Abiturvorbereitungen für das Fach Deutsch von Sarah Guß

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Abiturvorbereitungen für das Fach Deutsch von Sarah Guß
1. Buch: „Irrungen, Wirrungen“ von Theodor Fontane
Inhalt
Fontane beschreibt die Irrungen / Wirrungen einer Gesellschaft, die sich vom Gebot der
Menschlichkeit entfernte und an dem das Liebesverhältnis eines Adligen und einer kleinen Plätterin
scheitern muss.
-
Die Handlung spielt in Berlin Ende des 19. Jahrhunderts (Ende der 70er Jahre)
Bootspartie: Lene lernt Baron Botho von Rienäcker kennen, verlieben sich rasch
Höhepunkt: gemeinsame Landpartie zu Hankels Ablage, drei Freunde Bothos kommen
hinzu, er kann keinen natürlichen Umgang mit Lene pflegen
Botho erhält Brief seiner Mutter, der die prekäre Finanzlage der Familie bemängelt und
Abhilfe durch Heirat Käthes empfiehlt  Trennung von Lene
Lene hat Verständnis für Bothos Entschluss, da sie die ständischen Anforderungen richtig
einschätzte und eine dauerhafte Bindung an Botho nicht erwartete
Hochzeit: Baron heiratet seine Cousine
Lene sieht Baron mit seiner Frau zufällig auf der Straße, (gibt sich aber nicht zu erkennen) 
beschließt, dass Stadtviertel zu verlassen
Lene lernt Fabrikmeister Gideon Franke kennen, Heiratsantrag  sie erzählt ihm von ihrem
Vorleben
Gideon sucht Botho auf, Baron erfährt vom Tod der Frau Nimptsch und besucht deren Grab,
um dort versprochenen Kranz niederzulegen
Hochzeit zwischen Lene und Gideon
Botho erfährt durch Zeitungsanzeige von der Hochzeit  Selbsterkenntnis: „Gideon ist besser
als Botho.“
Botho und Lene sahen sich nach der Trennung vor Bothos Hochzeit nicht wieder
-
 Die detaillierte Beschreibung des Ortes soll eine Wirklichkeitsillusion darstellen
Literarisch, historischer Hintergrund (bürgerlicher Realismus 1848-1890)
Der bürgerliche Realismus (Deutschbuch S.267f.) und (Irrungen, Wirrungen S.189f.)
-
in erster Linie ist Realismus eine bestimmte Schreib- und Stilform, in zweiter Linie eine
Epochenbezeichnung
man spricht von Realismus, wenn die Wirklichkeit dargestellt wird und nicht die Fantasie
Realismus ist nicht einfach die bloße Wiederholung der Wirklichkeit im Sinne einer
Reduplikation
Ästhetisch-künstlerisches Element spielt wichtige Rolle (wie wird das Verhältnis von
kreativem Bilden und Abbilden gestaltet?)
sozialistische Realismus
-
ist eine Bezeichnung für eine Methode der künstlerischen Gestaltung und Kritik in der
Literatur, die eng an die marxistisch-leninistische Ideologie gebunden ist;
-
auch übertragen auf andere Künste, v. a. auf die bildende Kunst.
Naturalismus
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eine Stilrichtung, bei der die Wirklichkeit exakt abgebildet wird, ohne jegliche
Ausschmückungen oder subjektive Ansichten
Der Naturalismus gilt auch als Radikalisierung des Realismus
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Autoren dieser Epoche wollten durch ihre naturalistischen Darstellungen das Lesepublikum
aufrütteln und sympathisieren mit den gesellschaftspolitischen Zielen der Arbeiter, ohne
sich parteilich zu binden
- in Verbindung mit der gesellschaftskritisch wirkenden Literatur des Naturalismus
verschaffte sich die seit dem Vormärz lebendige Frauenbewegung verstärkt Gehör
- Forderung der Arbeiter nach ökonomischer Verbesserung und sozialen wie politischen
Rechten
Realismus
1.Definition: „Exnegativo“
 Realismus ist nicht das „nackte Widergeben alltäglichen Lebens“
 Realismus ist nicht die Darstellung von Leid und Misere (Kritik an die Tendenzkunst, die das
tägliche Elend bloß abbildet  Naturalismus)
 rohes „Erz-Metall“
2.Definition: „Positiver“
 das Leben bietet den Stoff („Marmorsteinbruch“), der künstlerisch bearbeitet werden muss, ist aber
an sich kein Kunstwerk
 er sieht als einen fortschritt in der Literatur, dass die Wirklichkeit ihre Grundlage ist
3.Definition: „Positiv“
 Realismus ist eine Widerspiegelung des wirklichen Lebens aller Dinge, auch der kleinen Dinge
 Realismus umfasst das ganze Leben wie Sinnesausdrücke und Emotionen
 er will das „Wahre“
Fontanes Auffassung:
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„Realismus ist die künstlerische Wiedergabe (nicht das bloße Abschreiben) des Lebens“
Realismus ist nicht das nackte Wiedergeben alltäglichen Lebens
Menschen bilden sich ein, dass eine Misere, z.B. eine Darstellung eines sterbenden
Proletariers, eine Kunst sei
Diese Richtung verhält sich zu echten Realismus total gegensätzlich
Realismus ist die Widerspiegelung wirklichen Lebens
„umfasst ganzes, reiches Leben“
„will nicht die bloße Sinneswelt und nichts als diese“
will am allerwenigsten das bloße Handgreifliche, aber er will das Wahre
schließt nichts aus, außer Lüge, das Forcierte, das Nebelhafte und das Abgestorbene
Erzählform
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Ein typisches Stilmittel, welches Fontante häufig benutzt ist der Erzählbericht
Auktorialer Erzähler (allwissend)
Zitat Fontanes: „Die Exposition soll den Kern des Ganzen beinhalten.“
Allgemeines
Klassengesellschaft  hierarchischer Aufbau
Die 4 Niveaus der Gesellschaft:
1. Unterschicht
2. Kleinbürgertum
3. Besitz und Bildung
4. Spitze der Gesellschaft
Gesellschaftskritik im Frauenroman
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Zitat Fontanes: „Die Gesellschaft ist ein Scheusal“
 thematisiert in seinen Romanen die Standesunterschiede, zeigt, dass diese Gesellschaft
in ihren Denk- und Verhaltensweisen erstarrt ist
Irrungen, Wirrungen: junge Liebe zerbricht durch die Standesunterschiede
Die Protagonisten dienen als Produkt der sozialen Bedingungen und der Milieus, in denen
sie leben
Lösung der Konflikte durch „Versöhnungsangebot“
Fontane macht in keinem seiner Romane einen „offenen Bruch mit der Gesellschaft“ Die
Verliebten tragen ihren Kampf mit der Gesellschaft nicht öffentlich aus
Protagonisten müssen sich mit ihrem Schicksal abfinden
Rollenerwartungen der damaligen Gesellschaft ( Ende 19. Jahrhunderts)
Frauen
Adelige Offiziere
Zuverlässig, nicht neugierig, nicht zu viel reden,
reinlich, stilvoll sein, treu sein, unschuldig, nicht
auf ihr Recht bestehen, wachsam, nicht meckern
höheren Schulabschluss, bedingungslose
Verpflichtung, ideologische Schulungen,
Disziplin, Loyalität, keine Kontakte zu Zivilen
Rezeption eines Romans = Art und Weise wie der Roman von Lesern aufgenommen und
verstanden wird
2. Buch: „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink
Inhalt
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während der 50iger Jahre
Michael muss sich auf der Straße übergeben  Hanna Schmitz hilft ihm
Auf Anweisung seiner Mutter geht er Monate später zu Hanna um sich zu bedanken
Begegnung mit der viel älteren Hanna ruft einen unerwarteten Reiz in ihm hervor
Heimliche Treffen: Zum Liebesritual gehört auch das Vorlesen  plötzliches Verschwinden
Hannas
Michael (Jurastudent), nimmt an KZ-Seminar teil
Hanna und andere Frauen stehen dort unter Anklage; Anklage: als Aufseherin in einem
Außenlager von Auschwitz den Tod vieler Frauen mitverursacht zu haben
Bemerkt, dass Hanna Analphabetin ist
Scham, Hanna verheimlicht ihr Geheimnis selbst vor dem Gericht  kann sich deshalb
nicht effektiv gegen die für sie belastenden Schriftstücke verteidigen und nimmt somit das
schwere Urteil an: lebenslänglich!
Michael  Konflikt (Soll er ihr helfen, indem er ihr Geheimnis preisgibt?)  scheitert
daran
Jahre später: während Hannas Haft, schickt er ihr Tonkassetten aus der Weltliteratur, die er
ihr ein Jahrzehnt lang aufnimmt (ohne persönlichen Kontakt)
Erstes Treffen (kurz vor Hannas Entlassung)
Hanna hat sich während der Haftzeit angefangen, mühsam lesen und schreiben zu lernen.
Sie hat darüber Zugang zu ihrem Lebensweg gefunden, zu ihrer Schuld.
Hanna begeht Selbstmord
Hanna Schmitz
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Vergangenheit als KZ-Aufseherin
Einerseits fürsorglich und mütterlich (Erziehungsperson) andererseits dominant
zwingt Michael die Schuld auf sich zu nehmen
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Analphabetin
Entwicklung: Am Ende ihres Lebens erlernt sie doch noch das Schreiben und Lesen
beginnt sich mit dem Nationalsozialismus und den Verbrechen dieser Zeit auseinander zu
setzen  versucht ihre Schuld aufzuarbeiten
Michael Berg
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Erkrankung an Gelbsucht
lernt Gertrud kennen, die er später heiratet, als diese sein Kind erwartet
Scheidung (als Tochter Julia 5 Jahre alt ist); Grund des Versagens: Die Beziehung zu
Hanna. Er vergleicht ständig seine Frau mit Hanna, von der er ihr nie etwas erzählt hat
Literarisch, historischer Hintergrund (Lyrik der Nachkriegszeit)
Drittes Reich und Judenvernichtung
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Verzichtet auf eine realistische, dokumentarische Nachzeichnung der Ereignisse im Großen,
gibt dennoch ein – durch den Ich-Erzähler gefiltertes – Bild wieder, indem er Hanna
auftreten lässt
So wird kein summarisches Faktenwissen als Darstellung des Dritten Reiches benutzt,
sondern die Menschlichkeit eines individuellen Schicksals – des Täters!
Die Schuldfrage – sowohl die allgemeine als auch die individuelle – wird damit keinesfalls
aufgelöst, aber differenziert
Der spezifische Mensch Hanna besitzt spezifische Schwächen
Die von ihr ausgeübten Taten geschehen nicht aus einem „luftleeren“, grundsätzlich
moralisch verurteilbaren Raum, sondern besitzen eine Vorgeschichte, die das Individuum zu
seiner persönlichen Schuld führt
So wird die Eigenverantwortlichkeit und die Schuldfähigkeit des Einzelnen hinterfragt; das
scheinbar Böse, das hinter den Taten steht und ihre Täter stigmatisiert wird jedenfalls
entmystifiziert
Durch die Kenntnis, dass Hanna weder Lesen noch Schreiben kann, sie sich stets deshalb
versteckt hat hinter ihrem eigenen Horizont, wird die Frage aufgeworfen, ob nicht auch sie
ein Opfer des Genozid geworden ist. Die Tatsache, dass ihr Leben statt mit der Entlassung
mit dem Freitod endet, entspricht diesem. Wäre sie nicht Opfer gewesen, so hätte ein neues
Leben begonnen
Schlink hat einige Anregungen für die Figur der Hanna der Biographie der KZ-Aufseherin
Hermine Braunsteiner-Ryan entnommen, die er in spezifischer Weise umgestaltet
Analphabetismus und Ohnmacht
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Schlink zeigt die Ohnmacht in Alltag und Gesellschaft, welche die Opfer von
Analphabetismus betrifft
- Hannas Unvermögen zu schreiben stellt sie außerhalb der Gesellschaft
- Hannas Analphabetismus ist ein allgemeines Symbol für ihre Unmündigkeit, die wesentlich
ihr Leben bestimmt
Arbeitsblatt vom 15.11.2006
Analphabeten im Alltag:
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leben in ständiger Angst als solche aufgedeckt zu werden, entwickeln Taktiken
Sie stellen sich stets unter den Druck nicht entlarvt zu werden und durch diese Bemühungen
wird ein „normales" Leben in vielen Situationen schwierig
Stark ungleichaltrige Beziehungen
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gesellschaftliche Akzeptanz bleibt ihr aber auch heute verwehrt
Hanna ist als grenzwertige Pädophile zu beurteilen, sexuell neigt sie zu Sadismus
Reflektiert wird nicht nur vom Erzähler vor allem  Aus Täterin wird so ein Opfer
Die harte Verurteilung vor Gericht beruht ebenso auf Hannas verheimlichtem
Analphabetismus wie ihrer Entscheidung, zur KZ-Aufseherin zu werden
Erzähltechniken, Erzählstrukturen, Die Geschichte, Zeitstruktur
Fiktiver Ich-Erzähler
erinnerndes Ich (kann das vergangene Geschehen auktorial kommentieren und reflektieren)
als dich erinnerndes Ich
als erlebende Ich
  Wechsel der Erzählhaltung (besondere Technik)  Verflechtung ineinander
personal, mit auktorialen Elementen,
personale Erzählform
Schlink erzählt die
indem er kommentiert, reflektiert,
Geschichte ca. 1994/
zusammenfasst
1995 (im Alter von ca.
50 Jahren)  zeitliche
Distanz
1. Handlung: ca. 1958
2. Handlung: ca. 1965
3. Handlung: ca. 1983/1984
-
Auf diese Weise wird eine sehr persönliche Beziehung des Lesers zum Protagonisten
aufgebaut
Erzählhaltung wechselt oft sehr kurzfristig zwischen auktorialer Distanziertheit und
personalem Erleben
Der Leser nimmt somit teil an Michaels Erkenntnisprozess
Zum Schluss: Gedicht Michaels  Schlink lässt Michael dieses Gedicht als Erwachsenen
bewerten
Außerdem ist diese Bewertung wie eine Erinnerung abgefasst
Arbeitsblatt vom 14.11.2006
Schuldfrage
1. Hannas Schuld
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Frage: Inwieweit hat sich Hanna nicht nur vor dem Gesetz, sondern auch im moralischen
Sinne schuldig gemacht hat?
Berücksichtigung: Hannas Analphabetismus
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-
Ihre Lebensaufgabe, diese Schwäche zu verheimlichen, und viele Handlungen sind dadurch
extrem beeinflusst worden
Eintritt in die SS  Schutz vor Bloßstellung und kein Eintritt aus Überzeugung sondern um
ihr Problem zu verbergen, ihre Naivität verhinderte eine wirklich klare Sicht der Dinge
wird beschuldigt, ihre "persönliche" Selektion vorgenommen zu haben
(Wenn man diese Aspekte berücksichtigt, kann man bei Hanna nicht von einer normalen
SS-Karriere sprechen)
Andererseits: Wäre es denn nicht möglich gewesen, eine andere Arbeitsstelle anzunehmen?
1943 sind die meisten Männer in den Krieg involviert und eine Menge Arbeitsstellen sind
unbesetzt
 hätte gut eine andere Stelle bekommen
sie hätte erkennen müssen, dass den Menschen schlimmstes Unrecht getan wird
hat auch einen "Todesmarsch" begleitet, bei dem unzählige Menschen sterben mussten
unterlassene Hilfeleistung gegenüber der Gefangenen in der brennenden Kirche
 hat Befehle über ihre moralische Verpflichtung gestellt
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Schuldfrage Hannas nicht einfach
beantworten lässt
Es fehlen jegliche Informationen über Hannas Verhalten als KZ-Aufseherin, ob Hanna nun
diese Taten bereut und Einsicht zeigt
Wahrscheinlich fühlt sie sich schuldig, aber sie ist nicht mutig genug, sich dem zu stellen,
sodass sie sich selbst umbringt
Man muss doch zwischen ihr und den anderen Aufseherinnen differenzieren
Man weiß nicht, ob sie von der Ideologie überzeugt war
Zudem scheint sie ein naiver Mensch zu sein, der häufig allein gelassen worden ist
Trotzdem hätte Hanna nicht ihren persönlichen Stolz über ihre Mitschuld am Tod allzu
vieler Menschen stellen dürfen
2. Michaels Schuld
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-
-
Steht vor einem großen Gewissenskonflikt
sucht die Schuld für Hannas Verschwinden und das Ende der Beziehung bei sich, da er
glaubt, sie durch die Geheimhaltung ihrer Beziehung, verraten zu haben
Bei späteren Wiedersehen im Gerichtssaal fühlt er eine erneute Schuld  Er hatte eine
Verbrecherin geliebt
Er steht erneut vor einem Konflikt: will Hanna einerseits verurteilen, doch andererseits will
er sie für nicht schuldig erklären
fühlt sich verantwortlich für ihr weiteres Schicksal, denn er ist der einzige, der von ihrem
Analphabetismus Kenntnis hat
Er wäre in der Lage den Prozess durch dieses Wissen für sie zu beeinflussen, doch hat er
Angst, sie ein zweites Mal bloß zu stellen
fühlt er sich kurze Zeit später (nach dem Gespräch mit seinem Vater) wieder schuldig, da
ihm klar wird nicht alles, ihm mögliche, getan zu haben. Er wirft sich vor, nicht mit Hanna
darüber geredet zu haben, was ihre Aussagen für Konsequenzen haben. Er hätte ihr
klarmachen können, dass die Anerkennung ihres Analphabetismus zu einer Milderung ihrer
Strafe hätte führen können
Michael macht sich auch seiner Tochter gegenüber schuldig Er kann ihr nicht die Liebe
entgegenbringen, wie sie für ein Kind nötig gewesen wäre; Erklärung: Auch Michael
wurde in seiner Kindheit von seinem Vater keine Liebe entgegengebracht
Er ist ebenfalls nicht in der Lage, seine Frau Gertrud genügend Aufmerksamkeit zu
schenken  macht sich dessen bewusst und empfindet so eine Schuld
Arbeitsblätter von Ralph Giordano und die Stute von Majdanek
Vergleich zwischen historischen und modernen Roman
Historischer Roman
- Romanheld als vorbildhafte, bestimmte
Normvorstellung
- Statischen Bild vom Mensch, feste
Ordnung
-
-
18 Jahrhundert setzt sich der
unverwechselbare, individuelle Mensch
als Romanheld durch
psychologisches Interesse zieht mit in
den Roman ein
Beschreibung und Analyse machen den
Menschen durchschaubar
Moderner Roman
- sein Selbstverständnis, sein
Lebensgefühl, seine etwa für die
Gegenwart charakteristische
Bewusstseinslage wird wichtiger
-
unbekannte Umwelt, keine erklärbaren
Aktionen, auf bestimmte
Verhaltensweise reduzierte Gestaltung
tritt in den Vordergrund
-
Romanheld:
individuell  Antiheld
Figur ist unvollständig und auf
bestimmte Verhaltensweisen reduziert
-
Einzelschicksale sind im Interesse
-
singuläre Erlebnisse
-
Romanheld :
vorbildhaft
bestimmte Normenvorstellung
-
Charakter lässt auf die Handlung
schließen (und umgekehrt)
-
Chronologie in der Handlung
-
keine chronologisch strukturierte
Handlung
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geordnete, zuverlässige Welt
-
Sicherheit ist brüchig geworden
Das Verhältnis von Sprechen, Denken und Wirklichkeit
Ferdinand de Saussure/Theorie des sprachlichen Zeichens
-
sprachliches Zeichen (Bezeichnung eines Gegenstandes) = Verknüpfung von Lautbild mit
Vorstellung von dem Gegenstand
Sprachliche Zeichen sind durch Konventionen festgelegt und dann kaum noch veränderbar
(„Konventionalität sprachlicher Zeichen“)
„Die Dreidimensionalität des sprachlichen Zeichens“ von Helmut Seiffert
1. syntaktisch: man erkennt Zeichen, weiß dessen Bedeutung aber nicht. Um ein Zeichen zu
verstehen, muss man auch die Syntax (Zusammenordnung) verstehen
2. semantisch: man erkennt Zeichen und weiß dessen Bedeutung (keine Handlung)
3. pragmatisch: man erkennt Zeichen, weiß Bedeutung, wird zu einem bestimmten Handeln
aufgefordert
 Formen bauen aufeinander auf; Gesamtbereich der Zeichentheorie: Semiotik
Kommunikationsregeln nach Watzlawick
Annahmen über menschliche Kommunikation:
-
-
man kann nicht nicht kommunizieren (Schweigen und Nichthandeln haben
Mitteilungscharakter)
jede Kommunikation besteht aus einem Inhaltsaspekt (Informationen, Daten, Fakten) 
sachliche Ebene und einem Beziehungsaspekt (die zwischenmenschliche Beziehung
zwischen Sender und Empfänger; Mimik, Gestik, Tonfall)  Beziehungs-Ebene
es gibt 2 Arten der Kommunikation:
1. digitale/verbale Kommunikation
- bezieht sich auf Worte und Sätze, die bestimmten Objekten zugeordnet sind
- Sprache ist logisch, abstrakt und repräsentiert den Inhaltsaspekt
- vermittelt in erster Linie Informationen (keine Hinweise über ihre Interpretierung oder
Bewertung)
- bezieht sich auf Dinge
- Extremfall: sprechender Computer
2. analoge/non verbale Kommunikation
- hat engere und direktere Beziehung zu den Objekten, die sie repräsentiert
- bezieht sich auf Beziehung zwischen den Dingen oder Menschen
- Extremfall: Inhalts- und Beziehungsaspekte stimmen nicht überein “schizophrenogene
Situation“
- Beispiel: Doppelbindung (Double-Bind)
- Metakommunikation: wenn man über das was man redet, redet
Josef Häfele: Der Aufbau der Sprachkompetenz/Prädikationsregeln
1. paradigmatische Einführung
man erklärt ein Wort durch Beispiele, die dafür und die dagegen sprechen, das Wort zu benutzen 
man sucht nach Gemeinsamkeiten in der Anwendung
2. ostensive Definition
-es muss bereits ein gewisses „Vorwissen“ vorhanden sein, man muss die Welt schon in verschiedene
Bereiche eingeteilt haben um auf diesem Vorwissen die Erklärung komplexerer Begriffe aufzubauen
3. Regelbeschreibung (gibt Bedingungen an, unter denen wir den Ausdruck zusprechen)
Bedingungen werden genannt, wann ein Begriff benutzt wird  man muss die Erklärung bereits
verstehen; als „Erklärer“ muss man ein gewisses Vorwissen haben, man muss die Regel genau
verstanden haben und sie erklären können
Prädikatoren = Ausdrücke, die entsprechend der Prädikationsregeln zu- oder abgesprochen werden
Konvention = unbewusste Regelkenntnis und Regelzuordnung
induktiv
= ableitend; von Einzelnem auf das Allgemeine schließen
deduktiv
= vom Allgemeinen auf das Einzelne schließen
Synonym
= Wort, dass für ein anderes Wort eingesetzt werden kann, aber dieselbe Bedeutung hat
Karl Bühler: Organon-Modell
Folgende Elemente sind beim Sprechen immer beteiligt und treten durch Sprachzeichen (was man
vermitteln will) miteinander in Verbindung:
1. (mind.) ein Sender
2. (mind.) ein Empfänger
3. Objekte der gegenständlichen Welt
-
Objekte  können Anlass für das Gespräch sein
Sprachzeichen können sich auch auf den Sender oder den Empfänger beziehen
1. Bezug auf Sender: Ausdruck
2. Bezug auf Empfänger: Appell
3. Bezug auf Gegenstände und Sachverhalte: Darstellung
Friedemann Schulz von Thun: Die vier Seiten einer Nachricht
Ausgangspunkt: „Eine Nachricht enthält stets viele Botschaften gleichzeitig.“
-
Basis: Sender-Empfänger-Modell
Sender verschlüsselt eine Nachricht in ein System von Zeichen
Empfänger ist in der Lage, sie zu entschlüsseln. Oftmals erfolgt eine Rückmeldung, ob die
Botschaft verstanden wurde (Feedback)
Ursache für das Nichtverstehen oder Falschverstehen einer Nachricht: Anatomie der
Nachricht, denn diese ist keineswegs eindeutig oder einseitig
Jede Nachricht transportiert nicht nur eine, sondern mehrere Botschaften
Schulz von Thun unterscheidet vier Seiten einer Nachricht
1. Sachinhalt = Worüber man informiert: Thema oder generelle Sachinformation
2. Selbstoffenbarung = was man von sich selbst kundgibt: Informationen über die Person des
Senders, sowohl gewollte Selbstdarstellung als auch unfreiwillige Selbstenthüllung
3. Beziehung = was einer vom anderen hält und wie man zueinander steht: Beziehung zueinander wird
durch senden der Nachricht ausgedrückt, man erkennt was der Sender vom Empfänger hält, aber auch,
wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht.
4. Appell = wozu man den anderen veranlassen möchte: Nachricht hat auch Funktion, Einfluss auf den
Empfänger zu nehmen, zur Veranlassung, dass der Empfänger bestimmte Dinge macht oder nicht
macht, zu denken, zu fühlen („fühlen“  führt zur Manipulation
Unterschiede:
- Watzlawick gliedert Kommunikation in 2 Teile, von Thun in 4 Bereiche
- Watzlawick geht näher auf die Art der Kommunikation (analog etc.) ein, von Thun eher nicht
- von Thun untersucht näher die Kommunikationspsychologie durch sein Modell, da seine
Theorie feiner untergliedert ist
Gemeinsamkeiten:
- Beide sind "Empfänger/Sender-zentriert"
- Beide sehen die Problemlösung bei Kommunikation auf der "Meta-Ebene
Entwicklung der Sprache
Dieter E. Zimmer: Sprache und Evolution
-
Sprache beim Homo erectus nicht unbedingt nötig  Möglichkeit der Demonstration
Aber: Entwicklung auch ohne Sprache vorstellbar
Fazit: Kommunikationssysteme waren zwar zu früheren Zeiten wahrscheinlich und nützlich,
die Lautsprache entwickelte sich aber erst vor ca. 250 000 und 35 000 Jahren
Dieter E. Zimmer: So kommt der Mensch zur Sprache
6 universale Grundeigenschaften der Sprache
1.
2.
3.
4.
Sprache ist akustisch: Bedeutungen werden Laute zugeordnet, keine Bildzeichen
Sprache ist nicht situationsunmittelbar; Fähigkeit zur Lüge
doppelt durchstrukturiert
erste Strukturebene Laute  durch Kombination der Morpheme
zweite Strukturebene ist die Syntax
Sprache besteht aus scharf gegeneinander abgrenzenden „diskreten“ Einheiten (Wörter fließen
nicht wie Musik ineinander über)
- ihre Einheiten behalten ihre Bedeutungen unabhängig davon, ob sie laut, leise, genau oder
undeutlich ausgesprochen werden
- Sprachsystem ist digital und nicht analog
5. Zeichen der Sprache (= Wörter) sind willkürlich, zwischen der Lautgestalt des Wortes und
der körperlichen Gestalt, dessen was es bezeichnet, gibt es keine Beziehung  theoretisch
könnte man sie vertauschen (Ausnahme: Kuckuck, Bimbam)
6. Sprache ist offen; ihr Zeichenrepertoire (Lautsystem, Wortschatz) ist endlich
Güntert/Scherer: Entstehung der Sprache
-
Menschen verstanden Laute zunächst nur als „Symptome“
Erkenntnis, dass bestimmte Laute sie zu bestimmten Verhalten veranlassten
Lautgebilde wird zum Zeichen  wird zur Sprache
Allgemein: Ausdrucksbewegung + Laut  sprachliches Zeichen
Johann Gottfried Herder: Abhandlung über den Ursprung der Sprache
-
-
Sprache entsteht aus dem Menschen (+Natur), es ist das Produkt seiner Vernunft
Grundmerkmal der Sprache: Die Möglichkeit mit anderen zu kommunizieren
Grund für Erfindung der Sprache: Reflex auf bestimmte Bilder, er kann somit aus einer Menge
von Sinnen einen richtigen Sinn finden
Widerspruch: Kann nicht verstehen, dass Mensch von der Natur mit keiner Sprache
ausgestattet worden ist, im Gegensatz zu den Tieren
Erklärung der Sprache: Mensch kann machen was er will, muss keinem Instinkt folgen.
Wenn er ein Schaf sieht und es näher kennen lernen möchte, schaut er es sich genauer an, und
merkt sich seine Merkmal (das Blöken), verbindet diese Merkmale mit dem Schaf, er ordnet
sie zu  Mensch sucht Merkmal von allem (durch Schauen und Hören); wenn er das Schaf
wieder sieht erinnert er sich an das was er schon mal gesehen hat und was er gehört hat  es
ist das Blökende
Worte verkörpern Ideen (Grundvorstellungen von einem Objekt), wie hier das Blökende
dem Schaf zugeordnet wird  führt zur Möglichkeit der Kommunikation mit anderen
philosophisch, idealistischer Ansatz, (vertritt keine theologisch begründete Auffassung zur
Sprachentstehung), beeinflusst durch die Aufklärung; Sprache = Werk der Vernunft des Menschen:
Sie entsteht aus einem Moment des Innehaltens, der Besonnenheit im Strom der Wahrnehmung
Georg Lukács: Sprachentwicklungstheorie
-
„Begreifen durch Greifen“
der Mensch löst sich aus der Natur (ist kein Teil der Natur mehr, sondern er ist ein Subjekt) 
Die Natur ist sein Objekt
-
-
Die Natur als Objekt/Arbeitsmittel beeinflusst und verändert den Mensch in seinem
Handeln als Subjekt
Subjekt-Objekt-Beziehung  Voraussetzung des menschlichen Bewusstseins
Arbeitsteilung durch die Sinne
Weiterentwicklung der Gegenstände durch sprachliche Fixierung von
Verallgemeinerungen und Erfahrungen beim Arbeitsprozess (damit gleiche Fehler nicht erneut
passieren)
Untrennbarkeit von Sprache und Denken; durch sprachlichen Ausdruck wird das fixierte
Abbild allgemein verwendbar gemacht
Besonderheiten, Eigenarten und Differenziertheiten können erst durch den Begriff dem
Subjekt bewusst gemacht werden, erst dadurch, durch Erkennen der Besonderheiten kann die
Subjekt-Objekt-Beziehung entstehen
materialistischer Ansatz, die Vorgänge im Innenleben werden durch den Begriff in ihrer Besonderheit
Platon:und
DasesHöhlengleichnis
erkannt
besteht eine Subjekt-Objekt-Beziehung. Diese Subjekt-Objekt-Beziehung ist auf die
Arbeit zurückzuführen wodurch der Mensch die Natur sich zum Objekt macht. Dadurch kann er erst
PlatonHöhlengleichnis
zum
Subjekt
werden.
Benjamin Lee Whorf: Das „linguistische Relativitätsprinzip“
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These: „Die Grammatik formt die Gedanken“
man kann beispielsweise verschiedene Gegebenheiten nur unterscheiden, wenn man mehrere
kennt/ Phänomene: man kann Phänomene erst beschreiben, wenn man sie kennt und sie nicht
als selbstverständlich hinnimmt  man braucht auch ein gewisses Vorwissen)
Gedanken sind beeinflusst von der jeweiligen Grammatik
die Grammatik schreibt vor, wie die Natur in der jeweiligen Sprache gesehen wird  es
gibt daher keine individuelle Freiheit
 die Weltansicht ist von der Sprache und der Grammatik bestimmt
jede Sprache sieht die Natur anders, man hat ein anderes Weltbild, dass sich nicht durch das
bloße Erlernen einer Sprache offenbart, außer, die linguistischen (= die Grammatik
betreffend) Hintergründe sind ähnlich, oder können auf einen gleichen Nenner gebracht
werden
 Denken und Wahrnehmung ist relativ
 so wie wir die Welt sehen, das halten wir für die Wahrheit
Dieter E. Zimmer: Wiedersehen mit Whorf
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These: „Die Sprachen unterscheiden sich nicht wesentlich“
jede Kultur ordnet die Welt in die gleichen Prinzipien ein  Sprachen unterscheiden sich
deshalb nicht so erheblich
Die Vielfältigkeit der Begriffe für konkrete Gegenstände hängt vom jeweiligen Bedarf ab
Sprache hilft dem Denken, man kann auch ohne Sprache denken
alle Sprachen führen zu gleichem Denken
Bedeutungsnuancen nicht überall übersetzbar, weil sie mit der jeweiligen Geschichte
erklärt werden; man kann sich aber dennoch noch verständigen
Bei abstrakten Begriffen unterscheiden sich die Sprachen, weil sie nicht in den gleichen
Denkprinzipien (Begriffen) verankert sind
Adam Schaff: Sprache und Erkenntnis
-
dialektische (= wechselseitige) Beziehung zwischen Sprache und Wirklichkeit
Sprache bildet sich in gesellschaftlicher Praxis heraus (= Eskimo: viele Namen für Schnee,
Seevölker: große Anzahl von Fischnamen); man spricht, um den Einfluss der Sprache auf die
Erkenntnis herauszustellen
-
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Sprache bildet sich durch Notwendigkeit des Gebrauches bestimmter Wörter  Situation,
in der man sich befindet bringt Wörter
Sprachsystem bestimmt unsere Weltansicht
 Entwicklung der Sprache wirkt auf das Erlernen der Sprache
Sprache schafft ein Bild der Wirklichkeit
Widerspiegelungstheorie (gekennzeichnet durch die Wechselwirkung der objektiven und
subjektiven Seite beim menschlichen Erkennen): der bereits in der Natur vorhandene
Gegenstand/die Wirklichkeit wird vom Menschen gesehen  der Gegenstand spiegelt sich
bei jedem Menschen individuell wider, diese Individualität begründet sich darin, da jeder
Mensch andere Erfahrungen mit diesem Gegenstand verknüpft, der Gegenstand jedoch auch
durch die Sprache, die gesellschaftliche Erfahrungen enthält bestimmt wird  subjektivobjektiver Charakter der Widerspiegelung
Sprache = Produkt (der Widerspiegelung des Geistes) der Wirklichkeit, sie ist jedoch auch
durch das Bild der Wirklichkeit beeinflusst
 Schaff sieht die Sprache einerseits als Produkt der Widerspiegelung von Wirklichkeit im
menschlichen Denken (sie ist beeinflusst von der menschlichen Praxis).  Andererseits beeinflusst
die Sprache durch die in ihr festgehaltenen Erfahrungen die Art der Widerspiegelung der Wirklichkeit
im menschlichen Geist.
Die kognitive Funktion der Sprache (Einfluss der Sprache auf das Denken)
kognitiv – auf das Denken bezogen
Kognition – Denken
affektiv – auf die Gefühle bezogen
Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen
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-
Problem der Definition: Bsp.: Definition der Zahl „Zwei“: Versuch es zu definieren, indem
man auf zwei Nüsse zeigt, man könnte es so verstehen, dass mit „Zwei“ genau diese Gruppe
von Nüssen gemeint ist
Wort „Zahl“ als Definition  man erklärt Wörter durch andere Wörter, die jedoch bekannt
sein müssen
man benötigt ein gewisses Vorwissen, um bestimmte Wörter zu verstehen („SchachKönig“)
Erlernen einer neuen Sprache, durch Denken
Vergleich zwischen Whorf und Schaff
Whorf
Schaff
Die grammatische Struktur der Sprache bestimmt
die jeweilige Weltansicht
 „Die Grammatik formt die Gedanken“
Schaff sieht die Sprache einerseits als Produkt
der Widerspiegelung von Wirklichkeit im
menschlichen Denken (sie ist beeinflusst von der
menschlichen Praxis)
Andererseits beeinflusst die Sprache durch die in
ihr festgehaltenen Erfahrungen die Art der
Widerspiegelung der Wirklichkeit im
menschlichen Geist/ äußere Ursachen werden im
menschlichen Geist und Denken reflektiert
 dialektisches Verhältnis
Drama
Aristotelische Drama/Theater
-
Geschlossene Form, orientiert sich stark an der Dramaturgie des antiken Theaters und an dem
griechischen Philosophen Aristoteles
Galt bis ins 19. Jahrhundert
Einheit des Ortes: Das Geschehen auf der Bühne soll sich möglichst in einem Raum bzw. an
nur einem Ort abspielen
Einheit der Zeit: Die gespielte Zeit sollte möglichst mit der Spielzeit übereinstimmen, auf
keinen Fall aber mehr als 24 Stunden umfassen
Einheit der Handlung: Die Handlung sollte linear verlaufen und nur einen Handlungsstrang
besitzen. Keine Neben- oder Parallelhandlungen oder größere Zeitsprünge
Aufbau in fünf oder drei Akte, wobei jeder Akt eine spezifische Funktion hat
Der dramatische Konflikt, der im ersten Teil der Dramen entfaltet wurde, stellte eine Art
Dilemma dar
Es galt die Ständeklausel
Das Personal der Tragödie bestand daher vor allem aus Göttern, Königen und Fürsten
die Sprache der großen Dramen und Tragödien des 18. Jahrhunderts war in Versen gestaltet
Katharsis-Lehre, sollte dazu beitragen, beim Zuschauer Furcht und Mitleid zu erregen, wovon
man sich eine reinigende Wirkung versprach
Nichtaristotelische Drama/Theater
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Man setzt sich über das feste und statische Regelwerk der Dramen der geschlossenen Form
hinweg  offene Form
Merkmale:
Freie Ausdehnung der Handlung über Raum und Zeit
Reihung von Einzelszenen, Fetzenszenen  Selbstständigkeit der einzelnen Szene
Parallel- und Nebenhandlungen
Umfassende Sicht auf treibende Kräfte einer Handlung- Nähe zur Epik
Episches Drama/Theater
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Durch Brecht geprägt
gegen die klassischen drei Einheiten, gegen die Einfühlung des Zuschauers und die Katharsis
Zuschauer soll eine kritische Distanz aufbauen und zur kritischen Reflexion angeregt werden
Um zu verhindern, dass der Zuschauer sich in das gespielte Stück hineinversetzt, mit ihnen
mitempfindet, verwendet das epische Theater verschiedene Verfremdungseffekte
-
Beispiele: Lieder und Songs, Verwendung von Bildern, Texten und Spruchbändern auf und
vor der Bühne, die teilweise direkte Ansprache der Zuschauer durch die Schauspieler
 beim Zuschauer keine Illusion entstehen zu lassen, die die Identifikation mit den Figuren
erlaubt, sondern ihm jederzeit völlig bewusst zu machen, dass es nur ein Theaterstück sieht
es soll etwas wiedergeben, nicht wiederholen
Umwelt wird ein selbstständiges Element
Natürliches wird zum Besonderen
Mensch auf der Bühne wird als formbar gesehen, er ist in diesem Moment
so weil die Umstände/Verhältnisse es so wollen, aber er könnte auch anders sein
Formale Gestaltung  Gegenüberstellung von dramatischer und epischer Form des Theaters
Dramatische Form des Theaters
Epische Form des Theaters
Die Bühne „verkörpert“ einen Vorgang
Verwickelt den Zuschauer in eine Aktion und
verbraucht seine Aktivität
Ermöglicht seine Gefühle
Vermittelt Erlebnisse
Der Zuschauer wird in eine Handlung
hineinversetzt
Es wird mit Suggestion ( Beeinflussung des
menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens)
gearbeitet
Die Empfindungen werden konserviert
Der Mensch wird als bekannt vorausgesetzt
Der unveränderliche Mensch
Spannung auf den Ausgang
Eine Szene für die anderen
Die Geschehnisse verlaufen linear
Natura non facit saltus (Die Natur macht keine
Sprünge)
Die Welt, wie sie ist
Was der Mensch soll
Seine Triebe
Das Denken bestimmt das Sein
Sie erzählt ihn
Macht ihn zum Betrachter, aber weckt seine
Aktivität
Erzwingt von ihm Entscheidungen
Vermittelt Kenntnisse
Er wird ihr gegenübergesetzt
Es wird mit Argumenten gearbeitet
Sie werden bis zur Erkenntnis getrieben
Der Mensch ist Gegenstand der Untersuchung
Der veränderliche und verändernde Mensch
Spannung auf den Gang der Handlung
Jede Szene für sich
In Kurven
Facit saltus (macht Sprünge)
Die Welt, wie sie wird
Was der Mensch muss
Seine Beweggründe
Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Denken
7. Buch „Emilia Galotti“ von G.E. Lessing
Inhalt
-
Prinz von Guastalla will das Mädchen für sich besitzen
Prinz erfährt von ihrer bevorstehenden Hochzeit mit dem Grafen Appiani
Gibt Marchese Marinelli, freie Hand, alles zu tun, um die Heirat zu verhindern
Marinelli lässt Paar durch zwei bezahlte Verbrecher auf dem Wege zur Trauung überfallen
und Appiani ermorden
Emilia und ihre Mutter werden auf das Lustschloss Dosalo in "Sicherheit" gebracht
Odoardo Galotti, Emilias Vater kommt auf das Schloss
trifft dort die Gräfin Orsina und erfährt durch sie von Appianis Tod und seinen möglichen
Folgen für Emilia
Orsina gibt Odoardo einen Dolch, damit er sie und Appiani räche
Er will die Rache selbst dann noch Gott überlassen
Odoardo trifft auf Emilia
-
Emilia erahnt den wirklich Sachverhalt, hat dennoch Angst den Verführungen des Hoflebens
zu erliegen
Sie glaubt ihre Ehre nur durch den Tod retten zu können und fleht Odoardo an, ihr den Dolch
zu geben oder sie selbst zu töten
Odoardo ersticht sie
Teichoskopie (dramatisches Mittel); Erweiterung des Geschehens auf der Bühne (z.B. durch den
Blick aus dem Fenster in dem eine Figur das Geschehen beschreibt)
Literarische, historischer Hintergrund
Dramentyp: Trauerspiel
-
alte Ständeklausel gilt nicht mehr, d.h. es treten nur noch der niedere Adel und vor allem das
Bürgertum auf
- bürgerliche Trauerspiel wurde durch Lessing während der Epoche der Aufklärung in
Deutschland eingeführt
- vorherrschende Themen und Konflikte: Familie und private Beziehungen sowie Moral und
Anstand
- ist in Prosa und nicht mehr in Versen abgefasst (formal)
Emilia Galotti wird der Epoche der Aufklärung zu geordnet
-
Musterbeispiel eines Aufklärungsstückes
Kritik an der Fürstenwillkür, Fürstenkritik und Fürstenerziehung
Mittelpunkt: das Bürgertum
strebt Mündigkeit als Ideal an, erreicht aber durch seine starren Erziehungsprinzipien und
Moralvorstellungen genau das Gegenteil: Emilia bleibt bis zuletzt unmündig
Lessings Bürger verbauen sich durch ihr starres Festhalten an fragwürdigen Lebensregeln
selbst den Zugang zu selbstbestimmtem Leben
Das Erziehungsresultat bei Emilia ist Mutlosigkeit und Lebensangst der Zuschauer/Leser aber
wird aufgefordert, die Verhältnisse nicht länger zu akzeptieren
Ausnahme: Gräfin Orsina, welche als Einzige wirklich aufgeklärt und mündig ist - Sie passt
sich nicht an, stört den höfischen Frieden
Kennzeichen der Tragödie
-
Tragödie ist Nachahmung einer beendeten Handlung, die gehandelt und nicht berichtet wird
Gute Handlungen beginnen und enden an bestimmten Punkten
Die Teile Müssen so zusammengesetzt sein, dass das Ganze in Bewegung kommt wenn ein
Teil sich ändert
die Tragödie wickelt sich an einem Tag ab
Problembereiche als Themen des Dramas
-
Verhältnis politischer Macht und Moral (Maler Conti)
-
Zusammenhang familiärer Bindung -Selbstentfaltung ( Fam. Galotti)
-
Frage nach den Voraussetzungen für individuelle und gesellschaftliche Freiheit ( Adel)
Höfische und bürgerliche Welt (Max Horkheimer)
höfische Welt
bürgerliche Welt
unmoralisch, lasterhaft
wenig Einfluss, stehen unter dem Einfluss des Hofes
Unterwürfigkeit
Vater ist Familienoberhaupt
streben nach Macht / Einfluss
Machtmittel sind auf Familie bezogen; Vater stellt
Autorität dar, es herrscht Disziplin und der Vater
kann über die Familie verfügen
schöner Schein
familiär, tugendhaft, anständig, ehrenhaft,
ehrfürchtig, bescheiden
trügerisch
Bürgertum definiert sich durch seine moralischen
Werte
oberflächlich
sie sind moralisch besser  sind bessere Menschen
Genusssucht
Themen






Konflikt zwischen Adel und Bürgertum
Grund: Liebe und Eifersucht
Übersteigertes Ehrgefühl führt zum Tode
es geht um die Konfrontation der moralischen Wertesysteme
Überschneidung des Adel, Bürgertums (s. Figur des Appiani)
Ziel Lessings ist die Aufklärung
Stoffgeschichte „Virginia“
 Der römische Dezemvir Appius Claudius wird im Jahr 449 v. Chr. Wegen Tyrannei gestürzt
 Vorgeschichte:
-
-
er verliebt sich in Virginia, diese ist aber mit Tribun Lucius Icilius verlobt und widersteht dem
Werben des Dezemvirn
daraufhin beauftragt er einen Vertrauten, sie als Tochter einer seiner Sklavinnen auch als
Sklavin zu beanspruchen
 Gerichtsverhandlung (Icilius, Onkel und Volksmenge erzwingen Aufschub bis Virginus
zugegen ist)
neue Gerichtsverhandlung: Appius übergeht seine Vorstellungen und spricht Virginia gegen
geltendes Recht dem Komplizen zu (Vater darf nur noch mit dem Mädchen in Gegenwart
seiner Amme reden; Unterredung)
Vater zieht Virginia in einen Tempel und ersticht sie  „Auf diese Weise allein, meine
Tochter, kann ich deine Freiheit behaupten.“
 Hintergrundinformationen:
Dezemvirn (=Behörde von 10 Männern, im Jahre 450 v. Chr., privates und öffentliches Recht
niederzulegen);  Anführer: Appius Claudius
G.E: Lessing
-
* 22.1.1729 in Kamenz/ Oberlausnitz, als Sohn eines Pastors
besuchte als erstes Stadtschule, danach die Fürstenschule
studierte dann Medizin und Theologie in Leipzig
später verließ er Sachsen und ging nach Berlin als freier Schriftsteller (schrieb dort u.a. für
viele Zeitungen)
hatte auch Verbindungen zu mehreren Theatergruppen und schrieb für sie seine ersten Stücke,
doch das Geld reichte nicht, so nahm er einen Job als Sekretär bei einem General an
1767 wurde er im Deutschen Nationaltheater in Hamburg als Kritiker und Dramaturg
angestellt
1770 arbeitete er dann als Bibliothekar
-
er starb am 15.2.1781 in Braunschweig
war der wichtigste deutsche Dichter der Aufklärung
mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften hat er die weitere Entwicklung der
deutschen Literatur wesentlich beeinflusst
8. Dramentheorien
Aristoteles
1. Gegenstand der Tragödie
-
Tugenden, Affekte wie
Furcht und Mitleid
- Eine edle,
abgeschlossene
Handlung; Darstellung
des Prinzips der Mitte
2. Helden der Tragödie
-
-
„edle“ Menschen, die
die Affekte Furcht und
Mitleid widerspiegeln
„gemischte Charaktere“
Adlige und
Höhergestellte
3. Absicht der Tragödie
-
-
Mäßigung von
Gefühlszuständen
Reinigung von
Affekten, um ins rechte
Maß zu kommen
(Kathasis) / lustvolle
Reinigung der von der
tragischen Handlung
erregten Affekte Furcht
und Mtileid  sodass
beide Affekte wieder in
ihre Normallage
zurückversetzt werden
(also keine Herstellung
von etwas Neuem) 
damit die Menschen
sich identifizieren
können
Rückführung in eine
Mitte, um als „zoon
politicum“ lebensfähig
zu sein
Gottsched
1. Gegenstand der Tragödie
lehrreiches und moralisches
Gedicht die wichtige Handlung
vornehmer Personen auf die
Bühne zu
bringen
2. Helden der Tragödie
vornehme, edle und berühmte
Menschen mit überwiegend
positiven Eigenschaften aber
auch Schwächen  zum Zweck
der Glaubwürdigkeit
3. Absicht der Tragödie
-
-
die stärksten
Leidenschaften ihrer
Zuhörer, wie
Verwunderung, Mitleid
und Schrecken bis zum
Ende erregt, ins
Schwanken zu bringen
sollen lernen
Wirkung und Absicht des Theaters nach Schiller
-
Bühne wirkt tiefer als Moral und Gesetz
Lessing
1. Gegenstand der Tragödie
-
rührende, moralische
und tragische Situation
soll wahrscheinlich sein
muss bestimmte
Qualitäten beinhalten
2. Helden der Tragödie
-
nur Mitleid fühlen,
wenn es guten
Menschen schlecht geht
und Unglücklichen
(Armen) glücklich
- müssen dem Publikum
nahe stehen
- bürgerliche, einfache
Menschen
- gemischte Charaktere
3. Absicht der Tragödie
-
-
-
Trauerspiel soll die
Erregung der
Leidenschaft verbessern
Mitleid kann Erregte
fühlen und nicht nur
sehen und fühlen
Lessings Theorien
erschienen in der
Hamburgischen
Dramaturgie
-
Sie stellt uns göttliche Ideale zur Nacheiferung dar
Bühne lehrt uns Kunstschicksale zu ertragen
Sie zieht uns künstlich in fremde Bedrängnis
Zuwachs an Mut und Erfahrung
Träumen uns über das Wirkliche hinweg
Finden uns selbst wieder
Nähern uns dem himmlischen Ursprung
Bühne zeigt alles, auch die Vergangenheit, usw. Weisheit und Religion  weit über irdische
Gerechtigkeit hinaus
- Leben besteht aus Zufall und Plan, Theater macht es möglich den Zufall zu ertragen
- Theater Vergnügen und Unterricht des Lebens
Besonderheit seiner Sprache
-
gehoben
bildhaft
Allegorie für Gericht
Gefühlvoll
Pathetisch
9. Buch „Woyzeck“ von Georg Büchner
 Woyzeck ist ein Dramenfragment des deutschen Dramatikers und Dichters Georg Büchner.
Büchner begann vermutlich zwischen Juni und September 1836 mit der Niederschrift. Bei seinem
frühen Tod im Jahr 1873 bleib das Werk als Fragment zurück.
Inhalt
-
einfacher Soldat Franz Woyzeck, seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind
leben am Rande der Gesellschaft
arbeitet als Laufbursche für seinen Hauptmann und als Versuchsperson für den Arzt
Hauptmann und Arzt nutzen Woyzeck physisch und psychisch aus
Marie beginnt Affäre mit einem Tambourmajor
Woyzeck ertappt Marie und den Nebenbuhler
Er hört Stimmen, die ihm befehlen, die treulose Marie umzubringen
kauft ein Messer und ersticht Marie in einem Wald nahe einem See
Historisch, literarischer Hintergrund (Vormärz)
Vormärz (1830-1850)
Themen: Kritische Auseinandersetzung mit der Realität  gedankliche Entwürfe der Realität
(Zukunftsoptimismus)
- Kurzcharakteristik: Ziel ist die Schaffung einer neuen Epoche, die den revolutionären
Zeitgeist widerspiegeln sollte
Die einzelnen Gattungen
-
Lyrik
Epik
Drama
Politische Lyrik
Von besonderer Bedeutung:
Reisebriefe, Novellen und
Zeitromane  Interesse an
gesellschaftlichen Zuständen
und politischen Themen
Vorboten des modernen Dramas
durch Elemente des nichtaristotelischen Dramas
Soziales Drama 
Illusionslosigkeit gegenüber
dem determinierenden Einfluss
der gesellschaftlichen Realität
-
-
„Vormärz“ deutet auf das Scheitern der Revolution in Deutschland im März des Jahres 1948
hin und verweist damit auch auf das Ende der literarischen Strömung
„junges Deutschland“  Gruppe junger Schriftsteller deren Schriften 1835 verboten wurden
 Verbot förderte Zusammenhalt dieser Gruppierung
Julirevolution 1830 und 1848 in Frankreich  die von dort ausgehenden Ideen des
Liberalismus wirkten sich auf fast ganz Europa aus; erklärte Ziel der liberalen Bewegung in
Deutschland: Durchsetzung der Interessen des Bürgertums, Deutsche Einheit und eine
demokratisch-liberale Verfassung
Zensur und Verfolgung von Schriftstellern
Literatur als Mittel der politisch-gesellschaftlichen Agitation
Ablehnung kirchlicher Dogmen und des alten Staatssystems
Vorliebe für journalistische Textformen
Unter dem Einfluss der Februarrevolution 1848 in Paris begann kurz darauf in verschiedenen
Teilen Deutschlands die sog. „Märzrevolution“
1848 Scheitern der Märzrevolution
eskapistisch = fern von der Wirklichkeit
s. Arbeitsblatt vom 16.11.2007
Formen des Dramas
Offenes Drama
keine Exposition
Aufteilung in lose, aufeinander folgende Szenen,
die untereinander verschiebbar sind, mit
selbstständigen Handlungen  diese werden
durch ein zentrales Ich zusammengehalten,
welches keinen Gegenspieler hat (steht gleichsam
der ganzen Welt gegenüber)
Die Verknüpfung der Szenen erfolgt durch die
Hauptfigur oder durch wiederkehrende Bilder
und Metaphern
Keine Festlegung von Zeiterstreckung,
Zeitkontinuum, Zeitbewegung, keine geradlinige
Handlungsentwicklung
Vielfalt der Orte, Figuren, Aktionen – Soziale
Umwelt als übermächtig, Natur als dämonisch
erlebt
Figuren sind oft durch soziale Deklassierung,
durch physisch-biologische Schwächen, durch
Intelligenzmangel belastet –Fremd- statt
Selbstbestimmung der Figuren
Pluralismus: Viele unterschiedliche individuelle
und gruppenspezifische Sprachformen bei den
verschiedenen Figuren
Merkmale: brüchige Satzgefüge, Bevorzugung
von Satzreihen, Auslassung, unvollständige
Sätze, Häufige Ausrufe, unpersönliche
Ausdrucksweise, assoziativer Textaufbau
Die Schicklichkeitsregel der klassischen
Dramenpoetik wird verletzt  Es wird auch das
Krasse, Hässliche auf der Bühne dargestellt, wie
Mord, Unzucht und Revolution
Geschlossenes Drama
Akt hat die Funktion einer Exposition
festgelegter Aufbau des ganzen Stückes
(pyramidaler Aufbau – 5 Akte – aristotelisches
Drama);
im Gegensatz zum offenen Drama gibt es hier
einen Gegenspieler
Verknüpfung durch feste Handlungsstruktur, eine
Szene ergibt sich aus der nächsten Szene
Die Zuordnung eines Stücks zum Typ der
offenen Dramenform bedeutet nicht, dass ihm
Merkmale der geschlossenen Form fehlen
Beispiel: Woyzeck
Beispiel: Emilia Galotti
1. Die Weltanschauung des Idealismus (Vertreter: Schiller)
Bedingungen:
-
Selbsterziehung durch Vernunft
Moralische, ästhetische Bildung, Religion
Moral und Vernunft

sinnliche Triebe
Geist
beherrscht
Körper
-
Selbstbestimmung des Menschen, freier Wille  Das Bewusstsein bestimmt das
Sein !
Menschenbild Schillers
1. In welchem Wirkungszusammenhang stehen sinnliche Triebe (Körper) und Geist, und welches sind
dabei die vorausgesetzten Bedingungen?
-
Begehrungskraft ist der stärkste Gegner in unserem moralischen Handeln
Vorausgesetzte Bedingungen: moralische und ästhetische Bildung, klarer Verstand
„Der Wille ist der Geschlechtscharakter des Menschen und die Vernunft selbst ist nur die
ewige Regel desselben.“
2. Wer bestimmt das Handeln eines Individuums?
-
Sinnliche Triebe
3. Welcher Weltanschauung ist dieses Menschenbild geistesgeschichtlich zuzuordnen?
-
Idealismus
 letztlich ist der Mensch durch Vernunft und Bewusstsein gesteuert
 der Mensch muss immer versuchen seine Triebe mit Hilfe der Vernunft zu bekämpfen
2. Die Weltanschauung des Materialismus (Vertreter: Büchner)
Bedingungen:
-
zufällige Lebensumstände, Triebe, Natur  beherrschen den Geist
Das Sein bestimmt das Bewusstsein!
Schiller   Büchner (Gegensatz)
Form der Dialoge - Syntax im Woyzeck
Form der Dialoge
-
häufig kurze Repliken auf längere Monologe
kurze Aussagen  kurze Antworten im Wechsel
mit vielen Frage- und Ausrufezeichen, Wiederholungen
 sprunghaft – assoziativ- ohne Darstellung, breit entwickelter Zusammenhänge
Unterschiede in der Sprechweise je nach sozialer Schicht
 Die Protagonisten reden überwiegend aneinander vorbei
- Verwendung von Wortmotiven
Syntax
1. Hypotaxe: Umfangreiche Sätze mit vielen Haupt- und Nebensatzverknüpfungen
2. Parataxe: Aneinanderreihung von Hauptsätzen
 hier:
- überwiegend parataktischer Satzbau
- häufige Verwendung von Ellipsen, Ausrufen und kurzen, (rhetorischen) Fragen
Besonderheiten im Woyzeck
1. Wortmotive verbinden zwei oder mehrere Szenen miteinander
Wortmotiv als Begriff:
- Worte mit besonderer Bedeutung innerhalb des Textes
- Worte mit besonderer emotionaler Ausdruckskraft
- Häufige Wiederholungen
2. Liedeinlagen im Woyzeck
-
Ausdrucks des Bezugs zum Volk/ Volkstümlichkeit
Zusammenfassung der (psychischen) Situation
Ablenken von der Kommunikation (Sprachlosigkeit)
Darstellung/ Kommentierung einer Situation
3. Das Grimm’sche Sternentaler-Märchen und das Märchen der Großmutter (Woyzeck)
-
Mittel des offenen Dramas
Märchen charakterisiert das ganze Stück und ist das Symbol für die Existenz Woyzecks
Georg Büchner
-
*17. Oktober 1813 (Sohn eines Arztes)
besucht Privatschule
erfolgreicher Abschluss des Gymnasiums
Beginn:1831 Studium der Medizin und Naturwissenschaft sowie der Philosophie und
Geschichte an der Universität Strassburg
Büchner beschäftigt sich sehr mit den politischen Verhältnissen in Deutschland
1833 kehrt Büchner nach Deutschland zurück
1834 gründet er in Gießen und Darmstadt die „Gesellschaft für Menschenrechte“ und entwirft
den „Hessischen Landboten“
Zu Beginn des Jahres 1835 wird Büchner von Untersuchungsrichtern in Offenbach verhört
Kurz vor der zweiten Gerichtsverhandlung im März flieht Büchner über die französische
Grenze nach Strassburg
Wenige Tage später wird gegen ihn ein Steckbrief erlassen
1836 erhält Büchner für die Untersuchungen des Nervensystems des Fisches in Zürich den
Doktortitel
1837 erkrankt der 24-jährige Büchner plötzlich an einer tödlichen Typhusinfektion
19. Februar können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen
10. Buch „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertholt Brecht
Bertholt Brecht
-
* 10. Februar 1898 in Augsburg geboren
Vater- Fabrikdirektor
1918 Studium in München Medizin
1923 Dramaturg an den Münchener Kammerspielen
1924 Deutsche Theatergruppen
ab 1924 freier Schriftsteller in Berlin
1933 Flucht in die Schweiz, nach Dänemark, England, Schweden, in die Sowjetunion und in
die USA
1950 Mitglied der Akademie der Künste in Ostberlin
1954 Stalin- Friedenspreis
starb am 14. August 1956
hatte marxistische Gedanken
hat epische Theater geprägt
Inhalt
-
In (fiktiver) Hauptstadt Sezuan besuchen drei Götter die Erde, um gute Menschen zu finden
-
bProstituierte Shen Te werden bietet den drei Göttern ein Nachtquartier
-
Götter bezahlen sie mit einem kleinen Vermögen, Erwerb eines Tabakladens
-
Gegenleistung: Versprechen in Zukunft gut zu sein und Gutes zu tun
-
Problem: ihr selbstloses Engagement verbraucht sämtliche finanziellen Reserven und führt
schließlich zum Verlust des Tabakladens
-
schlüpft in die Rolle ihres imaginären Vetters Shui Ta, um durch Rücksichtslosigkeit ihre
Existenz zu retten und als Shen Te weiterhin zu helfen
-
baut als Shui Ta eine florierende Tabakfabrik auf
-
es wird vermutet, Shui Ta hätte Shen Te umgebracht
-
Shen Te wird in der Maske des Shui Ta vor Gericht gestellt, wo sie ihre wahre Identität
preisgibt und den Richtern – den drei Göttern – ihre Geschichte erzählt
-
Anspruch der Götter ist nicht erfüllbar, Götter ignorieren diese Erkenntnis
-
Offenes Ende, der Zuschauer wird aufgefordert eine eigene Lösung zu finden, die im
marxistischen Sinne nur in der Veränderung der Gesellschaft liegen kann
Literarischer / historischer Hintergrund
Tatsächlich ist mit der von Brecht angegebenen Entstehungszeit 1938–40 nur der intensivste Kern
seiner Entstehung berücksichtigt. Trotz häufiger Überarbeitungen hielt Brecht das Stück aber nie für
ganz fertig.
Epochenüberblick
Mittelalter
-
-
unterteilt in geistliche und ritterlich-höfische Literatur
geistliche Literatur wurde vornehmlich in Latein verfasst, wandte sich größtenteils an den
Klerus
mit Beginn der Kreuzzüge entwickelte sich ein ritterliches Standesbewusstsein und löste sich
damit vom Klerus (Wandlung von vita contemplativa [stark religiöse Lebensführung] nach
vita activa [christlicher Dienst voller Kampf]  Ritterepen (Ritterromane in gereimter
Version)
nicht mehr bloße christlich-religiöse Ausrichtung, sondern u.a. Unterhaltung der höfischen
Gesellschaft, Vermittlung von Standesbewusstsein, Anleitung zu einem standesgemäßen
Verhalten
Barock (um 1600 – 1720)
-
-
Entwicklung der deutschen Hochliteratur während der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618
– 1648)
Zentrum der kulturellen Entwicklung sowohl Städte als auch Höfe (d.h.: Kunst durch Höfe
gesponsert = Beeinflussung möglich)
Dichtkunst wurde festgeschrieben; Gattungen und Normen wurden normativ festgelegt und in
rezeptartigen Anweisungen wurde festgelegt, wie Dichtkunst herzustellen sei (Bsp.: „Buch
von der deutschen Poeterey“ von Martin Opitz)
nur bestimmte Themen literaturwürdig: Herrscherlob; Schicksal christlicher Märtyrer;
Aufforderung zum Lebensgenuss (Carpe diem); ländliche Idyllen und Schäferstündchen;
-
Ermahnung, des Todes und der Nichtigkeit alles Irdischen zu gedenken (Memento mori und
Vanitas)
Inhalte mussten brillant „verpackt“ sein  ansprechendes sprachlich-rhetorisches Gewand 
Ausschmückung wurde immer mehr gesteigert = barocke „Schwulst“
repräsentative Auftrags- und Gesellschaftskunst, erteilt vom Hof
niedere Stände: hatte auch Literatur, die meist als Lebenshilfe geeignet war
-
wichtige Autoren und Werke:
-
Aufklärung (1720 – 1800)
-
Ausgangspunkt: verändertes Welt- und Menschenbild seit der Renaissance
Voraussetzung: Distanzierung von kirchlicher Belehrung, Mensch hat Verstandesund Sprachfähigkeit
Zeit der Denkbewegungen, Vernunft und des Rationalismus
-
 kritisches Fragen und Zweifeln
René Descartes „cogito, ergo sum“ (ich denke, also bin ich)
John Locke „ tabula rasa“ (Die Seele des Menschen ist bei der Geburt eine leere Tafel), sie
wird erst durch die Erfahrung (Empirie) beschrieben
Didaktische Literatur: Abhandlungen über moralische Fragen, Verstand und Gefühl sollen
angesprochen werden, Popularisierung des Wissens für weite Kreise
Aufgabe der Literatur: „prodesse et delectare“ (nützen/belehren und erfreuen)
Wahlspruch der Aufklärung: „Sapere aude“ Habe Mut, dich deines eigenen
Verstandes zu bedienen!
Emanzipation der Menschen aus religiöser dogmatischer Bevormundung
Stärkung des bürgerlichen Selbstbewusstseins durch franz. Revolution; Wert des Menschen ist
nicht mehr durch Herkunft bestimmt, sondern durch „modernes Ich-Selbstbewusstsein als
selbstbestimmtes Subjekt“ (intellektuelle, psychische und physische Fähigkeiten)
Befreiung von der Natur als Leitidee
Forderung nach Freiheit und Autonomie der Literatur
Herrschaftsform: Absolutismus
Tragödie und didaktische Fabel als vorherrschende Gattungen
Hoher Stellenwert des Ideendramas
Bürgerliches Trauerspiel  Aufhebung der Ständeklausel (siehe „Emilia Galotti“)
-
2 philosophische Strömungen:
-
Empirismus (Erkenntnis beruht auf der Sinneswahrnehmung)
Rationalismus (Erkenntnis resultiert aus dem Gebrauch der „ratio“, der im Verstand
gegründeten Denkfähigkeit)
-
Tugend = Leitbegriff und Hauptziel der Aufklärung
Tugendhaftes Verhalten bringt das System der Vernunft in Einklang, Fortschrittsoptimismus,
gegen „Vanitas“-Motiv
Kunst des Hofes galt lediglich als Dekoration, die des Bürgertums als Ausdruck vernünftiger
Gedanken und menschlicher Gefühle
gestiegenes Lesebedürfnis (immer mehr konnten lesen) und Einführung der allgemeinen
Schulpflicht brachte „Moralische Wochenzeitschriften“ auf den Markt (Erkenntnisse und
Einsichten der der Gelehrten und Philosophen wurden so einem möglichst breiten Publikum
vermittelt)
-
-
-
wichtige Autoren und Werke:
Empfindsamkeit (1740 – 1780)
-
-
Möglichkeiten, die durch die Aufklärung gegeben wurden (z.B. logisches Denken und
umsichtiges Planen) wurde von Machtinhabern missbraucht (Menschen wurden unter anderem
verplant)  neue bürgerliche Gefühlskultur
Sprache des Herzens: „Das menschliche Herz hat die Fähigkeit zu fühlen und zu
empfinden“
viele Wörter, die „schöne“ oder angenehme Gefühlszustände beschreiben finden ihren
Ursprung in dieser Zeit, außerdem gibt es eine Vielzahl metaphorischer Verwendung von
Begriffen und Wendungen, die der Intensität des Gefühls Ausdruck verleihen
Sturm und Drang (1765 – 1785)
-
Bevorzugt werden Drama, Ballade und Erlebnislyrik
Der Name der Epoche geht auf ein Drama von Klinger zurück
„Prometheus“ als Programmgedicht
Betonung von Kreativität und Spontaneität
Häufiges Thema: Konflikt des Individuums mit der gesellschaftlichen Realität
die Impulse die während der Epoche der Empfindsamkeit entstanden, wurden in der Literatur
auf die Welt der Stimmungen und Leidenschaften übertragen
verweltlichte Empfindsamkeit bildete Basis der gefühlsbetonten Selbstwahrnehmung der
Stürmer und Dränger
impulsive und ausdrucksstarke Sprache
 Mensch ist frei handelnd, selbstständig, gottesähnlich
Vorliebe für große Gestalten und Kraftmenschen, sowie für antike Helden
Epochenumbruch: Aufklärung – Empfindsamkeit – Sturm und Drang
-
Epochen gehen mehr oder weniger ineinander über; klare Zuordnung, welche Schriftsteller zu
welcher Epoche gehören manchmal schwer möglich
Aufklärung = Aufbruch der bürgerlichen Gesellschaft durch Verstandeskultur
Empfindsamkeit = Entfaltung der bürgerlichen Familien/Freundschaft durch Gefühlskultur
Sturm und Drang = Geistige und politische Emanzipation des bürgerlichen Ich-Bewusstseins
Klassik (1786 – 1805)
-
Definition: „Periode in der prägende Kultur des Landes entstand und das Land internationales
Ansehen gewann“  Werke von Rang entstanden
Die griechische Antike wird zum Vorbild. Die freie Entfaltung des Individuums findet ihr Ziel
in der Harmonie der Persönlichkeit
Zeit des deutschen Idealismus
Harmonisches Weltbild im Einklang von Verstand und Gefühl, von Geist und Natur
Deutsche Klassik: später als in anderen Ländern, auf zwei Autoren beschränkt, nämlich
Schiller und Goethe
Orientierung auf Vernunft, Selbstzucht und sittliche Läuterung des Menschen
ästhetische Erziehung (alles in Harmonie, in Einklang bringen) zur Veredelung des
individuellen Charakters
Durch Erkenntnis der Schönheit gelangt man zum Wahren, zum Guten, zur Verbesserung des
Charakters
Schönheit = Harmonie zwischen Sinnlichen (gehört zur Triebwelt) und dem Gesetz der
Vernunft (gehört zur Freiheit)
Abwendung von der Wirklichkeit, hin zum Reich der Utopie des ewig Wahren, Guten und
Schönen
Wichtige Autoren und Werke:
Romantik (1795 – 1840)
-
Politische, soziale und literarische Umbruchsphase
-
-
Opposition zum Rationalismus der Aufklärung und zum Anspruch auf Vollendung in der
Klassik
Geist und Natur als Einheit  „beseelte Natur“
Hang zum Irrationalen, Übersinnlichen
Besinnung auf Mittelalter, Volkspoesie und Märchen
Volksliedsammlungen, Märchen, fantastische Erzählungen, Wiederentdeckung des
Niebelungenliedes
man soll die Welt intensiv erleben („mit allen Sinnen“)  die Welt wird
poetisiert/romantisiert (Humor, romantische Poesie)
Verwandlung der Alltagswelt ins Wunderbare (Flucht aus der Wirklichkeit)
Selbstverwirklichung des Individuums konnte wegen Veränderungen in der Geschichte nur
noch außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft geschehen oder gegen sie  Dichter galten als
Außenseiter
Sehnsucht als wichtiges Gefühl, dass dauerhaft gültig ist (man kann nie ans Ziel kommen,
Sehnsucht gibt es immer  man kann es dauerhaft genießen)
Vormärz (1830 – 1848)
-
-
Themen: Kritische Auseinandersetzung mit der Realität  gedankliche Entwürfe mit der
Realität (Zukunftsoptimismus)
Ziel ist die Schaffung einer neuen Epoche, die den revolutionären Zeitgeist einer Epoche
widerspiegeln sollte
Künstler konnten entweder an der Gesellschaft Kritik üben oder aus der Wirklichkeit fliehen
(Eskapismus)
entweder Bejahung der Alltagsrealität als Welt der Leistung, des Nutzens, der Ordnung, der
Sicherheit, des Wohlstands, der patriarchalischen Familienordnung oder Ablehnung der
Alltagsrealität als Welt des Zwangs, der Berechnung, der Unfreiheit, des Spießertums, der
Geldgier, der Rollenzwänge (besonders für Frauen)
generell sehr schlechte Zustände für die Bevölkerung, die sich u.a. in der Kritik der
Schriftsteller deutlich machte
Schriftsteller für Demokratie und soziale Gerechtigkeit, gegen das absolutistische System
Pressepublizistik, satirische Feuilletons, Flugschriften und Kampflieder
sozialkritische Stücke, die sich mit dem Elend der „kleinen Leute“ beschäftigen ( Woyzeck)
häufig Zensur und strafrechtliche Verfolgung von Schriftstellern
Bürgerlicher Realismus (1848 – 1890)
-
Darstellung der Wirklichkeit, nicht nur die bloße Widerspiegelung, sondern durch
künstlerische Gestaltung der Stoffvorlage
häufige Gattungen sind Roman und Novelle, im Zentrum stets das Individuum
keine gesellschaftspolitische Probleme sondern Regionalismus und Historismus
Humor als Distanz zu dem eigentlich Unerträglichen und Empörenden in der Wirklichkeit 
zeigt ein augenzwinkerndes Sichabfinden
Anklage bleib auf einzelne Fehler und Schwächen im Gesellschaftsgefüge beschränkt und
wendet sich nie gegen das ganze System und die Bedingungen seines Bestehens
Naturalismus (1880 – 1900)
-
-
Literatur wollte die Verhältnisse in allen gesellschaftlichen Bereichen aufdecken  Themen:
schlechte Arbeitsbedingungen, fehlende Rechte, Elendsquartiere, Kneipen
Ziel: Aufrütteln des Lesepublikums, Sympathie mit den gesellschaftlichen Zielen der
Arbeiterklasse (ökonomische Verbesserungen, mehr Rechte) zeigen, ohne sich daran zu
binden
Deckungsgleichheit zwischen Realität und Abbild  sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse
als auch Umgangssprache, Jargon und Dialekt nahmen Einfluss auf die Literatur
-
nicht mehr ein einziger Held im Mittelpunkt des Geschehens, sondern das Kollektiv (mit
bestimmter Herkunft, Milieu oder Zeitumständen), auch Frauenbewegungen wichtiges Thema
Expressionismus (1910- 1925)
-
-
Themen: Kritische Auseinandersetzung mit technischem Fortschritt, Industrialisierung,
Kapitalismus und Militarismus, Bilder von Verfall, Untergang und Weltende, aber auch
Visionen von Aufbruch, Revolutionen und zukünftigem Glück
Dichtung der Weltveränderung, Pazifistisches Denken
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