Daniel Guthmann & Joachim Palutzki

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Menschen und Landschaften 28.08.2005
Die Hexen von Zugarramurdi
Traditionelle baskische Kultur in den spanischen Pyrenäen
Von Daniel Guthmann und Joachim Palutzki
ATMO
Bach in der Höhle von Zugarramurdi
MUSIK
Baskischer Chorgesang
O-TON
Lourdes liest einen baskischen Text
SPRECHERIN 1
Oh Geist, der du die Geheimnisse des Lebens kennst. Lehre
mich den Weg der Wahrheit! Lass mich am Feuer meiner
Vorfahren tanzen! Lehre mich, frei zu sein wie die Luft, stark zu
sein wie der Adler und weise wie die Natur!
ATMO
Theaterperformance in der Höhle
ERZÄHLER
Jedes Jahr zur Sommersonnenwende kommen Tausende in ein
kleines Dorf in den spanischen Pyrenäen, um die kürzeste Nacht
des Jahres in einer großen Höhle am Dorfrand zu verbringen.
Schaurige Legenden aus tiefer Vergangenheit in einer wilden,
dünn besiedelten Berglandschaft ziehen alljährlich eine
wachsende Zahl von Besuchern an.
In alten Chroniken wird berichtet, das gesamte Dorf sei einst
verhext gewesen, auf geheime Hexenzusammenkünfte folgten
grausame Strafen der katholischen Inquisition.
Gerüchte von wilden Partys in der Höhle locken ein eher
jugendliches Publikum aus vielen Regionen Spaniens und
Frankreichs nach Zugarramurdi.
ATMO
Fest, Trommeln, Txistu, Natur
ERZÄHLER
Zugarramurdi liegt unmittelbar an der französischen Grenze in
den westlichen Ausläufern der spanischen Pyrenäen, eine
knappe Autostunde von der Atlantikküste und San Sebastián
entfernt. Geographisch gehört das Dorf zum Baztan-Tal, das
eine natürliche Barriere zwischen der südfranzösischen Ebene
und dem spanischen Kernland bildet. Nördlich und südlich ist es
von zwei etwa tausend Meter hohen Gebirgspässen begrenzt.
Administrativ gehört das Tal mit etwa 8000 Einwohnern zur
Region Navarra, aber kulturell und sprachlich fühlen sich die
Menschen dem Baskenland zugehörig.
ATMO
Natur, Pferd läuft durch
ERZÄHLER
In sanften Wellen entwickeln sich die Höhenzüge, bewachsen
von einer üppigen Vegetation. Eichenwälder und ausgedehnte
Wiesen mit einer Vielfalt an Kräutern und Blumen sind
Rückzugsgebiete für zahlreiche geschützte Tierarten. Ein Naturund Wanderparadies abseits der Durchgangsstraßen. Die seit
Jahrhunderten bewirtschafteten Ackerflächen im Besitz einzelner
Familien fügen sich ebenso harmonisch in das Landschaftsbild
ein wie die traditionelle Fachwerkarchitektur der Bauernhöfe.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Ich bin in einem der typischen alten Bauernhäuser geboren und
stamme von einer sehr traditionellen Familie ab, sowohl
mütterlicherseits wie väterlicherseits. Ich komme wie meine
Mutter aus dem kleinen Dorf „Arizcun“. Mein Vater stammt aus
einem anderen Dorf mit vielleicht 150 Einwohnern, sieben
Kilometer von hier entfernt. Meine Eltern waren auch Bauern,
2
und natürlich hat man unter Bauern geheiratet und die alte
Tradition weitergeführt.
ATMO
Platz in Elizondo
ERZÄHLER
Teresa Maritorena lebt heute in Elizondo, der Hauptstadt des
Baztan-Tals. Die 60-jährige Hausfrau denkt gern an ihre Kindheit
zurück, als die Großfamilie noch unter einem Dach, in ihrem
„Caserio“ wohnte. In den geräumigen, bis zu 600 Jahre alten,
dreistöckigen Fachwerkhäusern befanden sich traditionell auch
die Ställe für das Vieh.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Wir hatten zu Hause ungefähr zehn Kühe, die wir mit dem
ernährten, was unsere Felder und Wiesen hergaben. Und dann
haben sie immer mehr dazugekauft, so dass mein Bruder zum
Schluss 26 Kühe und 50 Schweine besaß.
ERZÄHLER
Im Erdgeschoss der „Caserios“ befanden sich die Ställe, im
ersten Stock die Wohnräume und im zweiten die Lagerräume für
die Ernte. Auch wenn die Häuser heutzutage modernisiert
werden, die massive Bauweise aus Bruchstein, Lehm und
Eichenhölzern hat sich unverändert erhalten.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Früher gab es in den Häusern kein fließendes Wasser. Wir
hatten eine Quelle, dort ging man auch hin, um die Wäsche zu
waschen, weil wir natürlich keine Waschmaschinen hatten.
Toiletten gab es nur selten in den Häusern. Wir hatten zwar eine,
aber verbunden mit einem aufgehängten Wassereimer, an dem
man ziehen musste – sehr unbequem. Die Leute, die keine
Toilette hatten, gingen in den Stall…
3
ERZÄHLER
Bauern und kleine Handwerksbetriebe produzierten über
Jahrhunderte die meisten der lebensnotwendigen Güter für den
Eigenverbrauch. Handelsbeziehungen nach außen gab es kaum,
und Geld hatten die Familien in der Regel wenig zur Verfügung.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Bei uns zu Hause wurde ziemlich viel Besuch empfangen.
Früher war es so üblich, dass die Pfarrer und Lehrer oft in die
Häuser gingen. Unser Essen war aber sehr einfach. Wenn eine
etwas höher gestellte Person kam, eine Respektsperson aus
dem Dorf, dann lief meine Mutter schnell den Schinken holen
und schnitt ihn auf. Außerdem gab es noch Dosen mit
Paprikaschoten, und sie machte viele Suppen, denn wir hatten
Hühner und Eier. Also, es war alles Hausmannskost. Zum
Nachtisch gab es auch nicht viel Auswahl, da man nichts
einfrieren konnte. Von Oktober bis zur Sommersonnenwende
gab es nur eine Sorte Äpfel, die wir auf dem Speicher hatten,
also gab es zum Nachtisch Äpfel. Gehungert haben wir nicht,
aber wir lebten auch nicht im Luxus.
MUSIK
Baskische Musik
ERZÄHLER
Viele Familien im Baztan-Tal sind miteinander verwandt, da in
dem über lange Zeit isolierten Tal traditionell nur untereinander
geheiratet wurde. Strenge Erbschaftsregelungen garantieren seit
vielen Generationen den Bestand an Grund und Boden, der
auch heute nur in seltenen Fällen verkauft wird.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Mein Bruder hat das Haus und den gesamten
landwirtschaftlichen Betrieb geerbt, weil man hier im Baztan-Tal
den Grundbesitz nicht unter den Kindern aufteilt. Das ist so
Tradition.
4
ERZÄHLER
Jedes Haus hat einen Namen, der von den Familien auch als
Familienname angenommen wurde. Jeder Familiensitz hat sogar
ein eigenes Wappen, seit im 15. Jahrhundert ein spanischer
König alle Einwohner des Tals in den Adelsstand erhob. Mit
dieser Maßnahme wollte die spanische Krone den Bewohnern
des Baztan-Tales schmeicheln und ihre Ungebundenheit und
Aufsässigkeit gegen fremde Obrigkeiten zügeln. In der
abgelegenen, seit Urzeiten baskisch geprägten Region, hatte
das Christentum erst im Laufe des 13. Jahrhunderts langsam
Fuß fassen können.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Heute wird viel für die baskische Kultur getan, und es gibt viele
Diskussionen darum. Ich erinnere mich, als ich noch klein war
und zwei Kilometer weg von Elizondo lebte, nannte man mich
hier in der Stadt „La Casera“, die Landpomeranze, weil ich kaum
Spanisch konnte. Wir waren eben ein bisschen unterprivilegiert,
weil auf dem Lande kaum Spanisch gesprochen wurde. Heute
dagegen ist es genau umgekehrt, es werden viele
Veranstaltungen und Feste organisiert, um Geld zu sammeln für
die „Castolas“. Das sind unsere Schulen, in denen Baskisch
gelehrt wird. Es werden immer mehr von diesen Schulen
eröffnet. Das hat natürlich eine stark politisch geprägte
Komponente, aber weniger hier als in den anderen Teilen des
Baskenlandes. Das Baztan-Tal ist eine sehr ruhige Region, und
es hat hier eigentlich kaum Auseinandersetzungen um den
Gebrauch der baskischen Sprache gegeben.
ERZÄHLER
Die Castolas, spezielle baskische Schulen, sind eine
Erscheinung der Demokratisierung und Regionalisierung nach
dem Ende der Franco-Diktatur. Als sie noch ein Kind war, erzählt
Teresa, wurde auf die Schulbildung im Baztan-Tal generell
wenig Wert gelegt.
5
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
In der Schule wurde uns nur das Notwendigste beigebracht. Wir
lernten kochen und nähen, und nach der Schule mussten wir zu
Hause arbeiten. In allen Häusern gab es einen Kamin. Wir
mussten Feuerholz holen oder zur Zeit der Kastanienernte die
Kastanienspeicher leeren. Dann mussten wir die Kastanien
schälen und aufs Feuer legen. Manchmal wurden wir aus der
Schule gerufen, um eine Kuhherde zu führen, wenn sie auf eine
andere Weidefläche sollte, oder um die Pferde zusammen zu
treiben. Während unserer Kindheit ging man nicht aus. Am
Sonntag besuchte man die Messe, und nachmittags gab es
gemeinsame große Mahlzeiten. Nach dem Essen ging man im
Dorf spazieren. Ich erinnere mich, dass in Arizcun auch
traditionelle Musik gespielt wurde: Tambor und Txistu. Das sind
typische Instrumente der Region.
ATMO
Txistu
O-TON
Musiker
SPRECHER 1
Für uns ist es schon etwas Besonderes, diese Musik zu spielen.
Sie führt uns zurück zu den Wurzeln unserer Kultur, denn es ist
alte Musik aus dieser Region. Nicht alle jungen Leute
interessieren sich dafür, aber wir sind der Meinung, dass es
jemanden geben muss, der an die Kulturtraditionen anknüpft, sie
erhält und bereichert, damit sie nicht aussterben. Und genau das
wollen wir tun!
ERZÄHLER
Mikel und Ernesto üben in der offenen Markthalle von Elizondo
traditionelle Stücke für ein Dorffest am Wochenende. Wie die
baskische Sprache haben auch die alten Feste in letzter Zeit
einen Aufschwung erlebt. Die beiden Musiker können sich über
mangelnde Engagements nicht beklagen.
O-TON
Musiker
6
SPRECHER 1
Eigentlich ist es ja dasselbe, ob man sich zu Elizondo, zu
Navarra oder zum Baskenland zugehörig fühlt, aber die Leute
fühlen sich schon in erster Linie als Basken. Baskisch wird hier
im Baztan-Tal von über 98 Prozent der Bevölkerung gesprochen.
Unsere traditionelle Kleidung, unsere Tänze, die Musik – das
alles kommt aus der baskischen Kulturtradition.
MUSIK
Baskische Musik
ERZÄHLER
Wer von den jungen Leuten studieren will, geht in der Regel an
die Universitäten von San Sebastián oder Pamplona. Und weil
sie in der Heimat kaum eine berufliche Perspektive haben,
bleiben viele dann auch in den Großstädten. Die beiden Musiker
haben sich nach ihrem Studium bewusst dafür entschieden, ins
Baztan-Tal zurückzukehren.
O-TON
Musiker
SPRECHER 1
Früher wollte keiner von hier weg, aber die Nachteile des
Kapitalismus bringen es mit sich, dass immer mehr Leute zum
Arbeiten woanders hingehen müssen, zum Beispiel nach
Pamplona. Die Landwirtschaft wirft immer weniger ab. Unsere
Lebensgrundlage waren die Kleinbauern, die sich selbst erhalten
und unabhängig sind. Heute ist es immer mehr so, dass nur
noch die großen Höfe überleben können und die Anderen
gezwungen sind, zum Arbeiten in die Städte zu gehen. Damit
wandelt sich der ursprüngliche Lebensrhythmus. Alles wird
hektischer und vom Stress bestimmt. Das ist eben der
Rhythmus, der uns von dieser Gesellschaft aufgezwungen wird.
ATMO
Landstraße im Baztan-Tal
ERZÄHLER
Die Einwohnerzahl des ohnehin schon dünn besiedelten BaztanTals hat sich in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten noch um
ein Drittel verringert. Viele machen dafür die Krise in der
7
Landwirtschaft verantwortlich und kritisieren die Richtlinien der
Europäischen Union. So dürfen sie zum Beispiel die Ernte nicht
mehr im eigenen Caserio lagern, sondern müssen dafür extra
Lagerhallen bauen. Das hat viele kleinere Bauern veranlasst,
ihren Betrieb aufzugeben. Mit etwas Glück gelingt es ihnen, die
Anbauflächen an größere Betriebe zu verpachten.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Auch mein Bruder sagte sich: Tja, was mache ich jetzt? Ich
müsste Millionen investieren, um die vorgeschriebenen
Lagerhallen zu errichten, aber wozu soll ich das Geld ausgeben,
wenn meine Kinder den Betrieb sowieso nicht weiterführen
wollen. - Und so hat er vor ungefähr drei Jahren die
Landwirtschaft aufgegeben. Die Felder sind noch da und das
gesamte landwirtschaftliche Gerät und die Traktoren auch, aber
er hat als Bauarbeiter angefangen. Weil er sich sagt, dass er
damit in der Zukunft besser dastehen wird. Die Unabhängigen
hier verdienen weniger als die Angestellten, und wenn er mal in
Rente geht, wird er als Angestellter weitaus mehr bekommen.
ATMO
Natur
ERZÄHLER
Doch leer stehende schöne alte Bauernhäuser, eine
jahrhundertealte, gewachsene Kulturlandschaft und die Natur
der Pyrenäen bieten auch die Chance für einen Strukturwandel.
Anfang der 90er Jahre beschloss die Regionalregierung in
Pamplona ein Programm, das dem sanften Tourismus im
Baztan-Tal den Weg ebnen sollte. Nach anfänglicher Skepsis in
der nach außen traditionell eher verschlossenen Bevölkerung
wird das Angebot inzwischen mehr und mehr angenommen.
O-TON
Teresa
SPRECHERIN 2
Früher war es so, dass die einzigen Touristen, die kamen,
ehemalige Emigranten waren, und da wir uns alle im Tal
8
kannten, wirklich alle, erfuhren wir es sofort, wenn jemand in
einem Dorf neun Kilometer weiter weg gerade angekommen
war. Heute kommen natürlich immer mehr Leute ins Tal, die man
nicht kennt…
ATMO
Feststimmung in Zugarramurdi
ERZÄHLER
Die meisten kommen allerdings nach Zugarramurdi. Die riesige
Kalksteinhöhle, mit der Legenden von Hexenzusammenkünften
verbunden werden, und das große Fest zur
Sommersonnenwende, das in der Höhle veranstaltet wird, haben
den kleinen Ort überregional bekannt gemacht.
Gemeinsam mit dem Nachbarort Urdazubi bildet Zugarramurdi
auf dem Gebirgszug, der Spanien von Frankreich trennt, eine
kleine, seit jeher auf Unabhängigkeit vom Baztan-Tal bedachte
Gemeinde.
O-TON
Ignacio
SPRECHER 1
Die Leute aus Zugarramurdi und Urdazubi könnten geographisch
ja eigentlich sogar zu Frankreich gehören, und jenseits des
südlichen Eingangs zum Baztan-Tal ändert sich auch die
Mentalität der Menschen. Wir hier in Zugarramurdi haben uns
eigentlich immer eher nach Frankreich ausgerichtet. Es würde
uns auch nichts ausmachen, uns als Bewohner des Baztan-Tals
zu sehen, wenn man sich dort uns gegenüber korrekt verhalten
würde. Wir sehen es so, dass man sich im Baztan-Tal des
Reichtums von Zugarramurdi bemächtigen will. Eines
Reichtums, den wir dank unserer Höhlen besitzen. Das heißt
aber nicht, dass wir uns mit den Leuten nicht gut verstehen
würden. Es gibt viele, die mit jemandem aus dem Baztan-Tal
verheiratet sind, und auf dieser Ebene ist das ein völlig normales
Verhältnis. Aber auf der politischen Ebene ist es schwer
vorstellbar, uns mit dem Baztan-Tal zu einigen.
9
ERZÄHLER
Ignacio kommt aus einer Familie, die seit Jahrhunderten in
Zugarramurdi lebt. Gemeinsam mit seiner Mutter bewohnt er das
alte Caserio der Familie mitten im Dorf. Seit vielen Jahren hilft
der 45-Jährige mit beim großen Fest.
O-TON 15
Ignacio
SPRECHER 1
Ich habe vorher mit meinem Vater und meinem Bruder von der
Milchwirtschaft gelebt. Ich habe lange Jahre die Kühe versorgt,
aber dann, mit dem Programm für den „Turismo rural“, den
ländlichen Tourismus, fing man hier an, die ersten Gästezimmer
einzurichten. Seitdem habe ich mich auch mehr und mehr dafür
engagiert, während mein Bruder und seine Frau weiterhin in der
Landwirtschaft tätig sind.
ATMO
Höhle von Zugarramurdi
ERZÄHLER
Die offene Höhle von Zugarramurdi liegt am nördlichen
Ortsausgang. Sie ist geformt aus einem bis zu 25 Meter hohen
natürlichen Tunnel aus Kalkstein und erstreckt sich über eine
Länge von knapp 100 Metern. Durch die Höhle hindurch fließt
ein Bach, der auf Baskisch „Infernuka erreka“, Höllenbach
genannt wird.
Schon allein durch ihre Größe ist die Höhle spektakulär, aber es
ist bei weitem nicht die einzige. Die bekanntesten sind die
großen Höhlen von Sare auf der französischen Seite und die
kleine, aber archäologisch bedeutende Höhle von Urdazubi.
O-TON
Höhlenführer José
SPRECHER 2
Der berühmte französische Höhlenforscher Norbert Casteret hat
hier vor 70 Jahren Höhlenzeichnungen gefunden, ein Wisent,
einen Hirsch und ein Pferd, neben anderen sehr interessanten
symbolischen Zeichnungen. Auch in dem roten Stein, der sich
am Berg befindet, hat man Symbolzeichnungen gefunden. Sie
sind zwischen 13 000 und 9000 Jahre alt.
10
ATMO
Höhle von Urdazubi
ERZÄHLER
Da die geschlossene Höhle von Urdazubi mit ihren weit
verzweigten, engen Gängen schwerer zugänglich ist als die
Höhle von Zugarramurdi, kann José auf seinen Führungen
immer nur kleine Gruppen mit hinein nehmen. Die Besucher sind
begeistert von den weißen Kalksteinformen und der
eigentümlichen Geräuschkulisse, die von dem kleinen Fluss
herrührt, der tief im Inneren durch den Berg hindurch fließt. Wie
in anderen Regionen Europas verbinden sich auch im
Baskenland mit den Höhlen zahlreiche Legenden. Als heilige
Orte besitzen sie insbesondere dort, wo sie von Quellen oder
Flussläufen durchkreuzt werden, eine mythologische Bedeutung,
die weit in die Vergangenheit zurück reicht.
MUSIK
Baskische Musik
O-TON
Höhlenführer José
SPRECHER 2
Diese Höhle hier trägt den Namen Ikaburo. Das ist ein
baskisches Wort und wahrscheinlich kommt es von „Kara“, also
würde die Übersetzung lauten: der Ort, der Furcht einflößt. In
alten Legenden und Erzählungen wird berichtet, wenn man
längere Zeit hier in der Höhle sitzt, im Dunklen, und dem
Rauschen des Baches zuhört, wird man bald eine Stimme hören.
Und man erzählt sich, also, ein älterer Mann hat mir erzählt,
dass ihm als Kind gesagt wurde, es sei die Stimme einer Fee,
die da zu hören ist. Es ist eine sehr hübsche Frau mit langem
Haar, und sie kämmt sich mit einem goldenen Kamm. Sie
erscheint sonst nur auf dem Berg Mondarrain. Das ist der Berg,
auf den die Hirten im Sommer die Ziegen führen. Die Fee macht
die Hirten in sich verliebt, und man sagt, dass sie manchmal
ihren Kamm vergisst. Sie kommt hierher zum Fluss, um sich zu
11
kämmen, und versteckt sich in der Höhle. Das ist die Legende
der Mia, der Fee.
MUSIK
Popol Vuh
ERZÄHLER
Mit den Höhlen verbanden sich nicht nur Mythen und Legenden,
sie waren auch lange Zeit Schauplatz nächtlicher Feste, die tief
in der baskischen Volkskultur verankert waren, die so genannten
Akelarres oder Alkelarres. Doch im 17. Jahrhundert wurde die
katholische Inquisition auf diese Feste aufmerksam.
O-TON
Lourdes
SPRECHERIN 1
Der Begriff „Akelarre“ ist baskisch. Aker bedeutet Ziegenbock.
Larre heißt Feld. Also Feld des Ziegenbocks. Aber der Begriff ist
eine historische Verfälschung. Tatsächlich wurden die
Zusammenkünfte von den Teilnehmern als Alkelarre bezeichnet.
ALKE wird von der Pflanzenbezeichnung Alka, Dactylisis
hispanica abgeleitet. Für den, der etwas von narkotischen
Pflanzen versteht, ist klar, dass sich davon die Bezeichnung der
Zusammenkünfte ableitete. Die Inquisitoren verdrehten den Sinn
zur Rechtfertigung ihrer Anklagen. Sie behaupteten, der
leibhaftige Teufel in Gestalt eines Ziegenbocks hätte an den
geheimen Treffen teilgenommen.
ERZÄHLER
Lourdes ist eine engagierte und attraktive Frau um die 30. Sie
stammt aus Elizondo und hat in eine Familie in Zugarramurdi
eingeheiratet. Wohl niemand im Dorf kennt sich mit der
Geschichte der Alkelares und der Hexenverfolgung in
Zugarramurdi besser aus als sie.
O-TON
Lourdes
SPRECHERIN 1
Ich habe begonnen, mich für das Thema zu interessieren und
Nachforschungen anzustellen, weil mein Großvater
mütterlicherseits hier aus dem Dorf stammt. Er ist allerdings
12
schon sehr früh, nämlich 1916, aus dem Baztan-Tal
weggegangen. Als ich dann vor sieben Jahren als Führerin für
die Höhlen angestellt wurde, habe ich die Forschungen
intensiviert. Ich möchte herausfinden, was hier wirklich passiert
ist, denn es gibt viele Legenden über die Geschichte der Höhlen.
ERZÄHLER
Lourdes ist im Laufe ihrer Nachforschungen zu der Überzeugung
gelangt, dass es sich bei den nächtlichen Zusammenkünften um
rituelle Feste gehandelt haben muss, denen naturreligiöse
Vorstellungen zugrunde lagen.
O-TON
Lourdes liest baskischen Text
SPRECHERIN 1
Mein Körper ist Erde. Mein Blut Wasser. Die Atmung Luft. Und
meine Seele das Feuer.
ERZÄHLER
Im Mittelpunkt der Alkelarres standen die Anbetung des Mondes
und Feiern zu Ehren der Nacht.
O-TON
Lourdes
SPRECHERIN 1
Der Mond heißt auf Baskisch „ilargi“. „argi“ bedeutet Licht. Die
Vorsilbe „il“ bezieht sich auf die Toten. Also aus der Übersetzung
geht hervor, dass der Mond das Licht der Toten ist. Was nun die
heimlichen Zusammenkünfte in den Höhlen angeht, da ging es
einfach nur um alte heidnische Bräuche. Es waren sicherlich
sehr freizügige Feste, aber nicht in dem Sinne, wie wir uns
Orgien vorstellen. Hier in den Höhlen und in der unmittelbaren
Umgebung gibt es kleine Nischen und Kammern, so dass man
sich denken kann, dass einzelne Paare sich während des Festes
dorthin zurückzogen. Also, man soll das nicht so verstehen, dass
jeder mit jedem und alle zusammen!
MUSIK
Popol Vuh
13
ERZÄHLER
So hat es aber die katholische Kirche im 17. Jahrhundert
verstehen wollen. Einfache Bauersfrauen und Musiker, die an
den Festen in den Höhlen teilnahmen, wurden zu Hexen und
Zauberern erklärt, die mit dem Teufel im Bunde stehen. Wie so
oft in der dunklen Geschichte der Hexenverfolgung beeinflussten
auch hier politische und ökonomische Motive die Unterdrückung
alter baskischer Bräuche. Um 1600 gelangte Zugarramurdi unter
die weltliche und geistliche Vormundschaft des Klosters San
Salvador in Urdax. Viele der vormals freien Bauern und Hirten
aus dem Dorf weigerten sich, die vom Kloster eingeforderten
Steuern zu zahlen.
O-TON
Lourdes
SPRECHERIN 1
Daraufhin wurden Inquisitoren nach Zugarramurdi entsandt.
Unter der Herrschaft Heinrichs des IV. kam zunächst ein
Franzose namens Pierre de Langle ins Dorf. Er war Richter in
Bordeaux. Eine sehr zwiespältige, geisteskranke Person. Seine
eigene Großmutter war eine Baskin, hier aus der Region, aber er
hasste alles Baskische. Und er war der erste, der behauptet hat,
hier gäbe es geheime Zusammenkünfte, die mit dem Teufel in
Verbindung stehen.
ERZÄHLER
Schließlich befasste sich die Inquisition von Logroño mit dem
Fall. Die Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, das
mehr als 300 Personen an den geheimen Zusammenkünften in
den Höhlen teilgenommen hätten.
Nahezu die gesamte Bevölkerung von Zugarramurdi und
Urdazubi geriet unter den Verdacht der Hexerei. 31 Personen
wurden nach Logroño verschleppt und eingekerkert. 13 der
Inhaftierten starben bereits nach kurzer Zeit an den
unmenschlichen Haftbedingungen.
1610 schließlich erfolgte der Richterspruch. Sechs Angeklagte
aus dem engeren Kreis der nächtlichen Alkelarres von
Zugarramurdi wurden bei lebendigem Leibe verbrannt.
14
ATMO
Glocken von Zugarramurdi, Bach an der Höhle
O-TON
Lourdes liest die Namen und das Alter der Verurteilten
SPRECHERIN 1
Maria de Arburu, Mutter eines Ordenbruders, 70 Jahre alt.
Maria de Baztan de la Borda, 68 Jahre, auch sie war die Mutter
eines Klerikers.
Graciana Xarra, 66 Jahre alt. Eine Schwester aus dem Kloster
von Urdax…
ERZÄHLER
Der jüngste sei gerade mal 36 Jahre alt gewesen, liest Lourdes
vor. Eine als Königin der Hexen angeklagte Frau starb im Alter
von fast 90 Jahren im Gefängnis.
MUSIK
Baskischer Chorgesang
O-TON
Lourdes liest baskischen Text
Oinen beste miresten duzuena. Eta beraren izenean, beriz. Zigortzen
gaituzuena.
SPRECHERIN 1
Wer ist dieser Gott, den du so sehr anbetest und in dessen
Namen du uns folterst?
ERZÄHLER
Seit jener Zeit galt Zugarramurdi als ein Zentrum der Hexerei im
Baskenland. Die Bevölkerung wurde geächtet, und die
Geschehnisse prägten sich tief in das kollektive Gedächtnis der
Dorfbewohner ein. Auch Ignacio hat einen Vorfahren, der auf
dem Scheiterhaufen brannte.
O-TON
Ignacio
SPRECHER 1
Wir haben immer mit den Höhlen gelebt, deshalb waren sie für
uns nichts Besonderes. Zum Beispiel wurde dort früher Kalk
gewonnnen. Aber die älteren Generationen nutzten die Höhlen
für andere Zwecke. Zum Beispiel, um dort Sachen
15
aufzubewahren. Und in den Schmuggelhochzeiten wurden dort
auch Waren versteckt.
O-TON
Isidro
SPRECHER 2
In den Jahren 1945, 46, also nach dem zweiten Weltkrieg, waren
die Verhältnisse in Frankreich sehr schlecht. Und wir hatten ja
hier den General Franco, bei uns war alles rationiert, alle
Lebensmittel, das Öl, der Zucker, alles. Die Grenzen wurden
streng bewacht vom Militär und der Guardia Civil, und wir gingen
immer zwischen Frankreich und Spanien hin und her, um Brot,
Zucker und Kaffee zu kaufen. Das war das Einzige, was die
Franzosen hatten, allerdings in reichlichen Mengen. Dafür hatten
sie weder Kleidung und Schuhe, wenig Alkohol, keine
Schokolade, keinen Reis. Das alles kam von hier als
Tauschware. Auch die Seife kam aus Spanien. Alles wurde über
die Berge geschafft, es gab noch nicht einmal Zollstationen, die
Grenze war komplett abgeriegelt.
ATMO
Felsen über der Höhle
ERZÄHLER
Isidro Barlesa ist einer der Ältesten im Dorf. Das alte „Caserio“,
das er bewohnt, könnte man, so wie es ist, in ein
Freilichtmuseum stellen. Auch in den spartanisch möblierten
Innenräumen ist kaum ein Einrichtungsgegenstand jünger als 50
Jahre.
O-TON
Isidro
SPRECHER 2
Diese Art von Geschäften hörte irgendwann auf und dann
begann der Schmuggel mit Kupfer, über viele Jahre hinweg. Ich
glaube, das Kupfer kam ursprünglich aus Südafrika über
Frankreich. Das waren große Lieferungen, tonnenschwer, und
natürlich war es nicht einfach, solche Mengen zu verstecken.
Kleine Sachen kann man gut verstecken, aber solche großen
Mengen nicht. Da musste man dann der Guardia Civil ein
16
bisschen Schmiergeld geben. Dadurch war das Ganze nicht
mehr gefährlich, sie wurden ja bezahlt.
ERZÄHLER
Die Leute in Zugarramurdi erzählen gern von der Zeit des
Schmuggels, stets mit einem Augenzwinkern oder einem
zweideutigen Lächeln. Das Geschäft war so einträglich, dass
heute die reichsten Leute im Baztan-Tal aus dem Kreis der
ehemaligen Schmuggler stammen. Nach dem Wegfall der
Zollschranken lagen die Höhlen brach und wurden wenig
genutzt, höchstens mal von durchreisenden „Gitanos“ auf der
Suche nach einem Platz für die Nacht.
ATMO
Stimmung in der Höhle vor Konzertbeginn
ERZÄHLER
Bis man schließlich im Dorf auf die Idee kam, die Höhle für den
Tourismus zu erschließen. Dabei erinnerte man sich auch wieder
an die Hexengeschichte. Das war 1983. Und seitdem gibt es die
„Alkelarres“, die Feste zur Sommersonnenwende.
O-TON
Ignacio
SPRECHER 1
Die Ursprungsidee hatte der damalige Bürgermeister. Wir
wollten einen neuen „Fronton“ bauen, eine Spielfläche für das
baskische Pelota-Spiel, und überlegten, wie wir das Geld dafür
aufbringen könnten. Damals wurde viel „Pelota“ gespielt, und die
besten Spieler kamen aus dem Baztan-Tal. So entstand die
Idee, um die Sommersonnenwende herum in den Höhlen ein
Fest zu veranstalten. Nur um genügend Geld für den „Fronton“
zusammen zu bekommen. Aber dann ist das Fest immer größer
geworden.
ATMO
Camping bei der Höhle
ERZÄHLER
Inzwischen ist die nächtliche Riesenfete in der Höhle eine der
wichtigsten Einnahmequellen für das Dorf. Ein Rockkonzert mit
17
mehreren Bands lockt ein junges, hauptsächlich französisches
Publikum an. Bis zu 10 000 Besucher kommen, alle Wiesen rund
um Zugarramurdi stehen voller Zelte und bunter Campingwagen.
Im Dorf sind an vielen Stellen kleine improvisierte Bars
eingerichtet. In der Höhle wird eine große Bühne installiert.
O-TON
Ignacio
SPRECHER 1
Die Leute aus dem Dorf machen alle mit, sonst wäre es auch
unmöglich. Es ist ein Fest, das viel Organisation und Arbeit
erfordert.
ATMO
Theaterperformance in der Höhle, Rockmusik
ERZÄHLER
Der Höhepunkt ist weit nach Mitternacht erreicht. Unter der
Anleitung einer Schauspieltruppe aus Bilbao wird eine kurze,
aber spektakuläre Theaterperformance aufgeführt, die ein
historisches Alkelarre darstellen soll. Dabei hält man sich
allerdings erstaunlicherweise an die überlieferte schwarze
Legende der Hexenzusammenkünfte, wie sie von der
katholischen Inquisition erfunden wurde.
Mit viel Feuerwerk, Lichteffekten und Trommeln tragen
verkleidete Schauspieler nach Mitternacht zwei große Puppen
durch die Höhle. Der Teufel in Gestalt eines Ziegenbocks und
die Königin der Hexen, die in einem pompösen Finale einen
symbolischen sexuellen Akt vollziehen.
Nach dem Spektakel und dem letzten Konzert verwandelt sich
die Höhle in eine Diskothek. Einige französischen Teenager
geben sich hemmungslos die Kante…
ATMO
Einer jault ins Mikro
ERZÄHLER
…andere genießen das traumhafte Ambiente der effektvoll
beleuchteten Höhle.
18
O-TON
Lourdes
SPRECHERIN 1
Um meine ehrliche Meinung zu sagen, ich finde es ein bisschen
schade, wie sich dieses Fest entwickelt hat. Die Leute, die
hierher kommen, halten das für eine ganz normale Party, an der
nur außergewöhnlich ist, dass sie in dieser großen Höhle
stattfindet, was übrigens einzigartig ist in ganz Spanien. Aber
was die Geschichte betrifft, die Folklore und den Ursprung der
Feierlichkeiten hier in den Höhlen, haben mindestens 80 Prozent
der Leute, die kommen, davon keine Ahnung. Ich finde, es
könnte anders sein. Alles hängt von der Musik ab. Ich denke,
wenn man mehr folkloristische Musik spielen würde, wenn statt
6000 vielleicht nur 1000 Personen eingelassen würden, wenn es
mehr Platz gäbe und man ein traditionelles Essen veranstalten
würde, wie es hier jedes Jahr am 18. August für die
Dorfbewohner stattfindet, dann könnte es ein völlig anderes Fest
sein.
ERZÄHLER
Auch außerhalb des Baztan-Tals steigt das Interesse an der
Wiederentdeckung der alten baskischen Kultur. Unlängst wurden
in Pamplona die vollständigen Prozessakten der Inquisition aus
dem Jahr 1610 wieder aufgefunden. In Zugarramurdi wird eines
der leer stehenden schönen Caserios restauriert, um darin ein
Museum einzurichten. In der Hauptstadt Navarras überlegt man,
das kleine Dorf zu einem zentralen Ort des Angedenkens an die
Hexenverfolgungen und die Unterdrückung alter Kulturbräuche
durch die katholische Kirche zu machen.
ATMO
Kirchenglocke von Zugarramurdi
ERZÄHLER
Die Bewohner von Zugarramurdi halten sich bedeckt, wenn man
sie nach ihrer Meinung zur Hexerei fragt. Im alten „Caserio“ von
Isidro findet sich jedoch noch ein Hinweis auf die Rolle, die der
Hexenglaube im Dorf einmal gespielt haben mag.
19
O-TON
Isidro
SPRECHER 2
In dieses Haus, ich weiß nicht genau wann, sollen einmal Hexen
durch den Kamin gekommen sein… Steht doch mal auf… (geht
zum Kamin) Seht ihr diese zwei kleinen Kreuze hier? Man
glaubte damals, dass die Hexen zum Kamin hereinkommen. Um
das zu verhindern, hat man an den Ketten, die im Kamin
aufgehängt sind, zwei Eisenkreuze angebracht, weil man
glaubte, dass dies ein wirksamer Schutz gegen die Hexen war.
Mein Haus ist das einzige, in dem die Kreuze noch hängen, aber
es gab viele Häuser, die im Kamin solche Kreuze hatten. Doch
meist wurden sie bei Renovierungsarbeiten entfernt. Und die
Ketten waren eigentlich dafür da, um über dem offenen Feuer
einen Kessel zum Kochen befestigen zu können. So war das.
ATMO
Bach
MUSIK
Baskischer Chorgesang
20
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