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EUROPÄISCHE KOMMISSION – PRESSEMITTEILUNG
Kommission: Mehr Mittel für Bildung, Jugend und
Kreativität werden Beschäftigung ankurbeln
Brüssel, 11. Juli 2011 – Im Rahmen ihrer Strategie zur Förderung der
Beschäftigung hat sich die Europäische Kommission das Ziel gesetzt, die Zahl der
jungen Menschen, Lehrkräfte und Forscher, die EU-Stipendien für Studien- und
Fortbildungsaufenthalte im Ausland erhalten, von derzeit 400 000 auf künftig
800 000 pro Jahr zu steigern. Dies sei einer der wesentlichen Gründe für die
beträchtliche Erhöhung der EU-Ausgaben für Bildung, Jugend und Kreativität,
die die Kommission in ihrer Finanzplanung für den Zeitraum 2014-2020 vorgesehen
hat, so Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit
und Jugend, heute auf einer Pressekonferenz. Um den künftigen
Qualifikationsbedarf zu decken und die Armut zu bekämpfen, ist es besonders
wichtig, die Qualität der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern und
dafür zu sorgen, dass die Menschen die richtigen Kompetenzen und
Qualifikationen erwerben. Zudem werden verstärkte Investitionen in die
Kreativwirtschaft zur Schaffung weiterer Stellen in diesem Sektor sorgen, der
bereits 4,5 % des BIP der EU erwirtschaftet und in dem 3,8 % aller Beschäftigten
tätig sind.
Kommissarin Vassiliou erklärte im Rahmen der Vorstellung eines neuen Berichts
zur Alphabetisierungspolitik („Teaching Reading in Europe“, siehe IP/11/846): „Der
vorgeschlagene Finanzrahmen bietet erfreuliche Perspektiven für Menschen und
Organisationen, die in den Bereichen Bildung, Kreativität und Innovation tätig sind.
Investitionen in diesen Sektoren tragen wirksam zur Entwicklung von Wirtschaft und
Beschäftigung bei und sichern somit die Zukunft Europas. Wir möchten, dass mehr
Menschen die Möglichkeit nutzen, in anderen Ländern zu studieren, zu arbeiten
oder Freiwilligendienste zu leisten, da solche Erfahrungen für die Entwicklung ihrer
Kompetenzen und für ihre Beschäftigungsaussichten von unschätzbarem Wert
sind. Wir setzen den Schwerpunkt bei Maßnahmen mit zusätzlichem Nutzen, die
zur Erreichung der Ziele von Europa 2020 beitragen – der EU-Strategie für
intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum.“
Die Kommission schlägt die Schaffung eines neuen Programms für allgemeine und
berufliche Bildung und Jugend vor, für dessen siebenjährige Laufzeit ein Budget
von 15,2 Mrd. EUR (+73 %) vorgesehen ist. Diese Mittelausstattung ermöglicht
zum einen die Gewährung von mehr Stipendien für Studien- und
Bildungsaufenthalte, zum anderen aber auch eine gezielte Förderung der
Modernisierung der Bildungssysteme, der grenzübergreifenden Zusammenarbeit
zwischen Bildungseinrichtungen sowie politischer Reformen. Die betreffende
Rubrik im vorgeschlagenen Finanzrahmen ist diejenige mit dem stärksten
Zuwachs. Dies veranschaulicht, dass Investitionen in das Wissen mit Blick auf die
Zukunft Europas eine hohe Priorität beigemessen wird.
IP/11/857
Das neue Programm „Kreatives Europa“ soll die Bereiche der derzeitigen
Programme Kultur, MEDIA und MEDIA Mundus abdecken und wird die Kultur- und
Kreativwirtschaft mit mit einem Budget von insgesamt 1,6 Mrd. EUR (+37 %)
unterstützen. Einen Schwerpunkt wird dabei die Förderung von Organisationen und
Unternehmen bilden, die grenzübergreifend tätig sind und maßgeblich zur
kulturellen und sprachlichen Vielfalt beitragen.
Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut und die Marie-CurieMaßnahmen, die die Aus- und Fortbildung sowie die beruflichen Entwicklung von
Forschern unterstützen, werden in die neue EU-Strategie „Horizont 2020“ für
Forschung und Innovation eingebettet, für die im vorgeschlagenen Finanzrahmen
80 Mrd. EUR (+46 %) vorgesehen sind. Das Ziel ist, Europas Wettbewerbsfähigkeit
auf dem Weltmarkt zu steigern und zur Schaffung zukunftsträchtiger Stellen und
Ideen beizutragen.
Nächste Schritte
Die Kommission wird im Herbst ausführliche Vorschläge für die neuen Programme
vorlegen.
Hintergrund
Allgemeine und berufliche Bildung und Jugend
Derzeit erhalten jährlich rund 400 000 junge Menschen, Lehrkräfte und Forscher
EU-Stipendien für Studien- und Fortbildungsaufenthalte oder Freiwilligentätigkeit im
Ausland. Die Nachfrage ist jedoch riesig, und jeder zweite Antrag muss abgelehnt
werden, da nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen. Das neue Programm
würde es der EU ermöglichen, bis zu 800 000 Bürgerinnen und Bürger pro Jahr zu
unterstützen. Investitionen in dieser Höhe hätten auch eine Katalysatorwirkung für
die Modernisierung von Hochschulen, Berufsbildungseinrichtungen und Schulen.
Für die EU wäre das neue Programm auch ein Instrument, um
Kooperationsmaßnahmen zwischen Bildungseinrichtungen und der Arbeitswelt
besser zu fördern und um die Mitgliedstaaten bei der Konzeption und Umsetzung
wirksamer politischer Strategien und Reformen sowie bei der Verbreitung
innovativer Ansätze zu unterstützen. Die Kommission schlägt außerdem vor,
zusammen mit der Europäischen Investitionsbank ein Programm zur Bereitstellung
von Bürgschaften für Darlehen an Studierende aufzulegen, die einen vollwertigen
Master-Abschluss in einem anderen Mitgliedstaat erwerben wollen. Ein solches
Programm „Erasmus für Masterstudierende“ würde eine Lücke in der derzeitigen
Palette der Finanzierungsprogramme schließen.
Das Programm für allgemeine und berufliche Bildung und Jugend wird auch ein
Unterprogramm für den Sport umfassen, das unter anderem auf die Bekämpfung
länderübergreifender Probleme wie Doping, Gewalt und Rassismus im Sport sowie
auf die Entwicklung „doppelter Laufbahnen“ für Sportler und die Unterstützung von
Organisationen im Bereich des Breitensports ausgerichtet sein wird.
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Kreatives Europa
Das Programm „Kreatives Europa“ wird die Bewahrung des Kulturerbes und die
Verbreitung kultureller Werke innerhalb und außerhalb der EU fördern. Die
Kommission wird außerdem ein von der Europäischen Investitionsbank verwaltetes
Finanzinstrument vorschlagen, um Fremd- und Beteiligungskapital für die Kulturund Kreativwirtschaft bereitzustellen. Das Programm wird einen maßgeblichen
Beitrag zum Ausbau der grenzübergreifenden Zusammenarbeit, zur Förderung des
Peer Learning und zur Professionalisierung dieses Wirtschaftszweigs leisten.
Von einer EU-Förderung im Kreativsektor geht eine beträchtliche Hebelwirkung
aus, denn sie zieht weitere öffentliche und private Investitionen an. Dies steigert die
Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleiner Unternehmen, kurbelt die Schaffung
neuer Stellen an und fördert die Innovation sowie die lokale und regionale
Entwicklung.
Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis
Die bestehenden EU-Programme im Bereich Bildung und Jugend haben erfolgreich
für mehr Mobilität gesorgt. So erhielten beispielsweise im Rahmen von Erasmus
2,5 Mio. Studierende EU-Stipendien für Studienaufenthalte und Praktika in anderen
Ländern.
Die Mittelausstattung der neuen Programme soll durch beträchtliche Fördermittel
für allgemeine und berufliche Bildung und Kultur ergänzt werden, die im Rahmen
der Strategie „Horizont 2020“ sowie der Strukturfonds bereitgestellt werden. So
fließen beispielsweise im laufenden Finanzplanungszeitraum (2007-2013) etwa
72,5 Mrd. EUR in die allgemeine und berufliche Bildung in den Regionen Europas,
und für die Zukunft ist mit Investitionen in vergleichbarer Höhe zu rechnen.
Kontakt:
Dennis Abbott (+32 229-59258)
Dina Avraam (+32 229-59667)
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