Donauraum tragend für Gesamtentwicklung Europas Konferenz an

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Donauraum tragend für Gesamtentwicklung Europas
Konferenz an der Donau-Universität Krems diskutierte Potenziale der EUDonauraumstrategie
Krems (kpr). Ein Jahr nach Start der EU-Donauraumstrategie diskutierte die
internationale Konferenz „Der Mensch im Mittelpunkt“ am 5. Oktober an der
Donau-Universität Krems die Entwicklungspotenziale des Donauraums. Fazit
der vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) und der DonauUniversität Krems in Kooperation mit dem Land Niederösterreich unter
Patronanz der ARGE Donauländer organisierten Tagung: Das große
Rahmenwerk ist geschaffen, jetzt muss die Idee des Donauraums konkretisiert
und bei den Menschen sichtbar gemacht werden.
Als tragenden Raum für die Gesamtentwicklung Europas bezeichnete der
Landeshauptmann von Niederösterreich und Vorsitzende der ARGE Donauländer,
Dr. Erwin Pröll, den Donauraum mit seinen 115 Millionen EinwohnerInnen anlässlich
der Konferenzeröffnung. Viele touristische oder wirtschaftliche Ressourcen seien hier
als Beitrag zur Stabilität des Donauraums noch zu entwickeln, so Pröll,
beispielsweise die bessere Zusammenarbeit der Donau- mit den Schwarzmeerhäfen.
Weiterer Schwerpunkt sei die wissenschaftliche Kooperation. Vor dem Hintergrund
der Verhandlungen der neuen Förderungsperiode der EU-Strukturfonds ab 2014
betonte Pröll, der derzeit auch den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Donauländer
führt, die Bedeutung stabiler Regionen für eine stabile EU. Strategien wie jene für den
Donauraum seien ein Hebel für die Akzeptanz der EU, wenn sie bei entsprechend
gestalteter Förderkulisse Investitionen in den Regionen ermöglichten.
Balázs Marcell Medgyesy, Regierungsbeauftragter Ungarns für die
Donauraumstrategie, sieht die Donauregion als Motor zur Überwindung der
momentanen Wirtschaftskrise in der EU, die Einrichtung von „Innovation hubs“ wäre
hier ein wichtiger Beitrag. Die Donauraumstrategie sei ein wichtiges Rahmenwerk zur
Integration der beteiligten Länder, ihrer Heranführung an die EU und der Abstimmung
nationaler Politik. Regionen würden dadurch sichtbarer, der Erweiterungsprozess der
EU besser vorbereitet.
Strategie auf Konkretes herunterbrechen
Um erfolgreich zu sein, müsse die Donauraumstrategie auf konkrete Projekte
heruntergebrochen werden, nur so könne die Bevölkerung mitgenommen werden,
meinte Rektor (FH) Prof. (FH) Mag. Dr. Andreas Breinbauer, Generalsekretär des
Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM). Unter anderem gelte es, so
Breinbauer weiter, die Donau als Wasserstraße zu nützen. Im Donauraum hätten die
Regionen Wien und Niederösterreich als Sitz für regionale Headquarter aufgrund
ihrer Kompetenz für diesen Wirtschafts- und Kulturraum eine gute Ausgangsposition.
Neben dem gesetzlichen Auftrag der Donau-Universität Krems, Schwerpunkte in der
postgradualen Weiterbildung in Zentral- und Osteuropa zu setzen, seien es die
zahlreichen Kooperationen mit Hochschulen, die die Universität für Weiterbildung im
Donauraum verankern, sagte Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Viktoria Weber, Vizerektorin für
Forschung und Nachwuchsförderung der Donau-Universität Krems. Dieses
Engagement im Donauraum sei auch im Entwicklungsplan der Donau-Universität
Krems verankert, so Weber.
Gesicht für den Donauraum gefordert
Gerade für Nicht-Mitgliedsstaaten der EU sei die Donauraumstrategie ein wichtiges
Instrument der Integration und der Annäherung an Europa, sagte der ehemalige
serbische Vizepremier Božidar Ðelić in seiner Keynote-Speech. Man müsse den
Menschen die Idee Europa über ganz konkrete Projekte näher bringen, wie dies in
Serbien am Beispiel der durch Mittel der Europäischen Union und der Europäischen
Entwicklungsbank finanzierten Brückenbauten über die Donau geschehen sei. Für die
Zukunft empfahl Ðelić den Ländern des Donauraums, in Verbindung mit Europa zu
bleiben, und regte die Auflage einer Donauraum-Anleihe an. Für den Erfolg der
Donauraumstrategie brauche es eine Person, die den Donauraum repräsentiere,
sowie das Engagement der einzelnen Regierungen.
Paritäten schaffen
Es gelte, die Donauraumstrategie weiter publik zu machen, sie den Menschen näher
zu bringen und die Größe des Donauraums aufzuzeigen, sagte der Generalsekretär
der ARGE Donauländer, Peter de Martin. Mithilfe der Strategie müssten aus
Disparitäten Paritäten gemacht werden, und Wissen dorthin im Donauraum
transferiert werden, wo es Nachholbedarf gebe. Die Konferenz an der DonauUniversität Krems sei dazu ein wichtiger Beitrag gewesen.
Große Potenziale für Innovation
Wissenschaft und Forschung, so Univ.-Prof. Dr. Martin Gerzabek, Rektor der
Universität für Bodenkultur und Vorsitzender der Donaurektorenkonferenz, seien ein
wichtiges Element für die Entwicklung des Donauraums, in dem es gelte, die Mobilität
von WissenschafterInnen mit EU-Mitteln zu erhöhen, und über einen zu gründenden
Danube Region Research and Innovation Fund Anschubfinanzierungen für
erfolgreiche Projekte, wie es das Danube River Project DREAM bereits sei, zu
bekommen. Die Potenziale für Innovation seien groß: Gerzabek verwies hier auf die
möglichen in Europa einzigartigen Steigerungsraten in der nachhaltigen Nutzung von
Biomasse von rund 30 Prozent.
Die Konferenz unter dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt“ wurde unter der
Patronanz der ARGE Donauländer organisiert. Im Fokus standen regionale
Kooperationen, die Rolle von Wissenschaft, Bildung und Kultur sowie das Europa der
Makroregionen. Teilgenommen haben unter anderem Mag. Wilhelm Molterer,
Vizepräsident und Mitglied des Direktoriums der Europäischen Investitionsbank (EIB),
Prof. Dr. Miroslav Vesković, Rektor der Universität Novi Sad und Koordinator der
Donaustrategie-Gruppe zur Entwicklung der Wissensgesellschaft, Heinz Fassmann,
Vizerektor der Universität Wien und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des
Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), der Politikwissenschafter Peter
Filzmaier von der Donau-Universität Krems und zahlreiche weitere VertreterInnen von
Institutionen aus dem Donauraum.
Über die Donauraumstrategie
Von Österreich und Rumänien initiiert, wurde die EU-Donauraumstrategie im April
2011 vom Europäischen Rat angenommen. Sie dient der Abstimmung gemeinsamer
Themen der 14 Teilnehmerstaaten, darunter Umweltschutz, Tourismus und
Sicherheit, sowie der Stärkung des Raums durch Nutzung gemeinsamer
Wachstumspotenziale.
Nähere Informationen unter www.donau-uni.ac.at/eusdr
Nähere Details zur EU-Donauraumstrategie unter www.danube-region.eu
(08.10.2012)
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Bildtext: Ein Jahr EU-Donauraumstrategie: Die Konferenz an der Donau-Universität
Krems zog Resümee und diskutierte Entwicklungspotenziale.
V.l.n.r.: Balázs Marcell Medgyesy, Regierungsbeauftragter für die EUSDR,
Außenministerium von Ungarn, Prof. (FH) Mag. Dr. Andreas Breinbauer,
Generalsekretär des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), Wien,
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Viktoria Weber, Vizerektorin für Forschung und
Nachwuchsförderung der Donau-Universität Krems, Dr. Erwin Pröll,
Landeshauptmann von Niederösterreich, Mag. Wilhelm Molterer, Vizepräsident der
Europäischen Investitionsbank (EIB), Luxemburg, Mag. Dr. Susan Milford,
Geschäftsführerin des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM), Peter de
Martin, Generalsekretär der ARGE Donauländer, Land Niederösterreich (Foto:
DUK/Andrea Reischer)
Das Bild darf ausschließlich in redaktionellen Medienberichten über die Donau-Universität Krems
verwendet werden. Die Veröffentlichung ist unter Angabe des Fotonachweises honorarfrei.
Rückfragen
Dr. Gerhard Gensch
Pressesprecher
Donau-Universität Krems
Tel. +43 (0)2732 893-2575
[email protected]
www.donau-uni.ac.at/eusdr
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