Die biomechanischen Prinzipien

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Die biomechanischen Prinzipien
Die biomechanischen Prinzipien sind die allgemeinen Erkenntnisse über das rationale
Ausnutzen mechanischer Gesetze bei sportlichen Bewegungen!
Sie stellen die auf die Bewegung des Menschen angewandten mechanischen Gesetze
unter einer bestimmten Zielstellung dar.
- sie baut auf den Lehren der Mechanik, Anatomie und Physiologie auf
- Bewegungen entstehen in der Regel durch Ausprobieren
 Die biomechanischen Erkenntnisse ermöglichen es die Bedingungen zur
Leistungssteigerung festzustellen
1. Prinzip der maximalen Anfangskraft
-
der Beschleunigungsweg bei sportlichen Bewegungen ist in der Regel begrenzt (aufgrund
anatomischer Verhältnisse, wie z.B. die Länge der Arme,...)
Deshalb muss auf den Körper am Anfang des Beschleunigungsvorganges eine
möglichst große Kraft einwirken, damit eine große Endgeschwindigkeit erreicht
wird!
 dies ist allerdings nur durch Ausholbewegungen möglich (diese also dienen der
Verlängerung des Beschleunigungsweges und der Vergrößerung der Anfangskraft)
2. Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
Eine konstante Kraft gibt einer Masse eine Endgeschwindigkeit, die umso größer ist,
je länger die Kraft auf die Masse einwirkt!
 optimaler Beschleunigungsweg heißt nicht maximaler:
- Länge und Richtung des Beschleunigungsweges sind entscheidend!
(v.a. beim Kugelstoßen oder beim Hammerwurf)
3. Prinzip der Koordination von Teilimpulsen
Man muss zwei Gruppen von sportlichen Bewegungen hinsichtlich der Koordination von
Teilimpulsen unterscheiden:
1. möglichst große Endgeschwindigkeit für ein Körperteil
2. möglichst große Endgeschwindigkeit für den Gesamtkörper
1. - es sind zeitliche und räumliche Komponenten maßgebend
- große Endgeschwindigkeit durch Addition der Beschleunigung der einzelnen
aneinandergereihten Teilbewegungen (zeitlich)
- einzelnen addierten Beschleunigungsvorgänge = Endgeschwindigkeit (z.B. des
Balles)
- größte Endgeschwindigkeit erreicht man durch gleichgerichtete Beschleunigung
(räumlich)
- aufgrund der Gliederbewegungen ( = Rotationsbewegungen um die Gelenke) ist dies
allerdings schwer auszuführen
 die größte Endgeschwindigkeit erreicht der Ball, wenn er die Hand verlässt!
2. (fürs Basketball eher unwichtig, eher beim Turnen oder Hochsprung)
1
4. Prinzip der Gegenwirkung
-
die Grundlage für dieses Prinzip bildet das dritte Newtonsche Axiom (S.38,
Bewegungslehre)
„actio et reactio“
(bei Fortbewegungsarten:) Hüfte und Schulterachse drehen sich gegensinnig zur
Körperachse (z.B. beim Dribbling)
Hängt auch mit Anziehung der Erdoberfläche zusammen (z.B. bei Sprung, Fall,...)
(Gegenbewegung auch beim Sprungwurf)
5. Prinzip des Drehrückstoßes
-
Ruderbewegungen oder Ausgleichsbewegungen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts
ebenfalls „actio et reactio“
beim Basketball eher unwahrscheinlich (eher bei Rudern, Skispringen, Turnen,...)
6. Prinzip der Impulserhaltung
-
-
gutes Beispiel die Piroutte beim Eiskunstlauf:
durch Anlegen der Arme wird das Trägheitsmoment verringert
(auch beim Speerwerfen)
nach dem Newtonschen Erhaltungssatz wird die Kraft von Körper A auf Körper B
übertragen!
Bsp. im Basketball: Dribbling, Wurf
Kinetion & Modulation
-
wird entweder als eigenständiges biomechanisches Prinzip oder als Aspekt der
Koordination von Teilbewegungen gesehen
Muskeln der Beine und des Beckens (starke Muskeln) schaffen die notwendige kinetische
Energie (beteiligten Muskeln = Kinetoren)
Kinetische Energie wird über den Rumpf auf die Schultern, die Arme und den Ball
übertragen
Die schwachen Muskeln der Arme modulieren die Bewegung (Modulatoren)
Dies ist wichtig bei Bewegungen der Präzision
Es kommt auf Beschleunigung und Feinabstimmung der Bewegungen an
(Kinetion = Bewegungsenergie ; modulieren = umwandeln)
Koordinative Fähigkeiten
> ist Vorraussetzung für Bewegungssteuerung und –regelung; man kann sie verbessern/
trainieren
1. Reaktionsfähigkeit
-
Fähigkeit ,eine motorische Aktion auf ein oder mehrere Signale hin schnell und
zweckgemäß einzuleiten (Schattenlauf)
1.1
einfache Reaktionen
- mit genau festgelegtem Bewegungsablauf
(Startsignale, Bsp.: Hochball)
1.2
Wahlreaktionen
- Reaktionen mit bestimmter motorischer Aktion, bei der Alternativlösungen möglich
2
sind (Bsp.: Hindernis beim Skilaufen, Torwart beim Elfmeterschießen,...)
1.3
-
Komplexe motorische Reaktionen
mehrer Signale (bei Spotspielen: Partner, Gegenspieler, Ball,...)
man muss Signale erkennen, beurteilen und dann eine motorische Handlung einleiten
 Reaktionszeit = Maß für die motorische Reaktionszeit =
Zeit vom geben einer oder mehrerer Signale bis zum Beginn der motorischen Aktion
Signalarten:
Optische Signale
: Spielgerät, Partner, Gegner,...
Akustische Signale
: Pfiff, Schuss,...
Kinästhetische und taktile Signale : Zug- / Schubkräfte (z.B. beim Ringen)
2. Umstellungsfähigkeit
Fähigkeit das Handlungsprogramm aufgrund von Situationsveränderungen den neuen
Gegebenheiten anzupassen
- Situationsveränderungen können erwartet, aber auch plötzlich auftreten
=> Ersteres ist meist (für den Betrachter) unauffällig, wobei zweites zu Abbruch oder
Einleitung neuer Handlungen führen kann
- Steht in enger Beziehung zu Orientierungs- und Reaktionsfähigkeit
- (bei Blocks „switchen“ oder „pick ’n roll“)
3. Orientierungsfähigkeit
Fähigkeit die Lage des eigenen Körpers in einem definierten Raum mit entsprechenden
Orientierungspunkten zu bestimmen und zielgenau zu verändern
(Passspiel ohne Körbe)
4. Kopplungsfähigkeit
Fähigkeit, Teilkörperbewegungen miteinander zeitlich, räumlich und dynamisch so zu
koppeln, dass eine bestimmte Bewegung zustande kommt
Musterbeispiel: Korbleger
-
-
jede Muskelaktivität wirkt sich auf benachbarte Gelenke aus (Bsp.: beim Heben eines
Armes stützt der ganze Körper)
optimal, wenn verschiedene Teilbewegungen zeitlich, räumlich und kräftemäßig
aufeinander abgestimmt sind
verschiedene Prinzipien spielen eine Rolle:
- zeitliche Koordination der Einzelimpulse
- maximale Anfangskraft
- Impulsübertragung
- Optimale Beschleunigungswege
- Gegenwirkung
Formen der Kopplung:
- Schwungübertragung (immer vom Rumpf auf die Extremitäten und andersherum)
(Diskuswurf)
- Zeitliche Verschiebung der Teilbewegungen (Korbleger)
3
-
Rumpf als Übertragungsglied für die Bewegungskopplung (vertikaler Rumpfeinsatz
beim Blocken?)
Mischformen der Bewegungskopplung
Steuerfunktion des Kopfes
Arten der zeitlichen Kopplung:
- Sukzessiv : nacheinander
- Simultan : gleichzeitig
5. Differenzierungsfähigkeit
Differenzierte Auswahl bei der Informationsaufnahme und -bewertung (sensorische
Differenzierungsfähigkeit) sowie differenzierte Informationsverarbeitung (efferente
Steuerungsimpulse) sind Vorraussetzung für die Feinabstimmung der Steuerungsimpulse
in der Bewegungskoordination!
-
Ziel: optimale Bewegungsausführung
(Bsp.: Ballgefühl, Übung mit Medizinbällen)
6. Gleichgewichtsfähigkeit
-
der Mensch kann Störungen der Gleichgewichtslage aktiv entgegenwirken (durch
entsprechende Steuerimpulse)
Fähigkeit, Gleichgewichtszustände zu erhalten oder zu erlangen
-
es gibt das Gleichgewicht von menschlichen Tätigkeiten oder Objekten
(für Basketball aber nicht relevant; mögl. Bsp.: Slalomlauf (?))
7. Rhythmitisierungsfähigkeit
Fähigkeit, einen von außen vorgegebenen Rhythmus zu erfassen und motorisch
umzusetzen, oder einen verinnerlichten Rhythmus einer Bewegung in der eigenen
Bewegungstätigkeit zu realisieren!
-
Bsp.: Dribbelübungen
Konditionelle Fähigkeiten
 Fähigkeiten der motorischen Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer
1. motorische Kraftfähigkeit
-
(Physik:) Kraft = Masse x Beschleunigung
eine Aktion zieht immer eine Reaktion mit sich
Fähigkeit, Spannung in der Skelettmuskulatur gegen äußere Widerstände zu erzeugen!
Kraftleistung des Skelettmuskels kann durch Innervation der Muskelfasern erreicht
werden!
1.1 Maximalkraft:
dynamische Maximalkraft:
-
Kraft, die das Nerv- Muskelsystem innerhalb eines Bewegungsablaufs realisieren kann
4
statische Maximalkraft:
-
Kraft, die das Nerv- Muskelsystem gegen einen unüberwindlichen Widerstand auszuüben
vermag
 Maximalkraft kann durch Training verbessert werden (Liegestützen, Fitnesstraining)
höchstmögliche Kraft, die willkürlich gegen einen unüberwindlichen Widerstand
erzeugt werden kann!
1.2 Schnellkraft:
Fähigkeit des neuromuskulären Systems, in der zur Verfügung stehenden Zeit einen
möglichst großen Impuls zu erzeugen!
(Widerstände mit höchstmöglicher Kontraktionsgeschwindigkeit zu überwinden)
Bsp.: Seilspringen
1.3 Kraftausdauer:
Fähigkeit der Muskulatur, der Ermüdung bei länger andauernden Kraftleistungen zu
widerstehen!
Hängt von Intensität und Dauer der Belastung ab!
-
allgemeine Kraftausdauer: mehr als 1/6 der Skelettmuskulatur aktiv
lokale Kraftausdauer:
weniger als 1/6 der Skelettmuskulatur aktiv
statische Kraftausdauer
dynamische Kraftausdauer
2. motorische Schnelligkeitsfähigkeit
Fähigkeit, Bewegungen in möglichst kurzer Zeit auszuführen!
(Hängt mit Geschwindigkeit zusammen)
-
hängt von Motivation, Willenskraft, Anstrengungsbereitschaft sowie
Informationsaufnahme und -verarbeitung ab
Fähigkeit, aufgrund der Beweglichkeit der Prozesse des Nerv- Muskelsystems und des
Kraftentwicklungsvermögens der Muskulatur , Bewegungen in einem minimalen
Zeitabschnitt unter gegebenen Bedingungen durchzuführen
-
zyklische Schnelligkeit:
rhythmische Folge von motorischen Aktionen (Lauf)
-
azyklische Schnelligkeit:
Schnelligkeit der Einzelbewegungen (Wurf, Stoß)
(Kommandolauf, Achterlauf, Linienlauf)
3. motorische Ausdauerfähigkeit
Psycho-Physische Ermüdungswiderstandsfähigkeit
- auch Wiederherstellungsfähigkeit
-
allgemeine Muskelausdauer : wenn mehr als 1/6 der Muskulatur belastet ist
5
-
lokale Muskelausdauer
: wenn weniger als 1/6 der Muskulatur belastet ist
(gezielte Belastung)
Sauerstoff ist für die Beseitigung von Milchsäure zuständig, die bei der Glucose- bzw.
Fettverbrennung anfällt. Diese wiederum ist nötig, um Energie für die Herstellung ATP
und Kreatinphosphat (KP) zu produzieren! (?)
ATP und KP werden zur Muskelkontraktion benötigt!
-
die erreichte maximale Sauerstoffschuld nennt man anaerobe Kapazität, auch
Stehvermögen
-
Aerobe Ausdauerfähigkeit:
Es ist genügend Sauerstoff zur Oxidation der Energieträger vorhanden
( mit Sauerstoffverbrauch)
-
Anaerobe Ausdauerfähigkeit:
Durch hohe Belastungsintensität reicht die Sauerstoffzufuhr nicht aus
(ohne Sauerstoffverbrauch)
-
(allgemeine/ lokale) statische Ausdauer = andauernde Kontraktion
-
(allgemeine/ lokale) dynamische Ausdauer = Wechsel zwischen Kontraktion und
Entspannung (zwischen An- und
Entspannung)
Formen allgemeiner Ausdauer:
aerob:
- allgemeine dynamische aerobe Kurzzeitausdauer:
3-10 Minuten; es sind auch anaerobe Stoffwechselprozesse beteiligt (3000m-Lauf)
-
allgemeine dynamische aerobe Mittelzeitausdauer:
10-30 Minuten (10.000m-Lauf)
-
allgemeine dynamische aerobe Langzeitausdauer:
mehr als 30 Minuten (Marathon)
-
allgemeine statische aerobe Ausdauer:
große Muskelgruppen mit einer Intensität von weniger als 15% der max. statischen
Kraft beansprucht
anaerob:
- allgemeine dynamische anaerobe Ausdauer = Stehvermögen = Schnelligkeitsausdauer
-
allgemeine dynamische anaerobe Kurzzeitausdauer: bis 20 Sekunden
(100/ 200m-Lauf)
-
allgemeine dynamische anaerobe Mittelzeitausdauer: bis 60 Sekunden
(400m-Lauf)
-
allgemeine dynamische anaerobe Langzeitausdauer: bis 120 Sekunden
(800m-Lauf)
-
allgemeine statische anaerobe Ausdauer:
wenn große Muskelgruppen in ihrem Leistungsvermögen durch anaerobe
Stoffwechselvorgänge begrenzt sind! (statisch: Geräteturnen, Ringen,...)
allgemeine dynamische aerobe Ausdauer hängt ab:
6
-
Leistungsfähigkeit des Herz-, Kreislauf-, Atmungs- und Stoffwechselsystems
-
Qualität der bewegungsspezifischen Koordination
-
Motivation
Anpassungserscheinungen des Herz- Kreislaufsystems:
- Vergrößerung des Herzens
- Größere Menge Blut wird bereitgestellt
- Biochemische Veränderungen in den Muskelzellen
- Kapillarisierung vergrößert
Der Ausdauertrainierte ist einerseits in der Lage durch ein vergrößertes Herz (mit einem
gesteigerten Herzminutenvolumen) eine größere O2-Menge pro Minute aufzunehmen und zur
belasteten Muskulatur zu transportieren, andererseits ist auch die ausdauertrainierte
Muskulatur fähig, die pro Zeiteinheit angebotene Sauerstoffmenge besser auszunutzen!
Die „lohnende Pause“
Wenn man die Erholungsphase (nach einer Belastung) in drei Zeitbereiche aufteilt, verhält
sich das 1. Pausendrittel als „lohnende Pause“, d.h. die Aktivität des Herz- Kreislaufsystems
ist noch hoch, es wird noch trainiert!
4. Beweglichkeit
Fähigkeit, Bewegungen mit großer bzw. optimaler Schwingungsweite der Gelenke
auszuführen
besteht aus:
4.1 Gelenkigkeit (Struktur der Gelenke)
4.2 Dehnfähigkeit (Muskeln, Sehnen, Bänder und Kapseln)
Die Phasenstruktur
1. Vorbereitungsphase
 Vorraussetzung für Hauptphase schaffen
2. Hauptphase
 unmittelbarer Vollzug der Aufgabe
7
3. Endphase
 Körper in ein stabiles Gleichgewicht zurückführen
(aktives/ passives Abbremsen des Körpers)
Trainingslehre
Reizstufenregel
1. ohne Reiz keine Funktion
2. Reizschwelle muss überschritten werden, sonst funktionslos (Alles-oder-nichtsGesetz)
3. schwache Reize über der Reizschwelle wirken auf Lebenstätigkeit anregend und
erhaltend
4. starke Reize lösen bestimmte anatomische und physiologische Anpassungsvorgänge
aus
5. zu starke Reize lähmen/ schädigen die Funktion
 Reizbarkeit und Reizbeantwortung hängen von Lebensbedingungen, Alter und Geschlecht
ab
- höherer Funktionszustand erfordert höhere Reizintensität zur Aufrechterhaltung des
Zustandes
- Belastungsmerkmale für Trainingsziele:
Reizstärke, Reizumfang, Reizdauer, Reizdichte, Reizhäufigkeit, Trainingshäufigkeit
-
Intensität im Ausdauertraining:
30%- 50%
50%- 60%
60%- 75%
75%- 80%
85%- 100%
gering
leicht
mittel
submaximal
maximal
130- 140 s/min
140- 150 s/min
150- 165 s/min
165- 180 s/min
180 s/min
(bei Intervallmethode “lohnende Pause”; Trainingslehre S.18)
Trainingsprinzipien
Trainingswissenschaftliche Grundsätze zur Planung und Durchführung des
Trainingsprozesses
 schnelle Leistungssteigerung nur dann möglich, wenn die Wirkung des vorrangegangenen
Trainingsreizes noch nicht ganz abgeklungen ist, bevor der nächste erfolgt

Überkompensation heißt die Phase der biochemisch und physiologischen
Wiederherstellung verbrauchter Energiequellen nach einer Belastung über das
Ausgangsniveau hinaus
 Grundlage für Funktions- und Leistungssteigerung!
Um die Leistungssteigerung zu optimieren, kommt es auf das Erkennen des
Kulminationspunktes an ( Prinzip der optimalen Relation von Belastung und
Erholung)
8

Prinzip der progressiven Belastung
Die Trainingsanforderungen müssen immer den aktuellen Möglichkeiten angepasst sein!

Prinzip der Dauerhaftigkeit
Erwerbung von Stabilität von bestimmten Fertigkeiten bzw. Fähigkeiten
(zu schnell erreichte Leistungen sind instabil/ labil)

Prinzip der Variationen von Trainingsbelastungen
Trainingsinhalte und -methoden sollen verändert werden, um keine Stagnationen des
Leistungsgewinns zu bewirken

Prinzip der Individualität
= Training unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsstruktur des Sportlers
Kinder-, Jugend- und Erwachsenentraining
Schwerpunkte:
Kindertraining
- Kraftschulung für normale Körperhaltung
- Aerobe Eigenschaften fördern
- Schnelligkeit: mittlere Intensität
- Beweglichkeits- und Gewandtheitstraining stark fördern
Jugendtraining
Pubeszenz:
- Festigung statt Neuerwerb motorischer Fähigkeiten
- Ausdauerschulung: aerob, submaximal
- Schnelligkeitstraining individuell erhöhen
- Schnell kontrahierende Muskelfasern trainieren
- Sicherheit und Selbstvertrauen geben
Adoleszenz:
- Motorisches Lernen günstig
(Feinformen, Stabilisierung der Koordination)
- Krafttraining intensiv
- Ausdauertraining intensiv (maximale Sauerstoffaufnahme)
- Technik/ Taktik intensiv
- Wettkämpfe/ Leistungskontrollen auf hoher Ebene
Erwachsenentraining
- Vorteile bei Frauen: koordinative Fähigkeiten
- Vorteile bei Männern: konditioneller Bereich
- Trainierbarkeit der Muskulatur: Frau: 55%
Mann: 80%
- Probleme: - Umlernen
- (später) Schnelligkeitsfähigkeiten
- Vervollkommnung von Fähigkeiten und Fertigkeiten ist anzustreben
9
Trainingsmethoden
Planmäßiges Verfahren, das das Ansteuern vorgegebener Trainingsziele betrifft
Dauermethode
Reizstärke:
Reizumfang:
Reizdichte:
Reizdauer:
mittelhoch
50% - 80%
sehr hoch
keine Pause, lang
sehr lang
(allgemeine Ausdauer, spezielle Ausdauer, lokale Muskelausdauer)
extensive Intervallmethode
Reizstärke:
Reizumfang:
Reizdichte:
Reizdauer:
mittelhoch
hoch
„lohnende Pause“
14 - 90 Sekunden
60% - 80%
(20 - 30 Wiederholungen)
(45 - 90 Sekunden)
(wegen Wiederholungen)
(allgemeine Ausdauer, Kraftausdauer)
intensive Intervallmethode
Reizstärke:
Reizumfang:
Reizdichte:
Reizdauer:
hoch
mittel
größere Pause
mittel
80% - 90%
ca. 10 Wiederholungen
90 - 180 Sekunden
(30 - 60 Sekunden)
(spezielle Ausdauer, Schnelligkeitsausdauer, Kraftausdauer, Schnellkraft)
Wiederholungsmethode
Reizstärke:
Reizumfang:
Reizdichte:
Reizdauer:
sehr hoch
85% - !00% (möglichst gleichbleibend)
gering
(1-6 Wiederholungen)
lange Pause
3 - 15 Minuten (aufwärts)
(im Hanteltraining) 2-3 Sekunden
(maximale Schnelligkeit, Maximalkraft, Schnelligkeitsausdauer, Schnellkraft)
Sauerstoffschuld
 Sauerstoffdefizit zu Beginn der sportlichen Leistung, das entsteht, da die
Sauerstoffaufnahme nur langsam anläuft und den plötzlich auftretenden Sauerstoffbedarf
nicht decken kann
Bei länger andauernden Leistungen erreicht der Körper den Gleichgewichtszustand zwischen
Aufnahme und Bedarf („steady-state“). Das Gleichgewicht zeigt sich in gleichbleibenden
Puls-, Blutdruck- und Atemwerten; der Organismus arbeitet dann unter aeroben Bedingungen.
Sprinter sind wegen ihrer geringen Arbeitszeit immer im Sauerstoffdefizit. Sie arbeiten unter
anaeroben Bedingungen.
Die Sauerstoffschuld ist ein wichtiges Leistungskriterium, das man aber trainieren kann.
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Trainingsmethoden
Dauermethoden
- fördert beschleunigte Verbesserung des Kreislauf- und Atemsystems, sowie besonders die
Stabilisierung des vegetativen Nervensystems
- der Sportler entwickelt seine Form so langsamer, erreicht aber insgesamt eine gefestigtere
Ausdauerform
a) die kontinuierliche Methode
-
längere Belastungen, ohne Pausen
die Arbeit wird erst bei völliger Erschöpfung abgebrochen
bei gleichbleibender Gesamtbelastung besteht die Gefahr, dass sich ein Stereotyp der
Organfunktionen herausbildet:
Deshalb sollte man bei längerem Training die Reizstärke ständig langsam erhöhen!
b) Tempowechselmethode
-
Variieren der Fortbewegungsgeschwindigkeit (Reizstärke) ohne Erholungspause
In Phasen geringer Intensität (unterhalb des steady-state) kann die Sauerstoffschuld
(anaerobe Belastung) teilweise oder vollständig kompensiert werden (vor allem für
Spurtfähigkeiten wichtig)
c) Das Fahrtspiel
- Der Sportler ändert die Geschwindigkeit je nach individuellem Befinden oder z.B. durch
unterschiedliche Geländebedingungen
- Der Geschwindigkeitswechsel ist dabei nicht fest programmiert; mehr Spielcharakter
Intervallmethode
-
großer Umfang verbunden mit hoher Intensität
durch stärkere Reize als im Dauerleistungstraining wird schnelleres Erreichen der
Ausdauerfähigkeit bewirkt
alle Trainingsmethoden, die dem planmäßigen Wechsel von Belastungs- und
Erholungsphasen unterworfen sind, bezeichnet man als Intervallmethoden
 „lohnende Pause“ (unvollständige Wiederherstellung) ist hierbei wichtig (neuer Reiz sollte
bei Pulsfrequenz von 120 - 130 Schlägen/ Minute einsetzen)
-
Kurzzeitintervallmethode: Reizdauer von 15-60 Sekunden
Mittelzeitintervallmethode: Reizdauer von 1-8 Minuten
Langzeitintervallmethode: Reizdauer von 8-15 Minuten
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 intensive Intervallmethode trainiert den Organismus für hohe Belastungen unter anaeroben
Bedingungen (z.B.: 100-400m – Läufer)
Wiederholungsmethode
-
 hauptsächlich zur Verbesserung der anaeroben Ausdauer
die Belastungsdauer sollte etwas unter oder über Wettkampfdauer liegen:
Belastungsdauer:
Reizintensität:
kürzer als im Wettkampf
länger als im Wettkampf
gleich oder höher als im Wettkampf
geringer als im Wettkampf
Wettkampf- und Kontrollmethoden
-
soll ausschließlich wettkampfspezifische Ausdauerfähigkeiten entwickeln
die Belastungsdosierung soll so gestaltet sein, dass alle Faktoren den
wettkampfspezifischen Bedingungen optimal angepasst sind
(Faktoren sind z.B.: Geschwindigkeit, Technik, ...)
mündliches Sport-Abi 2006:
1. 2. 3. -
biomechanische Prinzipien
Bilderreihe
Phasenstruktur
Trainingsmethoden
Wirkungen
Übungen
Taktikfrage
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