Napoleon, das Ende der Revolution und die Neuordnung

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Geschichte Kl. 8
Thema: Französische Revolution
Napoleon, das Ende der Revolution und die Neuordnung Europas
Aufgaben:
1) Lies zunächst den dir zugeteilten Text und trage die wichtigsten Punkte in die dazugehörige
Tabellenspalte ein.
2) Besprich den Inhalt deines Textes mit deinen MitschülerInnen, die denselben Text bearbeitet
haben.
3) Es werden 4er Gruppen gebildet: Stellt euch die Inhalte eurer Texte gegenseitig vor und füllt
die übrigen Tabellenspalten aus.
1) Die Lage in Frankreich nach der Schreckensherrschaft der Jakobiner
Nach dem Ende der Schreckensherrschaft und dem Sturz der Jakobiner war Frankreich in einem
katastrophalen Zustand. Wirtschaftlich war das Land am Boden und die Gesellschaft war
gespalten. Viele Menschen hatten den Glauben an die 1789 ausgerufenen Ideale der Revolution
verloren. Man entschloss sich erneut dazu, dem Staat eine neue Verfassung zu geben. Dazu wurde
das Direktorium gegründet, eine Art Parlament, das durch ein fünfköpfiges Gremium angeführt
wurde. Der Nationalkonvent wurde abgelöst. Somit entstand bereits die dritte Regierungsform
während der Revolution. Viele Rechte wurden wieder abgeschafft, wie beispielsweise das
allgemeine Wahlrecht. Stattdessen gab es wieder ein Besitzwahlrecht, so dass im Grunde nur die
reichen Bürger wählen konnten. Auch das Recht auf soziale Grundversorgung wurde abgeschafft.
Dies beraubte weite Teile der gebeutelten Gesellschaft ihrer Hoffnung auf eine Besserung der
Situation. So kam Frankreich auch in den folgenden Jahren nicht zur Ruhe. Das Direktorium war
unfähig, die Krise des Landes zu meistern. Zudem gab es weiterhin Auseinandersetzungen
zwischen den Anhängern der Monarchie und den Vertretern der politischen Ansichten der
Revolutionäre. Bis 1799 gab es diverse Versuche, einen Staatsstreich durchzuführen und das
Direktorium zu stürzen. Die Versuche scheiterten jedoch zunächst alle.
2) Napoleon und das Ende der Revolution
Im November 1799 kam es zu einem erneuten Versuch eines Staatsstreichs durch Napoleon
Bonaparte. Der erfolgreiche General hatte großen Rückhalt beim Militär und war auch im Volk
sehr populär. Er besetzte mit seinen Truppen Paris und umstellte das Parlament. Mit Hilfe seiner
Soldaten und ausgeübtem militärischem Druck konnte Napoleon das Parlament überzeugen, das
Direktorium aufzulösen. Sie unterzeichneten eine Verfassungsänderung, die Napoleon die Macht
im Staat übertrug. Noch im selben Jahr trat eine neue Verfassung in Kraft, die vorsah, dass
Napoleon als ‚Erster Konsul’ über die meiste Macht verfügte.
Napoleon erklärte die Revolution für beendet und stellte die Ordnung im Lande nach seinen
Vorstellungen wieder her. Er festigte in den kommenden Jahren seine Macht
und krönte sich 1804 im Beisein des Papstes schließlich selbst zum ‚Kaiser
der Franzosen’. Die Kaiserkrönung ließ er durch eine Volksabstimmung
bestätigen. Dabei stimmten 3,5 Millionen mit ‚Ja’ und 2500 mit ‚Nein’.
Er entlastete die Bürger und schaffte mit dem ‚Code Civil’ (oftmals auch
‚Code Napoleon’ genannt) ein neues Gesetzbuch, mit dem er den
männlichen Bürgern alle grundlegenden Freiheiten und Rechte sicherte. Dennoch war die neue
Regierungsform nichts anderes als eine Diktatur. In der Politik mitbestimmen durfte das Volk nun
nicht mehr. Damit in der Öffentlichkeit nur Zustimmung zu hören war, setzte Napoleon eine
Pressezensur und Bespitzelung durch.
3) Die Kriege Napoleons
Während der Revolution war Frankreich auch außenpolitisch in eine Krise geraten und die
Brücken zu vielen anderen Ländern waren zerschlagen. Unter Napoleon ging es nun aber nicht
mehr um die Verteidigung des eigenen Landes vor Feinden der Revolution, sondern um
Eroberung anderer Länder. Bis 1812 führte Napoleon zahlreiche Kriege und errichtete eine
Vormachtstellung Frankreichs auf dem Kontinent. Bis auf England und Russland
unterwarf er alle Staaten. Die französische Vorherrschaft dehnte sich über Spanien,
Italien und Mitteleuropa aus. Die außenpolitischen Erfolge Napoleons sorgten vor
allem dafür, dass er im Volk äußerst beliebt war und seine Alleinherrschaft
geduldet wurde.
Unter dem Druck Napoleons wurde auch das ‚Heilige Römische Reich Deutscher Nation’ unter
der Führung des Deutschen Kaisers aufgelöst. 1806 legte der letzte Kaiser, Franz II., die Krone
nieder. Napoleon bildete aus kleinen Territorien eine Reihe neuer Staaten mittlerer Größe. Dabei
wurden auch geistliche Gebiete aufgelöst und zu größeren Staaten zerschlagen (Säkularisierung).
Unter der Führung Napoleons schlossen sich 16 deutsche Fürsten mit ihren Gebieten zum so
genannten ‚Rheinbund’ zusammen. Die Gebiete standen aber gleichzeitig unter Napoleons
direktem Einfluss und kämpften im Krieg an seiner Seite.
Andererseits nutzte Napoleon die eroberten Staaten, um den französischen Staatshaushalt zu
stützen. Abgaben und Steuern, die an Frankreich gezahlt werden mussten, minderten die
Begeisterung in der deutschen Bevölkerung für Napoleon.
4) Das Ende Napoleons und die Neuordnung Europas
Das Ende der napoleonischen Herrschaft in Europa zeichnete sich ab, als Russland
Handelsbeziehungen mit England aufnahm. Napoleon marschierte daraufhin im Sommer 1812 in
Russland ein – mit katastrophalen Folgen: Von den 600.000 Soldaten seiner Armee kehrten nur
5.000 in die Heimat zurück. Im Oktober 1813 besiegte eine Koalition aus mehreren europäischen
Staaten das französische Heer endgültig.
So wurde Napoleon 1814 entmachtet und auf die Insel Elba verbannt. Er kehrte noch einmal für
100 Tage zurück, wurde aber 1815 in der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft tagte in Wien 1814/15 ein
Kongress, bei dem europäische Fürsten eine Neuordnung Europas beschlossen.
Sie folgten dabei einem einfachen Prinzip: Die Herrschaftsverhältnisse aus der
Zeit vor der Französischen Revolution sollten so weit wie möglich
wiederhergestellt werden. Man nennt dies die Politik der ‚Restauration’.
Schwieriger war die Entscheidung, was mit den deutschen Staaten geschehen Delegierte auf dem
sollte. Das alte Reich wurde nicht wiederhergestellt. Stattdessen unterzeichneten Wiener Kongress
die Vertreter der deutschen Könige und Fürsten am 8. Juni 1815 die ‚Deutsche Bundesakte’. Diese
Vereinbarung schuf nicht die von vielen erhoffte Einheit einer Nation, sondern nur ein lockeres
Bündnis ohne gemeinsames Oberhaupt, den ‚Deutschen Bund’.
Der Kampf gegen die Herrschaft Napoleons hatte in vielen Ländern Europas jedoch dazu geführt,
dass es immer mehr Anhänger der politischen Freiheit und Unabhängigkeit gab.
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