Magazin Nr.2 - Theater im Pfalzbau

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VERZEICHNIS
VERZEICHNIS02
piano piano 26
GRUSSWORT TILMAN GERSCH
03
Die Physiker
28
PROGRAMMÜBERSICHT 04
Die Csárdásfürstin
29
KURZ UND WICHTIG
06
Gute Pässe Schlechte Pässe
30
Rückschau OFFENE WELT
07
Happy Hunting Ground
31
Servus Peter - Oh là là Mireille
32
Die Perlenfischer
33
Wie im Himmel
34
4. / 5. Sinfoniekonzert
36
Fremdsprachige Stücke 37
Musiktheater mit dem
Pfalztheater Kaiserslautern 08
Hänsel und Gretel
09
Das Mädchen vom Mond
10
Das große Buch
11
Das kalte Herz
12
Le Malade Imaginaire
Verteufelte Zeiten
14
A Christmas Carol
Abraham
15
Medea - Das goldene Vlies
16
Mad in Austria
18
Ali Baba und die 40 Räuber
19
Get Together by the Stehblues
19
Der Vogelhändler
20
Wort & Wein 22
Holzklopfen
23
Attila
02
24
Half Broke Horses
PROGRAMMVORSCHAU38
IMPRESSUM40
Liebes Publikum,
zwei Koproduktionen bereichern in den nächsten Monaten das
Programm der Pfalzbau Bühnen. Mit dem Ensemble des Theaters
Pforzheim habe ich Franz Grillparzers Medea-Drama Das goldene
Vlies erarbeitet. Nach der Mutter Courage ist dies meine zweite
Inszenierung mit den Pforzheimer Schauspielern, die mir schon
ans Herz gewachsen sind. Für die künstlerische Arbeit ist Kontinuität ein wichtiger Faktor, das Vertrauen wächst und damit auch
der Mut. Unsere Zeit ist schnell und manchmal unverbindlich,
umso wichtiger ist es, Momente von Verlässlichkeit und Gemeinsamkeit zu schaffen.
Verlässlich gut ist auch die Arbeit der Regisseurin und Choreographin Helena Waldmann, die 2014 ihre außergewöhnliche Kreation
Made in Bangladesh mit dem Theater im Pfalzbau koproduzierte
und damit für den FAUST-Preis des Deutschen Bühnenvereins
nominiert wurde. Nun feiert eine weitere Stückentwicklung bei
uns Premiere. Gute Pässe Schlechte Pässe befasst sich mit der
unterschiedlichen Bewertung von Staatsangehörigkeiten. In den
international besetzten Tanzensembles werden die Grenzen der
Physis oft überwunden, die der Herkunft nicht unbedingt. Hier
wie überall stehen Pässe für sehr unterschiedliche Chancen und
Freiheiten. Und so hat sich Helena Waldmann entschlossen, mit
ihren Tänzerinnen und Tänzern an der Abschaffung eines
Zweiklassensystems zu arbeiten, das allein von der Nationalität
bestimmt ist.
Von Januar bis März haben wir Angebote für alle Altersgruppen,
insbesondere auch für den Nachwuchs, für Kinder und Jugendliche.
Fühlen Sie sich wie immer mit Ihrer ganzen Familie herzlich eingeladen zum vielseitigen und anspruchsvollen Programm der
Pfalzbau Bühnen. Angesichts der schwierigen Haushaltssituation
der Stadt Ludwigshafen bitte ich um Ihr Verständnis, dass das
Magazin künftig nur noch dreimal in der Spielzeit erscheinen wird
und ein Versand desselben an unsere Abonnenten nicht mehr
möglich ist. Sie erhalten künftig unser Leporello per Post, das
Magazin liegt weiterhin in unserem Haus und an den bekannten
Stellen zum Mitnehmen für Sie aus.
Nun wünsche ich Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und einen
guten Rutsch ins neue Jahr. Und nicht vergessen: Auch Theaterkarten sind ein schönes Weihnachtspräsent, bei uns sind sie sogar
mit einem edlen Geschenkschuber erhältlich. Große Fans freuen
sich auch über die Theatercard, die den Besuch von acht Vorstellungen mit einer Ermäßigung bis 50% ermöglicht.
Ich freue mich auf Sie!
Ihr
Tilman Gersch
Intendant
03
DI, 06.12.16
11:00 UHR
SO, 18.12.16
17:00 UHR
SO, 15.01.17
MO, 16.01.17
17:00 UHR
11:00 UHR
Von Wilhelm Hauff
Ein märchenhaftes Abenteuer für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene
Schauspiel von Molière
in französischer Sprache
FR, 09.12.16
SO, 11.12.16
19:30 UHR
14:30 UHR
in Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf
Inszenierung und Video Jo Fabian
MO, 19.12.16
DI, 20.12.16
19:30 UHR
19:30 UHR
19:30 UHR
Moderation Tilman Gersch
In Kooperation mit der Städtischen Musikschule
Ludwigshafen
Zu Gast Rudi Schweikert, Karl-May-Experte
Weingut Karl May, Osthofen
Theater an der Ruhr Mülheim
American Drama Group Europe
SA, 28.01.17
SO, 05.02.17
19:30 UHR
Kinderstück
nach einem „Märchen aus 1001er Nacht“
Ab 6 Jahren
FR, 24.02.17
S0, 26.02.17
19:30 UHR
14:30 UHR
American Drama Group Europe
Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán
Pfalztheater Kaiserslautern
Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Inszenierung Stefan Tilch
SA, 04.03.17
19:30 UHR
Ohnsorg-Theater Hamburg
Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert
Humperdinck
Pfalztheater Kaiserslautern
Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Inszenierung Andreas Bronkalla
SA, 10.12.16
Inszenierung Anatol Preissler
MI, 28.12.16
DO, 29.12.16
19:30 UHR
19:30 UHR
19:30 UHR
Tragikomödie mit Musik von Dirk Heidicke
Hamburger Kammerspiele
Moderation Tilman Gersch
In Kooperation mit der Städtischen Musikschule
Ludwigshafen
Zu Gast Michael Au (Ministerium für Wissenschaft,
Weiterbildung und Kultur, Mainz),
Hans Thill (Künstlerhaus Edenkoben), Agniezka
Lessmann (Autorin), Lydia Nagel (Übersetzerin)
Weingut Peter Stolleis, Gimmeldingen-Mußbach
MO, 12.12.16
Deutsche Staatsphilharmonie
Rheinland-Pfalz
Werke von Milhaud, Prokofjew und Schostakowitsch
Dirigent Dmitrij Kitajenko
Solist Sergej Malov, Violine
FR, 20.01.17
SA, 21.01.17
SO, 22.01.17
19:30 UHR
19:30 UHR
14:30 UHR
in Kooperation mit den Kammerspielen
Magdeburg
Inszenierung Klaus Noack
Musikalische Leitung Jens-Uwe Günther
Mit Susanne Bard und Jörg Schüttauf
DO, 05.01.17
DI, 24.01.17
19:30 UHR
19:30 UHR
11:00 UND 19:00 UHR
FR, 10.02.17
S0, 12.02.17
MO, 13.02.17
19:30 UHR
14:30 UHR
11:00 UHR
Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt
Pfalztheater Kaiserslautern
Inszenierung Katharina Ramser
SA, 18.02.17
19:30 UHR
Inszenierung Volker Vogel
Musikalische Leitung Dominik Tremel
American Drama Group Europe
MI, 14.12.16
19:30 UHR
14:30 UHR
19:30 UHR
GROUND/
แฮปปีฮันติงกราวด์
MI, 15.03.17
DO, 16.03.17
16:00 UHR
10:00 UHR
Schauspiel mit Musik von Kay Pollak
Landestheater Tübingen
Inszenierung Christoph Roos
Mit dem Beethovenchor Ludwigshafen
20:00 UHR, SINF A
20:00 UHR, SINF B
Ein surreales Spiel mit Puppen und Objekten für
Kinder ab 4 Jahren
Compagnie Sac à Dos, Brüssel
Inszenierung Didier de Neck
Helios Theater
in Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen
Ludwigshafen
Inszenierung Tilman Gersch
Ausstattung Henrike Engel
SA, 07.01.17
SO, 08.01.17
Deutsche Staatsphilharmonie
Rheinland-Pfalz
Ensemblestück für Kinder ab 2 Jahren
Theater Pforzheim
19:30 UHR
19:30 UHR
Theaterhaus Frankfurt
Inszenierung Elisabeth Gabriel
Eine musikalische Liebeserklärung
Gesang Sandra Maria Schöner
Klavier Alexander Hopf
Werke von Britten, Ravel und Elgar
Dirigentin Sung Shi-yeon
Koproduktion mit dem Théâtre Jeune Public
Strasbourg
Inszenierung Barbara Kölling
FR, 27.01.17
SO, 29.01.17
19:30 UHR
19:30 UHR
11:00 UND 17:00 UHR
Phantastische Geschichten von Franz Hohler
für Kinder ab 6 Jahren
04
DI, 14.03.17
DI, 28.03.17
MI, 29.03.17
10:00 UND 16:00 UHR
Von Franz Grillparzer
FR, 16.12.16
Premiere der Uraufführung
Tanzstück von Helena Waldmann
Koproduktion Helena Waldmann, ecotopia dance
productions und Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen
Ein thailändisch-deutscher Abend über Liebe, Geld
& Verlangen
Badisches Staatstheater Karslruhe in
Koproduktion mit dem dem Democrazy Theatre
Studio, Bangkok, Thailand
Regie und Choreographie Thanapol Virulhakul
Idee, Recherche und Text Jürgen Berger
Operette von Carl Zeller
Libretto von Moritz West und Ludwig Held
DO, 26.01.17
FR, 27.01.17
Oper von Georges Bizet
in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
HAPPY HUNTING
Landestheater Coburg
Schauspiel nach Charles Dickens
in englischer Sprache
19:30 UHR
19:30 UHR
in Koproduktion mit dem Tiroler Landestheater
Innsbruck
Text von Michel Carré und Eugène Cormon
Musikalische Leitung Samuel Hogarth
Inszenierung Urs Häberli
The Little Blues Brothers
Songs der sechziger und siebziger Jahre
Von und mit Hanns Jörg Krumpholz und Martin
Theuer
Lustspiel von Karl Bunje
FR, 24.03.17
S0, 26.03.17
Pfalztheater Kaiserslautern
Inszenierung Lee Beagley
20:00 UHR
20:00 UHR
11:00 UND 19:00 UHR
Stück nach einem Roman von Jeanette Walls
in englischer Sprache
Pfalztheater Kaiserslautern
MI, 18.01.17
DO, 19.01.17
DI, 21.03.17
Oper von Giuseppe Verdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Text von Temistocle Solera und Francesco Maria Piave
SA, 18.03.17
Eine Koproduktion von Kulturhuset Stadsteatern
Stockholm, K.Kvarnström & Co u.a.
Idee, Choreographie und Bühnenbild Örjan
Andersson, Ina Christel Johanessen, Kenneth
Kvarnström
Musik Franz Schubert
19:30 UHR
Geschwister Pfister
Ursli und Toni Pfister mit dem Jo-Roloff-Trio
Pfalztheater Kaiserslautern
Musikalische Leitung Uwe Sandner
Inszenierung und Bühne Bruno Klimek
05
KURZ
UND
WICHTIG
Premieren am Jungen Pfalzbau
Der Inklusionskurs des Jungen Pfalzbaus beschäftigt sich seit einiger Zeit mit Wilhelm Hauffs Märchen Das kalte Herz sowie mit
Aladin und die Wunderlampe aus den Geschichten von 1001er
Nacht. Kurz nach dem Jahreswechsel stehen deshalb gleich zwei
Premieren an. Am Montag, 09.01.2017 um 17:00 Uhr entführen die
teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in die fantastische Welt
des Schwarzwaldes und erzählen die Geschichte des armen und
unzufriedenen Köhlerburschen Peter Munk, der sein Herz gegen
ein Herz aus Stein tauscht. Diese Vorstellung entsteht in Kooperation mit der Georgens-Förderschule. Aladin und die Wunderlampe
feiert am Mittwoch, 11.01.2017 um 11:00 Uhr Premiere. Diese Vorstellung entsteht in Kooperation mit der Mosaikschule – Schule mit
Förderschwerpunkt motorische Entwicklung. Beide Stücke werden auf der Probebühne 1, Berliner Straße 30, gezeigt.
Ab dem 06.02.2017 beginnt ein neuer Kurs. Anmeldungen und weitere Informationen unter: [email protected], 0621
504 2561
Neue Gesichter im Jungen Pfalzbau
Das umfangreiche Kursprogramm des Jungen Pfalzbaus wird zu
unserer Freude hervorragend angenommen. Nun haben sich im
Team zwei Wechsel ergeben: Während ihrer Elternzeit wird die
Leiterin Friederike Hartung im Jahr 2017 von Stefan Schletter vertreten. Schletter hat lange Zeit am Staatstheater Wiesbaden die
Jugendsparte geleitet und in den vergangenen zwei Jahren am
Theater Heilbronn das Kinder- und Jugendtheater aufgebaut.
Unterstützt wird er von Anne Tysiak, die u.a. in Heilbronn den
Kindertheaterclub geleitet hat. Die Kurse von Nelly Danker werden seit dieser Spielzeit von der Frankfurter Theaterpädagogin
Katrin Skok geführt. Sie bringt langjährige Erfahrung in der Arbeit
mit Amateuren aller Altersgruppen mit und kennt Ludwigshafen
schon durch einen Einsatz bei der Stadtranderholung.
Mitspieler für interkulturelles Theaterprojekt gesucht
Für das interkulturelle Theaterprojekt ab 6 Jahren Es war einmal…
werden mitwirkende Kinder gesucht. In der Spielgruppe zum
Grimm’schen Märchen Schneewittchen und die sieben Zwerge
soll nichts so bleiben, wie man es kennt. Gemeinsam mit der
Kursleitung Gülhan Akin stellen die Kinder das Leben von
Schneewittchen, den Zwergen und ihrer Stiefmutter auf den Kopf
und entscheiden am Ende sogar, ob der Prinz seine Prinzessin
rettet! Der Theaterkurs trifft sich ab dem 10.01.2017 wöchentlich
bis Juni 2017, immer dienstags von 16:00 bis 17:00 Uhr auf der
Probebühne des Theaters im Pfalzbau. Kursgebühr: 20 Euro
Um Anmeldung wird gebeten: [email protected],
0621-504 2561
06
Einblick in die Opernwerkstatt des
Pfalztheaters Kaiserslautern
Erstmalig stellt das Pfalztheater Kaiserslautern am Sonntag, 15.
Januar 2017, die kommenden Opernproduktionen im Spielplan
des Theaters im Pfalzbau in einer Einführungsmatinée vor. Auf
dem Programm stehen Attila von Giuseppe Verdi, Die Perlen­
fischer von Georges Bizet, Neda – Der Ruf von Nader Mashayekhi
und The Tempest (Der Sturm) von William Shakespeare und Henry
Purcell. Pfalztheater-Intendant Urs Häberli, Generalmusikdirektor
Uwe Sandner und Chefdramaturg Andreas Bronkalla werden
dem Ludwigshafener Publikum Wissenswertes zu den Stücken
und zu den Inszenierungen nahe bringen. Selbstverständlich gibt
es daneben auch musikalische Kostproben mit Ensemblemitgliedern des Pfalztheaters. Beginn der Matinée im Gläsernen Foyer
ist um 11.00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Einführung Das goldene Vlies
Exklusiv für die Pfalzbau Freunde findet am Donnerstag,
05.01.2017 um 19:00 Uhr eine Einführung in Tilman Gerschs
Inszenierung von Franz Grillparzers Das goldene Vlies statt. Gäste
sind herzlich willkommen.
Happy Hunting Ground
Mit der thailändisch-deutschen Performance Happy Hunting
Ground gastiert das Staatstheater Karlsruhe am Dienstag,
14.3.2016 im Theater im Pfalzbau. Näheres zu dem Abend über
Liebe, Geld und Verlangen finden Sie auf Seite 31.
Erfolgreiche OFFENE WELT
In diesem Jahr eröffneten die Festspiele Ludwigshafen
mit einem Festwochenende OFFENE WELT. Neben
zwei Theatergastspielen befassten sich einige Bürger­
projekte mit Fragen der Willkommenskultur. Die Resonanz war enorm, insbesondere bei unserem großen
WELTFest am Sonntag, 16. Oktober. Das Gläserne
Foyer platzte aus allen Nähten, und viele Geflüchtete
aus Ludwigshafener Asylunterkünften waren der Einladung in den Pfalzbau gefolgt. Im Rahmen des Festes
ehrte Intendant Tilman Gersch Marianne Speck, Dolly
El-Gandhour, Monika Doll und Natice Orhan-Daibel
für ihr ehrenamtliches Engagement in Ludwigshafen.
MUSIKTHEATER MIT
DEM PFALZTHEATER
KAISERS­L AUTERN
Seit einigen Jahren verbindet die beiden Theaterhäuser
Pfalztheater Kaiserslautern und Theater im Pfalzbau eine
fruchtbare Zusammenarbeit im Bereich Musik­theater. Das
Pfalztheater zeigt regelmäßig aktuelle Produktionen aus
seinem Spielplan in Ludwigshafen. Wir stellten hierzu einige
Fragen an Pfalztheater-Intendant Urs Häberli.
Wie entstand die Zusammenarbeit der beiden Theater und
was machte sie so erfolgreich?
Die Zusammenarbeit geht auf eine Initiative der damaligen Intendanten Michael Haensel aus Ludwigshafen und Johannes Reitmeier aus Kaiserslautern in den frühen 2000er Jahren zurück.
Anlass war, dass es dem Theater im Pfalzbau wegen finanzieller
Einschränkungen nicht mehr möglich war, durch Koproduktionen
ein eigenes Musiktheaterprogramm anzubieten. Die Idee, durch
eine intensive Kooperation beider Häuser weiterhin ein künstlerisch anspruchsvolles und attraktives Opernangebot in Ludwigshafen beständig auf die Bühne des Pfalzbaus bringen zu können,
wurde von den verantwortlichen Trägern der beiden Theater, der
Stadt Ludwigshafen einerseits und dem Bezirksverband Pfalz
andererseits, positiv aufgegriffen und in einem Kooperationsvertrag vereinbart.
Welche Chancen bestehen auch in der Zukunft für diese Kooperation?
Aus meiner Sicht kann das Pfalztheater im Rahmen der Kooperation mit seinen Opernproduktionen weiterhin eine besondere Farbe zum vielfältigen Programmspektrum des Theaters im Pfalzbau beitragen. Darüber hinaus besteht eine Zusammenarbeit
beider Theater mit einem gemeinsam produzierten Schauspiel
sowie im Bereich Kinder- und Jugendtheater und im Bereich von
Musical und Operette. Für das Ensemble des Pfalztheaters ist es
natürlich eine attraktive Herausforderung und Ansporn, unsere
Produktionen in Ludwigshafen bzw. in der Rhein-Neckar-Region
einem erweiterten Publikum zu präsentieren und hier noch einmal
zur Diskussion zu stellen.
Welches waren die Höhepunkte der Zusammenarbeit?
Sicherlich waren es immer besondere Ereignisse, wenn wir in
Ludwigshafen mit unseren ausgesprochenen Repertoire-Aus08
Hänsel und Gretel
Märchenspiel in drei Bildern
Text von Adelheid Wette
GROSSE BÜHNE
FR, 09.12.16, 19:30 UHR,
AL 1, TG 1, TG 2, WA
SO, 11.12.16, 14:30 UHR,
SEN 1
grabungen zu Gast waren. Ich denke da etwa an Richard Wagners Opernerstling Die Feen, Lortzings Freiheitsoper Regina,
Richard Strauss‘ Friedenstag oder die polnische Nationaloper
Halka von Stanisław Moniuszko. Das sind alles Titel, die auch ansonsten nicht in den Spielplänen der Theater im Rhein-Ne­ckarGebiet zu finden sind. Somit konnten wir dem Publikum in Ludwigshafen und in der Region etwas Besonderes bieten. Natürlich sollten wir die ausdrücklichen Koproduktionen zwischen
Pfalztheater und Theater im Pfalzbau nicht vergessen, wie ganz
am Anfang der Zusammenarbeit Samson et Dalila von Camille
Saint-Saëns in der Inszenierung von Michael Haensel oder
Strauss‘ Musikdrama Elektra in der archaisch-strengen Umsetzung von Hansgünther Heyme.
Gibt es konkrete gemeinsame Projekte in der Zukunft?
Tilmann Gersch und ich sind in einem guten, kollegialen Austausch. Mal sehen, was uns an gemeinsamen Projekten einfallen
wird.
Worauf darf sich das Ludwigshafener Publikum in der Saison 2016/17 freuen?
Ich denke, wir haben einen äußerst vielfarbigen Spielplan für die
aktuelle Saison zusammengestellt. Verdis frühe Oper Attila beeindruckt durch eine eher raue, äußerst energiegeladene Klangsprache – inszeniert von Bruno Klimek, in der Region nicht zuletzt
bekannt als früherer Schauspieldirektor des Nationaltheaters
Mannheim, in einer äußerst strengen Bühnensprache. Georges
Bizets exotisch-opulentes Kolorit in seiner Oper Die Perlenfischer
wird sicherlich das Publikum begeistern. Auf Neugierde trifft hoffentlich die zeitgenössische Oper Neda – Der Ruf des persischen
Komponisten Nader Mashayekhi, der auf der Basis von altpersischen Epen die aktuelle gesellschaftliche Situation im Iran, insbesondere die Stellung der Frau, reflektiert. Am Ende der Saison
steht mit The Tempest (Der Sturm) von William Shakespeare mit
der Musik von Henry Purcell ein großes Barockspektakel auf dem
Programm, das alle Sparten des Pfalztheaters, also Musiktheater,
Tanz und Schauspiel gemeinsam auf die Bühne bringen wird. Auf
diese Inszenierungsarbeit freue ich mich besonders.
Orchester, Kinderchor und Statisterie
des Pfalztheaters Kaiserslautern
Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Inszenierung Andreas Bronkalla
Bühne Thomas Dörfler
Kostüme Ursula Beutler
Chor Johannes Köhler
Mit Rosario Chávez/Xiaoyi Xu (Hänsel), Monika Hügel/Arlette Meißner (Gretel), Adelheid Fink/Annette
Seiltgen (Mutter), Daniel Böhm/Wieland Satter/Alexis
Wagner (Vater), Peter Floch/Steffen Schantz (Hexe)
Preis 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
SEN1 Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €,
Familienpaket 52 €
Dauer 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause
H
änsel und Gretel ist in mehrfacher Hinsicht ein echtes Familienstück. Für nicht
wenige Kinder ist der Besuch des Märchenspiels das erste Opernerlebnis. Auch
die Komposition war eine richtige Familienangelegenheit, bilden doch die vier
Lieder, die Humperdinck auf die Bitte seiner Schwester für ein von ihr verfasstes kleines
Märchenspiel im Familienkreis schrieb, den Grundstock für die spätere Oper, die sein
größter Erfolg wurde. Ausgangspunkt der Opernhandlung ist wiederum eine alltägliche
Familiensituation: Statt im Haushalt zu helfen, verbringen Hänsel und Gretel ihre Zeit lieber
mit wildem Toben und turbulenten Spielen, bis der Mutter der Geduldsfaden reißt. Die
Strafe, im Wald Erdbeeren zu suchen, wird zu einem phantastischen Abenteuer, bei dem
die Kinder ihre Wunsch- und Angstträume durchleben und allerlei Verführungen und Gefahren ausgesetzt sind. Zum guten Ende kann sich die Familie wieder glücklich in die
Arme schließen.
OPER VON ENGELBERT HUMPERDINCK
Mit Hänsel und Gretel schuf Engelbert Humperdinck eines der erfolgreichsten und beim
Publikum beliebtesten Opernwerke aus der Generation nach Richard Wagner. Seit Carl
Maria von Weber hatte kein Komponist mehr die Stimmung des Waldes so eindrucksvoll
in Musik fassen können. Trotz der großen symphonischen Klangwogen in der Wagner-­
Nachfolge vermitteln die Melodien oft den Eindruck schlichter Volksweisen, wenn auch
Humperdinck nur drei echte Volkslieder für seine Komposition aufgriff („Suse, liebe Suse,
was raschelt im Stroh?“, „Ein Männlein steht im Walde“ und „Schwesterlein, hüt‘ dich
fein!“). Die erfolgreiche Uraufführung der Oper am 23. Dezember 1893 in Weimar dirigierte kein Geringerer als Richard Strauss. Danach wurde die Märchenoper schnell ein
weltweiter Erfolg.
09
D
er Schweizer Autor Franz Hohler hat in seinem Großen Buch die Rätsel dieser
Welt in 91 Geschichten voller Humor und Phantasie zusammengefasst. Manchmal genügt ihm ein kleines Requisit wie eine Spaghetti-Packung, um den eigenen Standort zu verlassen und sich auf die Reise nach Italien zu begeben. Und alle
reisen nur zu gerne mit, neugierig darauf, was sich im Land der Pasta wohl ereignen
wird. Eines ist klar: Überraschung ist vorprogrammiert bei Franz Hohler. Regisseurin
Elisabeth Gabriel und das Theaterhaus-Ensemble aus Frankfurt haben sich auf die
überbordende Phantasie des Autors eingelassen und ihre Lieblingsgeschichten auf
die Bühne gebracht. Dabei schlüpfen sie so selbstverständlich und mit Wonne in die
verschiedenen Rollen, dass man beim Zuschauen immer ein bisschen in der Bauchgrube gekitzelt wird. Irgendwann wundert man sich schon gar nicht mehr, wenn wieder
ein Wäschestück verschwindet oder die Kleider des Angestellten ohne ihren Herrn
Zogg aus dem Haus marschieren. Man möchte nur immer noch mehr sehen und hofft,
dass die Vorstellung nie zu Ende gehen möge.
Das große Buch
Phantastische Geschichten von
Franz Hohler für Kinder ab 6
Jahren
HINTERBÜHNE
FR, 16.12.16, 11:00 UHR
FR, 16.12.16, 17:00 UHR
Theaterhaus Frankfurt
Inszenierung Elisabeth Gabriel
Bühne und Kostüme Adriane Westerbarkey
Musik Günther Henne
Mit Günther Henne, Michael Meyer, Uta Nawrath,
Susanne Schyns
Einheitspreis Kinder 5 €, Erwachsene 9 €,
Familienpaket 20 €
Dauer ca.1 Stunde 15 Minuten
Die Vorstellung und die Produktion wird vom
Hessischen Ministerium für Wissenschaft und
Kunst gefördert.
Das Mädchen vom Mond
Ein surreales Spiel mit Puppen
und Objekten für Kinder ab 4
Jahren
HINTERBÜHNE
MI, 14.12.16, 10:00 UHR
MI, 14.12.16, 16:00 UHR
Compagnie Sac à Dos, Brüssel
Inszenierung Didier de Neck
Bühne Marie Collard, Patrick Huysman
Kostüme Justine Drabs
Musik Marc Nicolas
Mit Susan Yeates, Patrick Huysman
Einheitspreis Kinder 5 €, Erwachsene 9 €,
Familienpaket 20 €
Dauer ca. 40 Minuten
10
D
as Mädchen vom Mond ist abenteuerlustig. Irgendwann schwebt es, leicht wie
eine Feder, auf den Strahlen des Mondes tanzend zur Erde. Eigentlich wird das
Mädchen an Drähten geführt, doch das vergisst man schnell. Die Spielerin Susan
Yeates, ebenso charmant wie das Mädchen vom Mond, und die grazile Figur mit aufreizendem Röckchen und langen Beinen, verschmelzen im Nu zu ein und derselben Person.
Auf der Erde fließt die ganze Liebe eines jungen Mannes in seinen Garten, um den er
sich mit großer Hingabe kümmert, sobald die Strahlen der Sonne die Pflanzen kitzeln –
aber natürlich auch, wenn es mal wolkig ist. Weil er so vertieft ist in die Gartenarbeit und
obendrein sehr schüchtern, wären sich der Junge und das Mädchen wohl kaum begegnet, hätte nicht eine ziemlich dreiste Katze die Rückkehr des Mädchens auf den Mond
verhindert. Nicht etwa, weil sie sich in ihr Röckchen verbissen hätte, oh nein, die Katze
trieb die Frechheit auf die Spitze: sie hängte nämlich einfach den Mond ab! Ist das zu
fassen? Doch durch diesen unerhörten Streich der Katze trafen das Mädchen vom
Mond und der Junge auf der Erde einander. Und so zart wie die Blätter der Pflanzen entwickelten die beiden zaghafte Gefühle füreinander. Natürlich sind die beiden Spieler
Susan Yeates und Patrick Huysman nicht ganz unschuldig an dieser zauberhaften Geschichte – einer Geschichte von Freundschaft und Liebe zwischen zwei so unterschiedlichen Wesen, die unter normalen Umständen gar nicht hätten zusammenfinden können.
11
„Schatzhauser im grünen Tannewald,
bist schon viel hundert Jahre alt.
Dir gehört all Land, wo Tannen stehn –
lässt dich nur Sonntagskindern sehn.“
M
it diesem Vers ruft der arme Köhlerbursche Peter Munk das sagenumwobene
Glasmännlein, von dem er sich Ansehen, Reichtum und Erfolg erhofft. Als
dieses ihm nicht all seine Wünsche erfüllen kann, wendet er sich an den
gefürchteten Holländer-Michel, der mit dem Bösen im Bunde steht. Dieser schlägt
ihm einen Pakt vor: Er tauscht sein Herz gegen einen kalten Stein und erhält im Gegenzug dafür unermesslichen Reichtum. Doch von nun an kann er sich an nichts
mehr erfreuen und keine Liebe mehr empfinden…. Wilhelm Hauffs schaurig-schöne
Erzählung handelt auf packende und nachdenklich stimmende Weise von der Suche
nach dem Glück und der Schwierigkeit, die richtigen Entscheidungen im Leben zu
treffen. Sie mutet an wie ein Versuch über den Menschen, der sich in einer materiellen
Welt behaupten muss und am Ende zum Reichtum des Herzens findet. Wie im Märchen
steuert das Ganze dann doch noch auf ein versöhnliches Ende zu, das Gute triumphiert mit List und Rückhalt von Freunden über das Böse.
Jo Fabian, der für seinen Wilhelm Tell am Theater an der Ruhr den Preis für die Beste
Jugendproduktion in NRW erhalten hat, inszeniert mit sieben Schauspielern das
Hauff‘sche Kunstmärchen. Die verschiedenen Stationen des bewegten Lebens von
Peter Munk werden mit einfachen Mitteln auf der bunten Bühne dargestellt und mit
viel Spielfreude und Sinn für die unheimlichen, aber auch die unterhaltsamen Seiten
des Märchens umgesetzt.
Das kalte Herz
Von Wilhelm Hauff
Ein märchenhaftes Abenteuer
für Kinder, Jugendliche und
Erwachsene
HINTERBÜHNE
SO, 18.12.16, 17:00 UHR
Theater an der Ruhr Mülheim in Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf
Inszenierung und Video Jo Fabian
Dramaturgie Sven Schlötcke
Kostüme Katharina Lautsch, Jo Fabian
Mit Annegret Thiemann, Gabriella Weber; Wolf
Gerlach, Matthias Horn, Boris Schwiebert, Helge
Salnikau, Rupert J. Seidl
Einheitspreis Kinder 9 €, Erwachsene 14 €
Familienpaket 28 €
Dauer ca. 1 Stunde 40 Minuten
13
Verteufelte Zeiten
Lustspiel von Karl Bunje
GROSSE BÜHNE
MO, 19.12.16, 19:30 UHR, COM 1
DI, 20.12.16, 19:30 UHR, TG 3,
TG 5, TG 6, WA
Ohnsorg-Theater Hamburg
Inszenierung Anatol Preissler
Mit Christin Deuker, Beate Kiupel, Luisa Röhse; Patric Dull, Dieter Schmitt, Wolfgang Sommer
Preise 28 € / 24 € / 20 € / 16 €
Dauer 2 Stunden, eine Pause
J
Abraham
ungbauer Heiko genießt nach seiner Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft
das Leben in vollen Zügen. Dass es um den Hof nicht zum Besten bestellt ist,
juckt ihn dabei wenig. In einem versteckten Alkoven brennt er Schnaps und vertreibt sich die Zeit mit Helga, der flotten Tochter des Dorfpolizisten. Im Gegensatz zu
ihm setzt die tüchtige Magd Taline alles daran, den Betrieb auf dem Herkenshof am
Laufen zu halten, unterstützt von Knecht Jan und dem Flüchtlingsmädchen Marie. Eines
Tages verspricht Heiko vollmundig, diejenige Frau zu heiraten, die ihm den Stall ausmistet und den Hof zusammenhält. Die bodenständige Magd Taline schwebt dem
Schwerenöter dabei allerdings nicht als Heiratskandidatin vor. Nichtsdestotrotz macht
sich diese sofort energisch ans Werk, Heikos Lotterleben ein Ende zu bereiten. Spielend
erfüllt sie sämtliche Bedingungen, die Heiko an die Heirat knüpft. Die kesse Helga wiederum gedenkt, etwas andere Qualitäten in die Waagschale zu werfen, um sich ein
künftiges Wohlleben am Hof zu sichern. Ein amüsanter Wettlauf um die Gunst des
Jungbauern beginnt....
Tragikomödie mit Musik von Dirk
Heidicke
GROSSE BÜHNE
MI, 28.12.16, 19:30 UHR, COM 2
DO, 29.12.16, 19:30 UHR, AL 2,
TG 2, TG 4
„... dass sich Jungbauer Herkens gleich
mit drei Frauen verlobt, klingt nach Polygamie und – wenn die Vielweiberei
dann auch noch im Ohnsorg-Theater
stattfindet – nach einer turbulenten Komödie. Verteufelte Zeiten hält auch,
was es verspricht: ein teuflisches Vergnügen.“ Die Welt
„Dank der großartigen Bühnenpräsenz
von Bard und Schüttauf wird das von
Klaus Noack inszenierte Melodram zu
einem ebenso temporeichen wie bewegenden Theater-Erlebnis.“
Mitteldeutsche Zeitung
D
reißig Jahre nach seiner Rückkehr aus dem New Yorker Exil erinnert sich ein
alter Herr in seiner Hamburger Wohnung an vergangene Zeiten: Der Komponist Paul Abraham (Jörg Schüttauf), gebürtiger Ungar, der im Berlin der
30er-Jahre mit Operetten wie Die Blume von Hawaii und Ball im Savoy große Erfolge
feierte und damit Weltruhm erlangte, dirigiert nun ein imaginäres Orchester. Geistig
verwirrt, wähnt er sich am Broadway kurz vor der Premiere seines neuesten Stückes.
Mit seiner Frau Sarolta Feszelyi (Susanne Bard) mittlerweile zurückgezogen in Armut
lebend, schwelgt er in vergangenen Zeiten und lässt die Jahre des Erfolgs, der Verfolgung, Trennung und Vereinsamung Revue passieren.
Jörg Schüttauf und Susanne Bard lassen ihre Figuren in ihren unterschiedlichsten
Lebenssituationen lebendig werden – mit bewunderungswürdiger Wandelbarkeit zeigen
sie sie in Budapest, Berlin, Wien, Paris, Havanna, New York und eben in Hamburg.
Zunächst Abrahams rasanter Aufstieg als Star-Komponist der späten Weimarer Republik mit exzessiv durchfeierten Nächten, dann seine wachsende Verzweiflung angesichts der Machtergreifung der Nazis, Flucht und Hoffnungen auf eine baldige
Rückkehr. Die brillante Susanne Bard als Ehefrau des Komponisten begleitet diesen
nicht auf seine Flucht, pflegt ihn aber nach seiner Rückkehr rührend und aufopferungsvoll. Sie schlüpft virtuos in die Rollen der Sängerinnen, die an der Seite Abrahams
berühmt werden. Mit Unterstützung von Jens-Uwe Günther am Klavier holen die
Darsteller so das wunderbare, klingende Werk Paul Abrahams und einen fast vergessenen Künstler in die Gegenwart.
14
Hamburger Kammerspiele in
Kooperation mit den Kammerspielen
Magdeburg
Inszenierung Klaus Noack
Musikalische Leitung Jens-Uwe Günther
Mit Susanne Bard und Jörg Schüttauf
Preise 28 € / 24 € / 20 € / 16 €
Dauer 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
15
Medea –
Das goldene Vlies
Das goldene Vlies ist ein Stück über den Reiz der Fremdheit und die Vergeblichkeit
ihrer Überwindung. Auf die Euphorie der ersten Begegnung folgt unweigerlich die
große Enttäuschung, wenn der oder die Andere nicht in das realitätsferne Bild passt,
das man sich in der anfänglichen Begeisterung ausgemalt hat. Dann kann er sich
noch so sehr um Anpassung oder Integration bemühen, die entstandene Kluft ist
und bleibt unüberwindbar. So folgt Unglück auf Unglück, getreu dem antiken Schicksalmotto, dass die Spirale der Gewalt erst endet, wenn alles am Boden liegt.
Von Franz Grillparzer
GROSSE BÜHNE
DO, 05.01.17, 19:30 UHR, S1
DI, 24.01.17, 19:30 UHR, S2, TG3,
TG4, WA
„Auf überzeugende Weise gelingt es Tilman Gersch, Franz Grillparzers dramatisches Gedicht 'Das goldene Vlies' auf einen griffigen, knapp zweieinhalbstündigen Abend zu verdichten.“ Badische
neueste Nachrichten
D
rei Jahre, von 1818 bis 1821, arbeitet Franz Grillparzer an seiner Medea-Trilogie
Das goldene Vlies. Bei der Erstaufführung ist er knapp dreißig Jahre alt und ein
gefragter Theaterdichter. Wie seine Zeitgenossen Kleist, Heine oder Hölderlin
bewegt sich Grillparzer im Spannungsfeld zwischen Aufklärung, Restauration und Biedersinn. Das einsame, suchende Individuum, das in der von Konformität und sozialem
Druck bestimmten Zeit keinen Platz findet, ist sein zentrales Sujet. Jason und Medea,
das sind solche einsamen Menschen, bedingungslos in der Hingabe und in der Zerstörung. Im Goldenen Vlies ist diese Liebe der romantische Gegenentwurf zur autoritären Gesellschaft, von ihr erzeugt und von ihr zerrieben. Ein Ehekonflikt, ein Rosenkrieg, wie er sich jederzeit auch heute ereignen könnte.
Zugleich taucht Grillparzer tief in den antiken Mythos ein. Packend erzählt er den
Kampf um das heilige Widderfell, das Segen und Fluch zugleich ist. Der Grieche
Phryxus raubte es auf der Flucht aus einem Tempel in Delphi und glaubt nun, in
Kolchis Schutz zu finden. Aber König Aietes fürchtet den Fremden und begehrt sein
Gut. Er überhört alle Warnungen seiner Tochter Medea und erschlägt den Gast. Jahre
später kommt Jason nach Kolchis, um den Mord zu rächen. Dort wird er heimlicher
Zeuge einer Geisterbeschwörung, und Medea, die Zauberin, bezaubert auch ihn.
Grillparzer beschreibt den dunklen, vorgeschichtlichen Teil dieser Figur und macht
die Faszination begreiflich, die Jason alle Bedenken gegen eine solche Verbindung
für einen kurzen, fatalen Moment vergessen lässt. Er nimmt sich Medea und verpflanzt sie in seine Heimat, nach Griechenland.
16
Theater Pforzheim in Koproduktion
mit Pfalzbau Bühnen Ludwigshafen
Exklusive Einführung für die Pfalzbau Freunde
DO, 05.01.17, 19:00 Uhr
Gläsernes Foyer
Inszenierung Tilman Gersch
Ausstattung Henrike Engel
Musik Alex Gunia
Textbearbeitung Barbara Wendland
Dramaturgie Peter Oppermann/Barbara Wendland
Mit Konstanze Fischer, Theresa Martini, Heidrun
Schweda, Katja Thiele; Tobias Bode, Henning Kallweit, Jens Peter, Benjamin Schardt
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
Dauer 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
Mad in Austria
Eine musikalische Liebeserklärung
GLÄSERNES FOYER
SA, 07.01.17, 19:30 UHR
SO, 08.01.17, 19:30 UHR
Gesang Sandra Maria Schöner
Klavier Alexander Hopf
Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
W
enn Schauspieler singen, dann
ist das meist ein besonderes
Vergnügen. Sie sind vielseitig,
beherrschen das leichte Entertainment
genauso wie die große Emotion oder
den leisen Spott. Sandra Maria Schöner,
Hanns Jörg Krumpholz und Martin Theuer
sind singende Schauspieler. Beim Neujahrsempfang und der Spielplanvorstellung für unsere Abonnenten haben sie in
diesem Jahr schon Kostproben ihres
Könnens gegeben, nun sind ihre Programme in voller Länge auf den Pfalzbau
Bühnen zu erleben.
Mit Mad in Austria ist die gebürtige Österreicherin Sandra Maria Schöner zu
Gast. Sie hat am Burgtheater Wien, am
Schauspielhaus Hamburg und an den Städtischen Bühnen Köln gespielt, für Film
und Fernsehen gearbeitet und Hörbücher aufgenommen. Parallel dazu entstand diese musikalische Hommage an ihr Heimatland mit allen Facetten, für die Österreich
bekannt ist: der Melancholie, dem Pathos, der Poesie, dem schwarzen Humor. Zeitlich und stilistisch bunt gemixt, grantelt sich Sandra Maria Schöner durch das österreichische Liedgut und ergründet humorvoll Unterschiede und Gemeinsamkeiten
der österreichischen und der deutschen Wesensart. Begleitet von ihrem Pianisten
Alexander Hopf interpretiert sie Volkslieder, Songs von Falco oder auch Lieder von
Helmut Qualtinger auf neue Art.
Get Together by the
Stehblues
The Little Blues Brothers
Songs der sechziger und siebziger Jahre
Von und mit Hanns Jörg Krumpholz
und Martin Theuer
HINTERBÜHNE
SO, 05.02.17, 19:30 UHR
Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
18
Ali Baba und
die 40 Räuber
Kinderstück nach einem
Märchen aus 1001er Nacht
Spielfassung Lee Beagley und
Anna Siegrot
Ab 6 Jahren
H
anns Jörg Krumpholz stand in
den letzten Jahren unter anderem am Schauspiel Frankfurt,
am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und, in vielen Inszenierungen von
Intendant Tilman Gersch, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden auf der
Bühne. Außerdem ist er häufiger Gast in
deutschen Fernsehkrimis, zum Beispiel
dem Münsteraner Tatort. Mit seinem
Kollegen Martin Theuer, der lange Zeit
Ensemblemitglied der Landesbühnen
Esslingen war und nun als freier Schauspieler arbeitet, bildet er das Duo The
Little Blues Brothers. Die beiden kleinen
Brüder haben mit ihren großen Vorbildern den Charme und die Liebe zum Kuschelrock der sechziger und siebziger
Jahre gemein. „Get together by the Stehblues“ rufen die beiden Ihnen zu, und das sollten Sie sich nicht zweimal sagen lassen.
GROSSE BÜHNE
A
li Baba ist ein armer, verzweifelter Holzsammler. Obwohl er und seine Tochter
Morgiana tun, was sie können, scheint ihnen das Glück nicht hold. Sogar ihr geliebtes Kamel Pharao mussten sie an Alis reichen, gierigen Bruder Cassim abgeben, weil sie ihm Geld schulden. Schlimmer scheint es nicht mehr werden zu können.
Eines Tages dann wird Ali beim Holzsammeln Zeuge einer eigenartigen Begebenheit: Er
sieht, wie die 40 Räuber, die alle Bewohner der Stadt wegen ihrer Grausamkeit fürchten,
mit Hilfe der magischen Worte „Sesam, öffne dich“ Zutritt zu ihrer geheimen Schatzhöhle
finden. Ali nimmt all seinen Mut zusammen, wartet auf eine günstige Gelegenheit und
stiehlt den Räubern schließlich von ihrem ungeheuren Schatz einen kleinen Beutel mit
Gold, um seine Schulden zu begleichen. Doch sein Bruder Cassim hat ihn belauscht und
so macht auch er sich auf, um einen Teil des Räuberschatzes zu stehlen. Natürlich hätten
sich die Brüder denken können, dass die 40 Räuber wenig erfreut darüber sind, dass sie
jemand um ihren Reichtum bringen will….
SO, 15.01.17, 17:00 UHR
MO, 16.01.17, 11:00 UHR
Pfalztheater Kaiserslautern
Inszenierung Lee Beagley
Bühne Anna Siegrot
Kostüme Marcel Zaba
Mit Marsha Zimmermann; Oliver Burkia, Günther
Fingerle, Stefan Herrmann, Thomas Kollhoff, Jan
Henning Kraus
Einheitspreis Kinder 9 €, Erwachsene 14 €,
Familienpaket 28 €
19
Der Vogelhändler
Operette von Carl Zeller
Libretto von Moritz West und
Ludwig Held
GROSSE BÜHNE
FR, 20.01.17, 19:30 UHR, COM 1,
TG 2
SA, 21.01.17, 19:30 UHR, COM 2,
TG 6
SO, 22.01.17, 14:30 UHR, SEN 1
1
25 Jahre alt ist Carl Zellers Operettenmeisterwerk Der Vogelhändler inzwischen, aber Volker Vogels farbenfrohe und kurzweilige Inszenierung beweist,
dass sich das witzige Stück auch heute noch sehen lassen kann. Nicht zuletzt
liegt das an den zahlreichen herrlichen Schlagern, die inzwischen ins Gemeingut
übergegangen sind: Ob „Grüaß Euch Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel
von der Post“ oder „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ – all diese Melodien möchte
man sofort und immer wieder vor sich hin trällern. Die Handlung, eine irrwitzige Verwechslungsgeschichte um einen als Kurfürst verkleideten Baron und seine Braut sowie verschiedene Ehefrauen und Verlobte verspricht turbulente Unterhaltung, die der
Regisseur mit seinen Darstellern weidlich auskostet. Coburgs Chordirektor Lorenzo
Da Rio überzeugt nach seinem Erfolg mit Benatzkys Im weißen Rössl mit umsichtigem Dirigat, unter dem das Orchester den melodischen Reichtum von Zellers Partitur einfühlsam und mit vielen klanglichen Feinheiten entfaltet. Die Sänger sind bis in
die kleinsten Rollen hervorragend besetzt. Beim amourösen Verwirrspiel zwischen
der Briefbotin Christel und dem Vogelhändler Adam sorgen Anna Gütter mit koloraturfreudigem Sopran als Kurfürstin Marie und David Zimmer mit strahlkräftigem
Tenor als Graf Stanislaus mit ihren Verkleidungen für operettentypische Verwicklungen. Im opulenten und einfallsreichen Bühnenbild Andreas Beckers finden sich dezent-ironische Anklänge an die Jagd-Romantik ebenso wie ein üppiges herrschaftliches Ambiente. Und mit seinen Kostümen samt wunderbar karikierenden Perücken
bietet Andreas Becker Regisseur Volker Vogel die Möglichkeit, viele Szenen regelrecht zu lebenden Bildern zu formen.
So erwartet die Zuschauer eine phantasievolle, temporeiche Aufführung, die die
Zeitlosigkeit dieser herrlichen Operette klar unter Beweis stellt.
"Manchmal werden Operetten-Premieren zum ungetrübten Theater-­
Glück – ohne in Gefahr zu geraten, im Kitsch zu versinken."
Coburger Tageblatt
Landestheater Coburg
Inszenierung Volker Vogel
Musikalische Leitung Dominik Tremel
Bühne und Kostüme Andreas Becker
Mit Eva Maria Fischer, Anna Gütter, Julia Klein, Gabriela Künzler; Freimut Hammann/Martin Trepl,
Stephan Ignaz, Michael Lion, Sascha Mai, Stephan
Mertl, Dirk Mestmacher, David Zimmer
Chor und Extrachor des Landestheaters Coburg
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg
Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
SEN1 Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
Dauer 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
21
Wort und Wein
In Kooperation mit der Städtischen Musikschule Ludwigshafen
Moderation Tilman Gersch
GLÄSERNES FOYER
D
er Pfälzer liebt bekanntlich die Worscht und den Wein. Auch wir sind diesen
Genüssen nicht abgeneigt, ziehen es aber vor, die Worscht hin und wieder
durch das Wort zu ersetzen. Dann
lädt Tilman Gersch ins Gläserne Foyer
und serviert kalorienarme und geistreiche Kost. Kinder der Musikschule zeigen,
was sie können, Winzer der Umgebung
präsentieren gute Gewächse. Dazu gesellen sich Menschen von nah und fern,
die etwas zu sagen haben. Im Dezember
und Januar geht es um das geschriebene
Wort, und das natürlich mit Regionalbezug.
SA, 10.12.16
SA, 10.12.16, 19:30 Uhr
Zu Gast Michael Au (Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Mainz), Hans
Thill (Künstlerhaus Edenkoben), Agniezka
Lessmann (Autorin), Lydia Nagel (Übersetzerin)
Weingut Peter Stolleis, Gimmeldingen-Mußbach
Einheitspreis 14 € (inklusive drei Weinproben)
D
ie Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur unterhält in Edenkoben ein Künstlerhaus, in dem Autoren für einige Monate ungestört arbeiten können. Hans
Thill, Leiter des Künstlerhauses, erzählt uns am 10. Dezember vom produktiven
Schaffen in der pfälzischen Klausur und stellt uns seine derzeitigen Stipendiaten
Agniezka Lessmann und Lydia Nagel vor. Im Mainzer Ministerium für Wissenschaft,
Weiterbildung und Kultur ist Michael Au zuständiger Referent für Literaturförderung.
In dem Band Gegend Entwürfe hat er Texte gesammelt, die in Rheinland-Pfalz entstanden oder auf irgendeine Weise von unserer Gegend inspiriert sind. Er berichtet
von der großen literarischen Vielfalt der Region und von der Lust, „den Fortschritten
der Globalisierung den rückschrittlichen Eingemeindungswillen“ entgegenzusetzen.
Das Weingut Stolleis aus Gimmeldingen-Mußbach besticht durch Tradition. Schon
1668 erwarb die Familie die ersten Reben, und nicht umsonst ist einer der guten
Tropfen dem Herzog Carl-Theodor gewidmet.
SA, 28.01.17
SA, 28.01.17, 19:30 Uhr
Zu Gast Rudi Schweikert, Karl-May-Experte
Weingut Karl May, Osthofen
Einheitspreis 14 € (inklusive drei Weinproben)
22
V
or über hundert Jahren, zu Lebzeiten des großen Erzählers Karl May, entsprangen die Vorstellungen der Menschen vom Leben in fernen Ländern der
Phantasie und nicht dem Internet oder der eigenen Anschauung. Die meisten
seiner Abenteuergeschichten schrieb Karl May in seiner sächsischen Heimat, ohne
ihre exotischen Schauplätze jemals gesehen zu haben. Gereist ist er erst im fortgeschrittenen Alter; in den Orient, nach Amerika und sogar nach Deidesheim. Dort besuchte mehrfach die Familie Seyler und verewigte deren bis heute erhaltene Villa in
seinem Roman Im Reiche des silbernen Löwen. Der Mannheimer Publizist und Autor
Rudi Schweikert kennt sich aus mit Karl May. Er hat mehrere Recherchen zu dessen
Werk veröffentlicht und an wichtigen Werkausgaben mitgearbeitet. Am 28. Januar
begeben wir uns mit ihm auf die Reise eines global denkenden Sachsen durch die
Pfalz. Dazu empfiehlt sich das Weingut Karl May aus Rheinhessen, dessen Gründer
mit Karl May nicht verwandt oder verschwägert waren, wo es aber inzwischen einen
köstlichen Rotwein namens „Blutsbrüder“ gibt.
A
n die allerkleinsten Zuschauer ab zwei Jahren richtet sich das einfallsreiche
Stück Holzklopfen des vielfach ausgezeichneten HELIOS-Theaters aus
Hamm. Im Mittelpunkt dieses kurzweiligen Theater-Spiel-Stückes steht, wie
der Titel es schon sagt, Holz und seine vielfältigen spielerischen Möglichkeiten.
Holzklopfen
Ensemblestück für Kinder
ab 2 Jahren
STUDIOBÜHNE
In der Aufführung wird also eifrig gewerkelt, gebastelt, gespielt, gelacht und geträumt.
Holz in Form von Sägespänen, Holzscheiten, Zweigen und Musikinstrumenten zieht
die jungen Zuschauer in seinen Bann. Auf der Bühne stehen zwei Männer: der eine
erzeugt mit Stimme und (natürlich) Holzinstrumenten die passende Atmosphäre, der
andere tauscht eben mal die Rollen: aus dem Werkzeug Holz wird der Hauptdarsteller,
aus dem Hauptdarsteller Michael Lurse wieder das Werkzeug. So erwacht das Holz
zum Leben, aus einem kleinen Holzstückchen wird eine kleine Raupe, die sich bewähren muss – zum Beispiel im Kampf gegen ein größeres Tier, das aus vielen aneinandergereihten Holzstücken besteht: Ein Drache oder eine Schlange vielleicht?
Man kann aber aus Holzspänen auch größere Figuren formen oder Wege bereiten,
die die kleinen Besucher mit großem Spaß erkunden.
Das Stück Holzklopfen wurde bereits mehrfach preisgekrönt.
DO, 26.01.17, 16:00 UHR
FR, 27.01.17, 10:00 UHR
Helios Theater
Koproduktion mit dem Theatre Jeune Public
Strasbourg
Inszenierung Barbara Kölling
Spiel Michael Lurse
Percussion Manuel Loos/Roman D. Metzner
Einheitspreis Kinder 5 €, Erwachsene 7 €,
Familienpaket 15 €
Dauer ca. 30 Minuten
23
ATTILA
Oper von Giuseppe Verdi
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Text von Temistocle Solera und
Francesco Maria Piave
GROSSE BÜHNE
FR, 27.01.17, 19:30 UHR, MT,
TG 1, TG 5, JA
SO, 29.01.17, 19:30 UHR, AL 2
„Ein Sängerfest par excellence bescherte das Pfalztheater zur Saison-Eröffnung
seinem begeisterten Premieren-Publikum mit Giuseppe Verdis neunter Oper
,Attila‘. Ohne die Vokalleistungen der
Herrenriege zu schmälern, möchte ich
der sensationellen Odabella von Yamina
Maamar den Vorzug geben“ Gerhard Hoffmann,
Online Merker
V
Pfalztheater Kaiserslautern
Inszenierung und Bühne Bruno Klimek
Musikalische Leitung Uwe Sandner
Kostüme Alexandra Tivig
Chor Johannes Köhler
Mit Yamina Maamar; Michael Bachtadze, Paulo Ferreira, Daniel Kim, Wieland Satter, Alexis Wagner
Preise 46 €/ 39 €/ 32 €/ 25 €
Dauer ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause
24
erdis neunte Oper basiert tatsächlich auf historischen Ereignissen. Der Hunnenkönig Attila besetzt um 452 n. Chr. die italienische Stadt Aquila, wobei er
Odabella, die Tochter des Fürsten, gefangen nimmt und ihren Vater tötet. Diese
schwört auf Rache und plant den Tod Attilas. Beeindruckt von ihrem Wesen, möchte
Attila Odabella zu seiner Frau nehmen. Sie willigt zum Entsetzen ihres Verlobten Foresto
ein, den Mörder ihres Vaters, nach dem Vorbild von Judith und Holofernes, zu töten.
Geplagt von angsteinflößenden Traumvisionen und den Reizen einer Frau ausgesetzt, muss Attila sich im Machtkampf um Rom behaupten.
Die Oper beinhaltet eindrucksvolle Musikstücke. Obwohl sie von Grund auf eine eher
raue Tonfarbe aufweist, findet Verdi in der Ouvertüre wie auch in verschiedenen Arien
und Duetten häufig zu überraschend eleganten, lyrischen Melodiewendungen. Vor
allem mit der Person Odabella kreiert er das Porträt einer tatkräftigen und zielstrebigen
Frau, die in den meisten Soli, Duetten und Ensembles mit effektvollen Passagen
glänzen kann.
piano piano
Eine Koproduktion von Kulturhuset
Stadsteatern Stockholm, K.Kvarnström & Co, Andersson Dance und
zero visibility corp.
GROSSE BÜHNE
SA, 18.02.17, 19:30 UHR, BR 2,
TG 1
Idee, Choreographie und Bühnenbild Örjan Andersson, Ina Christel Johanessen, Kenneth Kvarnström
Musik Franz Schubert
Klavier Asuka Nakamura
Kostüme Bente Rolandsdottir
Licht Patrick Bogårdh
Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
Dauer ca. 1 Stunde 25 Minuten
I
n piano piano kreieren drei Choreographen gemeinsam ein neues Werk mit Tänzern
aus ihren jeweiligen Compagnien. Was zunächst wie ein gewagter Balance-Akt
klingt, mündet in eine wunderbare Aufführung, die auf den Harmonien von Schuberts
gravitätischer Klaviermusik dahingleitet. Die Pianistin Asuka Nakamura ist das Zentrum
und die Seele der Kreation. Ohne viel Aufhebens, doch mit hoher Präzision spielt sie
Schuberts Komposition mit einer Sensibilität, wie sie in den Salons um 1800 vorherrschte. Der Tanz nimmt einerseits die melancholische Grundstimmung der Musik
auf und erringt doch andererseits eine eigene Emotionalität, mit der die Tänzer in
atemberaubender Dynamik von der Bühne Besitz ergreifen. Indem sie teilweise über
das Piano klettern, sich drehen, darüber und darunter rollen, lassen sie förmlich
spürbar werden, was Musik im Zuhörer auslösen kann. Wer in diesem ausgefeilten
Wechselspiel welchen Beitrag geleistet hat, lässt sich nur erahnen: Womöglich hat
Örjan Andersson die Tonlandschaft eingefangen, indem er Akzente und Konturen im
Bewegungsfluss verschmolzen hat. Der Norwegerin Ina Christel Johannessen ist die
Verstärkung der theatralen Energie zuzutrauen und Kenneth Kvarnström mag für die
überwältigenden fließenden Trios und Duette verantwortlich sein. Ganz nebenbei
lassen Kostümdetails Versatzstücke einer Ära aufblitzen, die wie aus einem wunderschönen, romantischen Traum heraus zu leuchten scheint, ein Traum, in dem sich
Männer und Frauen näher kommen. In piano piano haben Örjan Andersson, Ina
Christel Johanessen und Kenneth Kvarnström der pathetischen Seite der Romantik
eine Sprache verliehen, und man hat den Eindruck, der Tanz würde auf den Flügeln
der Musik dahingetragen.
26
27
Die Physiker
Schauspiel von Friedrich
Dürrenmatt
GROSSE BÜHNE
FR, 10.02.17, 19:30 UHR, AL 1,
TG 2, TG 3, TG 6, JA
SO, 12.02.17, 14:30 UHR, SEN 2
MO, 13.02.17, 11:00 UHR,
SCHÜLERVORSTELLUNG
Pfalztheater Kaiserslautern
in Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen
Ludwigshafen
D
er geniale Physiker Möbius hat sich von der Welt in ein luxuriöses Nervensanatorium zurückgezogen. Er weiß, dass seine Formeln in letzter Konsequenz
die Zerstörung der Welt bedeuten können. Im gleichen Sanatorium sind auch
zwei andere scheinbar Irre eingesperrt. Der eine hält sich für Einstein, der andere für
Isaac Newton. Als Vertreter eines westlichen und eines östlichen Geheimdienstes
verbergen sie unter der Maskerade ihre wahre Identität. Sie haben von den bahnbrechenden physikalischen Entdeckungen Möbius‘ erfahren und wollen ihn jeweils für
ihre Seite gewinnen. Möbius gelingt es, beide davon zu überzeugen, als vermeintlich
Verrückte im Sanatorium zu bleiben, um der Welt die entsetzlichen Konsequenzen
seiner Entdeckungen zu ersparen. Käme da nicht die Leiterin des Sanatoriums dazwischen, die sich ebenfalls von Möbius‘ Entdeckung Vorteile verspricht und dem
Geschehen eine überrasche Wendung ins Absurde gibt. Zur Frage, warum er die Leitung der Psychiatrischen Klinik einer Frau gab, äußerte sich der Autor in einem Gespräch: „Zuerst hatte ich einen Irrenarzt konzipiert. Dann begriff ich, dass der streng
logischen Welt der drei Physiker nur eine verrückte Frau gegenüberstehen kann. Wie
ein verrückter Gott, der sein Universum gestaltet“.
Inszenierung Katharina Ramser
Bühne Stefanie Liniger
Kostüme Stefani Klie
Mit Hannelore Bähr, Maike Elena Schmidt, Barbara
Seeliger, Nele Sommer; Rainer Furch, Manuel Klein,
Henning Kohne, Daniel Mutlu, Harry Schäfer, Luca
Zahn
Friedrich Dürrenmatts Komödie spielt zur Zeit des atomaren Wettrüstens und beschäftigt sich mit wichtigen ethischen Fragen, z.B. nach der Verantwortlichkeit der
Wissenschaftler vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und
der Nachkriegszeit.
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
SEN 2 Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €,
Schülervorstellung Einheitspreis 11 €
Die Premiere der Neuinszenierung fand im Pfalztheater Kaiserslautern Ende November
statt.
„Nur im Irrenhaus dürfen wir noch
denken. In der Freiheit sind unsere
Gedanken Sprengstoff.“
S
ylva Varescu, Star des Budapester Orpheums, gibt ihre Abschiedsvorstellung, bevor sie auf Tournee nach Amerika geht. In gewisser Weise läuft sie vor
ihrer Liebe zu Edwin Ronald davon. Er bewundert sie abgöttisch und macht
ihr vor allen Zuschauern ein Heiratsversprechen. Doch der Adelige droht sie zu verlieren, da seine Eltern für ihn eine standesgemäße, aristokratische Verbindung mit
der Gräfin Stasi, einer Kinderfreundschaft Edwins, im Blick haben. Bis aus Sylva und
Edwin doch noch ein glückliches Paar werden kann, braucht es einige romantische
und dramatische Verwicklungen …
Der seit der Uraufführung ungebrochene Erfolg der Csárdásfürstin ist vor allem der
verschwenderischen Fülle inspirierter, eingängiger Musiknummern zu verdanken, in
denen Kálmán seine melodische Erfindungskraft voll auslebt. Zudem spiegeln Handlung, Milieu und Figuren geradezu photographisch den zeitgeschichtlichen Hintergrund, vor dem die Operette entstanden ist: In der Welt der Lebemänner und Chansonnetten, der adligen Kavaliere und flotten Leutnants, der süßen Mädels, der Ballettratten und Kokotten wurde die Nacht zum Tag gemacht und dennoch meldete man
sich am nächsten Tag pflichtschuldig frühmorgens beim Korpskommando zum
Dienst, so wie es der Wirklichkeit der Vorkriegsära entsprach. Dementsprechend ist
die Csárdásfürstin keine Operette, die seicht dahinplätschert, sondern kann vielmehr als Sittenkomödie mit Musik verstanden werden. Kálmáns Kunst besteht darin,
dass er dem champagnertrunkenen Taumel nicht einfach nur einen musikalischen
Rahmen verleiht. Selbst in den fröhlich-lärmenden Varietés und bei den erotischen
Fin-de-Siècle-Spielen zeigt er Stil. In vielen seiner Melodien schwingt eine zarte,
verschleierte Melancholie mit und die stille Schwermut des Abschieds von einer
Epoche und einer Lebensform ist spürbar.
28
Die CSARDASFÜRSTIN
Operette in drei Akten von
Emmerich Kálmán
GROSSE BÜHNE
FR, 24.02.17, 19:30 UHR, COM 2,
TG 5
SO, 26.02.17, 14:30 UHR, SEN 2
Pfalztheater Kaiserslautern
Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Inszenierung Stefan Tilch
Bühne und Kostüme Charles Cusick Smith & Philip
Ronald Daniels
Choreographie Elena Iglesias Galán
Mit Adelheid Fink/Arlette Meißner, Monika Hügel,
Geertje Nissen; Daniel Böhm, Peter Floch, Thomas
Kollhoff, Steffen Schantz
Chor Johannes Köhler
Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
SEN 2 Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
29
URAUFFÜHRUNG
Gute Pässe Schlechte
Pässe
W
elchen Wert hat Ihr Pass? Während Deutsche mit ihrem Pass in 177 Länder
dieser Welt einreisen können, wird Afghanen, die derzeit den schlechtesten
Pass der Welt besitzen, nur in 25 Ländern vorbehaltlos die Einreise gewährt.
Als Deutscher hat man also Glück gehabt. Aber wer oder was bestimmt den Wert
eines Passes? Und was erzeugt seinen Ramschwert?
HAPPY HUNTING
GROUND
Im Mittelpunkt der neuesten Produktion von Helena Waldmann, Gute Pässe Schlechte
Pässe, steht eine Mauer aus Menschen, die zwei sehr unterschiedliche Ensembles,
eine zeitgenössische Tanzcompagnie und eine aus der Welt des Nouveau Cirque,
voneinander trennt. Ihre aus Körpern gebildete Grenze ist nie absolut, sondern äußerst
beweglich. Sie ist einschüchternd, sie kann ebenso eine „vierte Wand“ bilden wie einer
„Mauerschau“ dienen, die der jeweils anderen Nation bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Artisten gegen Tänzer, Stumpfsinn gegen Freiheit, Religion gegen Religion,
Ästhetik gegen Ästhetik – immer bestimmt hier eine Schieflage, eine fehlende Akzeptanz, eine bloße Zuschreibung die Sicht auf den anderen. Der Pass, der Bewegungsfreiheit garantiert oder nimmt, ist dabei von zentraler Bedeutung. Als erster
Repräsentant des Nationalismus wird er auf Helena Waldmanns Bühne zum bloßen
Fetisch degradiert.
HINTERBÜHNE
Ein thailändisch-deutscher
Abend über Liebe, Geld &
Verlangen
Tanzstück von Helena Waldmann
GROSSE BÜHNE
SA, 04.03.17, 19:30 UHR
DI, 14.3.2017, 19:30 UHR
Mit der Gegenüberstellung zweier Kulturen, deren Sprachen grundverschieden funktionieren, zeigt das Stück, in welchem Verhältnis nationale Grenzziehungen und damit einhergehend die Sehnsucht nach geschlossenen Gesellschaften zueinander
stehen. Je mehr die Tänzer und Artisten sich in ihren Bewegungssprachen einander
annähern, desto dringlicher ziehen sie ihre Grenzen. Die einmal errichtete kulturelle
Differenz scheint also umso nötiger zu werden, je deutlicher wird, dass die Grenze
gar nicht oder nur virtuell existiert. Die Kollision der Kulturen wird in Helena Waldmanns neuer Inszenierung auf die Bühne und ihre Gesetze selbst übertragen.
19:10 Uhr Einführung
Im Anschluss an die Vorstellung
Nachgespräch
Foyer Hinterbühne
W
enn Menschen aus Thailand und Deutschland eine Beziehung eingehen,
bewegen sie sich im Dreieck von Liebe, Geld und Verlangen. Der Autor
und Journalist Jürgen Berger hat in beiden Ländern thailändische und
deutsche Frauen und Männer nach ihren Träumen und ihrer Wirklichkeit befragt: Im
Fokus liegen die Stimmen der Frauen, die „mit Ausländern arbeiten“. Sie sind Sinnbild für eine zunehmend zerrissene Gesellschaft, in der die Kluft zwischen Arm und
Reich, dem entwickelten Megazentrum Bangkok und verarmten ländlichen Gebieten
immer größer wird. In Deutschland stehen sie für die Jagd nach dem Mysterium der
exotischen Frau, die die Lösung sexueller Probleme verspricht und neokoloniale Vorstellungen hervorruft.
Eine Produktion von Helena Waldmann
und ecotopia dance productions in
Koproduktion mit Pfalzbau Bühnen
Ludwigshafen u.a.
Tanzregie Helena Waldmann
Dramaturgie Tobias Staa
Licht Herbert Cybulska
Kostüme Judith Adam
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
30
Das dokumentarische Material inszenierte der thailändische Choreograph, Tänzer
und Theaterleiter Thanapol Virulhakul, der 2013 von der International Association of
Critics Thailand ausgezeichnet wurde. Durch seine Produktionen I am Thai und Hipster
the King ist er 2015 in Europa (und auch in Ludwigshafen) bekannt geworden. Die Performance entstand zusammen mit vier Performerinnen aus dem Demo­crazy Theatre,
dem künstlerisch und politisch avanciertesten freien Theater Thailands, und mit zwei
Schauspielern des Staatstheaters Karlsruhe in beiden Ländern.
Badisches Staatstheater Karlsruhe
Regie und Choreographie Thanapol Virulhakul
Idee, Recherche und Text Jürgen Berger
Sound Design Gandhi Wasuvitchayagit
Lichtdesign Jirach Eaimsa-ard
Kostüme Nicha Puranasamriddhi
Dramaturgie Sarah Israel
Produktionsleitung Jan Linders
Management Elena Krüskemper, Pavinee Samakabuttr
Mit Vidura Amranand, Waywiree Ittianunkul, Jarunun
Phantachat, Dujdao Vadhanapakorn, Jens Koch,
Luis Quintana
Koproduktion Badisches Staatstheater Karlsruhe mit dem Democrazy Theatre Studio, Bangkok,
Thailand. Gefördert durch die Kulturstiftung des
Bundes, die Goethe-Institute Thailand und München & die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters Karlsruhe e.V.
Die Texte werden teilweise auf Deutsch übertitelt.
Einheitspreis 20 €, ermäßigt 12 €
Dauer ca. eine Stunde, keine Pause
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I
Servus Peter – Oh là là
Mireille
n seinem 1863 am Pariser Théâtre Lyrique uraufgeführten Werk Die Perlenfischer
entführt Georges Bizet die Zuschauer auf die Insel Ceylon. Um die Dämonen des
Meeres gnädig zu stimmen und die Fischer zu beschützen, die im Meer nach Perlen
tauchen, soll eine Priesterin Tag und Nacht im Tempel beten. Obwohl sie sich unter
Androhung des Todes stets verschleiert zeigen muss, erkennt der Jäger Nadir in der
jungen Frau seine Jugendliebe Leila wieder. Auch sein Freund Zurga, der König der
Perlenfischer, war früher in das Mädchen verliebt. Um ihre Freundschaft zu retten,
schworen die Männer damals der Liebe ab. Als Nadir nun ein zweites Mal dem Konflikt zwischen der Loyalität zu seinem Freund und seiner Liebe zu Leila ausgesetzt
wird, bricht er den Freundschaftseid, und Leila hält, ebenfalls aus Liebe, ihren Priestereid nicht. Für ihre Freveltat sollen beide mit dem Tod bestraft werden. Das Thema
der Gewissenlosigkeit der Liebe beschäftigt Bizet also bereits in diesem weitaus weniger bekannten Werk vor seinem großen Erfolg der Carmen, in der dieses Thema
eine zentrale Rolle spielt.
Geschwister Pfister
Ursli und Toni Pfister mit dem Jo
Roloff Trio
GROSSE BÜHNE
SA, 18.3.17, 19:30 UHR, COM 1,
TG 2, JA
Die Perlenfischer
Oper von Georges Bizet in
französischer Sprache mit
deutschen Übertiteln
GROSSE BÜHNE
FR, 24.03.17, 19:30 UHR, MT,
TG 3, TG 4, TG 5, TG 6, WA
SO, 26.03.17, 19:30 UHR, AL 2
Wenn die Dreiecksgeschichte auch durch ihre psychologisch genaue Figurenzeichnung besticht, ist es doch vielmehr Bizets Zeichnung des orientalischen Lokalkolorits,
der das Charakteristische dieser Oper ausmacht. Der spezifische, lyrisch gestimmte
Melodietypus prägt die bekannten Nummern der Oper: das Duett von Nadir und Zurga,
Leilas Kavatine „Comme autrefois dans la nuit sombre“ und Nadirs Romanze „Je
crois encore entendre“.
M
it ihrem Musikkabarett Servus Peter – Oh là là Mireille gastierten die Geschwister Pfister im letzten Jahr bereits in den Pfalzbau Bühnen. Wegen
des großen Erfolges zeigen sie ihr amüsantes Schlager-Programm mit
Stars der siebziger Jahre nun erneut in Ludwigshafen. Mit großer Begeisterung und
einem Augenzwinkern schlüpfen die beiden in die Rollen von Peter Alexander und
Mireille Mathieu. Toni Pfister hat die Mimik und Gestik des großen Peter Alexander
offensichtlich so genau studiert, dass seine schlaksigen Bewegungen, jedes
Schulter­zucken und der treuherzige Dackelblick wie Reminiszenzen des charmanten
Schmähs des Originals aufscheinen. Stargast der Alexander-Show, zu der der Gastgeber inmitten einer schnuckeligen Chippendale-Kneipe mit Seventies-Interieur
lädt, ist der „Spatz von Avignon“, deren reimverliebte Hits Ursli Pfister mit glockenheller Stimme und markantem Haareschütteln zum Besten gibt.
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
Dauer ca. 2 Stunden, eine Pause
32
Die Kunst der Geschwister Pfister besteht darin, ihren Idolen in der Parodie Respekt
zu erweisen und sie nicht bloßzustellen. In einer perfekten Mischung aus sanfter Ironie
und Nostalgie mit Blick auf vergangene Zeiten erwachen neben den beiden großen
Schlagerstars auch Heintje, Roy Black und Katja Ebstein auf verblüffende Weise zu
neuem Leben.
Pfalztheater Kaiserslautern
in Koproduktion mit dem Tiroler
Landestheater Innsbruck
Text von Michel Carré und Eugène Cormon
Musikalische Leitung Samuel Hogarth
Inszenierung Urs Häberli
Bühne Thomas Dörfler
Kostüme Michael D. Zimmermann
Chor Johannes Köhler
Mit Christine Buffle (Leila), Daniel Kim (Nadir), Bernd
Valentin (Zurga), Alexis Wagner (Nourabad)
Preise 46 € / 39 € / 32 € / 25 €
Dauer ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause
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Wie im Himmel
Schauspiel mit Musik von
Kay Pollak
GROSSE BÜHNE
DI, 28.03.17, 19:30 UHR, COM 2,
TG 1
MI, 29.03.17, 14:30 UHR, SEN 2
Landestheater Tübingen
Inszenierung Christoph Roos
Bühne und Kostüme Anja Ackermann
Musikalische Leitung Frank Schlichter
Mit dem Beethovenchor Ludwigshafen
Mit Franziska Beyer, Laura Sauer, Carolin Schupa,
Sabine Weithöner; Martin Bringmann, Andreas
Guglielmetti, Rolf Kindermann, Michael Ruchter,
Patrick Schnicke, Daniel Tille, Lukas Umlauft
Große Bühne, Preise 28 €/ 24 €/ 20 €/ 16 €
SEN2 Einheitspreis 16 €
Dauer ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause
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D
er erfolgreiche Komponist und Dirigent Daniel Daréus befindet sich auf dem
Höhepunkt seiner Karriere. Doch sein ständiges Streben nach Perfektion
bringt den Musiker bald an seine Grenzen. Nachdem er bei einem seiner Konzerte
einen Herzinfarkt erleidet, kehrt er in sein schwedisches Heimatdorf zurück, wo er eine
Stelle als Kantor übernimmt und sich des örtlichen Kirchenchors annimmt. Durch seine
unkonventionellen Methoden entdecken die alteingesessenen Chormitglieder völlig
neue Seiten an sich. Vor allem die junge Sängerin Lena berührt eine empfindsame Seite
in ihm und nach langer Zeit spürt er wieder, was Liebe bedeutet.
Für alle Beteiligten beginnt ein neuer Lebensabschnitt.
Allerdings ist Daniel in dem eigenwilligen Dorf bald nicht mehr gern gesehen. Denn
durch seine Musik beschwört er eine Vielzahl alter Verletzungen, Sehnsüchte und
Probleme herauf, die von den angestammten Bewohnern der Stadt bisher bewusst
verdrängt und vor Außenstehenden verborgen wurden.
Kay Pollaks Film Wie im Himmel war 2005 für den Oscar als „Bester fremdsprachiger
Film“ nominiert und erhielt mehrere Preise. Das Gastspiel des Landestheaters Tübingen, bei dem in Ludwigshafen auch der Beethovenchor mitwirkt, verdeutlicht die
Kraft der Musik – wie sie verbindet, wie sie die Seelen der Menschen berührt – und
stellt wichtige Fragen zum eigenen Leben. Wer möchte ich sein? Und worauf kommt
es im Leben wirklich an?
4. Sinfoniekonzert
BASF-FEIERABENDHAUS
MI, 18.01.17, 20:00 UHR, SINF A
DO, 19.01.17, 20:00 UHR, SINF B
Deutsche Staatsphilharmonie
Rheinland-Pfalz
Darius Milhaud La Création du Monde
Sergej Prokofjew Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 19
Dimitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47
Dirigent Dimitrij Kitajenko
Solist Sergej Malov, Violine
Preise 47 € / 41 € / 33 € / 26 €
zzgl. 3 € an der Abendkasse
5. Sinfoniekonzert
BASF-FEIERABENDHAUS
MI, 15.03.17, 20:00 UHR, SINF A
DO, 16.03.17, 20:00 UHR, SINF B
D
er 1940 in St. Petersburg geborene
Dimitri Kitajenko zählt zu den bekanntesten Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit und dirigiert die bedeutendsten Orchester in Europa, Amerika
und Asien. Für die Einspielung sämtlicher
Sinfonien von Schostakowitsch, Prokofjew,
Tschaikowsky und Rachmaninov erhielt er
2015 u.a. den "Lifetime Achievement
Award" bei den "International Classical
Music Awards".
Preise 47 € / 41 € / 33 € / 26 €
zzgl. 3 € an der Abendkasse
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AMERICAN DRAMA GROUP EUROPE
Darius Milhauds fünfteiliges Werk La
création du monde ist geprägt durch die
Jazzinstrumentation und die herausstechenden Schlagzeugpartien. Sergej Prokofjews Violinkonzert Nr.1 in D-Dur zeichnet
sich durch seine filigranen Melodien und
durch seine Virtuosität aus. Energische
Rhythmen und harmonische Tonfolgen geben dem Stück Lebensfreude und Eleganz.
Dimitri Schostakowitschs fünfte Sinfonie in d-Moll von 1937 kann in Bezug auf die damalige politische Situation als äußerliche Anpassung gesehen werden, als Werk einer
inneren Gegenwehr und einer tief empfundenen Tragik.
D
ie Dirigentin Sung Shi-yeon wurde 1975 in Busa, Südkorea geboren. Sie studierte in Zürich und an der Universität der Künste in Berlin und gewann im
Laufe ihrer Karriere zahlreiche Wettbewerbe. So belegte sie als erste Frau
2006 den ersten Platz im „Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti“.
Seit 2014 ist sie Chefdirigentin des
Gyeonggi Philharmonic Orchestra.
Benjamin Brittens Variationen und Fuge
über ein Thema von Purcell, eines der
beliebtesten Orchesterstücke des Komponisten, sollte jungen Menschen unterschiedliche Instrumente in Aktion vorstellen. Im Klavierkonzert in G-Dur von
Maurice Ravel kommt es zu immer wiederkehrenden Elementen von baskischer
und spanischer Musik sowie Rhythmen
und Artikulationen des Jazz.
Benjamin Britten Variationen und Fuge
über ein Thema von Purcell op. 34
Maurice Ravel Klavierkonzert G-Dur
Edward Elgar Enigma-Variationen op. 36
Klavier Bertrand Chamayou
Dirigentin Sung Shi-yeon
FREMDSPRACHIGES THEATER
Die Idee zu seinen Enigma-Variationen kam
Edward Elgar beim Improvisieren am Klavier. In diesem mitreißenden Musikstück
portraitiert er Personen und Zeitgenossen
seiner Umgebung, z.B. seine Frau Alice.
Le Malade Imaginaire
A Christmas Carol
Half Broke Horses
Schauspiel von Molière in
französischer Sprache
Schauspiel nach Charles
Dickens in englischer Sprache
DI, 06.12.16, 11:00 UHR
MO, 12.12.16, 11:00 und 19:00 UHR
Stück nach einem Roman von
Jeanette Walls in englischer
Sprache
DI, 21.03.17, 11:00 und 19:00 UHR
Regie Gaspard Legendre
Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
Dauer ca. 2 Stunden
D
er Hypochonder und Geizkragen
Argan ist von einer Schar von fragwürdigen Heilern umgeben, die
mehr an ihrem Verdienst als an der Gesundheit des Patienten interessiert sind.
Er möchte seine Tochter Angélique mit
dem chaotischen Arzt Thomas Diafoirus
verheiraten, um immer einen Mediziner in
seiner Nähe zu haben. Es bedarf einiger
Verwicklungen und Tricks, bis Angélique
ihren Vater davon überzeugen kann, ihr zu
erlauben, ihren Geliebten Cléanthe zu heiraten. Vor allem aber muss sich Argan vor
seiner zweiten Frau Belinde hüten, die nur
auf sein Vermögen aus ist.
Regie Richard Clodfelter
Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
Dauer 2 Stunden 15 Minuten
W
eihnachten hält der griesgrämige und egoistische Ebenezer
Scrooge für vollkommen überschätzt und absoluten Humbug, und auch
seinen Mitarbeitern gönnt er nichts. Bis
ihm eines Nachts der Geist seines verstorbenen Arbeitskollegen erscheint, der wegen
seines legendären Geizes in Ketten geht.
Danach folgen der Geist der vergangenen,
der gegenwärtigen und der schwungvollen
Weihnacht, die Scrooge durch drastische
Beispiele läutern.
In der zauberhaften Inszenierung von
Richard Clodfelter verfolgt der Zuschauer
in amüsanten, turbulenten, aber auch
nachdenklichen Szenen die wachsende
Erkenntnis Ebenezer Scrooges, wie wichtig
Familie und Freunde sind.
Regie Paul Stebbings
Einheitspreis 23 €, ermäßigt 13 €
Dauer 2 Stunden 15 Minuten
A
uf einer Farm in Texas des 20. Jahrhunderts verbringt die kleine Lily
eine harte und arbeitsreiche Kindheit. Früh geht sie eigene Wege und entwickelt sich zur selbstbewussten und eigenverantwortlichen jungen Frau: Sie unterrichtet, zähmt wilde Pferde, lernt Auto
fahren und möchte eines Tages fliegen.
Durch ihre unkonventionelle Erscheinung
eckt sie oft in der Gesellschaft an und auch
ihre Ehe verläuft alles andere als glücklich.
Die American Drama Group inszenierte
die erzählenswerte Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau als Schauspiel in englischer Sprache für Jugendliche ab 14.
37
DI, 16.05.17
PROGRAMMVORSCHAU APRIL – JUNI 2017
APRIL ’17
FR, 28.04.17
JA
19:30 UHR
MI, 03.05.17
DO, 04.05.17
SINF A
Von Fatih Akin,
Mitarbeit Adam Bousdoukos
Inszenierung Matthias Faltz
Einheitspreis Jugendliche 9 €, Erwachsene 14 €
Familienpaket 28 €
Bruckner Orchester Linz
Preise 47 € / 41 € / 33 € / 26 €
zzgl. 3 € an der Abendkasse
Von Georg Büchner und Elfriede Jelinek
Junger Pfalzbau / Pfalzbau Bühnen
Ludwigshafen
Preise 54 € / 46 € / 38 € / 30 €
DO, 13.04.17
S 1, TG 1, WA
19:30 UHR
DO, 11.05.17
FR, 12.05.17
COM 1, TG 3
AL 2, TG 1, TG 6, JA
FR, 26.05.17
MT, TG 4, TG 5
19:30 UHR
MI, 14.06.17
DO, 15.06.17
MT, TG 2, TG 3
AL 1, TG 1
19:30 UHR
19:30 UHR
Oper von Nader Mashayekhi
Hessisches Landestheater Marburg
Werke von Elgar und Bruckner
Deutsche Staatsphilharmonie
Rheinland-Pfalz
19:00 UHR
20:00 UHR
20:00 UHR
FR, 07.04.17
BR 1 19:30 UHR
SA, 08.04.17 AL 1, TG 2, TG 4, TG 5 19:30 UHR
Tapestry / Maninyas / Velocity
Choreographien von Stanton Welch
JA
Pfalztheater Kaiserslautern
Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Inszenierung Holger Müller-Brandes
Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
Schauspiel mit Musik von Henry Purcell
nach William Shakespeare
SO, 28.05.17
Inszenierung Urs Häberli
Preise 46 € / 39 € / 32 € / 25 €
COM 1, S 2
19:30 UHR
Pfalztheater Kaiserslautern
MI, 21.06.17
DO, 22.06.17
19:30 UHR
19:30 UHR
COM 2, WA, JA
COM 1, TG 4
19:30 UHR
19:30 UHR
Inszenierung Tilman Gersch
Einheitspreis Jugendliche 9 €, Erwachsene 14 €
Familienpaket 28 €
SA, 29.04.17
SO, 30.04.17
WA
19:30 UHR
19:30 UHR
DO, 18.05.17
Musical von Barry Manilow
10:00 UND 16:00 UHR
Landestheater Coburg
Inszenierung und Choreographie Iris Limbarth
Komödie nach dem Roman von Thees Uhlmann
Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
Schauspiel Essen
Stück nach dem Roman von Judith Schalansky
Schauspiel Stuttgart
Badisches Staatstheater Karlsruhe
Szenische Einrichtung Armin Petras
Einheitspreis 26 €, ermäßigt 17 €
Schauspiel Frankfurt
Inszenierung Michael Thalheimer
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
MI, 03.05.17
DO, 04.05.17
BR 1
BR 2, PAS
Inszenierung Ingmar Otto
Preise 40 € / 34 € / 28 € / 22 €
JUNI ’17
Musiktheater von Guus Ponsioen
Nach einer Geschichte von Michael Tournier
für Kinder ab 5
MAI ’17
Von Heinrich von Kleist
Ein neues Musical
liebevoll zusammengeklaut aus dem
Monty–Python–Film Die Ritter der Kokosnuss
Inszenierung Tilman Gersch
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
MI, 07.06.17
D0, 08.06.17
S1
TG 6, WA
19:30 UHR
19:30 UHR
Théâtre de la Grenouille
19:30 UHR
19:30 UHR
Einheitspreis Kinder 5 €, Erwachsene 9 €
Familienpaket 20 €
SA, 20.05.17
SO, 15.05.17
COM 2, S 2
WA
19:30 UHR
19:30 UHR
Schauspiel von Gerhart Hauptmann
Schauspielhaus Bochum
Inszenierung Roger Vontobel
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
Von Georg Büchner und Elfriede Jelinek
Schwank von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby
White Water / Dust
Choreographien von Lin Hwai-min
Preise 46 € / 39 € / 32 € / 25 €
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Staatstheater Mainz
Inszenierung Peter Jordan und
Leonhard Koppelmann
Preise 35 € / 30 € / 25 € / 20 €
Junger Pfalzbau / Pfalzbau Bühnen
Ludwigshafen
Inszenierung Tilman Gersch
Einheitspreis Jugendliche 9 €, Erwachsene 14 €
Familienpaket 28 €
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THEATER IM PFALZBAU
IMPRESSUM
Berliner Straße 30, 67059 Ludwigshafen
www.theater-im-pfalzbau.de
[email protected]
Herausgeber
Theater im Pfalzbau Ludwigshafen
Intendant
Tilman Gersch
Redaktion
Carolin Grein, Dr. Roswita Schwarz,
Barbara Wendland, Selina Greiner
Konzept und Gestaltung
Double Standards
Druck
Frotscher Druck
Fotos
OFFENE WELT Eva Wunder, Portrait
Urs Häberli Marco Piecuch, Hänsel und
Gretel Marco Piecuch, Das Mädchen vom
Mond Philippe Jolet, Das große Buch
Katrin Schander, Das kalte Herz Joachim
Schmitz, Verteufelte Zeiten Maike Kollenrott, Abraham BoLahola, Das goldene
Vlies Sabine Haymann, Ali Baba Isabelle
Girard de Soucanton, Mad in Austria
Sandra Maria Schöner, Der Vogelhändler
Andrea Kremper, Holzklopfen Walter G.
Breuer, Attila Thomas Brenner, piano
piano Petra Hellberg, Gute Pässe
Schlechte Pässe Wonge Bergmann,
Happy Hunting Ground Badisches Staatstheater Karlsruhe, Oh là là Mireille Christian
Knecht, Die Perlenfischer Rupert Larl/
TLT, Wie im Himmel David Graeter, 4.
Sinfoniekonzert Van Hazenbrouck Artists,
5. Sinfoniekonzert Marco Borggreve, Le
Malade Imaginaire American Drama Group
Europe, A Christmas Carol American
Drama Group
THEATERKASSE /
RESERVIERUNGEN
Telefon (0621) 504 25 58
Fax (0621) 504 25 26
Mail pfalzbau.theaterkasse@ludwigs­
hafen.de
Telefonisch ist die Kasse erst 30 Minuten
nach Öffnung erreichbar.
ÖFFNUNGSZEITEN
Montags bis freitags von 10:00 – 13:00 Uhr
und von 16:30 – 19:00 Uhr, samstags von
11:00 – 13:00 Uhr.
Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor
Vorstellungsbeginn.
ONLINE-VERKAUF
www.theater-im-pfalzbau.de­unter „Tickets
kaufen“
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