Pressemitteilung

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Nr.: 23b/12 vom 05.06.2012
Postfach 50 12 27, 70342 Stuttgart
Tel.: 0711 / 5402 -124 / -137
Karin.Herczog@wilhelma.de
Florian.Pointke@wilhelma.de
Nachwuchs bei den Mandschurenkranichen:
Elternglück bei den Glücksbringern
Bereits im dritten Jahr nacheinander hat das junge Mandschurenkranich-Paar der Wilhelma
Nachwuchs bekommen: Das Küken schlüpfte Ende Mai auf der Stelzvogelwiese und folgt
seitdem den wachsamen Eltern auf Schritt und Tritt. Für die Wilhelma ist dies sehr erfreulich –
zumal die seltene asiatische Vogelart erst seit 2008 in Stuttgart gehalten wird.
In ihrer fernöstlichen Heimat gelten Mandschurenkraniche als die Glücksbringer schlechthin und
stehen für ein gesundes, langes Leben. Trotzdem – oder gerade deshalb – wurden sie noch bis zu
Beginn des 20. Jahrhunderts stark bejagt. In Japan galt ein Kranich als besondere Delikatesse, die
vor allem zum Neujahrsfest auf den Tisch kam. Erst nachdem die Bestände fast vollständig erloschen
waren, wurde die Jagd strikt verboten, so dass es heute zumindest auf der japanischen Insel
Hokkaido wieder eine stabile Population der Mandschurenkraniche gibt. Auf dem Festland, in China,
der Mongolei und auf der koreanischen Halbinsel hingegen ist es um die Art nicht so gut bestellt: Hier
macht den Vögeln vor allem der Verlust ihres Lebensraums zu schaffen. Sie sind auf große
Sumpfgebiete angewiesen, in denen sie ungestört ihre Jungen groß ziehen können. Zudem werden
ihre Überwinterungsgebiete immer häufiger trocken gelegt, um Nutzflächen für die Landwirtschaft zu
gewinnen. So wurde der Mandschurenkranich zu einem der seltensten Kraniche weltweit.
Umso erfreulicher ist, dass die Zucht dieser imposanten Vögel in Gehegen, unter anderem in der
Wilhelma, gut funktioniert. Dabei legen Mandschurenkraniche in der Regel zwei Eier, die von Henne
zu Henne ganz anders gefärbt sein können: von bläulich, über braun gesprenkelt – wie beim
Wilhelma-Weibchen – bis hin zu schneeweiß. Dies ist einzigartig: Normalerweise haben innerhalb
einer Kranichart alle Eier die gleiche Färbung. Keine Farbunterschiede gibt es bei den geschlüpften
Küken – sie tragen alle ein braunes Dunenkleid, mit dem sie hervorragend getarnt sind. Zusätzlich
werden sie von den Eltern mit Argusaugen bewacht und vor Feinden mutig verteidigt. Bereits mit drei
Monaten sind die jungen Mandschurenkraniche so groß wie ihre Eltern und haben ihre Dunen gegen
„richtige“ Federn getauscht. Während der ersten zwei Lebensjahre verrät jedoch ihr bräunliches
Federkleid ihr Alter, erst danach tragen sie rein weiße und schwarze Federn. Für eigenen Nachwuchs
sorgen sie ab drei bis vier Jahren, wenn sie den passenden Partner gefunden haben. Diesem bleiben
sie – wie alle Kraniche – ein Leben lang treu. Um die Paarbindung zu stärken, veranstalten
Mandschurenkraniche jedes Jahr aufs Neue atemberaubend schöne Tänze mit ausgefeilter,
besonders figurenreicher Choreografie. Und klangvoll geht es beim Balzen ebenfalls zu: Ihre
trompetenden Rufe schallen dank der gebogenen Form ihrer Luftröhre dann kilometerweit.
Sobald das in der Wilhelma geborene Kranichküken groß genug ist, wird es in einem anderen Zoo ein
neues Zuhause finden und dort mit einem passenden Partner eines Tages selbst Junge aufziehen.
Damit diese bedrohte Vogelart auch in Zukunft überleben kann.
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Bild 1: Dürfen wir vorstellen: Der diesjährige Nachwuchs der Mandschurenkraniche auf den
Stelzvogelwiesen. Bild 2a/2b: Das Küken wird von den Kranich-Eltern – auf Bild 2a von der Mutter, auf
Bild 2b vom Vater, erkennbar an der größeren karmesinroten "Krone" – gut behütet. Bild 3:
Mandschurenkranich-Küken können als Nestflüchter kurz nach dem Schlüpfen laufen und schwimmen.
Bild 4: Bei den Kranichen kümmern sich immer beide Elternteile um den Nachwuchs. Bild 5: Die
Kranicheltern füttern das Küken mit Würmern, Insekten und anderen Kleintieren. Fotos: Wilhelma
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