Mitteilungen VSD - Volkssternwarte Darmstadt eV

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Inhalt, Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Neues aus Astronomie und Raumfahrt — Wolfgang Beike . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
Kometenfragmente über Darmstadt — Wolfgang Beike . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Bericht der Jahreshauptversammlung — Martina Mann und Andreas Domenico . . . . . . . . . . . . . . . 8
Vorschau Juli / August 2006 — Alexander Schulze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Der 5. astronomische Kinder-Workshop: Raumfahrt“ — Bernd Scharbert . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
”
Neue Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit — Bernd Scharbert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Meilensteine der Astronomie“ (Rezension) — Andreas Domenico . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
”
Faszination Universum“ (Rezension) — Andreas Domenico . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
”
Veranstaltungen und Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Zum Titelbild
Am 18. April lieferte das Weltraumteleskop Hubble, dessen Jahre bereits gezählt sind (es wird voraussichtlich 2013 vom James Webb Space Telescope abgelöst), den Astronomen einen außergewöhnlichen
Blick auf den Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann 3, der noch immer in seine Einzelteile zerfällt. Dabei lieferte Hubble Details über bisher unbekannte Fragmente, die erdgebundenen Teleskopen verborgen
geblieben sind und darüber hinaus auch wertvolle Informationen über den Kern des Kometen. Der Komet
besteht heute aus einer Kette von etwa drei Dutzend einzelner Fragmente, die sich über mehrere Grad
am Himmel erstrecken. Die Aufnahmen belegen dabei, dass einzelne Fragmente des Kometen immer noch
weiter auseinander fallen. Hubble entdeckte zahlreiche weitere Minifragmente, die den größeren Brocken
schweifartig folgen. Lesen Sie zu diesem Thema den Beitrag Kometenfragmente über Darmstadt“ ab
”
Seite 5. (Aufnahme: NASA/ESA).
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Impressum
Die Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt“
”
erscheinen alle zwei Monate im Eigenverlag des Vereins
Volkssternwarte Darmstadt e.V. — Der Verkaufspreis
ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Namentlich
gekennzeichnete Artikel geben nicht in jedem Fall die
Meinung des Herausgebers wieder. Urheberrechte bei
den Autoren.
Geschäftsstelle / Redaktion: Flotowstr. 19,
64287 Darmstadt, Tel.: 06151-130900, Fax.: 06151130901. Vertrieb: Peter Lutz. Redaktionsltg.: Andreas Domenico. Layout, Satz: Andreas Domenico.
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Druck: Digital Druck GmbH & Co KG, Landwehrstr.
58, 64293 Darmstadt. Auflage: 200.
Volkssternwarte Darmstadt e.V.: Andreas Domenico (1. Vorsitzender), Bernd Scharbert (2. Vorsitzender), Paul Engels (Kassenwart), Martina Mann
(Schriftführerin), Heinz Johann (Sternwartenleiter), Peter Lutz (Vetrieb Mitteilungen). Jahresbeitrag: 60
EUR bzw. 30 EUR (bei Ermäßigung). Konto: 588
040, Sparkasse Darmstadt (BLZ 508 501 50). Internet:
http://www.vsda.de, email: [email protected]
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Astro-News
Neues aus Astronomie und Raumfahrt
von Wolfgang Beike
Das Weltraumlabor Columbus wurde Ende Mai
mit einem Beluga-Großraumflugzeug zum NASAWeltraumbahnhof in Florida transportiert. Das Labor mit modernsten Experimentieranlagen wurde
im Bremer Raumfahrtunternehmen EADS Space
Transportation entwickelt und montiert. An dem
Projekt waren 40 weitere Unternehmen aus zehn
europäischen Ländern beteiligt. Columbus ist der
zentrale Beitrag der ESA für die ISS. Das Labor
soll zehn Jahre lang eingesetzt werden. Während
dieser Zeit wollen europäische Wissenschaftler mit
Hilfe der Astronauten an Bord zahlreiche Experimente zur Grundlagenforschung durchführen. Columbus wird voraussichtlich im Herbst 2007 mit einem Spaceshuttle zur ISS gebracht.
Spezial-Turnschuhe für das Weltall sollen
Astronauten künftig dabei helfen, Muskelschwund
in der Schwerelosigkeit zu verhindern. Die japanische Sportschuh-Firma Asics stellte einen Prototyp der neuen Treter vor, die der japanische Astronaut Takao Doi bei seinem Shuttle-Flug zur ISS im
kommenden Jahr testen soll. Die Space-Schuhe wiegen nur 130 Gramm und sind an den Zehen leicht
nach oben gebogen. Dadurch werde die Wade des
Trägers selbst unter Schwerelosigkeit ständig beansprucht, erklären die Erfinder. Das Projekt wurde gestartet nachdem ein russischer Kosmonaut geklagt hatte, normale Turnschuhe verursachten ihm
im Weltall Schmerzen. Bis zum ersten Einsatz will
Asics das Design noch etwas futuristischer gestalten.
Das Space Shuttle besitzt etwa 25.000 Hitzeschutzkacheln. Die meisten sind individuell
geformt, können deshalb während des Fluges
nicht durch Standard-Kacheln ersetzt werden und
müssen auch am Boden aufwendig gewartet werden. Die Kacheln verursachen hohe Betriebskosten.
Und das alles, weil das Raumschiff rund ist. Jetzt
hat das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) SHEFEX vorgestellt. Bei diesem
System werden standardisierte gerade Kacheln verwendet, die nicht so anfällig sind und leicht ausgetauscht werden können. Ein erstes Testmodell sieht
aus wie die facettenreiche Spitze eines Füllfederhalters. Ebene Flächen sind in der Herstellung deutlich günstiger als gekrümmte, das Einsparpotenti-
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
al wird auf 50 bis 70 % geschätzt. Eine zweistufige Forschungsrakete ausgestattet mit der neuen
Geradwand-Technik erreichte eine Höhe von 210
km. Die Forscher wollten vor allem herausfinden,
ob die ungewöhnliche Facetten-Struktur den enormen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Atmosphäre standhält und die Aerodynamik funktioniert. Wann aber das erste Raumschiff in Füllfederhalterform abheben wird, will beim DLR niemand
sagen.
Die NASA erweitert ihre kostenlose InternetSoftware World Wind, die mit komplexen dreidimensionalen Planetenansichten aufwartet. Bislang werden Erde, Mond, Venus, Mars und Jupiter virtuell dargestellt. Die Planeten lassen sich per
Mausklick kippen oder in Rotation versetzen. Nutzer können sogar einen Marsflug simulieren und auf
den Bodenkarten Krater und Höhenzüge erkunden.
Dazu gibt es Informationen über Raumsonden und
Landeroboter. Nötig dazu ist eine schnelle Verbindung ins Netz und etwas Geduld beim Ausprobieren. (worldwind.arc.nasa.gov).
Auf dem Saturnmond Titan gibt es riesige
Dünenfelder, die an Wüsten wie die Sahara oder
die Namib auf der Erde erinnern. Die in Radaraufnahmen der Raumsonde Cassini entdeckten Dünen
sind bis zu 150 Meter hoch und mehrere hundert
Kilometer lang, berichtet ein internationales Forscherteam. Anders als irdische Sanddünen bestehen
die Dünen auf Titan jedoch vermutlich aus Wassereiskristallen oder einem organischen Material, so
genau weiß man das noch gar nicht. Breite, Abstand und Länge der Dünen auf dem Saturnmond
sind sehr ähnlich wie bei irdischen Längsdünen etwa in der Wüste Namib. Die Dünenfelder überstreichen große, äquatornahe Bereiche des Saturnmondes. Da sie ungefähr in Ost-West-Richtung angeordnet sind, vermuten die Forscher, daß die Dünen
durch östliche Winde geformt wurden. Als nächstes
soll geklärt werden, welche geologischen Prozesse
diese sandgroßen Körner produzieren.
Pikante Dreiecksgeschichten gibt es nicht nur bei
Menschen, sondern auch im All. Der Planet Neptun
hat seinen größten Mond Triton einem anderen
Himmelskörper ausgespannt. Das schließen amerikanische Astronomen aus Berechnungen zur Her-
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Astro-News . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
kunft des ungewöhnlichen Neptunbegleiters, der
fast eineinhalbmal so groß ist wie der Nachbarplanet Pluto. Demnach wanderte Triton zusammen
mit seinem ursprünglichen Partner als Teil eines
Doppelsystems durch das Sonnensystem und geriet dabei in die Nähe des Neptun. Seine große Anziehungskraft trennte das Paar: Triton wurde zum
ständigen Begleiter des Planeten, während sein ExPartner durch die Trennung in die andere Richtung
beschleunigt wurde und verschwand.
In den Außenbereichen unseres Sonnensystems
liegt der Kuiper-Asteroidengürtel. Kürzlich legten Astronomen eine Untersuchung vor, bei der die
Bahnen seiner 1.100 bisher bekannten Objekte sehr
genau vermessen wurden. Sinn des zwei Jahre dauernden Projektes war es, ein besseres Verständnis für diese äußert langsam über den Himmel
wandernden Asteroiden zu entwickeln. So zeigte
sich, daß etliche Asteroiden nur in Sonnennähe in
den Kuiper-Gürtel eintauchen, den größten Teil ihrer Bahn aber weit außerhalb durchlaufen. Andere wiederum besitzen eine zur Ekliptik stark geneigte Bahn wie etwa der 500 km-Asteroid Buffy.
Diese fernen Himmelskörper sind kaum noch an
die Schwerkraft der Sonne gebunden. In der Vergangenheit könnten sie etwa durch Begegnungen
mit Neptun oder auch durch einen vorbeiziehenden Stern auf eine exotische Umlaufbahn gezwungen worden sein. Scheinbar gibt es außerhalb des
Kuipergürtels noch einiges zu entdecken.
Seit den sechziger Jahren bereitet Wega den
Astronomen Kopfzerbrechen, weil sie doppelt so
hell strahlt wie sie nach der Theorie eigentlich sollte. Jetzt gelang es Deane Peterson von der Stony
Brook University und ihrem Team mit modernsten
interferometrischen Techniken, das Rätsel zu lösen:
Wega rotiert extrem schnell und ist dadurch stark
abgeplattet. Sie ist an den Polen mit 10.000◦ C
deutlich heißer als am Äquator, der 8.000◦ C aufweist. Zufällig zeigt ihre Polachse fast genau auf
die Erde, sie erscheint uns also besonders heiß bzw.
leuchtstark. Das geschätzte Alter des Sterns muß
von 350 auf 570 Millionen Jahre korrigiert werden.
Wega gilt zudem als Prototyp eines jungen Sterns
mit einer Gas- und Staubscheibe, in der möglicherweise Planeten entstehen. Aus dem neuen Alter folgt deshalb, daß die Entstehung von Planeten
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langsamer abläuft, als bislang gedacht.
Geologen haben unter dem Eisschild der Antarktis den mit 480 km Durchmesser größten bekannten
Meteoriten-Krater der Erde entdeckt. Der gewaltige Einschlag könnte vor 250 Millionen Jahren
das große Massensterben zwischen den Erdzeitaltern Perm und Trias verursacht haben. Die Wissenschaftler stützen ihre Thesen auf Gesteinsdichtemessungen von Satelliten, Höhenradaraufnahmen
und Vermessungen der Erdkrustendicke. Die klimatischen Veränderungen führten zum Aussterben
von über 90 % der Arten insbesondere von Trilobiten (Krebse) und frühen Korallen. In der beginnenden Trias schlug die Stunde der Vögel und Reptilien, die Zeit der Dinosaurier begann. Ihre Herrschaft
sollte 185 Millionen Jahre währen, und wiederum
war es ein verheerender Asteroidentreffer, diesmal
auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan, der ihren
Untergang beschleunigte.
Was war vor dem Urknall? Diese Frage gilt unter
Kosmologen als unbeantwortbar, ja als unsinnig.
Doch neue Theorien rücken die Zeit“ vor der Er”
schaffung unseres Kosmos zusehends in Reichweite physikalischer Forschung. Amerikanischen Forschern gelang es nun zu zeigen, daß vor dem Urknall ein Universum ganz ähnlich dem unseren existiert haben könnte, das allerdings nicht expandierte, sondern kollabierte. Diese Idee des Big-Crunch
ist nicht neu. Das gewaltige Problem dabei ist,
daß sich im Augenblick des Urknalls die gesamte unvorstellbar große Masse des Universums auf
die Größenordnung von atomaren Teilchen konzentrierte. Eine physikalische bzw. mathematische Beschreibung solcher extremen Zustände war bisher
nicht möglich. Die Forschergruppe nutzte für ihre Rechnungen die Quantenschlaufen-Theorie, eine
der führenden Ansätze zur Vereinigung von Quantentheorie und Relativitätstheorie. In dieser Theorie besitzt die Raumzeit selbst eine diskrete Struktur, ist also gequantelt. Der uns vertraute, scheinbar kontinuierliche Raum ist darin ein feines Gewebe aus eindimensionalen Quantenfäden. Unter den
extremen Bedingungen des Urknalls zerreißt dieses
Gewebe, wodurch die Gravitation zu einer abstoßenden Kraft wird – dadurch kehrt sich der Kollaps des Vorgängerkosmos zur Expansion unseres
Universums um.
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Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beobachtungen
Kometenfragmente über Darmstadt
73P/Schwassmann-Wachmann 3 zerfällt
von Wolfgang Beike
Ein seltenes Schauspiel bot sich am diesjährigen Frühlingshimmel. Eine ganze Armada von Kometenfragmenten zog in geringem Abstand an der Erde vorbei und zerbröselte dabei immer weiter. Einige dieser
Bruchstücke waren so hell, daß sie im Fernglas sichtbar wurden. Aber der Reihe nach.
Was bisher geschah
Komet Schwassmann-Wachmann 3 war die dritte und letzte Entdeckung der beiden Astronomen
Arnold Schwassmann und Arno Arthur Wachmann
an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf. Am 2.
Mai 1930 fand sich der Schweifstern auf einer ihrer
Fotoplatten. Er umrundet die Sonne innerhalb von
nur 5,4 Jahren. Sein Orbit ist für einen Kometen
auffallend klein: Es reicht ungefähr von der Erdbahn bis zum Jupiter. SW3 ist ein kleiner Komet.
Sorgfältige Messungen am französischen Observatorium in Meudon ergaben einen Kerndurchmesser
von nur 400 Metern. So gelang es trotz intensiver
Bemühungen nicht, ihn bei der nächsten Wiederkehr 1935-1936 zu finden. Auch bei den folgenden
Vorbeiflügen an der Sonne blieb er verschollen. Erst
am 13. August 1979 entdeckten ihn zufällig Astronomen in Australien wieder.
Seine Bahn hatte sich inzwischen wegen eines
Rendezvous mit Jupiter verändert. Auch bei der
nächsten Wiederkehr, 1985/86, versteckte sich SW3
vor den Teleskopen der Astronomen. Erst 1990 gelang es, ihn abermals zu finden. Doch 1995 sollte sich einiges ändern. Anfang September, als sich
der Schweifstern am Himmel nahe bei der Sonne
befand und mit optischen Fernrohren nicht zu sehen war, bemerkten Radioastronomen einen unerwarteten Anstieg der Kometenaktivität. Nachdem
er sich von der Sonne wieder weit genug entfernt
hatte, leuchtete er in den Teleskopen auch deutlich
heller als erwartet. Anfang Oktober 1995 stieg die
Helligkeit nochmals deutlich an. Der Komet wurde
zum Feldstecherobjekt. Die Ursache der unerwarteten Helligkeitszunahme offenbarte sich im Dezember, als Observatorien von mehreren Kometenkernen berichteten.
SW3 war offensichtlich in mindestens fünf Teile
zerbrochen. Der Grund dafür ist nie ganz geklärt
worden, doch vermutlich haben Wärmespannungen
im Kern während des Vorbeiflugs an der Sonne zur
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Spaltung geführt. Drei Bruchstücke von SW3 —
C, B und E — konnten bei der nächsten Rückkehr
im Jahr 2001 wieder aufgespürt werden und auch
diesmal waren sie heller als erwartet. Aber immerhin war der Zerfall nicht weiter fortgeschritten –
damals wurden keine neuen Fragmente entdeckt.
In der Nacht vom 23. auf den 24. April 2006 fand
das Very Large Telescope (VLT) der ESO ein Fragment von SW3, das sich erst vor wenigen Tagen
gelöst hat. Zur großen Verwunderung der Forscher
zerfiel auch dieses Fragment in weitere Einzelteile.
Bis Anfang Mai wurden fast 60 Trümmerteile des
Kometen aufgespürt. Es dürfte hier zu einer wahren Explosion von frischem Material aus dem Kometeninneren gekommen sein. Je kleiner die Teile
werden, desto kürzer scheinen sie zu leben und teilen sich danach erneut, bis der gesamte Komet ein
Staubwölkchen ist.
Der Komet über Darmstadt
Doch nun zum praktischen Teil. Nach dem Vortrag über Schwarze Löcher von Sebastian Hönig am
29. April präsentierten wir unseren Gästen noch
in der Dämmerung Saturn in den Teleskopen des
Observatoriums. Natürlich sorgte der schnelle Zerfall des Bröselkometen, von dem auch die Medien Notiz nahmen, für Gesprächsstoff und eine halbe Stunde später ließ sich die C-Komponente von
Schwassmann-Wachmann mit einem Fernglas nahe
der Kastensterne des Herkules aufspüren. Verglichen mit dem berühmten Kugelhaufen M 13 war
das Kometenfragment zwar nur ein müdes Wölkchen aber der Anblick steigerte sich im Zwölfzöller.
Am Abend des 2. Mai entstand folgende Aufnahme der C-Komponente am Zwölfzöller, der Komet
war jetzt noch knapp 17 Millionen km von der Erde
entfernt. Wer mit hoher Vergrößerung beobachtete
sah, wie sich die Lage des Kometen zu den Feldsternen ständig veränderte. In sechs Minuten wanderte SW3 um einen Jupiterdurchmesser am Himmel
weiter, an einem Tag überquerte er jetzt 3◦ .
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Beobachtungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Die B-Komponente
Etwa 11◦ westlich von der hellen C-Komponente
ließ sich am 2. Mai mit einem 20-cm-DobsonTeleskop bei 50-facher Vergrößerung die BKomponente einfangen. Sie war kleiner, schimmerte eine Magnitude schwächer besaß aber ein helles
Zentrum. Bemerkenswerterweise erschien sie völlig
rund zeigte also keinen Schweifansatz oder ähnliches. Hochauflösende Aufnahmen bei sehr ruhiger Luft zeigten, daß die B-Komponente Ende
April aus zwei Kernbruchstücken bestand, die dicht
nebeneinander herflogen. Nach einem moderaten
Ausbruch Anfang Mai war B zunächst wieder diffuser und schwächer geworden, aber am Morgen des
8. Mai wurden die Beobachter erneut durch eine
starke Kondensation überrascht, die es Tags zuvor nicht gegeben hatte: Viel frischer Staub war
von dem kleinen Kern freigesetzt worden. Unter
sehr dunklem Himmel konnte B sogar mit bloßem
Auge gesehen werden. In dieser Zeit wurden Jets
und Streamer beobachtet. Folgende drei Aufnahmen zeigen, wie schnell sich die Koma in wenigen
Tagen verändert hat.
Die C-Komponente von SW3 am 2. Mai, Aufnahme mit Digitalkamera am Zwölfzöller des Observatoriums.
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Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Beobachtungen
Veränderungen der B-Komponente, Aufnahmen am 5., 8. und 9. Mai von Horace Smith am 24-Zöller der Michigan
State University.
Das wissenschaftliche Interesse an SW3 ist groß.
Selbst die besten Teleskope der Welt wie Hubble, Spitzer oder das japanische Subaru reservierten
Beobachtungszeit für die Kometenfragmente. Die
Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble, die auf
dem Titel dieser Mitteilungen abgebildet ist, gibt
einen Eindruck davon, wie viele Kernbruchstücke
im Kielwasser der B-Komponente drifteten.
Am 12. Mai befanden sich die Komponenten von
SW3 in Erdnähe. Der Abstand verringerte sich auf
nur“ 11 Millionen km. Dies ist weniger als al”
les, was helle Kometen seit Hale-Bopp erreichten.
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Selbst der erdnahe Komet Hyakutake blieb uns
weiter vom Leib. Viele Beobachter hofften deshalb
auf Sternschnuppenströme so wie sie auch im Entdeckungsjahr des Kometen zu sehen waren. Ende
Mai verschwanden die Komponenten in der Morgendämmerung, das Perihel fand am 7. Juni statt.
Im Juni wanderte der Komet in südliche Gefilde
und verlor an Helligkeit. Zumindest die größeren
Komponenten B und C haben der Sonneneinwirkung standgehalten. Vielleicht gibt es in fünfeinhalb Jahren ein Wiedersehen mit SchwassmannWachmann 3.
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Aus dem Verein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Bericht der Jahreshauptversammlung
von Martina Mann und Andreas Domenico
16 stimmberechtigte Mitglieder fanden sich am 8. April 2006 um 20.00 Uhr zur ordentlichen Mitgliederversammlung (Jahreshauptversammlung) der Volkssternwarte Darmstadt e.V. im Vortragssaal des Observatoriums Ludwigshöhe ein. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung aus dem Protokoll.
Die Begrüßung und Eröffnung der Versammlung
erfolgte durch den 1. Vorsitzenden Andreas Domenico. Die Einladung wurde über die Mitteilungen
fristgerecht an alle Mitglieder verschickt, womit die
Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung festgestellt wurde. Nach dem Verlesen der Tagesordnung wurde Martina Mann als Protokollführerin
bestimmt.
Berichte
Mitgliederstatistik: Im Bericht über die Lage
”
des Vereins“ stellte der 1. Vorsitzende die Mitgliederstatistik vor. Ende 2005 gab es 119 ordentliche
Mitglieder, wovon knapp 80 % männlich sind. Es
gab 7 Neuzugänge und 3 Austritte. Somit können
wir einen leichten Aufwärtstrend verzeichnen.
Veranstaltungen: Bei den Vortragsveranstaltungen gab es im Jahr 2005 sechs Gastdozenten,
aber nur zwei Referenten aus dem Verein. Auch der
Tag der offenen Tür“ 2005 war ein großer Erfolg,
”
der sehr viele Besucher auf die Sternwarte lockte.
Mitteilungen: Auch im vergangenen Jahr wurden wieder sechs Ausgaben der Mitteilungen hergestellt und veschickt. Die Zahl der Autoren hat jedoch drastisch abgenommen. Derzeit verfassen nur
noch drei Mitglieder regeläßig Artikel und Rubriken. Der 1. Vorsitzende — gleichzeitig Redaktionsleiter der Mitteilungen — bittet die anwesenden aktiven Mitglieder mehr Artikel zu schreiben, um das
Vereinsheft abwechslungsreicher zu gestalten.
Homepage: www.vsda.de ist zu einer vielbesuchten Web-Adresse geworden. Die Webseite wird positiv hervorgehoben, da schon viele Besucher den
dort beschriebenen Anfahrtsweg nutzen konnten.
Umstritten sind die Veränderungen im Design, seit
die Seiten auf PHP umgestellt wurden.
Berichte der Gruppenleiter: Heinz Johann berichtete in seiner Eigenschaft als technischer Leiter der Sternwarte über erfolgte und noch durchzuführende Baumaßnahmen im Observatorium. So
wurden 2005 ein Spülbecken im Toilettenvorraum
8
installiert und die Eingangstür neu gestrichen. Das
Plattformdach, das sich im letzten Winter unter
dem Gewicht der Schneedecke gesenkt hatte, wurde zwischenzeitlich angehoben. Der 2. Vorsitzende Bernd Scharbert berichtete über die Astronomischen Workshops. 2005 fanden zwei Workshops
für Grundschulkinder statt. Die Nachfrage bei den
Eltern ist nach wie vor sehr hoch. Die Beobachter
Dr. Robert Wagner und Wolfgang Beike berichteten über Aktivitäten auf dem Sektor Astrofotografie. Dabei konnte (oder mußte) festgestellt werden,
daß die chemische Fotografie in der VSDA praktisch ausgestorben ist. Derzeit beschäftigen sich etwa fünf Beobachter mit digitaler Astrofotografie,
teils mit Digitalkameras, teils mit Webcams.
Kassenbericht
Der Kassenwart Paul Engels gab einen Überblick
über den Stand des Girokontos, welches in 2005
ausgeglichen abschloß. Es gab abgesehen von der
Schilder-Spende und den Barspenden im Observatorium, die nicht in der Auflistung aufgeführt sind,
nur kleinere Spenden. Um größere Investitionen
zu tätigen benötigen wir mehr und größere Spenden. Die Kosten für Wasser, Kanal und Müllabfuhr
sind gleich geblieben, die Kosten für Herstellung
und Versand der Mitteilungen sind hingegen relativ
hoch. Jedoch sind diese Investitionen unverzichtbar, da das Vereinsheft für viele nicht-aktive Mitglieder die einzige Verbindung zum Verein darstellt.
Bis heute fehlen noch ein einige Beitragszahlungen
von Mitgliedern. Nicht nur der Kassenwart hofft,
dass diese noch gezahlt werden.
Andreas Domenico gab den Überblick über die
Nebenkasse (Barkasse des 1. Vorsitzenden), in die
alle Bareinnahmen aus Eintritten, Spenden und
Verkäufen im Observatorium fließen. Die Einnahmen durch Eintrittsgelder sind mit rund 1800 Euro
recht hoch. Der Reingewinn ist weitaus geringer als
diese Summe, denn ihr sind u. a. die Honorare der
Gastdozenten, Rückerstattungen für Aufwendungen und die Kosten der Geschäftsstelle (Büroma-
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Aus dem Verein
terial, Porto, Telefon etc.) abzuziehen. Der Verein
verzeichnet keine hohen Gewinne und kommt somit den Auflagen der Gemeinnützigkeit nach. Der
Freistellungsbescheid wurde zuletzt am 21.06.2005
ausgestellt und ist für 3 Jahre gültig. Die Kassenprüfer Roswitha Steingässer und Lothar Wallat bescheinigten eine ordungsgemäße Buchführung. Anschließend wurde die Entlastung des Vorstandes beantragt, die mit 14 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen bestätigt wurde.
Vorstandswahl
Für die Durchführung der Neuwahl des Vorstandes wurde Dr. Robert Wagner als Wahlleiter bestimmt. Die Vorschläge für den 1. Vorsitzenden waren: Andreas Domenico, Bernd Scharbert und Peter Lutz. Andreas Domenico wurde mit 15 Stimmen und 1 Enthaltung als 1. Vorsitzender wiedergewählt. Für den 2. Vorsitzenden wurden Bernd
Scharbert und Peter Lutz vorgeschlagen. Bernd
Scharbert wurde mit 15 Stimmen und 1 Enthaltung als 2. Vorsitzender wiedergewählt. Als Beisitzer wurden Heinz Johann, Dr. Dirk Scheuermann,
Peter Lutz, Paul Engels, Martina Mann, Wolfgang
Beike und Dr. Robert Wagner vorgeschlagen. Alle
Vorgeschlagenen wurden mit 15 Ja-Stimmen und
1 Enthaltung en-bloc“ gewählt. Lothar Wallat
”
bleibt im Amt als Kassenprüfer. Als zweiter Kassenprüfer wurde Dr. Dirk Scheuermann vorgeschlagen und einstimmig gewählt.
Aktivitäten 2006
Mitteilungen: Wie bereits festgestellt gibt es
zu wenige Autoren. Es erfolgte ein Aufruf an die
Mitglieder aktiv an den Mitteilungen mitzuwirken
und beispielsweise über folgende Themen zu schreiben: Beobachtung, Bebachtungstechnik, Themen
aus Astronomie und Raumfahrt.
Homepage: Zukünftig sollen Berichte oder Zusammenfassungen über die auf der Sternwarte
stattfindenden Vorträge online gestellt werden.
Auch müssen mehr Informationen für die Jugend
bereit gestellt werden. Die Beobachtungsergebnisse, z. B. Fotos, sollten ebenfalls aktualisiert werden. Derzeit existieren nur alte Beobachtungsberichte und Aufnahmen auf den Webseiten. Im Allgemeinen soll die Webseite der VSDA aktueller und
pflegeleichter werden.
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Vortragsraum: Die Fotowand des Vortragsraumes wird aktualisiert. Zur Zeit hängen nur ältere
Fotos an der Fotowand. Ebenso soll die Ausstellung in der Sternwarte erweitert bzw. aktualisiert
werden, z. B. durch neue Poster und Modelle.
Tour nach Effelsberg: Für den kommenden
Herbst ist eine Tour zum Radioteleskop in Effelsberg geplant. Je nach Teilnehmerzahl wird ein Bus
organisiert oder mit Privatfahrzeugen die Fahrt angetreten.
Optikpflege: Dieses Jahr wird sich unter Organisation von Dr. Robert Wagner um die Pflege und
Justierung der Optik sowie das Beschichten der
Spiegel gekümmert.
Astro-CD: Es wird eine Astro-CD zur Präsentation der VSDA mit folgendem Inhalt erstellt:
Einführung in die Astronomie, Informationen zur
VSDA, Fotos der Beobachtungs-CD von Wolfgang
Beike.
Planeten-Wanderweg: Die Idee eines PlanetenLehrpfades im Darmstadt Stadtwald — in der Nähe
des Observatoriums — wird momentan diskutiert.
Unterstützung könnte von Seite des Odenwaldclubs
kommen, auch andere Sponsoren sollten einfach zu
finden sein, da ein Vermerk des Sponsors leicht
an den einzelnen Stationen anzubringen ist. Es
muss nun überlegt werden, wie sich der PlanetenWanderweg umsetzen lässt, bzw. ob der Forst einem solchen Vorhaben überhaupt zustimmt.
Veranstaltungen: Die astronomischen Workshops für Grundschulkinder werden fortgeführt
(der nächste ist bereits am 15. Juli). Das Angebot
soll auch auf Workshops und Seminare für Ältere
ausgeweitet werden. Angestrebt werden auch ein
weiterer Tag der Offenen Tür“ sowie ein Raum”
”
fahrttag“ der zusammen mit der ESOC veranstaltet werden könnte, sowie eine Infostand-Aktion in
der Innenstadt.
Renovierungen: Im Observatorium haben bereits umfangreiche Renovierungsarbeiten begonnen. Diese betreffen den Aufenthaltsraum (ehem.
Jugendraum) und die Bibliothek. Demnächst werden auch die Wegweiser in der Sternwarte erneuert, sowie zahlreiche weitere kleine und große
Bau-, Renovierungs- und Entrümpelungsmaßnahmen durchgeführt.
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Astronomischer Kalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Vorschau Juli / August 2006
von Alexander Schulze
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Alle Zeitangaben für ortsabhängige Ereignisse beziehen sich auf Darmstadt, 49◦ 50’ N, 08◦ 40’ O. Alle
Zeitangaben erfolgen (soweit nicht anders angegeben) in Ortszeit (CEST/MESZ).
Sonne
Zu Anfang Juli finden wir die Sonne im
Sternbild Zwillinge, wo sie ihr Deklinationsmaximum für dieses Jahr hinter sich gebracht hat. Am
21. Juli wechselt sie gegen 00:54 weiter ins Sternbild
Krebs, am 10. August gegen 23:58 in den Löwen. Ihre Deklination sinkt dabei von anfangs +23◦ 08’27”
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Antares
Sco
Aufgang
05:23
05:35
05:57
06:17
06:42
Untergang
21:35
21:27
21:06
20:42
20:08
Tag
16:12
15:51
15:09
14:25
13:26
Nacht
07:48
08:09
08:51
09:35
10:34
auf +18◦ 08’47” am ersten August und schließlich
+08◦ 28’11” am ersten September.
Der Erdabstand erreicht am 04. Juli gegen 01:00
sein diesjähriges Maximum von 1,01669741 AU und
fällt bis zum ersten August auf 1,0150 AU, bis zum
ersten September schließlich auf 1,0093 AU.
Am 01. Juli beginnt gegen 15:42 die Sonnenrotation Nr. 2045, am 28. Juli gegen 20:39 die Sonnenrotation Nr. 2046 und am 25. August gegen 02:11
die Sonnenrotation Nr. 2047.
Dämm. Beginn
–:–
00:50
23:41
22:57
22:08
Dämm. Ende
–:–
02:13
03:20
04:00
04:41
Astron. Nachtl.
00:00
01:23
03:39
05:03
06:33
Tabelle 1a: Dämmerungsdaten, Tag- und Nachtlänge
10
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Astronomischer Kalender
In Tabelle 1b sind Daten zur Sonnenbeobachtung
aufgeführt. Sie werden für jeden Sonntag im Vorschauzeitraum angegeben und gelten für 12 Uhr
Ortszeit. R ist der Durchmesser der Sonnenscheibe,
P beschreibt die seitliche Neigung der Sonnenachse.
Datum
02.07.
09.07.
16.07.
23.07.
30.07.
R
15’43,”9
15’43,”9
15’44,”1
15’44,”5
15’45,”2
P
−2,◦13
+1,◦05
+4,◦17
+7,◦21
+10,◦11
B
+3,◦01
+3,◦75
+4,◦45
+5,◦08
+5,◦65
L
348,◦81
256,◦16
163,◦52
70,◦91
338,◦31
B beschreibt die heliographische Breite, L die heliographische Länge der Sonnenmitte. R dient dem
Sonnenbeobachter zur Auswahl der richtigen Kegelblende, P , B und L zur Anfertigung eines Gitternetzes der Sonnenoberfläche.
Datum
06.08.
13.08.
20.08.
27.08.
R
15’46,”1
15’47,”2
15’48,”4
15’49,”8
P
−12,◦85
−15,◦39
−17,◦71
−19,◦80
B
+6,◦14
+6,◦55
+6,◦87
+7,◦09
L
245,◦74
153,◦18
60,◦66
328,◦17
Tabelle 1b: Beobachtungsdaten Sonne
Mond
In den Tabellen 2a, 2b und 2c sind die
Monddaten für Juli und August zusammengestellt.
Datum
01.07.
03.07.
11.07.
13.07.
17.07.
25.07.
29.07.
02.08.
09.08.
10.08.
16.08.
23.08.
26.08.
01.09.
07.09.
08.09.
Zeit
22:11
18:18
05:20
19:33
21:29
07:01
15:02
10:27
13:20
20:27
04:07
21:37
03:22
00:38
20:52
05:04
Ereignis
Apogäum
erst. Viert.
Vollmond
Perigäum
letzt. Viert.
Neumond
Apogäum
erst. Viert.
Vollmond
Perigäum
letzt. Viert.
Neumond
Apogäum
erst. Viert.
Vollmond
Perigäum
(404,448 km)
(364,288 km)
(405,406 km)
(359,749 km)
(406,269 km)
(357,175 km)
Tabelle 2a: Astronomische Daten Mond
(Mondbahn und Phasen)
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Datum
01.07.
02.07.
07.07.
09.07.
14.07.
15.07.
21.07.
22.07.
28.07.
29.07.
04.08.
06.08.
10.08.
12.08.
17.08.
18.08.
25.08.
25.08.
02.09.
02.09.
08.09.
08.09.
14.09.
14.09.
Zeit
10:31
16:28
20:34
18:35
01:18
23:09
12:43
12:40
21:42
19:30
19:52
01:19
20:58
04:21
16:05
15:39
15:07
23:49
00:10
08:44
03:24
13:30
14:44
20:25
Ereignis
Nulldurchgang Lib. in Länge
Nulldurchgang Lib. in Breite
Min. Lib. in Länge (−6,◦292)
Max. Lib. in Breite (+6,◦600)
Nulldurchgang Lib. in Länge
Nulldurchgang Lib. in Breite
Max. Lib. in Länge (+5,◦629)
Min. Lib. in Breite (−6,◦610)
Nulldurchgang Lib. in Länge
Nulldurchgang Lib. in Breite
Min. Lib. in Länge (−7,◦110)
Max. Lib. in Breite (+6,◦724)
Nulldurchgang Lib. in Länge
Nulldurchgang Lib. in Breite
Max. Lib. in Länge (+6,◦896)
Min. Lib. in Breite (−6,◦740)
Nulldurchgang Lib. in Länge
Nulldurchgang Lib. in Breite
Min. Lib. in Länge (−7,◦538)
Max. Lib. in Breite (+6,◦841)
Nulldurchgang Lib. in Länge
Nulldurchgang Lib. in Breite
Max. Lib. in Länge (+7,◦770)
Min. Lib. in Breite (−6,◦818)
Tabelle 2b: Astronomische Daten Mond
(Librationsdaten)
11
Astronomischer Kalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Datum
02.07.
09.07.
15.07.
22.07.
29.07.
06.08.
12.08.
Zeit
16:19
18:09
22:24
12:08
10:29
00:43
03:31
Ereignis
Nulldurchgang ekl. Breite
Min. der ekl. Breite (−5,◦038)
Nulldurchgang ekl. Breite
Max. der ekl. Breite (+5,◦079)
Nulldurchgang ekl. Breite
Min. der ekl. Breite (−5,◦161)
Nulldurchgang ekl. Breite
Merkur
Merkur befindet sich zu Anfang des
Vorschauzeitraumes im Sternbild Krebs und steht
kurz vor seiner unteren Konjunktion und der hiermit verbundenen Schleife. Seine Deklination beträgt anfangs +18◦ 32’51”; auf seiner in Richtung
Süden ausgerichteten Bahn kehrt er zunächst am
04. Juli gegen 03:53 bei einer Rektaszension von
08h 11m 52,s 34 seine Bewegungsrichtung um und
erreicht dann am 15. Juli gegen 04:51 ein Deklinationsminimum von +16◦ 04’12,”8. Kurz zuvor
war der Planet am 14. Juli gegen 20:40 in das
Sternbild Zwillinge eingetreten; dort wird er am
28. Juli gegen 18:51 bei einer Rektaszension von
07h 28m 13,s 21 erneut seine Bewegungsrichtung umkehren. In Rechtläufigkeit tritt Merkur dann am
09. August gegen 20:50 wieder ins Sternbild Krebs
ein, um dort am 10. August gegen 01:34 ein Deklinationsmaximum von +19◦ 43’01,”4 zu erreichen.
Seine nun wieder in Richtung Süden zeigende Bahn
führt ihn schließlich am 21. August gegen 16:30 ins
Sternbild Löwe; bis zum ersten September erreicht
seine Deklination +10◦ 10’49”.
Datum
18.08.
25.08.
02.09.
08.09.
14.09.
Zeit
15:09
23:35
08:27
13:01
20:22
Ereignis
Max. der ekl. Breite (+5,◦214)
Nulldurchgang ekl. Breite
Min. der ekl. Breite (−5,◦276)
Nulldurchgang ekl. Breite
Max. der ekl. Breite (+5,◦295)
Tabelle 2c: Astronomische Daten Mond
(ekliptikale Breite)
August gegen 08:39 einen Nulldurchgang und erreicht am 29. August gegen 08:30 ein Maximum
von +01◦ 46’15”.
Der Erdabstand sinkt von anfangs 0,6745 AU auf
ein mit der unteren Konjunktion verbundenes Minimum von 0,57356 AU am 15. Juli gegen 09:31; er
steigt dann wieder auf 0,7474 AU am ersten August
und 1,3650 AU am ersten September, um schließlich am 07. September gegen 19:39 ein Maximum
von 1,38374 AU anzunehmen. Der Sonnenabstand
steigt von seinem Anfangswert von 0,4644 AU auf
ein Maximum von 0,46670 AU, das auf den 05. Juli
gegen 00:40 fällt, um dann wieder auf ein Minimum von 0,30750 AU am 18. August gegen 00:18
abzunehmen. Bis zum Ende des Vorschauzeitraumes steigt der Sonnenabstand dann wieder bis auf
0,3575 AU.
Die Elongation des innersten unserer Planeten beträgt zu Vorschaubeginn +21,◦9; am 18. Juli kommt
es gegen 09:07 zu einer unteren Konjunktion mit
einem Abstand von 4,◦93 zur Sonne. Bis zum 07.
August gegen 02:32 sinkt die Elongation dann auf
ein Minimum von −19,◦187. Am ersten September
ereignet sich dann gegen 06:49 eine obere Konjunktion in einem Sonnenabstand von 1,◦72. Die ekliptikale Breite Merkurs sinkt von anfangs −01◦ 29’16”
auf ein Minimum von −04◦ 57’26”, das am 19. Juli
gegen 18:10 angenommen wird, hat dann am 13.
Zu Anfang Juli steht Merkur zum Zeitpunkt des
Sonnenunterganges am Himmel; seine Höhe zu diesem Zeitpunkt beträgt dann 07◦ 49’. Der Wert
nimmt allerdings rapide ab, und nach dem 11. Juli
geht Merkur vor der Sonne unter. Am Abendhimmel wird er dann wieder ab dem 27. August sichtbar und erreicht am ersten September zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs wieder eine Höhe von
(nur) 01◦ 16’. Dazwischen liegt eine Sichtbarkeitsperiode am Morgendhimmel: Vom 22. Juli bis zum
ersten September steht Merkur bei Sonnenaufgang
über dem Horizont. Zwischen dem 26. Juli und dem
26. August beträgt seine Höhe über 5◦ , zwischen
dem ersten August und dem 20. August über 10◦ .
Ein Maximum von 13◦ 56’ fällt auf den 10. August.
Venus
Venus beginnt ihre Reise über den Himmel im Sternbild Stier. Vom 17. Juli gegen 06:23
bis zum 19. Juli gegen 09:02 befindet sie sich auf
einem kurzen Exkurs in einem schmalen Ausläufer
des Orion, danach in den Zwillingen. Am 11. August tritt Venus dann gegen 07:19 in den Krebs,
am 27. August gegen 11:33 in den Löwen ein. Ihre Deklination beginnt zu Beginn des Vorschau-
12
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Astronomischer Kalender
zeitraumes +20◦ 13’31”; sie steigt auf ein Maximum von +22◦ 49’20,”8, das auf den 23. Juli gegen
09:38 fällt, und nimmt dann bis zum ersten August auf +22◦ 25’08”, bis zum ersten September auf
+14◦ 44’39” ab.
Die Elongation des Planeten steigt von −30,◦8 auf
−15,◦0; die ekliptikale Breite steigt von −01◦ 27’14”
auf +01◦ 03’21”, wobei der Nulldurchgang auf den
03. August gegen 23:14 fällt. Der Erdabstand steigt
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufgang
03:29
03:32
03:54
04:26
05:14
Untergang
19:07
19:36
19:57
19:59
19:45
von 1,38 AU auf 1,64 AU, während der Sonnenabstand von 0,7249 AU auf 0,7185 AU abnimmt.
Im vorliegenden Vorschauzeitraum ist Venus ein
Beobachtungsobjekt der Morgenstunden: Am ersten Juli beträgt ihre Höhe zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs 15◦ 59’; der Wert steigt bis auf ein Maximum von 17◦ 07’, das am 22. Juli angenommen
wird, und sinkt bis zum ersten September wieder
auf 12◦ 42’.
Helligkeit
−3,m8
−3,m8
−3,m8
−3,m8
−3,m8
Phase
85
88
92
94
97
Größe
12,”3
11,”6
11,”0
10,”6
10,”3
Elong.
−30,◦8
−27,◦4
−23,◦1
−19,◦4
−15,◦0
Erdabst.
1,38
1,45
1,54
1,59
1,64
Tabelle 3: Astronomische Daten Venus
Mars
Mars’ Bahn zieht durch die Sternbilder
Krebs, Löwe (Eintritt am 03. Juli gegen 00:36) und
Jungfrau (Eintritt am 29. August gegen 06:26) in
Richtung Himmelsäquator; seine Deklination sinkt
von anfangs +17◦ 06’01” auf +10◦ 25’14” am ersten
August und +02◦ 38’29” am ersten September.
Die Elongation des roten Planeten sinkt von
+37,◦5 auf +17,◦0; auch die ekliptikale Breite ist rückläufig und sinkt von +01◦ 14’24” auf
+01◦ 02’20” am ersten August und +00◦ 49’02”
am ersten September. Der Erdabstand steigt von
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufgang
08:38
08:32
08:25
08:20
08:14
Untergang
23:34
22:57
22:11
21:31
20:43
2,35 AU auf 2,58 AU, während der Sonnenabstand
von 1,6659 AU auf 1,6441 AU leicht zurückgeht.
Der Transit verschiebt sich von 16:06 auf 14:29,
und da auch die Transithöhe von 57◦ 07’ auf 42◦ 38’
abnimmt, verschlechtern sich die Beobachtungsbedingungen immer weiter. Am ersten Juli erreicht
der Planet zum Zeitpunkt des Sonnenunterganges
noch eine Höhe von 17◦ 26’; bis zum 08. Juli steht
er zu diesem Zeitpunkt mehr als 15◦ über dem Horizont, bis zum 29. Juli über 10◦ und bis zum 31.
August schließlich über 5◦ .
Helligkeit
+1,m8
+1,m8
+1,m8
+1,m8
+1,m8
Phase
96
97
98
99
99
Größe
4,”0
3,”9
3,”7
3,”7
3,”6
Elong.
+37,◦5
+32,◦8
+27,◦2
+22,◦6
+17,◦0
Erdabst.
2,35
2,42
2,50
2,54
2,58
Tabelle 4: Astronomische Daten Mars
Jupiter
Jupiter befindet sich zu Beginn
des Vorschauzeitraumes in einer RückläufigkeitsSchleife im Sternbild Waage. Während die
Rückläufigkeit schon zu Anfang des hier diskutierten Zeitraumes endet, bleibt er dem Sternbild aber
noch eine Weile treu. Am 02. Juli erreicht Jupiter
gegen 00:18 das Deklinationsmaximum der Schleife, das bei −13◦ 22’46,”9 liegt; etwas später endet
die Rückläufigkeit am 06. Juli gegen 20:54 mit einer Bewegungsumkehr bei einer Rektaszension von
14h 27m 28,s 74. Bis zum ersten August sinkt die De-
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
klination des Gasriesen auf −13◦ 47’58”, bis zum
ersten September auf −14◦ 58’13”.
Die Elongation des Planeten sinkt von +120,◦0 auf
+65,◦0, die ekliptikale Breite von +01◦ 09’16” auf
+00◦ 54’08”. Der Erdabstand Jupiters steigt von
4,83 AU auf 5,74 AU, während der Sonnenabstand
von 5,4101 AU auf 5,3966 AU rückläufig ist.
Der Transitzeitpunkt verschiebt sich von 21:15 auf
17:28, die Transithöhe sinkt von 26◦ 47’ auf 25◦ 10’.
Jupiters Sichtbarkeit am Abendhimmel verschlechtert sich damit: Seine Höhe zum Zeitpunkt des Son-
13
Astronomischer Kalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
nenuntergangs beträgt am ersten Juli noch 26◦ 35’;
bis zum 14. Juli beträgt sie mehr als 25◦ , bis zum
10. August mehr als 20◦ . Eine Höhe von mehr als
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufgang
16:17
15:23
14:21
13:34
12:39
Untergang
02:16
01:21
00:15
23:19
22:17
15◦ bleibt uns noch bis zum 06. September erhalten.
Helligkeit
−2,m1
−2,m0
−1,m9
−1,m8
−1,m7
Größe
40,”7
39,”1
37,”2
35,”8
34,”2
Elong.
+120,◦0
+106,◦8
+91,◦4
+79,◦3
+65,◦0
Erdabst.
4,83
5,03
5,28
5,50
5,74
Tabelle 5: Astronomische Daten Jupiter
Saturn
Saturn bewegt sich in Richtung Süden;
seine Bahn beginnt im Sternbild Krebs und führt
ihn am 31. August gegen 08:24 in den Löwen.
Im Laufe der hier diskutierten zwei Monate reduziert sich seine Deklination von +18◦ 27’28” auf
+16◦ 17’11”. Seine Elongation sinkt von +31,◦2 auf
−20,◦4; der Nulldurchgang und damit die Konjunktion des Ringplaneten fällt auf den 07. August gegen 13:54 (Sonnenabstand 0,◦80814). Die ekliptikale
Breite steigt von +00◦ 46’10” auf +00◦ 50’46”. Der
Erdabstand steigt von 9,99 AU auf ein mit der Konjunktion verbundenes Maximum von 10,16112 AU,
das am 07. August gegen 18:32 angenommen wird,
und sinkt bis zum Ende des Vorschauzeitraumes
wieder auf 10,09 AU. Der Sonnenabstand steigt
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufgang
08:03
07:18
06:23
05:38
04:43
Untergang
23:15
22:24
21:22
20:32
19:30
Helligkeit
+0,m4
+0,m4
+0,m3
+0,m3
+0,m5
durchgehend von 9,1397 AU auf 9,1520 AU. Der
Betrag der Ringöffnung geht weiter zurück.
Der Transitzeitpunkt verschiebt sich von 15:39
auf 12:06, die Transithöhe sinkt geringfügig von
58◦ 36’ auf 56◦ 25’. Saturn ist anfangs ein Objekt
der Abend-, später dann ein Objekt der Morgenstunden: Am ersten Juli beträgt die Höhe zum
Zeitpunkt des Sonnenunterganges 14◦ 09’; bis einschließlich 09. Juli bleibt sie über 10◦ , bis zum 22.
Juli über 5◦ . Nach dem 08. August geht Saturn vor
der Sonne unter; dafür geht er genau an diesem
Tag zum ersten Mal vor der Sonne auf. Ab dem
22. August beträgt seine Höhe zum Zeitpunkt des
Sonnenaufganges über 10◦ , ab dem 05. September
über 20◦ .
Größe
16,”6
16,”4
16,”3
16,”3
16,”4
Ringng.
−18,◦09
−17,◦45
−16,◦62
−15,◦92
−15,◦07
Elong.
+31,◦2
+19,◦6
+5,◦5
−6,◦2
−20,◦4
Erdabst.
9,99
10,09
10,16
10,16
10,09
Tabelle 6: Astronomische Daten Saturn
Uranus
Auch im vorliegenden Vorschauzeitraum bleibt Uranus weiterhin im Sternbild Wassermann. Die Bahn des rückläufigen Planeten zeigt
in Richtung Süden; die Deklination verringert sich
von anfangs −06◦ 47’53” auf −07◦ 29’40”.
Uranus erreicht seine Oppositionsstellung kurz
nach Ende des Vorschauzeitraumes am 05. September gegen 12:38. Der Erdabstand fällt in den kommenden zwei Monaten durchgehend von 19,64 AU
auf 19,08 AU; ein mit der Opposition verbundenes Minimun von 19,07541 AU ereignet sich am 04.
14
September gegen 13:49. Der Sonnenabstand steigt
von 20,081 AU am ersten Juli auf 20,084 AU am
ersten September. Die ekliptikale Breite des Planeten sinkt von −00◦ 47’20” auf ein Minimum von
−00◦ 48’45” am 4. September gegen 15:58.
Der Transit des grünen Gasriesen verschiebt sich
von 05:54 auf 01:44; die Transithöhe verringert sich
von 33◦ 26’ auf 32◦ 44’. Ab dem 08. Juli ereignet sich
der Transit vor dem Sonnenaufgang.
Die Helligkeit der Planetenscheibe steigt von 5,m8
auf 5,m7; die Größe liegt bei 3,”4.
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Astronomischer Kalender
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufg.
00:34
23:24
22:17
21:21
20:13
Unterg.
11:24
10:28
09:19
08:21
07:11
Elong.
−114,◦3
−127,◦8
−144,◦5
−158,◦4
−175,◦4
Erdabst.
19,64
19,44
19,25
19,14
19,08
Tabelle 7: Astronomische Daten Uranus
Neptun
Neptun bewegt sich im Sternbild
Steinbock, und wie im Falle von Uranus führt die
Bahn des ebenfalls rückläufigen Planeten in Richtung Süden. Die Deklination, die deutlich unter der
von Uranus liegt, sinkt dabei von −15◦ 12’51” auf
−15◦ 42’32”.
Auch Neptuns Opposition ereignet sich in den
kommenden zwei Monaten: Sie fällt auf den 11.
August gegen 06:58. Der Erdabstand fällt von
29,27 AU auf ein mit der Opposition verbundenes
Minimum von 29,03977 AU am 10. August gegen
19:20 und nimmt bis zum ersten September wieder auf 29,11 AU zu. Der Sonnenabstand sinkt geringfügig von 30,054 AU auf 30,053 AU. Die ekliptikale Breite Neptuns geht von −00◦ 11’57” auf
−00◦ 12’44” zurück.
Pluto
Pluto ist weiterhin im Sternbild Schwanz
der Schlange aufzufinden. Er bewegt sich zur Zeit in
Rückläufigkeit und hat das Deklinationsmaximum
seiner Schleife gerade hinter sich gebracht. Seine
Deklination sinkt von −15◦ 42’51” am ersten Juli
auf −15◦ 57’06” am ersten September. Ein Ende der
Rückläufigkeit fällt mit einer zweiten Bewegungsumkehr der Schleife bei einer Rektaszension von
17h 35m 09,s 62 auf den 05. September gegen 10:35.
Die Elongation Plutos sinkt von +164,◦2 auf
+105,◦6, die ekliptikale Breite von +07◦ 38’04” auf
+07◦ 21’29”. Der Erdabstand steigt von 30,16 AU
auf 30,88 AU, der Sonnenabstand von 31,135 AU
auf 31,164 AU.
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Der Transitzeitpunkt des blauen Gasriesen verschiebt sich von 04:17 auf 00:07 und damit in eine beobachtungsfreundliche Zeit. Die Transithöhe
liegt dabei nicht ganz so optimal (sie sinkt von
25◦ 01’ auf 24◦ 31’), was wir der südlichen Stellung
und der weiter in Südrichtung zeigenden Bahn des
Planeten verdanken“. Die Größe der Planeten”
scheibe liegt bei 2,”1, die Helligkeit bei 7,m8.
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufg.
23:25
22:29
21:21
20:26
19:18
Unterg.
09:05
08:08
06:59
06:02
04:52
Elong.
−139,◦6
−153,◦2
−169,◦9
−176,◦3
+159,◦5
Erdabst.
29,27
29,14
29,05
29,04
29,11
Tabelle 8: Astronomische Daten Neptun
Der Transitzeitpunkt verschiebt sich von 00:30 auf
20:18, die Transithöhe geht leicht von 24◦ 29’ auf
24◦ 14’ zurück; entsprechend verschlechtern sich die
Beobachtungsbedingungen. Der Transit erfolgt ab
dem 05. September vor Sonnenuntergang.
Die visuelle Helligkeit sinkt von 13,m9 auf 14,m0,
die Größe der Planetenscheibe liegt bei 0,”3.
Datum
01.07.
15.07.
01.08.
15.08.
01.09.
Aufg.
19:40
18:44
17:36
16:41
15:34
Unterg.
05:15
04:18
03:10
02:13
01:06
Elong.
+164,◦2
+151,◦5
+135,◦3
+121,◦9
+105,◦6
Erdabst.
30,16
30,25
30,42
30,61
30,88
Tabelle 9: Astronomische Daten Pluto
15
Astronomischer Kalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Veränderliche Sterne
Die Tabelle 10 enthält
Angaben über Maxima und Minima der Helligkeit
veränderlicher Sterne in den Monaten Juli und August.
Datum
03.07. 01:30
12.07. 00:15
12.07. 20:15
Ereignis
Min
Min
Max
Stern
β Per (Bedeckungsver.)
XZ And (Bedeckungsver.)
δ Cep
Datum
26.07. 00:05
31.07. 00:15
07.08. 01:45
14.08. 01:00
19.08. 00:15
23.08. 01:00
24.08. 21:45
25.08. 00:05
28.08. 00:30
Ereignis
Min
Min
Max
Max
Min
Min
Max
Min
Min
Stern
β Per (Bedeckungsver.)
XZ And (Bedeckungsver.)
η Aql (δ–Cep–Stern)
δ Cep
XZ And (Bedeckungsver.)
U Cep (Bedeckungsver.)
δ Cep
β Lyr (Bedeckungsver.)
U Cep (Bedeckungsver.)
Tabelle 10: Veränderliche Sterne
Sternbedeckungen durch den Mond
In Tabelle 11 finden sich alle in den Monaten Juli und
August von Darmstadt aus beobachtbaren Sternbedeckungen durch den Mond.
In diesen zwei Monaten kommt es zur Bedeckung
von acht helleren Sternen während des nächtlichen
Beobachtungsfensters, das angesichts der sommerlichen Dämmerungsdaten recht eingeschränkt ist; zu
einer Bedeckung wurden Anfang und Ende notiert.
Bei diesem Ereignis, der Bedeckung von 23 τ Sco
am 04. August, liegt auch das Maximum der Helligkeit der bedeckten Sterne von beachtlichen 2,m82.
Eine weitere gute Möglichkeit bietet 6 π Sco am 07.
Juli mit 2,m89; die übrigen Sterne liegen im Helligkeitsbereich zwischen 4,m69 und 6,m94. Die geringste
Mondphase von 13 Prozent fällt auf die Bedeckung
Meteorströme
Tabelle 12 enthält Angaben zu
den im aktuellen Vorschauzeitraum beobachtbaren
Meteorströmen.
Meteorstrom
Sagittariden
Juni-Bootiden
Pegasiden
Piscis Austriniden
Beg.
15.04.
26.06.
07.07.
15.07.
Ende
15.07.
02.07.
13.07.
10.08.
Max.
20.05.
27.06.
10.07.
28.07.
ZHR
5
var
3
5
von 47 Gem am 20. August mit einer Helligkeit von
5,m78; ungleich komplizierter wird sich wohl die Beobachtung der Bedeckung von γ1 Sgr am 09. Juli
mit 4,m69 und 98 Prozent Ausleuchtung des Mondes
gestalten. (E Eintritt, A Austritt)
Zeitpunkt
07.07. 21:42:25A
09.07. 22:40:17E
13.07. 00:48:46A
31.07. 22:26:58E
02.08. 22:14:34E
04.08. 22:20:05E
04.08. 23:11:14A
05.08. 23:28:10E
20.08. 04:37:29A
bed. Stern
6 π Sco
γ1 Sgr
28 ϕ Cap
BD−10◦ 3635
BD−20◦ 4093
23 τ Sco
23 τ Sco
CD−29◦ 13829
47 Gem
Helligk.
2,m89
4,m69
5,m24
6,m94
6,m06
2,m82
2,m82
6,m64
5,m78
Phase
0, 87+
0, 98+
0, 95−
0, 36+
0, 55+
0, 74+
0, 75+
0, 84+
0, 13−
Tabelle 11: Sternbedeckungen durch den Mond
Meteorstrom
η Aquariden (S)
α Capricorniden
ι Aquariden (S)
δ Aquariden (N)
Perseiden
κ Cygniden
ι Aquariden (N)
α Aurigiden
Beg.
12.07.
03.07.
25.07.
15.07.
17.07.
03.08.
11.08.
25.08.
Ende
19.08.
15.08.
25.08.
25.08.
24.08.
25.08.
31.08.
05.09.
Max.
28.07.
30.07.
04.08.
08.08.
13.08.
18.08.
20.08.
01.09.
ZHR
20
4
2
4
100
3
3
10
Tabelle 12: Meteorströme
Tabelle 12: Meteorströme
Der Sternenhimmel
Die Graphik am Anfang
dieses Artikels zeigt den Sternenhimmel für den ersten August um Mitternacht.
südlicher stehenden Altair im Adler das Sommerdreieck und stehen assoziativ für sommerliche Beobachtungsnächte. Auf der nördlichen Seite des Zenit stehen Cepheus und Drache, tiefer der kleine
Bär. Westlich vom Zenit erkennt man den Herkules
und den Bootes mit Arcturus. Tiefer am Westhori-
In unmittelbarer Zenitnähe finden wir nun die Leier und den Schwan; die Sterne Vega und Deneb dieser beiden Sternbilder bilden zusammen mit dem
16
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Aus dem Verein
zont gehen die Jungfrau und die Waage unter; an
ihre Stelle treten nun der Jahreszeit entsprechend
die Schlange, der Schlangenträger, der bereits angesprochene Adler, im Südosten ferner Steinbock
und Wassermann. Nicht zu vergessen sind dabei
die tief im Süden stehenden und mit Deep-SkyObjekten reich ausgeschmückten Sternbilder Skorpion und Schütze. Im Osten stehen der Pegasus und
die Andromeda sowie der sie verfolgende Perseus;
weiter in Richtung Norden ist auch bereits wieder
der (in unseren Breiten) zirkumpolare Capella im
Fuhrmann vom Horizont aufgestiegen.
Das Band der Milchstraße zieht sich, ausgehend
vom Fuhrmann und dem Perseus am Nordhimmel durch den Schwan hoch am Himmel bis zum
Schützen tief im Süden nun quer über den Himmel;
gute Beobachtungsbedingungen und geringe Lichtverschmutzung der Atmosphäre vorausgesetzt, sollte der Beobachter einen sternenreichen Himmel genießen können. Der Jahreszeit entsprechend liegt
die Ekliptik recht tief am Südhimmel; optimale Bedingungen zur Planetenbeobachtung sind zur Zeit
also nicht zu erwarten. Allzu viele prominente Beobachtungsobjekte stehen zu dieser Zeit aber sowieso nicht am Himmel: Mars geht gegen 22:13 unter,
Jupiter folgt gegen 00:19. Neptun erscheint gegen
21:25, Uranus gegen 22:21. Pluto steht bis 03:10 am
Himmel. (In der Grafik ist von den drei zu dem gezeigten Zeitpunkt sichtbaren Planeten nur der hellste unter ihnen, Jupiter, hervorgehoben; man findet
Uranus im Wassermann, Neptun im Steinbock und
Pluto im Schwanz der Schlange.) Saturn entzieht
sich derzeit einer Beobachtung.
¦
Der 5. astronomische Kinder-Workshop:
Raumfahrt“
”
von Bernd Scharbert
Am Samstag, 15.07.2006, 15:00 – 18:00 Uhr findet
in der Volkssternwarte Darmstadt e.V. im Observatorium auf der Ludwigshöhe, der 5. astronomische
Kinder-Workshop der VSD statt.
Der Workshop richtet sich an Kinder vom 2. bis
5. Schuljahr.
Ablauf:
Teil 1:
Geschichte der Raumfahrt
Wie fliegt eine Rakete?
Teil 2:
Wir basteln Papier- und Wasser-Raketen.
Teil 3:
Wie wird man Astronaut?
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Wie pinkelt ein Astronaut?
Teil 4:
Zukunft im Weltall
Anhand von selbstgebastelten Modellen, Filmsequenzen, Spielen und Gesprächen entwickeln Kinder Vorstellungen über die bemannte Raumfahrt.
Verbindliche Anmeldung bis 08.07. in der
Geschäftsstelle (Tel. 06151-130900, Fax 130901).
Teilnahmebegrenzung: 20 Kinder.
Unkostenbeitrag: pro Kind 5 Euro incl. Material. Die Teilnahme für VSD-Mitglieder ist kostenlos.
Jedes Kind bringe bitte – wenn vorhanden – dicke
Fingerhandschuhe mit!
¦
17
Aus dem Verein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Neue Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit
von Bernd Scharbert
Die Volkssternwarte Darmstadt führt regelmäßig
öffentliche Vorträge durch. Mit eigenen und externen Referenten. Diese Vorträge werden gut bis sehr
gut besucht und sind – neben dem Tag der offenen
Tür und Besuchen von Schulklassen und anderen
Gruppen – die Tage, an den wir die meisten Besucher in der Sternwarte begrüssen können.
Eine Zeit lang haben wir in unregelmäßiger Folge Donnerstags abends sogenannte Themenabende
durchgeführt. Diese dienten der Einführung in die
Astronomie, waren in der Regel jedoch nicht gut
besucht. Diese Themenabende waren für neue Mitglieder gedacht, aber auch für astronomieinteressierte (noch) nicht-Mitglieder.
Wegen der geringen Besucherzahl haben wir die
Themenabende eingestellt. Als Ersatz haben wir
uns etwas Neues ausgedacht:
Wir werden am Sonntag Vormittag oder auch am
frühen Nachmittag zu unterschiedlichen Veranstaltungen einladen. Was sich hier ganz besonders anbietet ist natürlich die Sonnenbeobachtung. Die
steht ohnehin am Sonntag Vormittag regelmäßig
auf dem Programm. Was allerdings nicht immer auf
dem Programm steht ist der klare Himmel. Aus diesem Grund können wir den Termin für diese öffentliche Sonnenbeobachtung schlecht in den Mitteilungen veröffentlichen.
Sollte sich jedoch rechtzeitig (bis Mitte der Woche) passendes Wochenendwetter abzeichnen, werden wir die Veranstaltung in der lokalen Presse und
über den Mailverteiler der VSDA ankündigen. Haben wir trotzdem schlechtes Wetter, gibt es als Alternative einen Kurzvortrag in der Sternwarte.
Weitere Themen dieser Veranstaltungen könnten
der aktuelle Sternenhimmel sein, oder eine Führung
durch die Sternwarte, oder eine Führung durch Teile unserer astronomischen Ausstellung, oder durch
die Raumfahrtausstellung, oder oder oder...
Die zuletzt genannten Themen sind nicht wetterabhängig und werden in den Mitteilungen angekündigt.
Die erste dieser Veranstaltungen fand am Sonntag, 28.05.2006 um 15:00 Uhr statt. Wir hatten zu
einer Führung durch die Sternwarte und der astronomischen Ausstellung eingeladen.
18
Der Erfolg war unerwartet groß! Das Wetter war
zwar trocken aber sehr wechselhaft und kühl. Die
Sonne zu beobachten war aber doch zu riskant –
der Himmel sah nicht ganz so Vertrauen erweckend
aus.
Dennoch fragten bereits Vormittags die ersten Besucher nach der Führung! Nachmittags kamen um
viertel vor drei die ersten Besucher. Zwei Damen
fragten, ob die Führung auch für Zwei Hansel“
”
durchgeführt würde. Kaum war die Frage mit einem Ja“ beantwortet, betraten weitere Besucher
”
die Sternwarte.
Um 15:00 Uhr waren es dann gut 30 Besucher im
Vortragssaal, später vor den Raumfahrtvitrinen ca.
40 und noch später auf der Plattforn ca. 50. Die Besucher tröpfelten so nach und nach herein.
Die Führung begann im Vortragssaal mit Informationen über unseren Verein und den Möglichkeiten, diesen aktiv und finanziell zu unterstützen.
Anhand des Wandmodells des Sonnensystems wurden die Planeten unseres Sonnensystems und die
Größenverhältnisse im Sonnensystem erläutert.
Dann ging es in die Eingangshalle, wo ein Überblick über die aktuellen Raumfahrtmissionen der
ESA gegeben wurde. Die Modell der Raumsonden wurden bestaunt und es gab viele Fragen.
Auch zur internationalen Raumstation ISS, die unser Mitglied Peter Lutz zusammengebaut hat und
die ebenfalls in der Eingangshalle schwebt. Auch
die Frage, wie Astronauten Pipi machen (die wird
immer von Kindern gestellt!) durfte nicht fehlen.
Den Abschluß bildeten auf der Plattform und in
der Kuppel Erklärungen zu Fernrohren.
Geplant war eine Stunde, als die letzten Besucher
die Sternwarte verließen, waren dann aber doch
zwei Stunden draus geworden. Kurz und gut: ein
voller Erfolg – das machen wir weiter!
Sollten Sie noch nicht auf der Mailingliste stehen, können Sie sich über unsere Hompage unter www.vsda.de dort eintragen. Unten rechts auf
der Homepage finden Sie einen Link zum Newsletter. Alternativ können Sie auch mir eine Mail
schicken, ich setze Sie dann auf den Mailverteiler
des Newsletters: [email protected]
Wir freuen uns darauf, Sie auf der Sternwarte zu
sehen!
¦
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Buchbesprechungen
Jürgen Hamel: Meilensteine der Astronomie — Von Aristoteles bis Hawking, Kosmos Verlags GmbH, Stuttgart 2006, 301 Seiten,
20 Zeichnungen und 16 Farbtafeln, gebunden,
ISBN 3-440-10-179-7, 19,95 Euro
Der Wissenschaftshistoriker Dr. Jürgen Hamel
beschäftigt sich in seinem Buch Meilensteine der
Astronomie mit den Errungenschaften der Sternenkunde im Laufe der vergangenen Jahrhunderte. Beginnend bei religiösen Kulten über die sich wandelnde Weltanschauung im Mittelalter schildert der
Autor die Geschichte der Astronomie bis in die aktuelle Zeit hinein. Der Autor geht hierbei weniger auf moderne als vielmehr auf die bedeutenden
grundlegenden Erkenntnisse der Vergangenheit ein,
die die Wissenschaft der Himmelforschung geprägt
haben. Das Buch ist ein hervorragendes und detailliertes Werk der Astronomiegeschichte.
Besonders informativ ist ein Abriss über Frauen in
der Astronomie. Hier hebt der Autor die eher unbekannte schlesische Gelehrte Maria Cunitia (Maria Cunitz) (1604 – 1661) heraus. In einer Zeit, als
die gesellschaftliche Rolle der Frau nicht weniger
mit Wissenschaft hätte zu tun haben können, fiel
Mark Emmerich, Sven Melchert: Faszination Universum — Eine Entdeckungsreise in das Reich der Sterne, Kosmos Verlags
GmbH, Stuttgart 2006, 260 meist farbige Fotos,
gebunden, 28 cm, ISBN 3-440-10-612-8, 29,90
Euro
Dieser fulminante Bildband entführt den Leser auf
eine faszinierende Reise durch das Universum. Über
260 prachtvolle Fotos, darunter die spektakulärsten
Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops, zeigen
den Weltraum in Vollendung. Die Exkursion durch
Raum und Zeit präsentiert Ringplaneten und funkelnde Sternhaufen, majestätische Galaxien und
geheimnisvolle Gravitationslinsen. Leicht verständliche Texte beantworten uralte Fragen und stellen
neueste Forschungsergebnisse vor.
Die Autoren haben mit ihrem Werk berauschende Blicke in die Tiefen des Weltalls zusammengefasst. Das Buch wirft zunächst einen Blick auf unseren eigenen, blauen Planeten. Danach folgen Fotos
von Objekten unseres Sonnensystems in überwälti-
Mitteilungen Volkssternwarte Darmstadt Nr. 4/2006
Maria Cunitia bei ihren Studien auf, dass die Berechnungstabellen von Johannes Kepler nicht immer zweckmäßig zu nutzen waren. Sie fand verschiedene neue Methoden, um die Umlaufbahnen
der Planeten leichter vorhersagen zu können. Im
Jahr 1650 schloß sie ihr Werk Urania Propitia ab,
auf über 500 Seiten, zweisprachig in deutsch und
latein verfaßt.
So wie über Maria Cunitia — über die der Rezensent bis zu diesem Zeitpunkt praktisch nichts wußte — erfährt man bei der Lektüre der Meilensteine
der Astronomie viele neue, oftmals wenig bekannte, aber sehr interessante Details aus der Geschichte
der Himmelsforschung.
Dr. Jürgen Hamel ist anerkannter Experte auf
dem Gebiet der Astronomiehistorik. Lange Zeit war
er an der Archenhold-Sternwarte in Berlin und am
Museum für Astronomie und Technikgeschichte in
Kassel tätig. Zu seinen Veröffentlichungen zählen
neben einer Biografie über Kopernikus zahlreiche
populärwissenschaftliche Artikel und Bücher über
die Geschichte der Astronomie.
¦
Andreas Domenico
gender Qualität, aktuelle Aufnahmen von Hubble,
brillante Deep-Sky-Bilder, sowie Fotos von Galaxien und noch größeren kosmischen Strukturen. Die
Autoren bewegen sich dabei immer weiter in den
Raum hinein und lassen den Leser einen Eindruck
gewinnen, wie das Weltall und die darin befindlichen Objekte beschaffen sind. Wer also eine Impression von der Zusammensetzung und Schönheit
unseres Universums erhalten möchte ist bei diesem
Buch bestens aufgehoben.
Manch einer mag denken: Wozu einen Bildband
kaufen, kann man doch heutzutage ausnahmslos
all diese Aufnahmen in hoher Qualität und zudem
auch noch kostenfrei über das Internet beziehen?
Mag sein, dennoch ist die Anschaffung eines solchen Bildbandes keineswegs obsolet, denn in Buchform gewinnt jede Aufnahme zusätzlich an Ästhetik. Darüber hinaus ist jedes Buch stets eine Bereicherung, die kein JPG der Welt ersetzen kann.
¦
Andreas Domenico
19
. . . . . . . .Veranstaltungen und Termine. . . . . . . .Juli / August 2006. . . . . . . .
Donnerstags ab
19:30
Leseabend, Beobachtung, Gespräche über astronomische Themen,
Fernrohrführerschein
Sonntags ab
10:00
Sonnenbeobachtung mit Gesprächen über astronomische Themen
Donnerstag,
13. 07.
20:00
Redaktionssitzung Mitteilungen 5/2006
Samstag,
15. 07.
15:00
Astronomischer Kinder-Workshop. Thema: Raumfahrt
Donnerstag,
03. 08.
20:00
Öffentliche Vorstandssitzung
Donnerstag,
10. 08.
20:00
Redaktionssitzung Mitteilungen 5/2006
Samstag,
12. 08.
Redaktionsschluss Mitteilungen 5/2006
Die Astro-Fotografie-Gruppe trifft sich nach telefonischem Rundruf. Interessenten mögen
Freitags- oder Samstagsabend auf der Sternwarte anrufen oder ihre Telefonnummer hinterlassen
Volkssternwarte Darmstadt e.V.
Observatorium Ludwigshöhe: Geschäftsstelle:
Auf der Ludwigshöhe 196
Flotowstr. 19
Telefon: (06151) 51482
64287 Darmstadt
email: [email protected]
Telefon: (06151) 130900
http://www.vsda.de
Telefax: (06151) 130901
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