1 VG 3 neu (Durch die Vergangenheit zur Gegenwart) Revolutionen

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REVOLUTIONEN UND GEGENBEWEGUNGEN
(ENDE 18. JH. BIS MITTE 19. JH.)
Schülerband: Seiten 60–63
1. Die Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika
MERKTEXT – KOPIERVORLAGE
In Amerika gab es Hunderte „indianische“ (indigene) Völker. Viele von ihnen lebten in
Zelten (Tipis), andere bauten Häuser. Die Puebloindianer errichteten sogar blühende Städte.
Jedes Volk hatte seine eigene Sprache. Zur Verständigung mit anderen diente vor allem die
Zeichensprache. In diese Welt drangen 1607 die ersten englischen Siedlerinnen und Siedler
ein. Sie gründeten an der Ostküste Nordamerikas den Ort Jamestown. Nur ein Drittel der
Einwanderer überlebte – dank der Hilfe von „Indianern“ – die erste Zeit. Trotz der harten
Lebensbedingungen strömten immer mehr Menschen nach Nordamerika. Sie hofften, hier
ohne Willkür des Adels leben und ihre Religion frei ausüben zu können. Bis 1732 entstanden
13 britische Kolonien, die sich selbst verwalten durften. Als die Briten nach dem
Siebenjährigen Krieg (1756–1763) einen Teil der Kriegskosten von den Kolonien einheben
wollten, kam es zum Streit, Unruhen folgten. Schließlich erklärten sich die britischen
Kolonien 1776 für unabhängig. Im darauffolgenden Unabhängigkeitskrieg konnten sich die
Kolonisten mithilfe Frankreichs gegen das Mutterland Großbritannien durchsetzen und
erlangten 1783 die Freiheit. 1789 schlossen sie sich auf der Grundlage einer Verfassung zu
einem Staatenbund zusammen („United States of America“ – „USA“). Zwischen Nord- und
Südstaaten gab es aber in der Wirtschaftsform und in der Einstellung zur Sklaverei große
Unterschiede. Als die Südstaaten aus dem Staatenbund ausscheiden wollten, kam es zum
Bürgerkrieg (1861–1865). Der industrialisierte Norden setzte sich durch, schaffte die
Sklaverei ab und gab der afroamerikanischen Bevölkerung das Wahlrecht (1870). Dennoch ist
diese Bevölkerungsgruppe in den USA bis heute benachteiligt. Noch schlechter erging es den
nordamerikanischen „Indianern“. Sie wurden von den Europäern großteils ausgerottet.
Schülerband: Seiten 64–69
2. Ursachen und Verlauf der Französischen Revolution
MERKTEXT – KOPIERVORLAGE
In vielen europäischen Staaten hatten aufgeklärte Herrscher Reformen durchgeführt, die dem
Volk das Leben ein wenig erleichterten. In Frankreich jedoch schien die Zeit stillzustehen.
Bürger beklagten die hohen Steuern, Bauern die drückende Abhängigkeit. Der königliche Hof
aber lebte nach wie vor im Luxus von Versailles. König Ludwig XVI. versuchte, jeden
Widerstand bereits im Keim zu ersticken und Gedanken der Aufklärung zu unterdrücken.
1788 war Frankreich bankrott, dem Finanzminister fielen als Lösung nur Steuererhöhungen
ein. Um diese zu beschließen, wurden 1789 die Vertreter der drei Stände nach Versailles
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eingeladen. Viele Abgeordnete des Dritten Standes hatten vom Leben der Menschen in
Amerika gehört und hofften auf Reformen in Frankreich. Als der König ihren Vorstellungen
nicht nachkam, erklärte sich der Dritte Stand zur wahren Vertretung des Volkes
(„Nationalversammlung“) und schwor, erst wieder auseinanderzugehen, wenn er Frankreich
eine Verfassung gegeben hätte („Ballhausschwur“). Als königliche Truppen
zusammengezogen wurden, besetzten aufgebrachte Menschen in Paris die Bastille. Ende
Juli/Anfang August kam es zum Aufstand der Bauern gegen ihre Grundherren. Ebenfalls im
August erfolgte die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Im Oktober 1789 war
Ludwig XVI. schließlich gezwungen, die Beschlüsse der Nationalversammlung
anzuerkennen. Ludwig XVI. wollte sich damit aber nicht abfinden. Er versuchte, ins Ausland
zu fliehen und feindliche Truppen ins Land zu holen, wurde jedoch erkannt und als
Gefangener nach Paris gebracht. Im September 1791 erhielt Frankreich schließlich eine
Verfassung und wurde zur parlamentarischen Monarchie. Für viele Franzosen war Ludwig
XVI. zum Staatsfeind geworden – besonders für die radikalen Revolutionäre („Jakobiner“).
Sie forderten die Absetzung Ludwigs XVI. und die Ausrufung der Republik. Ludwig XVI.
wurde als Volksverräter angeklagt und im Jänner 1793 hingerichtet. Im Sommer 1793 rissen
die Jakobiner die Macht an sich und errichteten eine Schreckensherrschaft. Unzählige
Menschen wurden ermordet, schließlich auch der Anführer der Jakobiner, Robespierre (1794).
Schülerband: Seiten 70–73
3. Napoleon – Vollender der Französischen Revolution?
MERKTEXT – KOPIERVORLAGE
Nach Robespierres Tod wurden die Revolutionsgerichte aufgelöst. Frankreich erhielt seine
dritte Verfassung – nun übernahmen gemäßigte Politiker („Direktorium“) die Macht. Ihnen
gelang es nicht, die wirtschaftliche Not und die Unsicherheit im Land zu beseitigen. Indessen
machten militärische Erfolge den jungen General Napoleon beim Volk immer beliebter.
Gestützt auf das Militär stürzte Napoleon 1799 das Direktorium, löste die Volksvertretung auf
und regierte als „Erster Konsul“ wie ein Alleinherrscher. 1804 ließ sich Napoleon zum Kaiser
der Franzosen krönen. Er führte eine Reihe von Reformen durch und festigte damit seine
Herrschaft. Außenpolitisch lautete sein Ziel: Europa unterwerfen. Das gelang ihm 1805 mit
dem Sieg in der „Dreikaiserschlacht“. Im selben Jahr siegten die Briten über die französische
Flotte und vereitelten dadurch Napoleons Plan, Großbritannien zu erobern.
1806 legte Franz I. die Kaiserwürde zurück, womit das Heilige Römische Reich Deutscher
Nation, das seit 962 bestand, endete. 1809 existierte Österreich nach einer schweren
Niederlage gegen die Franzosen nur mehr, weil Napoleon es gestattete. Dessen Machtstreben
wurde schließlich mit dem Russlandfeldzug beendet. Nach seiner Niederlage in der
„Völkerschlacht“ bei Leipzig (1813) erfolgte die Verbannung Napoleons auf die
Mittelmeerinsel Elba.
Schülerband: Seiten 74–77
4. Zurück zur „alten Ordnung“ – Europa von 1814 bis 1848
MERKTEXT – KOPIERVORLAGE
Nach Napoleons Sturz galt es, Europas Grenzen neu festzulegen. Zu diesem Zweck trafen
einander die führenden Häupter Europas auf einem großen Kongress in Wien („Wiener
Kongress“, 1814/15). Vorerst scheiterten die Verhandlungen daran, dass jeder für sein Land
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möglichst viel herausholen wollte. Erst die Rückkehr Napoleons aus seiner Verbannung einte
Europas Großmächte. Sie stellten ein Heer auf, besiegten Napoleon in der
Entscheidungsschlacht bei Waterloo, verbannten ihn auf die Atlantikinsel St. Helena und
brachten die Verhandlungen in Wien zum Abschluss. Die Sieger – Österreich, Preußen und
Großbritannien – konnten ihre Gebiete vergrößern. Der Wunsch der Polen, Deutschen und
Italiener nach einem jeweils eigenen Staat wurde nicht erfüllt. An die Stelle des Heiligen
Römischen Reiches trat der Deutsche Bund – ein lockerer Zusammenschluss von 35 Staaten
und vier Städten. Den Vorsitz im Deutschen Bund hatte Österreich. Auch dem Wunsch der
Bürger nach politischer Mitsprache („Liberalismus“) wurde nicht nachgegeben.
Die Herrscher Preußens, Russlands und Österreichs wollten die Neuordnung Europas
absichern und verbündeten sich als „Heilige Allianz“ (1815). Diese griff mehrfach bei
Konflikten ein, um politische Veränderungen in Europa zu verhindern. Für die Umsetzung der
Ziele der „Heiligen Allianz“ in Österreich sorgte Staatskanzler Metternich. Er ließ den
Liberalismus mithilfe der Geheimpolizei unterdrücken („Restauration“). Eine eigene
Kontrollstelle überprüfte alle Druckwerke und sogar persönliche Briefe („Zensur“). Spitzel
überwachten die Menschen. Die Mehrheit der Bevölkerung litt damals unter drückender Not,
die Bürger hingegen wollten ihren Wohlstand genießen. Kritik am Staat war gefährlich, daher
zogen sich die meisten Menschen ins Privatleben zurück. Die private Wohnung wurde zum
zentralen Ort des gesellschaftlichen Lebens und war dementsprechend gestaltet. Es wurden
Dichterlesungen und Musikabende veranstaltet („Biedermeierzeit“). Johann Nestroy stieg
zum „Star“ auf, Musiker wie Franz Schubert traten bei vielen Veranstaltungen auf. Beliebt
waren auch Kaffeehaus- und Theaterbesuche sowie Tanzveranstaltungen.
Schülerband: Seiten 78–83
5. Revolutionsjahre 1848–1849
MERKTEXT – KOPIERVORLAGE
1848 ließ sich die Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsgruppen nicht länger unterdrücken –
es kam in Österreich (wie in vielen anderen europäischen Staaten) zur Revolution. Arbeiter,
Bürger und Bauern verfolgten aber unterschiedliche Ziele, daher verlief die Revolution in
mehreren Etappen. Jede der beteiligten Gruppen wollte ihre eigenen Ziele durchsetzen. Wenn
sie diese erfüllt sah, war für sie die Revolution vorbei. Das veranlasste die Regierung zu
folgendem Vorgehen: Sie gewährte – unter Zwang – Zugeständnisse, doch sobald sie die
Lage unter Kontrolle zu haben glaubte, machte sie diese Zugeständnisse (Ende der Zensur,
Verwirklichung einer Verfassung …) wieder rückgängig. So konnten die Bürger nur
vorübergehende Erfolge verbuchen. Ebenso scheiterten die Arbeiter mit ihren Forderungen
nach mehr Lohn. Die einzige Gruppe, die ihre Vorstellungen verwirklichen konnte, waren die
Bauern. Sie wurden freie Eigentümer von Grund und Boden („Grundentlastung“).
Nach dem Rücktritt Kaiser Ferdinands I. kam Franz Joseph I. an die Macht, der wieder
absolut regierte. Reformen sollten – wenn überhaupt – von der Regierung ausgehen
(„Neoabsolutismus“).
Die Revolution 1848/49 zeigte auch, wie groß bereits die Spannungen zwischen den
verschiedenen Nationalitäten waren. Das Kaiserhaus hielt jedoch mit großer Härte an der
Einheit des Staates fest: Die Aufstände der Tschechen und Italiener wurden niedergeschlagen,
der Freiheitskampf der Ungarn wurde schließlich mit russischer Hilfe gebrochen.
Ohne Ergebnis endete vorerst die Frage nach einem einheitlichen deutschen Staat: Die
Abgeordneten des Paulskirchenparlaments hatten zwar die Einigung Deutschlands ohne
österreichische Länder beschlossen, doch der König von Preußen lehnte die deutsche
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Kaiserwürde ab, die ihm vom Parlament angeboten wurde und ließ die Nationalversammlung
gewaltsam auflösen (1849).
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