmännischen Berufsmaturität nachgewiesen werden bzw. in Vorbereitungskursen erworben werden müssen (Hochschule Luzern, o.D.). − Während die genannten Hochschulen die Zulassung auf der Basis einer höheren Fachprüfung (HFP) nicht nennen, ermöglicht beispielsweise die Berner Fachhochschule ein Bachelorstudium in Pflege sowohl mit einem HF- als auch HFP-Abschluss (BFH, o.D.). 4 • • Andererseits bieten Hochschulen auch Bildungsgänge für Zielgruppen mit einem berufspraktischen Hintergrund an, die in Konkurrenz zu entsprechenden Angeboten von Institutionen der höheren Berufsbildung stehen. Wiederholt sind verstärkt Bemühungen erkennbar, den bislang ausschliesslich von den Hochschulen vergebenen Bachelor-Titel auch in Abschlüsse der höheren Berufsbildung zu integrieren. Entwicklungen vollziehen sich heute auch im Bildungssystem zumeist in einem internationalen Rahmen. Dies ist für den Hochschulbereich spätestens seit der Bologna-Reform evident, es gilt aber auch für den Bereich der Berufsbildung. Vor diesem Hintergrund kann eine Reflexion über mögliche Entwicklungen und Herausforderungen im Tertiärbereich der Schweiz den Blick über die Grenzen nicht aussparen. Eine internationale Perspektive ist gerade aus Sicht der Schweiz bedeutsam, weil die spezifische Struktur der höheren Berufsbildung mit seinen jenseits der Grenzen nur schwer verständlichen Abschlüssen schon im Interesse der schweizerischen Absolventinnen und Absolventen ein Streben nach Einordnung und Vergleichbarkeit nahelegt. In der internationalen Diskussion besteht weitgehend Konsens darüber, dass die Ausprägung eines nationalen (Berufs-)Bildungssystems im Kontext anderer gesellschaftlicher Subsysteme zu verstehen ist (vgl. Euler, 2013). Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn beispielsweise das Berufsbildungssystem in einem Staat eher rudimentär ausgeprägt wird, dafür aber der akademische Sektor entsprechende Qualifizierungsfunktionen übernimmt und demzufolge vergleichsweise elaboriert ist (vgl. OECD, 2010, S. 37). Insbesondere sind bei Fragen des internationalen Vergleichs der institutionelle Kontext, die Abstimmung von Bildungs- und Beschäftigungssystem und kulturelle Normen zu beachten. Hinsichtlich der unterschiedlichen kulturellen Normen kann das Beispiel Englands angeführt werden, wo die Ausbildung weitgehend in der betrieblichen Domäne liegt und entsprechend auch die in der Schweiz verfolgte Verbundpartnerschaft als inkompatibel mit den englischen 'industrial relations’ gilt. Ein weiteres Beispiel für die Bedeutung der kulturellen Rahmenbedingungen stellt die unterschiedliche Reputation von Abschlüssen aus allgemeinbildenden Schulen (einschliesslich der Hochschulen) im Vergleich zu jenen aus der Berufsbildung dar. So haftet beispielsweise in Südkorea der Berufsbildung das Stigma an, dass sie nur von jenen wahrgenommen wird, die in den höher reputierten, schulisch getragenen Bildungsbereichen keine Aufnahme gefunden haben (Bosch & Charest, 2006, S. 8; ähnlich im Hinblick auf die USA und Japan: Metzger et al., 2004). Vor dem Hintergrund dieser Ausgangspunkte untersucht die vorliegende Studie die folgenden Fragestellungen: 1. Wie sind ausgewählte Bildungsgänge der Höheren Fachschule positioniert: a. national im Verhältnis zur Fachhochschule? b. international im Verhältnis zu vergleichbaren Bildungsgängen in ausgewählten europäischen Ländern? 5 2. Wie unterscheiden sich die ausgewählten Bildungsgänge im Hinblick auf a. ihre Kompetenzniveaus? b. ihre Zugangsvoraussetzungen, Curricula und Anschlussberechtigungen? 3. Welche möglichen Implikationen können aus den Analysen für die Positionierung der höheren Berufsbildung gezogen werden? 2. Methodisches Vorgehen Untersuchungsgegenstand Der Bereich der höheren Berufsbildung umfasst ein breites Spektrum an Berufsfeldern und ist hochgradig ausdifferenziert. Vor diesem Hintergrund werden zunächst die Untersuchungsgegenstände definiert. Gegenstand der vergleichenden Analyse ist auf schweizerischer Seite die höhere Berufsbildung im Rahmen der Höheren Fachschulen (HF). Aus vier bedeutenden Berufsfeldern werden typische Bildungsgänge ausgewählt und mit korrespondierenden Bachelor-Studiengängen an einer Fachhochschule sowie affinen Bildungsgängen in drei Ländern verglichen. Die folgende Übersicht fasst die im Einzelnen analysierten Bildungsgänge zusammen: Abbildung: Übersicht der untersuchten Bildungsgänge Theoretische Grundlegungen Zunächst ist zu betonen, dass die Bildungsgänge mit ihren curricularen Grundlagen, nicht hingegen in der konkreten Umsetzung in der Bildungspraxis untersucht wurden. Eine Untersuchung der praktischen Umsetzung in einer repräsentativen Stichprobe von Bildungsinstitutionen, -kursen und -teilnehmenden erforderte ein ungleich aufwendigeres Untersuchungsdesign als dies mit den gegebenen Ressourcen möglich wäre. 6 Die Untersuchung des Kompetenzniveaus unterschiedlicher Bildungsgänge erfordert als Vergleichskriterium die Ausweisung eines Kompetenzverständnisses. In dem zugrunde gelegten Verständnis wird ein Mitarbeiter als kompetent gesehen, wenn er die Anforderungen in einem Arbeitsbereich in seinen (1) fachlichen, sozialen und personalen Bereichen sowie (2) Wissens-, Einstellungs- und Fertigkeitsdimensionen bewältigen kann. Hinter diesem anspruchsvollen Bild eines kompetenten Mitarbeiters steckt u.a. die Annahme, dass es in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr reicht, Arbeitsprozesse nach vorgegebenen Anweisungen in immer gleicher Routine auszuführen. In vielen Berufen ist es erforderlich, dass Mitarbeiter sich flexibel auf immer neue Situationen einstellen, kontinuierlich aus den Arbeitserfahrungen lernen und Aufgaben nicht nur fachlich, sondern auch sozial-kommunikativ bewältigen. Der fachlich versierte Kundenberater bleibt erfolglos, wenn er nicht auf den Kunden eingehen kann. Der sozial kompetente Kundenberater bleibt ebenfalls erfolglos, wenn er fachlich überfordert ist. Dazu werden die Einstellungen von Mitarbeitern im Beruf immer bedeutsamer, wie nicht nur die Verfehlungen im Zusammenhang der wiederholten Finanz- und Wirtschaftsskandale zeigen. Kompetent ist jemand im Beruf, wenn er die berufstypischen Arbeits- und Aufgabenbereiche sachgerecht, sozialverantwortlich, selbstbestimmt und kreativ gestalten und bewältigen kann (vgl. Euler & Hahn, 2014, S. 140). Die Erfassung der Ordnungsgrundlagen erfolgt auf der Grundlage einer Kompetenzmatrix mit den drei Handlungsbereichen Sach-, Sozial- und Selbstkompetenzen, die jeweils weiter in die drei Dimensionen Wissen, Einstellungen und Fertigkeiten unterschieden werden (in Anlehnung an Euler & Hahn, 2014, S. 142). Abbildung: Grobstruktur der verwendeten Kompetenzmatrix Sachkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens sachliche Aufgaben und Probleme zielorientiert, methodengeleitet und selbstständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen. Beispiel: Der Techniker in der Kfz-Mechatronik führt die vorgesehenen Kontrollarbeiten fachgerecht durch. Sozialkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, soziale Beziehungen zu gestalten und sich mit anderen verantwortungsbewusst auseinander zu 7 setzen und zu verständigen. Hierzu gehört auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität. Beispiel: Der Techniker in der Kfz-Mechatronik versteht die wesentlichen Schritte eines Beratungsgesprächs und kann dieses Wissen situationsgerecht im Gespräch mit Kunden einsetzen. Selbstkompetenz bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit, Anforderungen an die eigene Persönlichkeit zu klären und zu gestalten. Dazu zählen u.a. die Entwicklung der eigenen Lernkompetenz und die Entwicklung von Wertvorstellungen. Beispiel: Der Techniker in der Kfz-Mechatronik kann das Arbeitsergebnis der Kontrollarbeiten selbstständig reflektieren und gegebenenfalls Verbesserungsmöglichkeiten ableiten. Sach-, Sozial- und Selbstkompetenzen können jeweils weiter unterteilt werden. Dabei wird zwischen Wissen (Erkennen), Einstellungen (Werten) und Fertigkeiten (Können) unterschieden. Wissen: In diesem Schwerpunkt steht das Wissen über den Arbeitsbereich, die Aufgaben und die Tätigkeiten im Mittelpunkt. Dieser Handlungsbereich umfasst beispielsweise das Wissen über die Durchführung von Kontrollarbeiten, über die wesentlichen Schritte eines Verkaufsgesprächs oder das Wissen, wie Arbeitserfahrungen im Betrieb gut dokumentiert werden. Das Wissen kann inhaltlich unterschiedlich komplex ausgestaltet sein. So ist beispielsweise das Wissen über die Karosserie in der Regel weniger komplex als das Wissen über das gesamte Auto. Zudem kann Wissen auf unterschiedlichen Anspruchsniveaus entstehen. Häufig wird in diesem Zusammenhang zwischen (a) erinnern; (b) verstehen; (c) anwenden; (d) analysieren; (e) evaluieren und (f) weiterentwickeln unterschieden. Von Stufe zu Stufe steigen die Anforderungen. Einstellungen: Im Handlungsschwerpunkt 'Einstellungen' stehen Grundhaltungen gegenüber Sachen und gegenüber anderen Menschen im Vordergrund. Im Rahmen eines Beratungsgesprächs kann beispielsweise die Bereitschaft gezeigt werden, mit dem Kunden vorurteilsfrei und verständnisvoll zu interagieren oder den Gesprächsprozess nicht unbedacht, sondern systematisch und geplant zu gestalten. Werte, Normen und Einstellungen liegen jedem Handeln zugrunde und beeinflussen die Zielfokussierung der Interaktionspartner. Fertigkeiten: Der Handlungsschwerpunkt 'Fertigkeiten' beschreibt vereinfacht ausgedrückt angefertigte Leistungen unter Verwendung bestimmter Techniken (Ersatzteile montieren, Baugruppen bewegen etc.). Im Ergebnis entsteht ein 'greifbares' Arbeitsprodukt, sei es in Form eines produzierten Gegenstands (z.B. ein Brot, ein repariertes Auto, ein Tisch) oder eines geistigen Produkts (z.B. ein Angebot, eine Zeichnung, eine Antwort auf eine Kundenreklamation). Man spricht auch von psychomotorischem Tun, d. h. geistige und handwerkliche Tätigkeiten werden verbunden, um das Arbeitsprodukt zu erstellen. Je nachdem, ob als Grundlage zur Fertigung eines Produkts stärker das notwendige Wissen oder stärker das handwerkliche Tun betont wird, kann die Grenzziehung zwischen Wissen und Fertigkeiten im konkreten Fall schwierig sein. Wesentlich ist jedoch, dass beide Aspekte berücksichtigt und in die 8 Kompetenzbestimmung aufgenommen werden. Auch für die Fertigkeiten können verschiedene Niveaustufen unterschieden werden. Diese zeigen sich in einem unterschiedlichen Grad der Beherrschung einer Tätigkeit. Die aufgenommenen Differenzierungen können im Rahmen einer Matrix zusammengeführt werden. Diese Kompetenzmatrix kann als Instrument verwendet werden, um für bestimmte Aufgaben die einzelnen Sach-, Sozial- oder Selbstkompetenzen zu bestimmen und hinsichtlich der möglichen Schwerpunkte Wissen, Einstellungen und Fertigkeiten näher zu beschreiben. In dieser Untersuchung dient das Kompetenzmodell dazu, Aussagen aus Rahmenlehrplänen oder analogen curricularen Dokumenten einzuordnen und auf diese Weise vergleichbar zu machen. Zur Veranschaulichung werden die drei Handlungsschwerpunkte bewusst voneinander abgegrenzt dargestellt. Als Beispiel werden Handlungskompetenzen verwendet, welche dem Rahmenlehrplan des Bildungsgangs dipl. Pflegefachperson HF entnommen wurden (OdA Santé, 2011): Handlungsschwerpunkte Kompetenzbereiche Sachkompetenz Sozialkompetenz Selbstkompetenz Wissen (Kennen) Einstellungen (Wollen) Fertigkeiten (Können) Die dipl. Pflegefachperson HF stellt die Pflegediagnosen und plant spezifische Massnahmen, um Gesundheitsprobleme, Krisensituationen und Konflikte effizient anzugehen. Sie wendet dazu relevante Konzepte, Methoden und Modelle an. Pflegemassnahmen Gesundheitsprobleme Konzepte, Methoden planen in der Planung effizient und Modelle für Pfleangehen gediagnosen anwenden Die dipl. Pflegefachperson HF gestaltet die Kommunikation und die Beziehung so, dass sie der Situation angepasst ist, den Bedürfnissen der Patientinnen/Patienten und deren Angehörigen gerecht wird, das allgemeine Wohlbefinden fördert und Ängste sowie andere psychische Stress-Phänomene situationsgerecht auffängt. Möglichkeiten der situ- In der Kommunikation Kommunikation und ationsgerechten Geden Bedürfnissen der Beziehung mit Patienstaltung von KommuPatienten/-innen und ten/-innen und Angenikation und sozialen Angehörigen gerecht hörigen gestalten und Beziehungen kennen werden umsetzen Die dipl. Pflegefachperson HF beurteilt die Qualität der eigenen Arbeit und nutzt die eigenen Erfahrungen mit dem Ziel, kritisch-konstruktiv zu urteilen und selbstständig zu arbeiten. Kriterien für die Beur- Eigene Arbeit kritischSelbstreflexion der eiteilung der eigenen Ar- konstruktiv beurteilen genen Arbeit nutzen, beit kennen um die Arbeit weiter zu verbessern Abbildung: Exemplarische Anwendung der Kompetenzmatrix (dipl. Pflegefachperson HF) 9 Erweiterung des Kompetenzmodells um eine Inhaltskomponente Die überwiegende Zahl der Kompetenzen in den untersuchten Rahmenlehrplänen bezieht sich auf Sachkompetenzen in den Dimensionen Wissen und Fertigkeiten. Aus diesem Grund wird dieser Bereich für die Analyse weiter ausdifferenziert und in Anlehnung an verbreitete Taxonomien für die Erfassung und Strukturierung kognitiven Verhaltens wie folgt strukturiert: Abbildung: Detailstruktur zur Erfassung von Sachkompetenzen in der kognitiven Dimension Die Einordnung auf der Prozessebene lehnt sich an die Taxonomie von Anderson und Krathwohl (2001) an. Es werden fünf Kategorien unterschieden, welche die kognitiven Prozesse beschreiben, die dem zu erreichenden Lernergebnis zugrunde liegen. Die kognitiven Prozesse werden in Verbform beschrieben und repräsentieren von links nach rechts ein Kontinuum steigender Komplexität. Die beiden untersten Stufen der Lernzieltaxonomie von Anderson und Krathwohl werden dabei als eine Stufe 'Wissen/Verstehen' zusammengefasst. Ergänzt wird die Einordnung der kognitiven Denkprozesse um eine Inhaltskomponente (Euler & Hahn, 2014, S. 151ff.). Die vom Lehrplan vorgegebenen Inhalte werden für jede Kompetenz einer von vier Stufen zugeordnet, welche von unten nach oben an inhaltlicher Komplexität zunehmen. Feinzuordnung der Kompetenzbeschreibungen zu dem Kompetenzmodell Die in den untersuchten Rahmenlehrplänen identifizierten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen der kognitiven Prozesse und der Inhalte auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. 'Kognitive Prozesse' fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige 10 Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente tritt jedoch nur selten auf und wird in der Auswertung daher nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet, sondern eigenständig aufgenommen und ausgewiesen. Abbildung: Zuordnung der Kompetenzbeschreibungen Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Als schwarzer Punkt ist das arithmetische Mittel der Einzelkompetenzen aufgeführt. Bei der Interpretation ist zu beachten, dass es sich bei den Stufungen nicht um eine Ordinalskala handelt. So bewegt sich beispielsweise die Kategorie 'Bewerten' nicht im gleichen Abstand zwischen 'Analysieren' und 'Gestalten'. Entsprechend ist das berechnete arithmetische Mittel nicht als eine statistisch präzise Grösse zu interpretieren. Die errechneten Mittelwerte werden vielmehr gebildet, um für den Vergleich eine Kennzahl zu besitzen, die für die weiteren Interpretationen eine Orientierung bietet. Dieses Vorgehen ist mit der Ausweisung und dem Vergleich von Zeugnisnoten vergleichbar. Dort werden beispielsweise die Noten verschiedener Fächer zu einer Durchschnitts-Gesamtnote verbunden, die u.U. als eine wesentliche Grundlage für die Berechtigung und Zulassung zu weiterführenden Bildungsgängen dient. Untersuchungsschritte Die Untersuchung wurde in den vier unterschiedenen Berufsfeldern jeweils in den folgenden Schritten durchgeführt: • • Analyse und Auswertung der relevanten Curricula (jeweils durch zwei Rater) Pro Bildungsgang: Dokumentation der Kompetenzniveauprofile 11 • • Pro Berufsfeld: Vergleich und Interpretation der ausgewerteten Kompetenzniveauprofile (Diplom Höhere Fachschule; korrespondierender Studiengang an einer schweizerischen Fachhochschule; affine Bildungsgänge anderer Länder) Übergreifende Reflexion der Auswertungen und Interpretationen für die vier Berufsfelder im Hinblick auf mögliche Szenarien für die Weiterentwicklung der höheren Berufsbildung. Methodische Herausforderung in der Untersuchung Das gewählte Untersuchungsdesign folgt dem 'Prinzip der hilfreichen Ungenauigkeit', d.h. es werden substanzielle Aussagen erwartet, die aufgrund der Begrenzungen in den verfügbaren Ressourcen zwar nicht die letzte Präzision liefern können, doch in der Tendenz hinreichend genau sind, um wesentliche Kernaussagen zu begründen. Bei der Interpretation der Ergebnisse sind gleichwohl einige untersuchungsmethodische Herausforderungen zu berücksichtigen: • • • • Hermeneutisches Grundproblem: Die Beschreibungen in den untersuchten Curricula sind semantisch häufig nicht eindeutig; einige Aussagen sind aus dem Kontext zu erschliessen. Häufig sind Curricula nicht auf einer eindeutigen theoretischen oder konzeptionellen Grundlage entstanden, sondern können als Resultat eines komplexen Abstimmungsprozesses zwischen den Mitgliedern der jeweiligen Kommissionen verstanden werden. Dies führt teilweise zu Unschärfe und Interpretationsoffenheit. Das Problem kann sich verstärken, wenn es um die Interpretation von Bezeichnungen in einer anderen Sprache geht. Beispiel: 'Understanding' als Verb einer Kompetenzbezeichnung impliziert im Englischen je nach Kontext mehr als die direkte Übersetzung 'Verstehen' und eine Anlehnung an einschlägige Taxonomien nahelegen würde. Auswahlproblem: Während im Bereich der Höheren Fachschulen auf national geltende Rahmenlehrpläne zurückgegriffen werden kann, besteht in den Vergleichsbereichen die Notwendigkeit einer Auswahl. So werden entsprechende Studien- bzw. Bildungsgänge an unterschiedlichen Fachhochschulen bzw. Bildungsinstitutionen angeboten und können sich entsprechend unterscheiden. Abstraktionsgradproblem: Die Kompetenzbezeichnungen können sich zwischen zu vergleichenden Bildungsgängen in Anzahl und Abstraktionsgrad unterscheiden. So werden in einigen Curricula wenige und vergleichsweise abstrakte Kompetenzen ausgewiesen, in anderen hingegen zahlreiche und dafür sehr konkrete. Gelegentlich sind auch Kettenformulierungen anzutreffen, d.h. mehrere Kompetenzen werden in einer komplexen Aussage verbunden. Mit einer hohen Anzahl kann zudem verbunden sein, dass nicht Kompetenzen, sondern Performanzen in den Dokumenten ausgewiesen sind. Relativierungsproblem: Wenn im Hinblick auf die Inhaltskomponente das Kriterium der Komplexität angewendet wird, dann ist zu berücksichtigen, 12 • dass Komplexität letztlich relativ zu einem Individuum oder einer Gruppe zu bestimmen ist. Was für einen Berufsanfänger nach der Berufslehre sehr komplex erscheint, erscheint für einen erfahrenen Mitarbeiter u.U. als trivial. So können in den Curricula Kompetenzen als mehr oder weniger komplex ausgewiesen werden, die sich aber auf sehr unterschiedliche Handlungsfelder bzw. Kontexte beziehen. So könnten die zwei folgenden Bildungsgänge verglichen werden: (1) Offen für alle Zielgruppen ohne Voraussetzungen; (2) Zugang erfordert entweder fortgeschrittene Berufspraxis oder höhere schulische Voraussetzungen. Beide Bildungsgänge könnten relativ zu den jeweiligen Zielgruppen eine hohe Komplexität besitzen, sich aber aufgrund der unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen gänzlich voneinander unterscheiden. Gewichtungsproblem: Die dokumentierten Kompetenzen können nicht gleichgewichtig aufgenommen werden, sondern sie sind nach dem vorgesehenen zeitlichen Umfang oder den zugeordneten Kreditpunkten zu gewichten. Dies ist nicht immer möglich, da in einzelnen Curricula entsprechende Angaben fehlen. 3. Kontextrelevante Grundlagen 3.1. Höhere Berufsbildung in der Schweiz Gemäss Art. 30 Abs. 1 des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes (HFKG, 2011) hat die Hochschulbildung sowohl Lehre als auch Forschung und Dienstleistungen von hoher Qualität zu bieten und für „breitgefächerte Ausbildungsmöglichkeiten“ (SBFI, o.D.a) zu sorgen. Dabei unterscheidet das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI, o.D.a) in zwei Arten von gleichwertigen Einrichtungen mit unterschiedlichen Aufgaben. Die universitären Hochschulen fokussieren – so das SBFI – besonders die Grundlagenforschung, auf der die Hochschullehre aufbaue, während sich die Fachhochschulen (und analogerweise die pädagogischen Hochschulen) stärker an der Berufspraxis sowie angewandten Forschung und Entwicklung orientierten. Letztere sollen auf berufliche Tätigkeiten vorbereiten, „welche die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden sowie, je nach Fachbereich, gestalterische und künstlerische Fähigkeiten erfordern“ (HFGK, Art. 26), sowie „wichtige Beiträge zur Innovationsförderung und zum Wissenstransfer“ (SBFI, o.D.) leisten. Die höhere Berufsbildung wird erst im Rahmen des seit 2002 geltenden Berufsbildungsgesetzes (BBG) als „eigenständiges Bildungsangebot“ ausgewiesen (Schmid & Gonon, 2013, S. 151). Gemäss Art. 26 dient die höhere Berufsbildung auf der Tertiärstufe „der Vermittlung und dem Erwerb von Qualifikationen, die für die Ausübung einer anspruchs- oder einer verantwortungsvolleren Berufstätigkeit erforderlich sind.“ Die höhere Berufsbildung soll „als praktisch ausgerichteter Teil der Tertiärstufe . . . der Vermittlung sowie dem Erwerb von Qualifikationen und Kompetenzen, 13 die zu anspruchsvoller Fach- und Führungsverantwortung befähigen“ (BBT, 2011, S. 6), dienen und damit eine „passgenaue berufliche Höherqualifizierung breiter Kreise entsprechend den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes“ (BBT, 2011, S. 4) ermöglichen. Zumindest programmatisch deklariert das (damalige) BBT (2011, S. 4) die höhere Berufsbildung auch folgendermassen als profilierte Alternative zur Hochschulbildung: „Damit stärkt sie indirekt das forschungsorientierte System, indem hauptsächlich jene Personen an die Hochschulen gehen, die in der Forschung tätig sein möchten.“ In ihrer OECD-Studie stellen Fazekas und Field mit Bezug auf das Jahr 2009 (2013a, S. 13) fest, dass die höhere Berufsbildung mit rund 40% „massgeblich zum Erwerb der für die Berufsausübung erforderlichen Qualifikationen“ beitrage. Allerdings ist zu beachten, dass der Anteil der Absolventen der höheren Berufsbildung im Vergleich zu jener der Hochschulbildung von 2009 (42.2%) bis 2013 (35.5%) etwas rückläufig ist (Bundesamt für Statistik [BFS], 2015). Tabelle: Abschlüsse der Tertiärstufe Hochschulbildung Universitäten/ETH FH Höhere Berufsbildung BP HFP HF Vom Bund nicht reglementierte HBB2 2009 2010 absolut/in % 37‘732 57.8 41‘479 24‘504 37.5 26‘809 13‘228 20.3 14‘670 27‘507 42.2 28‘262 59.5 38.4 21.1 40.5 43‘878 27‘692 16‘186 27‘036 61.9 39.1 22.8 38.1 48‘236 29‘596 18‘640 26‘573 64.5 39.6 24.9 35.5 12‘196 2‘656 7‘234 5‘421 18.9 4.5 10.5 6.6 13‘141 2‘969 7‘145 3‘781 18.6 4.2 10.0 5.3 14‘042 2‘786 7‘627 2‘118 18.8 3.7 10.2 2.8 18.7 4.1 11.1 8.3 13‘144 3‘160 7‘337 4‘621 2011 2013 Die Bedeutung der höheren Berufsbildung innerhalb des schweizerischen Bildungssystem zeigt sich auch darin, dass in 2012 12.9% der 25-64 Jährigen in der Schweiz über einen Abschluss der höheren Berufsbildung verfügten (im Vergleich zu 23.7% mit einem Abschluss der Hochschulbildung), wenn auch mit relativer abnehmender Tendenz gegenüber jenen mit Abschluss der Hochschulbildung, betrug doch 2008 das Verhältnis von höherer Berufsbildung zu Hochschulbildung noch 15.3 zu 18.3% 3. Letzteres widerspiegelt auch die zunehmende Bedeutung der Fachhochschulen für die jüngere Generation. 2 Abnahme stark bedingt durch die eidgenössische Reglementierung der Ausbildung in den Gesundheitsberufen. 3 Es ist allerdings davon auszugehen, dass ca. 3% der Abschlüsse Doppelabschlüsse sind, d.h. die Zahl der Abschlüsse der höheren Berufsbildung entsprechend höher ist (s. Fazekas & Field, 2013a, S. 13, S. 26). 14 Der Zweck der Höheren Fachschulen (HF) lässt sich von jenem der Eidgenössischen höheren Fachprüfungen (HFP) nicht deutlich abgrenzen. Die Verordnung des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) legt in Art. 2 fest 4: „Die Bildungsgänge und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen vermitteln den Studierenden Kompetenzen, die sie befähigen, in ihrem Bereich selbständig Fach- und Führungsverantwortung zu übernehmen. Sie sind praxisorientiert und fördern insbesondere die Fähigkeit zu methodischem und vernetztem Denken, zur Analyse von berufsbezogenen Aufgabenstellungen und zur praktischen Umsetzung der erworbenen Kenntnisse.“ Auch wenn damit Kompetenzen etwas differenzierter formuliert und die Führung eines Betriebs sowie die Ausbildung von Berufslernenden nicht explizit genannt werden, wird deutlich, dass es sich ebenfalls um eine „höher qualifizierende Berufsbildung“ (BBT, 2011, S. 16) mit einem starken Bezug auf die Berufswelt handeln soll. Zwar weist die höhere Berufsbildung ein in verschiedener Hinsicht anderes Profil als die Hochschulbildung auf. Trotzdem stellt sich aus Sicht der Absolventen der höheren Berufsbildung immer wieder die Frage nach der Durchlässigkeit in die Hochschulbildung, und hier besonders zu den Fachhochschulen. In diesem Zusammenhang spielen die Motive seitens der Absolventen wie Aufstiegsorientierung, Sozialprestige, ökonomische Erwartungen, 5 aber auch die Kommunikation von Qualifikationsprofilen seitens der Arbeitswelt sowie Angebote der Fachhochschulen eine wesentliche Rolle. Diesem Bedürfnis entsprechend, hat die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH) folgende „Best Practice Regeln“ aufgestellt: „Personen mit einem Diplom einer anerkannten höheren Fachprüfung werden zu bereichsspezifischen Bachelor-Studiengängen zugelassen. Die FH klären ab, ob Kompetenzen (insbesondere bezüglich Allgemeinbildung und Studierfähigkeit) vorgängig noch erworben werden müssen“ (KFH, 2006, 1.2.1). Etwas erweitert gilt für die HF: „Personen mit einem Diplom einer anerkannten Höheren Fachschule gemäss BBG werden für Bachelor-Studiengänge im gleichen oder verwandten Fachbereich (bereichsspezifische) zugelassen.“ (KFH, 2006, 1.1.1) Diese Regelung spiegelt sich in den Zulassungsbedingungen zahl- 4 Verordnung des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen vom 11. März 2005. 5 Zwar scheint erwiesen, „dass sich der Besuch einer höheren Fachschule monetär immer sehr gut auszahlt und bei den berufs- und höheren Fachprüfungen selbst bei ungünstigsten Finanzierungsmodalitäten im Durchschnitt noch eine positive Rendite resultiert“ (Cattaneo & Wolter, 2011, S. 17; s. auch BBT, 2011, S. 22). Ein Fachholschulabschluss verspricht jedoch eine zusätzliche Rendite, die höher als jene eines Abschlusses der Höheren Berufsbildung zu liegen scheint (Wolter & Weber, 2005). „Die private Bildungsrendite der höheren Berufsbildung liegt zwischen derjenigen der Fachhochschulen und der Universitäten“ (BBT 2011, S. 22). Massgeblich kann auch die Aussicht darauf sein, dass ein gemischter Bildungspfad (Höhere Berufsbildung und Hochschulbildung) die höchste durchschnittliche Bildungsrendite zu ergeben scheint (Backes-Gellner & Tuor, 2010). 15 reicher Fachhochschulen wider – teilweise nur bezüglich Absolventen einer HF, teilweise auch einer HFP –, wobei weiter zu beachten ist, dass teilweise auch ein verkürztes Bachelorstudium ermöglicht wird. 3.2. Einordnung höhere Berufsbildung in die Bildungssysteme der Vergleichs- länder 3.2.1. England Die höhere Berufsbildung gehört im England zum Bereich der 'Further Education (FE)' und grenzt sich von der 'Higher Education (HE)' ab, welche den akademischen Bildungsweg an Universitäten beinhaltet. Die FE umfasst ein breites Angebot an Abschlüssen in der Form von Vollzeit- und Teilzeitausbildungsgängen in verschiedensten Bereichen. Anbieter der höheren Berufsbildung sind staatliche oder private FEColleges sowie Universitäten. Sie folgen keinen staatlich verordneten Curricula, orientieren sich jedoch am nationalen Qualifikationsrahmen (QCF-Qualifications and Credit Framework)6. Weit verbreitete Abschlüsse in der FE sind der Foundation Degree sowie das 'Higher National Certificate (HNC)' bzw. das 'Higher National Diploma (HND)', welche ab der Stufe 4 des Qualifikationsrahmens parallel zum akademischen Bachelor-Studiengang verlaufen (siehe Abbildung). Abbildung: Grundstruktur des Tertiärbereichs in England 7 Foundation Degrees zielen darauf ab, ein berufliches Basiswissen zu vermitteln. Die Ausbildungen dauern üblicherweise 2 Jahre Vollzeit oder 3 bis 4 Jahre Teilzeit und 6 http://www.accreditedqualifications.org.uk/qualifications-and-credit-framework-qcf.html (Zugriff: 22.08.2016) 7 http://www.accreditedqualifications.org.uk/qualifications-and-credit-framework-qcf.html (Zugriff: 29.08.2016) 16 werden von Universitäten und FE-Colleges angeboten. Sie können teilweise mit einem weiteren Studienjahr zu einem vollen akademischen Bachelor Degree aufgestockt werden. HNC und HND werden ebenfalls an FE-Colleges und Universitäten absolviert, wobei der HND eine Stufe höher liegt als der HNC und nach Abschluss häufig ebenfalls in ein akademisches Studium überführt werden kann. HNC und HND legen den Fokus jedoch in erster Linie auf die Entwicklung praktischer Fertigkeiten und die Anwendung der Kenntnisse im Praxisfeld. Es handelt sich bei diesen Abschlüssen um berufliche Qualifikationen, welche von 'Awarding Bodies' 8 vergeben werden. Darüber hinaus existieren viele weitere Abschlüsse in den Berufsfeldern der höheren Berufsbildung, die über 'Awarding Bodies' gesteuert werden. So bietet beispielsweise das Chartered Institute of Marketing (CIM) berufliche Weiterbildungen für Marketing-Fachpersonen an und vergibt Auszeichnungen auf verschiedenen Stufen (CIM, o.D.). 3.2.2. Dänemark Der Tertiärbereich im Bildungssystem in Dänemark umfasst drei Angebotstypen (siehe Abbildung): In sogenannten Short-cycle Programmen bieten Business Academies den 'Academy Professional Degree (APD)' in verschiedenen Studienrichtungen an. Diese Bildungsgänge im Bereich der höheren Berufsbildung umfassen 120 ECTS und eine Studiendauer von 2 bis 2.5 Jahren. Zu den Medium-cycle Programmen zählt der 'Professional Bachelor Degree', der 210 ECTS und 3 bis 4 Studienjahre umfasst. Er wird von University Colleges und Business Academies angeboten und stellt einen akademischen Abschluss dar. Der Professional Bachelor ist häufig als Top-Up für den APD konzipiert, d.h. nach Abschluss des APD können die Studierenden direkt in einen verkürzten Professional Bachelor-Studiengang einsteigen, um ihre Ausbildung weiterzuführen bzw. sich im Berufsfeld zu spezialisieren. Im Mittelpunkt dieser beiden Ausbildungen steht die Verknüpfung von Theorie und Praxis. Normalerweise werden die Programme mit einem Praxisprojekt abgeschlossen und beinhalten immer einen gewissen Anteil an Ausbildung im Rahmen von Praktika. Zum dritten Angebotstyp im Tertiärbereich zählen die Long-cycle Programme in der universitären Bologna-Struktur mit Bachelor-, Master- und Doktoratsprogrammen. Ein Professional Bachelor Degree ermöglicht dabei den Zugang zu einem universitären Bachelorprogramm. 8 Der grösste Awarding Body in den UK ist Pearson, früher bekannt unter dem Namen Edexcel, siehe auch https://qualifications.pearson.com/en/home.html (Zugriff: 24.08.2016) 17 Abbildung: Grundstruktur des Tertiärbereichs in Dänemark (CEDEFOP, 2012, S. 14) Die höhere Berufsbildung verläuft in Dänemark dementsprechend parallel zur akademischen Bildung, wobei institutionalisierte Übergänge von der höheren Berufsbildung zur Hochschulbildung vorhanden sind. Parallel zum formalen Bildungssystem existiert ein eigenständiges Bildungssystem der Erwachsenenbildung. Es spiegelt die Qualifikationen aus dem formalen Bildungssystem wider, ist jedoch spezifischer auf Erwachsene ausgerichtet. Die berufliche Kurzzeitausbildung für Erwachsene (Further adult education (VVU)) führt beispielsweise zu Qualifikationen, die einem APD gleichwertig sind. Im Gegensatz zum APD müssen jedoch für den Zugang mehrere Jahre relevante Berufserfahrung nachgewiesen werden, so dass sich die Ausbildungsdauer verkürzt. 3.2.3. Niederlande Die Tertiärbildung in den Niederlanden wird in die stärker forschungsorientierten Studiengänge an Universitäten und die stärker anwendungsorientierten Studiengänge an Fachhochschulen unterteilt. Zur höheren Berufsbildung zählt der 'Associate Degree', ein Short-cycle Programm, welches 120 ECTS und 2 bis 3 Studienjahre umfasst. Die länger dauernden Bachelorprogramme ('Bachelor programmes in higher professional education (HBO)') mit 180 bis 240 ECTS haben zwar ebenfalls eine beruflich-praktische Ausrichtung und werden an den Fachhochschulen unterrichtet, zählen jedoch in der niederländischen Bildungssystematik zur Hochschulbildung. Es ist möglich, mit einem Associate Degree in das dritte Jahr eines HBO-Bachelors einzusteigen, wodurch sich die Studiendauer verkürzt. Mit einem HBO-Bachelor kann ein Master’s Degree an einer Fachhochschule absolviert werden oder es sind definierte Übergänge in akademische Bildungsgänge an Universitäten möglich (siehe Abbildung). 18 Abbildung: Grundstruktur des Tertiärbereichs in den Niederlanden (ECA, o.D.) 3.3. Vergleiche Betrachtung der Einordnung von Bildungsgängen im Tertiärbereich Aus dem Vergleich der Bildungssysteme zwischen den verschiedenen Ländern lassen sich erste Erkenntnisse in Bezug auf die Ausgestaltung der höheren Berufsbildung gewinnen: • • • In allen untersuchten Ländern existieren Weiterbildungsabschlüsse, die dem HF-Diplom vergleichbar erscheinen. Die ausgewählten Länder werden deshalb für einen detaillierteren Vergleich der Bildungsgänge in den vier Berufsfeldern als geeignet erachtet. Eine eindeutige Zuordnung von Bildungsgängen in der höheren Berufsbildung zu nicht-akademischen bzw. in der Hochschulbildung zu akademischen Institutionen ist in allen untersuchten Ländern nicht üblich. So bieten akademische Institutionen (Fachhochschulen, Universitäten) dort auch Bildungsgänge der höheren Berufsbildung an, während beruflich-praktisch ausgerichtete Institutionen auch im akademischen Bildungsbereich tätig sind (z.B. Business Academies in Dänemark). Die Bildungsgänge in der höheren Berufsbildung sind wie in der Schweiz mit spezifischen Titelbezeichnungen verbunden, die ausserhalb des Landes zunächst ungewohnt bzw. schwer einordbar sind. Während der Academy Profession Degree in Dänemark und der Foundation Degree in England verbreitet sind, wird die Bezeichnung Associate Degree für ein stärker anwendungsorientiertes Short-cycle Programm länderübergreifend verwendet (Niederlande, aber auch USA, Australien, Kanada, Hongkong). 19 • • Die Durchlässigkeit von der höheren Berufsbildung in die Hochschulbildung ist in den untersuchten Ländern anders als in der Schweiz erwünscht und verbindlich geregelt. Der Professional Bachelor in Dänemark wird beispielsweise häufig als Top-Up geführt, so dass Absolventen mit einem Academy Profession Degree direkt in ein verkürztes akademisches Studium einsteigen können. In Dänemark und in den Niederlanden existieren Professional Bachelor-Programme parallel zum 'Bologna-Bachelor', wobei beide zur Hochschulbildung zählen. Die Titel sind zudem englischsprachig durch den Wegfall des 'Professional' nicht unterscheidbar. In Dänemark wird der 'Professional Bachelor' hingegen teilweise auch von Business Academies, Institutionen in der höheren Berufsbildung, angeboten. 4. Übersicht über die zentralen Untersuchungsergebnisse In jedem der vier ausgewählten Berufsfelder (siehe Kapitel 2: Methodisches Vorgehen) wurden nebst dem HF-Bildungsgang ein korrespondierender Bachelor-Studiengang an den Fachhochschulen sowie affine Bildungsgänge in einem ausgewählten Land analysiert. Im Folgenden werden die Ergebnisse in synoptischer Form zusammengefasst und überblicksartig vorgestellt. Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung für jedes Berufsfeld sind in den vier Fallstudien im Anhang dokumentiert. 4.1. Vergleich Höhere Fachschule – Fachhochschule Der Vergleich der Kompetenzanforderungen auf der Ebene der kognitiven Prozesse sowie der Inhalte führte zu folgenden Ergebnissen (P: Kognitive Prozesse, I: Inhalte): Abbildung: Vergleich der Kompetenzniveaus Höhere Fachschule – Fachhochschule Insgesamt weisen die Höheren Fachschulen auf der Ebene der kognitiven Prozesse bei den Sachkompetenzen leicht höhere Kompetenzanforderungen aus als die Fachhochschulen. Das Anspruchsniveau auf der Inhaltsebene ist demgegenüber bei den Fachhochschulen tendenziell etwas höher einzustufen. Diese geringen Unterschiede 20 in den Kompetenzniveaus der Sachkompetenzen sind jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da den Analysen teilweise unterschiedliche Arten von Lehr- bzw. Studienplänen zugrunde lagen. So basieren die Analysen bei den Höheren Fachschulen allesamt auf Rahmenlehrplänen, welche eher wenige und abstrakt formulierte Kompetenzbeschreibungen umfassen. Bei den Fachhochschulen musste mangels schweizweit gültiger Rahmenlehrpläne auf Studienpläne einzelner Hochschulen zurückgegriffen werden (mit Ausnahme der Pflege). Diese Studienpläne weisen häufig zahlreiche und detailliert formulierte Kompetenzen aus, welche eher als Performanzen eingestuft werden können. Die als Mittelwerte berechneten Kompetenzniveaus liegen in der Folge bei den Fachhochschulen häufig etwas tiefer, da auch die teilweise in grosser Zahl aufgelisteten Kompetenzen auf der Ebene von 'Wissen/Verstehen' einfliessen und den Mittelwert nach unten ziehen. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich zum Teil auch innerhalb der Höheren Fachschule. Als Beispiel kann hier das Berufsfeld der Technik genannt werden, welches im Rahmenlehrplan auf der Prozessebene ein hohes Niveau ausweist (3,1). Demgegenüber wurde zusätzlich der Lehrplan des Bildungsgangs einer spezifischen Höheren Fachschule untersucht, wo sich zeigte, dass das festgestellte Kompetenzniveau (2,3) bedeutend tiefer liegt (in der Tabelle rot markiert). Im Weiteren ist anzumerken, dass bei den Fachhochschulen häufiger Angaben zu den Kompetenzen für Praxis- und Bachelorarbeiten sowie Wahlfächer fehlen und demzufolge nicht in die Analyse einbezogen werden konnten. Es ist zu vermuten, dass diese Kompetenzen tendenziell zu einem höheren Kompetenzniveau bei den Fachhochschulen geführt hätten. In Bezug auf die Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen ist das Bild nicht einheitlich. Während beispielsweise im Berufsfeld Technik auf Seiten der Höheren Fachschulen eine grössere Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen erfolgt als bei den Fachhochschulen, ist das Bild in den Berufsfeldern Marketing und Pflege eher umgekehrt. Tendenziell ist bei den Fachhochschulen jedoch zu beobachten, dass die Sozial- und Selbstkompetenzen eher auf die Handlungsdimension der Fertigkeiten ausgerichtet sind, während die Höheren Fachschulen den Einstellungen grössere Bedeutung zumessen. Insgesamt lässt sich aus der Untersuchung folgern, dass sich die ausgewiesenen Kompetenzen bei HF und FH auf vergleichbaren Niveaus befinden. Insofern sind sie im Hinblick auf das Kompetenzniveau zumindest partiell als gleichartig einzuschätzen. Dies schliesst nicht aus, dass sich die Themen, Aufgabenfelder und Rollenbezüge zwischen den Bildungsgängen unterscheiden – das Niveau bleibt jedoch weiterhin vergleichbar. Die Frage der Gleichwertigkeit der Bildungsgänge ist nicht auf der Ebene eines Curriculumvergleichs zu klären. Die vergleichende Bewertung von Bildungsgängen – und damit die Klärung der Frage nach der Gleichwertigkeit von höherer Berufsbildung und Hochschulbildung – erforderte neue Vergleichskriterien (z.B. Einkommen nach Absolvierung des Bildungsgangs, Handlungsspielräume und Autonomiegrade in der beruflichen Tätigkeit, Status und Prestige des Abschlusses). 21 4.2. Vergleich Höhere Fachschule – Internationale Bildungsgänge In der folgenden Abbildung wird das Niveau der Sachkompetenzen auf der Ebene der kognitiven Prozesse sowie der Inhalte mit den jeweiligen Bildungs- und Studiengängen in einem ausgewählten Land verglichen. Der Vergleich im Berufsfeld Wirtschaft erfolgt mit Dänemark, bei der Technik mit England und bei Hotellerie und Pflege mit den Niederlanden. Abbildung: Vergleich der Kompetenzniveaus Höhere Fachschule – Internationale Bildungsgänge Das fachliche Kompetenzniveau der Höheren Fachschulen liegt auf der Ebene der kognitiven Prozesse auf den ersten Blick etwas höher als bei den internationalen Short-cycle Programmen (z.B. Associate / Foundation Degrees). Unter Berücksichtigung des Abstraktionsgradproblems, welches auch in diesem Vergleich eine Rolle spielt, da für die Analyse teilweise Schullehrpläne anstelle von Rahmenlehrplänen herangezogen werden mussten (insb. bei Technik und Hotellerie), gilt jedoch auch hier, dass das Kompetenzniveau insgesamt durchaus vergleichbar ist. Bezüglich des Berufsfeldes der Pflege ist anzumerken, dass in den Niederlanden die Ausbildung ausschliesslich durch den akademischen HBO-Bachelor an Fachhochschulen erfolgt. Feststellbar ist die fast durchwegs stärkere Betonung von überfachlichen Kompetenzen in internationalen Ausbildungsgängen. So gehören beispielsweise beim Associate Degree und dem HBO-Bachelor in den Niederlanden im Bereich der Hotellerie spezifische Persönlichkeitsentwicklungsmodule zum Pflichtprogramm der Studierenden. Beim HBO-Bachelor Pflege sind gar ein Drittel der insgesamt ausgewiesenen Kompetenzen Sozialkompetenzen. Wie bereits in Kapitel 3 ausgeführt sind die internationalen Short-cycle Programme systematischer als in der Schweiz an Bachelor-Programme angebunden. Der Academy Professional Degree in Dänemark ermöglicht beispielsweise den Übergang in ein Professional Bachelor-Studium, welches wiederum nach Abschluss in ein universitäres Bachelor-Studium münden kann. Dieser strukturierte Aufbau widerspiegelt sich in den jeweiligen Kompetenzen, indem das Niveau über die verschiedenen 22 Programme stetig zunimmt. So bietet beispielsweise der niederländische HBO-Bachelor in der Hotellerie den Absolventen eines Associate Degree die Möglichkeit, direkt ins dritte Studienjahr einzusteigen, mit der Wahl von fachlichen Vertiefungen Schwerpunkte zu setzen sowie anspruchsvolle Praxisprojekte durchzuführen. Dieser Anstieg des Kompetenzniveaus über die Studiendauer äussert sich deutlich in der Analyse (z.B. Anstieg auf der Ebene der kognitiven Prozesse beim HBO-Bachelor auf 3,4). Im Hinblick auf die Zugänge zu den internationalen Studiengängen zeigt sich, dass diese zum Teil offener gestaltet sind als bei den schweizerischen Bildungs- und Studiengängen. Der englische HND im Engineering-Bereich setzt beispielsweise relativ geringe schulische Qualifikationen voraus, verlangt jedoch eine gewisse Arbeitserfahrung und/oder aktuelle Berufstätigkeit im Feld. Die Ausbildung richtet sich damit vor allem an Praktiker im Berufsfeld, welche individuelle Lücken bei ihren Fähigkeiten schliessen möchten. Die Ausbildung ist über diverse Wahlmodule dementsprechend flexibel gestaltbar. Der HND kann auch als Einstieg in ein akademisches Studium dienen, indem nach Abschluss in ein Bachelor-Programm im Berufsfeld gewechselt werden kann. 5. Mögliche Implikationen: Szenarien für die Positionierung der höheren Berufsbildung Wenn nachfolgend mögliche Szenarien für die strategische Positionierung der höheren Berufsbildung skizziert werden, dann geschieht dies mit dem Ziel, Anregungen für die weitere Diskussion und Reflexion der Verantwortungsträger in diesem Bereich zu geben. Entsprechend sind die Ausführungen auch nicht als konkrete Empfehlungen, sondern als beschreibende Darstellung des Möglichkeitsraums gefasst. Die Diskussion über die Positionierung der höheren Berufsbildung ist keineswegs eine akademische, sondern sie wird national wie international in verschiedenen Kontexten geführt. So befasste sich beispielsweise der Schweizerische Wissenschafts- und Innovationsrat (SWIR) in einem Schwerpunkt mit der Tertiärstufe des Schweizer Bildungssystems und damit auch mit der Positionierung der höheren Berufsbildung. In den zusammenfassenden Empfehlungen verbindet der SWIR einige Einschätzungen mit programmatischen Empfehlungen (SWIR 2014): • „Derzeit hat die höhere Berufsbildung ihre eigene Identität noch nicht vollständig gefunden. Da sie historisch aus der beruflichen Weiterbildung hervorgegangen ist, ist sie nach wie vor von ihren ursprünglichen Strukturen beeinflusst. … Die besonderen Merkmale der höheren Berufsbildung müssten daher präzisiert werden, um sie besser von der Weiterbildung abzugrenzen.“ (S. 18) 23 • • • • • • Ein Weg zur Profilierung wird nicht in der Vergabe von Abschlüssen gesehen, die jenen der Hochschulen vergleichbar sind. „Das besondere Profil des Tertiär B 9 würde dadurch unscharf.“ (S. 18) Hochschulen und höhere Berufsbildung repräsentieren zwei unterschiedliche Konzepte. Sie „unterscheiden sich … in Bezug auf die Ziele, Inhalte und Methoden des Unterrichts, den Status der Studierenden, die Art der Finanzierung sowie die Rolle des Bundes. Damit das Schweizer Bildungssystem als Ganzes aber seine Aufgaben erfüllen kann, müssen Tertiär A und Tertiär B als 'gleichwertig‘ behandelt und jede Hierarchisierung zwischen den Elementen des Bildungssystems vermieden werden.“ (S. 18) Die Gleichwertigkeit scheint nach Einschätzung des SWIR jedoch noch nicht hinreichend zu bestehen: "Eine Aufwertung der höheren Berufsbildung ist zwingend notwendig, um das Angebot des Systems zu ergänzen und die Differenzierung der Profile weiter zu fördern.“ (S. 22) Gleichwohl wird eine „Tendenz hin zu einer Konvergenz der Elemente und damit zu einer Homogenisierung des Systems“ (S. 19) beobachtet. Diese Entwicklung wird als Ergebnis von Partikularinteressen gesehen und als eine Reibungsfläche des Systems dargestellt. Als Empfehlung wird eine stärkere Profilierung der einzelnen Tertiärbereiche ausgesprochen. Für die höhere Berufsbildung wird dies wie folgt ausgeführt: „Die höhere Berufsbildung richtet sich insbesondere an Inhaberinnen und Inhaber eines EFZ. … Ihr Auftrag ist es, abgestimmt auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts und in direkter Verbindung zu den Organisationen der Arbeitswelt Führungs- und Fachkräfte branchenspezifisch auszubilden. Die höhere Berufsbildung ermöglicht es, die notwendigen Qualifikationen für die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit zu erwerben und/oder validieren zu lassen, die höhere Anforderungen an die Spezialisierung, das Management und die Führung stellt.“ (S. 21) Weiterhin fordert der SWIR eine verbesserte Durchlässigkeit zwischen den Tertiärbereichen A und B ein (S. 23). Diese durch den SWIR ausgesprochenen Empfehlungen bestätigen die verbreitete Programmatik zur Einordnung und Funktion der höheren Berufsbildung im schweizerischen Bildungssystem. Zwar werden „Reibungsflächen“ und „Dynamiken“ im Gesamtsystem gesehen, deren Überwindung dann jedoch in der Umsetzung programmatischer Positionen in die Bildungspraxis gesehen wird. Wie aus den Beschreibungen der Bildungsgänge aus den drei ausgewählten Ländern deutlich wird, entspricht diese Haltung in vielen Aspekten nicht den Entwicklungen 9 Die Unterteilung in Tertiär A (ISCED-Level 5A) und Tertiär B (ISCED-Level 5B) entstammt der International Standard Classification of Education (ISCED) 97 der UNESCO. Tertiär A entspricht der Hochschulbildung, Tertiär B der höheren Berufsbildung (vgl. UNESCO, 2012). 24 in anderen europäischen Ländern. Aus einer Untersuchung zu Ländern der Europäischen Union und den USA lassen sich die folgenden Entwicklungen hervorheben (Rein 2015): • • • • • In 20 Ländern der Europäischen Union wird die Aufstiegsweiterbildung u.a. über 'Kurz-Studiengänge' ermöglicht, die einen verbindlichen Anschluss bzw. eine Durchlässigkeit zu Bachelor-Studiengängen besitzen. Für die Gestaltung dieser 'Kurz-Studiengänge' hat dies die Konsequenz, dass sie sowohl die Berufsqualifizierung in einem anspruchsvollen Fachsegment als auch die Vorbereitung auf ein mögliches Studium sicherstellen müssen (S. 10, 17, 29). Die Bildungsangebote erfolgen über spezifische staatliche und private Bildungsinstitutionen, die den höheren Fachschulen in der Schweiz vergleichbar sind (z.B. Further Education, Community, Junior Colleges). Die Bezeichnung und Abschlüsse der analogen Bildungsgänge sind nicht einheitlich (z.B. Associate Degree, Foundation Degree, Higher National Certificate / Diploma, Diplôme). Vereinzelt werden spezifische Bachelor-Programme für beruflich Qualifizierte ('Professional Bachelor') angeboten. Diese stehen auf einem höheren Niveau als beispielsweise der 'Associate Degree' oder das schweizerische HF-Diplom. In Deutschland wird seit einigen Jahren den Absolventen bestimmter Aufstiegsweiterbildungen (z.B. Meister, Techniker, Fachwirt) die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung verliehen. Aus den Befunden der Untersuchung sowie den skizzierten Hinweisen und Empfehlungen aus der schweizerischen und internationalen Diskussion lassen sich mögliche Szenarien und Entwicklungsrichtungen ableiten. Diese sollen abschliessend skizziert werden. Szenarien konturieren mögliche Entwicklungskorridore, sie beschreiben keine Entwicklungsgesetzlichkeiten. In Kontrast zueinander stehende Szenarien können ferner die Entscheidungsbildung darüber unterstützen, welche der möglichen Richtungen angestrebt und entsprechend gestaltet bzw. welche verhindert werden sollen. Szenario 1: Profilierungsmodell – Trennung und Profilierung Bei diesem Szenario richten sich die Bestrebungen darauf, die unterschiedlichen Profile der beiden Tertiärstufen deutlicher voneinander abzugrenzen und erkennbaren Konvergenzen entgegenzuwirken. Die Abgrenzungen richten sich auf die curricularen und didaktischen Profile, auf die verliehenen Titel bzw. die Zertifikate sowie die Zulassungsvoraussetzungen bzw. die mit ihnen verbundenen Zielgruppen. Eine Durchlässigkeit zwischen den beiden Bereichen ist zwar möglich, bleibt jedoch auf eng definierte Fälle begrenzt. 25 Abbildung: Szenario Trennung und Profilierung Ausgehend vom Status Quo in der Schweiz würde dies bedeuten, dass die höhere Berufsbildung noch schärfer als eine attraktive Alternative der Weiterbildung im Anschluss an eine Berufslehre profiliert wird, die sich inhaltlich und methodisch durch eine grosse Nähe an die Berufserfahrungen der Teilnehmenden auszeichnet und keine akademischen Abschlüsse mitführt. Es ist eine Option für Berufspraktiker, die bewusst diesen Weg gewählt haben und nicht im Sinne einer Optionsqualifizierung einen Bildungsgang innerhalb der höheren Berufsbildung aufnehmen, um anschliessend an eine (Fach-)Hochschule wechseln zu können. Eine Durchlässigkeit zu einem Bachelorstudium wäre nicht ausgeschlossen, wird aber auch nicht ausdrücklich unterstützt. Umgekehrt führte diese Option dazu, dass die (Fach-)Hochschulen keine Weiterbildungsangebote verfolgen, die im Wettbewerb zu den Höheren Fachschulen ständen. Szenario 2: Aufbau-/Durchlässigkeitsmodell – Stärkere Durchlässigkeit zwischen den Tertiärbereichen In diesem Szenario bleiben die beiden Bereiche prinzipiell eigenständig profiliert. Anders als in Szenario 1 werden jedoch zwischen der höheren Berufsbildung und der Hochschulbildung verbindliche Brücken bzw. Durchlässigkeiten definiert. Dies führt dazu, dass ein Absolvent mit dem Abschluss der höheren Berufsbildung die Zugangsberechtigung zu einem affinen Bachelorstudium erwirbt. Weitergehend können verbindliche Anrechnungen definiert werden. Für die Höhere Fachschule bedeutet dies, dass sie eine Doppelaufgabe übernimmt: Neben der anspruchsvollen Berufsqualifizierung muss sie (obligatorisch oder optional) auch eine Studienvorbereitung leisten. Abbildung: Szenario Durchlässigkeit 26 Szenario 3: Wettbewerbsmodell – Konvergenz und institutionelle Profilierung In diesem Szenario bewegen sich die beiden Tertiärbereiche weiterhin eigenständig nebeneinander, befinden sich im Hinblick auf ihre ‚Märkte‘ bzw. ihre verliehenen Abschlüsse im Wettbewerb zueinander. Ein solcher Wettbewerb kann beispielsweise unter der Prämisse gewünscht sein, dass dadurch die Innovationskraft des Tertiärsektors gestärkt wird. Unterschiedliche Bildungswege können dabei zum gleichen Abschluss führen. So würden etwa ein Bachelorabschluss, aber auch Weiterbildungszertifikate sowohl über die höhere Berufsbildung als auch über Hochschulen erworben werden können. Dabei werden entweder (sozusagen im Untertitel) institutionell konnotierte Unterschiede sichtbar (z. B. ein beruflich vs. akademisch orientierter Bachelorabschluss), oder die Abschlüsse werden jeweils mit der Reputation der (konkreten) Institution verbunden und ausgewiesen. Eine solche wettbewerbsorientierte Ausrichtung führt zu ordnungspolitischen Anschlussfragen, so u. a. zu jener nach der Chancengleichheit in der Finanzierung. Abbildung: Szenario Konvergenz und institutionelle Profilierung Ausgehend vom Status Quo führte diese Option dazu, der höheren Berufsbildung unter zu definierenden Rahmenbedingungen (mittelfristig) Wege zu eröffnen, die bis zu einem (beruflich orientierten) Bachelorabschluss führen. Damit würde die Berufsbildung in Reputation und Attraktivität weiter gestärkt, sie erhielte einen gleichwertigen Entwicklungspfad bis hin zu einem Bildungsabschluss, der bislang den Institutionen der Hochschulbildung vorbehalten blieb. Szenario 4: Auflösungsmodell – Konvergenz und Aufhebung der institutionellen Unterschiede Das weitestreichende Szenario wäre die Aufhebung der beiden Tertiärstufen und ihre Zusammenführung in eine Institution (etwa analog der Verschmelzung der englischen Polytechnics 1992 mit Universitäten). Es zählen verstärkt Learning Outcomes bzw. deren Bündelung zu Bildungsabschlüssen, weniger hingegen die Bildungswege hin zu dem Abschluss. Formale Abschlüsse würden in ein Hochschulabschlusssystem integriert. Weiterbildungsabschlüsse unterhalb der bisherigen Höheren Berufs/Fachprüfungen bzw. der Diplome aus den Höheren Fachschulen blieben bestehen, 27 wären aber nicht staatlich reglementiert (weder im Hinblick auf den Rahmenlehrplan noch auf die Prüfungen). Abbildung: Szenario Konvergenz und Aufhebung der institutionellen Unterschiede Die Umsetzung eines solchen Szenarios würde tendenziell zu einer Verschmelzung der bislang eigenständigen Bildungsgänge und -institutionen führen. In Ansätzen hat sich eine solche Entwicklung in der Schweiz in den 1990er-Jahren mit der Gründung der Fachhochschulen vollzogen. Die Erfahrungen aus dieser Entwicklung zeigen, dass mit der Zusammenführung keine Nivellierung verbunden sein muss. Vielmehr verschieben sich ehemals Formen der äusseren Differenzierung auf solche einer inneren Differenzierung. Nicht mehr der Titel eines Zertifikats entscheidet über die Qualität und Reputation eines Abschlusses, sondern auch der Ort bzw. die Institution seines Erwerbs. Insofern können auch in dieser Option Elemente eines Qualitätswettbewerbs durchaus intakt bleiben. 28 Literatur Anderson, L.W. & Krathwohl, D.R. (2001). A Taxonomy for Learning, Teaching, and Assessing. New York u.a.: Longman. Backes-Gellner, U. & Tuor, S. (2010). Gleichwertig, andersartig und durchlässig? Bildungskarrieren im schweizerischen Bildungssystem. Die Volkswirtschaft, (7—8), S. 43—46. Berner Fachhochschule [BFH]. (o.D.). Bachelor of Science in Pflege. 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Marketingmanager/-in HF ................................................................................................................... 1 Übersicht........................................................................................................................................................ 1 Auswertung Kompetenzen ......................................................................................................................... 3 Bachelor of Science in Business Administration: Studienrichtung Kommunikation & Marketing 7 Übersicht........................................................................................................................................................ 7 Auswertung Kompetenzen ......................................................................................................................... 9 Vergleich dipl. Marketingmanager / Bachelor of Science in Business Administration: Studienrichtung Kommunikation und Marketing ................................................................................ 14 Academy Profession (AP) Degree in Marketing Management ............................................................ 16 Übersicht...................................................................................................................................................... 16 Auswertung Kompetenzen ....................................................................................................................... 18 Vergleich dipl. Marketingmanager / Academy Profession Degree in Marketing Management ..... 22 (Professional) Bachelor Degree International Sales and Marketing Management .......................... 24 Übersicht...................................................................................................................................................... 24 Auswertung Kompetenzen ....................................................................................................................... 26 Vergleich dipl. Marketingmanager / Professional Bachelor Degree International Sales and Marketing Management ............................................................................................................................ 29 Zusammenfassung ........................................................................................................................................ 31 Vergleich Bildungs-/ Studiengänge Marketing ...................................................................................... 31 Vergleich der Kompetenzen ..................................................................................................................... 33 Schweiz dipl. Marketingmanager/-in HF Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Dipl. Marketingmanager/innen HF sind Generalisten des Marketing mit breiten, vernetzten handlungspraktischen Fach-, Methoden- und Führungskompetenzen, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben wirkungsorientiert und bedarfsgerecht kreativ kombinieren. Sie übernehmen i.d.R. auf Stufe mittleres Kader Verantwortung, Fach- und Führungsaufgaben in Marketingabteilungen von KMU oder Grossbetrieben für das operative Marketing, in Geschäftsprozessen oder in Unterstützungsprozessen. Dafür bringen sie sowohl analytische als auch konzeptionelle Fähigkeiten mit. Dipl. Marketingmanager/innen HF gehen anspruchsvolle Praxissituationen aus einer betriebswirtschaftlich abgestützten Prozessoptik an. Sie kommunizieren und verhandeln gewandt – auch in einer Fremdsprache – mit den relevanten internen und externen Anspruchsgruppen. Dipl. Marketingmanager/innen HF führen Projekte und Mitarbeitende, koordinieren, unterstützen und motivieren die an den Prozessen Beteiligten zur Erreichung der Unternehmens- und Quelle / Bemerkungen Rahmenlehrplan Swiss Marketing (SMC), 2009 {Berufsbild S. 3} 1 Marketingziele. Die dafür geforderte Problemlösungs-, Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit setzen sie sicher ein. Sie zeichnen sich durch eine hohe Lernbereitschaft und –fähigkeit aus, um auch in einem dynamischen Umfeld zu bestehen und neuen Anforderungen flexibel zu begegnen. Dipl. Marketingmanager/innen HF unterscheiden sich von den Absolvent/innen von Berufs- und höheren Fachprüfungen insbesondere dadurch, dass sie generalistischer ausgebildet sind; im Bildungsgang HF werden Handlungsfelder, die wohl mit Marketing zusammenhängen, aber nicht Marketing sind (wie z.B. Unternehmensführung, Personalwesen, Informatik) stärker gewichtet. Im Unterschied zu den Berufs- und höheren Fachprüfungen legt die Höhere Fachschule für Marketing höheres Gewicht auf die Sozialkompetenz. Dipl. Marketingmanager/innen HF sind berufsnah ausgebildete Marketinggeneralistinnen und –generalisten. Im Vergleich zu Hochschulabsolventen, deren Ausbildung wissenschaftlich orientiert ist, sind dipl. Marketingmanager/innen HF durch ihre Ausbildung und Berufserfahrung stark arbeitsmarkt-, handlungs- und umsetzungsorientiert. {Positionierung der Ausbildung innerhalb der Bildungslandschaft S. 4} Umfang 5‘400 Lernstunden (3‘600 Lernstunden mit einschlägigem EFZ) {S. 13} Kompetenzen Im Rahmenlehrplan werden berufliche Handlungskompetenzen pro Handlungsfeld (HF) beschrieben. Zusätzlich werden Kompetenzen zu jedem Arbeitsprozess innerhalb eines HF aufgeführt (siehe Anhang 1 Rahmenlehrplan). {S. 9-12} Total: 94 Kompetenzen ausgewertet (Handlungskompetenzen pro Handlungsfeld) Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 1 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (77 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (14 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (3 Kompetenzen) Curriculum HF1: Marketing HF2: Verkauf HF3: PR HF4: Unternehmensführung HF5: Personalwesen HF6: Rechnungswesen und Finanzierung HF7: Informatik HF8: Forschung und Entwicklung HF9: Qualitätsmanagement HF10: Produktion, Beschaffung und Logistik Wirtschaftsenglisch Vertiefungsmöglichkeiten Diplomarbeit {S. 14} Positionierung: - Zulassungs- Zulassungsvoraussetzungen: • EFZ Kaufmann/Kauffrau oder Detailhandelsangestellte oder Diplom {S. 17} 1 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 2 voraussetzungen - Berechtigung Handelsschule und mind. 2 Jahre einschlägige Berufserfahrung in marketingnahen Arbeitsbereichen • Oder: EFZ eines anderen Berufs und 3 Jahre einschlägige Berufserfahrung mit Nachweis der notwendigen kaufmännischen Grundkenntnisse im Rahmen des Zulassungsverfahrens Berechtigung: • Nachdiplomstudium an einer Höheren Fachschule • Höhere Fachprüfungen Verkaufs- und Marketingleiter • „sur dossier“: EMBA und MAS-Studiengänge mit Bezug zu Marketing, Verkauf und Kommunikation an Fachhochschulen Ausbildungsinstitutionen • Zentrum Bildung – Wirtschaftsschule KV Baden, Baden • Handelsschule KV Basel • Schweizerisches Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation SAWI, Biel • BVS Bildungszentrum St. Gallen • Akademie St. Gallen • Schweizerisches Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation SAWI, Dübendorf • Swiss Marketing Academy GmbH, Zürich, Basel, St.Gallen, Uster, Bern • SIB Schweiz. Institut für Betriebsökonomie, Zürich • Marketing & Business School MBSZ, Zürich • SIMAKOM, Institut für Marketing, Kommunikation & Management, Luzern • SMI Swiss Marketing Institute AG, Köniz-Bern https://www.swi ssmarketing.ch/ bildung/schulun gsinstitute.html Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Fach („Handlungsfeld“) Die im Rahmenlehrplan Marketing aufgeführten beruflichen Handlungskompetenzen pro HF werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Die Einordnung auf der Prozessebene lehnt sich an die Lernzieltaxonomie von Anderson und Krathwohl an 2. Es werden fünf Lernzielkategorien unterschieden, welche die kognitiven Prozesse beschreiben, die dem zu erreichenden Lernergebnis zugrunde liegen. Die kognitiven Prozesse werden in Verbform beschrieben und repräsentieren von links nach rechts ein Kontinuum steigender Komplexität. Die beiden untersten Stufen der Lernzieltaxonomie von Anderson/Krathwohl werden dabei im angewendeten Modell als eine Stufe „Wissen/Verstehen“ zusammengefasst. Ergänzt wird die Einordnung der kognitiven Denkprozesse um eine Inhaltskomponente 3. Die vom Lehrplan vorgegeben Inhalte werden für jede Kompetenz einer von vier Stufen zugeordnet, welche von unten nach oben an inhaltlicher Komplexität zunehmen. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Für die Bestandteile des Curriculums Wirtschaftsenglisch, Vertiefungsmöglichkeiten und Diplomarbeit liegen keine Kompetenzbeschriebe vor. 2 vgl. Anderson, L.W. & Krathwohl, D. R. (2001). Taxonomy for Learning, Teaching and Assessing. New York u.a.: Longman. 3 vgl. Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 151 ff. 3 Marketing Verkauf Total Kompetenzen: 14 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 1 PR Total Kompetenzen: 10 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Unternehmensführung Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Personalwesen Total Kompetenzen: 13 Sozialkompetenzen: 3 Selbstkompetenzen: 1 Rechnungswesen und Finanzierung Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 9 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 4 Informatik Forschung und Entwicklung Total Kompetenzen: 11 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Qualitätsmanagement Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Produktion, Beschaffung und Logistik Total Kompetenzen: 9 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 1 Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der Fächer („Handlungsfelder“) Das Total der einzelnen Fächer wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Fach auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Fach und lassen die verschiedenen Fächer miteinander vergleichen. 5 Gewichtung der Fächer (gemäss Curriculum) Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.9 (Maximum: 5), Inhalte total: 2.2 (Maximum: 4) Prozessebene: sehr häufige Zuordnungen zur Kategorie „Anwenden“, ebenfalls recht häufig: „Bewerten“ Inhaltsebene: Schwerpunkte auf verbindenden Fragestellungen innerhalb eines Fachgebiets, wenige multidisziplinäre Fragestellungen (z.B. in der Unternehmensführung), Bereich PR: Grundlegende Fragestellungen Höchste Ausprägung auf der inhaltlichen Komponente: Unternehmensführung -> Mögliche Erklärung: umfasst komplexere Fragestellungen eines Unternehmens Tiefste Ausprägung der inhaltlichen Komponente: PR -> wenige komplexe Fragestellungen, auf einzelne Sachverhalte bezogen (z.B. Informationen für Presse aufbereiten) Höchste Ausprägung bei den Kognitiven Prozessen: Forschung & Entwicklung, Rechnungswesen und Finanzierung Tiefste Ausprägung bei den Kognitiven Prozessen: PR, Informatik, Personalwesen 6 - - höhere Ausprägungen auf der Prozessebene bei den Bereichen, welche in der Ausbildung stärker gewichtet werden (Marketing, Verkauf, Unternehmensführung, Rechnungswesen und Finanzierung) -> Ausnahme: Forschung und Entwicklung als Nebenfach mit hoher Ausprägung! Marketing als Schwerpunktbereich (Fach umfasst 20% der Ausbildung) mit recht hoher Ausprägung auf Prozess- sowie Inhaltsebene (P: 3.2, I: 2.4) Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Es sind einige Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 14), wobei es sich mehrheitlich um Einstellungen handelt, teilweise um Fertigkeiten. Teilweise beinhaltet ein Kompetenzbeschrieb gleichzeitig Aspekte beider Handlungsdimensionen (v.a. Einstellungen und Fertigkeiten kombiniert). Beispiele Sozialkompetenzen: o ..., die Notwendigkeit von Teamentwicklungsprozessen zu erkennen und sich beim HR für die Durchführung die entsprechende Unterstützung zu holen. (Personalwesen, Sozialkompetenz, Einstellung) o ..., einen konstruktiven, bereichsübergreifenden Diskussionsprozess mit Kolleg/innen und Vorgesetzten zu pflegen (z.B. im Bereich der Budgeterstellung). (Marketing, Sozialkompetenz, Einstellung) o ..., aktive Vorschläge für die Öffentlichkeitsarbeit zu machen und dabei eine gewandte mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit anzuwenden. (PR, Sozialkompetenz, Fertigkeit) Es sind nur sehr vereinzelt Selbstkompetenzen definiert (Anzahl total: 3). Beispiele Selbstkompetenzen: o ..., auf Datenschutz und Vertraulichkeit von Daten in ihrer Arbeit besonderen Wert zu legen. (Qualitätsmanagement, Selbstkompetenz, Einstellung) o ..., einen Arbeitstag so zu planen, dass neben den gesetzten Prioritäten auch Zeit bleibt, um Chancen und Krisen aktiv zu begegnen. (Unternehmensführung, Selbstkompetenz, Einstellung) Bachelor of Science in Business Administration: Studienrichtung Kommunikation & Marketing Übersicht Anmerkung: Da es kein reines Marketing-Bachelorstudium auf Stufe Fachhochschulen gibt, wird als Beispiel ein „Business Administration“-Studium mit Vertiefung Kommunikation & Marketing (Hochschule Luzern) exemplarisch vorgestellt. Kriterien Ausprägung Leitziele Das Profil der Studienrichtung Kommunikation & Marketing orientiert sich an der Tatsache und Herausforderung, dass Aufmerksamkeit im Informations- und Medienzeitalter ein knappes Gut ist. Mit den modernen Online-Medien steigt zugleich die Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten und –räumen. Künftige Kommunikations- und Marketingverantwortliche müssen dieser doppelten Anforderung gewachsen sein. Die Ausbildung in der Studienrichtung Kommunikation & Marketing schafft die Voraussetzungen, damit die erfolgreich Diplomierten als qualifizierte Fachleute mit ausgeprägter Sozialkompetenz und dem Potenzial für Führungspositionen in den Arbeitsmarkt einsteigen können. Wer sich nicht für den Einstieg ins Berufsleben entscheidet, legt mit Quelle / Bemerkungen https://www.hsl u.ch/dech/wirtschaft/st udium/bachelor/ kommunikation -und-marketing/ (28.10.2015) 7 diesem Studium eine solide Basis für ein weiterführendes Masterstudium. Umfang 180 ECTS s.o. Kompetenzen Im Modulplan des Studiengangs der Hochschule Luzern werden für jedes Modul folgende Informationen aufgelistet: Ausgangskompetenzen/Grobziele, Fachwissen, Fachkompetenz, Methodenwissen, Methodenkompetenz, Wissen über Kommunikation und soziale Beziehungen, sozial-kommunikative Kompetenz, Wissen über die eigene Person, Selbstkompetenz. Total werden 697 Kompetenzen aufgeführt. https://www.hsl u.ch/dech/wirtschaft/st udium/bachelor/ kommunikation -undmarketing/mod ule/ (28.10.2015) Ausgewertet wurden für jedes Modul die „Ausgangskompetenzen/Grobziele“, total 224 Kompetenzen (davon 14 Sozialkompetenzen, 1 Selbstkompetenz) Schwerpunkte der genannten Ziele (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (209 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (14 Kompetenzen + zus. pro Modul) Selbstkompetenzen (1 Kompetenz + zus. pro Modul) Curriculum Assessment- und Bachelorstufe • Die Assessmentstufe dient der Grundausbildung (1/3 des Studiums) und beinhaltet ausschliesslich Pflichtmodule des generalistischen Ausbildungsteils • Zur Bachelorstufe gehören sowohl Module des generalistischen Ausbildungsteils als auch die gewählte Studienrichtung Broschüre Business Administration, Hochschule Luzern Module der Vertiefungsrichtung: • Unternehmens- und Marketingkommunikation • Grundlagen Medien • Werkstatt: Reden-Schreiben-Visualisieren • Marketing • Online-Kommunikation • u.a. Wahlmodule Bachelorarbeit Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • kaufmännische Lehre oder Mediamatiker-Lehre mit kaufm. Berufsmaturität • andere Berufsmaturität bzw. gymnasiale Maturität plus mind. ein Jahr einschlägige Berufspraxis • weitere gleichwertige Ausbildungen plus mind. ein Jahr kaufmännische Berufspraxis • Sprachen Englisch und Französisch Niveau B2 • Vorbereitungskurse für Rechnungswesen und Mathematik Berechtigung: https://www.hsl u.ch/dech/wirtschaft/st udium/zulassun g/ (28.10.2015) Broschüre Business Administration, Hochschule Luzern 8 • Ausbildungsinstitutionen Masterstudiengänge an FH, an Universitäten (teilw. mit Auflagen) • Hochschule Luzern (Bachelor of Science in Business Administration, Vertiefung Kommunikation & Marketing) • Kalaidos Fachhochschule (Bachelor in Business Administration FH, Vertiefung Marketing & Business Communications) • HTW Chur (Bachelor of Science FHO in Betriebsökonomie, Vertiefung Marketing) • Fachhochschule Ostschweiz (FHO): keine Richtung mit explizit Marketing, allgemein Betriebsökonomie • ZHAW: keine Richtung mit explizit Marketing, allgemein Betriebsökonomie • FHNW: keine Richtung mit explizit Marketing, allgemein Betriebsökonomie Diverse Websites der Ausbildungsinstitutionen Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Fach („Modulbereiche“) Die im Modulplan des Studiengangs aufgeführten Kompetenzen pro Fach („Modulbereich“) werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe hin überprüft. Jede Sachkompetenz wird in der Matrix einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich als grössere Blase. Die Berechnung des Totalwerts (schwarzer Punkt) erfolgt gewichtet nach den ECTS der einzelnen Module innerhalb eines Modulbereichs. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Marketing Kommunikation Total Kompetenzen: 27 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Total Kompetenzen: 26 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 10 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Umfasst die Module Konsumentenverhalten; Unternehmens- und Marketingkommunikation; Marketing; Dienstleistungsmarketing und – management; International Marketing; OnlineKommunikation Umfasst die Module Schreiben für Wissenschaft und Praxis; Reden und Präsentieren; Texte und Konzepte für Unternehmen; Reden und Schreiben in Projekten; Werkstatt: Schreiben Reden – Visualisieren; Konfliktmanagement 9 Journalismus / PR Management Total Kompetenzen: 18 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Total Kompetenzen: 27 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Umfasst die Module Online-Kampagnen; Journalismus-Vertiefung; Public Affairs; NGO’s / NPO’s: Kommunikation, Kampagnen, Fundraising; Grundlagen Medien Wirtschaftssprachen Umfasst die Module Strategie, Prozesse, Strukturen; Markt; Personalgewinnung und – führung; Strategisches Denken und operatives Handeln; Unternehmensethik Finanzielle Führung Total Kompetenzen: 35 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 1 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Total Kompetenzen: 27 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 1 Umfasst sechs Module im Bereich Grundlagen, Aufbau und Vertiefung Wirtschaftssprachen Umfasst vier Module zu finanzieller Führung 10 Methoden Unternehmensumfeld Total Kompetenzen: 28 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 3 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Total Kompetenzen: 20 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen: 0 Umfasst vier Module zu Methodenschulungen sowie zusätzlich die Vorstudie zur Bachelorarbeit und die Bachelorarbeit Mathematik Umfasst die Module Märkte; Wohlstand und Nachhaltigkeit; Weltwirtschaft und Entwicklungspolitik; Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen Informationsmanagement Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Total Kompetenzen: 11 Sozialkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Selbstkompetenzen (bei Grobzielen): 0 Umfasst das Modul Mathematische Grundlagen Umfasst zwei Module zu Informationsmanagement Vergleich der Fächer („Modulbereiche“) Das Total der einzelnen Fächer wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Fach auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Fach und lassen die verschiedenen Fächer miteinander vergleichen. 11 Gewichtung der Fächer (gemäss Curriculum) Hinweis: In den Modulen Kommunikation, Wirtschaftssprachen, Journalismus/PR und Marketing sind auch Wahlpflichtfächer und vereinzelt Wahlfächer berücksichtigt. Der jeweilige Anteil am Gesamtcurriculum ist also für diese Module tendenziell etwas zu hoch ausgewiesen. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.8 (Maximum: 5), Inhalte total: 2.2 (Maximum: 4) Prozessebene: Schwerpunkte im Bereich „Anwenden“, jedoch sind auch alle weiteren Anforderungsniveaus vertreten (von sehr tief („Wissen/Verstehen“) bis sehr hoch („Gestalten“)), breite Streuung insgesamt sowie innerhalb eines Modulbereichs Inhaltsebene: Schwerpunkte auf verbindenden Aufgabenstellungen, meistens innerhalb eines Fachgebiets, jedoch auch einige multidisziplinäre Fragestellungen Deutlich höchste Ausprägung Kognitive Prozesse bei Fach Methoden (umfasst Methodenschulung und Bachelorarbeit) Modulbereich Unternehmensumfeld: hohe Ausprägung auf der Inhalts- sowie Prozessebene: weitgefasste Themen zu Weltwirtschaft und politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen 12 - - Hauptfach Marketing (P: 2.8, I: 2.0) mit Prozesskompetenzen auf allen Anforderungsstufen, sehr grosse Streuung; eher tieferes Anforderungsniveau auf der Inhaltsebene, vor allem mit verbindenden Aufgabenstellungen innerhalb des Fachgebiets sowie grundlegenden Sachverhalten; einige Kompetenzen mit tiefstem Anforderungsniveau auf Prozess- sowie Inhaltsstufe, Beispiel: Die Studierenden kennen die Einflussfaktoren auf das Konsumentenverhalten Fächerkanon Kommunikation mit höheren Kompetenzen auf der Prozessebene, Fertigkeit „Schreiben“ wird geübt (sehr anwendungsbasiert, dafür auf Inhaltsstufe reduziert) Finanzielle Führung mit tieferen Kompetenzanforderungen auf Prozess- sowie Inhaltsebene zu jedem Modul sind im Modulplan Selbst- und Sozialkompetenzen formuliert, wobei es sich hauptsächlich um Fertigkeiten handelt Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: In den Ausgangskompetenzen/Grobzielen, die jeweils pro Modul ausgewertet wurden, sind vereinzelt Sozial- und Selbstkompetenzen vorhanden, vor allem im Modulbereich Kommunikation. Bei den Sozialkompetenzen sind meist die Handlungsdimensionen Wissen oder Fertigkeiten angesprochen. Beispiele Sozialkompetenzen: o Voten in interaktiven Situationen schnell und fair gestalten (Kommunikation, Sozialkompetenz, Fertigkeit) o Die Studierenden kennen die wichtigsten Theorieansätze der interkulturellen Kommunikation (Kommunikation, Sozialkompetenz, Wissen) Für jedes einzelne Modul sind bei den weiter ausgeführten Kompetenzen Sozialkompetenzen definiert, einerseits „Wissen über Kommunikation und soziale Beziehungen“, andererseits „Sozial-kommunikative Kompetenz“, wobei als letztgenannte Kompetenz meist Fertigkeiten genannt werden o Beispiel: „Wissen über Kommunikation und soziale Beziehungen“: Die Studierenden kennen Wirkungsmechanismen der Online-Kommunikation für Gesellschaft und Individuum. (Marketing, Modul Online-Kommunikation) „Sozial-kommunikative Kompetenz“: Die Studierenden können die Arbeit an einer Website im Team koordinieren, Arbeitsaufträge selbständig bearbeiten und lösen, Ergebnisse interpretieren, aufbereiten und präsentieren. (Marketing, Modul Online-Kommunikation) Am Beispiel wird deutlich, dass die Zuordnungen teilweise ungenau sind. Beispielsweise sind unter „Wissen“ häufig Fertigkeiten verpackt. Bei den Ausgangskompetenzen/Grobzielen ist nur eine Selbstkompetenz aufgeführt: Sie können ihr eigenes Handeln reflektieren und die Grenzen ihres Wissens erkennen (Finanzielle Führung, Selbstkompetenz, Fertigkeit) Für einige Modul sind bei den weiter ausgeführten Kompetenzen Selbstkompetenzen definiert, einerseits „Wissen über die eigene Person“, andererseits „Selbstkompetenz“, wobei unter letztgenanntem analog zu den Sozialkompetenzen meist Fertigkeiten genannt werden o Beispiel: „Wissen über die eigene Person“: Die Studierenden kennen ihre eigene Arbeitstechnik. (Management I) „Selbstkompetenz“: Die Studierenden können strukturiert, prozessual und genau unter Verwendung verschiedener Arbeitstechniken arbeiten. (Management I) Häufiger ist die Abgrenzung zwischen Sozial- und Selbstkompetenzen nicht klar 13 Vergleich dipl. Marketingmanager / Bachelor of Science in Business Administration: Studienrichtung Kommunikation und Marketing Vergleich aller Fächer In der folgenden Grafik sind die Totale der Fächer für den Bildungsgang dipl. Marketingmanager HF zur besseren Unterscheidung als graue Quadrate sowie für den Bachelor-Studiengang der FH als rote Kreise eingetragen. Das Total ist jeweils schwarz eingetragen (HF: Quadrat, FH: Kreis). Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus Vergleich der Kompetenzen dipl. Marketingmanager HF und Bachelor FH: Gesamtwerte Marketingmanager: P: 2.9, I: 2.2, Bachelor FH: P: 2.8, I: 2.2 -> Sehr vergleichbare Gesamtwerte auf der Prozessebene liegen die Fächer beim Marketingmanager etwas näher beieinander, die Streuung ist beim Bachelor FH etwas grösser auf der Inhaltsebene gibt es beim Bachelor FH zwei Fächer (Unternehmensumfeld und Methoden), die eine höhere Kompetenzanforderung haben, insgesamt gleicht es sich jedoch wieder aus, deshalb auf der Inhaltsebene gleiche Totalwerte für dipl. Marketingmanager HF und Bachelor FH im dipl. Marketingmanager HF sind die Kompetenzanforderungen für die Diplomarbeit nicht im Rahmenlehrplan beschrieben, deshalb ist kein direkter Vergleich mit dem Fach „Methoden“ im Bachelor FH möglich Vergleich der Fächer, welche in beiden Programmen vorkommen In der folgenden Grafik werden ausschliesslich die Kompetenzbewertungen derjenigen Fächer, welche in beiden Programmen vorkommen oder zumindest sehr ähnliche Inhalte aufweisen, einander gegenübergestellt. Fächer des dipl. Marketingmanager HF sind wiederum als Quadrate eingetragen, Fächer des Bachelor-Studiengangs FH als Kreise. Die jeweiligen Fächer-Paare sind in der gleichen Farbe eingefärbt. Teilweise sind die Bezeichnungen der Fächer nicht identisch (z.B. Informatik (HF) versus Informationsmanagement (FH)). 14 Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus dem Vergleich der direkt vergleichbaren Fächer: Direkter Vergleich der Fächer, die in beiden Studienprogrammen vorkommen (entspricht ca. 50% der jeweiligen Gesamtprogramme: Marketing, Finanzen, Unternehmensführung, PR, Informatik): o Marketing (ca. 20% in beiden Programmen): sowohl auf der Prozess- als auch Inhaltsebene höhere Kompetenzanforderung beim dipl. Marketingmanager o Finanzen (Rechnungswesen und Finanzierung bzw. Finanzielle Führung) (ca. 10% in beiden Programmen): Deutlich stärkerer Fokus auf höhere Kompetenzanforderungen auf Prozessstufe bei Marketingmanager, auch auf der Inhaltsebene höhere Anforderungen o Unternehmensführung bzw. Management (ca. 10% in beiden Programmen): höhere Ausprägung auf der Inhaltsebene bei dipl. Marketingmanager, auf Prozessebene vergleichbar o PR bzw. Journalismus/PR (ca. 5%): höhere Komplexität auf Inhaltsebene bei Bachelor FH, auf Prozessebene vergleichbar o Informatik bzw. Informationsmanagement (ca. 5%): höhere Anforderung auf der Prozessebene bei dipl. Marketingmanager, jedoch leicht höhere Anforderungen auf der Inhaltsebene bei Bachelor FH o -> Gesamtfazit: Im direkten Vergleich dieser Fächer meist höhere Komplexität auf Prozess- und Inhaltsebene bei dipl. Marketingmanager HF o die höheren Komplexitätsstufen werden beim Bachelor FH durch Fächer erreicht, die im Marketingmanager nicht vorkommen: Methoden (P: 3.7, I: 3) und Unternehmensumfeld (P: 3, I: 3), wobei die Methoden im FH-Studiengang auch relativ stark gewichtet sind (14% des Curriculums); Gewichtung Unternehmensumfeld 9% -> Achtung kleine Einschränkung: beim Marketingmanager sind die Kompetenzen zur Diplomarbeit (für den Vergleich mit dem Fach „Methoden“ im FH-Studiengang) nicht beschrieben o Mögliche Schlussfolgerung: FH Bachelor setzt die Kompetenzen nicht zwangsläufig bei den Schwerpunktfächern (Marketing) hoch an, sondern eher in Vernetzungsaspekten 15 Vergleich der Sozial- und Selbstkompetenzen: Sowohl der dipl. Marketingmanager als auch der Bachelor haben in den Studienplänen einige Sozial- und Selbstkompetenzen aufgeführt, wobei der Fokus in beiden Ausbildungen stärker auf den Sozialkompetenzen als auf den Selbstkompetenzen liegt Im Bachelor FH sind in den Kompetenzbeschrieben explizit zu jedem Modul mehrere Kompetenzanforderungen für Sozial- und Selbstkompetenzen vorgesehen; jedoch werden sie in den „Haupt“-Kompetenzen pro Modul eher wenig genannt, was eventuell als Zeichen gedeutet werden kann, dass diese doch als weniger wichtig eingestuft werden Bezüglich Handlungsdimensionen sind die Sozial- und Selbstkompetenzen beim dipl. Marketingmanager häufiger auf die Handlungsdimension Einstellungen ausgerichtet, beim Bachelor viel stärker auf Fertigkeiten, vereinzelt auch auf Wissen Einschränkungen bezüglich Aussagekraft der Vergleiche: Es existiert in der CH auf Fachhochschulstufe kein reiner Bachelor FH Marketing; es erfolgt eine Kombination mit Kommunikation, was einen Vergleich zwischen Marketing HF und FH erschwert Die Kompetenzbeschriebe des Bachelor FH stammen von einer einzigen Institution, Repräsentativität fraglich Die Kompetenzen beim dipl. Marketingmanager stammen aus dem Rahmenlehrplan, beim Bachelor FH aus den konkreten Beschrieben eines Studienprogramms Beim Bachelor FH sind teilweise Wahlpflichtfächer und Wahlfächer enthalten, d.h. die Kompetenzanforderungen variieren leicht je nach gewähltem Fach bzw. Modul Im Marketingmanager fehlen die Kompetenzbeschreibungen für das Wirtschaftsenglisch, die Vertiefungsmöglichkeiten und die Diplomarbeit Dänemark Academy Profession (AP) Degree in Marketing Management Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele The objective of the programme is to qualify the student to independently analyse, plan and implement solutions widely related to marketing in national and international companies within commerce, production and service. The AP Graduate in Marketing Management will be able to combine financial, legal, organisational, cultural, social and technological knowledge in connection with the marketing of a product or service in a global market. Furthermore, the graduate will be able to participate in cooperation with people having various educational, linguistic and cultural backgrounds. Umfang 120 ECTS Quelle / Bemerkungen Curriculum of the AP Degree Programme in Marketing Management 2014-2016 4 {1.1 Objective} s.o. {1.2 Extent} 4 Es handelt sich um einen Rahmenlehrplan, der für alle Ausbildungsinstitutionen in Dänemark gilt. Einzig die Wahlfächer können sich je nach Ausbildungsort unterscheiden. 16 Kompetenzen Die „Objective of the Learning Outcome“(Oberziele) des AP-Degree sind im Curriculum-Beschrieb unterteilt in Knowledge, Skills und Competencies. Zusätzlich werden Knowledge, Skills und Competencies pro Modul („Educational Element“) und Untermodul beschrieben. Total: 310 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) s.o. {1.3 Objective of the Learning Outcome} {2.2 Key Subject Areas} {3. Learning Objectives of the Core Areas} Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (282 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (23 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (5 Kompetenzen) Curriculum International Marketing and Sales Economics Communication, Organisation and Management Business Law Wahlfächer (zwei einheitliche für alle Ausbildungsinstitutionen plus variable) Internship (3 Monate im 4. Semester) Final Examination Project s.o. {2.1 Program structure} Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • An upper secondary examination certificate (A-levels, HTX (higher technical exam), HF (higher preparatory exam), HH (higher commercial exam) or something similar) including mathematics or business economics level B and English level B. • or you should have received relevant vocational education and training, e.g. in office and administration, with mathematics level B or business economics level B and English level C. • International students: o Upper secondary school examination certificates and diplomas from the Nordic countries, the European Union countries and other countries which have signed the European Convention on the Equivalence of Diplomas Leading to Admission to Universities. o The International and the European Baccalaureate. o A vocational education within a commercial field (retail, wholesale, office or finance) in combination with mathematics or business economics on intermediate level (corresponding to the Danish B-level). o Other equivalent certificates or professional qualifications. Grundsätzlich: Ministerial order no. 223 of 11 March 2014 on admission and enrolment on academy profession programmes and bachelor programmes (the Admission and Enrolment Order) Berechtigung: • Professional Bachelor Degree in International Sales & Marketing or Design & Business • Credit Transfer Agreements für Bachelorstudiengänge an Universitäten im In- und Ausland (Reduktion Studienjahre um 1.5-2 Jahre) Ausbildungsinstitutionen • Business Academy Southwest in Esbjerg and Sønderborg • VIA University College in Horsens Konkret: Websites der Ausbildungsinst itutionen, z.B. https://www.cp hbusiness.dk/en glish/studyprogrammes/apdegree/marketin gmanagement/#a dmissionrequire ments https://www.cp hbusiness.dk/me 17 • • • • • • • • • International Business Academy in Kolding Copenhagen Business Academy EA LiIllebælt in Odense EA Dania in Randers Roskilde Business College Roskilde in Roskilde EA Dania in Viborg UCN in Aalborg Business Academy Aarhus in Aarhus Business Academy of Higher Education MidWest dia/72608/mec_c ba_curriculum.p df {1. Framework} Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Fach („Educational Elements“) Die im Curriculum-Beschrieb aufgeführten übergeordneten Kompetenzen sowie die Kompetenzen pro Fach („Educational Elements“) werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe hin überprüft. Jede Sachkompetenz wird in der Matrix einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich als grössere Blase. Die Berechnung des Totalwerts (schwarzer Punkt) erfolgt gewichtet nach den ECTS der einzelnen Module innerhalb eines Fachs. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Die Fächer „International Marketing and Sales“, „Economics“, „Communication, Organisation and Management“ und „Business Law“ verfügen über Kompetenzbeschreibungen der einzelnen Semesterkurse sowie einen übergeordneten Kompetenzbeschrieb. In der Abbildung werden die Einzelkompetenzen detailliert aufgeführt. Als zusätzlicher grauer Kreis ist für einen Vergleich das Total aus dem übergeordneten Kompetenzbeschrieb aufgeführt. Objective of the Learning Outcome (Übergeordnete Kompetenzen) Total Kompetenzen: 18 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 1 Das „Objective of the Learning Outcome“ beschreibt 18 Lernziele, welche allgemein und übergeordnet für den ganzen Studiengang gelten. 18 International Marketing and Sales Economics Total Kompetenzen: 51 Sozialkompetenzen: 6 Selbstkompetenzen: 0 Communication, Organisation and Management Total Kompetenzen: 77 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Business Law Total Kompetenzen: 77 Sozialkompetenzen: 14 Selbstkompetenzen: 3 Wahlfächer (Statistics, Business Economics) Total Kompetenzen: 29 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 43 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Internship Total Kompetenzen: 9 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 1 19 Final Examination Project Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der Fächer („Educational Elements“) Das Total der einzelnen Fächer wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Fach auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Fach und lassen die verschiedenen Fächer miteinander vergleichen. Die Einstufung der übergeordneten Kompetenzen (Total Learning Outcomes) wird für einen Vergleich ebenfalls aufgeführt. 20 Gewichtung der Fächer (gemäss Curriculum) Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.3, Inhalte total: 2.0 Häufige Zuordnung der meisten Fächer auf der Prozessebene in die Kategorien „Wissen/Verstehen“ oder „Anwenden“; entspricht eher tieferem Anspruchsniveau. Jedoch Hinweis: Gemäss Kompetenzbeschrieben gemäss Schema „Knowledge, Skills, Competencies“ wird für jedes Fach explizit eine Reihe von Wissens-Anforderungen ausgewiesen, was das Anspruchsniveau automatisch herabsetzt. Dafür spricht auch, dass das Total der übergeordneten Lernziele (Total Learning Outcomes) einen deutlich höheren Wert auf der Prozessebene ausweist (P: 2.8, I: 2.3) eher höhere Ausprägung auf der Prozessebene beim Final Examination Project, plausibel aufgrund notwendiger Eigenleistung auf der Inhaltsebene ebenfalls eher tiefere Anspruchsniveaus: Zwischen grundlegenden Sachverhalten und Fragestellungen (Business Law und Wahlfächer) und verbindenden Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets Höchste Ausprägung in Richtung multidisziplinäre Aufgabenstellungen beim Final Examination Project und Internship insgesamt eher tiefe Anspruchsniveaus bei den Unterrichtsfächern, erst in den zwei Abschlussveranstaltungen (4. Semester) Internship und Final Examination Project höheres Anforderungsniveau Die Kompetenzbeschriebe „Skills“ und „Competencies“ beinhalten häufig sowohl die Handlungsdimension Wissen sowie Fertigkeiten. Insgesamt ist der Ausbildungsgang stark auf Fertigkeiten ausgerichtet Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Es sind einige Sozialkompetenzen (23) vorhanden und nur sehr vereinzelt Selbstkompetenzen (5) Bei den Sozialkompetenzen wird fast ausschliesslich die Handlungsdimension Fertigkeiten angesprochen, vereinzelt die Dimension Wissen Einige Fächer umfassen eine Reihe von Sozialkompetenzen, andere weisen überhaupt keine aus Viele der Sozialkompetenzen umfassen Kommunikationskompetenzen Beispiele Sozialkompetenzen: 21 The student will be able to negotiate with professional and personal clout (International Marketing and Sales, Sozialkompetenz, Fertigkeit) o The student will be able to understand the consequences of culture in a business/communicative context (Communication, Organisation and Management, Sozialkompetenz, Wissen) Die Selbstkompetenzen beziehen sich ausschliesslich auf Fertigkeiten, wobei das folgende Beispiel für verschiedene Fächer sowie als Oberziel aufgeführt wird o The student will be able to acquire skills and new knowledge in a structured context regarding the profession (Mehrere, Selbstkompetenz, Fertigkeit) o - Vergleich dipl. Marketingmanager / Academy Profession Degree in Marketing Management Vergleich aller Fächer In der folgenden Grafik sind die Totale der Fächer für den Bildungsgang dipl. Marketingmanager HF zur besseren Unterscheidung als graue Quadrate sowie für den Academy Profession Degree (APD) als rote Kreise eingetragen. Das Total ist jeweils schwarz eingetragen (HF: Quadrat, APD: Kreis). Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus Vergleich Kompetenzen dipl. Marketingmanager und Academy Profession Degree: Insgesamt ist das Programm dipl. Marketingmanager sowohl auf der Prozess- wie auf der Inhaltsebene anspruchsvoller ausgestaltet, Gesamtwerte Marketingmanager: P: 2.9, I: 2.2, APD: P: 2.3, I: 2.0 Der Unterschied auf der Prozessebene ist relativ ausgeprägt. Der APD hat auf der Prozessebene eine geringe Streuung, alle Fächer bewegen sich bei den Totalen zwischen 2.0 und 2.8. Der Marketingmanager übersteigt bei vier Fächern diesen höchsten Wert des APD Auf der Inhaltsebene sind die Unterschiede weniger ausgeprägt. Der Totalwert liegt beim Marketingmanager leicht höher als beim APD, die Streuung ist ähnlich Die Inhalte sind häufig nicht deckungsgleich, z.B. hat der APD Business Law und Economics als Themen, welche im Marketingmanager fehlen. Umgekehrt kommen Inhalte des Marketingmanagers wie Rechnungswesen und Informatik im Academy Profession Degree nicht vor. -> Der Marketingmanager ist BWL-lastiger, der APD beinhaltet mehr Inhalte aus der VWL und dem Recht 22 - - - Zum Inhalt des Academy Profession Degree gehört das Internship, welches sowohl im Marketingmanager wie auch im Bachelor FH kein Bestandteil des Bildungs-/Studiengangs darstellt. Dieses hat auf der Inhaltsebene relativ hohe Kompetenzanforderungen (P: 2.0, I: 2.7). Ohne Berücksichtigung des Internship wäre der Totalwert auf der Inhaltsebene beim APD also tendenziell noch tiefer. Da im Marketingmanager die Kompetenzanforderungen für die Diplomarbeit nicht beschrieben sind, lässt sich das Final Examination Project des APD (P: 2.8, I: 2.5) nicht vergleichen. Wenn dieses Fach im APD nicht berücksichtigt würde, würde der Totalwert auf der Prozessebene tiefer liegen. Abgeleitet daraus lässt sich erkennen, dass die Anforderungen des APD auf Prozess- wie Inhaltsebene deutlich tiefer liegen als beim Marketingmanager. Vergleich der Fächer, welche in beiden Programmen vorkommen In der folgenden Grafik werden ausschliesslich die Kompetenzbewertungen derjenigen Fächer, welche in beiden Programmen vorkommen oder zumindest sehr ähnliche Inhalte aufweisen, einander gegenübergestellt. Fächer des dipl. Marketingmanager HF sind wiederum als Quadrate eingetragen, Fächer des APD als Kreise. Die jeweiligen Fächer-Paare sind in der gleichen Farbe eingefärbt. Teilweise sind die Bezeichnungen der Fächer nicht identisch (z.B. Marketing & Verkauf (HF) versus International Marketing and Sales (APD)). Für den Vergleich mit dem APD-Fach „Communication, Organisation and Management“ wurden die zwei Fächer des dipl. Marketingmanagers HF „Unternehmensführung“ sowie „Produktion, Beschaffung, Logistik“ zusammengefasst, da es sich um vergleichbare Inhalte handelt. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus dem Vergleich der direkt vergleichbaren Fächer: Das Fach Marketing/Verkauf im Marketingmanager ist sowohl auf der Prozess- wie auf der Inhaltsebene anspruchsvoller ausgestaltet Das gleiche gilt für den Vergleich von „Unternehmensführung, Produktion, Beschaffung, Logistik“ im Marketingmanager mit „Communication, Organisation und Management“. Die Inhalte sind jedoch nicht ganz deckungsgleich. Vergleich der Sozial- und Selbstkompetenzen: Sowohl der dipl. Marketingmanager als auch der APD haben einige Sozial- und Selbstkompetenzen aufgeführt, wobei der Fokus in beiden Ausbildungen stärker auf den Sozialkompetenzen als den Selbstkompetenzen liegt 23 - Bezüglich Handlungsdimensionen sind die Sozial- und Selbstkompetenzen beim dipl. Marketingmanager häufiger auf Einstellungen ausgerichtet, der APD legt den Schwerpunkt klar auf Fertigkeiten. Beim APD gibt es wenige Sozialkompetenzen, welche auf Wissen ausgerichtet sind Einschränkungen bezüglich Aussagekraft der Vergleiche: Die Fächer im Studiengang unterscheiden sich recht stark zwischen Marketingmanager und APD Im Marketingmanager fehlen die Kompetenzbeschreibungen für das Wirtschaftsenglisch, die Vertiefungsmöglichkeiten und die Diplomarbeit; dies ermöglicht keinen Vergleich mit dem „Final Examination Project“ im APD Im APD werden für jedes Modul und Untermodul aufgrund der Struktur der dargestellten Kompetenzen „Knowledge, Skills and Competencies“ explizit Kompetenzen für die Kategorie „Knowledge“ aufgeführt. Da diese zur Prozesskategorie „Wissen/Verstehen“ gezählt werden, vermindert sich das Anforderungsniveau auf der Prozessebene automatisch -> gleiche Thematik im PBD (Professional) Bachelor Degree International Sales and Marketing Management Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele The purpose of the Bachelor’s Degree Programme in International Sales and Marketing is to provide the graduate with practice-based knowledge and understanding of internationally oriented sales and marketing as well as to qualify the graduate to analyse, assess and reflect upon issues related to same by means of applied theory and methodology. In addition hereto, the programme aims to enable the graduate to manage complex tasks with respect to international customer relations and direct sales. Umfang 90 ECTS Quelle / Bemerkungen Curriculum International Sales and Marketing, Bachelor’s Degree Programme 5 {1.1 Purpose and Objectives of the Study Programme} s.o. {1.2 Title, Duration and Certificate} 5 Es handelt sich um einen Rahmenlehrplan, der für alle Ausbildungsinstitutionen in Dänemark gilt. Einzig die Wahlfächer können sich je nach Ausbildungsort unterscheiden. 24 Kompetenzen Die „Objective of the Learning Outcome“ (Oberziele) des Professional Bachelor Degree sind im Curriculum-Beschrieb unterteilt in Knowledge, Skills und Competencies. Zusätzlich werden Knowledge, Skills und Competencies pro Modul („Educational Element“) und Untermodul beschrieben (-> Analog APD). Die Wahlfächer sind institutionsabhängig und es liegen im Curriculum bzw. Rahmenlehrplan keine Kompetenzbeschreibungen vor. Total: 206 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) s.o. {1.1 Purpose and Objectives of the Study Programme} {3.2 Key Subject Areas} {3.3 Compulsory Educational Elements} {3.5 Internship} {5.4 Requirements for the Bachelor Project} Sachkompetenzen (185 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (16 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (5 Kompetenzen) Curriculum Key subject areas: The Background for a Company’s Sales Business Development with an International Perspective Wahlfächer Internship Bachelor Project (mit Verbindung zu Praxispartner aus Internship) s.o. {3.1 Program structure} Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • Mit AP Degree in Marketing Management: o teilw. ohne weitere Anforderungsbedingungen, oder weighted average of 5.0 (7-point-grading-scale) o Applicants with less than 5.0 points must enclose a motivation letter and CV listing educational experience, relevant courses, english test results as well as any work experience together with the application • Mit Equivalent degree: o Sonderregelungen je nach Ausbildungsinstitution -> Individual prior learning assessment (IKV in Danish) o z.B. gemäss Punktesystem: Average grade from the qualifying exam, Grades and ECTS in marketing, economics, law, and organization, Relevant work experience, Relevant supplementary education, Motivated application letter, Possible selection interview s.o. {2.1 Entry Requirements} Berechtigung: • Zugang zu Master-Degree-Programmen im Berufsfeld an Universitäten und Business Schools • Ausbildungsinstitutionen haben Vereinbarungen mit in- und ausländischen Universitäten (z.B. UK) • Ein bis zwei Jahre Master-Studium im Ausland für Erwerb eines Master’s degree Ausbildungsinstitutionen (Auswahl) • • • • • • Business Academy Aarhus Copenhagen Business Academy Business Academy of Higher Education MidWest EA Business Academy SouthWest IBA International Business Academy Lillebaelt Academy of Professional Higher Education Konkret: Websites der Ausbildungsinst itutionen, z.B. https://www.cp hbusiness.dk/en /studyprogrammes/top -up-bachelorsdegree/internati onal-sales-andmarketingmanagement/#a dmissionrequire ments Curriculum International Sales and Marketing, Bachelor’s Degree 25 • University College of Northern Denmark • VIA University College • Zealand Institute of Business and Technology Programme {1. Framework} Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Fach („Educational Elements“) Die im Curriculum-Beschrieb aufgeführten übergeordneten Kompetenzen sowie die Kompetenzen pro Fach („Educational Elements“) werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe hin überprüft. Jede Sachkompetenz wird in der Matrix einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich als grössere Blase. Die Berechnung des Totalwerts (schwarzer Punkt) erfolgt gewichtet nach den ECTS der einzelnen Module innerhalb eines Fachs. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Die Fächer „The Background for a Company’s Sales“ und „Business Development with an International Perspective“ verfügen über Kompetenzbeschreibungen der einzelnen Semesterkurse sowie einen übergeordneten Kompetenzbeschrieb. In der Abbildung werden die Einzelkompetenzen detailliert aufgeführt. Für die Wahlfächer liegen keine Kompetenzbeschriebe vor. Als zusätzlicher grauer Kreis ist für einen Vergleich das Total aus dem übergeordneten Kompetenzbeschrieb aufgeführt. Objective of the Learning Outcome (Übergeordnete Kompetenzen) Total Kompetenzen: 14 Sozialkompetenzen: 3 Selbstkompetenzen: 2 Das „Objective of the Learning Outcome“ beschreibt 18 Lernziele, welche allgemein und übergeordnet für den ganzen Studiengang gelten. 26 The Background for a Company’s Sales Business Development with an International Perspective Total Kompetenzen: 104 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Internship Total Kompetenzen: 72 Sozialkompetenzen: 9 Selbstkompetenzen: 1 Bachelor Project Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 2 Vergleich der Fächer („Educational Elements“) Das Total der einzelnen Fächer wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Fach auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Fach und lassen die verschiedenen Fächer miteinander vergleichen. 27 Gewichtung der Fächer (gemäss Curriculum) Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.5, Inhalte total: 2.4 Höchste Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene beim Fach „Business Development“ Im ersten Semester werden Module von „The Background of a Company’s Sales“ durchgeführt, im Folgesemester „Business Development with an International Perspective“ -> Steigerung des Kompetenzniveaus auf Prozessebene im Zeitverlauf Auf der Inhaltsebene Schwerpunkt der „Haupt“-Fächer auf verbindenden Fragestellungen innerhalb eines Fachgebiets, wobei der Fokus auf internationalen Themen liegt Höhere Kompetenzanforderungen auf der Inhaltsebene für das Praktikum und insbesondere das Bachelorprojekt, welches sich mit einer praxisrelevanten Erfahrung aus dem Praktikum befasst 28 Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Es sind einige Sozialkompetenzen (23) vorhanden und nur sehr vereinzelt Selbstkompetenzen (5) -> ähnlich wie bei APD Bei den Sozialkompetenzen wird fast ausschliesslich die Handlungsdimension Fertigkeiten angesprochen, vereinzelt die Dimensionen Wissen und Einstellungen. Konzentration des Grossteils an Sozial- und Selbstkompetenzen in einem bestimmten Fach („Business Development“) Bei den Sozialkompetenzen spielt häufig der kulturelle und internationale Aspekt der Zusammenarbeit eine Rolle Beispiele Sozialkompetenzen: o The graduate will have knowledge and understanding of different conflict styles and problem-solving possibilities (Business Development, Sozialkompetenz, Wissen) o The graduate will have an understanding of the relevance of coaching in relation to sales personnel (Business Development, Sozialkompetenz, Einstellung) o The graduate will be able to form part of multidisciplinary teams related to the company's work and be able to independently plan and implement assignments related to international sales (Learning Outcomes, Sozialkompetenz, Fertigkeiten) Die Selbstkompetenzen beziehen sich ausschliesslich auf Fertigkeiten (wie im APD) o The graduate will be able to identify their (sic!) own learning needs and, in relation to the profession, develop their own knowledge and skills (Bachelor Project, Selbstkompetenz, Fertigkeit) Vergleich dipl. Marketingmanager / Professional Bachelor Degree International Sales and Marketing Management Vergleich aller Fächer In der folgenden Grafik sind die Totale der Fächer für den Bildungsgang dipl. Marketingmanager HF zur besseren Unterscheidung als graue Quadrate sowie für den Professional Bachelor Degree (PBD) als rote Kreise eingetragen. Das Total ist jeweils schwarz eingetragen (HF: Quadrat, PBD: Kreis). 29 Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus Vergleich Kompetenzen dipl. Marketingmanager und Professional Bachelor Degree: Vergleich der Totale: dipl. Marketingmanager: P: 2.9 / I: 2.2, Professional Bachelor: P: 2.5 / I: 2.4 -> Der dipl. Marketingmanager HF hat eine höhere Ausprägung auf der Prozessebene, eine leicht tiefere auf der Inhaltsebene Gewichtung des Marketingmanagers stärker bei Förderung Kompetenzen auf Prozessebene, bei Professional Bachelor eher Betonung der Inhaltsebene Generell ist ein Vergleich sehr schwierig, denn beim Professional Bachelor geht es nicht mehr um ein „Grundstudium“, sondern eine Vertiefung mit spezifischen Fächern zu International Sales and Marketing Im Vergleich zum Academy Profession Degree, auf den der Professional Bachelor aufbaut, Steigerung der Kompetenzniveaus auf Prozess- sowie Inhaltsebene Der dipl. Marketingmanager hat keine Kompetenzbeschriebe für die Diplomarbeit beschrieben, beim PBD höhere Anforderungen für das Bachelorprojekt -> ohne Berücksichtigung läge das Total tiefer Ein Vergleich von einzelnen Fächern wird aufgrund der unterschiedlichen Inhalte nicht vorgenommen Vergleich der Sozial- und Selbstkompetenzen: Sowohl der dipl. Marketingmanager als auch der PBD haben einige Sozial- und Selbstkompetenzen aufgeführt, wobei der Fokus in beiden Ausbildungen stärker auf den Sozialkompetenzen als den Selbstkompetenzen liegt Bezüglich Handlungsdimensionen sind die Sozial- und Selbstkompetenzen beim dipl. Marketingmanager häufiger auf Einstellungen ausgerichtet, der PBD legt den Schwerpunkt klar auf Fertigkeiten. Einschränkungen bezüglich Aussagekraft der Vergleiche: Die Fächer im Studiengang unterscheiden sich recht stark zwischen dipl. Marketingmanager HF und PBD Im Marketingmanager fehlen die Kompetenzbeschreibungen für das Wirtschaftsenglisch, die Vertiefungsmöglichkeiten und die Diplomarbeit; dies ermöglicht keinen Vergleich mit dem Bachelor Projekt im PBD Im PBD fehlen die Kompetenzbeschreibungen für die institutionsabhängigen Wahlfächer (umfassen 10 ECTS von 90 insgesamt) Im PBD werden für jedes Modul und Untermodul aufgrund der Struktur der dargestellten Kompetenzen „Knowledge, Skills and Competencies“ explizit Kompetenzen für die Kategorie „Knowledge“ aufgeführt. Da diese zur Prozesskategorie „Wissen/Verstehen“ gezählt werden, vermindert sich das Anforderungsniveau auf der Prozessebene automatisch -> gleiche Thematik im APD 30 Zusammenfassung Vergleich Bildungs-/ Studiengänge Marketing Leitziele Umfang Kompetenzen Curriculum Dipl. MarketingmanagerIn HF Bachelor BA Kommunikation & Mark. Academy Profession Degree Marketing Mgmt. • Generalisten des Marketing • mittleres Kader • arbeitsmarkt-, handlungs- und umsetzungsorientiert 3’600 (5’400) Lernstunden • 94 Kompetenzen ausgewertet • Anforderungen auf Prozessebene relativ hoch, etwas tiefer auf Inhaltsebene (2.9, 2.2) • Kompetenzanforderungen in den Kernfächern wie Marketing etc. werden hoch angesetzt • weniger Vernetzungsfächer (multidisziplinäre Inhalte) • Sozialkompetenzen vorhanden (v.a. Einstellungen), wenige Selbstkompetenzen • qualifizierte Fachleute • Potenzial für Führungsaufgaben • Basis für weiterführendes Masterstudium 180 ECTS • 224 Kompetenzen ausgewertet • Anforderungen vergleichbar mit Marketingmanager (2.8, 2.2) • Übergreifende Fächer wie Unternehmensumfeld mit hohen Kompetenzanforderungen • Gewichtung der Methodenkompetenz mit hohen Kompetenzanforderungen • Mittlere Gewichtung der Selbstund Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten) -> zusätzliche pro Modul • Fokussierung auf Marketing (20%), Verkauf, Unternehmensführung, Rechnungswesen und Finanzierung (je 10%) • zusätzlich PR, Personalwesen, Informatik, F&E, Qualitätsmanagement • nebst diesen Hauptfächern Wirtschaftsenglisch, Vertiefungsmöglichkeiten, • Assessmentjahr mit generalistischen Fächern • Vertiefung umfasst Marketing, Kommunikation, Journalismus/PR (ca. 35% des Gesamtstudiums) • Wahlmodule • Bachelorarbeit • Marketing in national and international companies • combine financial, organizational, cultural etc. knowledge 120 ECTS • 310 Kompetenzen ausgewertet • Anforderungen auf Prozessebene wie auf Inhaltsebene eher tief bis mittel (2.3, 2.0) • klarer Fokus auf Taxonomiestufe „Anwenden“ • Final Examination Project und Internship mit höherem Anforderungsniveau • Restliche Fächer eher tiefere Ansprüche • Einbezug einiger Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten), wenige Selbstkompetenzen • Schwerpunktfächer International Marketing and Sales (30%), Economics (20%) und Communication, Organisation and Management (20%) • zusätzlich Business Law und Wahlfächer • Internship (3 Monate im 4. Semester) • Final Examination Project Professional Bachelor Degree International Sales and Marketing Mgmt. • Betonung des Praxisbezugs • Internationale Ausrichtung • Vertiefungsstudium • Manage complex tasks 90 ECTS • 206 Kompetenzen ausgewertet • Anforderungen auf Prozessebene eher tief, höher auf Inhaltsebene, jedoch Steigerung Kompetenzniveau als Aufbau zu APD: (2.5, 2.4) • Bachelor Project und Internship mit höheren Anforderungen insbesondere auf Inhaltsebene (Verbindung verschiedener Fachgebiete) • Einbezug einiger Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten), wenige Selbstkompetenzen • Aufbaustudium, keine direkte Vergleichbarkeit der Fächer • Schwerpunktfächer „The background for a company’s sales“(33%) sowie „Business Development with an International Perspective” (22%) • Zusätzlich Internship und Bachelor Project mit Arbeit inklusive Praxisbezug oder Praktikum 31 Zulassung Diplomarbeit (ohne Kompetenzenzuordnung) • einschlägiger Abschluss Sekundarstufe II mit 2 Jahren Praxiserfahrung im Bereich oder • Abschluss Sekundarstufe II mit 3 Jahren Praxiserfahrung im Bereich • Maturität mit kaufm. Lehre oder mind. 1 Jahr Berufspraxis Berechtigung • Nachdiplomstudium oder Höhere Fachprüfungen des Bereichs in der höheren Berufsbildung • teilw. Studiengänge „sur dossier“ an Institutionen der Hochschulbildung • Masterstudiengänge an FH, an Universitäten (teilw. mit Auflagen) Ausbildungsinstitutionen Rund 10 Institutionen schweizweit, gleicher Rahmenlehrplan Charakterisierung „Generalisten des Marketing“ • Fachhochschulen mit Angebot Business Administration und Vertiefung Marketing/Kommunikation „Methodik-Vertiefung“ • Abschluss auf der Sekundarstufe II mit wirtschaftlichen und mathematischen Grundkenntnissen • Praxiserfahrung kein MussKriterium • Zugang zu einschlägigem Professional Bachelor Degree (TopUp) • Credit Transfer Agreements für Bachelorstudiengänge an Universitäten • Business Academies and University Colleges • AP-Degree oder sur dossier “Einstiegs-Studiengang mit Praktikum” “Spezialisierung und Vertiefung” • Zugang zu Master DegreeProgrammen im Berufsfeld • Business Academies and University Colleges 32 Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Grafik werden die Totale der Kompetenzenzuordnungen für die vier analysierten Bildungs-/Studiengänge im Bereich Marketing dargestellt. 33 Fallanalyse Berufsfeld Technik: Elektrotechnik Für den Vergleich der Studienrichtung Technik wurde als Fachrichtung Elektrotechnik ausgewählt. Schweiz: • dipl. TechnikerIn HF Elektrotechnik • Bachelor of Science in Elektrotechnik England: • Engineering Foundation Degree (FdEng) • HND Electrical & Electronic Engineering Inhaltsverzeichnis: Fallanalyse Berufsfeld Technik: Elektrotechnik .............................................................. 1 dipl. TechnikerIn HF Elektrotechnik .......................................................................................................... 1 Übersicht ....................................................................................................................................................... 1 Auswertung Kompetenzen ......................................................................................................................... 3 Konkretes Beispiel: Ausbildungsgang Energietechnik an einer spezifischen Schule ......................... 6 Bachelor of Science in Elektrotechnik........................................................................................................13 Übersicht ......................................................................................................................................................13 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................15 Vergleich dipl. TechnikerIn HF / Bachelor of Science in Elektrotechnik .............................................18 Engineering Foundation Degree (FdEng) ..................................................................................................20 Übersicht ......................................................................................................................................................20 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................22 Vergleich dipl. TechnikerIn HF / Foundation Degree............................................................................25 Higher National Diploma (HND) Electrical/Electronic Engineering ...................................................26 Übersicht ......................................................................................................................................................26 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................28 Vergleich dipl. TechnikerIn HF / HND Electrical/Electronic Engineering..........................................30 Vergleich FdEng / HND .............................................................................................................................30 Zusammenfassung .........................................................................................................................................32 Vergleich Bildungs-/ Studiengänge Technik ...........................................................................................32 Vergleich der Kompetenzen ......................................................................................................................35 Schweiz dipl. TechnikerIn HF Elektrotechnik Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele (unabhängig von Fachrichtung) Komplementär zum Hochschulabsolvent Die dipl. Technikerinnen HF / dipl. Techniker HF sind in der Regel im praxisorientierten Engineering tätig. Das Engineering in der Wirtschaft wird durch drei gleichwertige Säulen getragen: • Ingenieurinnen und Ingenieure ETH sind mehrheitlich in der Erforschung und Entwicklung der Grundlagen tätig. • Ingenieurinnen und Ingenieure mit Fachhochschulabschluss FH sind schwergewichtig in der angewandten Forschung und Entwicklung tätig. • Technikerinnen und Techniker HF sind in der Projektierung, im angewandten Engineering und in der praktischen Umsetzung tätig. Für erfolgreiche Lösungen sind alle drei Säulen notwendig und wichtig. Quelle / Bemerkungen Rahmenlehrplan Technik, 2011 {Arbeitsfeld und Kontext S. 7} Die dipl. Technikerinnen HF / dipl. Techniker HF sind Praktiker, die mit ihrem Studium ein grundlegendes theoretisches Verständnis aufbauen. 1 Diese Verbindung von Theorie mit praktischer Erfahrung ist ihre Stärke und macht sie zu kompetenten Umsetzern. Sie verstehen die Sprache und Arbeitsergebnisse der Ingenieurinnen und Ingenieure und setzen diese für die Facharbeitenden um. Die dipl. Technikerinnen HF / dipl. Techniker HF sind in Industrie, Handel, Dienstleistungen und Gewerbe anzutreffen. Die dipl. Technikerinnen HF / dipl. Techniker HF haben in kleineren und mittleren Unternehmen KMU oft eine hohe Verantwortung bezüglich des Geschäftsgangs. Die dipl. Technikerinnen HF / dipl. Techniker HF gehören typischerweise dem Kader an. Umfang Mind. 3‘600 Lernstunden Hinweis: Die Ausbildungsmöglichkeit ohne einschlägiges Fähigkeitszeugnis mit 5‘400 Lernstunden gibt es im Bereich Technik nicht. {S. 14} Berufsbegleitendes Studium sowie Vollzeitstudium möglich. Kompetenzen Im Rahmenlehrplan werden zehn generelle Prozesse und die Kompetenzen dazu („Kompetenzart nach EQF“) für alle Techniker beschrieben. Ab dem elften Prozess werden fachliche und berufliche Kompetenzen der jeweiligen Fachrichtung beschrieben. Für die Fachrichtung Elektrotechnik sind dies sechs Prozesse. Kompetenzart nach EQF Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen Geschäftsleitung (Selbständigkeit und Verantwortung) Wissensmanagement (Lernkompetenz) Fachliche und berufliche Kompetenzen Prozesse Kompetenzen 1 bis 5 6 bis 8 {Arbeitsprozesse und Kompetenzen S. 8ff.} {Elektrotechnik Anhang 8.3-1} Gültigkeit Diese Arbeitsprozesse und Kompetenzen gelten generell für alle Fachrichtungen. 9 bis 10 11-16 Spezifisch nach Fachrichtung Total: 64 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 1 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (49 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (11 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (4 Kompetenzen) Curriculum Aufteilung Lernbereiche: Grundlegende, allgemeine Kenntnisse und Fertigkeiten 20-30% Fach- und branchenspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten 40-60% Führungsspezifische Fertigkeiten 20-30% {Bildungsbereiche und zeitliche Anteile S. 14ff.} Die Anteil der Lernstunden teilen sich auf verschiedene Lernformen auf: Geführter Unterricht, Selbstständiges Lernen, Qualifikationsverfahren, 1 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 2 Berufspraxis und Praktika Es werden im RLP Bandbreiten für die Anzahl Lernstunden pro Lernform vorgegeben. Die Berufspraxis und Praktika umfassen 720 Lernstunden (aus total 3'600 Lernstunden). Genaues Curriculum je nach Ausbildungsort, z.B. 4 Semester Grundstudium, dann Vertiefungsrichtung. Als konkretes Beispiel wird im Folgenden der Bildungsgang an einer Schule 2 vorgestellt. Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Ausbildungsinstitutionen (Auszug) Zulassungsvoraussetzungen (Fachrichtung Elektrotechnik): • Prüfungsfreier Zugang mit einschlägigen Abschlüssen der Sekundarstufe II: Elektroinstallateur/-in EFZ (Elektromonteur/-in), Elektroniker/-in EFZ, Automatiker/in EFZ, Informatiker/-in EFZ, Physiklaborant/-in, Polymechaniker/-in EFZ, Elektroplaner/-in EFZ, Gebäudetechnikplaner/-in EFZ (Haustechnikplaner/-in) • Andere EFZ oder Abschlüsse Sek II Zugang mit Eignungsabklärung oder Berufserfahrung von mind. einem Jahr Berechtigung: • Nachdiplomstudium an Höheren Fachschulen und Hochschulen (nicht spezifiziert) • Ing. EurEta (nach zwei Jahren Praxis) 3 • Passarelle zum Bachelor of Science FH in Business Information Technology {Elektrotechnik Anhang 8.3-3} ABB Technikerschule, Baden IBZ Schulen für Technik Informatik Wirtschaft, Aarau / Basel / Bern / Sargans / Zürich Inovatech Höhere Fachschule für Technik, Wirtschaft und Informatik, Zofingen TEKO Schweizerische Fachschule AG, Basel / Bern / Luzern / Olten Höhere Fachschule für Technik Mittelland, Biel CFPT Centre de formation professionelle technique, Ecole d’electronique ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur Höhere Fachschule Schaffhausen HFS BBZ Berufsbildungszentrum des Kantons Schaffhausen ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung, St. Gallen Scuola specializzata superiore di tecnica dell’elettronica, Bellinzona Ecole technique et de métiers de Lausanne Zuger Techniker- und Informatikschule zti Schweiz. Technische Fachschule Winterthur Technikerschule HF Zürich Stiftung Juventus Schulen SBFI. Übersicht Bildungsgänge HF nach Kantonen • • • • • • • • • • • • • • • Anhang 1 MiVoHF {Positionierung S. 3} Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro „Kompetenzart nach EQF“ Die im Rahmenlehrplan Technik aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. 2 Die Ausbildungsinstitution wird in diesem Bericht anonym behandelt. 3 EurEta („European Higher Engineering and Technical Professionals Association“) ist eine Organisation zur gegenseitigen europaweiten Anerkennung der Ausbildung zum/r TechnikerIn HF. 3 Die Einordnung auf der Prozessebene lehnt sich an die Lernzieltaxonomie von Anderson und Krathwohl an 4. Es werden fünf Lernzielkategorien unterschieden, welche die kognitiven Prozesse beschreiben, die dem zu erreichenden Lernergebnis zugrunde liegen. Die kognitiven Prozesse werden in Verbform beschrieben und repräsentieren von links nach rechts ein Kontinuum steigender Komplexität. Die beiden untersten Stufen der Lernzieltaxonomie von Anderson/Krathwohl werden dabei im angewendeten Modell als eine Stufe „Wissen/Verstehen“ zusammengefasst. Ergänzt wird die Einordnung der kognitiven Denkprozesse um eine Inhaltskomponente 5. Die vom Lehrplan vorgegeben Inhalte werden für jede Kompetenz einer von vier Stufen zugeordnet, welche von unten nach oben an inhaltlicher Komplexität zunehmen. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Prozesse werden im Folgenden gebündelt nach der „Kompetenzart nach EQF“ aufgeführt. Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen Geschäftsleitung Total Kompetenzen: 22 Sozialkompetenzen: 10 Selbstkompetenzen: 1 Wissensmanagement Total Kompetenzen: 10 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Fachliche und berufliche Kompetenzen Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 3 Total Kompetenzen: 24 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der „Kompetenzarten nach EQF“ Das Total der einzelnen „Kompetenzarten nach EQF“ wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Kompetenzart auf der Ebene der kognitiven Inhalte berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die 4 5 vgl. Anderson, L.W. & Krathwohl, D. R. (2001). Taxonomy for Learning, Teaching and Assessing. New York u.a.: Longman. vgl. Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 151 ff. 4 Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Kompetenzart und lassen die verschiedenen Arbeitsprozesse miteinander vergleichen. Das Total wurde mit einer Gewichtung von 50% der fachlichen Kompetenzen und 50% der allgemeinen Kompetenzen in Anlehnung an die curriculare Aufteilung der Lernbereiche aus dem Rahmenlehrplan berechnet. Gewichtung der Lernbereiche Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Lernbereiche wie im Rahmenlehrplan Technik aufgeführt ab. Die fach- und branchenspezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten lassen sich der Kompetenzart „Fachliche und berufliche Kompetenzen“ zuordnen. Die übrigen Lernbereiche verteilen sich auf verschiedene Kompetenzarten, lassen sich jedoch nicht direkt zuordnen, weshalb sie grau eingefärbt sind. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 3.1, Inhalte: 2.2 Die fachlichen Kompetenzen, die 40-60% des Lehrplans ausmachen, erfordern ein hohes Kompetenzniveau auf der Prozessebene (3.3), ein tiefes bis mittleres Niveau auf der Inhaltsebene (1.8) 5 - - - - Die Kategorien kognitiver Prozesse der fachlichen Kompetenzen umfassen schwerpunktmässig Kompetenzen auf der Ebene Anwenden (2), sowie Bewerten (4) und Gestalten (5) Auf der Inhaltsebene bewegen sich die fachlichen Kompetenzen schwerpunktmässig bei verbindenden Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets Insgesamt starke Gewichtung von allgemeinen Kenntnissen (40-60%) im Ausbildungsgang Die Führungs-, sozialen und kommunikativen Kompetenzen umfassen viele Sozialkompetenzen. Sachliche Kompetenzen in diesem Bereich (z.B. Projekte planen, Fremdsprachen beherrschen) bewegen sich auf einem mittleren Anspruchsniveau auf der Prozessebene (P: 2.9, I: 2.2) Die Kompetenzen im Bereich Geschäftsleitung sind sowohl auf der Prozess- als auch auf der Inhaltsebene in einem mittleren Bereich angesiedelt (P:2.3, I:2.5). Vor allem auf der Inhaltsebene gibt es einige multidisziplinäre Fragestellungen Das Wissensmanagement umfasst einerseits einige Selbstkompetenzen, andererseits das Feld „Probleme lösen“. Dieser Bereich ist sowohl prozess- wie auch inhaltsmässig hoch angesiedelt (P:3.3, I:2.8) Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Insgesamt gibt es eine eher starke Gewichtung der Sozial- und Selbstkompetenzen bei den allgemeinen Kompetenzen Es sind einige Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 11), wobei es sich mehrheitlich um Einstellungen handelt, teilweise um Fertigkeiten. Teilweise beinhaltet ein Kompetenzbeschrieb gleichzeitig Aspekte beider Handlungsdimensionen (v.a. Einstellungen und Fertigkeiten kombiniert). Beispiele Sozialkompetenzen: o ... reflektieren die Zusammenarbeit im Team, vereinbaren Regeln und sind bei der Umsetzung sensibilisiert für Genderfragen und interkulturelle Fragen. (Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen, Sozialkompetenz, Wissen / Fertigkeiten / Einstellung) o … berücksichtigen die grundlegenden menschlichen Eigenschaften für eine wirkungsvolle Kommunikation. (Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen, Sozialkompetenz, Einstellung / Wissen) o ... argumentieren in der mündlichen wie schriftlichen Kommunikation sachlogisch, transparent und klar. (Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen, Sozialkompetenz, Fertigkeit) Es sind einige Selbstkompetenzen (Total: 4) definiert, vor allem im Kompetenzbereich „Wissensmanagement“. Sie beziehen sich grösstenteils auf Einstellungen. Beispiele Selbstkompetenzen: o … zeigen bei der Entwicklung von Projekten Kreativität, Initiative und bei der Durchführung Durchsetzungsvermögen. (Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen, Selbstkompetenz, Einstellung) o … reflektieren ihr Tun und ihre Denkprozesse regelmässig und leiten daraus geeignete persönliche Entwicklungsmassnahmen ab. (Wissensmanagement, Selbstkompetenz, Einstellung / Fertigkeiten) Konkretes Beispiel: Ausbildungsgang Energietechnik an der Schule XX 6 Da die Kompetenzen im Rahmenlehrplan Technik verhältnismässig abstrakt und allgemein beschrieben sind, wird als Anschauungs- und Umsetzungsbeispiel für den Bildungsgang Dipl. Techniker/in HF Elektrotechnik im Folgenden die Ausbildung an einer spezifischen Schule analysiert (Vertiefungsrichtung Energietechnik). 6 Die Schule ist in diesem Bericht anonymisiert und wird mit Schule XX bezeichnet. 6 Steckbrief: Dipl. Techniker/in HF Elektrotechnik Vertiefungsrichtung Energietechnik Schule XX Kriterien Ausprägung Ausbildungsz iel Fachpersonen mit breiter und solider Grundausbildung und Fachausbildung für unterschiedlichste Einsatzgebiete. Wissen wird nicht nur aus Büchern erworben, sondern durch anwendungsnahe Aufgabenstellungen und Projektarbeiten sowie reale Praktika werden die Studierenden an die Praxis herangeführt. Mögliche berufliche Stellungen: Projektleitung, Projektmitarbeit, Elektroplanung, Energieberatung, Montageleitung etc. Curriculum Kursdauer 6 Semester 1.-3. Semester: Grundlagen 4.-6. Semester: Fachspezifische Ausbildung Quelle / Bemerkungen In diesem Bericht anonymisiert. In diesem Bericht anonymisiert. Semesterarbeit und Diplomarbeit Rund 1'850 Präsenzlektionen (+individuell Englisch) Kompetenzen Der Lehrplan beschreibt zu jedem Fach die Arbeitssituation (mit Angabe des Kompetenzbezugs zum RLP), übergeordnete Kompetenzen sowie detaillierte Leistungsziele (Lernziele) zu jedem Unterthema, welches im Fach behandelt wird. Die Leistungsziele sind explizit mit den Kompetenzen verknüpft. Zudem sind sie in eine Taxonomiestufe eingeordnet, wobei diese Zuteilung in den folgenden Auswertungen nicht berücksichtigt wurde. Lehrplan der XX Schule (in diesem Bericht anonymisiert) Beispiel: Fach „Projektmanagement“ Arbeitssituation: Dipl. TechnikerInnen HF sind verantwortlich für Projekte mittlerer Komplexität (RLPP: 3,9) ... Kompetenzen: Dipl. TechnikerInnen HF besitzen ein grundlegendes Wissen in allen relevanten Bereichen des PM und die Fähigkeit, die Kenntnisse anzuwenden. ... Inhalt / Leistungsziele (Lernziele): „Projektabwicklung“: Dipl. TechnikerInnen HF können die Projektdefinition erläutern. (KPB 1) .... Total: 1’262 Kompetenzen und Leistungsziele ausgewertet Übergeordnete Kompetenzen: 135 Leistungsziele: 1’127 Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 7 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (1’211 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (21 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (30 Kompetenzen) 7 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 7 Es liegen keine Kompetenzbeschriebe für die Semesterarbeit und die Diplomarbeit vor. Kompetenzen/Leistungsziele pro Fach Die im Lehrplan der Schule XX beschriebenen Kompetenzen sowie Leistungsziele werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Die übergeordneten Kompetenzen für jedes Fach werden als Total für den Vergleich mit den Ergebnissen der Zuordnung der Leistungsziele als grauer Punkt dargestellt. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. 1.-3. Semester: Grundlagen Arbeitstechnik und Teamführung (1. Sem.) Deutsch und Kommunikation (1. Sem.) Keine Sachkompetenzen Total Kompetenzen (in Klammern Anzahl zusätzliche übergeordnete Kompetenzen) 35 (+ 5) Sozialkompetenzen: 8 (+ 2) Selbstkompetenzen: 27 (+ 3) Informatik (1. Sem.) Werkstoffkunde (1. Sem.) Total Kompetenzen: 22 (+ 7) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 94 (+ 6) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 45 (+ 4) Sozialkompetenzen: 9 (+2) Selbstkompetenzen: 0 8 Betriebswirtschaft (1.+2. Sem.) Englisch (individuell) Total Kompetenzen: 71 (+ 7) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Mathematik (1.-3. Sem.) Total Kompetenzen: 31 (+ 5) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Elektrotechnik (2.-3. Sem.) Total Kompetenzen: 134 (+ 7) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Physik (2.-3. Sem.) Total Kompetenzen: 53 (+ 8) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Statistik (2. Sem.) Total Kompetenzen: 36 (+ 4) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 15 (+ 4) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 9 Digitaltechnik (3. Sem.) Projektmanagement (3. Sem.) Total Kompetenzen: 30 (+ 8) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 58 (+ 6) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 4.-6. Semester: Fachspezifische Ausbildung Elektronik (4. Sem.) Angewandte Mathematik (4. Sem.) Total Kompetenzen: 138 (+ 10) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Elektrische Maschinen (4.-5. Sem.) Total Kompetenzen: 7 (+ 5) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Leistungselektronik (4.-5. Sem.) Total Kompetenzen: 66 (+ 6) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 27 (+ 7) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 10 Elektrische Anlagen (4.-6. Sem.) Konstruktionselemente (5. Sem.) Total Kompetenzen: 101 (+ 8) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Speicherprogrammierbare Steuerungen (5. Sem.) Total Kompetenzen: 42 (+ 5) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Regelungstechnik (5.-6. Sem.) Total Kompetenzen: 20 (+ 6) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Messtechnik (6. Sem.) Total Kompetenzen: 23 (+ 5) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 60 (+ 6) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Transformatoren und elektrische Leitungen (6. Sem.) Total Kompetenzen: 19 (+ 6) Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 11 Übersicht Das Total der übergeordneten Kompetenzen für jedes Fach ist aufgeführt. Das Total insgesamt entspricht dem mit den Präsenzstunden der Fächer gewichteten Mittelwert der Totale der übergeordneten Kompetenzen. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.3, Inhalte total: 1.9 Die konkreten Leistungsziele (Lernziele) pro Fach haben in den meisten Fällen tiefere Kompetenzzuordnungen als die übergeordneten Kompetenzen pro Fach Die Sozial- und Selbstkompetenzen werden in zwei Fächern abgehandelt: Arbeitstechnik und Teamführung sowie Deutsch und Kommunikation Der erste Teil des Studiums (1.-3. Semester: Grundlagen) umfasst allgemeine Kompetenzen inkl. Sozial- und Selbstkompetenzen; Im zweiten Teil des Studiums (4.-6. Semester: Fachspezifische Ausbildung) werden ausschliesslich Sachkompetenzen angesprochen Die Kompetenzen auf der Prozessebene sind je nach Fach unterschiedlich ausgeprägt, wobei alle Stufen abgedeckt werden Auf der Inhaltsebene liegt der Fokus klar auf tieferen Stufen, multidisziplinäre Fragestellungen werden nur vereinzelt genannt Vergleich der Kompetenzen der Schule XX mit dem Rahmenlehrplan Der Vergleich lässt grundsätzlich keine repräsentative Aussage darüber zu, wie Schulen den Rahmenlehrplan Technik im Schullehrplan umsetzen. Es sind jedoch Hinweise zu finden, wie die Kompetenzen aus dem RLP in den Schulen verankert werden. Die Fächer im Schullehrplan sind mit den Prozessen im Rahmenlehrplan verlinkt. Die folgende Tabelle bringt deshalb die (übergeordneten) Kompetenzen der jeweiligen Fächer mit den Kompetenzarten nach EQF im Rahmenlehrplan in Verbindung. Total RLP: Kompetenzen P: 3.1, I: 2.2 Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen P: 2.9, I: 2.2 Sozial- und Geschäftsleitung Wissensmanagement Fachliche Qualifikation P: 2.3, I: 2.5 P: 3.3, I: 2.8 Sozial- und P: 3.3, I: 1.8 12 Selbstkompetenzen Aus 1.-3. Semester: Arbeitstechnik und Teamführung Deutsch und Kommunikation Informatik Werkstoffkunde Englisch Elektrotechnik Physik Statistik Digitaltechnik Projektmanagement Schullehrplan XX: Zugeordnete Fächer Schullehrplan XX: Kompetenzen P: 2.3, I: 1.9 Aus 4.-6. Semester: P: 2.2, I: 1.9 Sozial- und Selbstkompetenzen Aus 1.-3. Semester: Werkstoffkunde Betriebswirtschaft Physik Digitaltechnik Aus 4.-6. Semester: - Selbstkompetenzen Aus 1.-3. Semester: Arbeitstechnik und Teamführung Informatik Werkstoffkunde Mathematik Elektrotechnik Physik Statistik Digitaltechnik Projektmanagement Aus 1.-3. Semester: Elektrotechnik Aus 4.-6. Semester: Alle Fächer Aus 4.-6. Semester: - P: 1.8, I: 2.0 P: 2.2, I: 1.9 Sozial- und Selbstkompetenzen P: 2.7, I: 2.0 8 Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus dem Vergleich der Kompetenzen im Schullehrplan XX mit dem RLP: Das Kompetenzniveau ist im Lehrplan der Schule tiefer ausgeprägt als im RLP. Dies ist bei fast allen Kompetenzarten beobachtbar (Eine Ausnahme: Inhaltliche Ausprägung bei den fachlichen Kompetenzen). Dies zeigt sich auch in den Leistungszielen der einzelnen Fächer, welche noch einmal etwas tiefer einzuordnen sind Der Unterschied im Niveau der Kompetenzen ist insbesondere beim Wissensmanagement ausgeprägt Bei den fachlichen Qualifikationen, dem umfangreichsten Teil der Kompetenzen, ist der Unterschied weniger ausgeprägt, d.h. die Kompetenzen sind im Niveau etwa vergleichbar Die Sozial- und Selbstkompetenzen finden sich wie im RLP vorgesehen in den Kompetenzarten im Schullehrplan wieder. Es handelt sich jedoch im Vergleich zum RLP häufiger um Fertigkeiten als um Einstellungen Bachelor of Science in Elektrotechnik Exemplarisch für den Studiengang Elektrotechnik wurde derjenige der ZHAW analysiert. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Als Elektroingenieurin oder Elektroingenieur erarbeiten Sie optimale Lösungen für technisch anspruchsvolle Aufgaben, unter anderem in den Bereichen Nachrichtentechnik, Signalverarbeitung, Regelungs- und Antriebstechnik, Embedded Systems und Mikroelektronik. Breite Grundlagenkenntnisse sowie die vertiefte Fachausbildung sind wesentliche Voraussetzungen für Ihre spätere erfolgreiche Berufstätigkeit: Die solide technische und praxisorientierte Ausbildung befähigt Sie, Probleme zu erkennen und selbstständig zu bewältigen. Umfang 180 ECTS Als Vollzeitstudium, Teilzeitstudium oder praxisintegriertes Bachelorstudium für gymnasiale Maturanden ausgestaltet Internationales Studium möglich (ZHAW) 8 Quelle / Bemerkungen https://www.zh aw.ch/de/engine ering/studium/b achelorstudium/ elektrotechnik/ (16.03.2016) https://www.zh aw.ch/de/engine ering/studium/b achelorstudium/ elektrotechnik/ mit den Präsenzstunden gewichtetes Mittel der übergeordneten Kompetenzen der zugeordneten Fächer 13 Kompetenzen Modul-, Lernziele (Kompetenzen) pro Modul sind beschrieben Keine Modulbeschriebe für die Wahlpflichtfächer vorhanden (Vermutung höheres Anforderungsprofil, da fachliche Vertiefung im letzten Studienjahr) Total: 246 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 9 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) (16.03.2016) https://www.zh aw.ch/storage/e ngineering/studi um/bachelorstu dium/studienga enge/elektrotech nik/modultafeln /StudiumElektrotechnikModultafelVollzeitstudium. pdf (29.03.2016) Sachkompetenzen (238 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (6 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (2 Kompetenzen) Curriculum Bereiche: • Mathematisch-naturwissenschaftliche Grundlagen (Semester 1-4) • Fachspezifische Grundlagen (Semester 1-4) • Vertiefte Fachausbildung: Wahlpflichtmodule und Wahlfächer (Semester 5+6) (Auswahl aus einem Gesamtpool an Wahlfächern für verschiedene Studiengänge) • Fachübergreifende, nichttechnische Module (Studium Generale) (Semester 1-6) • Projektschiene/ Praktische Arbeiten (Semester 1-6) Projektarbeit und Bachelorarbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen Verschiedene Vertiefungen (meist über Wahlpflichtmodule im letzten Studienjahr), z.B. • Energie- und Antriebssysteme • Mikroelektronik und Kommunikationssysteme • Informationstechnologie • Elektrische erneuerbare Energien Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung 9 Zulassungsvoraussetzungen (Fachrichtung Elektrotechnik): • Inhaberinnen und Inhaber einer eidgenössisch anerkannten Berufsmaturität in Verbindung mit einer abgeschlossenen technischen Berufslehre. • Absolventinnen und Absolventen einer Höheren Fachschule sowie Inhaberinnen und Inhaber einer Fachmaturität im gleichen oder in einem verwandten Fachbereich. • Inhaberinnen und Inhaber einer gymnasialen Maturität müssen entweder eine berufliche Praxis von mindestens zwölf Monaten Dauer vorweisen oder das Studium mit einem Praktikum kombinieren (Praxisintegriertes Bachelorstudium). • äquivalentes ausländisches Diplom Berechtigung: • Master of Science in Engineering (MSE) an einer Fachhochschule oder Universität • Weiterbildungsangebote (MAS, DAS, CAS) an einer Fachhochschule oder Universität https://www.zh aw.ch/storage/e ngineering/studi um/bachelorstu dium/studienga enge/elektrotech nik/modultafeln /StudiumElektrotechnikModultafelVollzeitstudium. pdf (29.03.2016) https://www.zh aw.ch/de/engine ering/studium/b achelorstudium/ aufnahmebedin gungen/ (29.03.2016) https://www.zh aw.ch/de/engine ering/studium/b achelorstudium/ elektrotechnik/ (29.03.2016) Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 14 Ausbildungsinstitutionen (Auszug) • • • • • • ZHAW: Bachelor of Science ZFH in Elektrotechnik Hochschule Luzern: Bachelor of Science in Elektrotechnik FHNW: Bachelor of Science in Elektro- und Informationstechnik HES-SO: Bachelor of Science in Elektrotechnik Hochschule für Technik Rapperswil: Bachelor of Science in Elektrotechnik Berner Fachhochschule: BSc Elektro- und Kommunikationstechnik Websites der einzelnen Fachhochschule n Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Modulbereich Die im Regelstudienplan aufgeführten Kompetenzen pro Modulbereich werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Für die Wahlpflichtmodule liegt keine Zuordnung der Kompetenzen vor. Studium Generale (ohne Wahlpflichtmodule) Projektschiene / Praktische Arbeiten Total Kompetenzen: 33 Sozialkompetenzen: 3 Selbstkompetenzen: 2 Beinhaltet die Module Englisch; Sprache im Beruf; Wirtschaft für Ingenieure; Mensch, Technik, Umwelt Fachspezifische Grundlagen Total Kompetenzen: 34 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Beinhaltet die Module Projekt Digitaltechnik; Projekt Elektrotechnik; Projektarbeit Elektrotechnik; Bachelorarbeit Elektrotechnik Mathematisch-naturwissenschaftliche Grundlagen 15 Total Kompetenzen: 92 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Beinhaltet die Module Elektrizitätslehre; Elektronik; Grundlagen der Regelungstechnik; Signale und Systeme; Informatik; Messtechnik; Computertechnik; Kommunikationstechnik Total Kompetenzen: 86 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Beinhaltet die Module Mathematik; Physik Vergleich der Modulbereiche Das Total der einzelnen Modulbereiche wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Modulbereich auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Modulbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde mit einer Gewichtung der ECTS-Punkte pro Bereich berechnet. Gewichtung der Lernbereiche Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Modulbereiche in ECTS ab. 16 Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.2 (Maximum: 5), Inhalte total: 1.9 (Maximum: 4) (Achtung: Die Kompetenzanforderungen der Wahlpflichtmodule (44 ECTS) wurden nicht einzeln ausgewertet, da die Fächer aus einem grossen Gesamtpool für verschiedene Studiengänge stammen) Die Kompetenzanforderungen der einzelnen Bereiche liegen recht nah beieinander, keine grosse Streuung Prozessebene: Starke Ausprägungen auf der Anwendungsstufe (z.B. Mathematik berechnen) Anforderungsniveau der Kompetenzen teilweise eher tief, jedoch sehr breit, d.h. sehr viel Stoff Praktische Arbeiten (v.a. Projektarbeit und Bachelorarbeit) mit höherem Anforderungsniveau auf der Prozessebene (einige Lernziele „Gestalten“) auf der Inhaltsebene klare Abgrenzung der einzelnen Module auf ihr Fachgebiet, eher wenig übergreifende Aufgabenstellungen, keine komplexen Problemstellungen Die Kompetenzen in den einzelnen Modulbeschrieben sind sehr heterogen und vermutungsweise von den jeweiligen Modulverantwortlichen formuliert worden, ohne sie systematisch aufeinander abzustimmen, da sie sich in der Formulierung und im Detaillierungsgrad stark unterscheiden Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: sehr wenige Sozial- und Selbstkompetenzen, Studienbeschrieb sehr „kognitiv-lastig“ bei den Sozialkompetenzen ist fünf Mal die Handlungsdimension Fertigkeiten angesprochen, einmal Wissen Teilweise beinhalten die Kompetenzen Aspekte verschiedener Handlungsdimensionen (z.B. Wissen und Fertigkeiten) Beispiele Sozialkompetenzen: o Die Studierenden arbeiten während der Hälfte der Zeit in Zweier-Gruppen und üben die Fähigkeit, zwischenmenschliche Prozesse situationsgerecht und wirksam zu gestalten. (Elektronik, Sozialkompetenzen, Fertigkeiten) o Die Studierenden können die eigene Gesprächsführung sowie die Gesprächsführung anderer theoriegeleitet hinterfragen und das eigene Gesprächsverhalten bewusst gestalten. (Sprache im Beruf, Sozialkompetenzen, Wissen/Fertigkeiten) o Sie haben Verständnis für kulturelle Identität und Zusammenhänge (English for Engineers 1, Sozialkompetenzen, Wissen) Es sind insgesamt nur zwei Selbstkompetenzen aufgeführt, wobei sich diese auf Lernstrategien beziehen: o Sie erkennen, welche Stoffgebiete individuell vertieft werden müssen im Hinblick auf Assessment. (English for Engineers, Selbstkompetenzen, Wissen) 17 o Sie erweitern selbständig ihr Fachwissen zum ausgewählten nachhaltigkeitsrelevanten Themenfeld. (Mensch, Technik, Umwelt, Selbstkompetenzen, Fertigkeiten) Vergleich dipl. TechnikerIn HF / Bachelor of Science in Elektrotechnik Vergleich der Kompetenzen im Rahmenlehrplan Technik In der folgenden Grafik sind die Totale der Kompetenzbereiche aus dem Rahmenlehrplan Technik als Quadrate und für den Bachelor-Studiengang der FH als Kreise eingetragen. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus dem Vergleich der Kompetenzen dipl. TechnikerIn HF aus dem Rahmenlehrplan und dem Studiengang Bachelor of Science in Elektrotechnik: Gesamtwerte dipl. TechnikerIn HF Elektrotechnik: P: 3.1, I: 2.2, Bachelor FH: P: 2.2, I: 1.9 -> Deutlich höhere Ausprägung auf der Prozessebene beim dipl. Techniker HF, auf der Inhaltsebene leicht höhere Ausprägung beim dipl. Techniker HF, jedoch Einschränkungen: o bei Bachelor FH fehlen die Kompetenzangaben zum Vertiefungsstudium (Vermutung: Höhere Kompetenzanforderungen, Anteil 44 ECTS) o Die Kompetenzbeschriebe des Rahmenlehrplans und des Lehrplans FH Bachelor unterscheiden sich in der Anzahl Kompetenzen und in deren Abstraktionsgrad. Bei FH Bachelor werden eher Performanzen als Kompetenzen ausgewiesen. Es bietet sich deshalb ein Vergleich zwischen konkreten Lehrplänen an -> siehe unten: Kompetenzvergleich Schule XX mit Lehrplan ZHAW - Aufbau der Studiengänge sehr unterschiedlich: o dipl. TechnikerIn: Fachliche Kompetenzen umfassen 40-60% des Lehrgangs, Rest Betonung von Allgemeinen Kompetenzen (Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen, Geschäftsleitung und Wissensmanagement); Allgemeine Kompetenzen mit ebenfalls hohen Ausprägungen der Kompetenzanforderungen (P: 2.8, I: 2.5) o Bachelor FH: stärkere Betonung des Fachstudiums, lediglich 10% Studium Generale, was hauptsächlich Fremdsprachen umfasst o Gesamtfazit: dipl. TechnikerIn breites und allgemeineres Studium, Bachelor FH als Grundlagenstudium mit breitem Fachwissen, das in Übungen angewendet wird 18 - FH Bachelor mit Betonung der Praxisanbindung, insbesondere über Projektarbeit, Bachelorarbeit umgesetzt Kompetenzen Bachelor FH stammen von einer ausgewählten FH Vergleich der Kompetenzen der Schule XX als Anwendungsbeispiel für den Rahmenlehrplan In der folgenden Grafik werden die Kompetenzbewertungen derjenigen Fächer/Module, welche in beiden Programmen vorkommen und unter gleichem oder ähnlichem Namen laufen, einander gegenübergestellt. Fächer des dipl. Technikers HF in der Schule XX sind als Quadrate eingetragen, Fächer des Bachelorstudiengangs FH an der ZHAW als Kreise. Die jeweiligen Fächer-Paare sind in der gleichen Farbe eingefärbt. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus dem Vergleich der direkt vergleichbaren Fächer: Total Schule XX: P: 2.3, I: 1.9, Total FH: P: 2.2, I: 1.9 -> sehr vergleichbar Vergleich der einzelnen Fächer: o Informatik: Höhere Kompetenzanforderungen auf Prozess- sowie Inhaltsebene bei Bachelor FH (bei beiden Studiengängen im ersten Studienjahr angesiedelt) o Betriebswirtschaft / Wirtschaft: Höhere Kompetenzanforderungen auf Prozessebene bei Bachelor FH, auf Inhaltsebene vergleichbar (bei Bachelor FH kommt noch ein Wahlpflichtmodul dazu) o Englisch: Identische Kompetenzanforderungen auf Prozessebene, leicht höhere auf Inhaltsebene bei Bachelor FH o Mathematik: Höhere Kompetenzanforderungen auf Prozess- sowie Inhaltsebene bei der Schule XX, insbesondere durch Einbezug Fach „Angewandte Mathematik“ im Vertiefungsstudium o Elektrotechnik / Elektrizitätslehre: Höhere Kompetenzanforderungen bei der Schule XX auf Prozess- sowie Inhaltsebene; Bei FH Bachelor Einbezug Projekte zu Elektrotechnik (Projektschiene), trotzdem höhere Kompetenzanforderung bei der Schule XX o Physik: Höhere Kompetenzanforderungen auf Prozess- sowie Inhaltsstufe bei Bachelor FH o Elektronik: sehr vergleichbare Kompetenzanforderungen o Regelungstechnik: Höhere Kompetenzanforderungen bei der Schule XX auf Prozessebene, identische auf Inhaltsebene 19 Messtechnik: Höhere Kompetenzanforderungen bei der Schule XX auf Prozess- sowie Inhaltsebene o Digitaltechnik: Höhere Kompetenzanforderungen auf Prozessebene bei der Schule XX, bei FH Bachelor auf Inhaltsebene o -> Fazit: bei direkt vergleichbaren Fächern, welche einen Grossteil des Curriculums ausmachen, kein eindeutiges Muster erkennbar „Allgemeine“ Fächer im Studiengang FH umfassen vor allem Englisch und Wirtschaft, bei der Schule XX kommen Deutsch und Arbeitstechnik hinzu, eher stärkere Gewichtung von allgemeinen Kompetenzen bei HF Sozial- und Selbstkompetenzen sind bei HF (analog zu Rahmenlehrplan) etwas stärker vorhanden als bei FH o - - England Engineering Foundation Degree (FdEng) Als Beispiel für den Bildungsgang wird im Folgenden der Foundation Degree (FdEng) in Engineering der University of Kent vorgestellt (Teaching Institution: Mid Kent College). Das Programm ist durch die Institution of Engineering and Technology (IET) akkreditiert. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele This course aims to address engineering skills gap and prepare you for employment as an electrical electronic engineer. This course will enable you to become an Incorporated Engineer and work for electrical and electronic companies in developing new products. The emphasis in the Foundation courses is on developing your study skills and ability in core engineering subjects. It is suitable if you do not quite meet the standard A Level requirements for direct entry to university, or if you are returning to education and need to bring your technical knowledge and study skills up to date before embarking on a degree course. The programme aims to offer wide and flexible entry to allow students from all backgrounds to commence study in both September and February and study in various modes e.g. full time, part time, evening only and fleximode to suit personal and work situations. It enables mature students who seek to change career or re-train to access new vocations and educational progression routes. Umfang 240 Credits (120 ECTS) Verschiedenste Studienformate: Vollzeit oder Teilzeit, Abendprogramme etc. Quelle / Bemerkungen Programme Specification Foundation Degree, University of Kent {Educational Aims of the Programme} {13. Programme structures} 20 Kompetenzen Learning outcomes: The learning outcomes of the programme have been written to meet the overall aims and professional practice-based standards for the engineering work-place. The programme outcomes have references to all of the QAA subject benchmarking statement for Engineering, which meets the standards set out in the UK-SPEC a competence framework for engineering professionals. {13. Programme structures} Einteilung der Kompetenzen in Understanding und Skills: • Knowledge and Understanding • Skills and other Attributes: o Intellectual skills (v.a. Problemlösetechniken) o subject-specific skills o transferable skills 10 (Sozial- und Selbstkompetenzen) Total: 35 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 11 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (23 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (5 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (7 Kompetenzen) Curriculum Obligatorische und optionale Module mit je 15 Credits Module auf Certificate- und Intermediate-Niveau, mind. 90 Credits müssen auf I-Niveau absolviert werden {13. Programme structures} Obligatorische Module Jahr 1: Science, Analytical Methods, Industrial Applications 1, Personal Skills 1 – Communication & Research Obligatorische Module Jahr 2: Management Techniques, Engineering Design, Industrial Applications 2, Personal Skills 2 – Personal Development, Industrial Applications 3 Vertiefungsrichtungen möglich, z.B. Electronic Engineering, Electrical Engineering, Mechanical Engineering Betonung von „Industrial applications“-Modulen (Praxismodulen) sowie „Personal skills“-Modulen im obligatorischen Teil Die „Industrial applications“-Module finden in ausgewählten Unternehmen statt Keine Zuordnung der Kompetenzen auf die einzelnen Module im Programmbeschrieb. Die Curricula in den einzelnen Ausbildungsinstitutionen unterscheiden sich voneinander. 10 Es bleibt offen, welcher Bedeutungsgehalt dem Transferbegriff hier unterlegt wird. Aus den einzelnen Beschrieben geht hervor, dass insbesondere Selbst- und Sozialkompetenzen zugeordnet sind. 11 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 21 Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen (leicht unterschiedlich je nach Ausbildungsinstitution): • A National Certificate or Diploma in Engineering or relevant subject • A GNVQ (Advanced) in Engineering or relevant subject • A level – 80 points (preferably in a mathematical subject) • Access/Foundation Programmes: A satisfactory pass in an approved Access Programme. A minimum age of 18 years. There is no upper age limit to studying • einzelne Ausbildungsstätten: mind. 2 Jahre Arbeitserfahrung und aktuelle Berufstätigkeit im Feld mit einem Empfehlungsschreiben des Linienvorgesetzten Berechtigung: • Zugang zu BSc (Hons) Management of Engineering Technologies (Top-Up), BSc (Hons) Mechanical Manufacturing Engineering (TopUp) or BSc (Hons) Electrical Electronic Engineering (Top-Up) (1 Jahr Top-Up) Ausbildungsinstitutionen (Auszug) Newcastle College Havering College of Further and Higher Education Abingdon and Witney College (Oxford Brookes University) University of Kent, MidKent College University of Greenwich, Medway Campus Swansea University (mit Partnercolleges: Neath Port Talbot College, Gower College Swansea) • City University London (City and Islington College) • University Suffolk Die Ausbildung wird an Universitäten und Weiterbildungsinstitutionen (Colleges of Further Education) angeboten, häufig in Kooperation miteinander. • • • • • • {16. Entry Profile} {11. Educational Aims of the Programme} Internetseiten der einzelnen Institutionen Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Kompetenzbereich Die im Programmbeschrieb des MidKent College aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Prozesse werden im Folgenden gebündelt nach den Kompetenzbereichen aufgeführt. 22 Knowledge and Understanding Intellectual skills Total Kompetenzen: 11 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Subject-specific skills Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Transferable skills Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Total Kompetenzen: 10 Sozialkompetenzen: 5 Selbstkompetenzen: 4 Vergleich der Kompetenzbereiche Das Total der einzelnen Kompetenzbereiche wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte der Kompetenzen pro Bereich auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde mangels einer Angabe im Programmbeschrieb, wie die Kompetenzbereiche gewichtet werden, als arithmetisches Mittel der Totale der Kompetenzbereiche berechnet. 23 Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.6 (Maximum 5), Inhalte total: 2.1 (Maximum 4) Unterteilung der Lernziele in „Knowledge and Understanding“ sowie „Skills“; Die Lernziele von „Knowledge and Understanding“ bewegen sich dementsprechend auf der Kompetenzebene Wissen/Verstehen. Die Skills umfassen die höheren Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene. 12 Auf der Inhaltsebene bewegen sich die meisten Kompetenzen auf der Ebene von verbindenden Fragestellungen innerhalb eines Fachgebiets Betonung von Sozial- und Selbstkompetenzen, insbesondere in den Transferable Skills Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Insgesamt gibt es eine starke Gewichtung der Sozial- und Selbstkompetenzen (umfassen ca. ein Drittel der definierten Gesamtzahl an Kompetenzen im Programmbeschrieb) Es sind einige Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 5), alle im Bereich „Transferable Skills“, wobei es sich mehrheitlich um Fertigkeiten handelt, teilweise um Wissen Beispiele Sozialkompetenzen: o Work effectively with others within the context of a team (Transferable skills, Sozialkompetenzen, Fertigkeiten) o Recognise and use subject-specific theories, paradigms, concepts and principles to develop arguments and discussion (Transferable skills, Sozialkompetenzen, Wissen / Fertigkeiten) In allen Kompetenzbereichen ist mindestens eine Selbstkompetenz definiert (Anzahl total: 7). Es handelt sich um Einstellungen oder Fertigkeiten, teilweise in kombinierter Form Beispiele Selbstkompetenzen: o Demonstrate effective self-management in terms of time, planning and behaviour, motivation, self-starting, individual initiative and enterprise (Transferable skills, Selbstkompetenzen, Einstellungen / Fertigkeiten) o Apply knowledge and understanding to address familiar and unfamiliar problems (Transferable skills, Selbstkompetenzen, Fertigkeiten) 12 Gleichwohl muss offen bleiben, ob die Semantik von „Understanding“ der von „Verstehen“ aus der zugrunde gelegten Taxonomie von Anderson & Kratzwohl entspricht. 24 Vergleich dipl. TechnikerIn HF / Foundation Degree Vergleich der Kompetenzen im Rahmenlehrplan Technik In der folgenden Grafik sind die Totale der Kompetenzbereiche aus dem Rahmenlehrplan HF Technik als Quadrate und für den Foundation Degree als Kreise eingetragen. Thematisch ergeben sich aus den Kompetenzbereichen folgende Entsprechungen: Dipl. TechnikerIn HF (RLP) Führungs-, soziale und kommunikative Kompetenzen Geschäftsleitung Wissensmanagement Fachliche Kompetenzen - Foundation Degree Transferable Skills Intellectual Skills Subject-specific skills Knowledge and Understanding Die jeweiligen Paare sind in gleicher Farbe eingefärbt. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus Vergleich Kompetenzen dipl. TechnikerIn HF und Foundation Degree: Insgesamt liegen die Anforderungen auf der Prozessebene beim dipl. Techniker (3.1, 2.2) höher als beim Foundation Degree (2.6, 2.1), auf der Inhaltsebene sind die Anforderungen vergleichbar Beim Foundation Degree vermindert jedoch das explizite Ausweisen von Wissensanforderungen (Knowledge and Understanding) das Niveau auf der Prozessebene Die einzelnen Kompetenzbereiche sind ähnlich aufgebaut und weisen in den fachlichen Bereichen wie auch den allgemeinen Bereichen ähnliche Anforderungsniveaus auf Ähnlich bei den beiden Bildungsgängen ist die starke Fokussierung auf Sozial- und Selbstkompetenzen sowie der Einbezug von allgemeinen Kompetenzen wie Problemlösetechniken Bei beiden Studiengängen ist nach Abschluss der Einstieg in ein Bachelor-Programm möglich; der Foundation Degree ist jedoch noch expliziter dafür ausgerichtet, als Einstieg in ein Degree-Programm zu dienen (siehe auch Leitziele des Programms) 25 Higher National Diploma (HND) Electrical/Electronic Engineering Einleitende Bemerkung zur Unterscheidung von Foundation Degree und HND (Higher National Diploma): Es handelt sich um zwei englische Parallel-Abschlüsse auf dem gleichen QualifikationsNiveau (Level 5 QCF). Beim HND handelt es sich jedoch um ein reines Assessmentverfahren, das durch Awarding Bodies gesteuert wird. Im Folgenden wird das Beispiel des Pearson BTEC Level 5 HND Diplomas in Electrical and Electronic Engineering (QCF) (Awarding Body: Pearson) vorgestellt. In der Ausrichtung lässt sich tendenziell feststellen, dass der Foundation Degree in einem höheren Masse auf die Aufnahme eines anschliessenden Bachelor-Studiums vorbereitet. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele The HND and HNC are designed to provide a specialist vocational programme, linked to professional body requirements and National Occupational Standards where appropriate, with a strong work related emphasis. The Higher Nationals offer a strong emphasis on practical skills development alongside the development of requisite knowledge and understanding in their sector. Learners are attracted to this strong vocational programme of study that meets their individual progression needs whether this is into employment as a technician or to further study on degree or professional courses. Quelle / Bemerkungen Electrical and Electronic Engineering Specification {Key features S. 18} The BTEC Higher Nationals in Electrical/Electronic Engineering have been developed to focus on: • The education and training of electrical/electronic engineers/technicians who are employed at a professional level in a variety of types of technical work, such as in: electrical, electronic or communication design, manufacture, maintenance and technical services areas of the engineering industry • Providing opportunities for electrical/electronic engineers/technicians to achieve a nationally recognised level 4 or level 5 vocationally specific qualification etc. Umfang 240 Credits (HND), 120 Credits (HNC) -> dies entspricht 120 ECTS für HND, 60 ECTS für HNC {Structure of the qualification S. 4} Die meisten Lernenden im HND absolvieren den Studiengang in Vollzeit / auch Teilzeit möglich. 26 Kompetenzen Die BTEC HNDs befinden sich auf dem Level 5 des QCF (analog Foundation Degrees). Pearson beschreibt die Kompetenzen pro Modul mit Learning Outcomes sowie „Assessment criteria for pass“ für jedes Learning Outcome. Edexcel BTEC Levels 4 and 5 Higher Nationals specification in Engineering Im Folgenden werden die Kompetenzen der vier Pflichtmodule ausgewertet. Total: 65 Kompetenzen ausgewertet (davon 16 Learning Outcomes und 49 Assessment Criteria) Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 13 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) {Core units S. 31ff.) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (65 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (0 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (0 Kompetenzen) Bei den vier Pflichtmodulen handelt es sich um rein fachliche Kompetenzen. In den Wahlmodulen sind vereinzelt Sozial- und Selbstkompetenzen gefragt, z.B. Modul 27: Personal and Professional Development Modul 38: Managing People in Engineering Modul 76: Managing the Work of Individuals and Teams -> jedoch klarer Schwerpunkt auf fachlichen Kompetenzen auch in den diversen Wahlmodulen Curriculum 240 Credits, davon 65 Credits von Pflichtmodulen mind. 125 Credits müssen aus dem Level 5 gewählt werden Edexcel BTEC Levels 4 and 5 Higher Nationals specification in Engineering {Structure of the qualification S. 8} Mandatory core units: • Engineering Science (Level 4, 15 Credits) • Analytical Methods for Engineers (Level 4, 15 Credits) • Project Design, Implementation and Evaluation (Level 5, 20 Credits) • Electrical and Electronic Principles (Level 5, 15 Credits) Zusätzliche „specialist units“ als Wahlmodule -> starke Betonung des modularen Aufbaus mit diversen Wahlmodulen, teilweise übergreifend zwischen HND und HNC Vereinzelt Praxismodule als Wahlmodule {Mode of delivery S. 22} Edexcel gibt den Studiermodus nicht vor, die Ausbildungsinstitutionen sind frei in der Festlegung. Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung 13 Zulassungsvoraussetzungen : • Qualifikation steht grundsätzlich allen offen, welche den Standard erreichen können • gleiche Zugangschancen für alle • Mind. 18 Jahre und in Beschäftigung (bzw. planen einzusteigen) • Lernende mit folgenden Qualifikationen profitieren gemäss Programmbeschrieb schneller vom Programm: {Restrictions on learner entry S. 34} Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 27 o o BTEC National Certificate or Diploma in an engineering discipline GCE level profile that demonstrates strong performance in a relevant subject or an adequate performance in more than one GCE subject Berechtigung: • Fortsetzung im zweiten oder dritten Jahr eines Degree oder Honours Degree-Programms (Top-Up-Programme) • Fortsetzung mit den Berufsqualifikationen des Engineering Council UK Ausbildungsinstitutionen (Auszug) Universities und Colleges (teilw. in Kooperationen miteinander) • Teesside University • University of Derby • London South Bank University • Staffordshire University • Kingston College • TEG International College {Entry prerequisites S. 42} {Key features S. 12} Internetseiten der einzelnen Institutionen Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Pflichtmodul Die beschriebenen Kompetenzen (Learning Outcomes sowie die genauer ausformulierten „Assessment Criteria“ pro Learning Outcome) werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Die Learning Outcomes als übergeordnete Kompetenzen werden für jedes Modul für den Vergleich mit den Ergebnissen der Zuordnung der Assessment Criteria als grauer Punkt dargestellt. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Engineering Science Analytical Methods for Engineers Total Kompetenzen: 16 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 19 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 28 Project Design, Implementation and Evaluation Electrical and Electronic Principles Total Kompetenzen: 16 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 14 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der Kompetenzen der Module Das Total der Kompetenzen der Module wird miteinander verglichen. Dazu wird das Total der Learning Outcomes der einzelnen Module (entspricht den grauen Punkten oben) einander gegenübergestellt. Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Modul und lassen die verschiedenen Module miteinander vergleichen. Das Total wurde mit der Gewichtung der einzelnen Module berechnet. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.5 (Maximum 5), Inhalte total: 1.9 (Maximum 4) Prozessebene: Starke Gewichtung von Kompetenzen im Bereich der Anwendung, bei Modul Projektmanagement etwas höhere Anforderungen Inhaltsebene: sehr häufig verbindende Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets, keine fachübergreifenden Aufgabenstellungen 29 - in den vier Pflichtmodulen sind keine Sozial- und Selbstkompetenzen aufgeführt, in den Wahlmodulen stehen vereinzelte zur Auswahl (jedoch keine starke Gewichtung) -> Starker Fokus auf Fachinhalte Einschränkungen: Die Kompetenzbeschrieben gelten für die vier obligatorischen Units im Umfang von 65 Credits, insgesamt 240 Credits, d.h. viele weitere Wahlmodule, welche hier nicht berücksichtigt sind Hier: Pearson BTEC-Lehrplan, andere Akkreditierungen haben leicht andere Lehrpläne (z.B. in der Zusammensetzung der obligatorischen Module) Vergleich dipl. TechnikerIn HF / HND Electrical/Electronic Engineering - Vergleich der Totale: dipl. Techniker: 3.1 / 2.2, HND: 2.5 / 1.9 Der Rahmenlehrplan für den dipl. Techniker HF weist auf der Prozessebene höhere Kompetenzanforderungen aus, auf der Inhaltsebene etwa vergleichbar Im HND werden die Kompetenzen auf die Module heruntergebrochen, im Rahmenlehrplan Beschrieb von programmübergreifenden Kompetenzen, deshalb Vergleich schwierig Im HND Aufbau viel modularisierter mit sehr wenigen Pflichtmodulen, das Gros ist aus einer grossen Auswahl frei wählbar Im HND viel stärkere Ausrichtung auf rein fachliche Kompetenzen, nur wenige Sozial- und Selbstkompetenzen sowie allgemeine Problemlösekompetenzen in Wahlmodulen Vergleich FdEng / HND - - - Formal gleiches Qualifizierungsniveau beider Programme (QCF 5) Im Hinblick auf die Zulassungsbedingungen und die Berechtigungen sehr ähnlich (siehe Grafik unten); bei Zulassungsbedingungen HND tendenziell noch offener, soll allen interessierten Personen offenstehen HND stärker auf professionelle Akkreditierung ausgerichtet, obwohl die Fortsetzung des Bachelor-Studiums auch möglich ist, FdEng dient jedoch häufiger als Einstieg in ein Bachelorstudium (akademischer Einstieg) Anforderungsniveau scheint sehr vergleichbar, jedoch Vergleich etwas schwierig, da FdEng mit allgemeinen Kompetenzen operiert und HND mit Kompetenzen pro Modul Bei FdEng stärkerer Einbezug allgemeiner Kompetenzen und Fokussierung auf Sozial- und Selbstkompetenzen 30 (Quelle: Programme Specification, University of Derby, S. 9) 31 Zusammenfassung Vergleich Bildungs-/ Studiengänge Technik Leitziele Umfang Kompetenzen Dipl. TechnikerIn HF Elektrotechnik (in rot: Schule XX) • Komplementär zum Hochschulabsolvent • in der Projektierung, im angewandten Engineering und in der praktischen Umsetzung tätig • gehört typischerweise dem Kader an Bachelor FH Elektrotechnik Mind. 3‘600 Lernstunden • aus RLP: Beschrieb der Kompetenzen von generellen Prozessen (64 ausgewertet) • relativ hohe Anforderungen auf der Prozessebene, mittlere Anforderungen auf der Inhaltsebene (3.1, 2.2) • insbesondere die fachlichen Kompetenzen bewegen sich auf einem hohen Niveau auf der Prozessebene, weniger ausgeprägt auf Inhaltsebene • grosser Anteil allgemeiner Kompetenzen (z.B. Problemlösung, Führung) mit teilweise hohen Kompetenzanforderungen (z.B. Wissensmanagement -> Problemlösung) • eher starke Gewichtung von Sozialund Selbstkompetenzen (v.a. Einstellungen) • aus Fächerplan Schule: Beschrieb von übergeordneten Kompetenzen sowie 180 ECTS • aus Studienplan ZHAW: Beschrieb der Lernziele (Kompetenzen) pro Modul (246 ausgewertet) • mittleres Anforderungsniveau (2.2, 1.9) (ohne Vertiefungsmodule) • Prozessebene: starke Fokussierung auf Anwendung • Inhaltsebene: wenige das Fachgebiet übergreifende Aufgabenstellungen • Betonung von Praxisarbeiten mit höherem Anforderungsniveau • kaum Bezug auf Sozial- und Selbstkompetenzen, v.a. Fertigkeiten • technisch anspruchsvolle Aufgaben • Breite Grundlagenkenntnisse sowie eine vertiefte Fachausbildung Engineering Foundation Degree (FdEng) • Address engineering skills gap • To become an Incorporated Engineer • Develop study skills and ability in core engineering subjects • Preparation for a degree course • For mature students to change a career 120 ECTS (240 Credits) • aus Programmspezifikation der U of Kent: Beschrieb der Learning Outcomes (unterteilt nach learning und skills) (35 ausgewertet) • Mittleres Anforderungsniveau (2.6, 2.1) -> Prozessebene tiefer aufgrund von „Knowledge and Understanding“ • Einbezug von allgemeinen Kompetenzen wie Problemlösetechniken (Intellectual skills) • starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen, v.a. Fertigkeiten HND Electrical/Electronic Engineering • specialist vocational programme • strong work related emphasis • practical skills development • into employment as a technician or to further study on degree or professional courses 120 ECTS (240 Credits) • aus Spezifikation Pearson BTEC HND: Beschrieb von Learning outcomes und Assessment criteria pro Modul (65 ausgewertet) • Höheres Anforderungsniveau auf Prozessebene, tieferes auf Inhaltsebene (2.5, 1.9) • Kaum Bezug auf Sozial- und Selbstkompetenzen • Lehrpläne uneinheitlich, was Fokussierung auf allgemeine Kompetenzen betrifft (unterschiedliche Akkreditierungen) 32 • • Curriculum • • • • • Zulassung • • • Berechtigung Ausbildungsinstitutionen Leistungszielen für jedes Fach (1'262 ausgewertet) Einordnung P: 2.3, I: 1.9 Sozial- und Selbstkompetenzen in zwei Fächern (Grundlagenstudium), v.a. Fertigkeiten keine Fächerzuordnung im Rahmenlehrplan starke Gewichtung der allgemeinen Kenntnisse sowie der führungsspezifischen Fertigkeiten (ca. 50% zusammen) fach- und branchenspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten (ca. 50%) Diplomarbeit 1.-3. Semester: Grundlagen, 4.-6. Semester: Fachspezifische Ausbildung einschlägige Abschlüsse Sek II Gymnasiale Maturität mit mehrjähriger Berufspraxis, idealerweise in der Elektrotechnik sur dossier • Nachdiplomstudium an Höheren Fachschulen und Hochschulen • Ing. EurEta (nach 2 Jahren Praxis) • Passarelle zum Bachelor of Science FH in Business Information Technology Ca. 14 Institutionen schweizweit, gleicher Rahmenlehrplan • starke Gewichtung fachlicher Inhalte (Grundlagen und Vertiefung) • unterschiedliche Vertiefungsrichtungen • Allgemeiner Teil, bestehend aus Sprachkompetenzen, zählt 10% • Projektarbeiten und Bachelorarbeit • Betonung der Praxisanbindung • Hoher Anteil optionaler Module • Curricula in den Ausbildungsstätten nicht übereinstimmend • Gewichtung von allgemeinen Fertigkeiten (Intellectual skills) sowie Selbst- und Sozialkompetenzen (Transferable Skills) • Betonung von Praxismodulen (Industrial-applications-Module) • 65 Credits von Pflichtmodulen, restliche 175 Credits frei wählbar -> modulares System, gekoppelt mit HNC • Curricula in den Ausbildungsstätten nicht übereinstimmend • Betonung von fachlichen Kompetenzen • Studiermodus wird von Awarding Body nicht vorgegeben (reine Qualifikation) • technische Berufsmaturität • Absolventen einer HF • gymnasiale Matura mit Praxisnachweis • National Certificate or Diploma in Engineering • A level – 80 points • Unterschiedliche Voraussetzungen je nach Schule (jedoch diverse Zugangsmöglichkeiten) • Master of Science in Engineering an einer FH oder Uni • Weiterbildungsangebote (MAS etc.) an FHs und Universitäten • Zugang zu Bachelorprogrammen im Feld Elektronik als Top-Up • Qualifikation steht grundsätzlich allen offen, gleiche Zugangschancen für alle • mind. 18 Jahre • Sur dossier • Unterschiedliche Voraussetzungen je nach Schule (teilw. etwas strenger, vor allem bei Universitäten) • Zugang zu Bachelorprogrammen im Feld Elektronik als Top-Up • Fortsetzung mit Berufsqualifikationen des Engineering Council UK • diverse Fachhochschulen • Colleges, mit Anbindung/Zertifizierung durch Universities • Colleges (z.B. EdexcelZertifizierung) • Universities (oft eigene 33 Charakteristikum „Betonung allgemeiner Kompetenzen“ „Die vertiefte Fachausbildung“ „Modulares System für Einstieg in Degree-Programm“ Zertifizierungen) „Professionelle Akkreditierung“ 34 Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Grafik werden die Totale der Kompetenzenzuordnungen für die vier analysierten Bildungs-/Studiengänge im Bereich Technik dargestellt (+ Schule XX). 35 Fallanalyse Berufsfeld Hotellerie-Restauration und Tourismus: Hotellerie Schweiz: • dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / dipl. Hôtelier-Restaurateur HF • Bachelor of Science in International Hospitality Management Niederlande: • Associate Degree (Ad) Hotel Management • (HBO) Bachelor Degree International Hospitality Management Inhaltsverzeichnis: Fallanalyse Berufsfeld Hotellerie-Restauration und Tourismus: Hotellerie ............. 1 dipl. Hôtelière-Restauratrice / dipl. Hôtelier-Restaurateur HF .............................................................. 1 Übersicht ....................................................................................................................................................... 1 Auswertung Kompetenzen ......................................................................................................................... 3 Bachelor of Science in International Hospitality Management ............................................................. 8 Übersicht ....................................................................................................................................................... 8 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................10 Vergleich dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / Bachelor of Science in International Hospitality Management ................................................................................................................................................14 Associate Degree (Ad) Hotel Management ...............................................................................................16 Übersicht ......................................................................................................................................................16 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................18 Vergleich dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / Associate Degree (Ad) Hotel Management................22 (HBO) Bachelor Degree International Hospitality Management ..........................................................24 Übersicht ......................................................................................................................................................24 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................26 Vergleich dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / (HBO) Bachelor Degree International Hospitality Management ................................................................................................................................................30 Zusammenfassung .........................................................................................................................................31 Vergleich Bildungs-/Studiengänge Hotellerie.........................................................................................31 Vergleich der Kompetenzen ......................................................................................................................33 Schweiz dipl. Hôtelière-Restauratrice / dipl. Hôtelier-Restaurateur HF Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Dipl. Hôteliers-Restaurateurs HF / dipl. Hôtelières-Restauratrices HF führen Hotel und Gastronomie-Unternehmen; sie nehmen die unternehmerische und betriebswirtschaftliche Fach- und Führungsverantwortung wahr. Dipl. Hôteliers-Restaurateurs HF / dipl. Hôtelières-Restauratrices HF führen KMU-Betriebe der Hotellerie und Gastronomie selbstständig strategisch, operativ und sozial kompetent. Sie erfüllen in grossen nationalen und internationalen Unternehmen der Hotellerie und Gastronomie selbständig Führungsaufgaben in höheren Kaderpositionen. Sie führen selbständig die Unternehmensbereiche Beherbergung und Gastronomie. Im Rahmen der eidgenössisch anerkannten Bildungsangebote der Tertiärstufe im Schweizer Gastgewerbe bilden die Berufs- und höheren Nachprüfungen (eidg. Fachausweise und Diplome) Kader- und Quelle / Bemerkungen Rahmenlehrplan Hotellerie und Gastronomie, 2009 {Summary S. 1} 1 Führungskräfte für spezifische Produktions- und Dienstleistungsbereiche in der Hotellerie und der Gastronomie aus, die höheren Fachschulen (Diplom HF) qualifizieren zur Wahrnehmung gesamtbetrieblicher Fachund Führungsverantwortung in Hotellerie und Gastronomie. Umfang 5‘400 Lernstunden (3‘600 Lernstunden mit gastgewerblichem EFZ) mind. 2 Jahre praktische Berufstätigkeit im Berufsfeld vor Diplomprüfung {Summary S. 1} Kompetenzen Im Rahmenlehrplan wird das Berufsprofil/Kompetenzprofil mit 7 Kompetenzen aufgeführt. Beispiel: • dipl. Hôteliers-Restaurateurs HF / dipl. Hôtelières-Restauratrices HF organisieren und implementieren die Leistungsprozesse, Serviceketten und Arbeitsprozesse zur Erstellung der Dienstleistungen Beherbergung und Verpflegung nach ökonomischen und ökologischen Grundsätzen. {1.2 Berufsprofil /Kompetenzprofil S. 7} Zusätzlich werden die beruflichen Handlungskompetenzen pro Arbeitsfeld und Arbeitsprozess beschrieben: {1.4 Arbeitsfelder und Arbeitsprozesse S. 10ff.} Unternehmensführung mit den Arbeitsprozessen Beherbergung mit den Arbeitsprozessen Gastronomie mit den Arbeitsprozessen 1. Betriebs- und Unternehmensführung 2. Betriebsorganisation 3. Marketing 4. Finanzen 5. Mitarbeiter 6. Beherbergungsleitung 7. Empfang 8. Hauswirtschaft 9. Beherbergungsleitung 10. Restauration 11. Küche Zudem werden zu fünf Themenbereichen grundlegende allgemeine Kompetenzen genannt: Interkulturelle Fragen und Genderfragen; Umweltschutz, nachhaltige Nutzung der Ressourcen; Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz; Sprachkenntnisse; Tourismuswirtschaft Total: 75 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 1 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (71 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (4 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (0 Kompetenzen) 1 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 2 Curriculum Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Arbeitsfelder und die dazugehörigen Arbeitsprozesse: • Unternehmensführung (mind. 1'800 Lernstunden) • Beherbergung (mind. 900 Lernstunden) • Gastronomie (mind. 900 Lernstunden) {4.2 Zeitliche Anteile der Bildungsbereiche S. 25} Grundlegende allgemeine Kompetenzen werden in den Lernstunden der Unternehmensführung eingerechnet. Begleitete Praktika als integrierender Bestandteil in jedem Arbeitsfeld (Total: mind. 30%, höchstens 45% der Lernstunden) 2 Jahre Praxiserfahrung notwendig für Diplomprüfung {4.1 Umfang des Bildungsgangs S. 24} Zulassungsvoraussetzungen: • Abschluss Sek II • Gastgewerbliches EFZ: Verkürzung auf 3'600 Lernstunden • Beherrschung der Unterrichtssprache • Schulen können zusätzliche Aufnahmebedingungen vorsehen bzw. Eignungsabklärungen durchführen {7. Zulassung S. 32} Berechtigung: • Dipl. Hotelmanager NDS HF • Bachelor-Studiengang zu Hotellerie an FH (EHL) (3 Semester) Ausbildungsinstitutionen • • • • • • Hotelfachschule Thun Ecole Hôtelière de Genève EHG SSTH Swiss School of Tourism and Hospitality, Chur/Passugg Schweizerische Hotelfachschule Luzern SHL Scuola Superiore albergiera e del turismo SSAT, Bellinzona Belvoirpark Hotelfachschule Zürich {5. Koordination von schulischen und praktischen Bildungsteilen S. 27} {1.3 Berufliches Umfeld S. 8} {Anhang II: Übersicht ..} http://www.ssth .ch/de/bachelorinternationalhospitalitymanagement (02.05.2016) SBFI. Übersicht Bildungsgänge HF nach Kantonen Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Kompetenzbereich („Kompetenzart“) Die im Rahmenlehrplan Hotellerie und Gastronomie aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Die Einordnung auf der Prozessebene lehnt sich an die Lernzieltaxonomie von Anderson und Krathwohl an 2. Es werden fünf Lernzielkategorien unterschieden, welche die kognitiven Prozesse beschreiben, die dem zu erreichenden Lernergebnis zugrunde liegen. Die kognitiven Prozesse werden in Verbform beschrieben und repräsentieren von links nach rechts ein Kontinuum steigender Komplexität. Die beiden untersten Stufen der Lernzieltaxonomie von Anderson/Krathwohl werden dabei im angewendeten Modell als eine Stufe „Wissen/Verstehen“ zusammengefasst. 2 vgl. Anderson, L.W. & Krathwohl, D. R. (2001). Taxonomy for Learning, Teaching and Assessing. New York u.a.: Longman. 3 Ergänzt wird die Einordnung der kognitiven Denkprozesse um eine Inhaltskomponente 3. Die vom Lehrplan vorgegebenen Inhalte werden für jede Kompetenz einer von vier Stufen zugeordnet, welche von unten nach oben an inhaltlicher Komplexität zunehmen. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Kompetenzen werden im Folgenden pro Arbeitsprozess (in Klammern das jeweilige Arbeitsfeld) dargestellt. Zusätzlich werden zu Beginn die als Berufsprofil/Kompetenzprofil übergreifend formulierten Kompetenzen aufgeführt. 3 Berufsprofil/Kompetenzprofil Betriebs- und Unternehmensführung (Unternehmensführung) Total Kompetenzen: 7 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Betriebsorganisation (Unternehmensführung) Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Marketing (Unternehmensführung) Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 vgl. Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 151 ff. 4 Finanzen (Unternehmensführung) Mitarbeiter (Unternehmensführung) Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Beherbergungsleitung (Beherbergung) Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Empfang (Beherbergung) Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Hauswirtschaft (Beherbergung) Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Gastronomieleitung (Gastronomie) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 5 Restauration (Gastronomie) Küche (Gastronomie) Total Kompetenzen: 10 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Grundlegende allgemeine Kompetenzen Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der Kompetenzbereiche Das Total der einzelnen Arbeitsfelder wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Arbeitsfeld auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Arbeitsfeld und lassen die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde mit einer Gewichtung von 50% der Unternehmensführung und jeweils 25% der Beherbergung und Gastronomie in Anlehnung an die curriculare Aufteilung der Arbeitsfelder aus dem Rahmenlehrplan berechnet. Die grundlegenden allgemeinen Kompetenzen wurden bei der Unternehmensführung eingerechnet. 6 Gewichtung der Lernbereiche Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Lernbereiche ab, wie sie im Rahmenlehrplan Hotellerie und Gastronomie aufgeführt sind. Die grundlegenden allgemeinen Kompetenzen werden gemäss Rahmenlehrplan zur Unternehmensführung gezählt. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 3.1 (Maximum: 5), Inhalte: 2.1 (Maximum: 4) Die übergeordneten Kompetenzen (Berufsprofil/Kompetenzprofil) weisen sehr hohe Anforderungen auf -> es kommt darin ein hoch gestecktes normatives Ziel zum Ausdruck Generell recht hohe Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene, sehr ähnlich bei allen drei Arbeitsfeldern Unternehmensführung, Beherbergung und Gastronomie, vor allem Häufung von Lernzielen auf der höchsten Taxonomiestufe „Gestalten“ (gestalten, organisieren, planen, selbständig umsetzen etc.) Auf der Inhaltsebene liegen die höchsten Kompetenzanforderungen bei der Unternehmensführung (2.4), vom Thema her ist dies plausibel Im Arbeitsfeld Unternehmensführung sind die Kompetenzen bei allen Arbeitsprozessen sehr breit gestreut, insbesondere auf der Prozessebene (verschiedene Taxonomie-Stufen werden angesprochen) Im Arbeitsfeld Beherbergung zeigen sich unterschiedliche Kompetenzanforderungen je nach Arbeitsprozess (z.B. Beherbergungsleitung auf Prozessebene viel höher als Empfang) Im Arbeitsfeld Gastronomie gibt es tendenziell tiefere Kompetenzanforderungen auf der Inhaltsebene mit nur vereinzelten fachübergreifenden Themenstellungen 7 - - Die grundlegenden allgemeinen Kompetenzen beziehen sich auf verschiedene Themen; dabei geht es meist um die Anwendung im Arbeitsbereich, z.B. „Kompetenz zu Arbeitssicherheit: AbsolventInnen sorgen in allen Belangen für die Sicherheit der Gäste und setzen die Vorschriften [...] um“. Da es um übergreifende Themen geht, ist auch die Kompetenzanforderung auf der Inhaltsebene insgesamt höher Von der Verteilung der Lernstunden her ist deutlich, dass das Arbeitsfeld Unternehmensführung mit eher allgemeinen betriebswirtschaftlichen Inhalten relativ stark gewichtet ist Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Der Rahmenlehrplan weist nur wenige Sozialkompetenzen und keine Selbstkompetenzen explizit aus. Die Thematik wird an einigen Stellen in den Umschreibungen der Arbeitsprozesse angesprochen, jedoch nur vereinzelt als Kompetenz explizit gemacht Es sind vereinzelt Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 4), wobei es sich mehrheitlich um Fertigkeiten handelt Beispiele Sozialkompetenzen: Absolventen und Absolventinnen HF... o ... gehen in ihrem Führungsverhalten, in der betrieblichen Organisation, im Umgang mit Gästen und Mitarbeitenden sowie bei den Gästeangeboten und bei den Regelungen für die Mitarbeitenden korrekt und sensibel mit Genderfragen und mit interkulturellen Fragen um. (Grundlegende allgemeine Kompetenzen, Sozialkompetenz, Fertigkeit / (Einstellung)) o … führen Mitarbeitende in ihre Aufgaben ein, führen Mitarbeitergespräche und qualifizieren Mitarbeitende. (Arbeitsprozess Mitarbeiter, Arbeitsfeld Unternehmensführung, Sozialkompetenz, Fertigkeit / (Wissen)) Es sind keine Selbstkompetenzen definiert Bachelor of Science in International Hospitality Management Exemplarisch für einen Bachelor-Studiengang in Hotellerie wurde derjenige der Ecole hôtelière de Lausanne (EHL) untersucht (Fachhochschule Westschweiz). Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele The Bachelor program responds to the increasing complexity and diversity of the hospitality industry and the need to make informed and far-sighted decisions, at both operational and strategic levels. The Bachelor program aims to develop leadership potential by putting students into real-life situations in which they can test and develop their own particular style of leadership. Students work in teams and are involved in projects which focus on present needs and trends. They are prepared for management at both operational and strategic levels, ensured of being in phase with the evolution of the hospitality industry. As well as providing technical knowledge, the program develops those creative, artistic and interpersonal skills which are essential for a career in hospitality. Umfang 180 ECTS (+ zusätzlich Vorbereitungsjahr) Das Studium dauert 4 Jahre (inkl. Vorbereitungsjahr). Quelle / Bemerkungen EHL Course Catalogue 20152016 {Bachelor Program S. 2}, {Concept of the Bachelor Program S. 3} EHL Courses & Credits 8 Kompetenzen Kompetenzen (im Dokument „Objectives“ genannt) sind für jeden Kurs eines Moduls beschrieben z.B. Kurs „Pastry Production“ im Modul „Kitchen I“ im Vorbereitungsjahr: Upon successful completion of this course, students should be able to identify the different zones and equipment in a pastry kitchen, differentiate pastry production according to the various sales outlets and apply appropriate hygiene standards to specific preparations (creams, ice-creams, etc.). ... EHL Course Catalogue 20152016 {Concept of the Bachelor Program S. 3} Total: 164 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 4 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (129 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (33 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (2 Kompetenzen) Curriculum In its structure, the Bachelor program moves from a solid grounding in hospitality service fundaments, through courses on managerial competencies, to advanced management skills and increased opportunities for specialization. Preparatory Year: Variety of operational tasks in both hotel and catering contexts -> Practical experience Courses: • 1. Semester (On-campus): Kitchen I, Kitchen II, Restaurant, Oenology and Beverage Knowledge, Rooms Division, Control and Logistics, Introduction to Hospitality Culture • 2. Semester: Internship (24 weeks) Das Preparatory Year kann auf Antrag erlassen werden (z.B. Studierende mit Berufsmatur und EFZ im Berufsfeld) Year 1: Basic skills, fundamental management concepts Courses: Business Tools, Foundations of Hospitality Management, Communication & Culture EHL Course Catalogue 20152016 {Concept of the Bachelor Program S. 3} http://www.ehl. edu/en/study/ba chelorprogram/detailsbachelorprogram/year-3 (27.04.2016) EHL Policy for Exemption from the Preparatory Year Year 2: Further develop management skills and put them into practice Courses: Business Analysis, Applied Hospitality Management, Communication & Culture III, Internship (24 weeks) Year 3: Strategic management and Electives, Degree Project Courses: Integrated Business Analysis, Integrated Hospitality Management, Advanced Electives, Degree Project Projekt im Abschlussjahr (Degree Project): Individuelle Thesis oder Student Business Project Zwei Praktika (eines in „Operations“ (Preparatory Year), eines in Management (Year 2)) 4 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 9 Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • Abschluss auf Sekundarstufe II mit Universitätszugang • Auswahltests • sprachliche Anforderungen • äquivalente ausländische Abschlüsse (z.B. High-School-Diploma) • EHL: Online Assessment und Selection Day Berechtigung: • EHL: Master of Science HES-SO in Global Hospitality Business • Masterstudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten Ausbildungsinstitutionen • Ecole hotelière Lausanne / Fachhochschule Westschweiz (einziger Schweizer Bachelor-Abschluss im Bereich Hotellerie) http://www.ehl. edu/en/study/ap ply/bachelorapplication/prep aring-yourapplication (27.04.2016) http://www.ehl. edu/en/study/ba chelorprogram/accredi tations (27.04.2016) Websites der Institutionen Weitere international akkreditierte Ausbildungen (Auszug): • VATEL International Business School Hotel & Tourism Management, Martigny (Bachelor Vatel International Hotel Management – French State Level II certified degree) • GLION Institute of Higher Education (Bachelor of Business Administration in Hospitality Management, Bachelor of Arts in Hospitality, Associate Degree in International Hospitality Administration – NEASC Akkreditierung) • Les Roches International School of Hotel Management (Bachelor of Business Administration in International Hotel Management, Bachelor of Business Administration in Global Hospitality Management – NEASC Akkreditierung) Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Modulbereich Die im Kurskatalog aufgeführten Kompetenzen pro Kurs beziehungsweise Modul werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Module des Preparatory Year wurden in einer Grafik zusammengefasst. Die Module der Jahre 1-3 werden einzeln aufgelistet. 10 Preparatory Year Business Tools (Year 1) Total Kompetenzen: 78 Sozialkompetenzen: 3 Selbstkompetenzen: 0 Beinhaltet die Module Kitchen I+II, Restaurant, Oenology and Beverage Knowledge, Rooms Division, Control and Logistics, Introduction to Hospitality Culture, Internship Communication & Culture (Year 1) Total Kompetenzen: 6 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Foundations of Hospitality Management (Year 1) Keine Grafik, da nur eine einzelne Sachkompetenz ausgewiesen (P: 4, I: 3) Total Kompetenzen: 24 Sozialkompetenzen: 23 Selbstkompetenzen: 0 Business Analysis (Year 2) Total Kompetenzen: 11 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Applied Hospitality Management (Year 2) Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 7 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 11 Communication & Culture (Year 2) Internship (Year 2) Keine Grafik, da nur eine einzeln Sachkompetenz ausgewiesen (P: 4, I: 3) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 7 Selbstkompetenzen: 0 Integrated Business Analysis (Year 3) Integrated Hospitality Management (Year 3) Total Kompetenzen: 7 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Electives (Year 3) Total Kompetenzen: 8 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Diploma work (Year 3) Diverse Wahlmodule, keine Auswertung Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der Modulbereiche Das Total der einzelnen Module wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Kurs auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). 12 Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Modulbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde mit den Modulen aus den Jahren 1-3 berechnet (ohne Preparatory Year). Gewichtung der Lernbereiche Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Modulbereiche in ECTS ab. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.8 (Maximum: 5), Inhalte total: 2.6 (Maximum: 4) Auf der Prozessebene insgesamt mittleres Anspruchsniveau, Kompetenzen breit gestreut, jedoch Niveau ansteigend über Studienjahre (z.B. Year 3 mit P: 3.0, I: 2.7) Auf der Inhaltsebene recht hohes Kompetenzniveau, häufiger verbindende Aufgabenstellungen zwischen Fachgebieten, ebenfalls leicht zunehmend über die Studienjahre -> die Charakterisierung der Studienjahre aus dem Programmbeschrieb (siehe 13 - - - Übersicht vorne, z.B. Jahr 3: Strategischer Schwerpunkt) widerspiegelt sich in den Kompetenzanforderungen Einführungsjahr (Preparatory Year) mit Kennenlernen/Üben von praktischen Fähigkeiten in der Hotellerie (z.B. Welcher Wein passt, Wie wird Teig gefertigt? etc.) und damit tieferem Kompetenzniveau Year 1: in einzelnen Modulen (z.B. Business tools) Ausrichtung auf Anwendungskompetenzen, jedoch andere Module (z.B. Foundations of Hospitality Management) mit teilweise höheren Kompetenzanforderungen auf Prozess- sowie Inhaltsebene Year 2: Relativ häufig übergreifende Aufgabenstellungen (v.a. Applied Hospitality Management und Internship) Year 3: Kompetenzanforderungen breit gestreut, häufig höheres Kompetenzniveau auf Prozess- sowie Inhaltsebene Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: einige Sozialkompetenzen (33) und nur vereinzelt Selbstkompetenzen (2) bei den Sozialkompetenzen handelt es sich meist um Fähigkeiten im Bereich der Sprache und Kommunikation, betrifft die Module Communication & Culture I und II Es wird die Handlungsdimension Fertigkeiten angesprochen, teilw. mit Bezügen zu Wissen Beispiele Sozialkompetenzen: o Students will be able to communicate effectively in many personal and professional situations. (Communication & Culture II, Sozialkompetenzen, Fertigkeiten) Es sind insgesamt nur zwei Selbstkompetenzen aufgeführt, wobei diese verschiedene Handlungsdimensionen ansprechen: o Students will be able to explain why and how human cognition, motivation, emotion and behavior influence performance in several professional situations, using main theories seen in class (Foundations of Hospitality Management, Selbstkompetenz, Wissen). o Students will be able to reflect on their own decision-making processes (Internship, Selbstkompetenz, Fertigkeiten / Einstellungen) Vergleich dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / Bachelor of Science in International Hospitality Management Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Tabelle sind die Kompetenzanforderungen der beiden Bildungs-/Studiengänge einander gegenübergestellt. Dipl. Hôtelière-Restauratrice HF Kompetenzen total: Unternehmensführung P: 3.1, I: 2.1 P: 3.4, I: 2.4 Beherbergung Gastronomie P: 3.2, I: 1.9 P: 2.8, I: 1.7 Bachelor of Science in International Hospitality Management Kompetenzen total: P: 2.8, I: 2.6 Die Kurse der „Business“: Unternehmensführung sind Year 1: 2.0, 2.5 schwergewichtig auf die Module Year 2: 3.4, 2.0 im Bereich Business und Year 3: 3.6, 2.6 Hospitality Management verteilt „Hospitality Management“: Year 1: 3.0, 2.5 Year 2: 2.3, 2.6 Year 3: 2.3, 2.0 Viele dieser Kompetenzen P: 1.6, I: 1.9 kommen ähnlich im Preparatory Year vor 14 Allg. Kompetenzen • Interkulturelle Kompetenzen • Umweltschutz • Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz • Sprachkenntnisse • Tourismuswirtschaft Sozial- und Selbstkompetenzen: Einige Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten) Keine Selbstkompetenzen P: 2.5, I: 2.5 Kompetenzen sind verteilt auf verschiedene Module (z.B. IK: Introduction to Hospitality Culture) - - Sozial- und Selbstkompetenzen: Einige Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten), betreffen vor allem Sprachkenntnisse/Kommunikation Nur vereinzelt Selbstkompetenzen - Direkter Vergleich „Marketing“ Im Folgenden sind die Kompetenzen für den Bereich Marketing einander direkt gegenübergestellt. Dipl. Restauratrice-Hôtelière HF Einbettung Marketing Beispiel Konkrete Kompetenzen Arbeitsprozess Marketing (Arbeitsfeld Unternehmensführung) • … analysieren unterschiedliche Marktsituationen anhand verschiedener Marketinginstrumente und formulieren qualitative und quantitative strategische und operative Marketingziele und – massnahmen • … erarbeiten ein Marketingkonzept für einen Hotel- oder Gastronomiebetrieb; sie stimmen es mit den anderen Führungsbereichen ab und nehmen die Vernetzung im Businessplan vor Bachelor International Hospitality Management Kurs „Foundation of Hospitality Marketing“ im Modul „Foundations of Hospitality Management I“ (Year 1) Kurs „Operational Marketing in Hospitality Industry“ im Modul „Foundations of Hospitality Management II“ (Year 2) • … to apply the specific marketing concepts which will allow you to analyze the offer to customer supply and consumer behavior in the hospitality industry (Year 1) • … to apply specific concepts of the marketing mix that will allow you to reach target markets for different types of hospitality operations (Year 2) Erste Erkenntnisse aus dem Vergleich: Einschränkung: Grundsätzlich schwieriger Vergleich, da die Themen in den Modulen der einzelnen Bildungs-, Studiengänge unterschiedlich arrangiert sind Gesamtkompetenzen: HF vor allem Gewichtung eines höheren Kompetenzniveaus auf der Prozessebene, auf Inhaltsebene sind die Kompetenzen bei FH höher ausgeprägt Beim Bachelor klar definiertes Einführungsjahr für praktische Tätigkeiten. Bei dipl. Hôtelière ist dies vermutlich durch die Praxiserfordernis für den Einstieg abgedeckt FH legt stärkeren Fokus auf gesamtbetriebswirtschaftliche Kompetenzen, die „operativen“ Tätigkeiten sind teilweise bereits im Vorbereitungsjahr abgedeckt Sehr starker Fokus der FH auf Sprachkenntnisse, viel weniger stark bei HF bei beiden Studien-/Bildungsgängen eher schwächere Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen, von der Verteilung her eher Sozial- als Selbstkompetenzen Der Bachelor-Studiengang deckt vor allem Fertigkeiten im Bereich der Sprache und Kommunikation bei den Sozialkompetenzen ab einzelne Themen (hier Beispiel Marketing) sind von den Kompetenzen her recht vergleichbar, am Beispiel ist jedoch auch die unterschiedliche Taxonomiestufe der kognitiven Prozesse erkennbar (Verb fett markiert) 15 Niederlande Associate Degree (Ad) Hotel Management Als Beispiel für den Studiengang Associate Degree wird derjenige der Stenden Hogeschool vorgestellt. Die Kompetenzen basieren jedoch grösstenteils auf dem nationalen Kompetenzprofil, d.h. sind generalisierbar. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Gilt für Associate Degree und Bachelor: The programme is intended to teach students such knowledge, attitude and skills in the field of International Hospitality Management that when they complete the programme they are able to perform professional duties in that field and are also eligible for any continued programme. After completing the programme, students should be able to work independently as practitioners of professions and with a critical attitude, and the students should possess competencies at higher professional education level as referred to in Annex A. Careers open to you after graduation include: • Assistance Restaurant Manager • Assistance Front Desk Manager • Assistance Conference Office Manager etc. Umfang 120-123 ECTS Full time, part time and Work-study Quelle / Bemerkungen Hotel Management Teaching and Examination Regulation 20142015 (Curriculum S. 19) https://stenden.c om/ee/studies/in ternationalhospitalitymanagementad/ (03.05.2016) Hotel Management Teaching and Examination Regulation 20142015 (S. 2) (3 Curriculum S. 19) 16 Kompetenzen Kompetenzen basieren auf dem nationalen Anforderungsprofil für “Manager Horecabedrijf” (Manager in Hospitality (Hotel, Freizeit, Catering)) • • (Description of the programme S. 53ff.) Beschrieb von 10 übergeordneten „Competencies of the programme“ (gelten für Bachelor gleichermassen) Beschrieb von „Learning Outcomes“ pro Modul, unterteilt in: o „Year Learning Outcome“ -> gleiche Kompetenz für alle Module des Jahrs o „Module Learning Outcome“ -> Kompetenz pro Modul o „Unit Learning Outcome“ -> Kompetenz pro einzelner Unit, Bezug zu übergeordneten Kompetenzen Beispiel: Modul Operations Design, Unit Revenue Management (2. Jahr) Year Learning Outcome (Jahr 2): Analyse and assess practical and theoretical hospitality scenarios and problems at micro, meso and macro level, utilising appropriate research and analytical tools. Demonstrate knowledge and skills relevant to supervisory positions within a Real World hospitality environment. Module Learning Outcome: Analyse and design operational processes based on the service concept to achieve international industry quality standards. Unit Learning Outcome: Understand the basic principles of revenue management and apply these in the room division of a small hotel Total: 52 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 5 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (38 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (4 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (10 Kompetenzen) Curriculum Das erste Jahr wird als propädeutische Phase mit drei Zielen beschrieben: Orientation, referral, selection. 1. Jahr (Operational level) Resources module Guest Experience module Hospitality Operations module Real World Learning module (10 Wochen Praktikum im Schulhotel) Career Development Programme (3 Curriculum S. 20) 2. Jahr (Tactical level) Operations Design module Hospitality Operations Environment module Hospitality Operations Performance module Business Innovation Project module Career Development Programme Das Curriculum entspricht den ersten zwei Jahren im Bachelor Programm (Ausnahme: Business Innovation Project module) 5 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 17 Kein Praktikum in externem Betrieb, jedoch in schuleigenem Ausbildungsbetrieb Research Projekt am Ende des Studiums Konzept des Problemgesteuerten Unterricht (PBL) als wichtigste Unterrichtsform, Bearbeitung von realen Problemen in kleinen Gruppen Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Ausbildungsinstitutionen (Auszug) Zulassungsvoraussetzungen • Einzelne Vorschriften für verschiedene Abschlüsse Sekundarstufe II: o Diploma in pre-university education (vwo) – gewisse Fächerkombinationen obligatorisch o General senior secondary education (havo) – gewisse Fächerkombinationen obligatorisch o Diploma of secondary vocational education (mbo, level 4) o Diploma of adult Education • Sonderzulassungen möglich • Je nach Schule Zulassungstests Berechtigung: • Einstieg in drittes Jahr eines HBO-Bachelor-Programms • • • • • Stenden Hogeschool NHTV Breda University of Applied Sciences (Ad Toerisme) HZ University of Applied Sciences (Ad Vitaliteitsmanagement & Toerisme) Business School Notenboom University of Applied Sciences (Ad Hospitality & Events Management) (Privatschule) übrige Schulen: nur Bachelor-Programme (2 Admission to the programme S. 11) (2 Admission to the programme S. 17) Internetseiten der einzelnen Institutionen Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Modul Die im Programmbeschrieb der Stenden Hogeschool aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Prozesse werden im Folgenden gebündelt nach Modulen aufgeführt. Das Total (schwarzer Punkt) entspricht dem mit den ECTS-Punkten der einzelnen Units gewichteten Durchschnitt der Unit Learning Outcomes. Zum Vergleich ist als grauer Punkt jeweils noch das Module Learning Outcome aufgeführt. 18 Competencies of the programme Resources (Year 1) Total Kompetenzen: 10 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 1 Guest Experience (Year 1) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Hospitality Operations (Year 1) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Real World Learning (Year 1) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Career Development (Year 1) Keine Darstellung, da ausschliesslich Selbstkompetenzen Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 5 19 Operations Design (Year 2) Hospitality Operations Environment (Year 2) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Hospitality Operations Performance (Year 2) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Business Innovation Project (Year 2) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Career Development Programme (Year 2) Keine Darstellung, da ausschliesslich Sozial- und Selbstkompetenzen Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 4 Vergleich der Kompetenzbereiche Das Total der einzelnen Kompetenzbereiche wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte der Kompetenzen (Unit Learning Outcomes) pro Modul auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde als mit den ECTS-Punkten gewichtetes Mittel der Unit Learning Outcomes berechnet. Zusätzlich sind in der Darstellung die „Competencies of the programme“ sowie die jeweiligen Year Learning Outcomes aufgeführt. 20 Gewichtung der Module Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Modulbereiche in ECTS ab. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.5 (Maximum 5), Inhalte total: 2.3 (Maximum 4) -> mittleres Kompetenzniveau sowohl auf der Prozess- wie auf der Inhaltsebene grosse Streuung in den Anforderungen auf der Ebene der kognitiven Prozesse zwischen den Modulen. Die Module des 1. Studienjahrs weisen dabei ein deutlich tieferes Anforderungsniveau auf als die Module des 2. Studienjahrs Die Year Learning Outcomes (eine Kompetenz für alle Module eines Studienjahr) sind sehr übergreifend formuliert, was sich im hohen Kompetenzniveau auf der Inhaltsebene zeigt Praxismodul (Real World Learning) im 1. Studienjahr mit eher tiefen Anforderungen auf der Prozessebene -> Gewichtung von Anwendung (Interpretation: „operatives“ Praktikum, weniger „Management-Praktikum“ Projektmodul (Business Innovation Project) im 2. Studienjahr mit höherem Kompetenzniveau auf der Prozessebene 21 - Einzelne Programmkomponenten („research project“) machen deutlich, dass der Anschluss an ein Bachelor-Studium nicht nur vorgesehen, sondern auch vorbereitet wird Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Insgesamt gibt es eine starke Gewichtung der Sozial- und Selbstkompetenzen (umfassen ca. einen Viertel der definierten Gesamtzahl an Kompetenzen im Programmbeschrieb) Es sind einige Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 4), wobei es sich mehrheitlich um Fertigkeiten (teilw. in Kombination mit Wissen) handelt, vereinzelt um Einstellungen. Die Kompetenzen umfassen vor allem den Bereich von Sprache und Kommunikation Beispiele Sozialkompetenzen: o Interact with others constructively, and to motivate and lead people towards common goals, respecting diversity, regardless of background and culture (Competencies of the programme, Sozialkompetenzen, Einstellungen) o Demonstrate competency in formal English in reading, writing and speaking at min. CEFR B2 level, with a special focus on speaking skills for meetings and presentation (Resources, Business English, Sozialkompetenzen, Fertigkeiten / Wissen) Die Selbstkompetenzen sind stark gewichtet (Anzahl total: 10) In beiden Studienjahren gibt es ein „Persönlichkeitsentwicklungs-Modul“ für die Entwicklung von Selbstkompetenzen, Schwerpunkte Selbstreflexion, Karriereplanung, Reflexion über bestimmte Module. Diese Module umfassen jeweils ausschliesslich Selbstkompetenzen Die Selbstkompetenzen sprechen explizit alle Handlungsdimensionen an Beispiele Selbstkompetenzen: o Be an independent and responsible learner, able to reflect on their learning and behaviour, in order to steer and regulate their personal development (Competencies of the programme, Selbstkompetenzen, Einstellungen / Fertigkeiten) o Demonstrate knowledge, skills and attitude required to discover yourself (Tools to discover yourself)(Career Development, Selbstkompetenzen, Fertigkeiten / Wissen / Einstellungen) o Demonstrate an understanding of appropriate behaviour in a global context (Career Development Programme, Selbstkompetenzen, Einstellungen / Wissen) Vergleich dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / Associate Degree (Ad) Hotel Management Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Tabelle sind die Kompetenzanforderungen der beiden Bildungs-/Studiengänge einander gegenübergestellt. Dipl. Hôtelière-Restauratrice HF Kompetenzen total: Unternehmensführung P: 3.1, I: 2.1 P: 3.4, I: 2.4 Beherbergung Gastronomie P: 3.2, I: 1.9 P: 2.8, I: 1.7 Ad Hotel Management Kompetenzen total: Der Grossteil der Kurse („Units“) hat Bereiche der Unternehmensführung zum Inhalt, aufgeteilt auf: • generelle betriebswirtschaftliche Kenntnisse (z.B. Financial Accounting) • Auseinandersetzung mit dem Hotel Business Wenig Gewichtung generell Units „Technical Competencies“ im Food&Beverage sowie Room Division im Praktikum (Real P: 2.5, I: 2.3 Diverse P: 1.5, I: 2.0 22 Allg. Kompetenzen • Interkulturelle Kompetenzen • Umweltschutz • Arbeitssicherheit / Gesundheitsschutz • Sprachkenntnisse • Tourismuswirtschaft Sozial- und Selbstkompetenzen: Einige Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten) Keine Selbstkompetenzen P: 2.5, I: 2.5 - World Learning) beinhalten ähnliche Aspekte • Sprachkompetenzen in den zwei Units Business English in den Modulen Resources und Guest Experience • Tourismuswirtschaft in verschiedenen Modulen angesprochen Sozial- und Selbstkompetenzen: Einige Sozialkompetenzen (v.a. Fertigkeiten), betreffen vor allem Sprachkenntnisse/Kommunikation Fokus auf Selbstkompetenz (Karriereplanung, Selbstreflexion) in eigenen Modulen „Career Development“) - - Erste Erkenntnisse aus dem Vergleich: Das Anforderungsniveau auf der Prozessebene liegt beim dipl. Hôtelier deutlich höher, auf der Inhaltsebene jedoch leicht tiefer beim Ad ist das Anforderungsniveau besonders auf der Prozessebene über die Studiendauer deutlich ansteigend, beim dipl. Hôtelier ist ein solch direkter Anstieg nicht erkennbar; insgesamt wirken die Fächer und Gewichtungen jedoch recht vergleichbar ähnlich ist die Formulierung von übergeordneten Lernzielen des Programms ähnlich ist die starke Gewichtung von betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen (Marketing, Finanzen etc.) tendenziell stärker ausgeprägt ist beim Ad der Teil der Unternehmensführung eines Hotelbetriebs, sowohl in Bezug auf betriebswirtschaftliche Instrumente als auch bezogen auf die Auseinandersetzung des Hotelbetriebs mit seinem Umfeld (obwohl auch ein Schwerpunkt darauf beim dipl. Hôtelier liegt) Im Ad sind jedoch sehr viel weniger konkrete Bereiche aus Beherbergung und Gastronomie abgedeckt, nur im Praxismodul (Real World Learning) wird dies angesprochen bei beiden Bildungs-/Studiengängen einige Sozialkompetenzen angesprochen, wohingegen es sich beim Ad hauptsächlich um Kompetenzen im Zusammenhang mit der Sprache und Kommunikation handelt der Ad legt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Selbstkompetenzen in zwei separaten Modulen (Career Development), der dipl. Hôtelier hat keine Selbstkompetenzen aufgeführt in beiden Bildungs-/Studiengängen sind Praktika vorgesehen, im Ad tendenziell ein geringerer Anteil Abschlussprojekt mit Ausarbeitung und Präsentation einer Idee vor Hotelmanagement im Ad; im dipl. Hôtelier wird dies im Rahmenplan nicht explizit vorgegeben (Umsetzung durch einzelne Schulen jedoch prinzipiell möglich) bei beiden Bildungs-/Studiengängen weniger Gewichtung der Sprachkenntnisse als beim Bachelor FH Ad: Methodischer Fokus auf PBL, Methodik im RLP nicht angesprochen 23 (HBO) Bachelor Degree International Hospitality Management Im Folgenden wird der Bachelor der Stenden Hogeschool vorgestellt (Abschluss: Bachelor of Business Administration). Die ersten beiden Studienjahre entsprechen dabei dem Associate Degree. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Gilt für Associate Degree und Bachelor: The programme is intended to teach students such knowledge, attitude and skills in the field of International Hospitality Management that when they complete the programme they are able to perform professional duties in that field and are also eligible for any continued programme. After completing the programme, students should be able to work independently as practitioners of professions and with a critical attitude, and the students should possess competencies at higher professional education level. Die Stenden vermittelt das notwendige Wissen für zukünftige Hotelmanager und -managerinnen in allen wichtigen Funktionsbereichen eines Hotels sowie eines Restaurants: von Kochen über Servieren, Zimmerdienst, Empfang und Reservierung, bis hin zu Marketing und Finanzabteilung. Beispiele für mögliche Berufe sind: Food & Beverage Manager, Rooms Division Manager, Manager eines Kongressbüros etc. Umfang 240 ECTS (4 Jahre) Short track 1.5-3 Jahre Studienjahr 3 und 4 im Ausland absolvierbar Kompetenzen Kompetenzen basieren auf dem nationalen Anforderungsprofil für “Manager Horecabedrijf” • • Quelle / Bemerkungen Hotel Management Teaching and Examination Regulation 20142015 (Curriculum S. 19) Broschüre International Hospitality Management Stenden Broschüre International Hospitality Management Stenden (Description of the programme S. 53ff.) Beschrieb von 10 übergeordneten „Competencies of the programme“ (gelten für Ad gleichermassen) Beschrieb von „Learning Outcomes“ pro Modul, unterteilt in: o „Year Learning Outcome“ -> gleiche Kompetenz für alle Module des Jahrs o „Module Learning Outcome“ -> Kompetenz pro Modul o „Unit Learning Outcome“ -> Kompetenz pro einzelner Unit, Bezug zu übergeordneten Kompetenzen Beispiel: Modul Strategic Hospitality Management, Unit Strategic Analysis (3. Jahr) Year Learning Outcome (Jahr 3): Determine the strategic driving forces and position of hospitality companies. Conduct an applied research project. Demonstrate knowledge and skills relevant to management positions within a Real World hospitality environment. Demonstrate knowledge and understanding of a specialist hospitality sector. Module Learning Outcome: Evaluate the strategic position of a hospitality organisation using the appropriate management theories and tools in order to design a new strategic plan Unit Learning Outcome: Assess the internal and external strategic position of a hospitality organisation and its strategic choices. 24 Total: 66 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 6 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (44 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (9 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (13 Kompetenzen) Curriculum Das Curriculum im 1. und 2. Studienjahr entspricht dem Ad (eine Ausnahme: International Business Communication anstelle Research Projekt am Ende des zweiten Studienjahrs) (3 Curriculum S. 20) 1. Jahr (Operational level) -> Ad 2. Jahr (Tactical level) -> Ad 3. Jahr (Strategical level) • Strategic Hospitality Management • Hospitality Management and Organizational Behaviour • Hospitality Research Project • Career Development Programme • Minors 4. Jahr (Strategical level) • Industrial Placement Spezialisierung über die Minors im 3. Studienjahr (z.B. Event Management, Cruise Management) Praktikum im 4. Studienjahr Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Ausbildungsinstitutionen (Auszug) 6 Zulassungsvoraussetzungen • Einzelne Vorschriften für verschiedene Abschlüsse Sekundarstufe II: o Diploma in pre-university education (vwo) – gewisse Fächerkombinationen obligatorisch o General senior secondary education (havo) – gewisse Fächerkombinationen obligatorisch o Diploma of secondary vocational education (mbo, level 4) o Diploma of adult education • Sonderzulassungen möglich • Je nach Schule Zulassungstests Berechtigung: • Masterprogramme im Fachgebiet • • • • • Stenden Hogeschool Hotelschool The Hague Hotel Management School Maastricht Saxion Hospitality Management School NHTV Breda University of Applied Sciences (2 Admission to the programme S. 11) (2 Admission to the programme S. 17) Internetseiten der einzelnen Institutionen Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 25 Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Modul Die im Programmbeschrieb der Stenden Hogeschool aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Prozesse werden im Folgenden gebündelt nach Modulen aufgeführt. Das Total (schwarzer Punkt) entspricht dem mit den ECTS-Punkten der einzelnen Units gewichteten Durchschnitt der Unit Learning Outcomes. Zum Vergleich ist als grauer Punkt jeweils noch das Module Learning Outcome aufgeführt. Hinweis: Die Module der ersten beiden Studienjahre entsprechen dem Ad und werden nicht nochmals einzeln aufgeführt (Ausnahme: Bachelor-spezifisches Modul International Business Communication im 2. Studienjahr). Competencies of the programme International Business Communication (Year 2) Keine Darstellung, da ausschliesslich Sozialkompetenzen Total Kompetenzen: 10 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 1 Strategic Hospitality Management (Year 3) Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 5 Selbstkompetenzen: 0 Hospitality Management and Organizational Behaviour (Year 3) Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 26 Hospitality Research Project (Year 3) Total Kompetenzen: 1 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Minors (Year 3) Career Development Programme (Year 3) Keine Darstellung, da ausschliesslich Selbstkompetenzen Total Kompetenzen: 1 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Industrial Placement (Year 4) Es liegen keine Kompetenzbeschriebe vor. Total Kompetenzen: 0 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 2 Vergleich der Kompetenzen der Module Das Total der einzelnen Kompetenzbereiche wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte der Kompetenzen (Unit Learning Outcomes) pro Modul auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Einige Module bestehen nur aus einer Unit und haben deshalb nur ein Modul Learning Outcome, so dass dieses verwendet wurde (entspricht den grauen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde als mit den ECTS-Punkten gewichtetes Mittel der Module berechnet. Zusätzlich sind in der Darstellung die „Competencies of the programme“ sowie die jeweiligen Year Learning Outcomes aufgeführt. 27 Gewichtung der Module Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Modulbereiche in ECTS ab. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 3.4 (Maximum 5), Inhalte total: 2.7 (Maximum 4) -> hohes Kompetenzniveau sowohl auf der Prozess- wie auf der Inhaltsebene grosse Streuung in den Anforderungen auf der Ebene der kognitiven Prozesse zwischen den Modulen. Dabei gibt es einen deutlichen Anstieg des Anforderungsniveaus (auf Prozess- wie Inhaltsebene) im 3. und 4. Studienjahr (Bachelor-Teil). Dies entspricht den Angaben im Studienprogramm, dass das 3. und 4. Jahr der strategischen Ebene gewidmet sind 28 3 4 2 1 - - - - Siehe Darstellung: Die Kompetenzanforderungen der vier Studienjahre sind klar voneinander abgrenzbar. Im 1. Jahr: Grundlagen, insbesondere Verständnis und Anwenden auf der Prozessebene. Im 2. Jahr Steigerung des Niveaus vor allem auf der Prozessebene. Im 3. Jahr vor allem Einbezug von übergreifenden Aufgabenstellungen, zudem Fächer mit sehr hohen Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene (v.a. Hospitality Research Project). Im 4. Jahr über das Industrial Placement hohe Kompetenzanforderungen Die beiden Module mit klarem Praxisbezug (Hospitality Research Project im 3. Studienjahr, Industrial Placement im 4. Studienjahr) mit sehr hohen Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene („Gestalten“) sowie mit interdisziplinären Aufgabenstellungen stärkere Gewichtung von Sprachkenntnissen im Bachelor als im Ad: Das Praxisprojekt des Ad im 2. Studienjahr entfällt im Bachelor, dafür Modul „International Business Communication“ erkennbarer „Aufbau“ des Bachelors zum Ad: Praxisbezug (über Praxisarbeiten und Praktikum), strategisch ausgerichtete Fächer, Vertiefung Sprachkenntnisse, Spezialisierungsmöglichkeiten (über Minors) Hinweis: Zu den Vertiefungsfächern (Minors) liegen keine Kompetenzbeschriebe vor Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Insgesamt gibt es eine starke Gewichtung der Sozial- und Selbstkompetenzen (umfassen einen Drittel der definierten Gesamtzahl an Kompetenzen im Programmbeschrieb) bereits in den ersten beiden Studienjahren (= Ad) gibt es diese starke Gewichtung, welche sich im Bachelorteil (3. und 4. Studienjahr) tendenziell noch verstärkt Es sind einige Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 9), wobei es sich mehrheitlich um Fertigkeiten (teilw. in Kombination mit Wissen) handelt, vereinzelt um Einstellungen. Die Kompetenzen umfassen noch stärker als im Ad den Bereich Kommunikation und Sprache mit dem bachelor-spezifischen Modul „International Business Communication“ im 2. Studienjahr Beispiele Sozialkompetenzen: o Interact with others constructively, and to motivate and lead people towards common goals, respecting diversity, regardless of background and culture (Competencies of the programme, Sozialkompetenzen, Einstellungen) o Converse effectively in German / French / Spanish within a hospitality organization on the level of daily operations (supervisory level) in the respective country (International Business Communication, Conversation, Sozialkompetenzen, Fertigkeiten) Die Selbstkompetenzen sind stark gewichtet (Anzahl total: 13) Fokussierung auf Selbstkompetenzen über Module Career Development zieht sich im Bachelor-Programm fort; auch im Modul Industrial Placement (4. Studienjahr) sind zwei Units auf „Personal & Professional Development“ ausgerichtet 29 - Die drei Module Career Development im 1., 2. und 3. Studienjahr umfassen jeweils ausschliesslich Selbstkompetenzen Im Modul Industrial Placement (4. Jahr) sind zwei Units ebenfalls auf Selbstkompetenzen ausgerichtet Die Selbstkompetenzen sprechen explizit alle Handlungsdimensionen an, sind dementsprechend teilweise sehr allgemein formuliert Beispiele Selbstkompetenzen: o Be an independent and responsible learner, able to reflect on their learning and behaviour, in order to steer and regulate their personal development (Competencies of the programme, Selbstkompetenzen, Einstellungen / Fertigkeiten) o Demonstrate the ability to align personal and professional competences with career aspirations (Career Development Programme (3. Jahr), Selbstkompetenzen, Fertigkeiten / Wissen / Einstellungen) o The student is able to demonstrate the ability to make a valuable contribution to the industry by demonstrating and deploying the appropriate personal and personal competencies required to be successful in the industry (Industrial Placement, Selbstkompetenzen, Fertigkeiten / Einstellungen / Wissen) Vergleich dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / (HBO) Bachelor Degree International Hospitality Management Erste Erkenntnisse aus dem Vergleich: Das Anforderungsniveau auf der Ebene der kognitiven Prozesse sowie der Inhalte liegt beim HBO-Bachelor deutlich höher (HF: P: 3.1, I: 2.1 / HBO-Bachelor: P: 3.4, I: 2.7) Der HBO-Bachelor geht mit den Anforderungen im 3. und 4. Studienjahr klar über die Anforderungen des dipl. Hôtelier hinaus, insbesondere mit der Ausrichtung auf strategische Aufgabenstellungen HBO-Bachelor ist von der Dauer her deutlich umfangreicher (240 ECTS), 3-4 Jahre Vollzeitstudium ähnlich ist die Formulierung von übergeordneten Lernzielen des Programms ähnlich ist die starke Gewichtung von betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen (Marketing, Finanzen etc.) bei beiden Bildungs-/Studiengängen einige Sozialkompetenzen angesprochen, wohingegen es sich beim HBO-Bachelor hauptsächlich um Kompetenzen im Zusammenhang mit der Sprache und Kommunikation handelt der HBO-Bachelor legt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Selbstkompetenzen, wozu separate Module und Units existieren, der dipl. Hôtelier hat keine Selbstkompetenzen aufgeführt in beiden Bildungs-/Studiengängen liegt ein Fokus auf Praktika; während der Ad im Vergleich noch weniger Fokus auf Praxisarbeiten legt, ist die Gewichtung im HBO-Bachelor viel stärker Gewichtung von Sprachkenntnissen beim HBO-Bachelor stärker 30 Zusammenfassung Vergleich Bildungs-/Studiengänge Hotellerie dipl. Hôtelière-Restauratrice HF / dipl. Hôtelier-Restaurateur HF Bachelor of Science in International Hospitality Management Associate Degree (Ad) Hotel Management Leitziele • Gesamtbetriebliche Fach- und Führungsverantwortung in Hotellerie und Gastronomie • höhere Kaderpositionen • Management auf operativer sowie strategischer Ebene • kreative, artistische und interpersonelle Fertigkeiten Umfang 3’600 Lernstunden (5’400 ohne einschlägiges EFZ) • aus RLP: Beschrieb der Kompetenzen von Arbeitsprozessen sowie allgemeinen Kompetenzen (75 ausgewertet) • generell recht hohe Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene, mittlere auf der Inhaltsebene (P: 3.1, I: 2.1) • Fokussierung auf Unternehmensführung (betriebswirtschaftliche Kenntnisse), jedoch auch „praktischere“ Module in Arbeitsfeldern Gastronomie und Beherbergung • wenig Gewicht von Sozial- und Selbstkompetenzen (nur Sozialkompetenzen, Fertigkeiten) 180 ECTS (+ zusätzlich Vorbereitungsjahr) • aus Programmbeschrieb Bachelor EHL: Beschrieb von Kompetenzen für jeden Kurs und jedes Modul (164 ausgewertet) • mittlere Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene, höhere auf der Inhaltsebene (P: 2.8, I: 2.6) • Einführungsjahr mit Kennenlernen/Üben von praktischen Fähigkeiten (tiefes Kompetenzniveau) • tendenziell ansteigendes Kompetenzniveau über die Studienzeit (jedoch weniger stringent als bei HBO-Bachelor) • einige Sozialkompetenzen (v.a. Bereich Sprache und Kommunikation), nur vereinzelt Selbstkompetenzen • perform professional duties, eligible for any continued programme • work independently as practicioners of professions and with a critical attitude • competencies at higher professional education level 120 ECTS Kompetenzen • aus Programmbeschrieben Stenden Hogeschool, jedoch auf Basis des nationalen Anforderungsprofils • Beschrieb von Kompetenzen auf Modul- sowie Fächerebene (52 ausgewertet) • eher tieferes Niveau der auf der Prozessebene, mittleres auf Inhaltsebene (P: 2.5, I: 2.3) • Abstufung des Kompetenzniveaus über Studienjahre deutlich erkennbar • starke Gewichtung von betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen • separates Persönlichkeitsentwicklungs-Modul in beiden Studienjahren • starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen (HBO) Bachelor Degree International Hospitality Management • siehe Ad 240 ECTS • aus Programmbeschrieben Stenden Hogeschool, jedoch auf Basis des nationalen Anforderungsprofils • Beschrieb von Kompetenzen auf Modul- sowie Fächerebene (66 ausgewertet) • höhere Niveau der Kompetenzanforderungen auf Prozess- sowie Inhaltsebene (P: 3.4, I: 2.7) • deutlicher Anstieg der Anforderungen im „Bachelor-Teil“ (3. und 4. Studienjahr): strategisch ausgerichtete Fächer, Praktikum, Praxisprojekt • starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenz • Fokus auf Sprachkenntnisse 31 Curriculum Zulassung Berechtigung • keine Fächerzuordnung im Rahmenlehrplan • Arbeitsfelder Unternehmensführung (50%) sowie Beherbergung und Gastronomie (je 25%) • zusätzlich allgemeine Kompetenzen • Praktika als integrierender Bestandteil in jedem Arbeitsfeld (mind. 30%, max. 45% der Lernstunden) • 2 Jahre Praxiserfahrung notwendig für Diplomprüfung • Abschluss Sek II • Verkürzung mit gastgewerblichem EFZ auf 3'600 Lernstunden • Beherrschung der Unterrichtssprache • Dipl. Hotelmanager NDS HF • Bachelor-Studiengänge zu Hotellerie an FH (Top-Up: z.B. letzte drei Semester an EHL) Ausbildungsinstitutionen 6 Institutionen schweizweit, gleicher Rahmenlehrplan Charakteristikum „Fachliches Grundlagenstudium auf drei Pfeilern“ • Einführungsjahr für praktische Tätigkeiten • Starke betriebswirtschaftliche Anteile, insbesondere in höheren Studiensemestern • zwei Praktika (eines „Operations“, eines „Management“) • Praxisprojekt im Abschlussjahr • Hauptteil Pflichtfächer mit Anteil an Wahlfächern • 1. Studienjahr mit Fokus auf operationaler Ebene (Marketing, Finanzen etc.) • 2. Studienjahr mit Fokus auf die Analyse der Prozesse der Organisation • Curriculum entspricht den ersten zwei Jahren im Bachelor Programm (Ausnahme Praxisprojekt) • Praktische Tätigkeiten in schuleigenen Betrieben • PBL als wichtigste Unterrichtsform • 1. und 2. Studienjahr identisch zu Ad (Ausnahme International Business Communication anstelle Praxisprojekt) • 3. Jahr: strategisch ausgerichtete Fächer • 4. Jahr: Praktikum • Spezialisierungen über Vertiefungsmodule • Abschluss auf Stufe Sek II mit Universitätszugang • Auswahltests • Sprachliche Anforderungen • Abschluss Sek II • Sonderzulassungen möglich • je nach Schule Zulassungstests • Abschluss Sek II • Sonderzulassungen möglich • je nach Schule Zulassungstests • EHL: Master of Science HES-SO in Global Hospitality Business • Masterstudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten • EHL / Fachhochschule Westschweiz (einzige Schweizer Akkreditierung) • weitere Institute mit internationaler Akkreditierung „Operativ-strategische Kombi mit praktischem Einführungsjahr“ • Einstieg in drittes Jahr eines HBOBachelor-Programms • Zugang zu Master DegreeProgrammen im Berufsfeld • Stenden Hogeschool • thematisch ähnliche AdStudiengänge (Tourismus, Events) in einigen weiteren FHs • verschiedene Fachhochschulen, teilw. privat „Einstiegsprogramm in Hotellerie“ „Strategische Fortsetzung des Studiums mit Praxisbezug“ 32 Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Grafik werden die Totale der Kompetenzenzuordnungen für die vier analysierten Bildungs-/Studiengänge im Bereich Hotellerie dargestellt. 33 Fallanalyse Berufsfeld Gesundheit: Pflege Schweiz: • dipl. Pflegefachperson HF • Bachelor of Science in Pflege (Pflegefachperson FH) Niederlande: • (HBO) Bachelor of Science in Nursing Inhaltsverzeichnis: Fallanalyse Berufsfeld Gesundheit: Pflege ....................................................................... 1 dipl. Pflegefachperson HF ............................................................................................................................. 1 Übersicht ....................................................................................................................................................... 1 Auswertung Kompetenzen ......................................................................................................................... 4 Bachelor of Science in Pflege (Pflegefachperson FH) .............................................................................. 8 Übersicht ....................................................................................................................................................... 8 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................10 Vergleich dipl. Pflegefachperson HF / Bachelor of Science in Pflege ..................................................14 (HBO) Bachelor of Science in Nursing .......................................................................................................17 Übersicht ......................................................................................................................................................17 Auswertung Kompetenzen ........................................................................................................................19 Vergleich dipl. Pflegefachperson HF / (HBO) Bachelor of Science in Nursing ..................................22 Zusammenfassung .........................................................................................................................................24 Vergleich Bildungs-/Studiengänge Pflege ...............................................................................................24 Vergleich der Kompetenzen ......................................................................................................................26 Schweiz dipl. Pflegefachperson HF Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Die dipl. Pflegefachperson HF trägt die fachliche Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess und für die Ausführung der organisatorischen und medizinisch-technischen Aufgaben, welche ihr delegiert wurden. Sie arbeitet effizient, analytisch, systematisch, evidenzbasiert und reflektiert. Sie berücksichtigt ethische und rechtliche Prinzipien, den Gesundheitszustand, die Bedürfnisse und Ressourcen, das Alter, das Geschlecht, die Biografie, den Lebensstil und die soziale Umgebung der Patientinnen/Patienten sowie das kulturelle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld. Der Bildungsgang zeichnet sich durch seinen praxisorientierten Charakter aus. Umfang Mind. 5‘400 Lernstunden (3'600 Lernstunden für EFZ FaGe) Vollzeit: 3 Jahre Berufsbegleitend möglich (Berufstätigkeit von mind. 50%) Quelle / Bemerkungen Rahmenlehrplan Pflege, 2011 {Arbeitsfeld und Kontext S. 7} {4.1 Ausrichtung des Bildungsganges S. 14} {4.2 Umfang und Dauer des Bildungsganges S. 14} {4.1 Ausrichtung des Bildungsganges} 1 Kompetenzen Im Rahmenlehrplan werden zehn Arbeitsprozesse unterschieden, welche vier Hauptprozessen zugeordnet sind. Für jeden Arbeitsprozess sind Kompetenzen definiert. Die Kompetenzen wurden aus den Arbeitsprozessen abgeleitet: „Sie beschreiben, was eine Fachperson wissen und können muss, um die zentralen beruflichen Aufgaben (d.h. die Arbeitsprozesse) fachgerecht ausführen zu können“ (S. 6). Der Rahmenlehrplan stützt die Definition von „Kompetenzen“ auf die Terminologie des Kopenhagen-Prozesses: „Kompetenzen bezeichnen die Fähigkeit zur Anwendung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Know-how in gewohnten oder neuen Arbeitssituationen. Sie setzt sich aus Wissen (savoir), Fachkompetenz (savoir-faire) und Verhalten (savoir-être) zusammen“ (S. 7). Beispiel Kompetenz zu Arbeitsprozess Pflegeinterventionen: • 3.1 Die dipl. Pflegefachperson HF unterstützt die Patientinnen/Patienten im Erreichen und Erhalten der bestmöglichen Lebensqualität. Sie unterstützt sie in ihrer Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Sie schafft Bedingungen, um sie in Entscheidungsprozesse mit einbeziehen zu können. {2. Berufsprofil mit den zu erreichenden Kompetenzen S. 6ff.} {2.2 Überblick über die Arbeitsprozesse S. 8f.} Hinweis: Da diese Kompetenzen häufig sehr umfassend formuliert sind und verschiedene Kompetenzniveaus ansprechen, wurden sie für die Auswertung falls nötig weiter ausdifferenziert. Hauptprozesse und Arbeitsprozesse Pflegeprozess mit den Arbeitsprozessen 1. Datensammlung und Pflegeanamnese 2. Pflegediagnose und Pflegeplanung 3. Pflegeinterventionen 4. Pflegeergebnisse und Pflegedokumentation Kommunikationsprozess mit den 5. Kommunikation und Arbeitsprozessen Beziehungsgestaltung 6. Intra- und interprofessionelle Kommunikation Wissensmanagement mit den 7. Weiterbildung Arbeitsprozessen 8. Lehr- und Anleitungsfunktion Organisationsprozess mit den 9. Organisation und Führung Arbeitsprozessen 10. Logistik und Administration Total: 35 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 1 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (25 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (6 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (4 Kompetenzen) 1 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 2 Curriculum 10 Arbeitsprozesse in vier Hauptprozessen (siehe Kompetenzen) 3 Lernbereiche: • Schule o Vermittelt beruflich relevante Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft und derer Bezugswissenschaften o Selbständiges Lernen und Fernunterricht umfassen mind. 10% und höchstens 20% der Lernstunden des Lernbereichs Schule o Ausbildung in Theorie für spezifische Arbeitsfelder der Pflege (z.B. Pflege und Betreuung von Menschen mit Langzeiterkrankungen) umfasst max. ein Drittel des Gesamtunterrichts im Lernbereich Schule • Training und Transfer (LTT) o Training von Fähigkeiten und Fertigkeiten; Reflexion und Systematisierung von praktischen Erfahrungen; TransferLernen o erfolgt in Lernumgebung und/oder Übungsanlage • Berufliche Praxis (Praktika) o 72 Wochen; Dauer eines einzelnen Praktikums mind. 16 Wochen und höchstens 24 Wochen o mind. 3 Arbeitsfelder der Pflege durch Praktika abgedeckt Lernbereich Schule: 50%, davon 10% für den Lernbereich LTT Lernbereich berufliche Praxis: 50%, davon 10% für den Lernbereich LTT Der Rahmenlehrplan macht keine Aussage über die Gewichtung der Hauptprozesse, deshalb Rückgriff aus Ausbildungspläne notwendig, z.B. in Bellinzona macht der Pflegeprozess ca. 2/3 des schulischen Teils aus -> siehe weiter unten Auswertung Curriculum Unterschiedliche Curriculumsgestaltung je nach Bildungsinstitution möglich, meist abwechselnd Theorie- und Praxissemester Praxisorientierte Diplom- oder Projektarbeit im letzten Bildungsjahr im Lernbereich Schule Positionierung: - Zulassungsvoraus-setzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • Abschluss Stufe Sek II (EFZ, Fachmittelschule, Matura) • Eignungsabklärung • kürzerer Studiengang für EFZ FaGe (Verkürzung um 1'800 Lernstunden) Berechtigung: • Nachdiplomausbildungen (z.B. im OP-Bereich) • Nachdiplomstudiengänge HF (z.B. dipl. Experte / dipl. Expertin Anästhesiepflege NDS HF) (es ist vorgesehen, diese NDS HFAbschlüsse in das System der Höheren Fachprüfungen (HFP) zu überführen) • CAS, DAS, MAS an Fachhochschulen • HFP: Fachexperte für Infektionsprävention • BP: Medizinische Kodierer Ausbildungsinstitutionen • • Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales, Aarau BZG Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt {4.3 Lernbereich Schule S. 14} {4.4 Lernbereich Training und Transfer S. 15} {4.5 Lernbereich berufliche Praxis S. 15} {4.6 Verteilung der Lernstunden auf die Lernbereiche S. 17} z.B. Ausbildungsplan BGS Chur, Ausbildungsplan SSS in cure infermieristiche, Bellinzona {5.3 Teile des Qualifikationsverfahrens S. 19} {3 Zulassung zum Bildungsgang der höheren Fachschule S. 13} http://www.zag. zh.ch/hoehereberufsbildung/p flege-hf#pflegehf-fuer-fage (Zugriff: 23.08.2016) https://www.sbk .ch/bilbild/karrie re-inpflege.html (Zugriff: 23.08.2016) SBFI. Übersicht Bildungsgänge 3 • • • • • • • • • • • • • Berner Bildungszentrum Pflege Pflegeschule Glarus BGS Bildungszentrum Gesundheit und Soziales, Chur Höhere Fachschule für Gesundheit Zentralschweiz BBZ Schule für Pflegeberufe Schaffhausen Bildungszentrum Gesundheit und Soziales, Olten Bildungszentrum Gesundheit und Soziales, Solothurn BZSL Berufs- und Weiterbildungszentrum Sarganserland BZGS Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheitsberufe St.Gallen Bildungszentrum für Gesundheit, Weinfelden Scuola specializzata superiore in cure infermieristiche, Bellinzona ZAG, Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen Kanton Zürich Careum AG, Bildungszentrum für Gesundheitsberufe, Zürich Hinweis: In der Westschweiz wird die Pflegeausbildung ausschliesslich auf FH-Stufe angeboten. HF nach Kantonen https://www.sbk .ch/bilbild/pfleg eausbildung.ht ml (Zugriff: 23.08.2016) Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Kompetenzbereich Die im Rahmenlehrplan Pflege aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Die Einordnung auf der Prozessebene lehnt sich an die Lernzieltaxonomie von Anderson und Krathwohl an 2. Es werden fünf Lernzielkategorien unterschieden, welche die kognitiven Prozesse beschreiben, die dem zu erreichenden Lernergebnis zugrunde liegen. Die kognitiven Prozesse werden in Verbform beschrieben und repräsentieren von links nach rechts ein Kontinuum steigender Komplexität. Die beiden untersten Stufen der Lernzieltaxonomie von Anderson/Krathwohl werden dabei im angewendeten Modell als eine Stufe „Wissen/Verstehen“ zusammengefasst. Ergänzt wird die Einordnung der kognitiven Denkprozesse um eine Inhaltskomponente 3. Die vom Lehrplan vorgegebenen Inhalte werden für jede Kompetenz einer von vier Stufen zugeordnet, welche von unten nach oben an inhaltlicher Komplexität zunehmen. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Kompetenzen werden im Folgenden pro Arbeitsprozess (in Klammern der jeweilige Hauptprozess) dargestellt. Als schwarzer Punkt ist das arithmetische Mittel der Einzelkompetenzen pro Arbeitsprozess aufgeführt. 2 3 vgl. Anderson, L.W. & Krathwohl, D. R. (2001). Taxonomy for Learning, Teaching and Assessing. New York u.a.: Longman. vgl. Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 151 ff. 4 Datensammlung und Pflegeanamnese (Pflegeprozess) Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Pflegeintervention (Pflegeprozess) Pflegediagnose und Pflegeplanung (Pflegeprozess) Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Pflegeergebnisse und Pflegedokumentation (Pflegeprozess) Total Kompetenzen: 7 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 2 Kommunikation und Beziehungsgestaltung (Kommunikationsprozess) Total Kompetenzen: 7 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Intra- und interprofessionelle Kommunikation (Kommunikationsprozess) Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 2 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 5 Weiterbildung (Wissensmanagement) Lehr- und Anleitungsfunktion (Wissensmanagement) Keine Grafik, nur Sozialkompetenz Total Kompetenzen: 2 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Organisation und Führung (Organisationsprozess) Total Kompetenzen: 1 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Logistik und Administration (Organisationsprozess) Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Vergleich der Kompetenzbereiche Das Total der einzelnen Hauptprozesse wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Hauptprozess auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Arbeits- und Hauptprozess und lassen die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander vergleichen. Das Total (schwarzes Quadrat) wurde mit der Gewichtung der Arbeitsprozesse im schulischen Teil einer Ausbildungsinstitution (Bellinzona) berechnet, da im Rahmenlehrplan keine Angaben dazu vorliegen. 6 Gewichtung der Lernbereiche Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Hauptprozesse ab, wie sie im Ausbildungsplan der „Scuola specializzata superiore in cure infermieristiche, Bellinzona” aufgeführt sind. Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 3.2 (Maximum: 5), Inhalte: 2.1 (Maximum: 4) Das Kompetenzniveau zwischen den Hauptprozessen ist relativ ähnlich, keine breite Streuung Schwerpunkte auf der Prozessebene bei Anwenden/Bewerten, auf der Inhaltsebene bei verbindenden Fragestellungen Im Pflegeprozess (fachlicher Fokus) ein Anforderungsniveau von P: 3.3, I: 2.1; Schwerpunkt auf der Prozessebene bei Anwenden und Bewerten, auf der Inhaltsebene bei verbindenden Fragestellungen innerhalb des Fachgebiets oder zwischen Fachgebieten Der Kommunikationsprozess (P: 3.5, I: 1.8) umfasst Sach- und Sozialkompetenzen Das Wissensmanagement (P: 3.0, I: 2.0) umfasst jeweils eine Sozial- und eine Selbstkompetenz. Die eine Sachkompetenz ist demzufolge wenig repräsentativ Im Organisationsprozess (P: 2.7, I: 2.2) gibt es einige Kompetenzen auf der Anwendungsstufe Für die Bereiche „Training & Transfer“, „Evaluationen & Diplomarbeit“ sowie „Studienzeit“ liegen keine separaten Kompetenzen vor 7 Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Der Rahmenlehrplan weist im Verhältnis relativ viele Sozial- und Selbstkompetenzen aus, welche in den Hauptprozessen verteilt sind Bei den Sozialkompetenzen (6 Kompetenzen total) handelt es sich um Einstellungs- oder Fertigkeitskomponenten, wobei diese häufig kombiniert sind Beispiele Sozialkompetenzen: Die dipl. Pflegefachperson HF o ... trägt aktiv zur konstruktiven intra- und interprofessionellen Zusammenarbeit bei. (Organisation und Führung, Sozialkompetenz, Einstellungen) o … setzt sich für den bestmöglichen Schutz der Privatsphäre und der Persönlichkeit der Patientinnen/Patienten während der gesamten Betreuungszeit ein. (Kommunikation und Beziehungsgestaltung, Sozialkompetenz, Einstellungen) Die Selbstkompetenzen (4 Kompetenzen total) sind schwerpunktmässig im Pflegeprozess zu finden. Es handelt sich wie bei den Sozialkompetenzen um Aspekte von Einstellungen oder Fertigkeiten, welche angesprochen werden (teilweise kombiniert) Beispiele Selbstkompetenzen: Die dipl. Pflegefachperson HF o ... meistert auch unvorhergesehene und rasch wechselnde Situationen (Pflegeintervention, Selbstkompetenz, Fertigkeiten) o ... respektiert und reflektiert die rechtlichen und beruflichen Normen sowie die ethnischen Grundsätze. Sie setzt sich mit ethischen Dilemmata auseinander und bezieht Stellung (Pflegeergebnisse und Pflegedokumentation, Sozialkompetenz, Einstellungen) Bachelor of Science in Pflege (Pflegefachperson FH) Die Auswertung stützt sich auf die Abschlusskompetenzen der FH-Gesundheitsberufe der Schweiz, welche von der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen (KFH) im Jahr 2009 erarbeitet wurden. Für weitere Informationen (z.B. Curricula) wurden die Internetseiten von einzelnen Ausbildungsinstitutionen konsultiert. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Nach Abschluss der Ausbildung mit einem Bachelor of Science FH in Pflege übernehmen die Absolventinnen und Absolventen Verantwortung für komplexe und anspruchsvolle Pflegeaufgaben und fachliche Führung in der Pflegepraxis. Sie denken im Beruf kritisch und begründen ihr Handeln wissenschaftlich fundiert. Sie sind gewohnt, den modernen, interdisziplinären Kontext wahrzunehmen und sich als Partner einzubringen. Der Abschluss ist zugleich Grundlage für mögliche Nachdiplomstudien oder eine eventuelle Masterausbildung. Umfang 180 ECTS Als Vollzeitstudium oder berufsbegleitendes Studium für Pflegefachpersonen HF oder FaGe und FaBe möglich Quelle / Bemerkungen https://www.ges undheit.bfh.ch/d e/bachelor/pfleg e.html (Zugriff: 11.08.2016) s.o. 8 Kompetenzen Abschlusskompetenzen für Gesundheitsberufe FH der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen: Ergotherapie, Ernährungsberatung, Hebamme, medizinisch-technische Radiologie, Pflege, Physiotherapie Die Kompetenzen sind auf zwei Ebenen angesiedelt: Die allgemeinen Kompetenzen sind für alle Gesundheitsberufe gleich, die berufsspezifischen Kompetenzen wurden für jeden Beruf unterschiedlich definiert, wobei auf horizontale Vergleichbarkeit geachtet wurde. Schlussbericht der Abschlusskompetenzen FHGesundheitsberufe {3.3 Methodisches Vorgehen und Rahmenkonzept S. 14ff.} Die Erarbeitung der berufsspezifischen Kompetenzen basiert auf dem Referenzmodell von CanMEDS 2005, welches für die MedizinerAusbildung in Kanada erarbeitet wurde. Kompetenzbegriff in CanMEDS (zit. im Bericht): „Prozess, der darin besteht, die grundlegenden Fähigkeiten zu definieren, welche es gestatten, die verfügbaren Erkenntnisse über wirksames Handeln in nutzbringende Elemente für die Ausbildung zu übersetzen (S. 15).“ Dabei wird eine Vielzahl von Kompetenzen beschrieben und in „Metakompetenzen“ oder Rollen verdichtet. Es wurden 4 Kategorien als allgemeine Kompetenzen für die Gesundheitsberufe formuliert: Gesundheitspolitisches Orientierungswissen Berufsspezifische Expertise und Methodenkompetenz Professionalität und Verantwortungsbewusstsein Fähigkeiten betr. Kommunikation, Interaktion, Dokumentation Anhang I Projekt Abschlusskompetenzen Gesundheitsberufe FH Zusätzlich wurden 7 Rollen als berufsspezifische Kompetenzen für Pflege formuliert: Rolle des Experten in Pflege Rolle des Kommunikators Rolle des Teamworkers Rolle des Managers Rolle des Health Advocates Rolle des Lernenden und Lehrenden Rolle als Professionsangehöriger Die jeweiligen Kompetenzen wurden getrennt für Bachelor- und Masterstufe festgelegt. Total: 42 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 4 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (21 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (12 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (9 Kompetenzen) 4 Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 9 Curriculum Curriculum schulspezifisch (Beispiel ZHAW): Zwei Drittel des Studiums an der ZHAW, ein Drittel in Praktika • Berufsspezifische Module inkl. Wahlmodule (81 ECTS) • Bachelorarbeit (12 ECTS) • Praktika (60 ECTS) • Interprofessionelle Module (27 ECTS) Drei Praktika in unterschiedlichen Schwerpunktgebieten, insgesamt 44 Wochen Dauer Unterrichtsformen: Vorlesungen, Studium in Kleingruppen und praktische Übungssequenzen Teilweise Vertiefungsmodule im letzten Studienjahr (z.B. FHSG) Positionierung: - Zulassungsvoraus-setzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • Berufsmaturität, Fachmaturität, gymnasiale Maturität • evtl. Vorpraktikum (siehe unten) • Persönliche Voraussetzungen: Sozial- und Kommunikationskompetenz, schnelle Auffassungsgabe etc. • Eignungsabklärung Ohne Fachmaturität Gesundheit oder FaGe mit Berufsmaturität ist ein Zusatzmodul von 12 Monaten (Praktikum) obligatorisch, davon mind. 2 Monate vor Studienbeginn zu absolvieren https://www.zh aw.ch/de/gesun dheit/studium/b achelorstudium/ bachelorpflege/#c11492 (Zugriff: 12.08.2016) https://www.zh aw.ch/storage/g esundheit/ueber -uns/infobroschueren/bsc /broschuere-bscpflege-zhawgesundheit.pdf (Zugriff: 12.08.2016) Berechtigung: • Masterstudiengang FH Pflege • Weiterbildung: CAS, DAS, MAS Ausbildungsinstitutionen (Auswahl) • • • • • Berner Fachhochschule ZHAW FHS St.Gallen Kalaidos Fachhochschule Schweiz HES-SO / Fachhochschule Westschweiz Websites der Institutionen Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Modulbereich Die im Bericht Projekt Abschlusskompetenzen Gesundheitsberufe FH aufgeführten Kompetenzen pro Kategorie der allgemeinen Kompetenzen beziehungsweise pro Rolle der berufsspezifischen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Die Berechnung des Totals (schwarzer Punkt) erfolgt als arithmetisches Mittel der Einordnung der Einzelkompetenzen pro Kategorie oder Rolle. 10 Allgemeine Kompetenzen Gesundheitspolitisches Orientierungswissen Total Kompetenzen: 2 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Professionalität und Verantwortungsbewusstsein Berufsspezifische Expertise und Methodenkompetenz Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 0 Fähigkeiten betr. Kommunikation, Interaktion, Dokumentation Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 5 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 3 Berufsspezifische Kompetenzen Rolle des Experten in Pflege Rolle des Kommunikators Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 3 Selbstkompetenzen: 0 11 Rolle des Teamworkers Rolle des Managers Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 3 Selbstkompetenzen: 0 Rolle des Health Advocates Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 1 Rolle des Lernenden und Lehrenden Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 2 Selbstkompetenzen: 0 Rolle als Professionsangehöriger Total Kompetenzen: 4 Sozialkompetenzen: 1 Selbstkompetenzen: 2 Keine Grafik, nur Selbstkompetenzen Total Kompetenzen: 3 Sozialkompetenzen: 0 Selbstkompetenzen: 3 Vergleich der Modulbereiche Das Total der einzelnen Module wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte pro Kurs auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Modulbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde mit der Gewichtung der berufsspezifischen Module für die berufsspezifischen Kompetenzen (75%) und mit der Gewichtung der interprofessionellen Module für die allgemeinen Kompetenzen (25%) berechnet (gemäss der Curriculums-Gewichtung der ZHAW). Die Rollen innerhalb der berufsspezifischen Kompetenzen wurden mangels detaillierterer Angaben gleich gewichtet. 12 Gewichtung der Lernbereiche Die folgende Darstellung bildet die Gewichtung der einzelnen Modulbereiche in ECTS ab (Quelle: ZHAW). Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 2.7 (Maximum: 5), Inhalte total: 2.3 (Maximum: 4) Auf der Prozessebene insgesamt mittleres Anspruchsniveau, insbesondere die Taxonomiestufen „Anwenden“ und „Bewerten“ werden angesprochen Auf der Inhaltsebene recht hohes Kompetenzniveau, häufiger verbindende Aufgabenstellungen zwischen Fachgebieten Die allgemeinen Kompetenzen beinhalten ein eher tieferes Kompetenzniveau auf der Prozessebene (2.0), ein höheres auf der Inhaltsebene (2.4) Bei den berufsspezifischen Kompetenzen liegt das Kompetenzniveau auf der Prozessebene höher (3.0), auf der Inhaltsebene tiefer (2.2) Der Pflegeprozess (Rolle des Experten in Pflege) beinhaltet relativ hohe Kompetenzen auf der Prozessebene und mittlere auf der Inhaltsebene (P: 3.7, I: 2.3) Die Rollen des Teamworkers und des Health Advocates beinhalten die höchsten Anforderungen auf der Inhaltsebene Die Rolle des Lernenden und Lehrenden beinhaltet die höchsten Anforderungen auf der Prozessebene 13 - Für die Bachelorarbeit werden keine separaten Kompetenzen ausgewiesen Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: sehr starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen (12 Sozialkompetenzen, 9 Selbstkompetenzen von total 42 Kompetenzen) Die Sozial- und Selbstkompetenzen verteilen sich auf die allgemeinen und die berufsspezifischen Kompetenzen 5 von 7 Rollen bei den berufsspezifischen Kompetenzen beinhalten zumindest eine Sozialkompetenz Es handelt sich häufig um Fertigkeiten, teilweise auch um Einstellungen, wobei der Bezug zur Handlungsdimension Wissen häufig ebenfalls vorhanden ist Beispiele Sozialkompetenzen: o Sie entwickeln ein gemeinsames Verständnis einer Pflegesituation und setzen bei Bedarf das Konfliktmanagement gezielt ein. (Rolle des Kommunikators, Sozialkompetenz, Wissen / Fertigkeit) o Sie übernehmen die Verantwortung im Interesse der Patienten in professionellen (skills mix) und interprofessionellen Teams für eine qualitativ hochstehende, wirksame, effiziente und kontinuierliche Pflege. (Rolle des Experten in Pflege, Sozialkompetenz, Fertigkeit) o Sie engagieren sich innerhalb eines interdisziplinären und interprofessionellen Teams und vertreten eine optimale patientenorientierte Pflege. (Rolle des Teamworkers, Sozialkompetenz, Einstellung) Die Selbstkompetenzen sind ebenfalls in unterschiedlichen Rollen definiert, jedoch schwerpunktmässig in der Rolle des Lernenden und Lehrenden sowie in der Rolle als Professionsangehöriger. Zudem sind für die allgemeine Kompetenz „Professionalität und Verantwortungsbewusstsein“ drei Selbstkompetenzen definiert. Die Selbstkompetenzen beziehen sich häufig auf Einstellungen, vereinzelt auch auf Wissen oder Fertigkeiten. Beispiele Selbstkompetenzen: o Sie handeln engagiert und nach ethischen Prinzipien, nehmen ihre Verantwortung gegenüber Individuum, Gesellschaft und Umwelt wahr und wahren das Selbstbestimmungsrecht der Personen. (Professionalität und Verantwortungsbewusstsein, Selbstkompetenz, Einstellung) o Sie reflektieren ihr professionelles Wissen, erfassen Lücken und Ressourcen und verbinden ihre klinische Erfahrung, Patientenexpertise und aktuelles evidenzbasiertes Wissen für die Weiterentwicklung der Pflege. (Rolle des Lernenden und Lehrenden, Selbstkompetenz, Wissen / Fertigkeit) o Sie vertreten in der Begegnung mit den Patienten, deren Bezugspersonen und der Gesellschaft eine berufsethische Haltung. (Rolle als Professionsangehöriger, Selbstkompetenz, Einstellung) Vergleich dipl. Pflegefachperson HF / Bachelor of Science in Pflege Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Tabelle sind die Kompetenzanforderungen der beiden Bildungs-/Studiengänge einander gegenübergestellt. Es handelt sich um grobe Entsprechungen, da die einzelnen Kompetenzen teilweise unterschiedlich zusammengefasst bzw. nicht ganz deckungsgleich sind. Dipl. Pflegefachperson HF Kompetenzen total: Pflegeprozess Kommunikationsprozess P: 3.2, I: 2.1 P: 3.3, I: 2.1 P: 3.5, I: 1.8 Bachelor of Science FH in Pflege Kompetenzen total: Rolle des Experten in Pflege Rolle des Kommunikators Rolle des Teamworkers P: 2.7, I: 2.3 P: 3.7, I: 2.3 P: 2.0, I: 1.0 P: 2.0, I: 3.0 14 Wissensmanagement P: 3.0, I: 2.0 Organisationsprozess P: 2.7, I: 2.2 Sozial- und Selbstkompetenzen: Mittlere bis starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen - Rolle des Lernenden und Lehrenden Rolle des Managers + Rolle des Health Advocates + Rolle als Professionsangehöriger + allgemeine Kompetenzen Sozial- und Selbstkompetenzen: Sehr starke Gewichtung von Sozialund Selbstkompetenzen P: 4.0, I: 2.0 P: 2.7, I: 2.0 P: 3.5, I: 3.0 - (Selbstkomp.) P: 2.0, I: 2.4 - Erkenntnisse aus dem Vergleich der Kompetenzen: Die Pflegefachperson HF weist insgesamt ein höheres Anforderungsniveau auf der Prozessebene aus, ein vergleichbares bzw. leicht tieferes auf der Inhaltsebene Im Pflegeprozess liegt das Anforderungsniveau Bachelor FH insbesondere auf der Prozessebene jedoch höher Der Kommunikationsbereich zeigt deutliche Unterschiede auf der Prozessebene; dies ist jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da zur Einstufung des Prozesses bzw. der Rollen nur jeweils eine einzelne Sachkompetenz zur Verfügung stand bezüglich der Systematik der Kompetenzeneinteilung ist die Unterteilung in den eigentlichen Pflegeprozess sowie weitere Prozesse bzw. Rollen ähnlich Die Sozial- und Selbstkompetenzen sind beim Bachelor FH nochmals stärker gewichtet als bei der Pflegefachperson HF; sie umfassen zusätzlich häufiger Wissenskomponenten Im Bachelor FH wird zusätzlich die Rolle des Health Advocates (Thema Gesundheitsprävention/förderung) sowie die Rolle als Professionsangehöriger (Berufsethik, Selbstreflexion etc.) ausgewiesen, wobei vereinzelt Aspekte in den Kompetenzen bei der Pflegefachperson HF ebenfalls erkennbar sind Im Bachelor FH werden zusätzlich allgemeine Kompetenzen genannt, welche häufig themenübergreifend ausgerichtet sind (z.B. Gesundheitspolitisches Orientierungswissen), wodurch auch das eher hohe Anforderungsniveau auf der Inhaltsebene nachvollziehbar ist Bei beiden Kompetenzbeschrieben handelt es sich um modulübergreifende Formulierungen aus Rahmenlehrplänen, so dass für eine Gewichtung der Einzelkompetenzen auf Studienpläne einzelner Ausbildungsinstitutionen zurückgegriffen werden musste (bei FH liegen jedoch keine Angaben zur Gewichtung der einzelnen Rollen im Curriculum vor). Ebenso wenig liegen bei beiden Ausbildungsgängen separate Kompetenzen für die Bachelorarbeit bzw. Diplomarbeit vor. Direkter Vergleich „Pflegeprozess“ Im Folgenden sind die Kompetenzen für den Kernprozess Pflege einander direkt gegenübergestellt. Einbettung Pflegeprozess Zuordnung der Kompetenzen Beispiele Sachkompetenzen Dipl. Pflegefachperson HF Pflegeprozess als einer von vier Arbeitsprozessen 20 Kompetenzen total ausgewiesen, davon 15 Sachkompetenzen, 2 Sozialkompetenzen und 3 Selbstkompetenzen P: 3.3, I: 2.1 • Sie nimmt die klinische Beurteilung vor und trifft die ihr zustehenden Entscheidungen. -> P: „Bewerten“, I: „Verbindende Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets“ • Sie führt die Pflegedokumentation der Patientinnen/Patienten vollständig, korrekt und für das intraprofessionelle Team verständlich. -> P: „Anwenden“, I: Bachelor of Science in Pflege Rolle des Experten in Pflege als eine von 7 Rollen bei den berufsspezifischen Kompetenzen 4 Kompetenzen total ausgewiesen, davon 3 Sachkompetenzen und 1 Sozialkompetenz P: 3.7, I: 2.3 • Sie sind verantwortlich für die Pflege, erheben den pflegerischen Handlungsbedarf bei Individuen und Gruppen in allen Lebensphasen, führen die notwendige Pflege aus oder delegieren und evaluieren sie laufend. Das Pflegeangebot schliesst präventive, therapeutische und palliative Massnahmen ein. -> P: „Bewerten“, I: 15 „Grundlegende Sachverhalte und Problemstellungen“ „Verbindende Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets“ • Sie bieten den Patienten und den Angehörigen pflegerische Fachberatung an, welche sich auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und ethnische Grundsätze abstützt. -> P: „Gestalten“, I: „Verbindende Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets“ Erste Erkenntnisse aus dem Vergleich: Die Beschreibung der Kompetenzen in Bezug auf den Kernprozess Pflege nimmt bei der Pflegefachperson HF einen grösseren Raum ein als beim Bachelor FH Beim Bachelor FH sind die wenigen Kompetenzen (4 Kompetenzen) sehr umfassend formuliert, während die Kompetenzen bei der Pflegefachperson HF detaillierter formuliert sind Das Kompetenzniveau auf der Prozessebene liegt beim Bachelor FH höher, wobei dies durch die unterschiedliche Granularität der Kompetenzen beeinflusst sein kann Vergleich der Kompetenzen im Projekt Abschlusskompetenzen Im Rahmen des Projekts Abschlusskompetenzen der Gesundheitsberufe HF wurden als Teilprojekt Delta HF-BSc Pflege die Unterschiede der Bildungs- bzw. Studiengänge Bachelor FH und Pflegefachperson HF herausgearbeitet. Der Bericht kam zu folgenden Schlussfolgerungen (vgl. Anhang III des Abschlussberichts): Abbildung 1: Positionierung der Kompetenzprofile HF, BSc, MSC gemäss Abschlussbericht, S. 22 In der Berufsrolle als Experte/in in der Pflege bestehen nur geringe Differenzen zwischen den beiden Ausbildungen. Als Mehrwert der HF-Ausbildung wurden exemplarisch identifiziert: mit Stress und Angst der Patienten und der Angehörigen umgehen, Pflegediagnosen und Methoden eher auf ein direktes, praxisorientiertes Handeln und Reflektieren ausgerichtet. Umgekehrt wurden auf der Seite der FH-Ausbildung die vertiefte Fachberatung oder die Forschungsbefähigung als Mehrwert festgehalten (vgl. Anhang III). Weitere Grundaussagen des Abschlussberichts (S. 23 sowie Anhang III): Unterschiede manifestieren sich weniger im beruflichen Handeln beim Patienten/Klienten als in anderen Berufsrollen und der beruflichen Perspektive Typisch für FH: Einführung in statistische Methoden und clinical assessment, der Forschungsbezug, die Ausrichtung auf den Wissenstransfer HF: Betonung der Pflege innerhalb eines Betreuungsteams, FH: Betonung der Rolle der Fachperson in einem System bzw. einer Organisation mit interprofessioneller Kommunikation 16 - Unterschiede durch die Selektion beim Zugang, eine andere soziologische Zusammensetzung der Absolventenpopulationen und die längere Unterrichtszeit noch keine abschliessende funktionale Differenzierung Niederlande (HBO) Bachelor of Science in Nursing Die Auswertung stützt sich auf die Kompetenzen „Bachelor Nursing 2020“, welche eine nationale Projektgruppe als Grundlage für 17 Fachhochschulen erarbeitet hat. Die ersten Studiengänge nach der Reform sollen im Herbst 2016 starten. Übersicht Kriterien Ausprägung Leitziele Das Projekt der Überarbeitung der Kompetenzen wird wie folgt begründet: Ausgangspunkt des neuen Studiengangs sind die Veränderungen im Gesundheitswesen (21. Jahrhundert) Schwerpunkte: Unterstützen des Selbstmanagements der Studenten, Klinisches Begründen (clinical reasoning), Prävention Der Fokus liegt auf der Gesundheitsförderung, dem Regenerationsprozess und der Gesundheitsprävention Abgrenzung von Krankenpflege MBO (Sekundarstufe II): Investigative Fähigkeiten, Klinisches Begründen, Umgehen mit komplexen Situationen, initiatives, eigenverantwortliches Vorgehen Umfang 240 ECTS (4 Jahre Vollzeit) Quelle / Bemerkungen Bericht Bachelor Nursing 2020 {S. 7-12} https://nvao.com /system/files/pdf /NQF%20Dutch %20National%2 0Qualifications %20Framework _0.pdf (Zugriff: 15.08.2016) 17 Kompetenzen Die Kompetenzen stammen aus dem Bericht der Steuergruppe Bachelor of Nursing, 2020 Für die Einordnung der Kompetenzen wurde auf die 7 CanMEDS-Rollen (Kanadische „medical education directions for specialists“) abgestützt und dazu 7 Kompetenzbereiche definiert: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. CanMEDS-Rollen Gesundheitsdienstleister Kommunikator Kooperationspartner Reflektierender EBP-Professional (Evidence Based Practice) Gesundheitspromotor Organisator Qualitätsfachperson Kompetenzbereiche Professionell handeln Kommunizieren Kooperieren Kenntnisse der Wissenschaft Soziales Handeln Organisieren Professionalität in der Qualität Bericht Bachelor Nursing 2020 {S. 12-14} (Hinweis: Die Texte wurden aus dem Niederländischen ins Deutsche übersetzt, es sind deshalb kleinere Fehler und Ungenauigkeiten in der Sprache möglich) Zu jeder Rolle werden zuerst allgemeine Kompetenzen genannt, anschliessend zu Teilprozessen Einzelkompetenzen unterteilt in Wissen, Fertigkeiten und Haltungen. Total: 280 Kompetenzen ausgewertet Schwerpunkte der genannten beruflichen Handlungskompetenzen (je dunkler, desto häufigere Zuordnung) in der Kompetenzmatrix mit Kompetenzbereichen und Handlungsdimensionen: 5 Erkennen (Wissen) Werten (Einstellungen) Können (Fertigkeiten) Sachkompetenzen (154 Kompetenzen) Sozialkompetenzen (91 Kompetenzen) Selbstkompetenzen (35 Kompetenzen) Curriculum Das Curriculum für den neuen Studiengang liegt noch nicht vor, wird ab dem Jahr 2016 schrittweise umgesetzt Schulischer Teil mit Praktika kombiniert Positionierung: - Zulassungsvoraussetzungen - Berechtigung Zulassungsvoraussetzungen: • Sekundardiplom HAVO, VWO oder MBO4 (Tertiärstufe) • Abschlüsse aus MBO ausser Wirtschaft und Accountant zugelassen • gleichgestellt, wenn Voll- oder Teilzeit bereits Erfahrung in der Pflege oder Abschluss altes Pflegestudium (Zulassungstest) • Anrechnung „ähnlicher“ ECTS möglich Emailverkehr mit R. Langenberg, Projektverantwortliche, Okt 2015 Berechtigung: • Masterstudiengänge an Universitäten (meistens Soziologie, Psychologie, Orthopädagogik, Gesundheitswissenschaft, Pflegewissenschaft, Public Health Care): jedoch mit Pre-Master an Universität • Masterstudiengang an FH (z.B. Nursing Practice) Ausbildungsinstitutionen 5 17 beteiligte Fachhochschulen: siehe Bericht Bericht {S. 2} Euler, D., & Hahn, A. (2014). Wirtschaftsdidaktik. Bern: UTB Haupt Verlag, S. 144 18 Auswertung Kompetenzen Kompetenzen pro Modul Die im Bericht aufgeführten beruflichen Kompetenzen werden auf den Ebenen „Kognitive Prozesse“ und „Inhalte“ auf ihre Taxonomiestufe überprüft. Jede Sachkompetenz wird einer Stufe auf der Prozessebene und einer Stufe auf der Inhaltsebene zugeordnet. „Kognitive Prozesse“ fokussiert auf die Handlungsdimensionen Wissen und Fertigkeiten aus der Kompetenzmatrix. Einige Sachkompetenzen sprechen zusätzlich zu Wissen und Fertigkeiten Einstellungen an. Diese Komponente wird in der folgenden Auswertung jedoch nicht eigens hervorgehoben. Sozial- und Selbstkompetenzen werden nicht in die Matrix eingeordnet. Mehrere Kompetenzen mit der identischen Zuordnung zeigen sich in der Grafik als grössere Blase. Das Total (schwarzer Punkt) entspricht dem arithmetischen Mittel der Einzelkompetenzen der jeweiligen Rolle. Zum Vergleich ist als grauer Punkt jeweils noch der Mittelwert der allgemeinen Kompetenzen pro Rolle aufgeführt. Rolle 1: Gesundheitsdienstleister Rolle 2: Kommunikator Total Kompetenzen: 52 Sozialkompetenzen: 12 Selbstkompetenzen: 2 Rolle 3: Kooperationspartner Total Kompetenzen: 22 Sozialkompetenzen: 12 Selbstkompetenzen: 1 Rolle 4: Reflektierender EBP-Professional (Evidence Based Practice) Total Kompetenzen: 36 Sozialkompetenzen: 28 Selbstkompetenzen: 0 Total Kompetenzen: 74 Sozialkompetenzen: 19 Selbstkompetenzen: 15 19 Rolle 5: Gesundheitspromotor Rolle 6: Organisator Total Kompetenzen: 24 Sozialkompetenzen: 7 Selbstkompetenzen: 1 Rolle 7: Qualitätsfachperson Total Kompetenzen: 42 Sozialkompetenzen: 9 Selbstkompetenzen: 10 Total Kompetenzen: 30 Sozialkompetenzen: 4 Selbstkompetenzen: 6 Vergleich der Kompetenzbereiche Das Total der Kompetenzen der einzelnen Rollen wird miteinander verglichen. Dazu wurden die Mittelwerte der Kompetenzen pro Rolle auf der Prozess- und Inhaltsebene berechnet (entspricht den schwarzen Punkten in der Tabelle oben). Achtung: Es handelt sich nicht um Ordinalskalen, d.h. die Kategorie „Bewerten“ bewegt sich z.B. nicht im gleichen Abstand zwischen „Analysieren“ und „Gestalten“. Die Zahlenwerte sind demzufolge nicht statistisch relevant. Sie dienen jedoch als Einordnung des durchschnittlichen Kompetenzniveaus pro Bereich und lassen die verschiedenen Kompetenzbereiche miteinander vergleichen. Das Total wurde als arithmetisches Mittel der Kompetenzen der Rollen berechnet, da keine Angaben über die Gewichtung der einzelnen Rollen im Curriculum vorliegen. 20 Erste Erkenntnisse und Interpretationen aus der Auswertung der Kompetenzen: Einordnung der Kognitiven Prozesse total: 1.8 (Maximum 5), Inhalte total: 2.0 (Maximum 4) -> eher tiefes Kompetenzniveau auf der Prozessebene, mittleres Kompetenzniveau auf der Inhaltsebene Das tiefe Niveau auf der Prozessebene hängt unter anderem damit zusammen, dass für jede Ausprägung einer Rolle nebst Haltungen und Fertigkeiten die Handlungsdimension Wissen einzeln ausgewiesen wird und diese Kompetenzen häufig auf der untersten Taxonomiestufe angesiedelt sind Einen Hinweis darauf, dass es sich bei den beschriebenen Einzelkompetenzen tendenziell um Performanzen handelt, liefern auch die allgemeinen Kompetenzen pro Rolle (graue Punkte in den Einzelauswertungen oben), welche stets höher liegen als die Mittelwerte der Einzelkompetenzen insgesamt werden sehr viele Kompetenzen (Performanzen) ausgewiesen (Total 280), wobei sich diese teilweise sehr ähnlich sind Die unterschiedlichen Rollen weisen ähnliche Kompetenzanforderungen auf, keine grosse Streuung zwischen den Rollen innerhalb einer Rolle ist jedoch eine Streuung auf der Prozess- sowie Inhaltsebene vorhanden Hinweise zu den Sozial- und Selbstkompetenzen: Insgesamt gibt es eine sehr starke Gewichtung der Sozial- und Selbstkompetenzen. Die Sozialkompetenzen umfassen rund einen Drittel, die Selbstkompetenzen einen Achtel aller ausgewiesenen Kompetenzen Die Kompetenzen, welche als Haltungen ausgewiesen werden, beziehen sich meist auf Sozialoder Selbstkompetenzen, jedoch sind teilweise auch Kompetenzen, die als Wissen oder Fertigkeiten eingestuft sind, diesen Kompetenzbereichen zuzuordnen Es sind sehr viele Sozialkompetenzen definiert (Anzahl total: 91), wobei es sich mehrheitlich um Einstellungen oder Fertigkeiten handelt, vereinzelt sind sie auch der Handlungsdimension Wissen zuzuordnen. Jede Rolle hat Sozialkompetenzen ausgewiesen. Besonders starke Gewichtung in der Rolle 3: Kooperationspartner. Beispiele Sozialkompetenzen: o … kann mit Emotionen der Pflegebedürftigen umgehen und deeskalierend reagieren. (Rolle 6: Organisator, Förderung der Sicherheit, Sozialkompetenzen, Fertigkeit) 21 … fühlt mit dem Pflegebedürftigen mit, indem echte Aufmerksamkeit auf die Wünsche und Vorlieben des Patienten gelegt wird. (Rolle 4: Reflektierender EBPProfessional, Sozialkompetenzen, Einstellung) o … kennt Konzepte, die bei der Gestaltung einer professionellen Pflegebeziehung eine Rolle spielen. (Rolle 3: Kooperationspartner, professionelle Beziehung, Sozialkompetenzen, Wissen) Die Selbstkompetenzen sind stark gewichtet, jedoch deutlich weniger stark als die Sozialkompetenzen (Anzahl total: 35) Es ist für alle Rollen mindestens eine Selbstkompetenz definiert. Besonders starke Gewichtung in der Rolle 4: Reflektierender EBP-Professional. Die Selbstkompetenzen sprechen meist die Handlungsdimension Einstellungen an, weniger häufig Fertigkeiten Beispiele Selbstkompetenzen: o … wagt es in Abweichung von Standesregeln, Standards und Protokollen zu argumentieren, wenn es unter Berücksichtigung verschiedener Wissensquellen im Interesse des Patienten notwendig erscheint. (Rolle 4: Reflektierender EBPProfessional, Selbstkompetenzen, Einstellung) o … ist sich des eigenen vorbildhaften Verhaltens für die Umsetzung der Sicherheitsbestimmungen bewusst. (Rolle 6: Organisator, Förderung der Sicherheit, Selbstkompetenzen, Einstellung) o … kann die eigene Handlungsweisen, die eigenen Motive, Normen und Emotionen erkennen, kritisch hinterfragen und besprechbar machen. (Rolle 4: Reflektierender EBP-Professional, Professionelle Reflexion, Selbstkompetenzen, Fertigkeit) o - Vergleich dipl. Pflegefachperson HF / (HBO) Bachelor of Science in Nursing Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Tabelle sind die Kompetenzanforderungen der beiden Bildungs-/Studiengänge einander gegenübergestellt. Es handelt sich um grobe Entsprechungen, da die jeweiligen Prozesse bzw. Rollen nicht ganz deckungsgleich sind. Dipl. Pflegefachperson HF Kompetenzen total: Pflegeprozess Kommunikationsprozess P: 3.2, I: 2.1 P: 3.3, I: 2.1 P: 3.5, I: 1.8 Wissensmanagement P: 3.0, I: 2.0 Organisationsprozess P: 2.7, I: 2.2 Sozial- und Selbstkompetenzen: Mittlere bis starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen - (HBO) Bachelor of Science in Nursing Kompetenzen total: Rolle 1: Gesundheitsdienstleister Rolle 2: Kommunikator Rolle 3: Kooperationspartner Rolle 4: Reflektierender EBPProfessional Rolle 6: Organisator Rolle 7: Qualitätsfachperson + Rolle 5: Gesundheitspromotor Sozial- und Selbstkompetenzen: Sehr starke Gewichtung von Sozialund Selbstkompetenzen P: 1.8, I: 2.0 P: 2.0, I: 2.0 P: 1.7, I: 2.3 P: 1.3, I: 2.1 P: 1.7, I: 1.6 P: 2.2, I: 2.2 P: 1.7, I: 1.8 P: 2.1, I: 2.1 - Erste Erkenntnisse aus dem Vergleich: Die Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene sind bei der Pflegefachperson HF durchgängig höher ausgewiesen, auf der Inhaltsebene vergleichbares Niveau Die Kompetenzen, welche beim HBO-Bachelor Rollen zugeordnet sind, finden sich meist in den Prozessen der Pflegefachperson HF wieder; Ausnahme bildet die Gesundheitsförderung, welche im HBO-Bachelor wie bereits im schweizerischen Bachelor ein stärkeres Gewicht erhält Die Sozial- und Selbstkompetenzen sind beim HBO-Bachelor stärker gewichtet 22 - - Es liesse sich begründen, dass sich das spezifische Anspruchsniveau im Hinblick auf die Reflexion durch die Selbstkompetenzen erhöht, die jedoch nicht in den Vergleich einbezogen sind Die Anzahl der Kompetenzen unterscheidet sich stark (HF: 35, HBO-Bachelor: 280), was im Vergleich zu berücksichtigen ist Direkter Vergleich „Pflegeprozess“ Im Folgenden sind die Kompetenzen für den Kernprozess Pflege einander direkt gegenübergestellt. Einbettung Pflegeprozess Zuordnung der Kompetenzen Beispiele Sachkompetenzen Dipl. Pflegefachperson HF Pflegeprozess als einer von vier Arbeitsprozessen 20 Kompetenzen total ausgewiesen, davon 15 Sachkompetenzen, 2 Sozialkompetenzen und 3 Selbstkompetenzen P: 3.3, I: 2.1 • Sie nimmt die klinische Beurteilung vor und trifft die ihr zustehenden Entscheidungen. -> P: „Bewerten“, I: „Verbindende Aufgabenstellungen innerhalb eines Fachgebiets“ • Sie führt die Pflegedokumentation der Patientinnen/Patienten vollständig, korrekt und für das intraprofessionelle Team verständlich. -> P: „Anwenden“, I: „Grundlegende Sachverhalte und Fragestellungen“ (HBO) Bachelor of Science in Nursing Rolle des Gesundheitsdienstleisters als eine von 7 Rollen Die Rolle weist folgende vier Bereiche aus: Klinische Argumentation Durchführung der Pflege Selbstmanagement verstärken Feststellen der Pflege 52 Kompetenzen total ausgewiesen, davon 38 Sachkompetenzen, 12 Sozialkompetenzen und 2 Selbstkompetenzen P: 2.0, I: 2.0 • ... kennt Grundsätze und Prinzipien der Palliativmedizin. -> P: „Wissen/Verstehen“, I: „Grundlegende Sachverhalte und Fragestellungen“ • ... kann anhand klinischer Argumentation die Notwendigkeit der Pflege definieren, indem sie alle Aspekte des menschlichen Funktionierens (physisch, psychisch, funktional und sozial) berücksichtigt. -> P: „Bewerten“, I: „Verbindende Aufgabenstellungen zwischen Fachgebieten - multidisziplinär“ Erste Erkenntnisse aus dem Vergleich: Die Beschreibung der Kompetenzen in Bezug auf den Kernprozess Pflege nimmt bei der Pflegefachperson HF einen grösseren Raum ein als beim HBO-Bachelor Beim Bachelor FH sind die wenigen Kompetenzen (4 Kompetenzen) sehr umfassend formuliert, während die Kompetenzen bei der Pflegefachperson HF detaillierter formuliert sind Das Kompetenzniveau auf der Prozessebene liegt beim HBO-Bachelor höher, wobei dies durch die unterschiedliche Granularität der Kompetenzen beeinflusst sein kann Die Sozialkompetenzen sind beim HBO-Bachelor stärker gewichtet 23 Zusammenfassung Vergleich Bildungs-/Studiengänge Pflege dipl. Pflegefachperson HF Leitziele • Übernahme fachlicher Verantwortung für den Pflegeprozess • Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren in Entscheidungsprozessen • Praxisorientierter Charakter Umfang Kompetenzen 3’600 Lernstunden (5’400 ohne einschlägiges EFZ) • aus RLP: Beschrieb der Kompetenzen von vier Hauptprozessen und insgesamt 10 Arbeitsprozessen (35 ausgewertet) • recht hohe Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene, mittlere auf der Inhaltsebene (P: 3.2, I: 2.1) • im Pflegeprozess (fachlicher Schwerpunkt) ähnliches Anforderungsniveau • starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen Curriculum • Je hälftige Aufteilung auf Schule und Berufliche Praxis (zugeordnet Training und Transfer) • Praktika von total 72 Wochen Dauer Bachelor of Science in Pflege (Pflegefachperson FH) • Übernahme von Verantwortung für komplexe und anspruchsvolle Pflegeaufgaben und fachliche Führung • Wissenschaftliches Wissen, um Prozesse zu analysieren, Konzepte evidenzbasiert zu entwickeln und Lösungen umzusetzen • Berücksichtigung interdisziplinärer Kontext • Basis für Weiterbildungen 180 ECTS (+ zusätzlich Zusatzmodul ohne FaGe) • aus Abschlusskompetenzen für Gesundheitsberufe FH: Beschrieb von Kompetenzen für 7 berufsspezifische Rollen (Basis: CanMEDS) und 4 Kategorien von allgemeinen Kompetenzen für Gesundheitsberufe (42 ausgewertet) • mittlere Kompetenzanforderungen auf der Prozessebene, höhere auf der Inhaltsebene (P: 2.7, I: 2.3) • Der Pflegeprozess beinhaltet relativ hohe Anforderungen auf der Prozessebene, mittlere auf der Inhaltsebene (P: 3.7, I: 2.3) • Ausweis allgemeiner Kompetenzen mit themenübergreifendem Charakter (hohes Anforderungsniveau auf der Inhaltsebene) • starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen (inkl. Berücksichtigung Wissensdimension) • Curriculum schulspezifisch, z.B. o Berufsspezifische Module o Interprofessionelle Module (HBO) Bachelor of Science in Nursing • neu überarbeiteter Studiengang 2016 reagiert auf Herausforderungen des 21. Jh. • Fokus: Selbstkompetenzen, Clinical Reasoning, Prävention • Abgrenzung von MBO-Krankenpflege (Sekundarstufe): Investigative Fähigkeiten, Klinisches Begründen, Umgehen mit komplexen Situationen, initiatives, eigenverantwortliches Vorgehen 240 ECTS • aus Projekt Bachelor Nursing 2020, landesweite Kompetenzen für FH: Beschrieb von Kompetenzen für 7 Rollen (Basis: CanMEDS) (280 ausgewertet) • grosse Fülle an ausgewiesenen Einzelkompetenzen, Aufteilung in Wissen, Fertigkeiten, Haltungen • eher tieferes Niveau auf der Prozessebene, mittleres auf Inhaltsebene (P: 1.8, I: 2.0) • sehr ähnliches Kompetenzniveau der Sachkompetenzen zwischen den Rollen (inkl. Pflegeprozess) • sehr starke Gewichtung von Sozial- und Selbstkompetenzen (in allen Handlungsdimensionen) • keine Angaben, Curricula in Entstehung 24 • Praxisorientierte Abschlussarbeit im schulischen Teil • Unterteilung in vier Arbeitsprozesse: Pflegeprozess, Kommunikationsprozess, Wissensmanagement, Organisationsprozess Zulassung • Abschluss Stufe Sek II • Eignungsabklärung • kürzerer Studiengang für EFZ FaGe • • o Bachelorarbeit o Praktika ca. 2/3 an Schule, 1/3 in Praktika (ZHAW: Praktika von total 44 Wochen Dauer) je nach Institution wählbare Vertiefungsrichtung im letzten Jahr Berufsmaturität, Fachmaturität, gymnasiale Maturität evtl. Vorpraktikum Eignungsabklärung Berechtigung • eidg. Prüfungen (HFP, BP) je nach Fachgebiet • Nachdiplomstudiengänge HF im Bereich • Bachelor-Studiengänge FH im Bereich • Masterstudiengang FH Pflege • Weiterbildungen FH Pflege (CAS, DAS, MAS) Ausbildungsinstitutionen Charakteristikum Höhere Fachschulen in der Deutschschweiz sowie im Tessin „Die praxisorientierte Pflegeausbildung“ • Fachhochschulen • Abschluss Sekundarstufe HAVO, VWO oder MBO4 (Tertiärstufe) • Abschlüsse aus MBO ausser Wirtschaft und Accountant zugelassen • Personen mit Erfahrung in der Pflege oder Abschluss altes Pflegestudium (Zulassungstest) • Anrechnung „ähnlicher“ ECTS möglich • Masterstudiengang an Universität (meistens Soziologie, Psychologie, Orthopädagogik, Gesundheitswissenschaft, Pflegewissenschaft, Public Health Care): jedoch mit Pre-Master an Universität • Masterstudiengang an FH (z.B. Nursing Practice) • Fachhochschulen „Pflegeausbildung mit Wissenschaftsorientierung und interdisziplinärem Ansatz“ “300-Kompetenzen-Pflegeausbildung mit Schwerpunkt Sozialkompetenzen” • • • 25 Vergleich der Kompetenzen In der folgenden Grafik werden die Totale der Kompetenzenzuordnungen für die drei analysierten Bildungs-/Studiengänge im Bereich Pflege dargestellt. 26