der einfluss fernsehübermittelter kommunikation auf die

Werbung
DER EINFLUSS FERNSEHÜBERMITTELTER KOMMUNIKATION
AUF DIE WAHRNEHMUNG POLITISCHER KANDIDATEN
Mirela ABRUDAN
Abstract
The article aims at underlining the influence of media communication on
the perception of political candidates, focusing on television as a filter for
political contents. We attempted to analyze the effects of agenda setting,
framing and priming in the context of political events presented by TV.
Regarding political advertising, we considered the perspectives of marketing
communication, symbolic communication and public relations.
Mirela ABRUDAN
asist. univ. drd.,
Catedra de Comunicare şi Relaţii
Publice, linia de studiu germană,
Facultatea de Ştiinţe Politice,
Administrative şi ale Comunicării,
Universitatea Babeş-Bolyai
Cluj-Napoca
Revista Transilvană
de Ştiinţe ale Comunicării,
4/2007 pp. 3-29
Der vorliegende Aufsatz nimmt sich vor
die Art und Weise zu erklären, in der sich
die Kommunikation vom Kandidatem
aus, zum Wähler ereignet. Zunächst
folgt die Darstellung der Modelle des
Einflusses den die Eliten durch das
fernsehübertragene Ereignis auf die
Wahrnehmung der Wähler ausüben
können. Auch wird die Platzierung
politischer Werbung innerhalb der
Fernsehprogramme begründet, durch die
Bestimmung deren Funktionen. Infolge
der Begrenzung der Spotinhalte, wird das
Phänomem politischer Werbung aus drei
Hinsichten erörtert: aus der Hinsicht der
kognitiven Psychologie, der politischen
Symbolistik und des Wahlmarketings.
Aus dieser letzten Perspektive werden
die Strategien besprochen, die zur
Förderung des Images eines Kandidaten
durch den politischen Spot innerhalb der
3
Wahlkampagne benutzt werden, sowie
auch die Strategien, mit deren Hilfe ein
Kandidat seine Imagekrise analysieren
und überwinden kann.
1. Das Modell des Kommunikationsfluxus
in zwei Schritten (Lazarsfeld)
Gemäss H.D. Laswell (umschrieben von
Pop 2000:9), muss jedes Kommunikationsmodell folgende Fragen beantworten:
wer, was, über welche Wege, wem, mit
welcher Wirkung findet die Kommunikation statt. Das Kommunikationsmodell hat
zwei Schauspieler, den Sender, derjenige
der die Botschaft durch ein Kommunikationskanal dem Empfänger ausrichtet,
und den Empfänger, der die Botschaft
übernimmt und eine Antwort dem Sender
schickt. In dieser Beziehung sind drei
Operationen mit einbegriffen: Codierung,
Decodierung und Feedback. Die Codierung ist der Vorgang durch den Ideen in
Symbole umgewandelt werden. Decodierung ist der Vorgang durch den der
Empfänger dem vom Sender übermittelten
Symbol eine Bedeutung zuschreibt.
Das Feedback ist die Antwort die der
Empfänger dem Sender übermittelt
und die dem Sender mitteilt, wie die
Botschaft decodiert wurde. Abhängig
vom Feedback, strukturiert der Sender
seine neue Botschaft und der Vorgang
wiederholt sich.
T. Newcomb (1998) betrachtete die
Kommunikationsbeziehung als dreieckige
Struktur innerhalb welcher Sender
und Empfänger sich an der Basis der
informativen Struktur befinden und
denselben Gegenstand in einer perfekten
richtlichen Symmetrie betrachten. Der
von ihnen betrachtete Gegenstand ist
die Media, die sich an der Spitze des
Dreiecks befindet und eine pyramidale
Struktur hervorruft.
4
1948 veröffentlichte eine Forschergruppe der Universität aus Columbien
(Lazarsfeld et al, 1948) ein Buch über
die Präsidentenkampagne aus den USA,
mit dem Titel: Voting: A Study of Public
Opinion Formation in a Presidential
Campaign. Innerhalb dieses Studiums
erarbeiteten sie das Kommunikationsmodell in zwei Schritten. Die Forscher
erklärten die Existenz der zwei
Kommunikationsphänomene folgendermassen:
(1) der Kontakt der Öffentlichkeit mit
einer Vielzahl von Ereignissen,
der Empfang einer komplexen
Informationsvielfalt durch die
Massenmedien
(2) innerhalb der Öffentlichkeit gibt
es besser informierte Personen,
die die Informationen aus den
Massenmedien übernehmen und in
ihrem Freundeskreis übermitteln, wo
sie von allen angeeinet werden.
Katz & Lazarsfeld (umschrieben von
Johnson-Cartee und Copeland 1998:98)
sprachen über den Kommunikationstransfer, innerhalb dessen die Massenmedien die Rolle des Filters für die dem
Publikum übermittelten Meinungen
spielen oder die des Übermittlungkanals.
Dementsprechend werden die von den
Eliten übernommenen und von den
Meinungsleadern weiter geleiteten
Informationen jetzt durch die Massenmedien direkt der Öffentlichkeit
übermittelt. Möglicherweise haben
die Gespräche mit den Freunden eine
Zurichtungsrolle der Präferenzen nach
der Programmbesichtigung.
Die erste Situation die das Kommunikationsmodell in zwei Schritten beschreibt
(Lazarsfeld et al 1948):
GEFILTERTE
ELITEN
MEDIEN
FREUNDE, INFORMATION
ŐFFENTLICHMEINUNGSKEIT
LEADER
Abb.1: Kommunikationsmodell der Eliten
nach Lazarsfeld
Die zweite Kommunikationssituation von
der T. Newcomb (1996) sprach, erschienen
gleichzeitig mit der Expansion der Medien
und besonders des Bildfunks:
ELITEN
MEDIEN
ŐFFENTLICHKEIT
Abb.2: Kommunikationsmodell der Eliten
nach T. Newcomb
Weiter werden die zwei Möglichkeiten
beschrieben,
durch
welche
die
Kommunikation
zwischen
Eliten
und Wähler festgelegt wird: die
Wiederspiegelung der Meinungen und
der durch die Medien übermittelten
Informationen von den Meinungsleadern; die Informations- und Meinungsübermittlung von den Eliten direkt an die
Bürger.
2. Die Gespräche mit den Freunden
– integraler Bestandteil der informalen
politischen Kommunikation
Die informale Kommunikation mit den
Freunden hat einerseits die Rolle die
Meinungen der Wähler über die Ereignisse
in denen politische Leader verwickelt
sind zu interpretieren und zuzurichten.
Andererseits setzen sich diese Freunde
als Meinungsgründer und als Persönlichkeitsprototypen durch. Die Kriterien
die die Freunde in der Interpretation der
Fernsehnachrichten benützen, werden
auch von denen die ihnen zühoren,
übernommen. Die Standarde die die
Freunde benutzen um Ereignisse zu
verstehen und zu interpretieren, werden
auch von denjenigen denen sie erklärt
werden angegliechen.
Wright (1986:155) stellte fest, dass
Menschen untereinander über soziale
Probleme sprechen und diese Gespräche
spielen eine wichtige Rolle für die
Bildung öffentlicher Urteile. McLeod,
Becker & Byrnes (1974) behaupteten
ebenfalls, dass Medien einen stärkeren
Effekt auf die Bildung individueller
Meinungen haben, dann wenn die
übermittelten Informationen innerhalb
der interpersonellen Kommunikation
wiederaufgegriffen und wiederinterpretiert werden.
Bezüglich der Art der Informationsbearbeitung seitens politisch schwach
informierter Wähler, stellte Samuel
Popkin (1994:43) fest, dass sich die
Wähler auf die Meinungen anderer
stützen, um eigene Urteile entwickeln
zu können hinsichtlich der Bewertung
der Informationen über die sie verfügen.
Auch wenn sie informiert sind, sind
sie den Beziehungen zwischen den
Informationen nicht bewusst, und auch
nicht dem Einfluss dieser Informationen
auf das eigene Leben.
Sie sind nicht imstande die Nachrichten
gemäss dem eigenen Verstand zu
beurteilen […] auch wenn sie sehr viele
Informationen über die Themenkreise
kennen, wenden sie sich an andere um
Hilfe, weil sie der Informationsbedeutung
unsicher sind und herausfinden wollen,
wie sie andere interpretiert haben
(Popkin 1996:43).
Downs bezog das auf die Unsicherheit der
Wähler bezüglich der eigenen Kentnisse.
Dann wenn sie nicht sicher sind wie sie
die Informationen über die sie verfügen
eingeschätzt haben, oder wenn sie
5
nicht über ausreichende Informationen
verfügen, verlassen sie sich auf die Art in
der eine Person aus ihren Freundeskreis,
der sie vertrauen, die Informationen
beurteilt. Es handelt sich um eine
Strategie der Müheersparung bezüglich
der Lösung eigener Unsicherheiten. In
diesem Fall, bemerkte Popkin (1994:43),
ist es möglich, dass sich die Wähler
Meinungen aneignen, über die sie keine
Informationen haben.
Infolge einer Vielzahl von Meinungsumfragen, durchgeführt vom Allensbacher
Institut aus Deutschland, bot Elisabeth
Noelle-Neuman im Artikel Political
Opinion Polling in Germany eine
andere Interpretation für den Einfluss
der Meinungsleader oder Freunde auf
individuelle Entscheidungen. Dementsprechend können Meinungsleader
oder Freunde bestimmte Wahlabsichten
als vorherrschend für die gesamte
Öffentlichkeit vorstellen. Diese Haltung
veranlasst die Unentschiedenen oder
die auf ihre Entscheidung nsicheren,
ihre wirkliche Wahlentscheidung zu
verschweigen. Um sich von den anderen
durch ihre verschiedene Meinung
nicht abzusondern, treten sie der
vorherrschenden Gruppenentscheidung
bei. Indem sie dieses Phänomen – den sie
als Spirale des Schweigens bezeichnete
– erklärt, bietet Noelle-Neuman eine
Antwort auf die Unterschiede zwischen
den von den Wählern in den Umfragen
ausgedrückten Präferenzen und das
endgültige Wahlergebnis.
Wenn wir die von der deutschen Forscherin
beschriebene Tendenz analysieren,
bemerken wir, dass sich der Einfluss
der Freunde auf die Einschätzungen der
Wähler auswirkt. Es handelt sich um eine
affektive Beziehung die sich zwischen
6
Meinungsleader und demjenigen dem er
Informationen übermittelt, entwickelt.
Lane (1978:44, umschrieben von Iyengar
und Kinder, 1998:34) erklärt dieses
Mechanismus durch eine Verallgemeinerungsoperation die die Wähler in der
Einschätzung der Kandidatenimages
durchführen. Lane (1978) behauptete,
dass sich die Individuen schrittweise aus
der Gruppe der sie angehörten auslösen
und selbstständige Einschätzungen
machen, ihre individuelle Bewertung
bezüglich der Kandidaten jedoch von
dem Verhaltensstil den sie sich innerhalb
der interpersonellen Kommunikation
angeeignet haben, geprägt ist. Lane
erforscht die Beziehung zwischen
Freunden und stellt fest, dass diejenige
Merkmale die in den Wahlkrieterien
der Freunde vorrangig waren, dieselbe
Merkmale sind welche die Wähler in der
Auswahl der Kandidaten berücksichtigen.
In der modernen Gesellschaft, meinte
Lane, gäbe es einige Modelle von
Freundschaft oder Leadern, die sich
in dem Bewusstsein des Individuums
durchsetzen und überschneiden. In den
Einschätzungen der Bürger bezüglich
der Kandidaten, verwenden sie dieselbe
ethische Werte über Gerechtigkeit
und Justiz, die in den interpersonellen
Beziehungen wichtig sind und die sie dazu
veranlassen, bestimmte Leader zu wählen
auf derselben Art wie sie ihre Freunde
auswählen (Lane 1978:81, umschrieben
von Johnson-Cartee Copeland 1998:48).
Luke (1987) stufte diesen Standpunkt
ab, durch die Bemerkung, dass in
der Auswahl der Leader, neben den
Freunden verlangten Attributenset, die
Wähler zusätzlich auch andere, diesen
überlegene Merkmale den Kandidaten
verlangen werden.
3. Die Filter der politischen Kommunikation und die Bearbeitung der politischen Information
Kommentare schliessen in der Ereignisanalyse bestimmte Urteile mit wertendem
Charakter mit ein.
Das zweite Modell der Kommunikation
zwischen Eliten und Wähler, festgesetzt
durch die Medien, ist das Ergebnis der
Expansion des Bildfunks aus den letzten
Jahrzehnten, das den Eliten die Möglichkeit der direkten Ansichtenübermittlung
in Richtung des Publikums erleichtert.
Diese wertende Kommentare werden
am leichtesten on-line aufgenommen
(Holbrook 1998:53) und werden in das
Informationssystem über das der Wähler
bis zu dem Moment verfügt, eingegliedert.
Die on-line Aufnahme bezieht sich
auf die neuste Information mit der der
Wähler in Kontakt getreten ist und die,
wegen ihrem unlängsten Charakter die
grösste Kraft des Wiederaktuellmachens
aufweist. Auf dieser Weise macht der
Wähler durch die neu angegliechene
Information seine Einschätzungen
wieder aktuell, indem er sie den neuen
Anforderungen anpasst. Wenn ein
neues Ereignis auftaucht, reorganisieren
sich die Wertungsmechanismen aus
dem Gedächtnis angesichts der neuen
Anforderungen. Das auf Augenblicksentscheidungen gründende Modell,
so wie es Holbrook nannte, ist ein
erklärendes Modell der Art wie die
Wähler die neuste Information, die mittels
den Medien während einer Kampagne
übermittelt wurde, bearbeitet. Am
Ende der Kampagne, treffen die Wähler
wahrscheinlich eine Entscheidung, die
auf den Wiederaufbau der relevanten
Information gründet, Information die
mittels dem Langzeitgedächnis wieder
aktuell gemacht wird. Die Langzeitinformationen die über eine grosse Kraft
des Wiederaktuellmachens verfügen,
sind informative Pakete die lange Zeit im
Gedächnis des Individuums aufbewahrt
werden. Es sind Informationen die
entweder leicht aufgenommen wurden,
oder angesichts ihrer Bedeutung eine
grosse Relevanz haben, oder einen
starken affektiven Widerhall. Gelman
In ihrem Versuch die eigenen Präferenzen
in der Öffentlichkeit durchzusetzen,
übermitteln die Eliten durch die
Medien die Bedeutungshierarchie der
Problematiken die sie innerhalb der
Regierungspolitik erörtern werden – der
Agenda Setting Effekt. Abhängig davon
wie die politischen Leader ihre Leistungen
wiederspiegeln wollen, wenden sie sich
an die Medien, um sie in den Rahmen
derjenigen Problematiken einzufassen.
Selbst wenn kein Zusammenhang
angedeutet wird zwischen Problematik
und Art wie durch sie das Image des
Kandidaten widerspiegelt ist, veranlasst
der Priming Effekt den Wähler zur
Interpretation der Leistung des Kandidaten, abhängig von der Bedeutung die
der Wähler der Problematik zuschreibt
in der der politische Leader verwickelt
ist (Iyengar und Kinder 1998:98).
Wenn wir über die fernsehübermittelte
politische Information sprechen, beziehen
wir uns nicht auf ihre objektive Form,
sondern auf eine Filterung, auf eine
bestimmte Auswahl der übermittelten
Nachrichten, eine Art Kommentar auf
die Ereignisse, ausgedrückt von
bestimmten Personen, die die Medien
als Meinungsleader antreibt. Diese
Kommentare können selbst den politischen
Leadern
angehören.
Die
7
& King (1978:56, umschrieben von
Holbrook 1998:91) behaupteten, dass
die relevanten Informationen, diejenige
Informationen sind, die eine grosse Kraft
des Wiederaktuellmachens haben mit
Hilfe des on-line-Gedächtnisses.
Je umfangreicher die Informationsübermittlung während der Kampagne wird,
desto mehr sinkt auch die Aufnahmekraft
für neue Informationen, da das Informationsbedürfnis des Wählers sinkt, dann
wenn die Daten über den Kandidaten für
ihn ausreichend werden. Wenn er einen
maximalen Sättigungsgrad erreicht hat,
dank der durch die Medien angehäuften
politischen Information, trifft er eine
Entscheidung zugunste eines Kandidaten
mit fast zwei Wochen vor den Wahlen.
Mit Hilfe des Langzeitgedächtnisses,
drückt er seine Wahlstimme aus,
aufgrund der Einschätzung die er im
voraus dem Kandidaten gemacht hat.
Deshalb haben die Ereignisse aus dem
ersten Teil der Kampagne für den
Wähler einen viel grösseren Relevanzund Aufspeicherungsgrad als die aus
dem zweiten Teil. Iyengar und Kinder
(1988:36) sprachen auch ihrerseits über
den Prozess durch den die Wähler ihre
Bewertungen bezüglich der Leistungen
der Kandidaten zurichten, wenn sie im
Kontakt mit den neuen, durch die Medien
übermittelten Informationen treten: die
neuen Informationen lagern sich über die
alten ab, aber teils sind sie (die Wähler)
von den ersten Meinungen geleitet (Iyengar
und Kinder 1988:36).
Der politische Leader kennt die Art in der
die Wähler die politischen Informationen
aus der Zeit der Kampagne bearbeiten,
und hat zwischen zwei Varianten zu
entscheiden um seine Versprechungen
durch Wahlpakete wirksam zu fördern:
8
- es kann sein, dass ein politischer
Kandidat den Maximum an Information im ersten Teil der Kampagne
anhäuft, während der zweite Kandidat
erst im zweiten Teil der Kampagne
beginnt, die politischen Informationen
massiv zu verbreiten; gemäss unserer
Ausgangshypothese würde der zweite
verlieren.
- wenn wir über eine mögliche
Konkurrenz zwischen den Kandidaten
sprechen, die sich auf dem Wahlfeld
abspielt, könnte sich diese im ersten
Teil der Kampagne ereignen, wenn
beide Kandidaten eine sehr grosse
Menge politischer Information in die
Öffentlichkeit verbreiten.
- es kann jedoch geschehen, dass ein
Kandidat weniger Informationen über
seine Verhaltensweise als möglicher
Präsident vorstellt, und die Wahlen
gewinnt, im Gegensatz zu einem
anderen der, selbst wenn er dieselben
Informationen vorstellen wird sogar
in viel grösserer Menge, die Wahlen
verlieren wird. Die Erklärung dieses
Phänomens finden wir in Greshams
Gesetz, das Popkin folgendermassen
erörterte:
Es existiert eine perverse Beziehung
zwischen der Informationsmenge
bezüglich der Kandidaten über
welche die Wähler verfügen und die
Informationsmenge die sie verwenden
um die Daten über den Kandidaten
wieder aktuell zu machen. Es kann
somit geschehen, dass sich eine geringe
Informationsmenge die neuer ist,
gegenüber einer sehr umfangreichen
Informationsmenge, die die Wähler über
die vergangene Leistung des Kandidaten
hat, durchsetzt (Popkin 1996: 73).
Wenn die neuen Informationen anziehender sind, werden sie leichter
aufgenommen und können leichter
wieder aktuell gemacht werden, und
die vorherigen Daten, die die Wähler
über den Kandidaten besitzen, bleiben
unberücksichtigt. Es ist allerdings
keine allgemeingültige Regel. Wenn die
vorausgehenden Personalien in einer
attraktiveren Form als eine einfache
Information gespeichert werden, und die
neueren Fähigkeiten des Kandidaten den
Wählern als einfache politische Fakten
dargestellt werden, werden die ersten eine
grössere Kraft des Wiederaktuellmachens
haben.
Wenn die Wähler nicht genügend
Informationen über den Kandidaten
haben, neigen sie dazu, sich von den
letzten Ereignissen aus dem Bildfunk
beeinflusst zu lassen. Daher wählen sie
Personalien über den Kandidaten aus,
welche sie über andere unbemerkten
Daten übertragen. Sie erweitern die
Daten über den politischen Leader aus
der Gegenwart und bauen mögliche
nachfolgende Situationen in denen sie
den Kandidaten eingliedern. Dementsprechend beginnen die Wähler den
Kandidaten zu beurteilen angesichts der
Art in der sie glauben, dass sich dieser
verhalten würde, wenn er Präsident wäre,
und machen Vorhersagungen bezüglich
der Repräsentativität seiner nachfolgenden
politischen Tätigkeiten. Popkin (1996:74)
sprach über ein heuristisches Urteil das
die Wähler bezüglich der politischen
Repräsentativität des gewählten Leaders
erlassen. Sie projezieren allgemeine
Ideen auf die korrekte Verhaltensweise
eines Leaders als möglicher Präsident
und abhängig davon, schätzen sie
dessen Verhalten ein. Allerdings bezieht
sich diese Einschätzung nicht auf ein
spezifisches Verhalten des Kandidaten
in der Kampagne, sondern auf den
wertenden Standard den sie benützen,
wenn sie einen guten Präsidenten
beurteilen.
Die Optionen und Präferenzen die die
Kandidaten den Wählern übermitteln,
könnten gar keine Verbindung haben
zu dem was sich die Wähler wünschen.
Selbst wenn diese den Kandidaten andere
Optionen für Politiken ausrichten, könnte
es sein, dass die Kandidaten ihre Haltung
nicht ändern.
Die Volkspolitiken die die Eliten
durchsetzen, können sich kategorisch
in den meisten Fällen den öffentlichen
Wünschen widersetzen. Der Grad
an demokratischer Frustration, sagte
Brooks (1991), könnte mehr während
der Kampagne steigen als ausserhalb
der Kampagne. Diese Frustrationen sind
von der Kommunikationsunbewusstheit zwischen Optionen der Wähler
und die der Eliten erzeugt. So stark der
Widersetzungsgrad der Wähler auch
sein würde, angesichts der Vorschläge
der Eliten bezüglich eines bestimmten
Problems, könnte das sogar kein
Hindernis darstellen für die Einsetzung
der Politiken, deren Verabschiedung sich
die Eliten anfangs vorgenommen haben.
Die oben erwähnte Ansicht scheint
auch von Iyengar und Kinder geteilt zu
werden, am Ende ihrer Arbeit News that
Matters (1998:200); diese Inkongruenz der
Beziehung übertragen sie jedoch auf die
Ignoranz und auf das falsche Informieren
der Wähler. Ihre Haltung veranlasst die
Regierenden, Entscheidungen zu ihrem
Wohl zu treffen. Andere Autoren (z.B.
Dalton 1998) sind der Meinung, dass es
nicht gerade günstig sei, dass die Wähler
zu gut informiert sind, und dass sie
9
sich zu stark im politischen Phänomen
einmischen, da deren Einfluss die
Legitimität bestreiten und die politische
Stabilität der Eliten gefährden könnte.
Brooks Theorie bezüglich der demokratischen Frustrationen, die genau von
dieser Inkongruenz hervorgerufen werden,
scheint stärker zu sein, insofern er über
die Existenz dieser Unbewusstheit spricht,
trotz einer politischen Einmischung der
Wählerschaft.
Die Ansicht die alle teilen ist an die Rolle
des Bildfunks verknüpft im Kontext dieser
Kommunikation, Bildfunk an dem sich
die Eliten wenden um ihre Optionen zu
übermitteln. Der Bildfunk ist allerdings
nicht ein einfacher Kommunikationskanal
für politische Entscheidungen. Mittels
der Informationen über die Öffentlichkeit
platzieren die Medien im Gedächtnis
der Wählerschaft die von den Eliten
übermittelten Informationen an einem
bestimmten Zeitpunkt und Kontext,
indem sie ihr eine mehr oder weniger
inbegriffene Interpretation verleihen:
Die Fernsehnachrichten müssen in
diesem Prozess die bedeutende Rolle
übernehmen, die anfänglichen Interessen und Präferenzen der Bürger in
Regierungspolitiken umzuwandeln.
Die durch die Fernsehnachrichten übermittelten politischen Informationen
tragen zur Festlegung der Konzepte
bei, mit deren Hilfe die Wähler die
politischen Urteile ausarbeiten und
Wahlentscheidungen treffen (Brooks
1991: 54).
Um den Eindruck der Kongruenz
zwischen Regierungspolitiken und
Präferenzen der Wähler zu schaffen,
wenden sich die Eliten an die Medien, die
die Informationen in einem spezifischen
Kontext auswählen und übermitteln, so
10
dass sie den Wählern den Eindruck geben,
dass die getroffenen Entscheidungen
ihre eigene Wünsche darstellen. In
Wirklichkeit, sowie Brooks sagte, sind
die verabschiedeten Regierungspolitiken
nicht das Ergebnis der Wiederspiegelung
der Wahlpräferenzen und, folglich, ist die
Legitimität politischer Entscheidungen
falsch vertreten.
Der Eingriff des Bildfunks hat als Ziel
die
Umstrukturierung
politischer
Haltungen bis zu dem Niveau, wo die
Images und Pseudoereignisse mit den
Wahlen und Urteilen des Zuschauers
ubereinstimmen (Iyengar und Kinder
1988:98). Die Filtration (Filterverfahren)
der Informationen die im Fernsehen
übermittelt werden, verleitet somit einige
Unterschiede angesichts der Art wie
dieselbe Information in unterschiedlichen
Kontexten vorgestellt werden kann.
Diese Kontextrahmen entstellen die
politische Information auch durch die
verschiedenen Wiederspiegelungen der
aus mehreren Winkeln vorgestellten
Ereignisse; zudem reden sie dem Wähler
eine bestimmte Wahrnehmungs- und
Einschätzungsrichtung der Ereignisse
und zugleich des Kandidatenimages
ein, das aus deren Kontext in einem
bestimmten positiven oder negativen
Licht hervorgeht.
In diesem Kontext politischer Kommunikation, erscheint der Framing-Effekt,
dessen Einfluss die Umgestaltung der
von der politischen Elite ausgedrückten
unterschiedlichen
Ansichtspunkte
ermöglicht, einerseits, und der von den
Wählern ausgedrückten Ansichtspunkte
andererseits. Popkin definierte diesen
Effekt folgendermassen:
Der Framing-Effekt findet statt sooft
mehrere Anschneideformen einer
Problematik auftreten, sooft Änderungen im Standpunkt des Wählers
durchgebracht
werden
müssen,
Änderungen bezüglich der Informationen
und Ideen die der Wähler anwendet
wenn er (Wahl)entscheidungen trifft
(Popkin 1996 : 83).
Dann wenn mehrere Standpunkte
existieren, aber nur einer davon setzt
sich durch, dann erscheint nicht mehr
der Framing-Effekt. Es kann sein,
dass die Wähler an einer Problematik
sehr interessiert sind, ausreichende
Informationen über einen Kandidaten
besitzen und eine ziemlich gut abgegrenzte
Haltung gegenüber dem Kandidaten
haben. In diesem Kontext bringt Greshams
Gesetz Erklärungen über den Impakt
den die neusten fernsehübermittelten
Informationen haben können. Diese neue
Informationen können einen anderen
Standpunkt bezüglich des Kandidaten
durchsetzen. Und genau diese neue
Informationen können – gemäss Greshams
Gesetz – einen stärkeren Effekt des
Wiederaktuellmachens haben, dann
wenn die Wähler den Kandidaten
einschätzen.
Indem er Iyengar und Kinder (1988:98)
anführte, sprach Popkin (1996:87) über
drei Änderunstypen die der FramingEffekt auf die Wahrnehmungen der
Kandidaten erzeugen kann:
- Unterschiede bezüglich des Images, die
sich die Wähler über den Kandidaten
gebaut haben – diese erzeugen eine
Änderung bezüglich des globalen
Images das die Wähler über den
Kandidaten haben;
- Änderung der Ideen über die Art
in der der Kandidat eine bestimmte
Problematik gelöst hat – diese wird die
globale Bewertung der Leistung des
Kandidaten beeinträchtigen;
- Änderung der allgemeinen Denkweise
der Wähler bezüglich des Kandidaten
– die ihre Wahlentscheidung beeinflusst.
Popkins Schlussfolgerung (1996:91), die
ich teile, ist dass der Bildfunk bestimmte
Informationen – über die die Wähler schon
verfügen – vergegenwärtigt, die Bürger der
Art in der sie eine bestimmte Bedeutung
den Problematiken zuschreiben bewusst
macht, sie dazu veranlasst oder ihnen
den Eindruck lässt, dass die getroffenen
Entscheidungen vernünftig sind, ihnen
feste Überzeugungen, Gewissheiten
anbietet über die Art in der sie bestimmte
Wechselbeziehungen zwischen den
Informationen bezüglich des Kandidaten
machen müssen.
Diese Funktionen die der Bildfunk ausübt,
erklärt eigentlich die Effekte die dieses
Medium erzeugen kann in seiner Funktion
als Kommunikationsfilter zwischen Elite
und Wähler und deutet gleichzeitig die
Instrumente an, an die sich diese wenden:
das fernsehübermittelte Ereignis und der
politische Werbespot. Weiter werden die
möglichen Effekte angedeutet, die das
fernsehübermittelte Ereignis durch seine
Vorstellungsweise hervorrufen kann:
3.1. Die Effekte des fernsehübermittelten
Ereignisses
Bevor wir den Agenda Setting-Effekt
erklären, ist es nötig – als eine Synthese des
eben angedeuteten – die Interaktionsweise
der drei Agenden zu veranschaulichen, so
wie sie von Everett M. Rogers & James W.
Dearing (1988) in Shapping the Political
Agenda widergegeben wird:
11
Interpersonelle Kommunikation
Filter:
Ereignis
Public
Agenda
Media
Agenda
Policy
Agenda
Nachricht
Werbung
Öffentlichkeit: die Anordnung der
Themenkreise nach ihrer Bedeutung
Abb.3: Interaktionsmodell der Medien-, Öffentlichkeits- und
Politikenagenda nach Rogers und Dearing
Quelle: Rogers, E./Dearing, J.: Shaping the Political Agenda, in Communication
Yearbook, Sage Publications Inc.: Newbury Park, California 1988, S. 55-94
Auf diese Weise beeinflusst die
Medienagenda durch die Ereignisse,
Nachrichten und Werbung, durch
die sie die politischen Informationen
darstellen, die Öffentlichkeitsagenda
(Iyengar und Kinder 1988:98). Das was
als proeminent in der Nachrichtenagenda
vorgestellt wird, wird proeminent
auch in der Öffentlichkeitsagenda.
Die Politikenagenda erzeugt mindestens den Anschein, dass was das
Publikum wünscht das ist, was sie
auf Regierungsniveau entscheidet.
Die Hierarchie der Themenkreise die
die Eliten durchsetzen beeinflusst die
Öffentlichkeitsagenda und den Ausdruck
der Präferenzen. Die Art in der der
Politiker in einem bestimmten Ereignis,
Nachricht oder Werbung eingegliedert
erscheint redet eine bestimmte Interpretation seiner Performanz in dem
entsprechenden Themenkreis ein und
problematisiert bestimmte seiner Persön12
lichkeitsmerkmale (Iyengar und Kinder
1988:56).
Aus den Funktionen der Ereignisse,
Nachrichten und Werbungen – so wie sie
oben beschrieben erscheinen – können
wir behaupten, dass diese wie ein
reflexiver Hintergrund (background) der
Informationen über den Kandidaten
wirken oder der Präferenzen die die Eliten
durch die Medien der Öffentlichkeit
bekannt machen wollen.
Die Art in der die Kampagne gestaltet
wird verfolgt die Wiederspiegelung
bestimmter Ereignisse, die Fokussierung
der Aufmerksamkeit auf bestimmte
Aspekte die die Kandidaten begünstigen.
Holbrook klassifiziert folgenderweise die
Ereignisse die die Präferenzen der Wähler
beeinflussen können (1988:127):
1. Ereignisse bezogen auf das Verhalten
des Kandidaten in der Kampagne;
2. die Ereignisse müssen einen hohen
Ausmass der Darstellung durch die
Medien haben, andernfalls werden
sie keinerlei Effekt auf die politische
Einstellungen der Wähler haben.
3. das Ereignis muss deutlich hinsichtlich
des Gewinns einer günstigeren
Einschätzung gerichtet sein.
Ebenfalls
betrachtete
Holbrook
(1988:64) die Debatten und Parteiversammlungen als Hauptquellen der
Informationsübermittlung über die
Kandidaten in der Kampagne und mit
einem Nebeneffekt die Reden, die direkt
gerichteten Botschaften, die politische
Werbung, die Skandale und Fauxpasse.
Zudem fügt er die Ereignisse ausserhalb
der Kampagne hinzu, die internationalen
Ereignisse und Skandale in denen
andere Parteimitglieder verwickelt sind
und die einen direkten Einfluss auf das
Kandidatenimage haben.
In Media Power on Politics definierte
Dennis McQuail (1999:189) den
Agenda-Konzept durch eine Liste von
Problematiken und Ereignissen ihrer
Bedeutung nach geordnet, die der
Öffentlichkeit vorgestellt werden. Er
grenzte die items der Medienagenda
ab, indem er von Shaw (1977) diese
Klassifizierung übernahm, die zwischen
folgenden unterscheidet:
- Ereignisse definiert als in einem
spezifischen Raum und Zeitspanne
eingegrenzte Geschehnisse;
- Themenkreise die die Darstellung
von Nachrichten und kommentierte
Ereignisse die einer eingeschränkten
Kategorie zugehören mit einschliessen.
Viele Forscher schätzen die Ereignisse als
spezifische Elemente der Themenkreise
ein (McCombs & Shaw, 1978), auch wenn,
die Themenkreise Aspekte beinhalten
die das Ereignisniveau überschreiten.
Gewöhnlich schliessen die Massenmedien
die Nachricht und die Ereignisse in
spezifische Themenkreise ein.
Die Medienagenda hat die Rolle, die
Zuschauer zu veranlassen eine spezifische
hierarchische Bedeutung den Ereignissen
beizumessen. Die Medien widmen
eine besondere Bedeutung bestimmten
spezifischen Problematiken, ausgewählt
aus verschiedenen Nachrichten und
Ereignissen; danach wenden sie sich an
die Meinungsleader die die Ereignisse
erklären und interpretieren werden.
Von diesen Aspekten ausgehend, sprach
Dennis McQuail (1999:39) über die
Tatsache, dass die Medien die Ereignisse
nie unparteiisch darstellen, sondern
sie stellen sie in einem positiven oder
negativen Licht. Die Massenmedien
können nicht sagen, wie ein bestimmter
Aspekt der Gesellschaft ist, aber durch
den semantischen Inhalt an denen sie
sich wenden, nehmen sie eine bestimmte
positive oder negative Haltung ein. Somit,
durch die semantischen Wertigkeiten/
Valenzen an denen sich die Medien
wenden, werden bestimmte Probleme als
Informationen von öffentlichem Interesse
verbreitet und werden zu Ereignissen
von erstrangiger Bedeutung in der
Aufmerksamkeit des Publikums.
Eine Analyse – durchgeführt infolge der
Anwendung von 12 Experimenten im
Bereich der Untersuchung der Einflüsse
des Bildfunks auf die Öffentlichkeit – hat
schlussfolgert, dass durch den Agenda
Setting Effekt die Individuen dazu
veranlasst werden, dieselbe Bedeutung
den Themenkreisen zuzuschreiben, wie sie
aus den fernsehübermittelten Ereignissen
und Nachrichten wiederspiegelt erscheint. Die Problematiken denen von
13
Anfang an eine maximale Bedeutung
zugeschrieben wurde, wie Inflation oder
Arbeitslosigkeit, haben es nicht mehr
nötig gehabt auch in den Ereignissen
die innerhalb des Experiments den
Befragten dargestellt wurden, als
proeminent präsentiert zu werden. Diese
Proeminenz wurde betont durch die
Wahrnehmung der Befragten bezüglich
der Allgemeinlage der Wirtschaft, in der
sich die zwei Problematiken überwiegend
durchsetzten. Jedoch erschienen andere
Aspekte der Wirtschaft wie Abwehr
oder Aussenpolitik, denen die Wähler
vor den Experimenten keine besondere
Bedeutung zuschrieben, nach der
Ereignisbesichtigung als proeminent
im Gedächtnis der Individuen. Die
Schlussfolgerung der Forschungen war,
dass die Medien durch die Problematiken
die sie als proeminent vorstellen dieselbe
Bedeutungshierarchie der Probleme auch
im Gedächtnis der Wähler durchsetzen
können (McCombs und Shaw 1978:81,
umschrieben
von
Johnson-Cartee
Copeland 1998:48).
Allerdings bedingen die Medien nicht
nur die Hierarchie der Problematikbedeutung, sondern prägen auch gewisse
Interpretationen der als proeminent
dargestellten Ereignisse. In diesem
interpretativen
Kontext
benutzen
Iyengar und Kinder den Begriff Priming,
d.h. überwiegend/vorherrschend und
erstrangig sein, Begriff der zum ersten
mal von Fiske & Taylor erlassen wurde
(1984:231, umschrieben von Iyengar und
Kinder 1988:56). Iyengar und Kinder
stufen die Definition dieses Begriffs ab,
indem sie über die Effekte des ersten
Konzepts der Interpretation und der
Wiederherstellung der Bruttoform der
Information auf den Verhalten der
14
Zuschauer sprechen. Deswegen bezieht
sich der Begriff Priming auch auf die
Änderungen die diese Informationen
hervorufen, hinsichtlich der Standarde
oder der mentalen Schemata die die
Grundlage der Publikumsbewertungen
darstellen. Iyengar und Kinder erklärten
den Priming-Effekt folgenderweise:
Dann wenn die Bürger die komplexen
politischen Gegenstände bewerten
oder die Leistung dessen der die Amt
bekleidet, denken sie nicht an alles was
sie wissen. Sie tun das nicht, auch wenn
sie motiviert sein würden. Was sie für
richtig halten, ist das was ihnen in jenem
Augenblick im Sinn kommt, diejenigen
Ausschnitte aus ihrem Gedächtnis die
am leichtesten zugänglich sind (Iyengar
und Kinder 1988 : 34).
Der Bildunk bietet eine gewisse Perspektive der Ereignisse, die die Bürger
übernehmen und demnach die Folgen der
Aktionen politischer Leader beurteilen,
Folgen die sich aus den dargestellten
Ereignisse ergeben. Mittels dieser
Referenzen legen sie ihre Zentralthemen
fest, mit deren Hilfe die Standarde zur
Bewertung der Leistung politischer
Leader gebaut werden. Der Priming-Effekt
scheint eine Ergänzung zu Greshams
Gesetz der politischen Information
zu sein (Popkin 1996:81), da er sich
ebenfalls auf den Einfluss bezieht, der
die neuste Information, mit grosser Kraft
des Wiederaktuellmachens ausübt.
Die Wähler bevorzugen zugängliche
Informationen, schnelle Operationen
die die Hauptquelle darstellen werden,
dann wenn sie wertende Urteile
angesichts der Leistung des Kandidaten
konstruieren. Diese Bewertungen sind
von den Erzählungen aus dem Fernsehen
veranlasst und von den Erwagungen/
Überlegungen der Meinungsleader
hinsichtlich der Ereignisse in denen
der Kandidat verwickelt ist. Je mehr
Bedeutung sie einem gewissen Problem
zuschreiben werden, desto mehr
werden sie dazu neigen das Problem im
globalen Urteil der Kandidatenleistung
einzugliedern. Gemäss der Theorie
bezüglich des Priming-Effekts, werden
die Wähler die Leistung des Kandidaten
beurteilen, abhängig davon wie das
fernsehübermittelte Ereignis den betroffenen Kandidaten in dem Problem
eingliedert, dem die Wähler besondere
Bedeutung zuschreiben.
sind. Den gut informierten Wählern ist
es nicht nötig diese Verbindung zwischen
Leistung des Kandidaten und vorgestellter
Problematik einzureden. Jedoch werden
schwach informierte Wähler von dem
Priming-Effekt nicht beeinflusst sein,
wenn ihnen diese Verbindung nicht
eingeredet wird.
Iyengar
und
Kinder
(1988:70)
unterscheiden zwischen dem Projektionseffekt und dem Priming-Effekt. Durch
Projektion interpretieren die Wähler
die neuen Ereignisse mittels den
alten oder interpretieren die alten
neu mit dem Ziel der Erhaltung der
Konsistenz/Dauerhaftigkeit von schon
vorhandenen Neigungen. Der PrimingEffekt unterscheidet sich von Projektion
dadurch, dass er einen Unterschied misst
zwischen der Art in der die Wähler den
Impakt eines zentralen Problems auf
ihren Leben einschätzen und der von
der Regierung erhaltenen Leistung in
derjenigen Problematik. Auch wenn
das fernsehübermittelte Ereignis keine
Verbindung zwischen Problematik und
Leistung der Regierung ausdrücklich
deutet, veranlasst die Eingliederung des
Images der Regierung in der Problematik
die Wähler dazu, die Regierung abhängig
von der Problematik zu beurteilen
(Iyengar und Kinder 1988:70). Dieser
Behauptung fügte Popkin (1996:84)
eine Abstufung zu, bezüglich des
Informierunsgrades deren Individuuen
die von dem Priming-Effekt beeinflusst
Iyengar und Kinder (1988:70) sprachen
über die Effekte welche die Agenda Setting
und Priming auf bestimmte Wählertypen
haben, differenziert nach dem Aussmass
derer politischen Verwicklung. Durch
politische Verwicklung verstanden
die Forscher sowohl die Häufigkeit
der Gespräche über Politik, als auch
den Ausmass politischer Informierung
deren Individuuen, die in der informalen
Kommunikation verwickelt waren. Zu
diesen Auswahlkriterien der Wähler
die durch die Agenda Setting und durch
den Priming beeinflusst werden können,
fügten die Forscher zusätzlich auch das
Partisanat. Somit, im Bezug auf den
Agenda Setting Effekt, stellten Iyengar
und Kinder (1988:30) fest, dass für die gut
informierten Wähler, die politisch sehr
aktiv sind und die einen grossen Ausmass
an partisaner Loyalität aufweisten, das
Agenda Setting Phänomen keinerlei
Einfluss hat. Dagegen, so gut sie auch über
den Kandidaten informiert sein wurden,
und auch wenn sie einen grossen Ausmass
an politischer Verwicklung aufweisen,
kann der Priming-Effekt die Wähler dazu
veranlassen, die Leistung des in derjenigen
Folglich, tragen fernsehübermittelte
Ereignisse zur Festlegung der Konzepte
bei, mit deren Hilfe die politischen Urteile
ausgearbeitet werden und verfügen über
eine gewisse Macht in der Bestimmung
der Standarde zur Bewertung der Leistung
des Kandidaten.
15
Problematik eingegliederten Kandidaten
in einem anderen Licht wahrzunehmen.
Die Tatsache, dass der Priming auch die
gut informierten Wähler beeinflusst,
findet eine Erklärung in Greshams
Gesetz: die neusten fernsehübermittelten
Informationen, selbst wenn sie einen
kleineren Anteil haben als die vorigen
Daten die die Wähler über den Kandidaten
besitzen, haben eine viel grössere Kraft des
Wiederaktuellmachens und setzen sich
als relevant durch, in den Einschätzungen
die die Individuen machen.
Jedoch, werden die in den Kampagnen
vermittelten Informationen nicht nur durch
fernsehübertragene Ereignisse übermittelt.
Durch das fernsehübermittelte Ereignis
wird die ökonomische Leistung des
Kandidaten angedeutet, und somit wird
die Art und Weise der ökonomischen
Wahrnehmung
beeinflusst
und
einschliesslich die Einschätzung der
Wähler gegenüber dem Kandidaten.
Durch die fernsehgesendete politische
Werbung, stellen sich die über den
Kandidaten vermittelten Informationen
zu Bewertungsstandarde der Wähler
zusammen, die Persönlichkeitstesten
gleich funktionieren die diese auf
politische Leader beziehen. Sie brachten
allerdings eine Abstufung für diese
Erklärung: der Bildfunk fokussiert
tatsächlich auf die Darstellung der
politischen Aktionen der Kandidaten
mittels der Ereignisse; aber durch den
Kontext den sie dem Kandidatenimage
zuschreiben, problematisieren die fernsehübermittelten Ereignisse bestimmte
Persönlichkeitsmerkmale
wie
die
Aufrichtigkeit oder Unaufrichtigkeit
dessen Aktionen, die Unparteilichkeit
oder Subjektivismus des Leaders, das
Mitgefühl oder die Intoleranz, das
Interesse oder die Vernachlässigung der
16
Probleme mit denen sich die Wähler
auseinandersetzen.
Während der Wahlkampagne kann das
fernsehübermittelte politische Ereignis
bestimmte Interpretationen bezüglich
der Aktionen der Kandidaten verleiten.
Dazu kann der politische Werbespot
zu einem spezifischen Instrument
werden durch das ein Kandidat sein
Image vor der Wählerschaft fördert. In
den folgenden Unterkapiteln wird der
Werbespot im weiteren Kontext der
politischen Werbung behandelt, deren
Funktionen und Platzierung innerhalb
der Programmgestaltung während der
Wahlkampagne.
2.2. Definition, Funktionen der politischen Werbung und deren Stellung
innerhalb der Programmgestaltung des
Bildfunks
Bevor wir die politische Werbung
innerhalb der Agenda Setting platzieren,
und deren Erscheinung innerhalb dieser
begründen, werden wir einige Definitionen
der politischen Werbung angeben.
Somit, aus der Hinsicht der Marketingkommunikation – als integraler Teil
des politischen Marketings – ist die
politische Werbung, manchmal auch
Marketingförderung genannt, die bezahlte
Form der Sendung der Information
politischen Rangs und des Verkaufs des
Kandidatenimages (Stoiciu 2000:14).
Guy Lochard und Henry Boyer definierten
in Comunicare mediatică (1998:43) die
politische Werbung mittels bestimmter der
kommerziellen Werbung gemeinsamen
Merkmale und zwar, als ein Instrument
des Wahlmarketings das:
… ein Ziel mit einem bestimmten
Zweck auffängt dessen Aufklärung er
vermeidet; die politische Werbung macht
ein Produkt bekannt, den Kandidaten,
den potenziellen Verbrauchern, d. h.
den Wählern, um dessen Verkauf zu
sichern, d.h. die Wahlstimmen (Guy
Lochard und Henry Boyer 1998:43).
Die Studien bezüglich der politischen
Werbung haben bewiesen, dass es
bestimmte Bedingungen gibt unter denen
politische Werbung auf alle Wählertypen
erfolgreich wirken sollte (Johnson-Cartee
und Copeland 1998:97). Die Autoren
führten Devlin an, der manche Funktionen
festlegte die die politische Werbung
haben muss um wirksam zu sein. Somit,
sagte Devlin (umschrieben von JohnsonCartee und Copeland 1998:97), politische
Werbung:
… ist diejenige die der politischen
Agenda eine attraktivere Form verleiht,
da der politische Werbespot derjenige
ist der bestimmte Themenkreise betont
und dessen Wirkung auf die Urteile der
Wähler vergrössert (Devlin 1998: 6).
1. Die politische Werbung bietet den
Kandidaten die Möglichkeit, während
der Wahlkampagne eine Kontrolle auf
die Themenkreise auszuüben, und
hilft ihnen gleichzeitig die Debatten
zu strukturieren und abzustufen,
indem sie diesen einen anziehenden
Charakter verleiht.
2. Die politische Werbung ist diejenige
die die Wahrnehmungen gegenüber
den Kandidaten im Gedächtnis der
Wähler umreissen, dann wenn diese
nicht klar definiert sind.
Die Themenänderungen während der
Kampagne werden von der politischen
Werbung unterstützt, die den Mangel
an Konsistenz und Kohärenz der
Themenkreise schlichten kann, und
somit eine mögliche Imagekrise des
Kandidaten vorbeugt.
3. Die politische Werbung wirkt einem
Festigungsagenten gleich im Falle
mancher Gewissheiten, indem sie
deren Bestätigung durch Image
anbietet.
4. Die Werbung kann dem Wähler
Informationen in eine anziehendere
und familiäre Form anbieten, und
steigt durch den Werbespot deren
Aufspeicherungsgrad.
Anhand der eben vorgestellten Definitionen der politischen Werbung, sowie
deren Funktionen, werden wir eine
eigene Definierung des Phänomens
politischer Werbung versuchen. Wie
es aus der folgenden Struktur dieser
Behandlungsweise der politischen
Werbung erfolgt, ist es nötig drei
Hinsichten der Erörterung zu beachten,
wenn wir deren Definierung versuchen:
Aus der Hinsicht der kognitiven
Psychologie ist die politische Werbung
ein Normenimage das sich in dem
Repertoir abstrakter Ideen und mentaler
Standarde mit denen die Wähler umgehen,
wenn sie das Image eines politischen
Kandidaten einschätzen, durchsetzt.
Dem fernsehübermittelten Ereignis
gleich, bietet fernsehgesendete politische
Werbung die Perspektive eines Rahmens
innerhalb dessen die Informationen so
gefestigt sind, dass zwischen ihnen
mehrere kausale Inferenzen festgelegt
werden können.
Aus der Hinsicht der politischen
Symbolistik stellt sich fersehübermittelte
politische Werbung aus der Gesamtheit
der sich in Bewegung befindenden Bilder
zusammen, der Zeichen und Symbole an
denen sich ein Kandidat wendet, wenn
17
er sein Image in dem Bewusstsein der
Wähler konstruiert.
Aus der Hinsicht des Wahlmarketings,
ist politische Werbung ein integraler
Teil der Strategien an denen sich ein
politischer Kandidat wendet innerhalb
des Mareketingschemas für die Förderung
seines Images als Produkt vor dem
Wähler-Verbraucher, zur Gewinnung
von je mehr Wählersegmente von dem
Wahlmarkt.
Indem er die Begründung der Rolle
politischer Werbung innerhalb der
Programmgestaltung versuchte, erklärte
Schwartzenberg (1995:76) die bedeutende Effekte die Werbespots auf die
apolitischen und schwach informierten
Wähler ausüben könnten. Die Voraussetzung von der er ausgeht, ist dass
diesem. Typ von Zuschauern die
Sendungen mit politischen Themen
nicht gefallen und es besteht die Gefahr,
dass sie auf einen anderen Fernsehkanal
wechseln. Dagegen können sie jedoch
einen in den Sendungen von maximaler
Audienz oder in den Filmen eingebauten
flash ertragen.
Der Zuschauer wird nicht an die
Fernsehbedingung herangehen, wenn er
den Gegenkandidaten nur 30-60 Sekunden
erscheinen sieht. Die Anwendung
dieser Spots bietet mehrere Chancen,
die Wählerschaft der Opposition oder
die Unentschiedenen anzulocken[…].
Anstatt seine Haltung gegenüber den
wesentlichen Problemen zu entfalten,
sieht sich der Kandidat auf einen 30-60
Sekunden Spot eingegrezt, in dem die
persönlichen Merkmale hervorgehoben
sind (Schwartzenberg 1995 : 98).
Jedoch, behauptete Joslyn (1996:71,
umschrieben
von
Johnson-Cartee
18
und Copeland 1998) in einem seiner
Studien, dass während der Kampagne
von 1986 aus den USA, die thematische
Präponderanz aus den Spots von über
50% war. Demzufolge, trotz ihrer Kürze
als Dauer, waren die Informationen die
die Spots beinhalteten sehr wichtig für die
politische Informierung der Wählerschaft.
Jedoch beinhalteten nur 5% davon
Haltungen gegenüber den Themenkreisen
der Kandidaten. Eigentlich, setzte Joslyn
fort, geht es nicht um die Abwesenheit
dieser Themenkreise, sondern um die
Unzulänglichkeit der Details bezüglich
der Haltung der Kandidaten gegenüber
diesen Themenkreisen.
Ihrerseits bemerkten Walter Devries und
Lance Tarrance (1987:81, umschrieben
von Diamond & Bates 1998:239), dass
die Wähler wenig Informationen durch
politische Werbung erhalten. Sie kamen
zur Schlussfolgerung, dass den grössten
Impakt die Abendnachrichten haben,
deshalb empfiehlen sie den Schöpfern
politischer Werbung sich angesichts der
gesagten Erzählung zu richten, die in einer
mehr familiären Weise einen Teil der
in den Nachrichtenjournals gesendeten
Informationen darstellen (Diamond
und Bates 1998:238). Möglicherweise,
meinten die Forscher, existieren die
Informationen, aber sie sind von den
Zuschauern nicht wahrgenommem. Mehr
sogar, gestanden ein wesentlicher Anteil
der Befragten, dass sie nicht einmal
zusehen, die Informationen aus der
Werbung zu übernehmen. Die Forscher
haben festgestellt, dass ausschliesslich
die Nachrichtenjournals, und vor allem
der Abendjournal, als informative
Pakete
wahrgenommem
werden,
während die politische Werbung als
eine Unterhaltungsform eingeschätzt
wird (Diamond und Bates 1998:234).
Deshalb müssen politische Werbespots
um die Nachrichtenjournals platziert
werden. Mehr sogar, sie müssen ihre
informative Rede aus den Ansichten,
die die Meinungsleader innerhalb der
fernsehgesendeten Debatten während
den Talkshows herauslassen, inspirieren.
Folglich, müssen die Werbespots die
innerhalb dieser Sendungen vorkommen,
die symbolische Darstellung, d.h. die
Unterstützung durch Bilder der als
hervorragend dargestellten Themenkreise
sein.
Um das Phänomen politischer Werbung
aus den drei erwähnten Hinsichten
interpretieren zu können, ist es nötig
den Inhalt der Spots zu besprechen und,
davon abhängig, den Einfluss den die
politischen Spots auf die Einschätzungen
der Wähler bezüglich der Kandidaten
ausüben könnte.
3.2.1. Der Inhalt der Werbespots: von
parteiischen Themenkreisen zum Image
der Kandidaten
Gleichzeitig mit der immer grösseren
Präponderanz der Werbespots in den
Wahlkampagnen wurde festgestellt,
dass die Werbespots, in denen die Sigeln
der Parteien präsentiert wurden – den
Marken zur Förderung der Kandidaten
gleich funktionierend – als kommerziell
wahrgenommen waren. Deswegen, haben
die Parteien immer mehr vorgezogen,
anhand der Werbespots, die wichtigsten
Inhaltsaspekte der Wahlprogramme
vorzustellen, in Form von Themenkreisen
oder Pseudo-Ereignissen. Somit, wurden
die Politiken aus dem Wahlprogramm,
entweder durch die Werberede in
Form von kurzen informativen Paketen
präsentiert, oder durch die symbolische
Projezierung dieser Themenkreise durch
Bilder.
Das eben Geschilderte redet ein, dass der
Niedergang der parteiischen Präferenzen
der Wähler die Werbungsschöpfer
veranlasst hat, die Förderung des
Kandidatenimages durch das Image
der Partei aufzugeben. Converses
Forschungen (einer der Hauptforscher des
Modells der parteischen Identifizierung)
teilen uns mit, dass, im Gegenteil,
die parteiischen Orietierungen ihren
Niedergang gleichzeitig mit der Expansion
des Bildfunks anfingen, der immer mehr
das Image des Kandidaten fördert anstatt
dessen der Partei, da ihm dadurch mehrere
Möglichkeiten der Dramatisierung der
Information angeboten werden und
der Vorstellung dieser in einer sehr
anziehenden Form (wir werden später
besprechen, was dieser Niedergang der
parteiischen Präferenzen bedeutet und
was für Auswirkungen die Expansion
des Bildfunks auf den Wahlverhalten
hatte).
Alle Forschungen aus dem Gebiet der
politischen Werbung haben gezeigt, dass
die Wähler angefangen haben viel mehr
an Themenkreise interessiert zu sein,
dann wenn sie denjenigen Kandidaten
wählen, der am fähigsten scheint die
Probleme zu lösen. Werbespots sind viel
wirkungsvoller, behaupteten Diamond
und Bates (1988:90, umschrieben von
Johnson Cartee und Copeland 1998:70),
dann wenn die positiven Eigenschaften
des Kandidaten durch dessen Stellung
angesichts der Probleme hervorgehoben
werden, eher als wenn sie einer Ware
gleich nur manche für das Publikum
anziehende Merkmale vorstellen.
Indem sie sich von den parteiischen
Themenkreisen entfernten, behaupteten
die Wähler sich nach den wirklichen
Unterschiede zwischen den Kandidaten
19
zu richten. In Wirklichkeit, betonte
Popkin (1996:68), schätzten die Wähler
die Kandidaten ein, indem sie dieselbe
Art Information oder Überlegung der Art
shortcut (Verkürzung) anwendeten, die sie
auch in der Bewertung der Parteileistung
mittels der von den Medien dargestellten
Themenkreise benutzten. Nur, dass in
der Einschätzung der Kandidaten sich
die Wähler nicht mehr nach einem
spezifischen Themenkreis richten,
sondern nach etwas ihnen viel vertrauter,
die Kompetenz des Kandidaten, seine
persönlichen Merkmale, die private Ethik
des Kandidaten, indem sie diesenfalls
mehrere Bewertungskriterien benützen.
In dem folgenden Unterkapitel werden
wir die Art und Weise darstellen, in der
sich die politische Denkweise des Wählers
strukturiert, mittels der Operationen an
denen sich dieser wendet. Indem wir
den Bewertungsverfahren im Kontext
der mit den anderen Operationen des
politischen Wahldenkens festgelegten
Interdependenz platzieren, werden
wir die Art auf der die Wähler ihre
Bewertungsstandarde und Instrumente
konstruieren besser verstehen, d.h. die
Bilder und Ideologien (Harrop und Miller
1998:91), an denen sie sich wenden, dann
wenn sie ihre politische Denkweise in
einfachere Strukturen organisieren.
3.2.2. Die Gestaltung von Leadertypen
durch den Effekt des fernsehübermittelten
politischen Images
In dieser Beweisführung werden wir von
drei Definitionen des Images ausgehen,
die der Fachliteratur entnommen
wurden:
Das Image ist die Skizze und der Ersatz des
politischen Programms eines Kandidaten;
das Image funktioniert im Bereich des
20
Wahlmarketings wie eine politische
Marke, in der das einzige Wichtige deren
Verkauf ist (Schwartzenberg 1995:41).
Aus der Hinsicht der politischen
Symbolistik sind die in der Werbung
vorkommende Images symbolische
Darstellungen
mancher
Elemente
der Aussenwelt (Johnson-Cartee und
Copeland 1998:92).
Aus der Hinsicht der kognitiven
Psychologie entstammen die Images der
Wirklichkeit, sie sind von dem Sender
projeziert und möglicherweise verzerrt,
sie sind vom Empfänger wahrgenommen
und können von ihm ebenfalls
verzerrt sein, sie setzen Ordnung und
Schlichtheit einer Vielzahl chaotischer
Wahrnehmungen durch (Nimmo und
Savage 1976:8, umschrieben von Harrop
und Miller 1987:116).
Wir werden die drei Definitionen des
fernsehübermittelten politischen Images
der Reihe nach analysieren, indem wir
sie aus den genannten Perspektiven
anschneiden:
1. Die Forschungen von JohnsonCartee und Copeland (1998:87) haben
gezeigt, dass die Themenänderung,
die Einschätzungsweise der Wähler
bezüglich der Kompetenz, Leistung,
Glaubwürdigkeit der Kandidaten beeinflusst, oft sogar die Art auf der diese
Individuen deren physische Merkmale
wahrnehmen. Dieser Aspekt ist von der
Tatsache veranlasst dass, oft, die Themen
ebenfalls als Images, Attribute des
Kandidaten wahrgenommen werden. Der
Grund dafür sei, begründen die Schöpfer
politischer Werbung (Diamond und Bates
1998:90), die Tatsache dass das Image
leichter und für längere Zeit im Sinn
behalten wird und, dass es gleichzeitig zur
Bereicherung der mentalen Schemata, die
die Wähler über die Kandidaten besitzen,
beiträgt.
Somit, aus der Hinsicht des Wahlmarketings, hielt Schwartzenberg den
Bildfunk für Hauptinstrument an den
sich die Kandidaten wenden, wenn sie
die von den Wählern gewünschte Rolle
spielen wollen. Der Bildfunk ist das
einzige Mediamittel das zum Starwerden
des Leaders beitragen kann durch den aus
dem Kino übernommenen Star-System
Effekt. Gleicherweise wie der Filmstar
bedeutender ist als das Drehbuch oder die
Regie, ist der Star einer Partei wichtiger
als die Partei. Durch diesen Effekt verbirgt
der politische Leader das Programm der
Partei … und begrenzt es … auf eine
einfache Startrampe/Plattform zu seiner
Aufrückung (Schwartzenberg 1995:41).
Das Image ist die Skizze und der Ersatz
seines politischen Programms; es ist
zugleich eine politische Marke in der das
einzig Wichtige deren Verkauf darstellt.
Folglich, ein in der Werbungseinbildung
eingegliedertes Problem hat einen
grösseren Impakt, wenn es dramatisiert
wird und kann als Unterhaltungsform
verbraucht werden. Dem Politischen
wird somit eine betonte Form des
Spielerischen/Luddismus verleiht, alles
was wichtig ist, ist die politische
Aufführung, alles gehört der Kunst,
der Drama, der Unterhaltung an.
Der Leader muss seinerseits ein
Unterhaltungsanhänger sein, ein Entertainer, ein Schauspieler der seine
Führerrolle spielt, ein Performer und …
ein Aufführungsmensch, ein Showmann
(Schwartzenberg 1995 : 201).
2. Aus der Hinsicht der politischen
Symbolistik ist die fernsehgesendete
politische Werbung diejenige, die der
Dramatisierung und Personalisierung
der Politiken und Themenkreise mittels
denen der Kandidat vorgestellt wird Sinn
verleiht. Sie reaktiviert Stereotypen, die
während der persönlichen Erfahrung
der Wähler zustandegekommen sind
(Johnson-Cartee und Copeland 1998:92).
Die in den Werbespots anwesenden
Images sind symbolische Darstellungen
mancher Elemente aus der Aussenwelt.
Schwartzenberg sprach über das Personalisierungsphänomen der Macht
durch die der Leader die Macht in einer
sichtbaren Form verkörpert. Die Macht
wird figurativ, sie wird menschlich.
Die Personalisierung der Macht, sagte
Schwartzenberg (1995:46), gehört nicht
dem institutionellen Bereich persönlicher
Macht an, sondern der sozialen Psychologie, in der Macht als Quelle zur
Lieferung von Mythen, Zeichen, Symbole
und deren Bedeutung funktioniert:
Die Personalisierung der Macht
entnimmt ihren Kern aus der Kultur
die ein Individuum lebenslang erwirbt
durch den Sozialisationsvorgang
und verkörpert die Gesamtheit der
politischen Haltungen, der Neigungen,
gewisserweise auf die politischen Reize
zu reagieren. Die Personalisierung
der Macht bedeutet die theatralische
Darstellung des politischen Lebens,
die Vortäuschung der Gefühle
(Schwartzenberg 1995 : 49).
Die Personalisierung der Macht mittels
des fernsehgesendeten Images erzeugt
im Gedächtnis der Wähler mehrere
Leaderprototypen. Aber, um die Art und
Weise zu verstehen in der der Wähler
das politische Image in der Konstruktion
seiner mentalen Stereotypen benutzt,
werden wir auch die dritte Definition
des Images analysieren, u.z. die aus der
Hinsicht der kognitiven Psychologie.
21
3. Aus der Hinsicht der kognitiven
Psychologie entstammen die Images der
Wirklichkeit, sie werden wahrgenommen,
projeziert und beeinflusst vom Projektor;
sie setzen Ordnung und Schlichtheit einer
Vielzahl von Wahrnehmungen durch
(Nimmo und Savage 1976:8, umschrieben
von Harrop und Miller 1987:116).
In Public Opinion sprach Walter Lippmann
(1965:90, umschrieben von Johnson-Cartee
und Copeland 1998:49) über die hohe
Empfindlichkeit der Wähler angesichts
der Images zur Wiederherstellung sozialer
Wirklichkeiten durch die Darstellung von
Pseudo-Ereignisse, die viel grösser war
als die Empfindlichkeit angesichts der an
und für sich dargestellten Ereignisse.
Nimmo & Combs (1980:87, umschrieben
von Johnson und Copeland 1998:50)
definierten die Wirklichkeit als eine
Schöpfung der Massenkommunikation
durch:
- die Alltagsereignisse die Enttäuschungen sind;
- die Wirklichkeit die nicht durch die
Kommunikation ausgedrückt wird,
sondern erzeugt, konstruiert ist;
- in vielen Situationen sprechen wir
nicht über eine konkrete Wirklichkeit,
sondern über eine Vielzahl von
subjektiven Wirklichkeiten.
Die Wähler übernehmen aus der
TV-Werbung die Images, gliedern
sie, den Informationen gleich, im
Wahrnehmungssystem bezüglich des
Kandidaten ein, bringen sie in
wechselseitiger Beziehung zu den
Informationen, extrapolieren die Images
so wie sie auch die Informationen
extrapolierten, indem sie versuchen sich
vorzustellen, wie sich derjenige Kandidat
verhalten würde, wenn er Präsident
22
wäre. Wenn diese Images auch mit den
Darstellungen der Wähler bezüglich des
Images der Lieblingsfreunde – die sich
während der Bildung ihres politischen
Bewusstseins
als
Meinungsleader
durchgesetzt haben, in Beziehung
gebracht werden, werden die Wähler dazu
neigen, sich mehr von einem mentalen
Prototypen beeinflusst zu lassen als
von einer konkreten Verhaltensweise
des Kandidaten. Folglich, existiert die
Tendenz einen Kandidaten zu beurteilen,
nicht angesichts der spezifischen
Verhaltensweise, sondern gemäss
unserer allgemeinen Ideen bezüglich
der korrekten Verhaltensweise eines
Präsidenten (Popkin 1996:74).
Dementsprechend konstruiert man –
mittels dem Bildfunk und genauer mittels
der fernsehübermittelten Werbung, einen
gewissen Persönlichkeitsprototypen des
idealen, von den Wählern als Präsidenten
gewünschten Kandidaten. Dieser Prototyp verkörpert die Gesamtheit der
physischen Merkmale, die das Publikum
wiederfinden will, und die eine mehr oder
weniger treue Wiedergabe des Kandidaten
darstellen; es handelt sich eher um eine
Auswahl bestimmter Merkmale, eine
Wiederzusammenstellung einer Rolle:
Es (das Image) ist eine figurative
Darstellung der Wirklichkeit und
zugleich deren Wiedergabe… Der
Politiker muss einwilligen, ständig die
Rolle des Charakters zu spielen, das
er ausgewählt hat… Es spielt keine
Rolle, inwiefern dieses Image mit der
Wirklichkeit übereinstimmt. Hauptsache
ist, dass dieses Image akzeptiert und
daran geglaubt wird, obwohl es erzeugt
ist (Schwartzenberg 1995 : 30).
Schwartzenberg (1995:49) unterscheidet
4 Typen von Leaderidealen, die sich
vorherrschend im Bewusstsein der
Wähler konturieren durch den Effekt der
Machtpersonalisierung – hervorgerufen
durch die intensive Sendung vom
fernsehübermittelten Image, das oft
eine kommerzielle Rolle hat. Diese
Leaderprototypen sind:
1. Der Held ist der providentielle
Führer dessen Macht der Geschichte
entnommen ist, er erscheint als eine
Providenz, als ein vorgeschriebenes
Schicksal und hat eine profetische
Funktion. Durch seinen Status
mythisiert er die Macht wieder
und verwandelt sie in etwas
Transzendentales, Geheimnisvolles.
Seine seltsame und heilige Tätigkeit
übt er geheim und aus der Ferne
aus. Die Distanz und das Schweigen
steigern sein Ansehen und seine
Aktionen entgehen dem kritischen
Bewusstsein. Er ist der charismatische
Führer, umgeben von Geheimnis, der
ständig den übernaturlichen Charakter
seiner Neigung behauptet. Er regiert
mit Hilfe der Zeichen und mythischen
Symbole in den Änderungsperioden;
die Wähler fühlen sich neben ihm in
Sicherheit (Schwartzenberg 1995:5157).
2. Der gewöhnliche Mensch (commom
man) ist der Typ des Banalen, des
Konventionellen, bei ihm ist nichts
aussergewöhnlich. Er ist one of us,
der gemeinsame Geist, die nationale
Weisheit, er ist hyperrepräsentativ,
er verbreitet Gewöhnliches und
selbstverständliche Wahrheiten; er ist
ein Expert in vorgefasste Ideen und
will beweisen, dass jeder eines Tages
Präsident werden kann. Er ist der
Prototyp des an die Tradition seines
Landes und an die nationalen Symbole
eng gebundenen Bürgers. Er verkörpert
die Revanche der Geringen gegen den
Grossen, er ist der Gegenteil eines
Adligen oder eines Intelektuellen oder
eines Weltmanns/Mondänen. Sein
Leben ist ruhig, und die Eigenschaften
die ihn am besten vertreten sind das
Mass, der gesunde Menschenverstand
und die Gewandtheit (Schwartzenberg
1995:61-65).
3. Der Star-Leader ist der Leader der
durch seine Jugend fasziniert, der
sich gegen die Erwachsenengeneration
auflehnt; er ist zugleich ein dandy der
sich viel an Imagegrossaufmahmen
wendet, mittels denen er auf dem
Wahlmarkt als Produkt gefördert wird.
Der charmante Leader engagiert sich in
einem Doppelspiel: er ist gleichzeitig
geheimnisvoll und offen, fremd und
populär und dieses Imagemix fasziniert
(Schwartzenberg 1995:68-70).
4. Unser Vater verkörpert ein Doppelimage: er ist der Vater des Vaterlands,
der gesamten Nation, er ist die oberste
Autorität, das politische Über-Ich
dessen Autorität sich mit der des
Staates der führt und beherrscht
identifiziert (Schwartzenberg 1995:7274). Schwartzenberg (1995:79) sprach
über die Alternanz dieser Stereotypenrollen gemäss der Präponderänz
der Themen und deren Spezifikum
an einem gewissen geschichtlichen
Moment eines Landes.
Wenn wir die letzten zwei Interpretationen
des TV-Images betrachten, angeschnitten
aus der Hinsicht der politischen
Symbolistik und der kognitiven Psychologie, bemerken wir, dass sich die zwei
einander bestimmen.
Die kognitive Psychologie bietet uns
Informatinen an, bezüglich der Art
wie das Image angeeignet, verarbeitet
23
und gespeichert wird, bezüglich der
kausalen Inferenzen die sich zwischen
verschiedenen Imagetypen ereignen
oder die möglichen Zusammenhänge
mit den bestehenden Informationen über
diejenigen Images. Diese verkörpern die
Hauptressourcen mit deren Hilfe die
Wähler die Informationen und Images
über die sie verfügen vereinfachen, indem
sie sich mentale Darstellungsmuster
möglicher politischen Leaders aufstellen.
Die politische Symbolistik ladet diese
Stereotypen
auf,
vor-erwachsene
mentale Schemata und reaktiviert sie
durch Zeichen, Symbole, Bedeutungen
usw. Diese Bedeutungen, Zeichen,
Symbole werden mittels der Images
und der in den Images inbegriffenen
Informationen wiederaufgenommem, in
unterschiedliche Kontexte wiederholt
und diese Redundanz – die dem Wähler
möglicherweise überhaupt nicht bewusst
ist – verleiht ihnen einen symbolischen
Mythos- oder Ritualwert.
Wenn wir uns auch auf den Kontext
des Wahlmarketings beziehen, in dem
das Image zur Marke für die Főrderung
des Kandidateimages wird, werden wir
behaupten, dass die Imageteile die eine
spezifische Ladung von Zeichen und
Symbole beinhalten, die sich ständig
wiederholen, die Konstruktionsmittel
eines gelungenen Wahlspots darstellen.
Es gibt zwei Rahmen auf denen wir
uns beziehen können: das Image das
durch Zeichen und Bedeutungen, die
in Richtung des Publikums gesendete
Botschaft erzeugt, einerseits, und den
Kontext den das Kandidatenimage oder
die übermittelte Botschaft anbieten
kann, die wegen dem Kontext in von
24
dem Kandidaten gewünschten Sinn
abweicht.
Weiter werden wir je eines von den zwei
Statusformen vorstellen, durch denen
sich ein Kandidat im TV-Werbespot
präsentieren kann, und mögliche
Strategien, mittels denen der Kandidat
ein gewisses Image fördern kann um
den erhofften Wahlerfolg zu erreichen.
Die Anschneideweise gehört dem
Wahlmarketing an.
3.2.3. Strategien zur Főrderung
der Kandidatenimages durch den
fernsehübermittelten Werbespot
Die politische Werbung fördert das
Image des Kandidaten durch zwei
Elemente: Themenkreise und verbale
oder nonverbale Bilder. Die ersten haben
die Aufgabe die Stellung des Kandidaten
angesichts bestimmter Themenkreise zu
betonen. Auch die verbalen Bilder können
sich auf Themen beziehen – falls sie
dem Publikum implizit oder explizit die
Eigenschaften des Kandidaten mitteilen
– aber sie können auch auf direkter Weise
erscheinen, indem sie von der politischen
Rede oder vom Slogan eingeredet werden.
Nonverbale Bilder können z.B. Gesten oder
Mimik sein und sie können verbale Bilder
begleiten. Durch sie, wird eine affektive,
stark emotionale Botschaft vermittelt, die
der Wähler meist unbewusst empfängt.
In dem Wahlkampf stellen sich die
Kandidaten in einem der zwei Statuse
vor: der Kandidat dem bereits die gewisse
politische Funktion zugeschrieben war
(incumbent) oder der Kandidat der noch
nicht diejenige Funktion hatte und
die Änderung vorschlägt (challenger).
Abhängig von diesem Status fördern die
Kandidaten auf unterschiedlicher Weise
das eigene Image mittels Werbung.
Somit teilt der incumbent (der
Funktionsinhaber) durch die Werbung
mit, dass er Erfahrung in der Führung hat
und macht seine Haupterrungenschaften
bekannt. Er redet mittels der Reklame ein,
dass er eine gewisse Weisheit infolge
der durchgemachten Schwierigkeiten
erreicht hat, dass er aus den Fehlern
gelernt hat und dass er sie in der Zukunft
nicht wiederholen wird. Er besitzt
einen gewissen Vorteil im Vergleich
zum challenger, falls er Performanzen
während seiner Führung erreicht hat,
oder er ist im Nachteil, falls er bestimmte
Fehler begangen hat, die die Wähler
nicht vergessen haben, Fehler die dem
challenger zur Förderung eines positiven
Images helfen werden.
Derjenige der die Änderung bringt,
der challenger, muss viel aggressiver
sein Image fördern. Erstens muss er
sich vor der Wählerschaft – die geringe
Informationen über ihn besitzt, bekannt
machen, muss gewisse dem incumbent
überlegene Eigenschaften aufweisen und
sie hervorheben, muss sehr deutlich und
entschlossen seine Stellung ausdrücken
gegenüber den Themenkreisen die sein
politischer Gegner vernachlässigt oder
erfolglos gelöst hat. Zugleich muss seine
Kampagne mehr eine Angriffskampagne
sein, in der die negative politische
Werbung hervorherrscht, durch die die
Fehler des Funktionsinhabers kritisiert
werden oder dieser für bestimmte
unangenehme Ereignisse in denen er
verwickelt war, massgeregelt wird. Eine
wichtige Rolle erhält in diesem Kontext
auch die komparative negative Werbung,
mittels deren in demselben Spot zwei
Images gegenübergestellt werden, das
des Funktionsinhabers (incumbent)
und das des challengers, der in einer
dem incumbent überlegenen Stellung
erscheint.
Wie im Falle des fernsehgesendeten
Ereigisses erzeugt auch der politische
Werbespot den Framing-Effekt. Indem er
sich auf die vom Framing hervorgerufenen
Änderungen in der Wahrnehmung
der Wähler bezüglich des Status’ der
Kandidaten bezog, stellte Popkin
(1996:91) folgende Änderunstypen vor:
- der Framing veranlasst die Wähler, den
Präsidenten als einen kompetitiven
Kandidaten auszudenken, sie nehmen
ihn wahr von derselben Stellung her
wie denjenigen der die Änderung
mitbringt;
- die Wähler beginnen die Kandidaten
hinsichtlich ihrer Persönlichkeit oder
Leistung einzuschätzen;
- ein Kandidat kann sowohl als einer der
unabhängig von der Unterstützung der
Partei oder des Wahlkampfs gewinnt,
wahrgenommen werden oder er
wird ausschliesslich durch die ihn
unterstützende Partei angesehen;
- die Änderungen bezüglich der
internationalen Probleme oder der
Aussenpolitik sind mit dem Image
des Präsidenten verknüpft, so wie
es sich dem Wähler ausserhalb der
Wahlkampagne enthüllt hat;
Die Änderungsvorschläge bezüglich der
sozialen Politik beispielsweise, sind eher
mit den Handlungen dessen verknüpft,
der die Änderung während der Kampagne
hervorbringt.
Somit, abhängig von deren Status, bauen
sich die Kandidaten unterschiedliche
Strategien zur Förderung des Images.
Johnson-Cartee und Copeland (1998:179)
unterscheiden zwischen vier Kategorien
von Strategien benützt zur Förderung des
Images der Kandidaten.
25
Die Strategien deren die bereits die
gewisse politische Funktion ausgeübt
haben (incumbents):
1. Die positive Werbung zeichnet
die Stellung des Kandidaten aus,
erneuert die Sichtbarkeit, betont seine
Leadermerkmale. Die Werbespots
umreissen das Image des Helden
der in der Geschichte des Landes
eintreten wird (Lee-Kaid und HoltzBacha 1998:91 über den Inhalt der
Werbungen vorgestellt von Mitterand
in der Kampagne von 1988); positive
werbung erinnert die Wähler an seine
Leistungen indem sein Image mit
bestimmten Problemen die er während
seiner Regierung gelöst hat, assoziier
wird.
2. Die auf Themengruppen fokussierten
Werbemotive sind diejenige durch die
der Kandidat seine Stellung gegenüber
neu erschienenen Probleme angibt
und diese Art Spots reden dem Wähler
ein, dass der Politiker die begonnene
Arbeit fortsetzen sollte.
Die Strategien deren die die Änderung
vorschlagen
(challenger)
könnten
sowohl innerhalb des folgenden Unterkapitel biinhaltet sein, da sie ein
Hauptgrund darstellen für die Auslösung
der Imagekrise die ein incumbent
durchmachen könnte. Die Autoren
(Johnson-Cartee und Copeland 1998:179)
erkennen drei Strategietypen:
3. Die komparative politische Werbung –
diesem Strategietypus kann sich auch
der incumbent wenden. Wird durch
Spots verschiedener Form vertreten:
- die komparative Vorstellung, im selben
Spot, der Images der zwei Kandidaten,
mit dem Einreden einer grösseren
Glaubwürdigkeit seitens dessen der
den Spot präsentiert;
26
- die komparative Korelation der
thematischen Stellungen der zwei
Kandidaten, mit der Hervorhebung der
Unterschiede und die Anerkennung
der Überlegenheit dessen der den Spot
präsentiert;
- die Koppelung von Bildern, die die
Fehler des Gegners veranschaulichen
mit rationalen Aufrufen zur Änderung
(die Strategie dient ausschliesslich
dem challenger).
4. Die negative politische Werbung – kann
auch von dem incumbent eingesetzt
werden, aber vorwiegend vom
challenger:
Die negative politische Werbung durch
Vergleich:
- Kritik an den Fehlern des Gegners,
Problematiserung dessen Kompetenz
mit der Hervorhebung der eigenen
Überlegenheit;
- Die Vorstellung von Elementen die
gewisse Skandale oder unangenehme
Ereignisse hervorheben, gewisse
Schwächen des Kandidaten, Ausbrüche in der Öffentlichkeit durch die
der Kandidat vom Gegenkandidaten
sanktioniert wird oder ebebfalls durch
die der letztere dessen Glaubwürdigkeit
in Frage stellt;
Die Werbung als direkter Angriff
- direkte Angriffe durch Werbung,
in der der Vergleich zwischen den
Kandidaten nicht beinhaltet ist;
Die negative Werbung in der der Vergleich
eingeschlossen ist
- wird oft von der Wählerschaft als
positiv wahrgenommen. Durch diesen
Strategietypus vermittelt man die
Stellung des Kandidaten gegenüber
den Themenkreisen die, obwohl nicht
ausdrücklich angedeutet, Kritik an
dem anderen Kandidaten ausübt durch
die Überlegenheit der angenommenen
Stellung.
Schlussfolgerungen einer theoretischen
Debatte über fernsehgesendete politische
Kommunikation
Der Versuch dieses Aufsatzes war zu
veranschaulichen wie die Elite Druck auf
die Wählerschaft ausüben kann, anhand
des Bildfunks – als Mittel zum Filtern
politischer Informationen die die Elite an
die Wähler richten will. Hauptinstrumente
zur Erzeugung fernsehübermittelter
Kommunikation an denen sich die
politischen Leaders wenden sind: das
fernsehgesendete Ereignis und der TVWerbespot. In diesem Kontext haben
wir die Effekte problematisiert, die
von dem fernsehübermittelten Ereignis
hervorgebracht werden, u.z.: das Agenda
setting Phänomen, die Framing- und
Priming-Effekte.
Um die politische Information während
der Kampagne zu vermitteln und sicher
zu sein, dass diese empfangen wird
und den gewünschten Einfluss auf die
Wählerschaft hat, muss ein politischer
Leader die Hauptmerkmale kennen, die
zugrunde des kognitiven Mechanismus
der Verarbeitung der politischen
Information seitens des Wählers liegen,
(Holbrook 1998:90), sowie auch Greshams
Gesetz der politischen Information
(wiedergegeben von Popkin 1996:89).
Um die eigenen politischen Präferenzen
der Wählerschaft zu übermitteln, und um
diese zum Glaube zu veranlassen, dass
diese Präferenzen eigentlich auch deren
eigenen Wünsche entgegenkommen,
wendet sich der politische Leader an
dem Bildfunk als Mittel zum Filtern
und Wiederspiegeln der politischen
Information. Für die unentschiedenen
oder schlecht informierten Wähler
kann die Elite eine falsche Kongruenz
der Politiken schaffen, im Bezug auf
die politische Repräsentativität der
Wahlinteressen. Die gut informierten
Wähler – wenn sie sich nicht an andere
Informationsmittel ausser Bildfunk
wenden – sind von der neusten aus dem
Bildfunk übernommenen Information
beeinflusst, die über eine grosse Kraft
des Wiederaktuellmachens und über
bedeutende Relevanz verfügt. Nur
eine unbedeutende Minderheit dieser
Kategorie lässt sich von der Wirkung des
Bildfunks nicht beeinflussen und diese
können die sehr gut Informierten sein,
auch wenn oder genau deshalb weil ihre
Hauptinformationsquellen nicht dem
Fernsehen entnommen sind.
Was die politische Kommunikation durch
den fernsehübermittelten Spot angeht,
haben wir besonderes Interesse dem
Phänomen fernsehgesendeter politischer
Werbung zugewendet, das wir aus drei
Hinsichten analysiert haben. Aus der
Hinsicht der Marketingkommunkation
ist politische Werbung ein Instrument
zur Förderung des Images des ProduktsKandidaten vor spezifischen Segmenten
des Wahlzielmarktes. Aus der Hinsicht
symbolischer Kommunikation stellt
politische Werbung die soziale Wirklichkeit dar, anhand von kognitiven Schemata
und gestaltet im Gedächtnis der Wähler
Leaderprototypen durch das Phänomen
der Personalisierung politischer Macht.
Aus der Hinsicht der Öffentlichkeitsarbeit
trägt politische Werbung zum Aufbau von
schnellen Strategien zur Bekämpfung der
Imagekrise des Kandidaten bei, falls wir
über eine solche Krise im Kontext des
Wahlkampfes sprechen können.
Die zwei Instrumente an denen sich die
Elite wendet, dann wenn sie Unterstützung
angesichts der Wahlen gewinnen möchte,
das fernsehübermittelte Ereignis und der
27
TV-Spot, können nicht allzu sehr die
demokratische Frustration verringern,
die die Wähler besonders während der
Wahlkampagne empfinden. Zunächst
muss jedoch auch analysiert werden
wie die Eliten ihre Politiken aufstellen
und ihre politischen Tätigkeiten
vor der Wählerschaft während einer
Kampagne vorstellen. Vor der Analyse
der Haupteffekte, die die Tätigkeiten
der Elite auf die Wahlentscheidung der
Bürger haben können, muss eine letzte
Andeutung gemachet werden. Wenn wir
uns im anwesenden Aufsatz mit dem
möglichen Einfluss der Eliten auf die
Einschätzungen der Wähler bezüglich der
Kandidaten auseinandergesetzt haben,
muss man allerdings weiterhin auch
weitere Aspekte benachrücksichtigen
und zwar, einerseits den Einfluss der
wirtschaftlichen Bedingungen, und
andererseits die Informationen bezüglich
der wirtschaftlichen Leistung der
Kandidaten, wiederspiegelt durch den
Bildfunk, sowie die Auswirkungen dieser
Einflüsse auf die Wahlentscheidung.
Mit Sicherheit haben auch andere
Faktoren ausser der wirtschaftlichen
Wahrnehmung einen bedeutenden
Anteil in der Wahlentscheidung, wie
z.B. das Partisanat, die demographischen
Merkmale oder die rationalen Denkoperationen der Wähler vor der Wahlentscheidung. Jedoch, wenn wir uns auf
die Länder Zentraleuropas beziehen, die
gegenwärtig eine Zeitspanne politischer
und wirtschaftlicher Transition durchmachen, ist die Dimension der ökonomischen Abstimmung ein Aspekt der
nicht vernachlässigt werden darf, wenn
wir das Wahlverhalten interpretieren.
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