Persönlichkeitsstörungen

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„Ich bin, was ich bin, weil ich getan habe,
was ich getan habe.“
(Elia Kazan)
Persönlichkeitsstörungen
Was ist überhaupt die Persönlichkeit eines Menschen?
Durch seine Persönlichkeit kann man sich in unterschiedlichen Situationen
(zuhause oder in der Schule) oder bei unterschiedlichen Menschen (bei
den Eltern oder bei Freunden) unterschiedlich verhalten. Persönlichkeit
umfasst die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, die den Menschen
ausmachen und von anderen unterscheiden.
 Fünf Persönlichkeitsbestandteile
werden immer wieder beschrieben:
• Ist man eher kontaktfreudig und gesellig
oder zurückhaltend und schüchtern?
• Ist man eher friedfertig und
harmoniebedürftig oder streitsüchtig
und provokant?
• Ist man gründlich und verlässlich oder
eher nachlässig und unzuverlässig?
• Ist man eher empfindlich und nervös
oder entspannt und lässig?
• Ist man kreativ oder phantasielos?
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Symptome
So schwierig es ist, Persönlichkeit im
Allgemeinen zu beschreiben, so schwierig ist
es auch, die Persönlichkeitsstörungen allgemein
zu erklären. Grob gesagt ist die Persönlichkeit
gestört, wenn sie irgendwie „extrem“ geworden
ist. Das kann so sein, wenn ein bestimmtes
Merkmal dominiert, das normalerweise
menschlich ist, aber bei einer Störung deutlich
häufiger und sehr unpassend auftritt.
Beispielsweise kann es problematisch sein,
wenn jemand total anhänglich ist – das aber
nicht nur bei Freunden und in der Familie,
sondern auch bei Fremden. Das führt dann zu
Schwierigkeiten im Umgang mit anderen, auch
in wichtigen Lebensbereichen, wie z.B. bei der
Arbeit. Solch extreme Merkmale lassen sich
aber nicht so schnell wieder ändern.
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Erkrankungen | Persönlichkeitsstörungen
Es bereitet oft große Schwierigkeiten
zwischen „normalem“ und „unnormalem“
Verhalten zu unterscheiden.
 Persönlichkeitsstörungen werden in
drei Gruppen eingeteilt:
• „ sonderbar und exzentrisch“
• „ dramatisch, emotional und launisch“
• „ ängstlich und furchtsam“
A „sonderbar und exzentrisch“
1. Paranoide Persönlichkeitsstörung
Der Betroffene ist übermäßig
misstrauisch und streitsüchtig.
Das Verhalten der Mitmenschen wird
dadurch oft als absichtlich böse und
bedrohlich verstanden.
2. Schizoide Persönlichkeitsstörung
Schizoide Persönlichkeiten machen
sich nichts aus anderen. Sie erleben
ihre eigenen Gefühle weniger als
andere Menschen und können deshalb
auch nur schlecht Gefühle ausdrücken.
3. Schizotypische Persönlichkeitsstörung
Der Betroffene verhält sich für andere
sehr seltsam, selbstbezogen und hat
eine eigentümlich andere Denk- und
Sprechweise. Er hat nur sehr wenige
Kontakte mit anderen.
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B „dramatisch, emotional und launisch“
4.Antisoziale Persönlichkeitsstörung
(früher Soziopathie genannt)
Hauptsächlich gekennzeichnet durch
verantwortungsloses und antisoziales
Verhalten. Der Soziopath missachtet
und verletzt die Rechte anderer.
5. Borderline Persönlichkeitsstörung
Der Borderliner ist typischerweise
launenhaft und impulsiv. Er hat häufig
ein schwankendes Bild von sich selbst
und instabile Beziehungen zu andern.
Es kann zu selbstschädigenden
und explosiven, spontanen Aktionen
kommen.
6.Histrionische Persönlichkeitsstörung
(früher hysterische Persönlichkeit)
Die histrionische Persönlichkeit ist
gekennzeichnet durch übergroße Emotionalität und ein großes Verlangen
nach Aufmerksamkeit. „Histrio“ heißt
Schauspieler oder Gaukler, die Betroffenen
benehmen sich oft so, als wären sie Teil
eines Theaterstücks.
7. N
arzisstische Persönlichkeitsstörung
Die Betroffenen halten sich selbst für
großartig, dabei ist ihr Selbstwertgefühl
ganz unsicher und ganz abhängig
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Erkrankungen | Persönlichkeitsstörungen
davon, was andere von ihnen denken.
Sie sind sehr empfindlich, was die
Meinung der anderen über sie angeht,
und wollen immer als „etwas ganz
Besonderes“ angesehen werden.
C „ängstlich und furchtsam“
8.Ängstliche vermeidende
Persönlichkeitsstörung
Hauptmerkmale sind Anspannung
und Besorgnis, Angst vor negativer
Beurteilung/Kritik von anderen und
Schüchternheit. Dadurch fühlen sie
sich schnell verletzt.
9.Abhängige Persönlichkeitsstörung
Die Betroffenen fühlen sich selbst
hilflos und denken, dass sie vielen
Situationen nicht gewachsen sind.
Dadurch geben sie gerne die
Verantwortung für ihr Leben und ihre
Entscheidungen an andere ab.
10.Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
Kennzeichen sind übergroßer Perfektionismus und Starrheit/Sturheit im
Denken und Handeln. Die Betroffenen
empfinden ihre Leistung als nie gut
genug.
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Ursachen von
Persönlichkeitsstörungen
Die Ursachen sind unklar. Der Mensch
wird immer von seinen Genen/Anlagen
und von seiner Umwelt „geformt“.
Die Persönlichkeitsstörung lässt sich
nicht als Folge einer anderen psychischen
Störung erklären und geht auch nicht
auf die Wirkung von Drogen oder auf
irgendeine medizinische Ursache zurück.
So etwas gibt es auch, nennt sich dann
aber „Persönlichkeitsänderungen“.
Vorkommen
Die Zahlen schwanken. Ca. 11% der
Allgemeinbevölkerung sind davon betroffen.
Bei den „stationären Patienten“ (Menschen,
die in Krankenhäusern mit Übernachtung
behandelt werden müssen) leidet etwa jeder
Zweite.
Männer sind häufiger als Frauen von
antisozialer und zwanghafter Persönlichkeitsstörung betroffen, Frauen häufiger als Männer
von Borderline, ängstlicher und abhängiger
Persönlichkeitsstörung.
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Erkrankungen | Persönlichkeitsstörungen
Verlauf
Behandlung
Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelt.
Das heißt, dass sie typischerweise schon in der
Kindheit oder Jugend beginnen und meist stabil
verlaufen, also dass die Störung oft bleibt und
nur schwer veränderbar ist. Es ist nicht immer
klar, ob und wie sehr der Betroffene selbst
darunter leidet. Im Alter können die Symptome
nachlassen. Im Gegensatz zu den Persönlichkeitsstörungen treten Persönlichkeitsänderungen
erst im Erwachsenenalter auf. Die Ursache ist
bei den Persönlichkeitsänderungen bekannt,
zum Beispiel Drogenmissbrauch, Hirnerkrankungen
und Hirnverletzungen.
Medikamente werden nicht oft
eingesetzt. Die Therapie ist sehr schwierig.
Es wird nicht versucht, den Patienten
zu „heilen“, sondern es wird eher versucht,
das Verhalten zu verbessern.
Auf diese Weise wird den Menschen mit
Persönlichkeitsstörungen beim richtigen
Umgang mit anderen oder mit Problemsituationen geholfen.
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