Satz 8 - Goethe

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Mikro I
Monopoltheorie:
Definition des Monopols
• Bei einem reinen Monopol existiert nur
ein Anbieter am Markt.
• Es existiert keine Rivalität
(genau wie bei vollständiger Konkurrenz).
• Der Monopolist wird in der Regel indirekt
Wettbewerb ausgesetzt (Quasi-Substitute).
• Bei offenen Märkten muß sich der Monopolist
gegen potentiellen Wettbewerb schützen.
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269
Mikro I
Monopoltheorie:
Grundlagen des Monopols
• Kontrolle von Rohmaterialien, Transport- und
Absatzwegen.
• Patente (Schutz des geistigen Eigentums).
• “Natürliches Monopol”: Die optimale
Betriebsgröße ist größer als der Markt.
• Rechtliche bzw. politische Absicherung
(staatliche Monopole).
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270
Mikro I
Nachfrage beim Monopol
• Die Nachfragefunktion (Preis-Absatz-Funktion:
PAF) des Monopolisten ist identisch mit der
Marktnachfrage.
• Bei vollständiger Konkurrenz ist der Grenzerlös
= p = konstant. Dies gilt nicht
für den Monopolisten. Hier gilt:
• Erlös = x p(x).
• Grenzerlös = d[x p(x)]/dx = p(x) + x p’(x).
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271
Mikro I
Nachfrage beim Monopol:
Beziehungen
• Wir erinnern uns: Bei einer
linearen Nachfragekurve p(x) = a - bx
ist die Erlöskurve E = ax - bx2
und die Grenzerlöskurve ME = a - 2bx.
• Da die Nachfragekurve einen negativen
Anstieg hat, gilt das auch für die ME-Kurve.
• ME < p für alle relevanten Punkte.
• Wichtig ist die Preiselastizität der Nachfrage.
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272
Mikro I
Nachfrage beim Monopol: AmorosoRobinson-Relation
• Der Zusammenhang zwischen ME und p läßt
sich mit der Preiselastizität beschreiben:
dE
dp( x )
ME 
 p( x )  x

dx
dx


x dp( x ) 
1 
p( x )1 
  p( x )1 

p
(
x
)
dx

(
x
)




Anmerkung: dp/dx < 0;  ist positiv definiert.
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273
Mikro I
Kurzfristiges Gleichgewicht
beim Monopol
C
C
E
Maximiere!
E
X
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274
Mikro I
Kurzfristiges Gleichgewicht
beim Monopol: Gesamterlös
x
p(x)
E
C
G
13 1,10 14,30 15,00 -0,70
23 0,85 19,55 18,25 +1,30
38 0,69 26,22 22,00 +4,22
50 0,62 31,00 26,75 +4,25
60 0,55 33,00 31,00 +2,00
68 0,50 34,00 36,25 -2,25
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275
Mikro I
Kurzfristiges Gleichgewicht
beim Monopol: Grenzerlös
x
ME
MC
G
13
-
-
-0,70
23
0,52
0,33
+1,30
38
0,44
0,25
+4,22
50
0,40
0,40
+4,25
60
0,20
0,43
+2,00
68
0,13
0,66
-2,25
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276
Mikro I
Gewinnmaximierung beim
Monopol
p*
A
MC
Antoine Cournot
1801-77
C
p
ME
MC
Cournot’scher
Punkt
ME
X*
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D(x
)
X
277
Mikro I
Kurzfristige Gewinnmaximierung beim
Monopol
• Es ist nicht zwingend, daß der Monopolist
immer einen Monopolgewinn macht.
• Ob die Maxime ME = MC zu einem Gewinn
oder zu einem Verlust führt,
hängt
wieder vom
Verhältnis p zu
DC ab.
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278
Mikro I
Gewinnmaximierung beim Monopol
Verlust
B
p*
p
ME
MC
MC
DC
A
C
ME
X*
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D(x
)
X
279
Mikro I
Gewinnmaximierung beim Monopol
MC
A
p*
Gewinn
DC
B
p
ME
MC
C
ME
X*
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D(x
)
X
280
Mikro I
Vergleich Monopolist
Mengenanpasser
• Beide können im GG sowohl einen Gewinn als
auch einen Verlust machen.
• Vergleiche sind wegen struktureller
Unterschiede (Kostenstruktur!) schwierig.
• Angenommen die letzte Grafik repräsentiere
zugleich die Situation eines Mengen-anpassers
mit horizontaler Nachfragekurve durch B. Dann
gilt:
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281
Mikro I
Vergleich Monopolist
Mengenanpasser
MC
A
p*M
B
p*MA
p
ME
MC
C
ME
X*Monopol X*Mengenanpasser
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D(x
)
X
282
Mikro I
Vergleich Monopolist
Mengenanpasser
• Beim Mengenanpasser wäre die OutputMenge größer und der Preis niedriger als beim
Monopol.
• Der Vergleich ist jedoch problematisch, da MC
nicht die Angebotskurve des Monopolisten ist
(wie bei vollständiger Konkurrenz).
• Gibt es eigentlich eine Angebotsfunktion
des Monopolisten?
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283
Mikro I
Angebotsfunktion
des Monopolisten?
• Man kann zeigen, daß MC = ME die gleiche
Menge bei unterschiedlichem Preis angeboten
wird, je nach Nachfragefunktion.
• Damit gibt es keine eindeutige Beziehung
zwischen xs und dem Preis wie beim
Mengenanpasser, der sich hier an seiner
Grenzkostenkurve orientiert.
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284
Mikro I
Es gibt keine Angebotsfunktion
des Monopolisten
p
ME
MC
pA
pB
MC
A
B
C
X
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285
Mikro I
Fehlende Angebotsfunktion
des Monopolisten: Beispiel
• Wir nehmen an, die MC-Kurve sei horizontal
(konstante Grenzkosten) und die beiden
Nachfragekurven seien durch
1 = 3 und 2 = 4 charakterisiert.
• Dann gilt
– ME1 = p1 (1 - 1/1); ME2 = p2 (1 - 1/2);
– ME1 = ME2 .
– p1 (1 - 1/1) = p2 (1 - 1/2)
– und schließlich p2 = 8/9 p1
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286
Mikro I
Langfristiges GG unter
Monopolbedingungen
• Ein Monopol existiert nur dann, so lange es
einen Produzenten am Markt gibt.
• Dies impliziert, daß Zutritt zum Markt nicht
möglich ist.
• “Reine Gewinne” werden nicht eliminiert (wie
bei vollständiger Konkurrenz).
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287
Mikro I
Langfristiges GG unter
Monopolbedingungen
• Anmerkung:
Einige Ökonomen beziehen den
Standpunkt, daß langfristig keine “reinen
Profite” bestehen bleiben können unabhängig von der Marktorganisation.
Das bedeutet, daß sie die
Monopolposition als separaten Input
betrachten und damit entlohnen müssen.
Hierdurch erhöhen sich die Kosten, reine
Profite” werden eliminiert.
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288
Mikro I
Langfristiges GG unter
Monopolbedingungen
• Langfristig hat der Monopolist zwei Fragen zu
beantworten:
• Wenn kurzfristig ein Verlust entsteht: Schließt
er den Betrieb oder gibt es eine Technologie,
die Gewinne verspricht?
• Wenn kurzfristig Gewinne entstehen:
Gibt es eine Technologie, bei der die Gewinne
noch größer sind?
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289
Mikro I
Till:
animieren
Langfristige Betrachtung der
Monopolsituation
KMC
KDC
LMC
C
A
B
C
LDC
D
X1
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X
290
Mikro I
Langfristige Betrachtung der
Monopolsituation
• Bei der geltenden Technologie macht der
Monopolist kurzfristig keinen Gewinn,
da er KMC = p(x) realisieren wird
(Cournot’scher Punkt C).
• Langfristig orientiert er sich an der LMC-Kurve
und weitet seine Betriebsgröße aus.
• Das langfristige GG beim Monopol liegt im
Cournot’schen Punkt D, wo LMC = ME(x).
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291
Mikro I
Noch einmal: Vergleich der
Marktformen in der langen Frist
In Langfristbetrachtung sind Monopolist und
Mengenanpasser besser vergleichbar.
• Der Mengenanpasser produziert im Punkt
minimaler langfristiger Kosten, d.h. er erzielt
die beste Ressourcenallokation.
• Der Monopolist produziert in einem Punkt, bei
dem die optimale Auslastung der Ressourcen
nicht erreicht wird.
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292
Mikro I
Noch einmal: Vergleich der
Markformen in der langen Frist
• Der Mengenanpasser bietet zum Preis
p = ME = LMC an.
• Beim Monopolisten ist der Preis p > LMC.
• Wenn die Nachfragekurve die “soziale
Wertschätzung”, die LMC-Kurve aber die
“sozialen Kosten” der Produktion wiedergibt, ist
die “soziale Wohlfahrt” bei vollkommener
Konkurrenz größer als beim Monopol.
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293
Mikro I
Monopoltheorie:
Spezielle Anwendungen
• Preisdiskriminierung:
• Man spricht von “Preisdiskriminierung”, wenn
für homogene Güter unterschiedliche Preise
auf verschiedenen Märkten verlangt werden.
Dadurch steigt der Monopolgewinn.
• Voraussetzungen sind:
– Die Märkte sind segmentierbar.
– Es gelten unterschiedliche Nachfrageelastizitäten.
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294
Mikro I
Monopoltheorie:
Preisdiskriminierung
• Annahme: Es gibt zwei segmentierte Märkte
charakterisiert durch ME1 = p1 (1 - 1/  1)
und ME2 = p2 (1 - 1/ 2).
• Der Monopolist verkaufe bereits x und möchte
eine zusätzliche Einheit dx verkaufen.
• Auf welchem Markt bringt er dx unter?
 Auf dem Markt mit dem höheren
marginalen Ertrag ME.
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295
Mikro I
Monopoltheorie:
Preisdiskriminierung
Die PAF und die ME-Kurve
auf beiden Märkten
Markt 1
D1
D2
ME1
ME2
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Markt 2
X
296
Mikro I
Monopoltheorie:
Preisdiskriminierung
Die horizontale Summe
der beiden ME-Kurven
ME1
ME2
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ME1+2
X
297
Mikro I
Monopoltheorie:
Preisdiskriminierung
Die Bestimmung
des optimalen Output
(ME1+2 = MC)
MC
X1+2
C
ME1
ME2
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ME1+2
X
298
Mikro I
Monopoltheorie:
Preisdiskriminierung
X1+2
0
A
ME1
B
Die Aufteilung des
optimalen Output auf
beide Märkte
(ME1+2 = ME1 = ME2 = MC)
MC
C
ME2
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ME1+2
X
299
Mikro I
Monopoltheorie:
Preisdiskriminierung (Beispiel)
Wir nehmen an, ein Verleger könne zwischen zwei
Märkten diskriminieren. Seine Grenzkosten seien konst.
MC = 6 DM.
p1 = 20 - x1
x1 = 10 - 1/2 MC = 7
x2 = 5 - 1/3 MC = 3
p2 = 15 - 3/2 x2
p1 = 13 DM
ME1 = 20 - 2 x1
oder x1 = 10 - 1/2 ME1 p2 = 10,50 DM
ME2 = 15 - 3 x2
oder x2 = 5 - 1/3 ME2
x1+ x2 = 15 - 5/6 MC = 10
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300
Mikro I
Preisdiskriminierung:
Zusammenfassung
• Kann ein Monopolist seine Märkte
segmentieren, so erhöht er seinen Gewinn,
indem er unter-schiedliche Preise festsetzt.
• Es gilt die Beziehung ME1+2 = ME1 = ME2 =
MC.
• Der Preis ist höher auf dem Markt mit der
weniger elastischen Nachfragefunktion.
• Auf diese Weise schöpft der Monopolist
Konsumentenrenten ab.
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301
Mikro I
Konsumenten- und Produzentenrente
p
Konsumentenrente
S
p*
Produzentenrente
D
X
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302
Mikro I
Monopoltheorie:
“Dumping”
• Unter dem Begriff “Dumping” versteht man im
allgemeinen, daß ein Produzent sein Produkt
unter Durchschnittskosten auf einen Markt
wirft.
• Häufig wird unterstellt, daß er damit seine
Konkurrenten ausschalten möchte, um den
Markt als Monopolist zu beherrschen.
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303
Mikro I
Monopoltheorie:
“Dumping”
Heimischer
Markt
Weltmarkt
Beide
Märkte
MC
pH
D(x
)
pW
MEW
MEH+W
MEH
XH
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XH
XW+H
X
304
Mikro I
Monopoltheorie:
“Dumping”
• “Dumping” ist eine Form der Preisdiskriminierung, meist im internationalen Wettbewerb.
• Daß der Inlandspreis höher als der Weltmarktpreis liegt, ist noch kein Indikator für
“ruinösen Wettbewerb”.
• Diese Form der Preisgestaltung kann sinnvoll
sein, wenn der heimische Markt nicht für die
optimale Betriebsgröße ausreicht.
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305
Mikro I
“Monopolistischer Wettbewerb”
• Bei “monopolistischem Wettbewerb” führt
Produktdifferenzierung zu “QuasiMonopolen”
für Produktgruppen.
Edward Hastings
Chamberlin
• Entweder die Branche folgt
1899-1967
einem “Preisführer” und verhält sich wie ein
Monopolist.
• Oder eine typische Firma verhält sich wie ein
Monopol, so lange sie erwarten kann, daß
andere keine Preisreaktionen zeitigen.
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306
Mikro I
“Monopolistischer Wettbewerb”
Ergebnis:
• Kurzfristig ist das Angebot kleiner als beim
Mengenanpasser, der Preis etwas höher, aber
nicht so hoch wie beim Monopol.
• Im Vergleich zum reinen Monopol wird ein
geringerer Profit erwirtschaftet.
• Langfristig werden “reine Profite” wie beim
Mengenanpasser eliminiert.
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307
Mikro I
Oligopoltheorie
• Oligopolsituationen werden in der Regel mit
Hilfe der Spieltheorie untersucht
(kooperative und nicht-kooperative Spiele).
• Die Ergebnisse sind häufig mehrdeutig
bzw. Gleichgewichte sind instabil.
• Im “Walras-Modell” sind Oligopole ein
Fremdkörper, weil ein Gesamtgleichgewicht
eindeutige, stabile Lösungen erfordert.
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308
Mikro I
Wo stehen wir?
Gütermärkte
Faktormärkte
• Nachfrage für x, y:
• Angebot von L:
Gegeben U, px, py, M,
Gegeben U, w, Zeit,
max. U, s.t. M.
max U, s.t. Zeit.
• Angebot von x, y:
• Angebot von K:
Gegeben PF, w, r,
Gegeben U, r, M1+M2,
max G, s.t. PF.
max U, s.t. M1+M2.
S =D
p
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Die Nachfrageseite fehlt.
w, r sind noch unbestimmt.
309
Mikro I
Wo stehen wir ?
Konsumenten
px
Güter
Produzenten
MARKT
X
Eigner von Ressourcen
w
r
Arbeitsangebot
L
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Angebot an
Sparkapital
dK
310
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