1 Vorbemerkung

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RUMÄNISCH ALS FREMDSPRACHE
Zuerst veröffentlicht in: Ausländisch für Deutsche. Sprachen der Kinder - Sprachen im
Klassenzimmer, Hrsg.: Simona Colombo-Schefford, Peter Fenn, Stefan Jeuk, Joachim
Schäfer. Fillibach, Freiburg im Breisgau, Deutschland, 2008, S. 143-160
1 Vorbemerkung
Ein systematischer Sprachvergleich von Rumänisch und Deutsch wurde 1993 vom
Institut für deutsche Sprache Mannheim herausgegeben worden. Die Autoren, Ulrich
Engel, Mihai Isbăşescu, Speranţa Stănescu und Octavian Nicolae, wollten dadurch eine
Grammatik „für Lehrkräfte und Studierende“ zur Verfügung stellen, „für
Deutschsprechende mit Rumänisch als Zielsprache, für Rumänischsprachige mit
Deutsch als Zielsprache und für alle, die an Strukturvergleichen der beiden Sprachen
interessiert sind“ [Engel/ Isbăşescu et al, S. 9].
Zur kontrastiven Beschreibung der deutschen und rumänischen Sprache möchte ich
folgende Titel anführen:
Engel, Ulrich / Isbăşescu, Mihai / Stănescu, Speranţa / Nicolae, Octavian (Hrsg.):
Kontrastive Grammatik deutsch – rumänisch. Bd. 1 und 2. Julius Groos-Verlag,
1993
Beiträge zur deutsch-rumänischen kontrastiven Grammatik. Band 1 Bukarest 1979;
Band 2 Bukarest 1980; Band 3 Bukarest 1981; Band 4 Bukarest 1981.
Engel, Ulrich / Savin Emilia et al: Valenzlexikon deutsch-rumänisch, Heidelberg
1983.
Sandu, Doina: Die Wortstellung im Deutschen und Rumänischen, Heidelberg 1993.
Stănescu, Speranţa: Limba germana. Morfosintaxa. Bukarest 1980.
Stănescu, Speranţa: Verbvalenz und Satzbaupläne. Heidelberg 1986
Viorel Elena: ‚Falsche Freunde’ und ihre ‚wahren’ Beziehungen im Deutschen und
im Rumänischen, in Lutz Götze (Hrsg.): Deutsch als Fremdsprache – Situation
eines Faches, Bonn-Bad Godesberg 1987, S. 192-200.
2 Sprachfamilie, Anzahl der Sprecher, Länder, europäische Sprache
Rumänisch wird von ungefähr 28 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen.
Als offizielle Mehrheitssprache wird das Rumänische in Rumänien und Moldawien
gesprochen. In Rumänien, das eine Bevölkerung von mehr als 21,7 Mio. Einwohnern
hat, gibt es ca. 19,4 Mio. Muttersprachler, in Moldawien mit einer Bevölkerung von 4,5
Mio. sind es 3,9 Mio. Muttersprachler (die die moldauische Sprache sprechen). Die
moldauische Sprache, die in Moldawien Amtssprache ist, ist bis auf den Namen
weitgehend mit dem Rumänischen identisch, Sicherlich gibt es im Moldauischen
slawische Einflüsse, die dem mehr oder weniger gezwungenen Zusammenleben mit
den Russen zu verdanken sind. Auch deren Aussprache wurde dadurch beeinflusst.
Außerhalb dieser Länder sprechen ca. 4,5 Mio. Menschen Rumänisch als
Muttersprache. In der Ukraine, in Bulgarien, Serbien und Ungarn wird das Rumänische
als eine Minderheitssprache lokal und in der Familie gesprochen. In Serbien wird
1
Rumänisch von 74.630 Personen gesprochen. Nördlich der Donau bezeichnet man
diese Sprecher meistens als „Rumänen“, während südlich davon die exonyme
Bezeichnung „Walachen“ vorwiegt. In der Wojwodina ist Rumänisch eine der 6
offiziellen Sprachen der Region. Dort ist sie die Muttersprache von 30.520 Personen. In
Bulgarien wird rumänisch von ein paar Tausend Personen im Nordwesten des Landes
gesprochen (in einigen Dörfern in der Umgebung von Vidin).
Rumänische Kolonien gibt es in den USA, Kanada, Südamerika, Australien, Israel, der
Türkei und mehreren westeuropäischen Staaten, sowie in Asien (Moldauer in Sibirien,
Kasachstan und Region Krasnodar).
3 Verbreitung und rechtlicher Status
Tabelle Nr. 1
Rumänisch in Europa
Land
Sprecherzahl
Volkszählung
Rumänien
21.660.679
Januar 2006
Moldawien
4.455.421
Juli 2005
89.333
April 2002
Serbien (im
Landes)
Osten
des
Ukraine
(hauptsächlich
Oblast Tschernowitz und 410.000
Budschak)
2001
Russland
2002
147.000
Als Quellen wurden Volkszählungen in den verschiedenen Staaten genommen (20012006).
4 Wesen des Rumänischen
Rumänisch (auch Dakorumänisch) ist eine Sprache aus dem romanischen Zweig der
indogermanischen Sprachen. Dort gehört sie zur Untergruppe der Lateinischen
Sprachen bzw. Ost-romanischen Sprachen.
Rumänisch ist aus dem Latein, das in den römischen Provinzen Dakien (Dacia) und
Moesien, d. h. nördlich und südlich der Donau, gesprochen wurde, hervorgegangen.
Die kurze Zeit der römischen Herrschaft von 107 bis 271 n. Chr. nördlich der Donau
genügt nicht, um die Herausbildung des Rumänischen in diesem Raum zu erklären. Es
müssen sowohl die stärker romanisierten Gebiete südlich der Donau, die weiterhin
unter römischer Herrschaft verblieben waren, als auch die starken wirtschaftlichen und
kulturellen Kontakte der in Dakien verblieben Bevölkerung mit dem römischbyzantinischen Reich in Betracht gezogen werden.
Die Entstehung des Rumänischen wird analog zur Geschichte der anderen
romanischen Sprachen im 7. bis 9. Jahrhundert angesetzt. Der während der
Balkanfeldzüge des Maurikios 587 getätigte Ausspruch eines römischen Soldaten
"Torna, torna, fratre", soll der erste überlieferte Satz auf Rumänisch gewesen sein. Die
Elemente, die der rumänischen Sprache zugrunde liegen, sind das lateinische Strat,
das thrako-dakische Substrat.
Es gibt vier Hauptdialekte im Rumänischen:
2
-
das eigentliche (Dako-)Rumänische – das in Teilen von Serbien und
Montenegro, Slowenien, Bosnien, Makedonien, Bulgarien und Ungarn von der
hiesigen rumänischen Minderheit gesprochen wird;
-
das Aromunische oder Mazedorumänische wird noch von einigen
hunderttausend Menschen in verschiedenen Balkanländern gesprochen
-
das Meglenorumänische. Nur noch wenige tausend Menschen in Griechenland
(im Nordwesten von Thessaloniki) sprechen Meglenorumänisch
-
das Istrorumänische, die von einer isolierten romanischen Minderheiten auf der
kroatischen Halbinsel Istrien – ca. 1000 Personen - noch gesprochen und vom
Aussterben bedroht wird. Die beiden letztgenannten Dialekte werden von
manchen Wissenschaftlern als eigenständige Sprachen angesehen
Alle zusammen bildeten bis etwa zum 10. Jh. das Ur- oder Gemeinrumänische. Das
Dakorumänische gliedert sich seinerseits in die fünf (nur wenig differenzierte)
Subdialekte der Moldau, der Walachei, des Banats, der Crişana und des Marmarosch
(Maramureş).
Die dakorumänische Sprache (weiter rumänische) ist eine Sprache der ostromanischen
Sprachfamilie. Ihre Sonderstellung innerhalb der romanischen Sprachen ist begründet
durch
1. ihr vorrömisches, dakisches Substrat,
2. die zahlreichen Übereinstimmungen mit den übrigen Balkansprachen,
3. das Fehlen germanischer Einflüsse,
4. die Einhaltung der lateinischen grammatischen Struktur bis zum heutigen Tag,
obwohl die vielen Einflüssen auf Phonetik, Wortschatz und Grammatik (slawisch,
ungarisch, deutsch, usw.)
5. die im 7./8. Jh. wirksam werdende slawische Beeinflussung der Phonetik und vor
allem des Wortschatzes,
6. ihre geschichtlich bedingten Kontakte mit dem Ungarischen, Türkischen und
Neugriechischen,
7. die isolierte geographische Lage Dakorumäniens, die dazu führte, dass sich die
Sprache bis zum Ende des 18. Jh. in einer geistig-kulturellen Sonderexistenz
entwickelte.
Die rumänische Literatursprache basiert auf dem Dakorumänischen, das in der
ehemaligen Provinzen Walachei (Südrumänien), der Moldau (Ostrumänien) und in
Siebenbürgen (Zentral- und Nordrumänien) gesprochen wurde. Die erste bekannte
Quelle des Dakorumänischen stammt aus dem Jahr 1521, daneben ist eine
aromunische Inschrift von 1731 erhalten. Im Rumänischen sind einige Eigenschaften
des Lateinischen erhalten, die bei anderen romanischen Sprachen verloren gingen, vor
allem die Nominalflexion. Wie bei vielen nichtromanischen Sprachen des Balkans, wird
der bestimmte Artikel dem Nomen nachgestellt. Das Rumänische enthält ungewöhnlich
zahlreiche Lehnwörter aus dem Slawischen, dem Griechischen, dem Türkischen und
dem Ungarischen.
Die rumänische Schriftsprache entwickelte sich zu Beginn des 16. Jh. und beruht auf
einer walachisch-südsiebenbürgischen Grundlage. Typisch für die rumänische Sprache
sind der Reichtum an Diphthongen und Triphtongen, die starke gegenseitige
Beeinflussung von Vokalen und Konsonanten im Wort, die der Vokale durch die
Verschiebung der Tonstelle. Daraus ergibt sich eine ständige Verschiebung des
3
Wortkörpers in der Flexion. Weitere Merkmale: Es besteht ein Zweikasussystem
(Nominativ/Akkusativ; Genitiv/Dativ); der bestimmte Artikel wird nachgestellt.
Bis zum 18. Jahrhundert schrieb man Rumänisch in kyrillischer Schrift, die
Siebenbürgische Schule entwickelte das bis in die heutige Zeit benutzte lateinische
Alphabet mit Sonderzeichen. Die rumänische Sprache des 19. und 20. Jh. ist durch
Reromanisierung gekennzeichnet und infolgedessen durch einen Rückgang der
slawischen, griechischen und türkischen Elemente. Für die Begriffe der modernen
Kultur, Wissenschaft und Zivilisation wurden lateinische und mehr noch französische
Ausdrücke übernommen. Diese Neologismen sind in der heutigen Literatursprache
zahlreicher als die lateinischen Erbwörter. Die kyrillische Schreibung wurde um 1860
durch die lateinische ersetzt, deren Orthographie zuletzt 2004 festgelegt wurde.
Die nächstverwandte Sprache ist Italienisch. Muttersprachliche Rumänen können
einfaches Italienisch meist recht gut verstehen, umgekehrt gelingt dies seltener, da das
Rumänische ungefähr 10 % des Wortschatzes slawischen Ursprungs hat. Die
nächstverwandte Sprache ist Italienisch. Zudem unterscheidet sich die Lautsprache im
Rumänischen von der italienischen Sprache, da es Laute kennt, die es aus dem
Slawischen übernommen hat.
Die rumänische Rechtschreibung orientiert sich ähnlich stark wie die italienische an der
tatsächlichen Aussprache, wenn man bedenkt, dass das Rumänische ein Sortiment an
Sonderzeichen hat, um die aus dem Slawischen kommenden Laute auch zu
kennzeichnen, die das Italienische nicht kennt. Zudem unterscheidet sich die
Lautsprache im Rumänischen von der italienischen Sprache, da es Laute kennt, die es
aus dem Slawischen übernommen hat.
5 Beschreibung des Rumänischen
5.1 Wortschatz
Die rumänische Sprache entwickelte sich aus dem Vulgärlatein und weist
dementsprechend viele Wörter lateinischen Ursprungs auf. Zurzeit wird die
Wortähnlichkeit mit Italienisch auf 77 %, mit Französisch auf 75 %, mit Katalanisch auf
73 %, mit Portugiesisch und Rätoromanisch auf 72 %, sowie mit der spanischen
Sprache auf 71 % geschätzt.
Um einen Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der fünf modernen
romanischen Sprachen zu ermöglichen, folgt der Satz „Sie schließt immer das Fenster
vor dem Essen.“ in der jeweiligen Sprache sowie im Latein ("... bevor sie isst.").
Verwandte Wörter sind zusammen mit dem Artikel fett geschrieben. (Wikipedia,
Rumänische Sprache)
Tabelle Nr. 2
Vergleich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der fünf modernen
romanischen Sprachen
Vulgärlatein
Ea
semper
fenestram
claudit
Klassisches
Latein
Fenestra
clausa
femina
cenat
Rumänisch
Ea
închide
întotdeauna
Italienisch
Lei
chiude
sempre
antequam
cenet.
fereastra
înainte
de
a
cina.
la
finestra
prima di
cenare.
4
Vulgärlatein
Ea
semper
fenestram
claudit
antequam
cenet.
Französisch
Elle
ferme
toujours
la fenêtre
avant de
dîner.
Katalanisch
Ella
sempre
tanca
la finestra
abans de
sopar.
Spanisch
Ella
siempre
cierra
la ventana antes de
cenar.
fecha
sempre
a janela
jantar.
Portugiesisch Ela
5.1.1.
antes de
Substrat, Strat und Superstrat
Das Thrako-Dakische ist höchstwahrscheinlich eine indogermanische Satemsprache,
mit der das Lateinische nach der Eroberung Dakiens durch Trajan (106 n. Chr.) in
Kontakt getreten ist. Die äußerst spärlichen Angaben über diese Sprache gestatten nur
Hypothesen über den Umfang seines Einflusses. Aus dem Thrako-Dakischen, der
Sprache der von den Römern eroberten Daker vermutet man ungefähr 160 lexikalische
Vererbungen (von denen man 90 Begriffe auch in der albanischen Sprache vorfindet),
die das Substrat des rumänischen Wortschatzes darstellen. Aus dem Substrat stammen
höchstwahrscheinlich Wörter wie
buză "Lippe", copac "Baum", copil "Kind", mal "Ufer", măgar "Esel", moş "Greis",
raţă "Ente", a se bucura "sich freuen", târg „Handelsplatz/-ort“, moş ‚Greis“, balaur
„Drache“, brânză „Frischkäse“, mal „Ufer“, măgură „Hügel“, cursă „Falle“; ghimpe
„Dorn“; vatră „Zuhause, Kamin“
Das Strat des Rumänischen ist das Vulgärlatein, das von der Bevölkerung und den
römischen Beamten gesprochen wurde. Ca. 70 % des Wortschatzes, die grammatische
Struktur, Teil der Phonetik können als lateinischer Herkunft erkannt werden.
Das Superstrat des Rumänischen ist das Slawische. Bei der Bildung des Rumänischen
spielten sie die gleiche Rolle wie die Germanen im westlichen römischen Reich. Auch
sie wurden letzten Endes durch die romanische Bevölkerung assimiliert, da sie
soziopolitisch noch wenig differenziert waren. Ihr Einfluss im Rahmen des romanischslawischen Bilinguismus des 6. bis 9. Jahrhunderts ist besonders groß im Wortschatz
und in der Wortbildung.
Historisch bedingt weist Rumänisch, besonders das vorheriger Jahrhunderte, mehrere
Entlehnungen aus anderen Sprachen auf. Wichtige Wörter, viele aus dem
Kernwortschatz, stammen aus dem slawischen Superstrat, wie etwa
boală "Krankheit", bogat "reich", boier "Bojar, Adliger" brazdă "Furche", dragoste
„Liebe“, a iubi „lieben“, nevoie „Bedarf“, cinste „Ehrlichkeit, Ehre“, izvor „Quelle“,
zdravăn „stark, kräftig“. Nicht selten drücken slawische Substantive Begriffe aus,
die Verben lateinischen Ursprungs entsprechen: plug "Pflug" - a ara "pflügen" sită
"Sieb" a cerne "sieben"
Andere Quellen zur Erweiterung des Wortschatzes sind
das Griechische:
ófelos → folos “Nutzen”, buzunára → buzunar “Hosen-/Jackentasche”, prósfatos
→ proaspăt “frisch”;
das Ungarische:
város → oraş “Stadt”, költeni → a cheltui “Geld ausgeben”, fogadni → a făgădui
“versprechen”, menteni → a mântui “retten, bewahren”;
5
das Deutsche - besonders das süddeutsch-österreichische Sprachraum, sowie die
siebenbürgisch-sächsische Mundart:
Kartoffel → cartof, Bier → bere, Schraube → şurub, Schublehre → şubler,
Schanze → şanţ, Henker → hingher „Hundefänger“, schlampig → şleampăt,
Schmirgel → şmirghel, Schalter → şalter, Schiene → şină, Turm → turn,
Bohrmaschine → bormaşină, Spritzer → şpriţ, Abziebild → abţibild, Seegras →
zegras;
das Türkische:
kahve → cafea “Kaffee“, kutu → cutie „Schachtel“, papuç → papuc „Hausschuh“,
köfté → chiftea „Fleischkloß“, fıstık → fistic „Pistazie“ çorba → ciorbă „saure
Suppe“.
Die Wörter, die aus geschichtlichen Gründen ins Rumänische übernommen wurden,
hatten ein begrenztes Leben. Die besten Beispiele sind die Wörter, die während der
unterschiedlichen Herrschaften – türkisch, griechisch, slawisch – benutzt wurden, die
aber im heutigen Rumänisch verschwunden sind oder werden literarisch als
Archaismen benutzt.
Tabelle Nr. 3
Zusammensetzung des rumänischen Wortschatzes
75.57 % Romanisch:
30,33 % Urlateinisch (Vulgata); 15,26 % Lateinische Lehnwörter; 22,12 % Französisch;
3,95 % Italienisch; 3,91 % Eigene Bildungen lateinischen Ursprungs
14,17 % Slawisch:
9,18 % Altslawisch; 2,6 % Bulgarisch; 1,12 % Russisch; 0,85 % Serbisch und Kroatisch;
0,23 % Ukrainisch; 0,19 % Polnisch
2,47 % Deutsch
1,7 % Griechisch
1,43 % Ungarisch
0,96 % Thrakisches (dakisches) Substratwortschatz
0,73 % Türkisch
0,07 % Englisch (aktuell stark im Zunehmen)
0,19 %
2,71 % Ungewisse Herkunft
Wortneuschöpfungen
5.1.2.
Die Stilebenen
Geht man von den Sprachcharakteristika und deren Unterschieden aus, kann man die
rumänischen Stilvarietäten einteilen in:
a) Die geschriebene Sprache, deren wichtigste Form die Literatursprache (limba
literară) ist. Diese kann in den folgenden Untergruppen geteilt werden:
-
"gepflegte" geschriebene Sprache (cultă). Die gepflegte "Literatursprache"
(ungefähr "Hochsprache") weist wiederum funktionelle Varietäten auf.
-
"volkstümlich" (populară).
b) Die gesprochene Sprache kann in
- "ländliche" (rurală)
- und "städtische" (citadină) eingeteilt werden
6
5.2 Alphabet und Aussprache
Anfangs wurde in der rumänischen Sprache das kyrillische Alphabet benutzt.
Ausgehend von den Bestrebungen der Siebenbürgischen Schule (Ende des 18. Jh.)
wurde dieses 1860 gesetzlich durch ein erweitertes lateinisches Alphabet ersetzt. Dabei
entsprechen alle Vokal- und die meisten Konsonantenbuchstaben jeweils genau einem
Laut. Die Phonologie leitet sich teils vom Italienischen und teils vom Französischen ab.
Heute umfasst das Rumänische Alphabet das lateinische Alphabet und 5 weitere
Sonderzeichen:
a, ă, â, b, c, d, e, f, g, h, i, î, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, ş, t, ţ,
u, v, w, x, y, z
1860 enthielt es außerdem noch die Buchstaben ê und û, so dass die Schriftsprache
zusätzliche etymologische Information enthalten konnte. Folgerichtig wurde damals sînt
(ich bin) sûnt geschrieben, da es dem vulgärlateinischen sum entstammt, und nicht
etwa sim. Da jedoch die breite Bevölkerung des Lateinischen nicht mächtig war, gab es
große Schwierigkeiten mit der korrekten Verwendung von â, ê und î. Daher wurde eine
neue Rechtschreibung eingeführt, nach der sämtliche ɨ-Laute durch î geschrieben
werden sollten. In den 1990 er Jahren wurde dann wieder das â zusätzlich zum î offiziell
eingeführt.
Folgende Tabelle stellt die rumänischen Buchstaben dar, deren Aussprache sich von
den deutschen unterscheidet:
Tabelle Nr. 4
Rumänische Buchstaben und deren Aussprache
Buchstabe
Aussprache im Deutschen
ă
Ungerundeter halboffener Zentralvokal, annähernd wie das "e" im dt.
Dschungel. Kann für Deutschsprachende akustisch einem ö nahe
kommen.
â
hat in der deutschen Sprache keine Entsprechung. Kann für Deutsche
akustisch einem ü nahe kommen.
c
wie "k", aber vor e und i wie "tsch" (wie im ital. Cembalo)
ch (vor e
oder i)
weiches "k" (wie im ital. Chianti)
e
stets ein offenes "e", auch im Wortauslaut, ähnlich dem dt. "ä" in
Bäcker
g
wie "g",
g
vor e und i wie stimmhaftes "dsch" (wie im ital. Angelo oder Gigolo)
gh (vor e
oder i)
"g" (wie Garnitur)
h
ein sanfteres "ch" als in Bach (im Anlaut)
i
unbetont am Ende eines Wortes fast unhörbar (palatalisiert), sonst "i"
î
genau wie â, die Unterschiede in der Schreibweise sind
sprachhistorisch bedingt
7
Buchstabe
Aussprache im Deutschen
j
stimmhaftes "sch" wie in frz. journalist
r
das r wird gerollt
s
immer stimmloses "s" (wie im dt. Gasse)
ș
"sch"
ț
"ts", wie geschriebenes dt. "z", naţionalitate
v
wie dt. "w"
y
wie "i" (nur in Fremdwörtern), i-grec
z
immer stimmhaftes "s" (wie in Deutschland Suppe, im Englischen
zero)
5.3 Lautverschiebungen
Ähnlich der Grimm’schen Lautverschiebung in der deutschen Sprache fanden auch auf
dem Weg der Entwicklung von Vulgärlatein zum heutigen Rumänisch
Lautverschiebungen statt. Aufgrund der zu den anderen romanischen Sprachen
isolierten Lage finden sich hier mehrere Unterschiede. Es gibt auch einige
Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel mit der italienischen Sprache [kl] > [kj] (Lat. clarus
> Rom. chiar, Ital. chiaro „berühmt, tatsächlich“) und mit der dalmatinischen Sprache,
z.B. [gn] > [mn] (Lat. cognatus > Rom. cumnat, Dalm. comnut „Schwager“). (nero negro
negru „schwarz“)
Einige der bedeutenden Verschiebungen sind folgende:
Tabelle Nr. 5
Lautverschiebungen im Rumänischen
Diphthongisation von e und o
Lat. cera > Rom. ceară (Wachs)
Lat. sole > Altrom. sore > Rom. soare (Sonne)
Jotazismus [e] → [ie] am Wortanfang
Lat. herba > Rom. iarbă (Gras, Kraut)
Velare [k], [g] → Labiale [p],
[b], [m] vor Alveolaren
Konsonanten:
Lat. octo > Rom. opt (acht)
Lat. quattuor > Rom. patru (vier)
Lat. lingua > Rom. limbă (Zunge, Sprache)
Lat. signum > Rom. semn (Zeichen)
Lat. coxa > Rom. coapsă (Oberschenkel, Schenkel)
Rotazismus [l] → [r] zwischen Lat. caelum > Rom. cer (Himmel)
Vokalen
Lat. anima > Altrom. Irema > Rom. Inima (Herz)
Alveolare [d] und [t]
palatalisiert zu [dz]/[z] und
[ts] wenn vor kurzem [e] oder
langem [i]
Lat. deus > Rom. zeu (Gott)
Lat. tenem > Rom. ţine (halten)
8
5.4 Phonologie
5.4.1.
Vokale
Das Rumänische besitzt 7 Monophthonge.
Tabelle Nr. 6
Monophthonge im Rumänischen
vorne
zentral hinten
stimmhaft stimmlos
geschlossen i
i
e e˘1
mittel
offen
1 Die
Î, â
u
ə
o o˘1
a
Halbvokale /e˘ o˘/ sind Bestandteil von Diphthongen und Triphthongen.
Zu den Vokalen zählen noch die Diphthonge (volles Vokal gefolgt von einem Halbvokal)
und Triphtonge (volles Vokal gefolgt von 2 Halbvokalen)
Diphthonge: ea ceas “Uhr”, ia băiat „Junge”, ai, âi pâine „Brot“, oa poartă „Tor“, ua stea
„Stern“, uă, ie ied “Zicklein“, eo, io chioşc „Kiosk“, ou ou „Ei“;
Triphtonge: eai ceai „Tee“, eoa leoarcă „klatschnass“, eau vreau „ich will“, iai suiai
„hast geklommen“, iau iau „ich nehme“, rouă „Tau.
Ein anderes Phänomen im Rumänischen ist der Hiatus (2 Vokale in nacheinander
folgenden Silben) ae, ea, ee, ie, ia, ii, oe, oo, oa, ue.
Kurze und lange Vokale: Die im Deutschen bekannte Dehnung der Vokale ist im
Rumänischen nicht vorhanden.
5.4.2.
Konsonanten
Das Rumänische hat 20 Konsonanten.
Tabelle Nr. 7
Konsonanten im Rumänischen
bilabial labiodental alveolar postalveolar palatal velar glottal
Plosive
pb
td
Affrikata
Nasale
ts
m
Approximanten v
tʃ dʒ
n
Vibranten
Frikative
kg
r
fv
sz
ʃʒ
h
j
9
bilabial labiodental alveolar postalveolar palatal velar glottal
Laterale
l
6 Grammatik
Das Rumänische ist diejenige romanische Sprache, die bei der Nominalflexion am
meisten ausgebildet ist bzw. sich am wenigsten zurückentwickelt hat (und in dieser
Hinsicht noch eng an das Lateinische angelehnt ist). Es besitzt eine Konjugation, die
dem Lateinischen und Italienischen ähnelt, und es hat als einzige romanische Sprache
eine Deklination mit den Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Vokativ. Während
etwa die italienischen Nomen nur mit Artikel dekliniert werden können (wie im
Deutschen z.B. "dem Hunde"), hat im Rumänischen jedes deklinierte Substantiv eine
eigene Form. Rumänisch ist auch die einzige romanische Sprache, die das Neutrum
behalten hat. Auch die Terminologie entstammt der lateinischen Grammatik.
6.1. Morphologie
Nach der Form erkennen wir im Rumänischen flektierbare und nichtflektierbare
Wortarten. Die Flektierbaren können in deklinierbare (Substantiv/Nomen, Artikel,
Pronomen, Numeral) und konjugierbare (Verb) Wortarten eingeteilt werden.
6.1.1.
Deklinierbare Wortarten
Genus: Im Rumänischen unterscheiden wir drei Genera – Männlich, Weiblich und
Sächlich. Diese wurden aus dem Lateinischen beibehalten. Jedes Nomen hat ein festes
Genus. Anders als im Deutschen, kongruieren die ersten zwei Genera meist mit dem
Geschlecht (männlich, weiblich). Das Genus Sächlich ist eine strikt grammatikalische
Kategorie. Die sächlichen Substantive werden im Rumänischen anders als im
Deutschen erkannt. Wenn man in der deutschen Sprache zur Genusunterscheidung
den bestimmten Artikel nimmt (der, die, das), unterscheidet man im Rumänischen die
Genera nach dem unbestimmten Artikel un (ein) und dem Zahlwort zwei (doi) für den
Plural1:
un băiat / doi băieţi (Masc.)
der Junge (Masc.)
o femeie / două femei (Fem.)
die Frau (Fem.)
un sat / două sate (Neutr.)
das Dorf (Neutr.)
Dieselben Genera können auch im Falle der Artikel, Adjektive, Pronomina und
Zahlwörter erkannt werden.
Numerus: Das Rumänische kennt beide Numeri. Die Pluralform ist an spezifischen
Endungen, manchmal auch an lautlichen Änderungen zu erkennen. Numerus und
Genus hängen ziemlich eng zusammen. Bei der Deklination der Maskulina und Neutra
im Singular können wir das Genus nicht erkennen. Nur die ungleiche Deklination im
Plural macht die Unterscheidung möglich. Die Pluralbildung findet im Rumänischen
folgenderweise statt:
1
Siehe dazu mehr in Engel / Isbăşescu S. 461ff.
10
Die Genusunterscheidung ist im Deutschen erforderlich (wegen der richtigen Flexion
des Substantivs, des Adjektivs, der richtigen Benutzung des Artikels, usw.). Im
Rumänischen ist es genug, wenn man den Unterschied zwischen den Feminina und
Nichtfeminina macht. Im Singular ist die Gegenüberstellung Maskulin – Neutrum, Im
Plural die zwischen Feminin und Neutrum aufgehoben2 (sie das Beispiel oben).
Kasus: Grundsätzlich verfügt das Rumänische über fünf Kasus: Nominativ, Genitiv,
Dativ, Akkusativ und Vokativ. Diese Kasus haben unterschiedliche syntaktische
Funktionen, lassen sich aber morphologische nicht immer auseinander halten. Im
Deutschen sind die vier Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) zum Teil am
flektierten Nomen erkennen.
6.1.1.1
Das Substantiv
Die Genera der Substantive wurden schon oben (siehe Genus) vorgestellt.
Wie im deutschen kommen auch im rumänischen sowohl Singularia tantum
(Bezeichnung für Eigenschaften - aroganţă „Arroganz“, feminitate „Weiblichkeit;
Stoffnamen - aur „Gold“, şampanie „Champagner“; Bezeichnung für Vorgänge - venirea
Ankunft, sentimentalism “Sentimentalismus“; Bezeichnung für Sportarten box „Boxen“,
călărie „Reiten“; Sammelnamen – clientelă „Kundschaft“, bagaj „Gepäck“, usw,) als
auch Pluralia tantum (Bezeichnung für Personengruppen – neamuri „Verwandtschaft“;
Gattungsnamen als Sammelbegriffe – pistrui „Sommersprossen“, zori „Morgengrauen“;
Stoffbezeichnungen – icre „Rogen“, tăiţei „Nudeln“; Feiertage – Paşti „Ostern“, Rusalli
„Pfingsten“; geographische Namen – Alpii „Alpen“, Carpaţii „Karpaten“.
Flexion des Substantivs
Im Rumänischen unterscheidet man zwischen definite (mit bestimmten Artikel) und
indefinite Deklination (mit Nullartikel). Die indefinite Deklination (mit Nullartikel) tretet
auf, wenn kein Attribut dem Substantiv vorangestellt wird. Sonst erhält das Attribut die
Flexionsendung.
I. Indefinite Deklination
Feminina. Flexionsendungen: N/A Sg.: a, ă, e, -: G/D Sg, Pl.: e, i, le.
Tabelle Nr. 8
Flexion der Feminina
Sg
N/A
Pl
G/D
Bemerkungen
N/A
G/D
şa (Sattel)
şei
şei
şei
casă (Haus)
case
case
case
zi (Tag)
zile
zile
zile
stea (Stern)
stele
stele
stele
pâine (Brot)
pâni
pâni
pâni
alee (Allee)
alei
alei
alei
2
Fremdwörter
Siehe dazu mehr in Engel / Isbasescu S. 488.
11
II. Maskulina und Neutra
Maskulina und Neutra haben dieselbe Form im Plural.
Flexionsendungen: N/A Sg: u, Halbvokal. u, -, e; G/D Sg, Pl: lor, lui, i, ie, iă, uri.
Tabelle Nr. 9
Flexion der Maskulina und Neutra
Sg
Pl
N/A
G/D
Bemerkungen
N/A
G/D
tată (Vater)
tată
taţi
taţi
M
codru (Wald)
codru
codri
codri
M
bou (Ochse)
bou
boi
boi
M
ou (Ei)
ou
ouă
ouă
N
teatru
(Theater)
teatru
teatre
teatre
N
lucru (Ding)
lucru
lucruri
lucruri
N
cadou
(Geschenk)
cadou
cadouri
cadouri
N
concediu
(Urlaub)
concediu
Lehnwörter aus
dem
Französischen
concedii
concedii
N
Definite Deklination
Die definite Deklination (mit bestimmten Artikel) entspricht der definiten Deklination im
Deutschen. Diese tretet aber im Rumänischen nur dann auf, wenn vor dem Substantiv
kein Attribut vorangestellt wird (sonst erhält dieses die definite Flexionsendung).
Die definite Deklination besteht aus dem enklitisch an das Nomen angefügt
definierten Artikel in seinen verschiedenen Flexionsformen. Dieser enklitische
Artikel wird direkt an die entsprechenden indefiniten Formen des Nomens
angefügt. [Engel / Isbăşescu u.a. S. 515]
In der definiten Deklination hat man alle fünf Kasus.
Man unterscheidet zwischen feminine und maskuline Flexionsformen. Das Neutrum
erhält im Singular die maskulinen, im Plural die femininen bestimmten Artikel.
Feminina
Tabelle Nr. 10
Endungen der Feminina nach der definiten Deklination
Sg
Pl
N/A
G/D
V
N/A
G/D
V
(u)a
lei/ (i)i / ei
- / e/ o
le
lor
lor
Tabelle Nr. 11
Definite Deklination der Feminina
Sg
Pl
12
N/A
G/D
V
N/A
G/D
V
zi (Tag)
ziua
zilei
-
zilele
zilelor
-
masă
(Tisch)
masa
mesei
-
mesele
meselor
-
mamă
(Mutter)
mama
mamei
mamă
mama
mamelor
mamelor
vulpe
(Fuchs)
vulpea
vulpii
vulpe / vulpile
vulpea
vulpilor
vulpilor
/ mamele
Maskulina
Tabelle Nr. 12
Endungen der Maskulina nach der definiten Deklination
Sg
Pl
N/A
G/D
V
N/A
G/D
V
(u)l / le
(u)lui
le/-
i
lor
lor
Tabelle Nr. 13
Definite Deklination der Maskulina
Sg
N/A
Pl
G/D
V
N/A
G/D
V
domn
(Herr)
domnul
domnului
domnule
domnii
domnilor
domnilor
frate
(Bruder)
fratele
fratelui
frate
fraţi
fraţilor
fraţilor
Neutra
Tabelle Nr. 14
Endungen der Neutra nach der definiten Deklination
Sg
Pl
N/A
G/D
V
V
N/A
(u)l
(u)lui
-
le
lor
Tabelle Nr. 15
Bemerkungen
G/D
Definite Deklination der Neutra
Sg
N/A
Pl
G/D
N/A
G/D
adevăr
(Wahrheit)
adevărul
adevărului
adevărurile
adevărurilor
caiet (Heft)
caietul
caietului
caietele
caietelor
detaliu (Detail)
detaliul
detaliului
detaliile
detaliilor
6.1.1.2
Das Adjektiv
13
Adjektive sind Wörter, die jederzeit in der Umgebung des Demonstrativpronomens im
Nom. cel „der“ stehen können:
casa cea veche
das alte Haus
cartea (cea) dintâi
das erste Buch
Stellung: Das Adjektiv steht im Rumänischen neben einem Substantiv oder Pronomen.
Das Adjektiv kongruiert in Genus, Kasus, Person und Numerus mit dem bestimmten
Substantiv. Das Adjektiv kann vor oder nach dem Substantiv / Pronomen stehen. In der
Regel steht es aber nach dem Substantiv. Vorangestellte Adjektive sind immer
hervorgehoben. Die meisten qualifikativen Adjektive stehen vor dem Substantiv.
carte bună (gutes Buch), femeie săracă (arme Frau) – Nachgestellt
bună carte (gutes Buch), săraca femeie (arme Frau!) – Vorangestellt
Das Adjektiv, wenn vorangestellt, übernimmt alle Charakteristika für Genus, Numerus
und Kasus und den Artikel.
Endungen: Grundsätzlich sind die Adjektive veränderbar. Es gibt aber auch eine
geringe Anzahl an nichtveräderbaren Adjektive. Am leichtesten werden diese durch
ihren attributiven Gebrauch erkannt.
Die Adjektive kann man folglich in zwei großen Gruppen einteilen:
mit unterschiedlicher
Form für Maskulin
und Feminin
elev bun – elevă bună
guter Schüler – gute Schülerin
student ordonat - studentă
ordonată
ordentlicher Student –
ordentliche Studentin
mit gleicher Form für
Maskulin und
Feminin
elev cuminte – elevă cuminte
Braver Schüler – brave
Schülerin
băiat mare – fată mare
Großer Junge – großes
Mädchen
Im Falle der Ordinalzahlwörter wird nur das Adjektiv flektiert: cel de-al treilea elev (der
dritte Schüler) – celui de-al treilea elev (dem dritten Schüler).
Die Unterscheidung zwischen maskulin und Feminin kann man in der Endung ă
erkennen.
Syntaktische Funktionen: Das Adjektiv kann folgende Funktionen im Satz haben:
-
Attributiv - o carte frumoasă (ein schönes Buch)
-
Appositiv – animalul, nervos şi speriat, … (das Tier, nervös und erschrocken,...)
-
Teil der Subjekt- oder Akkusativergänzung – Ea a venit acasă veselă. (Sie ist
froh nach Hause gekommen)
-
Teil des mehrteiligen Prädikats – gleichzusetzen mit dem Prädikatsnominativ
Elevul este cuminte (Der Schüler ist brav)
-
Adjektivalergänzung – Cuvântul îmi este necunoscut (Das Wort ist mir
unbekannt)
Steigerung: Das rumänische Adjektiv kennt alle drei Steigerungsstufen:
-
Positiv – caiet mare (großes Heft),
-
Komparativ – caiet mai mare (größeres Heft)
-
Superlativ - caietul cel mai mare (das größte Heft).
14
6.1.1.3
Das Zahlwort
Im Rumänischen wird unter Kardinal- und Ordinalzahlwort unterschieden.
Auf den Kardinalzahlen beruht die Bildung aller anderen Zahlwörter. 10 – zece, 100 – o
sută, 1.000 - o mie, 1.000.000 – un milion – sind Substantive.
1 - unu, 2 - doi, 3 - trei, 4 – patru, 5 - cinci, 6 - şase, 7 - şapte, 8 – opt, 9 - nouă, 10
- zece
Die Zahlen werden so gelesen, wie sie (in Ziffern) geschrieben werden:
21 – douăzeci şi unu, 43 – patruzeci şi trei, 176 – o sută şaptezeci şi şase
Ordinalzahlwörter: das Ordinalzahlwort 1. variiert im Rumänischen nach dem Genus
Masc. / Neutr. întâi „erster“, Fem întâia „erste’. Die Ordinalzahlwörter ab 2 werden nach
folgendem Muster gebildet:
Tabelle Nr. 16
Bildung der Ordinalzahlwörter ab 2
Possessivartikel
+ Kardinalzahlwort
+ definite Endung
Masc. / Neutr.
al
(şapte)
lea
Fem
a
(şapte)
a
Die Ordinalzahlwörter können vor oder nach dem Substantiv gestellt werden.
6.1.1.4
Das Pronomen
Ebenso wie Substantive, Artikel und Adjektive sind die meisten Pronomina flektierbar
nach Numerus, Genus und Kasus. Die Genusvariabilität teilen viele Pronomina mit dem
Adjektiv und dem Artikel. Dieses Merkmal unterscheidet das Pronomen vom Substantiv.
Pronomina sind nicht komparierbar.
Genusvariabel sind das Personalpronomen 3. Person Sg. und Pl., das Demonstrativ-,
das Possessiv-, das Relativpronomen und das negative Pronomen nici unul „keiner“.
Die indefiniten Pronomina altul „anderer“, unul „einer“, atâta „so viel“, vreunul „irgend
einer“, câţiva „manche“ sind genusvariabel. Die restlichen Indefinitpronomina sind
invariabel. Genusneutral sind das Interrogativ-, das Reflexivpronomen und das negative
Pronomen nimic „nichts“ und nimeni „niemand“. Das Personalpronomen in der 1. und 2.
Person Sg. und Pl. sind invariabel.
Personalpronomen: Das Personalpronomen lässt sich nach Kasus und Numerus
flektieren. Im Dativ und Akkusativ gibt es betonte (lange) und unbetonte (kurze) Formen
des Personalpronomens. Deren gebrauch ist syntaktisch bedingt. Der Vokal kann dabei
elidiert werden, Vorgang das grafisch durch das Bindestrich markiert wird.
Das Personalpronomen steht im Konstatativ- und Interrogativsatz vor dem finiten
Verb: Peter o vede pe Ana.
Peter sieht Anna.
Peter a văzut-o.
Peter hat sie gesehen.
Im Imperativsatz steht das Personalpronomen unmittelbar hinter dem Verb:
Du-te la tablă!
Geh´ an die Tafel!.
Das Personalpronomen 3. Person Sg. und Pl. ist unterschiedlich nach Genus (Maskulin
und Feminin): el „er“, ea „sie“ / ei „sie“, ele „sie“.
15
Tabelle Nr. 17.
Personalpronomen im Nominativ
eu
ich
tu
du
el / ea
er / sie (es)
noi
wir
voi
ihr
ei / ele
sie
Bei dem Personalpronomen, wie bei dem Substantiv, darf das grammatische Genus
nicht mit dem natürlichen Genus verwechselt werden.
Possessivpronomen: Die Possessivpronomen und die Possessivartikel werden nach
Kasus, Numerus und Genus dekliniert. Der Possessivartikel al, a, ai, ale trägt meist
alleine die Flexionsmerkmale – Genus, Kasus und Numerus des determinierten
Substantivs. Sie haben dieselbe Rolle wie im Deutschen: ein Besitztum markieren.
Ne-a rugat să-i dăm aspiratorul, al lui e stricat.
unseren Staubsauger zu leihen, seiner ist kaputt.
Er hat uns gebeten, ihm
Das Possessivpronomen kommt immer mit dem Possessivartikel a, al, ai, ale
zusammen.
Demonstrativpronomen: Im Rumänischen gibt es kein eigenständiges
Demonstrativpronomen. Das autonom gebrauchte demonstrative Artikel acesta „dieser“,
acela „jener“, acelaşi „derselbe“ wird daher als Demonstrativpronomen verwendet.
Wenn in der Genitivform der Possessivartikel erscheint, wird das demonstrative Artikel
zum Pronomen.
Relativpronomen: Relativpronomen sind care (welcher) und ce (was). Care ist allgemein
verwendbar. Das Relativpronomen kann ebenso wie der Substantiv und die betonten
Formen des Personalpronomens verdoppelt werden.
domnul care citea ziarul
der Herr, der die Zeitung las
fata pe care am întâlnit-o la masa de prânz
Mittagessen getroffen habe
das Mädchen, das ich beim
aceia care ştiu tot
diejenigen, die Alles wissen
Reflexivpronomen: Reflexivpronomina sind wie im Deutschen. Es kongruiert in Person
und Numerus mit dem Subjekt. Der Kasus hängt vom finiten Verb.
Ea se piaptănă.
Sie kämmt sich.
Ea o piaptănă pe fiica ei.
Sie kämmt ihre Tochter
Das Reflexivpronomen hat nur in der 3. Person eigene genus- und numerusneutrale
Formen. In der 1. und 2. Person werden die entsprechenden Formen der
Personalpronomina übernommen. Es kommen nur dativ- und Akkusativformen vor.
Auch im Falle dieser Pronomina unterscheidet man im rumänischen die betonte (lange)
und unbetonte (kurze) Form.
16
Nu vreau să mă încarc şi cu asta.
Ich will mich damit nicht zusätzlich belasten.
Noi ne-am bucurat de cadou.
gefreut.
Wir haben uns wegen dem Geschenk
Im Rumänischen ist das Reflexivpronomen der obligatorisch reflexiven Verben meist
unbetont. Er steht immer unmittelbar vor dem finiten Verb.
El s-a comportat corect.
Er hat sich richtig benommen.
Negation: Die negativen Pronomina sind: nici unul „keiner“, nimeni „niemand“, nimic
„nichts“. Im Satz muss aber zusätzlich das Negationspartikel nu vor dem finiten Verb
stehen.
Maria nu vrea nimic.
Maria will nichts.
Die Negation von ceva „etwas“ kann nur in der Form von nimic „nichts“ erfolgen. Dazu
kommt die Negation nu vor dem finiten Verb.
Aici nu pot găsi nimic.
6.1.1.5
Hier kann ich nichts finden.
Das Verb
Verben sind Wörter, die entweder ein Finitparadigma oder ein Partizip bilden können.
Die finiten Verben (Prädikat) kongruieren in Person und Numerus mit dem Subjekt des
Satzes. Im Rumänischen, wie im deutschen, haben wir 3 Personen und 2 Numeri (Sg
und Pl). Die finiten Formen des Verbs sind im Rumänischen: prezent, imperfect , perfect
simplu (einfaches Perfekt), mai mult ca perfectul (Plusquamperfekt), positiver Imperativ.
Die infiniten Formen sind infinitiv, gerunziu (Gerundium), supin (Supinum), participiu
(Partizip)3.
In Sätzen können prinzipiell mehrere strukturell verbundene Verbformen erscheinen.
Enthält der Satz nur eine Verbform, ist dieses meist ein finites Verb. Wenn es ein
Kopulaverb ist, kommt noch ein zusätzliches Adjektiv oder Substantiv vor, damit das
Verb finiten Charakter hat.
Elevul este harnic.
Der Schüler ist fleißig.
Maria este mamă.
Maria ist Mutter.
Die zusätzlichen Verbformen sind dann in einer infiniten Form.
Ea râde.
Sie lacht. (finites Verb)
Ea a râs.
Sie hat gelacht. (infinites + finites Verb)
Infinite Verbformen im Satz können Hilfsverben (a avea „haben“, a fi „sein“, a voi
„werden“) oder Modalverb (a putea, a şti „können“, a trebui „müssen“ und „brauchen“, a
vrea „wollen) sein.
3
Noi am scris la examen.
Wir haben in der Prüfung geschrieben.
El este luat in râs.
Er wird ausgelacht.
Eu voi merge la operă.
Ich werde in die Oper gehen.
Mihai ştie înota.
Mihai kann schwimmen.
Ana nu poate veni.
Ana kann nicht kommen.
Ele trebuie să se decidă.
Sie müssen sich entscheiden.
Siehe dazu mehr in Engel / Isbasescu S. 242.
17
Voi vreţi să mergeţi la teatru.
Ihr wollt ins Theater gehen.
Die Tempora sind im Rumänischen folgende: prezent (Präsens), Vergangenheit:
imperfect (Imperfekt), perfectul simplu (einfaches Perfekt), perfectul compus
(zusammengesetztes Perfekt / Perfekt), mai mult ca perfectul (Plusquamperfekt),
Zukunft: viitor 1 (Futur 1), viitor anterior (Futur 2). Das einfache Perfekt wird meist in der
Mundart an Stelle des Perfekts benutzt. Es signalisiert das Geschehen als real, kurz vor
der Sprechzeit abgeschlossen.
Modi: Das Rumänische kennt folgende persönliche Modi: indicativ (Indikativ), conjunctiv
(Konjunktiv), condiţional-optativ (Bedingungs-Optativ), imperativ (Imperativ). Die
unpersönlichen Modi sind infinitiv (Infinitiv), gerunziu (Gerundium), supin (Supinum),
participiu (Partizip).
Genus Verbi: Die Verben kennen auch im Rumänischen die Aktiv- und Passivform.
Passivformen können im Rumänischen nur zu Verben mit Akkusativobjekt gebildet
werden, aber nicht zu allen. Der Passiv wird im der Regel gebildet mit Hilfe des
Hilfsverbs a fi „sein“ und dem Partizip, das nach Genus und Numerus flektiert wird und
mit dem Subjekt des Satzes kongruiert.
Konjugationstypen: Es werden 4 Konjugationstypen unterschieden. Nach der Endung
im Infinitiv teilen sich die Verbtypen in folgende Konjugationen: I. Konjugation – Endung
a – a cânta „singen”; II. Konjugation – Endung ea – a vedea „sehen“; III. Konjugation –
Endung e – a merge „gehen“; IV. Konjugation – Endung i oder î – a privi „sehen“ a izvorî
„entspringen“.
6.1.2.
Unflektierbare Wortarten
6.1.2.1
Adverb
Die meisten Adverbien können unterschiedliche Funktionen ausüben. Când vii acasă?
(Wann kommst du nach Hause?) Adverbien sind, zum Unterscheid zu Adjektiven, auch
als Attribute unveränderlich: eleva de colo / elevul de colo (die Schülerin dort / der
Schüler dort). Das Rumänische, wie das Deutsche, kennt folgende Klassen von
Adverbien:

Lokale Adverbien aici „hier“, departe „weit“, peste tot „überall“, încolo „dahin“, de
acolo „von dort“. Im Rumänischen unterscheidet man nicht zwischen lokalen und
Richtungsadverbien.

Temporale Adverbien apoi „dann“, când „wann“, iarna „im Winter“, din când în
când „ab und zu“;

Kausale Adverbien de ce „warum“, atunci „dann“, oricum „jedenfalls“, nu de alta
„nicht weil“;

modale Adverbien asa „so“, bine „gut“, degeaba „umsonst“. Modaladverbien
können auch mit Hilfe von Suffixen abgeleitet werden: aus einem Adjektiv:
bărbăteşte „mannhaft“; aus einem Substantiv făţiş „offen“; aus einem Verb pe
furiş „heimlich“.
Die Steigerung der Adverbien geschieht mit Hilfe derselben Mittel wie beim Adjektiv:
departe „weit“ - mai departe „weiter“ – cel mai departe „am weitesten“. Auch die meisten
adverbial benutzten Adjektive können gesteigert werden.
6.1.2.2
Konjunktion
18
Konjunktionen können, wie im Deutschen auch, sowohl Sätze als auch Wortteile
verbinden. Die Präsenz einer Konjunktion in der Satzverbindung beeinflusst die Stellung
im Satz.
Im Rumänischen gibt es:
 einfache Konjunktionen – ci „sondern“, dar „aber“;
 Konjunktionen gebildet aus mehreren nebeneinander stehenden Teilen – precum
şi „wie auch“, şi anume „besonders“;
 Paarige, getrennt stehende Konjunktionen – fie … fie „entweder oder“, ba … ba
„mal … mal“.
Stellung der Konjunktionen: Werden zwei Sätze miteinander verbunden, so stellen die
Konjunktionen însă „aber“, deci „folglich“ und dar „also“ häufig in der Mitte oder am
Ende des ersten Satzes. Die Paarkonstruktionen erlauben beliebige Elemente außer
Sätze / Nebensätze zwischen ihnen. Sie verbinden nur Satzglieder. Dar „aber“
verbindet immer nur Sätze. Şi cu „und“ kann nur Nebensätze verbinden.
6.1.2.3
Präposition, Interjektion
Im Rumänischen stehen die Präpositionen immer vor dem Wort, das sie bestimmen.
Präpositionen können sowohl mit einem Substantiv sub o carte „unter einem Buch“, als
auch mit einem Adverb drumul în sus „der Weg nach oben“, Adjektiv O luam de bună
„Wir hielten sie für gut“ oder einer Verbform Problema este greu de priceput „Die
Aufgabe ist schwer zu verstehen“ kombiniert werden. Die Präposition kombiniert mit
dem Partizip bildet im Rumänischen das Supinum.
Wenn die Präpositionen mit einem Substantiv oder mit einem Pronomen verbunden
sind, geben sie deren Kasus. Im Rumänischen sind die meisten Präpositionen im
Akkusativ. Präpositionen mit Genitiv / Dativ sind solche, die aus anderen Wortarten
übergetreten sind: mulţumită „dank“, potrivit „gemäß“. Weitere Präpositionen mit Genitiv
/ Dativ sind contra „gegen“, asupra „über“ und andere Präpositionen, die aus Adverbien
gebildet wurden contrar „entgegen“, relativ la „betreffend“.
7 Syntax
7.1 Satzbau
Das zentrale Element im Satz ist das Verb. Das Verb hat keine bestimmte Stellung im
Satz, wie im Deutschen.
Noi mergem mâine la cinematograf.
Wir gehen morgen ins Kino.
Mergem mâine la cinematograf?
Gehen wir morgen ins Kino?
Noi mergem mâine la cinematograf!
Wir gehen morgen ins Kino!
Lediglich kann man behaupten, dass Subjekt und Prädikat immer in der Nähe bleiben
sollten. Die Regel, dass Subjekt und Prädikat in Person und Nummer kongruieren kann
uns helfen, das Subjekt leichter im Satz zu erkennen. Wenn aber der Satz mit einem
anderen Satzteil beginnt, tendieren die Schüler dieses als Subjekt des Satzes zu
erkennen.
La moară se aduce recolta.
Zur Mühle wird die Ernte gebracht.
19
Die Stellung der Satzglieder ist nicht so verbindlich wie im Deutschen. Immerhin
müssen die pronominal ausgedrückten Dativ- und Akkusativobjekte vor dem
substantivisch ausgedrückten Akkusativobjekt stehen.
Am văzut-o pe Maria.
Ich habe Maria gesehen.
Das Rumänische kennt keinen Satzrahmen.
Noi am scris o lucrare de control.
geschrieben.
Wir
haben
eine
Kontrollarbeit
Auch im Imperativsatz ist die Stellung der Satzglieder ziemlich leicht:
Vino la mine!
Komm zu mir!
Acolo nu mergi!
Hin gehst du nicht!
Im Interrogativsatz kann es passieren, dass das Interrogativpronomen nicht erscheint:
Ne aduceţi o veste bună?
Bringt ihr uns eine gute Nachricht?
Functionează aparatul cel nou?
Funktioniert das neue Gerät?
Ea nu mai lucrează?
Arbeitet sie nicht mehr?
Die Negation steht immer vor dem Verb:
Nu merg nicaieri.
Ich gehe nirgends.
Ana nu vrea alune.
Ana möchte keine Haselnüsse.
7.2 Haupt- und Nebensatz
Die Einteilung in Haupt- und Nebensätzen wird mit Hilfe der Verbindungselemente
gemacht. Die Hauptsätze sind immer koordinativ (mit Hilfe der koordinativen
Konjunktionen) verbunden.
Die Subjektsätze stehen meist vor dem Hauptsatz.
Cine a spus asta ştie mai multe.
Wer das gesagt hat, weiß mehr.
Cine are ureche muzicală învaţă mai uşor o limbă.
Gehör hat, lernt eine Sprache leichter.
Wer
musikalisches
Üblich ist, dass die meisten anderen Nebensätze dem Hauptsatz nachgestellt werden.
Die Präpositional- und Adjektivalsätze werden nur nachgestellt.
Mi-am aminti că nu ştii nimic.
Präpositionalsatz
Ich habe mich erinnert, dass du nichts weißt.
Traieşte acolo unde nimeni nu ar fi putut. Er lebt dort, wo keiner es geschafft
hätte. Präpositionalsatz
Este aşa cum era mama ei.
Sie ist so, wie ihre Mutter war. Adjektivalsatz.
8 Strukturvergleich: Textprobe
Folgende Übersetzung eines deutschen Textes ins Rumänische soll einen konkreten
Einblick in die Unterschiede zwischen den zwei Sprachen ermöglichen.
Bertha hatte sich eine Abendzeitung Bertha îşi cumpărase un ziar de seară;
gekauft: sie las darin, rauchte, und als ich citea, fuma, şi când m-am aşezat lângă ea
mich neben sie setzte, sagte sie: „Ich mi-a declarat:
20
glaube, du hättest auch mit ihr sprechen - Cred că ai fi putut vorbi şi cu ea.
können“.
„Woher weißt du denn, dass er nicht da - De unde ştii că nu-i acasă?
war?“
„Weil ich weiß, daß er im Gaffel-Klub sitzt - Pentru că e la clubul Gaffel şi joacă
und Schach spielt, wie jeden Mittwoch um
şah, aşa cum obişnuieşte în fiecare
diese Zeit.“
miercuri seară la această oră.
„Das hättest du mir früher sagen können.“
- Mi-ai fi putut spune asta mai înainte.
„Versteh mich doch,“ sagte Bertha und - Încearcă să mă înţelegi, rosti Bertha şi
faltete die Abendzeitung zusammen.
împături ziarul.
(Böll, Wie in schlechten Romanen)
(Böll, Ca-n romanele proaste)
(Engel, Isbăşescu et al, S. 1214.)
Literatur
1.
Academia Republicii Socialiste România (1966): Gramatica limbii române. Bucureşti. 2
Bände
2.
Avram, Mioara (1956): Despre corespondenţa dintre propozişiile subordonate şi părţile de
propoziţie. In Studii de gramatică I. Ed. Academiei. Bucureşti.
3.
Avram, Mioara (1986): Gramatica pentru toţi. Bucureşti.
4.
Bejan, Dumitru (1995): Gramatica limbii române. Compendiu. Ed. Echinox, Cluj-Napoca.
5.
Coteanu, Ion (1985): Limba română contemporană. Bucureşti.
6.
Draşoveanu, D.D. / Dumitraşcu, P. / Zdrenghea, M. (1959): Analize gramaticale şi stilistice.
Ed. Ştiinţifică, Bucureşti.
7.
Dumitraş, Rada (1997): Sintaxa frazei. Ed. Dacia. Cluj-Napoca.
8.
Dumitru, C.: Gramatica limbii române explicate. Morfologia. Iaşi. 1979. Sintaxa. Iaşi. 1982.
9.
Engel, Ulrich / Isbăşescu, Mihai / Stănescu, Speranţa et al (1993): Kontrastive Grammatik
deutsch – rumänisch. Heidelberg. 2 Bände.
10. Goga, Mircea (1995): Gramatica limbii române. Ed. Dacia. Cluj-Napoca.
11. Goga, Mircea (1998): Limba română. Ed. Dacia. Cluj-Napoca.
12. Gruiţă, Grigore (1998): Gramatică normativă. Ed. Dacia. Cluj-Napoca.
13. Hosztak, M. Honora / Vlad Valeriu (1944): Curs de gramatică a limbii romăne pentru elevii
maghiari. In Roman kereskedelmi levelezes. Cluj.
14. Hristea, Theodor et al (1984): Sinteze de limba română. Bucureşti.
15. Iordan, Iorgu / Robu, Vasile (1978): Limba română contemporană. Bucureşti.
16. Niţoiu Ana (1997): Limba română pentru admiterea în liceu. Ed. Teora, Bucureşti.
17. Stati, Sorin (1972): Elemente de analiză sintactică. Bucureşti.
18. Vlad, Valeriu / Vlad-Budoiu, Voichiţa (1970): Curs practic de analiză gramaticală.
Introducere în metodica analizei gramaticale. Ed. Didactică şi Pedagogică. Bucureşti.
19. Wikipedia, Rumänische Sprache http://de.wikipedia.org/wiki/Rum%C3%A4nische_Sprache
21
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